Winterimpressionen

Hallo meine Lieben, ich hoffe, ihr seid gut durch die Weihnachtstage und den Jahreswechsel gekommen! So befinden wir uns jetzt endgültig im neuen Jahr, dabei ist das alte doch gerade erst wie im Flug vergangen. Unversehens sind wir mitten im Winter gelandet. Gut, zumindest das was sich Winter schimpft.
Während die einen in Regen versumpfen, ersticken andere Gebiete unter Schnee. Natürlich dauert es auch nur noch einen Kaninchenpups, und man sieht auf den verschiedenen online Portalen, Bilder mit Pferden und Ponys, welche im Schnee tollen. Aber nicht nur das, ebenso welche in denen sie vor den Schlitten, Ski oder Snowboard gespannt wurden. Oft sind diese Tiere ungeübt als Zugpferd, geschweige denn das ihre Fahrer eine entsprechende Ausbildung haben. Dazu kommen noch sehr abenteuerliche Geschirr-Konstruktionen, welche mir oft das Lächeln aus dem Gesicht wischen.
Zudem ist selten eine führende Person neben oder auf dem Pferd, vielmehr probiert sich das ungeübte Gespann einfach ohne Sicherheitsperson.
Natürlich kann man sagen: »Celeste, du olle Spaßbremse!, hol mal deinen Stock aus dem Hintern und stell dich nicht so an!«
Aber mal Spaß beiseite, ist euch eigentlich bewusst, was ihr da treibt?
Wenn ihr eure Kinder ohne Kappe hinter das Pony auf den Schlitten pflanzt, gerne noch mit gruseligen Strick-Konstruktionen und zumeist ohne Ortscheid, dann ist mir das recht egal, solange das in einem umzäunten Gebiet passiert. Denn wenn das Pony doch mal durchgeht, hängt dieses samt Schlitten möglicherweise im Zaun, und das Kind hoffentlich in einem Schneehügel. Oder das Kind auf Skiern muss loslassen, weil das Pony durchgeht, und hat hoffentlich vorab das Bremsen ohne Zaun gelernt.
Nicht, dass man seinen Nachwuchs auch auf andere Art entsorgen könnte, aber jeder, wie er mag …
Geht das Pferd / Pony aber auf einem Feldweg, im Wald, oder auf der Straße durch, was glaubt ihr, wie ihr es dann stoppen könnt?
Gut, ich verstehe schon, die ›federschwingenden-namentanzenden-glitzerpulver-verstreuende-Vertrauensfraktion‹, wird etwas von Luft und Liebe hauchen, bis das verkappte Einhorn dann doch vor dem Auto landet. Und dann war sicher nur das fehlende Vertrauen schuld. Der Halsring in der falschen Zenfarbe und die Muttertrommel, welche das Pony nicht in den Schlaf geleitet hat, könnten aber auch ihren Beitrag geleistet haben. Nicht zu vergessen, der Autofahrer, der bei Schnee sicher viel zu schnell gefahren ist, und deswegen Schlitten und Pony extra umgesemmelt hat.
Nein, sorry, jetzt denkt doch mal bitte ernsthaft nach! Wie stoppt ihr euer Pony vom Schlitten oder von Skiern aus? Und kommt mir nun bitte nicht mit dem stoppen via Fussbremse, das klappt schon bei den meisten Rodelwiesen ohne Pony davor nicht.
Denn entgegen der gut ausgestatteter Kutschen welche meist über eine Bremse und eine ausreichende Beleuchtung verfügen, sind viele Selbstbauten einfach unzureichend ausgerüstet. Geht das Pferd oder Ponylein dann durch, weil ein vorbeiziehender Schneehase pupst, ist der Schaden groß. Schließlich ist die Straßenverkehrsordnung dahingehend ziemlich eindeutig:

§28 StVO
»(1) Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefährden können, sind von der Straße fernzuhalten. Sie sind dort nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet sind, die ausreichend auf sie einwirken können. Es ist verboten, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden.«

