Warum man fremde Pferde nicht füttern sollte

Liebe Eltern, liebe Großeltern,

heute wende ich mich mit einem besonderen Anliegen an euch, denn ich möchte euch erklären, warum man fremde Pferde nicht füttern sollte.
Nun werdet ihr verwundert den Kopf schütteln und denken: »Ach das weiß ich doch längst.« Aber seid ihr euch da wirklich sicher?
Hat sich in Begleitung eurer Kinder und Enkelkinder nicht doch einmal etwas trockenes Brot in eure Taschen verirrt. Oder die eine oder andere Möhre? Oder der am Wegrand aufgehobene Apfel? Und sind diese nicht doch trotz Verbotsschilder ähnlich wie das am Wegrand gepflückte Gras in den Mäulern der hungrigen Pferde gelandet?
Diese haben dann sicher vergnügt geschmatzt und ihr habt euch nichts Böses dabei gedacht. Ihr habt euch verabschiedet, in dem festen Glauben das ihr die Pferde glücklich gemacht habt.
Sicher dachtet ihr, der Besitzer ist ein wenig zu streng mit seinen Verbotsschildern. Und während ihr später daheim beim Abendbrot gesessen habt, hat so manches Pferd mit Bauchweh auf der Koppel gelegen. Und Auslöser war euer Futter, das doch eigentlich nur eine Ausnahme war, schließlich hattet ihr nur die besten Absichten.
Genau deswegen möchte ich euch erklären, warum ihr auch solche Ausnahmen nicht machen solltet.

Erst einmal sollte man niemals fremde Pferde ohne Erlaubnis füttern. Denn auch wenn keine Verbotsschilder an der Weide hängen, so ist das keine Erlaubnis zur Fütterung.

Gründe dazu sind:

  • Manche Pferde haben Allergien und Krankheiten. Ähnlich wie ein menschlicher Diabetiker oder Allergiker kann falsches Futter krank machen und bis zum Tod führen.
    So kann der eine Apfel oder die eine Möhre böse Koliken bewirken. Und wenn ihr euch an die Babyzeit eurer Kinder erinnert, und die Nächte, die sie euch mit Babykoliken wach gehalten haben, dann wisst ihr, dass solche Schmerzen kein Spaß sind. Bei einem Pferd können sie – da sie nicht übergeben können – bis zum Tod führen!
  • Pferde bekommen von den Besitzern mengenmäßig abgestimmtes Futter. Zuviel macht Fett, träge und krank. Kommen eure Leckereien dazu dann zerstört ihr den Futterplan der Besitzer.
  • Wenn ihr Pferde über den Zaun hinweg füttert kommt es in der Herde oft zu Neid und Streit. So wird es nicht nur gefährlich für die fütternde Hand, weil die Pferde gierig danach schnappen. Sondern auch untereinander versuchen die Pferde, mit Zähnen und Hufen, den besten Platz zu ergattern. Das wäre genauso als hättet ihr 3 Riegel Schokolade für eine Kindergartenhorde. So etwas führt nur zu Unfrieden und Zankerei.

Nun werdet ihr denken: »Aber das Gras am Rand das schadet doch nicht, oder?«
Doch es schadet und sogar enorm!
Pferde sind durchaus in der Lage Giftpflanzen zu erkennen, die auf der Weide wachsen. Sie erkennen diese an den Bitterstoffen und meiden diese Pflanzen von sich aus.
Wenn sie als Eltern und Großeltern, oder ihre Kinder und Enkelkinder Grasbüschel vom Wegesrand füttern, dann wissen sie nicht, welche Giftpflanzen darin verborgen sind.
Und so geben sie diese unbedacht an die Pferde weiter.
So kann es passieren das diese aus Futtergier schnell mit gefressen werden, oder aber liegen gelassen werden. Nur dann ist die Gefahr auch nicht vorbei, denn bleibt die ausgerissene Giftpflanze liegen, dann verfliegen die Bitterstoffe und die Pferde erkennen die Giftpflanze später nicht mehr. Und wird diese dann später gefressen, ist der Schaden ebenso groß.
So können sie ein Pferd vergiften und sogar töten, ohne es gewollt zu haben.
Ebenso gibt es Pferde ,welche nur sehr geringe Mengen an Gras essen dürfen. Mitunter tragen diese sogar eine Art Maulkorb, damit sie nur sehr wenig Gras rupfen können. Dies dient nur der Gesunderhaltung der Pferde, denn oft haben diese eine Stoffwechselstörung, bei der zu viel Gras sehr schwere Krankheiten hervor rufen kann.

Von daher Finger weg vom Gras!

Nebenbei werden die meisten Wegränder gerne als Hundetoilette von Hundehaltern genutzt, und wer möchte die Kinderhände schon gerne im Hundepipi wissen?
Bevor sie fragen: Nein, der Grasabfall vom englischen Ziergarten hinter ihrem Haus hat auch nichts im Pferdemagen zu suchen.
Auch wenn ihr sorgsam gepflegter Rasen sicher frei von Giftpflanzen ist, so gärt gemähtes Gras in kürzester Zeit. Das verursacht wieder besagte Koliken die Tierarztrechnungen in 3-4 stelliger Höhe verursachen, und wenn man Glück hat überlebt das Pferd dabei.

