Über Geld redet man nicht, oder doch?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr seid gut durch das Frühlingswetter gekommen und genießt die wundervolle Blütenpracht an den Bäumen? Und ich hoffe auch, dass ihr wie ich, von den heutigen, regionalen Schneeschauern verschont geblieben seid.
Da meine Pferdebande beschlossen hat, das es nun Zeit ist draußen zu nächtigen, schleppe ich mal wieder ihr Heu säckeweise auf die Weide. Davon abgesehen, dass dies mit Heuschnupfen ein wenig an Masochismus erinnert, so leiste ich diesen Dienst für meine Pferde gerne. Jedes Mal wenn ich dies jedoch im Laufe der Woche getan habe und die Netze an den Bäumen befestigte, muss ich an den letzten Heunetz-Testbeitrag denken.
Viele Leser haben sich über diesen Beitrag gefreut. Ich bekam viele Zuschriften von Lesern, die ebenso diese Netze erfolgreich benutzen. Allerdings schrieben auch einige, dass sie sich nicht trauen dies im Netz öffentlich zuzugeben. Denn wenn man nicht die teuersten Netze, oder die teuersten Paddockplatten oder Heuraufen benutzt, dann wird man von der Chatgemeinde nicht selten an den Pranger gestellt.
Nun ich gestehe, auch ich habe einen solchen Feldzug letzte Woche ja Live erlebt und war sichtlich erschrocken. Dennoch wird mich das natürlich nicht von weiteren Produkttests abhalten. Und bei meinen Produkttests wähle ich grundsätzlich günstige Produkte aus.
Warum?

Eigentlich ganz einfach: Wie in jedem Bereich von Pferdeprodukten, z.B. – Paddockplatten, Heunetze, Schabracken oder Heuraufen – gibt es die »IN«-Marke Nummer eins: Diese, meist in der oberen Preisklasse angesiedelte Produkte, die eine große Fanbase haben und entsprechend gehypt werden. Und da jeder diese Artikel aus den verschiedenen Gruppen und Foren kennt, weiß auch jeder um die Haltbarkeit, oder wie gut diese in der täglichen Nutzung sind. Dies möchte ich den Produkten wie Anbietern auch keineswegs absprechen, oder sie gar schlecht machen.
Diese »IN«-Produkte, die jeder kennt, bewerben sich durch die Mundpropaganda also fast von alleine, obwohl ihre Preise meist deutlich höher sind.
Mir liegt jedoch am Herzen, die günstigen Produktvarianten auf Herz und Nieren zu testen. Denn auch diese haben eine gleichwertige Chance verdient, bleiben bei vielen Produkttests jedoch außen vor.
Sicher wird nicht jeder Test positiv verlaufen. Im Gegenteil es gilt ja, die Schwachstellen aufzudecken. Aber es geht ebenso darum auch unter den günstigen Produkten jene zu finden, die mit den teuren Produkten durchaus mithalten können und ihnen eine Plattform zu geben. Denn es gibt durchaus günstige Produkte, die eben nicht über einen einzigartigen Ruf oder eine große Fanbase verfügen, aber den Großen in Gebrauch und Haltbarkeit nicht nachstehen. Deswegen steht zum Beispiel für dieses Jahr auch ein Paddockplatten Test an, und nein, es wird nicht die »IN«-Marke Nummer eins werden. Dieser Test wird von Anfang an, Schritt für Schritt, dokumentiert werden, damit meine Leser nicht nur den Aufbau, sondern auch den Gebrauch mit erleben können. Mit allen Vor- wie Nachteilen, die ich erleben werde.
Und das ist auch gut so. Denn alles was ich teste, ist mein »Lehrgeld«, das ich zahle. Meine Leser profitieren nur von den Ergebnissen – egal wie sie ausfallen.
Ebenso stehen weitere Bastelanleitungen auf dem Plan.
Nicht weil ich den Vorzug von fertigem Stallzubehör nicht sehe, sondern weil etwas selbst gebautes, viele Vorteile hat. Zum einen ist es oft kostengünstiger, denn auch wenn man nicht über Geld redet, so darf man das doch einmal offen zugeben. Schließlich kostet ein Zaun, den eine Firma setzt, oft ein Vielfaches, gegenüber dem Selbstgebauten. Ähnlich verhält es sich mit Raufen, Tränkebecken oder Bremsenfallen oder ähnlichen Stallzubehör. Hier darf man gerne zugeben, dass man auch einmal ein paar Euro durch Eigenleistung sparen kann.
Zum Anderen kann man aber individuell bauen, auf die einzelnen Bedürfnisse seiner Herde abgestimmt. Und das ist oft noch viel wichtiger. Sei es den Stall selber, aber auch Raufen und andere Futterstationen, entstehen individuelle mit Blick auf die vorhandene Herde.
Zudem haben meine Anleitungen oft viel Anklang gefunden, nicht nur um Geld zu sparen, sondern auch weil es oft einfach Spaß macht selbst Hand anzulegen. Es macht Spaß für seine Pferde zu basteln und zu schrauben. Wenn man selbst eine individuelle Lösung für ein Futterproblem finden kann. Oder wenn man seine Zäune selber zieht, statt dem Ehemann und der Verwandtschaft zwecks Hilfe nach zu laufen. Steht man später an Stall oder Weide und betrachtet sein selbst erbautes Projekt, dann darf man mit Recht stolz sein.
Bei meinen Büchern ist es ähnlich, auch da wurde ich schon gefragt, warum ich sie so günstig anbiete. Und ich sage dann immer: Damit niemand überlegen muss, ob er es sich eins leisten kann. Natürlich kann ich sie nicht verschenken, schließlich muss ich auch meine Kosten decken.  Aber dadurch, dass ich sie so günstig anbiete, bin ich sicher das auch junge Mädchen diese vom Taschengeld kaufen können, um sich umfassend zu informieren.

