Von Lavalampen, Hippies und Haschkeksen

Hallo meine Lieben, da bin ich wieder!

Wie einige von euch wissen, bin ich ja schon ein wenig älter, und als Kind der 70er Jahre groß geworden. Ok, nicht wirklich groß, denn 1,59 m ist gerade mal knapp am Schlumpf vorbei geschossen …
Wie auch immer, die 70er Jahre waren bunt und sehr strange, und neben freier Liebe, Hippies und Drogen fanden Gurus auch vermehrt Zulauf.
Mit den Gurus ist das so eine Sache. Jeder Mensch hat einmal Probleme, die gar nicht oder nur schwer lösbar sind. Gurus picken sich dann gerne die labilen und/oder unerfahrenen Menschen heraus, und versprechen ihnen eine Lösung für all ihre Probleme. Man muss nur fest genug daran glauben und natürlich auch alle Anweisungen befolgen. Und wenn es nicht klappt, glaubt man eben nicht fest genug …

In der Reiterwelt hat es in den 90ern angefangen, dass einige Lehrmeister neue Wege gingen. An für sich eine tolle Sache. Neue Wege bedeuten nicht immer etwas Schlechtes. Und ich bin immer offen für Neues. Allerdings müssen neue Wege für mich begründet sein, nachvollziehbar und auch Wirkung zeigen. Wenn solche neuen Lehrmeister ihre Wege aber sektenartig aufbauen. Ihr Publikum für sich einnehmen, und ihnen eine Gehirnwäsche verpassen, dann sage ich auch: Herr wirf Hirn oder Steine, aber triff!

Nun wir haben 2015, und die Gurus gibt es immer noch. Immer wieder verschwinden Alte, und Neue kommen aus ihren Löchern gekrochen. Das Publikum will bedient werden, denn mit Pferden zu arbeiten ist immer noch ein hartes Handwerk. Vor allem für einen selbst. Und bleiben die Erfolge aus, möchte man möglichst leichte und schnelle Lösungen.
Von Versprechen und frommen Sprüchen voller Tierliebe gespickt und gelockt, verfangen sich die jungen Reiter dann wie die Fliegen in den Klebefallen. Denn die Gurus »hust« ähm, Lehrmeister machen es geschickt: Tierliebe, freier Wille, Mitspracherecht, kein Zwang, keine Dominanz. Das sind Schlagwörter, die gerne benutzt werden. Denn schnell macht sich das schlechte Gewissen breit.
Nutzt man sein Pferd zu sehr aus? Stellt man es unter Dauerzwang? Man will ja schließlich einen Partner, einen Freund … Und schon ist man leichte Beute.
Nun für mich kann jeder reiten – oder auch nicht – wie er mag. Vorausgesetzt er schadet seinem Pferd dabei nicht. Ob die Person im Taucheranzug auf dem Pferd sitzt, oder im rosa Tutu neben dem Pferd seinen Namen tanzt, ist mir völlig gleich. Schwierig finde ich es aber wenn diese Meinungen als ultimative Wahrheiten so verbreitet werden das junge Menschen sie sich unbedacht zum Vorbild nehmen.
Von daher bitte ich alle: Nehmt ab und zu die rosa Brille ab! Seht Pferde als das was sie sind – nämlich Pferde. Herdentiere, die in der Herde glücklich sind und deren Bespaßung nicht vom Menschen abhängig sein sollte. Es sind Begleiter, die erzogen werden müssen, und sich auch unangenehmen Situationen stellen müssen, damit wir sie pflegen und gesund erhalten können. Denn es kann nicht sein, dass ich erst bei einem MateTee ausdiskutieren muss, ob Schatzilein eine Spritze will.
Wir lieben und umsorgen unsere Pferde, aber dazu gehören auch Regeln, denen sie sich beugen müssen. Nur so können wir für ihre Sicherheit und Gesundheit sorgen.

Von daher: Schmeißt die Haschkekse und die Lavalampe weg und kommt wieder in die Realität!

Als Ausklang für diesen Beitrag, das passende Lied von Phil Collins.

Alles liebe Celeste

 

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