Wie man eine Bremsenfalle baut

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal wollen wir wieder einmal etwas basteln, denn eines sei gewiss, Sommerzeit ist Bremsenzeit. Und kaum etwas ist derart widerlich wie Bremsenbisse, egal ob für Mensch oder Pferd. Natürlich gibt es im Handel schon fertige Bremsenfallen, nur sind diese in der Anschaffung meist nicht sehr günstig. Und da man bei großen Weiden, oft mehrere Fallen braucht, summiert sich das dann schnell.

Also starten wir einen kostengünstigen Bastelversuch.

Ich habe bewusst mit den günstigsten Materialien gearbeitet, aber werde in den Arbeitsschritten auch immer mal wieder eine Faulschlumpf-Alternative anbieten, die zwar etwas teurer ist, aber einige Bastelschritte erleichtert.

Fangen wir einfach mal an …

Wir benötigen:

Bremensfalle_1

  • 2x weißes Fliegennetz (ca. 2,00 €)
  • 1x breites Klebeband wenn möglich weiß/silber (ca. 1,00 €)
  • 1x Kordel in schwarz (ca. 1,00 €)
  • 1x Silikon (ca. 2,00 €)
  • 1x Hula-Hoop-Reifen (2,99 €)
  • 1x leere Plastikflasche
  • 1x leeren Plastikeimer von Joghurt oder Grumbeere Schnitten – auch Reibekuchen genannt 😉
  •  Einen schwarzen Gymnastikball. (4,90 €)

Nachdem ich X Geschäfte abgeklappert habe und von zartrosa bis giftgrün alle Farben angeboten bekam, aber eben kein schwarz, habe ich kurzerhand bei Amazon bestellt. Dort gibt es den Ball schon zu unschlagbaren 4,90 €.
Da man eh meist mehrere Fallen baut, lohnt sich da eine Bestellung ungemein.
Nett ist die mitgelieferte Pumpe.
So nachdem wir nun voller Motivation alle Materialien zusammengestellt haben, geht es endlich los.

Zuerst pumpen wir den Ball auf. Schön ist, wenn man eine grössere Pumpe hat, wenn nicht, geht auch die mit gelieferte Handpumpe. Zumindest wenn man eine halbe Stunde Zeit einplant. Währenddessen ist man damit beschäftigt das Kopfkino zu verdrängen, was die wiederkehrende Handbewegung auslöst.
Ist der Ball einmal aufgeblasen machen wir einen Sitztest, um zu sehen ob er prall genug gefüllt ist und die Luft drin bleibt. Schnell stellen die meisten von uns dabei fest, dass an uns weder eine Ballerina noch eine Kunstturnerin verloren gegangen ist und wir darauf rum krebsen wie eine betrunkene Schildkröte. Somit wissen wir sicher das der Ball nur bei einer Bremsenfalle gut aufgehoben ist.

Wir nehmen also die Kordel und führen sie einmal um den Ball, verknoten sie und wiederholen das wie bei einem Geschenk mehrfach.
2 lange Schnüre behalten wir über, diese brauchen wir später noch.

Das schaut dann so aus:

Bremenfalle_2

Eine Katze gehört übrigens nicht zur Bastelarbeit und ist auch nur bedingt hilfreich!

Falls jemanden diese Kordelarbeit zuviel ist, gibt es hier die Faulschlumpf-Alternative:
Anstatt einer Kordel kann man ganz einfach ein schwarzes grobmaschiges Heunetz wählen.
Heunetz auf, Ball rein, Kordeln zugezogen.
Schwarze Heunetze gibt es hier.

O.k., der Ball ist nun sicher verpackt, nun müssen wir uns an den Auffangbehälter machen, denn die kleinen Scheißerchen sollen ja nicht nur angelockt, sondern auch gefangen werden.
Dazu brauchen wir die Plastikflasche. Diese schneiden wir wie auf dem Bild einmal in der Mitte durch. So bekommen wir einen schönen Trichter der aber noch eine Taille besitzt.

Bremenfalle_3

Dann nehmen wir das Eimerchen und drehen ihn um. Auf dem Boden setzen wir die Plastikflasche an und zeichnen den Umriss einmal auf.
Nach dieser Vorgabe können wir dann den Boden ausschneiden:

Bremsenfalle_4

Einmal ausgeschnitten führen wir die Flasche von oben in durch die Öffnung. Die Oberseite der Flasche schaut dann Richtung Deckel, die Taille schaut unten aus dem Eimer raus.

Bremsenfalle_5

Etwas Klebeband hilft, um die Flasche besser zu fixieren. Im Inneren des Eimers nutzen wir dann das Silikon und dichten alle Ränder zwischen Eimerboden und Flasche ab. Das ist wichtig, da wir später Wasser mit Spülmittel einfüllen wollen, und es wäre sinnvoll, wenn dann der Behälter auch dicht ist.

