Wie man eine Zombie-Apokalypse überlebt

Hallo meine Flauschepuschel, da bin ich wieder.
Gemächlich zieht der Frühling bei uns ein, die Pferde entflauschen langsam und die ersten Blüten erkämpfen ihren Weg ins Sonnenlicht. Jetzt kommt die Zeit, auf die wir so lange warten mussten:
Die Pferde werden angeweidet, die Sonne kämpft sich hervor und noch ist man vor Mücken, Fliegen und Bremsen verschont.

Dennoch kann ich mich nicht ganz ungetrübt darüber freuen. Denn es gibt ein Thema, das mich gnadenlos verfolgt, wie ein Stalker sein Opfer. Halsringreiten im Gelände.
Immer wieder sieht man sie – die Bildchen in den Foren oder Gruppen: Junge Mädchen und Frauen die im Gelände ausreiten, und statt einer Zäumung einen Halsring verwenden.
Nun, ich finde es wirklich schön, wenn ihre Pferde so feinfühlig reagieren – Naja, oder sich die Mädels das zumindest einbilden. Aber leider wird die Gefahr, welche diese Zäumung birgt schlichtweg unterschätzt, bzw. oft herunter gespielt.
Es ist nunmal so, dass ein Pferd ein Fluchttier ist. Das heißt selbst das bravste und best ausgebildete Pferd kann sich im Gelände erschrecken und in echte Panik geraten. Das liegt nicht daran, das man sein Pferd nicht an die verschiedensten Situationen gewöhnt, oder allgemein ein Pferd mit dem Gemüt einer Schlaftablette hat. Sondern das es einfach Situationen gibt, die man nicht steuern kann.
Oft liegt es an der Dummheit der Mitmenschen, dass ein Pferd in Panik versetzt wird, oder einfach an fatalen Zufällen.
So kann einem auf einem Ausritt passieren, dass man:
• Von Motorradfahrern oder Autos belästigt wird
• Von Hunden verfolgt, gebissen und angesprungen wird
• Unverhofft Wild begegnet
• Ein puschelndes Pärchen oder einen Pilzsammler im Gebüsch aufschreckt
• Zeuge eines Unfalls wird, der einen zwar nicht betrifft, aber dessen Knall/Quietschen das Pferd erschreckt
• Einem Rettungshubschrauber begegnet, der in der Nähe notlanden oder starten muss
• …

Die Möglichkeiten ein Pferd zu erschrecken sind vielfältig, und die Chance groß, dass das Pferd in echte Panik versetzt wird. Und dann will dieses natürlich flüchten.
Und oft ist es einfach so, dass den Pferden der Halsring in echter Panik eben piep egal ist. Da könnte man es auch mit Mate Tee, Klangschalen und Namen tanzend zu beruhigen versuchen. Der Effekt wäre letztendlich der Gleiche.
Ein Pferd in echter Panik hustet auf den Halsring, denn die Möglichkeiten damit ein zu wirken sind geringer als mit Trense oder jeder anderen Zäumung.
Das liegt nun mal an den physikalischen Begebenheiten.
Mit einem Halsring habe ich nur eine Einwirkung auf den Hals. Ich kann links oder rechts anlegen, oder eben den Halsring annehmen.
Man könnte natürlich auch solange daran ziehen, dass man dem Pferd die Luft weg schnürt. Das Ergebnis wäre aber eher Panik, als das es anhalten würde.
Mit einer Trense hat man eine andere Einwirkung. Diese ist selbst dann gegeben, wenn man Gebisslos reitet. Bedingt durch die Zügel hat man eine Einwirkung auf den Kopf.
Auch wenn es natürlich unschön ist, aber damit kann man bei einer echten Panik wesentlich besser auf das Pferd einwirken. Bedingt durch die Hebelwirkung kann man das Pferd entweder in eine andere Richtung zwingen, also zB weg von einer Gefahrenzone (Straße/Menschen/Autos), oder aber konsequent abbremsen.
Natürlich ist das nicht schön, aber wir reden hier von einer Paniksituation in der man andere Personen, wie auch das eigene Pferd gefährdet.
Und genau das ist das Problem: Ein Pferd in Panik gefährdet sich selber, ebenso wie sein Umfeld.
Auch wenn man mitten in der Pampa ausreitet, irgendwo wird es Straßen, Menschen, Autos oder nur ein Loch im Boden geben, welche alle Beteiligten im ungünstigsten Fall das Leben kosten können.
Und dorthin möchte man sein Pferd nicht rennen sehen. Denn nur mit einem Halsring als Zäumung kann die Versicherung einem ganz schnell und ganz gepflegt etwas husten, wenn es zu einem Schadensfall kommt. Und so ein Schadensfall kann leicht in die Millionen gehen, die man dann selber zahlen darf, und damit unweigerlich sein Leben ruiniert.

Wenn man also einen Halsring als alleinige Zäumung nutzen will, dann sollte man dieses bitte auf einem umzäunten Platz oder einer eingezäunten Weide tun.
Will man aber im Gelände unbedingt einen Halsring nutzen, dann bitte niemals auf eine Sicherheitstrense verzichten. Diese kann ja unter dem Halsring getragen, und nur im Notfall benutzt werden.
So ist man für sich selbst als auch für die Versicherung auf der sicheren Seite.

Und wer dennoch meint, das er nur mit einem Halsring ohne Sicherheitszaum ins Gelände gehen muss, dem sei versichert:
Bei einer Zombie Apokalypse bist du sicher, denn die ernähren sich von Hirn!

Einen großen Dank an Julia Wingerath für ihre anschaulichen Zeichnungen. Damit es selbst jene verstehen, denen man es sonst vielleicht vortanzen muss.

Flauschige Grüße
Celeste

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