Urlaub vom Pferd?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt ein wunderschönes Osterfest und genießt dieses zusammen mit eurer Familie wie euren Huf- und Pfotenfreunden. Ebenso hoffe ich, dass euch die Grippewelle nicht erwischt hat, denn in meinem Umfeld hat sie jeden erwischt. Und auch ich blieb nicht verschont …
Doch was macht der Pferdebesitzer bzw. Selbstversorger selbst mit Fieber Kopfweh, Ohren und Halsschmerzen und Schüttelfrost? Richtig, statt im warmen Bettchen zu liegen bewegt man sich zu seinen Pferden. Und dort erledigt man wie gewohnt alle Stallarbeiten, egal ob die Schweißtropfen auf der Stirn von der schweren Arbeit oder den Fieberschüben kommen. Schließlich wollen die Pferde versorgt werden, und Hilfe hat man dabei eher selten.
Außerdem ist einem alles was man nicht selber erledigt eh selten gut genug, also macht man es doch lieber gleich selber.
So zieht man sein Programm gnadenlos durch. Niest und hustet das man eher an einen Seuchenfürst, als an einen Reiter erinnern würde, und schaut dabei aus wie der lebendige Tod.

Wird man angesprochen das man eigentlich eher ins Bett gehört, dann zuckt man mit den Schultern, und redet sich ein das die frische Stallluft doch nur helfen kann, wenn man krank ist. Kommen wir dann Heim wartet die Familie, die ihr Essen will, der Haushalt, der ausschaut wie nach einem Bombeneinschlag, und die Wäsche, die gewaschen werden will. Denn die Familie ignoriert meist ebenso das man krank ist, denn da die Pferde versorgt werden können muss der Rest vom Haushalt ja ein Klacks sein.
Dazu noch der Beruf, Einkäufe und sonstige Verpflichtungen, die uns die letzten Kraftreserven rauben.
Aber wir halten durch, denn wir dürfen weder Familie noch Pferde vernachlässigen. Denn egal ob Mutter, Ehefrau oder Pferdemutti, wir haben niemals frei!
Zumindest erzählt uns das dieses dämliche Engelchen, das seinen Heiligenschein poliert, während es auf unserer Schulter sitzt.

Aber eigentlich würden wir doch lieber im warmen kuscheligen Bettchen liegen neben unserer Katze, die sich bei uns einrollt und warm hält.
Wie gerne würden wir uns zurücklehnen, uns einen Tee und eine Wärmeflasche bringen lassen, und den Haushalt links liegen lassen.
Und während ausnahmsweise einmal wir bekocht würden, wären die Pferde gut und sicher versorgt.
Wäre das nicht ein Traum?

Wohl dem, der sein Pferd in Vollpension stehen hat. Denn auch wenn die Heinzelmännchen selten den Haushalt schmeißen, so weiß man wenigstens sein Pferd sicher versorgt.
Als Selbstversorger sieht die Sache aber anders aus. Da ist man 24 / 7 für die Versorgung zuständig. Und auch wenn man dazu ab und an Hilfe hat, fällt diese meist genau dann aus, wenn man sie am dringendsten braucht.
Also rafft man sich trotz Krankheit oder Überlastung wieder auf, und achtet dabei nicht auf seinen eigenen Körper.
Das tun wir im Übrigen eh viel zu selten:

  • Das Pferd wird mit allen Impfungen versorgt, während der eigene Impfpass schon vor Jahren ungenutzt in einer Schublade verschwunden ist.
  • Bei dem Pferd wird penibel darauf geachtet welches Futter es in welchen Mengen bekommt, bei uns selber achten wir eher weniger auf gutes und gesundes Essen.
  • Das Pferd wird als Sportler trainiert, und zwar zur Gesunderhaltung. Unser Sportprogramm besteht aus Ausmisten und Zäune ziehen. Gesunde Körperhaltung und Gymnastizierung für uns gibt es meist aus Zeitmangel nicht.
  • Bei dem Pferd wird für jeden Pubs der Tierarzt gerufen und gleich behandelt. Wir verschleppen unsere Grippe, schleppen schwere Futtersäcke trotz Rückenschaden und gehen meist erst zum Arzt wenn wir nur noch auf allen 4en krabbeln können.
  • Für das Pferd gibt es eine angepasste Ausrüstung, für uns selber ausgelatschte Schuhe aus dem Discounter und PC-Arbeitsstühle die eine falsche Haltung vorgeben.