Bremsenfalle_6

Die Faulschlumpf-Alternative zu dem Behälter:
Hier kann man fertige Bremsen bzw Wespenfallen nutzen.
Erhältlich sind diese hier recht günstig im 2er-Pack.

O.k., weiter geht es, bevor uns die Motivation verlässt.
Nun schnappen wir uns den Hula-Hoop-Reifen und befestigen daran die Fliegennetze.
Ich habe sie einfach grob vernäht. Das war mit Nadel und Faden in 10 Minuten erledigt. Ja, bei mir waren es ein paar Minuten mehr, aber nur weil ich dauernd meine Katze vertreiben musste, welche immer auf dem Fliegennetz liegen wollte.

Den Anfang hatte ich kurz mit Klebeband fixiert und danach einfach immer wieder mit Nadel und Faden um den Reifen/Fliegengitter rum.

Bremsenfalle_7

Die Faulschlumpf-Alternative zur Befestigung des Netzes am Reifen sind Kabelbinder.
Diese bekommt man zu einem Spottpreis und sie sind vielseitig einsetzbar.

Fertig schaut das dann so aus, und ja, die Katze liebt das Fotobombing:

Bremsenfalle_8

Die Faulschlumpf-Alternative zum Hula-Hoop-Reifen/Fliegennetz wäre ein fertiger Reifrock.
Diese bekommt man auch in Kindergrößen zu einem recht angenehmen Preis. Das erspart die Fummelarbeit. 😉
Nun wird es tricky, denn der Behälter muss an den Ball.
Hier hatten wir ja 2 lange Schnüre übrig gelassen. Diese knoten wir nun links und rechts an dem Henkel fest und fixieren die Schnüre noch mit Klebeband. Das schaut dann so aus, nicht schön, aber soll es auch nicht:

Bremsenfalle_9

 

Schön ist, wenn man hier eine helfende Hand hat, außer einer Katzenpfote.
Der Reifen wird unter den Ball gelegt, das Fliegennetz darüber zusammengefasst und so positioniert, dass der Reifen später auf der Mitte des Balles hängt.
Das Fliegennetz führen wir zusammen und binden ihn an der Flaschentaille mit einem Faden/Kordel fest.

Bremsenfalle_10

Das überschüssige Fliegennetz kürzen wir mit der Schere und kleben den Rest mit dem Klebeband am Eimer fest. Damit gewinnen wir zwar keinen Schönheitswettbewerb, aber es schaut dann ordentlich aus.

Und eigentlich sind wir damit auch schon fertig:

Bremsenfalle_11

Am Stall hängen wir die Falle dann an einer sonnigen Stelle auf. Damit wir den Bremsen auch wirklich an den Kragen gehen, befüllen wir das Eimerchen mit etwas Wasser und einem Spritzer Spülmittel. Hier war es sinnvoll das wir einen Eimer mit Deckel gewählt haben, denn so lässt sich die Falle leichter entleeren und wieder nachfüllen. Denn bei den oft gezeigten Flaschenvarianten ohne Eimer und Deckel würde ich wohl bei meinem Glück regelmäßig in Bremsenpampe baden, wenn ich diese auseinander friemel.

Für das Nachfüllen ist eine schon vorbereitete Wasserflasche mit Spülmittel sinnvoll. Dann muss man nicht erst auf der Weide mit Spülmittel hantieren und hat schon alles griffbereit.

So meine lieben, ich hoffe, die Anleitung hat euch gefallen.
Flauschige Grüße
Celeste

 

 

8 Gedanken zu „Wie man eine Bremsenfalle baut

  1. Hey 🙂 in welcher größe hast du den Ball bestellt? Bzw. eventuell einfach nicht prall aufgepumpt?! Und welche Größe haben die Fliegennetze?
    Grüße

     
  2. Vielen Dank für die Bastelanleitung 🙂 wenn der Regen mal wieder aufhört und es wieder warm wird, rechnen wir mit Massen von Bremsen 🙁 ich hab mal vorsichtshalber zwei Bälle bestellt und mache mich dann ans basteln 🙂

     
    • Ich hab mal gelesen, dass der Ball immer schwarz ist, damit er sich in der Sonne so richtig schön aufheizt. Da stehen die Viecher wohl drauf, erinnert an warmen Pferdekörper…

       
  3. Hi. Haben die bremsenfalle original nachgebaut. Leider hängen alle im netz fest aber keine im eimer. Liegt es am spülmittel oder wie kann es das keine hochfliegt? Lg Dagmar

     
  4. Super lustig geschrieben, hihi, natürlich auch eine tolle Anleitung – vielen Dank! Jetzt bin ich voll motiviert es auch endlich mal selbst zu versuchen. Meine Katze freut sich sicherlich auch über die Bastelstunde, die ist nämlich mindestens genauso nervig und „hilfreich“ wie Deine 😉

    Liebe Grüße

     

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