Tag-Archiv | Pony

Noch ein Pferd?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der letzten Woche? Für mich waren die letzten Wochen allgemein sehr turbulent, viele die meine Seite kennen, konnten dies mehr oder minder mitverfolgen. So war da der plötzliche Tod von Herrn Pony und meine Trauer, welche für viele unverständlich war. Dazu kam die Trauer der Pferde, die sehr intensiv war, bis hin zum Einzug von Thor und Loki und deren Eingliederung in die Herde.
Natürlich ist deren Einzug auch meinem Umfeld nicht verborgen geblieben, schließlich habe ich nicht nur auf Facebook Bilder gepostet. Nein, auch viele der Stammbesucher, Fußgänger und Hundeausführer haben die Jungs schon live und in Farbe gesehen. Und sobald das erste ›Oh wie süß‹ -Jauchzen vorbei war, kamen schon die Fragen.

  • Warum denn eigentlich noch ein Pony? Es sind doch noch drei Pferde da?
  • Warum eigentlich Ponys?
  • Und warum gleich zwei? Eins hätte doch gereicht, um das alte Pony zu ersetzen?

Das sind Momente, in denen ich unterbrechen muss, erst recht bei dem letzten Spruch. Denn die Jungs sind definitiv kein Ersatz für Herrn Pony, denn dieser ist wie jedes Lebewesen unersetzlich. Also versuche ich zu erklären:

  • Das Pferde trauern können und meine Damen dies definitiv getan haben.

Ehrlich gesagt war es sehr schmerzlich anzusehen, wie sehr meine Damen gelitten haben. Pferde, die immer freudig waren, schmusig und liebevoll, standen mit hängenden Köpfen und still herum. Zuneigung um die früher gebuhlt wurde war nun lästig, sie wollten definitiv ihre Ruhe. Sie reagierten abweisend auf alle Menschen, und es schmerzte, das nicht einmal Leckereien sie aufmuntern konnten.

  • Das ich ihnen keinen Ersatz, sondern Ablenkung bieten wollte, etwas das sie aus dem tiefen Loch heraus holt.

Natürlich hätte ich sie mit Arbeit beschäftigen und ihnen meine Gesellschaft aufzwingen können, aber wozu? Ich meine, wenn man selber trauert, beschäftigen einen zwar die Anforderungen im Job oder powert einen körperlich aus, aber die traurigen Gedanken vertreibt es nicht. Daher der Gedanke an ein neues Pony bzw. zwei. Denn dann sind sie dauerhaft beschäftigt, mit kennenlernen, eine neue Rangordnung festlegen, und der Überlegung ob man eine Nanny oder eine böse Fräulein Rottenmeier sein möchte.

  • Das ich bewusst wieder Minis gewählt habe. Dies tat ich nicht nur weil sie mir Freude bringen, sondern da mir auch bewusst ist, dass ich diese noch in 35 Jahren versorgen kann.

Natürlich hört sich das sehr berechnend an, aber ich werd auch nicht jünger, zudem bin ich Selbstversorger. Und neben meiner grossen Vorliebe für Minishettys habe ich eben eingeplant das diese Ponys noch locker 30 Jahre und mehr an meiner Seite sein werden. Und ich möchte mich im Alter nicht zurücklehnen und sabbernd auf der Parkbank sitzen, sondern mich immer noch mit Pferden beschäftigen. Die Zwerge werden dies möglich machen, auch wenn die körperlichen Zipperlein im Alter dabei sind

  • Das es natürlich zwei sind, weil kleine Kinder eben mit Gleichaltrigen spielen sollen, und müssen …

Eine Sache welche die wenigsten verstehen können, aber ich möchte einem Jungpferd eben das bestmögliche bieten. Auch wenn Frau Panzer sicher ein toller Spielgefährte ist und auch die Hengstspiele ausführlich beherscht, zwei Jungs spielen zusammen eben doch ganz anders. Zudem, wer die Jungs beim Züchter gesehen hätte, wüsste das es ein absolutes Verbrechen gewesen wäre, die beiden zu trennen. Ich bin sehr dankbar das ich den Zwergen ermöglichen kann zusammenzubleiben, umgeben von Damen, welche sie sehr zu schätzen wissen.

Nun nach solchen Erklärungen sind die meisten Besucher still und ziehen schweigend von dannen. Und doch weiss ich das ihre Gedanken weiter um mich und die Pferdeherde kreisen. Viele werden mich wohl für verrückt halten. Vielleicht bin ich in ihren Augen auf der gleichen Stufe wie die verrückte Katzenlady?
Zumindest werden sie mich belächeln wegen meiner Pferdeliebe, allein schon wegen der Kosten und der Arbeit die ich auf mich nehme.