Es ist eben oft so, dass man über Geld nicht spricht, und über Sparen im Pferdebereich schon 3x nicht! Ich möchte es hier aber einmal klar sagen: Niemand ist ein schlechter Pferdebesitzer, nur weil er ein günstiges Produkt kauft. Ebenso ist man kein schlechter Pferdebesitzer, nur weil man sein Zubehör zum Teil selber baut.
Sparsamkeit ist keine Schande und nicht gleichbedeutend das man sich sein Pferd nicht leisten kann. Viele von uns versorgen ihre alten und kranken Pferde. Wir umsorgen sie so das es ihnen an nichts fehlt. Oft kommen exorbitante Tierarzt- oder Futterkosten dazu, wenn ein Pferd alt oder krank ist.
Da ist es doch sinnvoller sein Geld dahingehend zu investieren, als in einen »IN«-Artikel, wenn es ein günstiges Produkt gibt, das seinen Zweck ebenso gut erfüllt. Ebenso muss man überlegen, wie viel Geld man seinem Hobby eh schon opfert. Oft macht die ganze Familie Abstriche wenn das geliebte Pferd mal wieder krank wird. Oder ein Besuch im Freizeitpark fällt aus. Oder Ein Abendessen mit Freund oder Mann, weil dem geliebten Pferd unverhofft ein Pubs quer sitzt. Und wenn das Pferd dann Tierarztkosten verursacht die über dem normalen Budget sind, dann ist man heimlich doch froh, wenn man eine gute Alternative für ein Produkt findet, welches ebenso gute Dienste leistet. Niemand sollte sich deswegen schämen müssen oder gar angeprangert werden!
Solange die Pferde gut versorgt werden, ist es völlig egal, ob Pferde- oder Stallzubehör von einer »IN«-Marke sind, oder von einer günstigen Variante, die ebenso ihren Dienst leistet.
Und deswegen teste ich, soweit es meine Möglichkeiten zu lassen: für euch und eure Lieblinge.
Sollte dies einer etwas hochwertigen Firma aufstoßen, können diese gerne für einen Produkttest ihrer Ware anfragen. Dennoch habe ich nicht vor, mich zu verbiegen und werde auch weiterhin vorwiegend die günstigen Produkte testen.
Und sollte dies jemanden aufstoßen, kann er mir ganz flauschig den Buckel runter rutschen. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

geiz ist geil

 

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