Tagebuch einer Paddockbefestigung – Teil III

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Wie in den letzten beiden Teilen beschrieben, arbeite ich immer noch an der Paddockbefestigung für meine Liebies.
Letzte Woche war ich ja wirklich fleißig und hatte es sogar geschafft die Ridcon  Paddockplatten zu verlegen. Ich, die früher ein Paddockplatten Zweifler war, habe mich regelrecht in diese Platten verliebt, da bin ich ehrlich. Und da die Platten schon verlegt, aber noch nicht mit Sand verfüllt waren, wollte ich diese bis zur Sandlieferung gegen Diebstahl schützen. Denn man kennt das ja: Da gehen Sonntagsspaziergänger vorbei, sehen die Platten und kommen später mit dem Auto wieder. Dann laden sie ein paar m² ein, schließlich kann man damit auch Wege oder Parkplätze befestigen. Nicht das aus mir die Vorsicht spricht, nein, es ist eher die Erfahrung. Was wurde bei mir am Offenstall schon alles geklaut: Mistgabeln, Schubkarren, Pinsel, Heckenschere, sogar angebrochene Zaunlasur. Es gibt nichts was manche Menschen nicht brauchen können. Nun, die Platten anbinden, festtackern oder mich den ganzen Tag als Wachhund dazu setzen, konnte ich nicht. Also dachte ich, ich kennzeichne die Platten mit Sprühfarbe. Nach einer kurzen Beratung im Baumarkt verließen wir diesen mit einer Signalsprühfarbe in – na wer ahnt es – Pink!
Leider erwischten wir eine Sprühdose mit einem defekten Sprühkopf, was nicht nur pinkfarbene Platten, sondern ebenso pinkfarbene Schuhe und Finger nach sich zog. Aber egal, Hauptsache die Platten waren abschreckend markiert und bis zur Sandlieferung sicher.

Dieser kam dann auch 2 Tage später, wie immer von meinem reizenden Heubauer gebracht. Da er etwas zu spät kam, vertrieb ich mir die Zeit damit übrig gebliebene ›Reste‹ zu verbauen. So war da der Weg zu einem Heuständer, den ich von Gras befreite, dann das restliche Vlies auslegte und den übrig gebliebenen Splitt darauf verteilte. Vor der Raufe legte ich dann die restlichen 9 Paddockplatten aus. Platten wie auch Weg wollte ich dann später mit Sand auffüllen, wenn auch der normale Paddockbereich verfüllt würde. Wie sich diese Resteverwertung dann gegenüber der Vlies/Unterbau/Platten/Sand-Kombination schlagen wird, werde ich diesen Winter erwartungsvoll testen.

Aber dann kam endlich mein ersehnter Sand. Obwohl ich vorher darum bat das der Anhänger nicht direkt auf die unverfüllten Platten fährt, hat er sie mit den hinteren Rädern doch erwischt. Wurde ich  wild rufender und hüpfender Gnom doch glatt übersehen. Na ja, bei meiner Größe kann das durchaus passieren. Doch trotz aller Befürchtungen haben die Platten auch den Anhänger mit 10 Tonnen Sand problemlos ausgehalten. Keine einzige Platte war gebrochen, keine Verbindungsnase zerstört. Nein, sie sahen aus, als wäre der Anhänger nur darüber geschwebt. Ich war dann wirklich unheimlich erleichtert, hatte ich das in diversen Gruppen auf Bildern nicht so glimpflich ausgehen sehen.
Also wurde der Sand abgekippt und mein Heubauer musste los zu seinem nächsten Termin. So stand ich da mit 10 Tonnen Sand, einem Rechen, einer Schaufel, einer Schubkarre und gutem Willen. Eigentlich musste auch ich zu meinem nächsten Termin, aber ich war fasziniert, wie schön der Sand in die Raster der Paddockplatten rieselte, wenn man ihn mit dem Rechen darüber zog. Irgendwie war es gut das ich trödelte, denn auf einmal kam mein Heubauer in einem Affenzahn zurück, machte eine Vollbremsung und sprang vom Trecker. Auf der Heimfahrt ist ihm ein alter Mann begegnet, dem es nicht gut ging. Er war wohl unterzuckert und bat darum Heim gefahren zu werden. Da ihn mein Heubauer aber nicht auf den Trecker heben konnte, bat er mich um Hilfe. Also flugs mein mit gefüllten Heunetzen und Kanistern bestücktes Auto geräumt, schmutzig wie ein Ferkel rein gehüpft und losgefahren. Als ich an der besagten Stelle ankam legte ich erst einmal eine Vollbremsung hin, so groß war der Schreck. Der alte Herr lag schon am Straßenrand, völlig entkräftet und dezent verwirrt, aber ansprechbar. Einen Krankenwagen lehnte er jedoch vehement ab. Da ich ihn ins Auto setzen durfte, brachte ich ihn dann zu der beschriebenen Adresse. Mit dem Auto nur 5 Minuten, zu Fuß, wäre es bei brütender Hitze, eine dreiviertel Stunde gewesen. Außerdem versicherte er mir, dass sich seine Frau dort um ihn kümmern würde. Dort angekommen, stellte sich aber heraus das er nicht nur keinen Schlüssel bei sich hatte, nein, es war auch niemand daheim. Wieder rutschte mir das Herz in die Hose und ich setzte ihn erst einmal auf einem Stuhl im Garten ab. Da sich kein Ersatzschlüssel finden ließ und auch die Terrassentür verschlossen war, klingelte ich einfach Sturm bei der Nachbarin. Diese war nicht unbedingt begeistert über meinen Überfall, zeigte sich aber nach deutlichen Worten ´meinerseits dann doch sehr bemüht. Leider besaß sie keine Telefonnummer von der Ehefrau des alten Herren und wusste auch nicht, wo sie war. Auf meine Bitte nach Essen und Trinken für ihn wegen der Hitze und der Unterzuckerung, wollte sie ihn mit zu sich rüber nehmen. Dies scheiterte aber dann trotz guten Willen an der Treppe zu ihrem Haus. Als ich dann schon fast wieder einen Krankenwagen rufen wollte, kam dann plötzlich die Ehefrau und Tochter angefahren, sie hatten ihn wohl gesucht. Wie sich herausstellte, ist der Herr zwar dement, aber gerne mal auf Tour. Wie er es bis hoch in die Ecke zu meinem Stall geschafft hatte, konnte sich niemand erklären. Trotzdem war ich  froh, dass ich helfen konnte und der alte Mann wieder sicher und behütet bei seiner Frau und Tochter war.
War das Trödeln beim Befüllen der Paddockplatten doch zu etwas nutze, denn sonst wäre ich schon weg und für meinen Heubauern nicht erreichbar gewesen.