Aber ist es denn so schwer zu verstehen das man:

  • Sich mit Dingen umgibt die man liebt?
  • Die einem Freude schenken?
  • Bei denen sogar die Arbeit erholsam ist?
  • Die einem in den schlimmsten Stunden Trost spenden?
  • Für die man sich gerne aufopfert, damit es ihnen gutgeht?

Natürlich habe ich eine Familie, und diese ist wirklich wundervoll. Und die Liebe zu meinen Pferden, wie auch meinen anderen Haustieren schmälert die Liebe zu meiner Familie nicht. Ich flüchte also nicht zu meinen Pferden, aufgrund verborgener Mutterinstinkte oder fehlender Familienliebe, sondern sie gehören einfach zu meiner großen Familie dazu.
Und ich kann kaum in Worte fassen, wie dankbar ich meiner Familie bin, gerade weil sie mir so viel ermöglichen und mich immer unterstützen. Egal wie verrückt meine Träume oder Ideen manchmal wirken.
Eine Familie, die meine Tränen und Albträume nicht mehr sehen wollte, sondern mich lieber ermutigte und unterstützte, zu diesem Schritt, die Jungs zu den Liebies zu holen.
Denn nur deren Meinung und Unterstützung ist mir wirklich wichtig, denn sie und meine nun wieder glücklichen Pferdedamen zeigen mir wie richtig dieser Schritt war.

Also schiebe ich meine Gedanken an die Fragen von Fremden beiseite.

So werde ich wohl demnächst, wenn wieder einer fragt ›Warum denn noch ein Pony‹ wohl einfach antworten: Weil ich es kann!
Denn ich frage auch niemanden, warum er noch ein Kind bekommt – oder zwei oder drei, ein weiteres Auto kauft, obwohl schon 3 in der Garage stehen, die x-te Designerhandtasche oder die 12545. Tupperschüssel.

Jeder soll sich – soweit es die eigene Kraft, die finanziellen Mittel und der vernünftige Menschenverstand zulassen – mit den Sachen, Menschen, oder Lebewesen umgeben, die ihn glücklich machen. Denn nicht immer werden uns schöne Dinge im Leben erwarten, und auf die wenigsten haben wir wirklich Einfluss. So umgebe ich mich mit einer wundervollen Familie, liebreizenden Haustieren und einer kleinen Herde voller herzerwärmender Pferde.
Ich wünsche euch das Gleiche mit all den Dingen und Lebewesen, die euch glücklich machen.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Kuriositäten bei der Pferdesuche

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der Zwischenzeit? Nachdem ich den Tod von Herrn Pony erst einmal verdauen muss, und letztes Wochenende meine Oompa Loompa Julia zu Besuch war, haben wir gemeinsam beschlossen, dass doch wieder ein Pony, oder auch zwei, zu meiner Bande dazu sollen. Zwar ist noch nichts spruchreif, so haben wir trotzdem die eine oder andere Verkaufsanzeige gelesen.

Eigentlich sind wir in der Auswahl recht frei, denn außer das es ein Pony sein soll steht bis jetzt nichts fest. Das ist auch eigentlich das Gute daran, weil das Angebot ist wirklich groß und vielfältig. Und ohne mich selber loben zu wollen, es käme ja auch in gute Hände: Meine Herde ist ponyerfahren, ich jungpferdeerfahren, Platz ist mehr als genug da und sie alle leben im Offenstall. Züchten möchte ich nicht mehr, sondern einem Pony eine Familie bieten.
Letztendlich ist es egal, ob es ein Wallach, eine Stute, ein Jungpferd oder zwei Fohlen wären. Die Möglichkeiten sind in alle Richtungen flexibel, aber die Auswahl ebenso.

Heidernei was sieht man da nicht alles …

  • Shettys / Minis, ohne Papiere für vierstellige Preise.
    (Da fragt man sich, ob der Preis Wunschdenken ist, oder die Besitzer etwas geraucht haben.)
  • Ponymixe, mit mehr als fragwürdigen Elternkonstellationen, die angepriesen werden wie ein Wundermittel aus dem teleshopping Kanal.
    (Wenn so etwas kein Unfall ist sondern gewollt, dann bin ich mir ganz sicher, das etwas geraucht wurde.)
  • Shettys / Minis, die mit Rehe oder Ekzem zu ›Normalpreisen‹ angeboten werden.
    (Frei dem Motto irgendein Dummer wird sich finden.)
  • Shettys, denen der Schlachter droht, wenn sie nicht für 800 € ausgelöst werden.
    (Klar soviel zahlen ja auch die Schlachter, wer‘s glaubt …)
  • Shettys / Minis, mit Fehlstellungen an Zähnen oder Beinen
    (Egal ob da noch Spätfolgen kommen oder nicht, Hauptsache weg damit und das möglichst gewinnbringend bitte.)
  • Shettys, die günstiger ohne Papier verkauft werden sollen.
    (Da möchte man nicht wissen, was mit den Papieren geschieht)
  • Und nicht zu vergessen: die ganzen Hengstfohlen
    Diese werden ab 250 € prämiert mit Papieren, was absolut Okay ist, bis zu überteuerten 1000 € angeboten. Und das am besten noch in Fuchsfarbe …
    Frei dem Motto: Jetzt wird alles angeboten, und fast alles als Sonderfarbe deklariert, in der Hoffnung das sich ein ahnungsloser Schlumpf findet.Nicht dass ich nicht wüsste, was ein Fohlen in der Aufzucht kostet und wert ist, aber man muss doch auch einmal realistisch sein.