Im Endeffekt tragen wir unsere Pferde auf Händen, sorgen dafür, dass es ihnen an nichts fehlt, aber wir vergessen uns selber viel zu oft dabei.
Und das nicht nur wenn wir krank sind, sondern auch zwischendurch, wenn uns anderer Stress gefangen hält.
Hier sollten gerade wir Selbstversorger ab und an mal eine Notbremsung einlegen, eine Pause machen und durchatmen.

Es muss nicht jeden Tag alles perfekt sein!
Wir dürfen auch einmal krank, genervt oder gestresst sein und uns einen Tag Pferdeurlaub nehmen. Das bedeutet nicht, dass man diese wundervollen Tiere weniger liebt, sondern dass wir uns selber die Auszeit nehmen, um gesund und munter zu bleiben. Denn auch wenn wir bei den Pferden wirklich gut entspannen können, so ist ein Tag Freizeit ohne Stalldienst wirklich erholsam für Körper und Geist.

Doch wie lässt sich das bewerkstelligen?

  • Eine gute Möglichkeit sind abwechselnde Stalldienste.
    Steht man in einer Haltergemeinschaft dann kann man sich tageweise abwechseln. So hat jeder mal einen freien Abend, den er anderweitig nutzen kann.
  • Ebenso kann man sich ein Pflegemädel suchen welche das Pferd an manchen Wochentagen bespaßen darf, aber dafür auch die Stallarbeit erledigt.
  • Familienmitglieder kann man auch einspannen wenn man gewisse Sachen wie Futter / Heunetze vorbereitet und diese nur noch gegeben werden müssen.

Alternativ gehen auch Pferdenannys welche gegen Entgelt die Versorgung übernehmen. Der Preis richtet sich da nach der Arbeit bzw. den Versorgungstagen. Und diese sind keine schlechte Alternative. Nicht um sie regelmäßig zu buchen, aber z.B. für ein Wochenende, das man einfach einmal frei nehmen möchte.
Ein Wochenende, an dem man mal wegfahren möchte, oder daheim die Füße hochlegen, eine große Feier ansteht oder ein Umzug usw.
Und das Gute daran ist, dass man den Pferdenanny Dienst bei solchen Gelegenheiten gut testen kann.
Denn klappt die Versorgung problemlos, dann kann man in einem Not- oder Krankheitsfall diesen auch ohne Angst oder Zögern wieder buchen.
Sicher ist das nicht ganz kostengünstig, aber unsere Gesundheit ist unbezahlbar.

Denn nur wenn es uns gut geht, können wir die Versorgung und Gesunderhaltung unserer Pferde gewährleisten.
Von daher Mädels gönnt euch ab und an eine Pause!
Ja, ich weiß man denkt immer »das geht schon noch«, aber irgendwann geht es nicht mehr.
Sorgt schon jetzt für Ausweichmöglichkeiten und Hilfe, die ihr in einem Notfall habt. Und scheut euch auch nicht, diese in Anspruch zu nehmen.
Denn ihr seid keine schlechte Pferdemutti nur, weil ihr euch einmal eine Auszeit nehmt. Ganz im Gegenteil, es zeigt nur, wie wichtig euch eure Pferde sind, indem ihr euch nicht zu sehr verausgabt.
Ich bin froh, dass ich eine wirklich liebe Freundin habe, der ich meine Pferde blind anvertrauen kann. Es gibt Tage, da übernimmt sie den Abenddienst. Da vorab alles vorbereitet wurde, genieße ich die Abende, wenn ich einfach einmal nicht mehr raus muss. Vielleicht ist das nur ein kleiner Urlaub, aber es genügt, damit ich selber auch einmal wieder durchatmen kann.

In diesem Sinne, flauschige Grüße und ein wenig Pferde-Urlaub, wenn ihr in braucht!
Celeste

Urlaub vom Pferd

 

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