Von Menschlichkeit, Freundlichkeit und dem Blick über den Tellerrand

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder an diesem wunderschönen Ostersonntag.

Ich hoffe ihr und eure Lieben, habt das stürmische Wetter überstanden und eure Ställe sind heil geblieben?! Wenn man nun aus dem Fenster schaut, sehen wir den Frühling in riesen Schritten auf uns zu kommen. Das Gras wächst in zartem grün, die Büsche und Sträucher sprießen und die ersten Blüten unterbrechen das bisher alles beherrschende grau. Und natürlich zwitschern die Vögel endlich wieder und versüßen die Tage.
Die Pferde stehen draußen auf der Weide und eigentlich, ja eigentlich, könnte das ein wirklich wundervoller Ostersonntag sein.
Eigentlich …
Denn uneigentlich habe ich mich schwarz geärgert. Und deswegen gibt es statt meinem geplanten »Fohlen aus der eigenen Stute« -Thema, heute etwas völlig anderes!

Wie jeden Tag rufe ich Facebook auf und freue mich über die vielen unterhaltsamen Diskussionen. Eine war allerdings dabei die mir die Laune dezent verhagelt hat …
Vielleicht weil ich persönlich betroffen bin, vielleicht weil mich die Engstirnigkeit der Menschen manchmal so unvermittelt trifft.
Es ging um ein Posting, bei dem auf eine behinderte junge Frau reagiert wurde, als diese erklärte, dass sie mit den Pferden anderer Leute agieren dürfe.
Dabei mache ich auf keinen Fall der Posterstellerin einen Vorwurf. Diese hat in der Situation -für mich – zwar falsch gehandelt, aber dieses später auch eingesehen. Erschreckt hat mich jedoch die Vielzahl an Aussagen, die in meinen Augen sehr Behinderten feindlich waren.

Eine davon war: »Behinderte wollen doch immer gleich behandelt werden.«

Ich finde hinter dieser Aussage wird sich zu gerne versteckt, wenn man unhöflich oder ohne darüber nachzudenken agieren möchte. Oder aber, wenn man einer Person einfach nicht helfen möchte und sich überhaupt mit ihr befassen.
Mal Butter bei de Fische!
Nein, nicht alle Behinderten Menschen wollen gleich behandelt werden!
Das ist in der Praxis auch überhaupt nicht möglich.
Und als schwerbehinderte Autistin mit dem Asperger Syndrom darf ich das wohl sagen.
Wie will man denn bitte alle behinderten Menschen gleich behandeln?
Dem blinden Menschen einfach ein normales Buch in die Hand drücken?
Den Rollstuhlfahrer vor der Treppe stehen lassen?
Den Asperger Autisten in eine Menschenmenge sperren und sagen: »Stell dich nicht so an, ihr wollt doch alle gleich behandelt werden«?
Oder aber einem Mädchen mit Trisomie 21 einen Anschiss zu verpassen und mit einer Anzeige drohen, weil es seinen Traum, alle Pferde reiten zu dürfen, äußert?

Hier frage ich mich, ob manche über ihre Aussagen überhaupt länger als 3 Sekunden nachdenken. Oder sich, wenn auch nur kurz, mit der Thematik auseinandersetzen.
Gleich behandelt werden wollen bedeutet, dass man nicht ausgegrenzt werden möchte.
Das man nicht wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt wird.
Das man nicht schief angesehen wird, weil man eben anders ist.
Aber es bedeutet keineswegs, dass man nicht doch ab und zu Hilfe, oder eine besondere Fürsorge braucht. Kleinkinder werden auch an die Hand genommen, wenn man sie über die Straße führt. Und für ältere Menschen steht man im Bus auf. Auf jeden Fall diejenigen, die ein Mindestmaß an Erziehung genossen haben.

Höflichkeit, Freundlichkeit, sowie Hilfsbereitschaft sollten selbstverständlich sein. Sind es jedoch leider heutzutage nicht mehr.
Natürlich wird es immer Personen geben, die Hilfe ablehnen. Aber dann hat man sie wenigstens angeboten!
Ebenso sollte es selbstverständlich sein, sich nur über Themen zu äußern, mit denen man sich auch befasst hat. Nicht nur Halbwissen von sich zu geben und sich hinter der vermeintlich gewünschten Gleichstellung zu verstecken.
Das ist traurig und teilweise nur geschmacklos. Zeigt es doch, dass viele nicht in der Lage sind über ihren eigenen Tellerrand zu blicken.

Gerade nach dem Lesen eines solchen Beitrages hoffe ich immer wieder auf mehr Menschlichkeit, mehr Hilfe, mehr Freundlichkeit und mehr Respekt. Und einfach darauf, dass Leute nicht allem mit Ablehnung begegnen, was sie nicht verstehen.
Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt …

Flauschige Grüsse
Celeste

050415

 

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