Wenn die Hengstfohlen nicht gerade die zukünftigen Köranwärter sind, dann wird ein Züchter diese kaum behalten. Denn er besitzt im Normalfall ja den Vater, und somit den Grundvererber der Blutlinie.
Mit dem Sohn macht Zucht und Aufzucht entsprechend keinen Sinn. Die Stutfohlen können erwachsen ja noch von Pachthengsten belegt werden. Aber sieht man nicht den zukünftigen Champion in dem kleinen Zwerg dann wird man diesen kaum behalten. So sind mehrere Hengstfohlen jeden Sommer schlichtweg Ausschussware in der Zucht, so hart es auch klingt. Da helfen auch keine Kulleraugen und noch so flauschiges Fell.
Und neigt sich der Sommer dem Ende und der Herbst kommt, dann werden die Zwerge abgesetzt und müssen aufgestallt werden. Dann wird der Platz rar und die bis dato  prämierten wundervollen Hengstfohlen, wie auch nicht verkaufte Stutfohlen, zu mehr als günstigen Angebotspreisen verkauft. Man könnte auch sagen verschleudert.
Denn es ist ja nicht nur das diese Fohlen sonst über den Winter mit gefüttert werden. Ebenso kommen Kosten für Impfungen und Schmied, Wurmkuren und Versicherung dazu. Und wenn man Pech hat mitunter ungeplante Tierarztkosten. Daher kann man  überlegen, was günstiger ist: Die Absetzer über den Winter durchfüttern, oder gegebenenfalls vorher sehr günstig verkaufen.
Ob das fair ist oder nicht ist für den Käufer, und in dem Fall auch ehrlicherweise für mich, irrelevant.
Denn mit Zucht verdient man kaum noch etwas, und bevor man weitere Unkosten auf sich nimmt, ist ein günstiger Verkauf in gute Hände einfach sinniger. Frei dem Motto: Verdient wird an den ›Kracher‹-Fohlen in Sonderfarbe, aber alles andere ist Ausschuss, der wenigstens die Aufzuchtkosten abdecken sollte. Das hört sich zwar gruselig an, ist aber wenn man ehrlich ist realistisch.

So lehne ich mich also zurück und warte entspannt welche/s Pony/s mich finden wird. Eilig habe ich es nicht mit der Pferdesuche, und ich kann auch den Herbst geduldig abwarten. Mag ich auch nicht die ›Eierlegende Wollmilchsau‹ suchen, veralbern lasse ich mich beim Preis nun wirklich nicht.
Ich warte einfach ab, schmunzel über die Anzeigen mit den horrenden Preisen, die sich stetig wiederholen und hoffe das auch diese Ponys ein schönes und liebevolles Zuhause finden.
Was mich finden wird und letztendlich in die Familie eingeladen wird, wer weiß, ihr werdet es natürlich erfahren. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

 

Austauschware Pferd

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Na, ist es bei euch auch so lausig kalt? Der Winter hat sich die letzten Tage in einigen Gebieten nun doch noch sehr deutlich gezeigt. Auch wenn bei uns noch kein Schnee liegt, so bringt der Wind eine eisige Kälte mit sich.
Während die Pferde das kalte Wetter genießen und dies mit Freudenhüpfern auf Weiden und Paddocks zum Ausdruck bringen, bin ich nun doch froh wieder Daheim zu sein. Und während ich mich bei einem heißen Kakao aufwärme, wohl wissend das es gleich wieder zu den Pferden geht, zappe ich ein wenig durch das Internet.

