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Zaunbau Workshop für Powerfrauen Teil 1

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.

Heute widmen wir uns dem Thema: Zäune selber bauen.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich werde euch eine Anleitung an die Hand geben, mit der ihr selber Zäune bauen könnt. Nein, ihr müsst jetzt nicht verzweifelt auf eure gestylten Fingernägel schauen und wild den Kopf schütteln.
Ich weiß ihr könnt das!
Auch wenn ihr nur 50 kg Mäuschen seid, es gibt Tipps und Tricks, mit denen jeder einen Zaun bauen kann. Ich werde euch erklären wie das geht und auf was ihr achten müsst.
Ihr werdet schnell feststellen, dass ihr euren Lieblingsbaumarkt bald mit völlig anderen Augen seht. Und damit meine ich jetzt nicht die Shades of Grey Phantasien. 😉

Warum sollte Frau eigentlich selber einen Zaun ziehen können?

Eine gute und berechtigte Frage. Wenn man in Eigenregie / Selbstversorgung steht, kommt man oft nicht drum herum neue Zäune zu ziehen, Weiden abzugrenzen oder einfach instand zu halten.
Oftmals hat man eigentlich ein Familienmitglied und / oder Partner, welche diese Aufgaben übernehmen wollten. Zumindest wurde es vorher meist so versprochen. Aber nur allzu häufig endet das in wochenlangen Erinnerungen, bis dann der Herr der Schöpfung den Hammer auspackt. Nach getaner Arbeit wird dann ein Kniefall oder andere Huldigungen erwartet.
Oder aber man steht in Pension und hat einen nicht ganz so motivierten Stallbesitzer, der so manche Instandhaltungsarbeiten schleifen lässt.
Ebenso kann die helfende Person oder der Pensionsbetreiber genau dann krank, oder in Urlaub sein, wenn der eigene Alpenpanzer mit dem Zaun ein fröhliches Mikado Spiel veranstaltet hat.

Also Mädels krempelt die Ärmel, hoch denn Zaunbau macht Spaß!
Ja, das macht er wirklich, wenn man erst einmal sieht zu was man selber fähig ist. Und vor allem lohnt sich der Augenblick, wenn die Herren der Schöpfung sich endlich mal in Bewegung setzen mit einem lässigen Schulterzucken zu sagen: schon erledigt. (Bitte Kamera bereithalten!)

Wir starten heute direkt mit Teil 1: die Zaunpfosten

Suchen wir erst einmal die passenden Pfosten aus:
Um zu wissen welche Pfosten man braucht, muss man überlegen wie und was eingezäunt werden soll.

Beginnen wir zuerst mit der Länge der Pfosten

Welche Pferde sollen eingezäunt werden?

Haben wir es mit Shettys zu tun, reicht es wenn der Zaun am Ende ca. 1,20 m hoch ist. Damit die Shettys drin bleiben, und Zuschauer und Gäste draußen.
Mit steigendem Stockmaß sollte auch die Zaunhöhe angepasst werden.
So sind Zäune die 1,50 m und höher sind keine Seltenheit.

Damit der Zaun aber diese Höhe erreichen kann, muss der Pfahl wenigstens 40 bis 50 cm länger sein. Denn so tief muss er mindestens in den Boden eingeschlagen oder eingegraben werden.
Je tiefer umso besser!

Wenn wir nun wissen wie lang die Pfosten sind, sollten wir auch den Durchmesser ermitteln.

Muss der Zaun nur Litzen tragen, dann können die Pfosten ruhig 6 cm im Durchmesser haben. Sollen sie aber Holzlatten tragen, ist ein Durchmesser von 10-12 cm angebracht.

Nun haben wir noch die Auswahl, ob das Holz imprägniert sein soll oder nicht.

Machen wir uns nichts vor, viele Arten des Holzschutzes sind für Pferde giftig.
Man muss daher abwägen, ob man Bieber im Pferdekostüm auf der Weide stehen hat – und damit meine ich nicht kleine Justins – oder ob man den Zaun so sichert, dass er nicht angefressen wird.
Im Zweifelsfall wählt man Pfosten, bei denen nur die Spitze imprägniert wurde, denn diese wird im Boden versenkt und ist somit unerreichbar.

Wo kauft man diese am besten?

Wenn einem die Glücksfee hold ist, wohnt man in der Nähe eines Sägewerkes. Aber man kann Holzpfosten in jedem Baumarkt erwerben oder auch oft bei den gängigen Raiffeisen Märkten und Futterhändlern.
Ich bevorzuge übrigens die Baumärkte. Auch wenn sie nicht ganz so günstig sind, kann man immer schnell etwas nachkaufen.

Und wie transportiert man diese nun?

Mädels, in eurem Auto, dem einer Freundin, oder dem der Eltern.
Natürlich hat nicht jeder einen Anhänger zur Verfügung, aber ich kann euch versichern ihr werdet euch wundern, was alles in ein kleines Auto hinein passt.
In meinem Corsa habe ich dank umgeklappter Rückbank / Beifahrersitz selbst 3-4 m Balken für den Stall transportiert.
Achtet einfach darauf alles umzuklappen, das Auto mit Decken auszulegen und das Holz festzubinden, damit nichts verrutscht. Kofferraumklappen kann man festbinden, und die roten Fähnchen gibt es im Baumarkt gratis, falls noch etwas raus schaut. Einfach mal danach fragen.
Wenn ihr dann noch vorsichtig fahrt, ist alles flauschig.

Die ersten Male bin ich auch 1000 Tode gestorben, bis ich alles am Stall hatte. Aber mit der Zeit wird man geübter, vertraut mir. 😉

Wie sollte ich den Bereich vorbereiten?