Das sollte doch eigentlich so weit verständlich sein, oder?
Mir kann niemand sagen, das eine ausreichende Einwirkung gegeben ist, wenn man wie ein hilfloses Fähnchen im Wind hinter seinem Ponylein hergezogen wird.
Von daher die Straßenverkehrsordnung für Dummies:

  • Im Straßenverkehr wird das Pony/Pferd geführt oder geritten.
  • Es wird eine ausreichende Zäumung genommen, mit der man auf das Pony / Pferd einwirken kann. (Nein, ein Halsring ohne Sicherheitszaum gehört nicht dazu.)
  • Es werden nur straßensichere Tiere eingesetz (Man mag es sich nicht vorstellen, aber man kann und sollte so etwas üben, bevor man über die Hauptstraßen und durch das Mc Drive reitet.)
  • Die Straßenverkehrsordnung gilt auch auf Wald- und Feldwegen, ebenso auf Privatwegen und Grundstücken, sofern diese nicht komplett umzäunt sind.
  • Es muss bei Dämmerung / Dunkelheit eine ausreichende Beleuchtung an Pferd / Reiter / Führer angebracht sein.

Böse, pfui und absolut bäh ist …

  • Ski- / Snowboard- / Inlinerfahren auf Straßen, Feld- und Waldwegen, hinter dem Pony/Pferd.
  • selbstgebaute Handschlitten-Konstruktionen ohne Führperson, welche auf das Zugpferd einwirken kann.
  • reiten ohne Zaum, oder nur mit Halsring ohne Sicherheitszaum
  • freilaufen lassen. Nein, auch nicht auf Feld- / Waldwegen und nein, auch nicht mal eben für ein Bild.
  • auf dem Bürgersteig reiten. Reiter gehören auf die Straße. Fahrradfahren mit dem Pferd/Pony.

Nochmal das ist pfui und bäh, wie ein Laternenpfahl ganz unten. Denn auch wenn ihr volles Vertrauen in eure Tiere habt, es kann immer etwas schief gehen. Selbst wenn manche Versicherungen jeden Unsinn versichern, zahlen müssen sie nicht alles.
Wenn ihr bewusst mit den zum Beispiel oben beschriebenen Aktionen gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßt, kann sich die Versicherung schnell herausreden und nicht zahlen. Denn Strafen bei Verstößen gegen die StVO, oder Schadenersatzklagen, weil Ponylein mit dem Schlitten-Selbstbau-Konstrukt drei parkende Autos, samt Großmütterchen mit Rollator mitgenommen hat, wird eine Versicherung nicht undbedingt lächelnd abnicken und bezahlen.
Es hat also nichts mit Neid oder Stock im Poppes zu tun, wenn ich euch vor solchen Schäden bewahren will. So Gott will, wird so etwas niemals passieren. Aber wenn doch kann es mitunter derart teuer werden, dass es manche in den Ruin treiben würde.
Wenn ihr also solche Aktionen betreiben wollt, dann nehmt den umzäunten Reitplatz oder die Weide. Auch dort lassen sich wundervolle Bilder machen. Dort ist jedoch nicht ganz so schlimm, wenn das Pony/Pferd vielleicht erschrickt und die Biege macht.
Wollt ihr draußen die Wald- und Feldwege nutzen, sorgt vor Schlitten- oder Skigespann für eine Führperson. Spart nicht an einer guten, passenden Ausrüstung, auch wenn diese bei Schneespaß nicht so oft genutzt wird, wie die normale Reitausrüstung. Das ist wie mit guten Tanzschuhen, auch wenn man sie nur selten nutzt, sie müssen passen, sonst wird es schmerzhaft.
Und egal ob draußen oder im umzäunten Gebiet, vergesst die Schutzkleidung nicht! In von den Hufen hochgeschleuderten Schneebrocken verstecken sich gerne Splitt oder kleine Steine. Diese werden mit dem Schwung der Hufe schnell zum blutigen Wurfgeschoss. Helm wie Weste sollten wenigstens bei Kindern immer Pflicht sein. Ebenso ein guter Sicherheitsabstand zum Pony / Pferd.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wundervollen aber auch sicheren Winterspaß!

Flauschige Grüße
Celeste

 

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