Während ich meine Bücher  bewerbe – schließlich sind sie ein tolles Weihnachtsgeschenk – stolpere ich immer wieder über Pferdeverkaufsanzeigen.
Daran ist nichts Verwerfliches, denn es müssen ja Pferde verkauft werden, damit wir überhaupt zu unseren eigenen Pferden kommen können. Schließlich haben die wenigsten von uns das Glück, ein Pferd geschenkt zu bekommen. So finden viele Pferde über Freunde und Verwandte neue Besitzer. Oft hat man auch das Glück sein neues Pferd als Reitbeteiligung vorab kennen lernen zu dürfen. Aber meist werden Pferde eben über Verkaufsanzeigen beworben.
Ich mag Verkaufsanzeigen. Oft sind sie mit schönen Bildern bestückt, manchmal auch Videos. Die Abstammung ist meist angegeben, und ich freue mich nicht selten, Verwandte meiner Pferde zu sehen.

Gruselig finde ich jedoch Anzeigen wie:

  • Tausche Pony gegen Sattel
  • Tausche Pferd gegen Kutsche
  • Tausche Pferd gegen Anhänger
  • Tausche Pferd gegen Pony
    Usw. …

Da denke ich mir dann auch , welche Beziehung mögen diese Besitzer wohl zu ihren Pferden haben? Sehen sie einen Freund, ein vertrautes Lebewesen oder ein Familienmitglied in ihm?
Wohl kaum bei einer solchen Anzeige …

Es wird immer Situationen geben, in denen man ein Pferd verkaufen wird.
Sei es, dass …

  • man Pferde zum Verkauf züchtet.
  • man mit Pferden handelt und so seinen Lebensunterhalt verdient.
  • man mit dem bisherigen Pferd einfach nicht zurecht kommt.
  • man sich den Unterhalt des Pferdes nicht mehr leisten kann.
  • man zeitlich dem Pferd nicht mehr gerecht werden kann.

Es spricht nichts dagegen, wenn man seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Pferden verdient. Das schließt dennoch nicht aus, dass man sorgsam ein anständiges neues Zuhause für die Pferde finden kann.
Ebenso kann jeder in eine Notlage geraten. Man kann seinen Job verlieren, krank werden, ein Familienmitglied pflegebedürftig oder Ähnliches. Auch dann spricht nichts gegen den Verkauf des Pferdes, solange dieses mit Sinn, Herz und Verstand passiert.
Hat man ein Pferd, dem man nicht gewachsen ist, erwarte ich aber das man alle Mittel an sich selbst zu arbeiten ausgeschöpft hat. Dazu gehören übrigens auch Trainer, die vielleicht kostspielig sind. Aber diese Chance sollte man dem Pferd und vor allem sich selber schon geben.

Was ich aber nicht mag, sind Personen die Pferde einfach abschieben, weil:

  • das Pferd nicht den Erwartungen entspricht.
  • zu klein/groß ist.
  • nicht das erwartete Traumfohlen wurde.
  • nicht die Turniererfolge bringt, die man sich erträumt hatte.

Pferde sind kleine keine Plüschtiere. Wir sollten sie sorgsam aussuchen und zu einem Familienmitglied machen. Sie auszutauschen, nur weil sie nicht unseren Erwartungen entsprechen, empfinde ich als Fehler. Denn dann haben wir uns unseren neuen Freund nicht sorgsam ausgesucht. Wir haben zu viele Wünsche und Hoffnungen in ein Pferd hinein interpretiert, die es einfach nicht erfüllen konnte. Und da der Fehler dann an einem selber liegt, sollte man auch die Beziehung zu seinem Pferd neu überdenken, und einen Neustart wagen. Denn wenn die eigenen Wünsche nicht mehr ganz so hoch gesteckt sind kann sich auf einmal eine wundervolle, völlig unerwartete neue, innige Beziehung auftun.

Und was die lieben Tauschfreunde angeht: Bitte, lasst diesen Unsinn!
Ein Pferd ist kein Auto oder Fahrrad. Es ist ein Lebewesen, das Respekt und Liebe und Fürsorge verdient hat. Das tauscht man nicht an den nächsten Besten, nur weil er gerade den passenden Tauschsattel oder eine Kutsche hat, nach der es uns verlangt.
Wenn man ein Pferd verkaufen will wird zuerst ein neuer passender Besitzer gesucht. Danach kann man sich von dem Verkaufspreis seine weiteren Wünsche erfüllen.