Haben wir den Platz zum Einzäunen ausgesucht sollten wir überlegen, wo die Pfosten hin sollen. Es ist hilfreich, wenn man das Areal das man einzäunen möchte, mit einem Bindfaden markiert.
Hierzu kann man mobile Weidepfosten benutzen, oder einfach an Anfang und Ende jeweils einen dünnen Minipfahl einschlagen und daran  Faden oder Band befestigen.
Dann kann man entlang des Fadens möglichst gerade die Pfosten einschlagen und den Zaun ziehen.
Zäune die nicht so gerade werden – trotz Faden – kann man jederzeit als moderne Kunst deklarieren.
Ich bin übrigens eine hervorragende Künstlerin. 😀

Nun muss man den geeigneten Abstand wählen.
Kommen später Holzbretter an den Zaun, muss man sich beim Abstand an diese Länge halten. Arbeitet man nur mit Litze oder Gummibändern, sollte etwa alle 3 m ein Pfahl stehen.

Doch wie zur Hölle soll man diese riesen Dinger nun in den Boden bekommen?

Nun da gibt es einige Möglichkeiten, aber eines ist besonders wichtig: besorgt euch ein Höckerchen. Denn die Pfosten sind recht groß und ihr braucht für die spätere Arbeit einen sicheren Hocker / Trittleiter, auf der ihr einen festen Stand habt.

Die Pfahlramme:
Diese kann man über das Internet, oder aber im Gartenbedarf käuflich erwerben. Manchmal kann man sie auch gegen eine kleine Leihgebühr bei Gartenfirmen oder Bauern ausleihen.
Diese Pfahlrammen sind für alle Holzpfosten geeignet.

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Das Schöne an den Rammen ist, das man nicht nur alleine, sondern auch zu zweit mit der besten Freundin damit Pfähle einschlagen kann. Allerdings benötigt ihr dann 2 Höckerchen.

Die Brechstange:
Wenn der Platz für den Pfosten gefunden ist, kann man sich am einfachsten mit einer Brechstange behelfen. Diese sollte spitz zulaufen, damit man schöne Löcher vorformen kann.
Hier mal ein Produktbeispiel:

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Natürlich kann man wenn vorhanden auch eine Eisenstange nutzen, die etwa 1,20 – 1,50 m Länge hat. Diese Eisenstange / Brechstange wird nun einige Male in den Boden gerammt. Sobald sie etwas fester sitzt, kann man mit kreisenden Bewegungen das Loch ausweiten. Das wiederholt man einige Male und setzt dann den Pfahl ein. Dieser sitzt schön gerade in dem vorgeformten Loch.
Nun setzt man die Pfahlramme auf den Pfosten, und gibt dem Pfosten mit Schwung eins auf den Deckel. Hat der Pfosten seine Eintrittslänge von 40-50cm erreicht, müsste er sicher im Boden sitzen. Ein kurzer Wackeltest kann dies bestätigen.

Der Vorschlaghammer:
Es gibt für den Zaunbau spezielle Hammersorten. Diese sind teilweise aus Gummi und nicht ganz so günstig. Ich bin da unkonventionell und bevorzuge die Vorschlaghammer aus dem Baumarkt.
Diese sind nicht so gross, nicht so schwer und all die Jahre nutze ich sie schon für alle Arten von Pfosten.
Hier ein Produktbeispiel:

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So ein Hammer ist auch für elfengleiche Gestalten kein Problem. Ok, ich bin eher die Pummelfee, aber auch ich war mal rank und schlank und habe damals schon Pfähle eingeschlagen.

Auch hier nutzen wir die oben beschriebene Brechstange auf die gleiche Weise.
Ist das Loch vorgebohrt, dann setzen wir den Pfahl ein, steigen auf das Höckerchen und schlagen den Pfosten ein. Das ist nur halb so schwer, wie ihr es euch vielleicht vorstellt. Mit dem vorbereiteten Loch geht das sehr einfach.
Und es hilft ungemein, wenn man sich dazu einredet das mit Aufbau der Brustmuskulatur dem Busen eine neue Spannkraft gegeben wird. Deswegen heißt mein Anfeuerspruch oft: »für dicke Möpse!«
Alternativ hilft es auch, sich das Gesicht des Erzfeindes vorzustellen. 😉

Auch hier schlägt man den Pfosten bis zur gewünschten Länge ein, und testet mit einem Rütteln ob der Pfosten fest sitzt.

Der Erdlochbohrer:
Diese gibt es in der elektrischen Variante, die sehr kostspielig ist:

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Oder in der Handbetrieb Variante:
(Irgendwie hört sich das gerade unanständig an … )

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Mit diesen Erdlochbohrern könnt ihr fertige Löcher bohren, in welche die Zaunpfähle nur noch eingesetzt  und dann mit dem Restboden bedeckt und festgestampft werden.
Aus der Praxiserfahrung rate ich allerdings nur zu solchen Erdlochbohrern, wenn der Untergrund sehr fest, bzw. mit Steinen und Kies durchzogen ist.
Denn die gebohrten Löcher halten die Pfähle nicht so fest, wie ein Loch in das der Pfosten eingeschlagen wurde. Denn die Erde ist durch das gebohrte Loch lockerer.
Ich bin ehrlich, mein persönlicher Favorit ist der Erdlochbohrer bei weitem nicht. Ich benutze die Brechstange zum Vorformen, und dann den Vorschlaghammer.

So und da der Pfosten fest im Boden sitzt, machen wir nun eine Pause bis zum zweiten Teil. Da geht es dann um Litzen, Isolatoren, Holzzäunen und wie man sie befestigt.

Ich hoffe, die kleine Anleitung hat euch gefallen, und wir sehen uns bei Teil 2 wieder.

Flauschige Grüße
Celeste

 

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