Und auch wenn sie es nicht gedacht hätten, für Schäden die durch ihre Fütterung entstehen kann sie der Pferdehalter haftbar machen. So müssen sie dann die Tierarztkosten tragen oder Schadenersatz, wenn durch ihre Fütterung das Pferd verstirbt.

http://www.anwalt.de/rechtstipps/fremde-pferde-sollte-man-nicht-fuettern_004723.html

Von daher liebe Eltern und Großeltern, seid euren Kindern und Enkelkindern ein Vorbild.
Zeigt ihnen das man fremde Pferde nicht füttern muss, um sich an ihnen zu erfreuen.

Beachtet die wichtigsten Regeln:

  • Nicht Füttern
  • Weiden nicht betreten
  • Pferde nicht anlocken und streicheln

Sucht lieber den Kontakt und das Gespräch mit den Pferdebesitzern.

Erlauben sie die Fütterung mit Futtermitteln die sie vorgeben, ist alles in Ordnung. Ebenso kann ein freundliches Gespräch die Möglichkeit für eure Kinder zu einem Kontakt mit den Pferden geben. Beachtet aber das nicht jeder Pferdestall ein kostenloser Erlebnishof ist, der nur darauf wartet eure Kinder zu bespaßen. Aber ein höfliches Gespräch hat schon vielen Kindern den Kontakt zu diesen wundvollen Wesen geebnet. Und wenn ihr ihnen dann auch noch die Verhaltensregeln beibringt, sind sie eine Freude für alle Pferdebesitzer.

Bitte teilt diesen Text überall, bei allen Eltern und Großeltern, bei allen Teenagern, in Kinder und Krabbelgruppen. Damit diese gedankenlose Fütterei endlich aufhört und ihr euren Kindern gute Vorbilder sein könnt.

In diesem Sinne für ein gutes Miteinander,
flauschige Grüße
Celeste

bitte nicht füttern

 

3 Gedanken zu „Warum man fremde Pferde nicht füttern sollte

  1. Hallo, der Text bezüglich Fremde Pferde füttern ist nett und verständlich geschrieben ,allerdings vermisse ich etwas ganz entscheidenes. Wenn Leute füttern und denken ,ach die eine Möhre ,der eine Apfel unsw. schadet nix ,so sollte man bedenken das jeder Mensch so denkt ,und das Tier am Ende des Tages, an einem schönen Sommertag ,wo viele Menschen unterwegs sind ,auch dementsprechend viele Extraportionen bekommen hat .Ich fänd es schön wenn das noch mit erwähnt würde .

    Lg Kerstin

     
  2. Richtig gut gefällt mir nur der letzte Teil (Vorbild sein, Kontakt aufnehmen).
    Bei allem anderen werden gerade die fraglichen Kandidaten meinen, sie wüssten das doch alles und achten entsprechend darauf, nichts falsches zu füttern usw.
    Das mit dem rechtlichen Teil ist wichtig. Auch auf entsprechenden Schildern sollte immer dabei stehen, dass Zuwiderhandlung angezeigt wird etc.
    Ob man es dann im Ernstfall überhaupt kann (Wissen, wer es war, Beweise), ist nochmal was anderes…

     
  3. Ich muss sagen, das mit dem Füttern sehe ich genauso, besonders aufgrund bestimmter Diäten, die manche Pferde einhalten müssen. Ich würde das erklärend dazuschreiben, denn das Füttern an sich ist ja nicht gesetzeswidrig, solange nichts passiert. Wenn der Mensch nicht nur ein dumpfes Verbotsschild sieht, sondern auch eine Begründung, leuchtet der Grund auch eher ein für Menschen, die nichts mit Pferden zu tun haben. Bei mir stellt sich das Problem aber nicht, weil das Pferd innerhalb einer Hofanlage steht, zu der nur eine Straße führt. Dort kommen nur Leute hin, die da wirklich hinwollen 🙂
    Es erschließt sich mir aber nicht, warum man ein Pferd nicht streicheln sollte, wenn das Pferd herkommt und das offensichtlich gerne annimmt.
    Meine Begründung hierfür ist, dass das im Einvernehmen geschehen kann und es keine gesetzliche Grundlage dafür gibt, den Kontakt zwischen einem Menschen und einem Tier – die das beide selbst entscheiden können, ob sie das wollen – zu verbieten; wenn es auf einem öffentlich zugänglichen Grundstück geschieht (sonst kannst du den Zugang zum Grundstück verbieten).
    Wenn dein Pferd einem Menschen schadet, haftest eh du, außer er war grob fahrlässig etc. Ich weiß auch nicht, ob die vermeintliche Absicherung mit einem „Nicht streicheln“ Schild daran was ändern würde. Und einen anderen Grund außer diesem Versuch einer rechtlichen Absicherung, sehe ich nicht. Die Alternative ist, innerhalb des äußeren Zaunes einen Elektrozaun mit etwas Abstand zu legen, sodass Pferd und Mensch gar nicht zueinander hin kommen.

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.