Und bedenkt, zu 99% liegen die Fehler in eurer Beziehung beim Menschen. Das Pferd reagiert nur auf den Besitzer, die Haltung und seine Ausbildung. Und ein gutes Pferd ist schnell verkauft, weil man auf ein besseres Pferd hofft. Aber wenn sich bei dem neuen Pferd dann eure alten Fehler einschleichen, werdet ihr eure Traumziele nie erreichen.
Lernt dazu, überdenkt eure Beziehung, seid selbstkritisch.
Oft ist ein Verkauf nicht wirklich nötig, wenn man die Arschbacken zusammenkneift und sich zusammenrauft. Und falls es doch einmal nötig sein sollte, gebt euer bestes, damit euer Pferd den Besitzer bekommt, den es verdient.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Kleines Pony, große Wirkung

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
So langsam wird das Wetter ungemütlich, mal ist es saukalt und frostig, dann scheint wieder die Sonne und die Mücken tanzen. Und plötzlich regnet es wieder wie aus Eimern.
Die Pferde quittieren den stetigen Wetterwechsel, indem sie eine Schlammpackung auf dem flauschigen Fell tragen. Und einem dazu frech ins Gesicht grinsen.
Hat man sie endlich von der Schlammpackung befreit und steht selbst in staubbedeckter Kleidung vor den Pferden, dauert es nur einen Kaninchenpubs, bis das Pferd auf der Weide wieder umfällt und paniertes Schnitzel spielt.

Herr Pony ist auch so ein Kandidat, und ich weiß nicht wie dieses Pony es immer wieder schafft, so schmutzig zu werden.
Ist er mit einem Wildschwein verwandt?
Sind Kletten in Mähne und Schweif die neusten Haaraccessoires?
Und wenn ich dann endlich aus dem Trüffelschwein ein Pony gemacht habe, und mit ihm spazieren gehe, sonnt sich diese kleine Schweinebacke in bewundernden Blicken. Er stellt sich in Pose, wenn er angesprochen und sein seidiges Fell und seine Mähne bewundert wird. Und immer wieder höre ich dann, dass so ein kleines Pony ja nicht viel Arbeit macht.

Äh, wirklich?

Unterhält man sich eine Weile mit fremden Personen (egal ob Real oder im Netz) dann denken sich viele Pferdehalter, dass so ein Ponylein doch ein netter Zusatz zum eigenen Pferd ist.

Denn so einige Personen glauben tatsächlich das ein Pony:

  • Nicht viel in der Anschaffung kostet
  • Nicht viel im Unterhalt kostet
  • Leichter in der Pflege ist da weniger Pferd zum Putzen / kleinere Haufen
  • Es ideal für Kinder ist
  • Ein passender Partner für das vorhandene Pferd ist.

Meine lieben Freunde, seid gewiss, so einfach läuft der Hase nicht.

Beginnen wir einmal mit der Anschaffung:
Miniponys werden einem auf Märkten oder im Internet oft zu einem Spottpreis nach geworfen, das ist richtig. Wer aber aus solchen Vermehrungsproduktionen kauft, darf auch gleich das Premium-Abo bei dem Tierarzt seines Vertrauens abschließen. Gerade bei den Zwergen muss auf eine vernünftige Anpaarung geachtet werden, um Folgeschäden im Körperbau auszuschließen.
Sinniger ist es hier in die Tasche zu greifen und auf ein Pony aus einer seriösen Zucht zurück zu greifen.
Damit hat man dann eine vernünftige Aufzucht, Wurmkuren und Impfungen, die im vorhandenen Pass hinterlegt sind. Nicht zu vergessen eine Abstammung, die Aufschluss – bzw. dann eher Ausschluss von Erbkrankheiten und Inzucht bietet.

Von daher ein vernünftiges Pony aus einer seriösen Zucht ist nicht unbedingt billig. Auch wenn dieses natürlich ebenso einmal krank werden kann, wird einem geübten Auge anhand der Papiere ein unheimliches Kontingent an Informationen geliefert. Und mit diesen lässt sich ein Großteil an schädlichen Einflüssen schon ausschließen.

Weiter geht es mit dem Unterhalt:
Auch Zwerge brauchen einen Stall. Ob das ein Unterstand ist, ein Offenstall oder eine eigene Box ist irrelevant. Hat man keinen eigenen Stall, hält der Pensionsbetreiber die Hand auf, und das mit Recht. Denn auch wenn die kleinen Kackbratzen weniger fressen, benötigen sie doch Futter und Einstreu, Weiden und je nach Stall einen Futterservice / Weidedienst. Auch wenn die Pensionskosten meist günstiger sind als bei einem Großpferd, kann es dennoch schnell teuer werden. Denn was die Zwerge an Futterkosten einsparen, muss man Zaunmaterial wieder drauflegen.

Die wenigsten Ställe, egal ob der eigene Stall oder der Pensionsstall, sind auf Zwerge ausgerichtet. Einen Zaun Minipony sicher zu gestalten bedarf schon einer größeren Ausgabe an Geld und einer Maxipackung Baldrian. So gibt es unter den Ponys Spezialisten, die sich unter der niedrigsten Zaunlitze drunter wegrollen.
Ponys, die durch den stärksten Stromzaun preschen.
Frei dem Motto: Es tut nur einmal weh, und der Grashalm dahinten ist es wert!
Aber auch Minis die Tore zerlegen, Riegel auffummeln oder Holzzäune mit immerwährenden Popokratzen aus den Angeln heben.
Die Kreativität dieser kleinen Biester ist grenzenlos!