Die nächsten beiden Tage verbrachte ich jeden Morgen mit Sandschaufeln. Schubkarre füllen, überall Sand Häufchen machen und mit dem Rechen verteilen. Ja, es war schwere Arbeit bei der Hitze, aber der Sand schaufelte sich besser als Splitt und Kies. Und auch wenn ich dachte das der Berg nie schrumpft, er wurde immer kleiner und kleiner, bis schließlich Alles verteilt war.
Einmal bekam ich sogar stundenweise Hilfe von einem Spaziergänger, der immer mit seinem Hund an meinem Stall Rast macht. War er anfangs sehr skeptisch, als ich ihm von meinen Umbauplänen erzählt hatte, war er nun Feuer und Flamme. So half er einige Schubkarren Sand zu verteilen, und freute sich darüber wie gut alles umgesetzt wurde.
Tja, da der Sandstrand nun fertig war, blieb nur noch die Paddockzäune wieder in Ordnung zu bringen, Isolatoren zu verteilen, wie Prinz Karneval seine Bon Bons, und Kilometerweise neue Litzen zu ziehen. Auch hier bekam ich wieder von dem Spaziergänger Hilfe, ebenso von meiner Freundin, was den Zaun umso schneller fertig werden ließ.
Dazu habe ich gleich einmal 2 neue »Bitte nicht füttern«-Schilder bestellt, welche ich morgen anbringen werde.
Wenn dann noch die Raufen befestigt sind, welche ja nun auf den Paddock gewandert sind und noch 2 neue Törchen gebaut wurden, ja dann, bin ich fertig. Zumindest, bis mir wieder ein neues Projekt einfällt, lange kann das ja nicht dauern. 😉

Mit allen Bildern zusammen werde ich dann nächste Woche noch eine Verlegeanleitung erstellen, die sich dann Schritt für Schritt wie bei der Heuraufe oder der Bremenfalle nachbauen lässt. Natürlich gespickt mit nützlichen Links und Kostenaufstellungen.
Denn ich bekomme für diese Anleitungen immer wieder Zuspruch von Frauen, die sich dann endlich auch alleine an den Nachbau trauen. Und genau deswegen mache ich das für euch, denn wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch. Lasst euch niemals einreden das ihr das nicht könnt nur weil ihr eine Frau seid. Alt oder jung, klein oder schwach, es ist scheißegal: Euer Wille und euer Wunsch nach Veränderung für eure Pferde zählt, denn die Liebe zu diesen Tieren wird euch den Antrieb geben. Und meine Anleitungen, die helfen euch dabei.

Aber ich möchte mich auch noch einmal ausdrücklich bedanken:

  • Bei der Firma Ridcon als Sponsoring Partner.
  • Meine Verlegerin Julia, die immer an meine Projekte glaubt.
  • Meinem Mann, der oft auf mich verzichten musste und mich trotzdem unterstützt.
  • Meinen Helfern Peter, Petra und Achim die immer wieder ausgeholfen haben und sei es nur um ein Brett zu halten.
  • Und alle meine Leser, für die ich das hier mache und mir immer so reges Feedback geben.

Bilder zu diesem Projekt findet ihr bei Facebook im Fotoalbum. 

Flauschige und geschaffte Grüße
Celeste

ridcon Paddockplatten

 

Ein Gedanke zu „Tagebuch einer Paddockbefestigung – Teil III

  1. Deine Beschreibung liest sich abenteuerlich. Einfach klasse. Und mein Motto lautet immer: Man muss nur wollen, was man will. Klappte schon immer.
    Einfach weiter so. Super!!!

     

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