Wer sich selbst um alles kümmert, wird daher auch in diesem Fall alle Zaunkosten zum Auf- und Nachrüsten selber tragen müssen.
Als Einsteller muss man auf einen sehr fairen Pensionsbetreiber hoffen, der eine Zaunanlage à la Alcatraz zur Verfügung stellt. Oder zumindest so nett ist und nicht jedes Mal die Hand aufhält, wenn er die Zäune dank Panzerpony wieder instand setzen muss.

Ich kann nur sagen: Ab und an ein selbst gebackener Kuchen erhält die Freundschaft ungemein! 😉

Leichtere Pflege? Ja ne, is‘ klar …
Auch wenn es weniger Quadratmeter Pferd sind die geputzt werden müssen, so machen die Zwerge das durch dichtes flauschiges Fell mehr als wett. Manche Pferdehalter scheren die Zwerge schon, andere decken sie ein. Die dichten und dicken Mähnen wollen ebenfalls gebändigt werden, und so mancher Ponyhalter hat aus Frust schon zum Schergerät gegriffen und eine Stehmähne rasiert. Auch wenn sie weniger Pferd sind, man putzt und pflegt genauso lange, und oft wie bei einem großen Pferd.

Natürlich wollen wir die weiteren Kosten nicht vergessen:
Bei einem Tierarzt macht es keinen Unterschied ob ein Pony behandelt wird oder ein Großpferd.
Auch nicht in der Tierklinik bei einer OP.
Die Tierärzte rechnen also einen Standardpreis ab, was verständlich ist.
Denn ein Pony schmälert die tierärztliche Leistung ja nicht, nur weil es kleiner ist.

Auch der Hufschmied wird selten weniger Geld verlangen, wenn man ihm einen Zwerg vor die Nase stellt.
Gut manche sind so nett und berechnen nicht den vollen Preis. Allerdings ist ein Großteil nicht so entgegenkommend und berechnet die Zwerge inzwischen zum normalen Preis. Und das ist auch mehr als rechtens, schließlich sind es gestandene erwachsene Männer die auf allen vieren den Zwergen vor die Hufe fallen, um diese in Form zu bringen.

Ein absolut unterschätzter Teil in der Kostenrechnung ist meist die Ausrüstung.
Gut sitzende und passende Ausrüstung für Ponys / Minis ist unheimlich schwer zu bekommen. Auch wenn der Markt inzwischen deutlich größer wird, so tummelt sich nur noch mehr Schund in den Weiten des Online-Handels umher.
So wie man nicht einfach einen Haflinger Sattel auf jeden Haflinger schmeißt, legt man bitte auch nicht jeden Minisattel oder jedes Pony-Reitkissen auf den Rücken seines Lieblings.
Auch hier darf man sich nicht scheuen, einen Sattler hinzuzuziehen. Nur weil das Pony so klein ist darf man daran nicht sparen. Und nicht nur Sattel und Trense, sondern auch ein Fahrgeschirr samt Sulky / Kutsche sollte entsprechend angepasst sein.
Denn Artikel von der Stange passen leider seltenst wirklich gut.
Die Ausrüstung muss sitzen und passen, und gerade bei den Zwergen muss man tiefer in die Tasche greifen, um passendes Zubehör zu finden.

Das alte Lied vom Kinderpony
Ich weiß nicht ob es so mancher Person in den Sinn gekommen ist, aber nicht jedes Pony mag Kinder. Nur weil die Zwerge so klein und niedlich sind ist es nicht ihre Lebensaufgabe den Kinderhort für Windelpubser zu spielen.
Kinder sind laut, ungestüm, auch mal etwas forsch und nicht immer geduldig.
Ein Pony das eine Horde Kinder mit Fingerfarben und Zopfgummies über sich ergehen lässt muss stabile Nerven und eine solide Ausbildung haben. Manche Ponys mögen das wirklich, andere wünschen sich die Kinder unter einem Haufen Pferdeäppel begraben.
Hier muss man vor dem Kauf abwägen, ob das Pony als Kinderbespaßung her halten soll. Und dann ein entsprechend ausgebildetes und erprobtes Kinderpony in die Familie einladen. Ansonsten muss man damit leben, wenn das neue Familienmitglied einfach keine Kinder mag.

Zudem muss der Besitzer für ein ausreichendes Bewegungs- und Kopfprogramm des Ponys sorgen. Denn Minis sind keine Rasenmäher!
Man kann sie ausgezeichnet mit Bodenarbeit beschäftigen, an der Doppellonge arbeiten, vor die Kutsche setzen, oder als Handpferd mitnehmen. Die kleinen intelligenten Zwerge haben viel mehr zu bieten als nur süß auszuschaun und ab und an ein Kind spazieren zu tragen.

Zu guter Letzt: der passende Partner?!
Sicher wünscht man sich einen festen Partner für das eigene Pferd.
Wie süß würde es ausschaun, wenn Groß und Klein zusammen auf der Weide stehen, zusammen spielen, oder gar zusammen in einer Box / Offenstall stehen würde.
Wie viel Geld könnte man sparen?
Welche Freude wäre es immer ein Handpferd dabei zu haben?

In der Realität mag sich aber nicht einmal jedes Pferd in einem Stall.
Noch weniger mag jedes Pferd plötzlich das kleine Pony, das ihm vor die Nase gesetzt wird.
Während manche Pferde das kleine Überraschungspaket freudig adoptieren, wünschen manch Andere dem Zwerg nur noch die Pest an den Hals.

Von daher, nur weil man selber plötzlich 2 Lieblinge hat, müssen die sich nicht mögen, egal wie sehr man sich das wünscht.

Fazit:
Kleine Ponys sind toll, liebenswert, überraschend und sehr intelligent.
Sie kosten im Unterhalt allerdings nicht wirklich viel weniger als ein normal großes Pferd.
Ebenso erfordern sie genau so viel Zeit, Liebe und Hingabe.
Zu glauben das man so einen Zwerg einfach »neben her laufen lassen kann« ist ein absoluter Irrglauben.
Solltest du dich also mit dem Traum vom Zwerg befassen, sei gewiss:
Es wird teuer, anstrengend, aufreibend – aber ebenso wunderschön!

Flauschige Grüße
Celeste

 

pony

 

Ponyhof oder Kinderhort?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.

So langsam wird es wirklich herbstlich. Das Laub färbt sich, an den Apfelbäumen hängen Äpfel die Schneewittchen neidisch machen würden, und die Trauben an den Weinreben färben sich langsam rot.
Ich liebe diese Zeit, in der die Natur dieses wunderschöne Farbenspiel bietet. Diese Zeit nutze ich umso lieber für Spaziergänge mit den Pferden. Und dann passiert es: Mit einem Pferd oder Pony an der Hand wird man plötzlich zu Freiwild!
Denn auf einem Spaziergang begegnen einem immer Mal wieder Eltern mit ihren Kindern oder Jugendliche, welche den faszinierten Blick nicht von deinem Pferd abwenden können.
Während man im Sattel noch schnell flüchten kann, so hat man bei einem Spaziergang mit Pferd dieses Glück nicht.

Also wie reagiert man?
Augen zu und durch?
Einfach Lächeln und Nicken und weiter gehen?
Stehen bleiben und das Ponyreitopfer spielen?
Arrogant die Blicke des Kindes ignorieren?
Umdrehen und flüchten?

Ich glaube, Letzteres möchte man manchmal am liebsten.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Kinder, zumindest nichts was wirkt oder nicht strafbar ist. Aber wenn ich spazieren gehe, ausreite, auf der Weide oder am Stall mit meinen Pferden agiere, dann möchte ich meist eines: meine Ruhe!
Ich habe ein aktives und stressiges Leben. Und entsprechend möchte ich die Zeit mit meinen Pferden in Ruhe verbringen. Gerne nehme ich auch Freunde und Verwandte – auch mit Kindern – mit. Aber wann, wo und wie möchte ich selber entscheiden.
Umso schwieriger wird es dann, wenn fremde Personen meinen das man mit einem Pferd quasi zu einem Kinderhort wird. Das ist bei einer Zufallsbegegnung, wie einem Spaziergang, noch erträglich. Da kann man, wenn das Pferd/Pony geeignet ist, natürlich gerne mal streicheln lassen, und dann verabschiedet man sich freundlich.

Kompliziert wird es, wenn die Eltern dann meinen das man sein Kind doch gleich mal reiten lassen soll.
Da frage ich mich dann immer »geht`s noch?«
Leihe ich mir deren Auto einfach aus?
Oder den Rasenmäher?
Darf ich mir ihr Kind borgen? In meinem Keller könnte es Teppiche knüpfen!

Meist wiegele ich dann immer gleich ab, da man ja keine passende Kappe dabei habe. Und ohne Kappe dürfen Kinder bei mir nicht reiten. Tragen die Kinder aber dank Fahrrad einen Helm, braucht es eine andere Ausrede. Meist ist das Pferd zu unruhig, mag keine Kinder oder ist heimlich ein Mitglied beim Kuh-Schubs-Klan.
Und mal im Ernst liebe Eltern, es mag euch ja nicht in den Sinn kommen, aber wenn ich euren Zögling reiten lassen möchte, dann bin ich durchaus fähig das selber anzubieten! Das mache ich auch, aber eben nur, wenn mir das Kind samt Eltern sympathisch ist. Und das ist es selten, wenn ein geplärrtes »ich will aber!!!!« kommt. Oder wenn von den Eltern ein »nun setz den Karl Friedrich endlich auf das Pferd« genäselt wird.

Ein wundervolles Erlebnis war der Moment, als ich mit meinem Jungpferd spazieren war, und einer ungefragt sein Kind einfach darauf setzte. Glaubt mir, das Donnerwetter wird den Eltern noch heute in den Ohren klirren, dabei ist der Spross von damals nun erwachsen.

An Stall und Weide ist es das gleiche Spiel. Ist man mit der Arbeit beschäftigt und Eltern mit Kind kommen vorbei, erwarten sie förmlich das man sich um sie kümmert. Ignoriert man sie dank MP3-Player oder einer göttlichen Geduld, dann finden sie dennoch einen Weg, auf sich aufmerksam zu machen.
Und spätestens, wenn die ersten Grashalme und ausgerupften Sträucher über den Zaun fliegen, haben sie unsere Aufmerksamkeit.
Natürlich beantworte ich alle Fragen. Ich lasse auch gerne das Kind die Pferde streicheln. Aber immer unter der Ansage, dass die Weide nur betreten wird, wenn ich dabei bin und es erlaube.
Heidenei, das können so manche Eltern dann nicht verknuspern.
»Die stehen doch da, seien sie froh, wenn sich die Ann Katrin Elisabeth Florentina um die Pferde kümmert. Die hatte schließlich schon 5 Reitstunden, die weiß wie das geht. Aber putzen oder misten muss die nicht, die soll sich nicht schmutzig machen.«
Danke und ich weiß, wo der Ausgang der Weide/Stall ist.

Warum halten die Eltern es immer für ein Gottesgeschenk, wenn sie einem die Sprösslinge aufs Auge drücken? Bin ich ein Kinderhort?
Am Besten war der Spruch von mir unbekannten Eltern, deren Kind ich kurz die Pferde streicheln ließ. Die meinten glatt, das sie mir das Kind nun da lassen, sie holen es dann in einigen Stunden wieder ab. Ich habe hier ja eh zu tun, da störe das Kind nicht.
Äh ja sorry tut mir furchtbar Leid aber ich muss nun zu einer Zahnwurzelbehandlung ohne Narkose, ich habe mich doch so darauf gefreut …

Die absolute Looserkarte hat man aber gezogen, wenn man ein Pony besitzt. Alles was für einen selber zu klein zum Reiten ist, scheint der Freifahrtschein für fremde, als auch bekannte Eltern zu sein.

»Du kannst den ja eh nicht reiten, das macht dann der Justin Pascal Jeremy Kevin.«

Dass man eine unheimlich große Auswahl an Trainings und Beschäftigungsmöglichkeiten auch für Ponyzwerge hat, wird gerne überhört.
Nein, anscheinend beten die armen Ponys nachts einen Windelschrein an. Dies tun sie in der Hoffnung der allmächtige Schnullergott möge ihnen das einzig wahre Kind senden zu deren Bespaßung das arme Pony ja geboren wurde …
Zumindest denken das anscheinend einige Eltern.

Ich bin ehrlich, ich habe kein Problem damit, Kinder an meine Pferde zu lassen. Meine Pferde als auch Herr Pony lieben Kinder. Dennoch bin ich dabei, bestimme die Regeln, und sorge dafür das alles sicher und fair – auch für die Pferde – abläuft.
Aber ich möchte gefragt werden!
Ich möchte nicht das man einfach meine Pferde als Kindertagesstätte missbraucht, nur weil sie auf einer Weide in der Nähe stehen.

Und Himmel Herrgott nochmal, liebe Eltern seid den Kindern ein Vorbild, indem ihr höflich um Erlaubnis fragt.

Das heißt es wird:

  • Keine Weide betreten
  • Kein fremdes Tier gefüttert
  • Kein Pferd / Pony einfach angefasst
  • Im Gelände nicht hinter den Pferden her, oder darauf zu gelaufen
  • Und ein »Nein« auch als »Nein« akzeptiert!

Denn wenn ein Pferdehalter »Nein« sagt, ist das nicht immer, weil er euch oder euer Kind nicht leiden kann. Manchmal haben auch wir einfach keine Zeit, den Kopf voller Stress oder wollen schlicht weg unsere Ruhe.

Ich liebe meine Pferde ebenso wie meine Ruhe. Und möchte ich Gesellschaft, dann biete ich streicheln wie Reiten durchaus selber an.
Allerdings nur bei den Kindern, die ich mag. 😉

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

 

Kinderhort