Tag-Archiv | Pferd

Billiglösung Offenstall

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Heute ist Nikolaus und ich hoffe, eure Nikolausstiefel waren gut gefüllt! Und ich denke doch, dass es für eure Lieblinge auch noch etwas Leckeres gab, außer der obligatorischen Nikolauswurmkur? Ok, meine hatten ihre Wurmkuren mit Apfelgeschmack. Aber mal im Ernst: Wurmkuren schmecken immer scheiße.
Auch wenn es Wurmkuren mit Apfelgeschmack sind, schmecken diese dann immer noch wie Scheiße mit Apfelgeschmack. Zumindest wenn ich die Gesichter meiner Pferde richtig deute. Aber auch das gehört dazu, und ein Leckerchen später ist die Wurmkur auch schon wieder vergessen.

Doch kommen wir zum heutigen Thema, denn es gibt eine Sache, über die ich immer wieder im Internet stolpere: Der Irrglauben, dass ein eigener Stall bzw. Offenstall eine billige Lösung der Pferdehaltung ist. Frei dem Motto: »Du musst nur ein Stück Land pachten, dann setzt du da einen Stall drauf«.
Gerne ergänzt durch: »Du hast ja dann nur noch die Futterkosten«.
Und anschließend getoppt von: »Die Offenstallmatschlöcher kosten ja eh nix«.

Ähm ja … Und Kinder bringt der Storch und Schweine können fliegen …

Also wie sieht die Realität aus?
In einem Pensionsstall zahlt man jeden Monat einen festen Betrag.

Dieser deckt meist:

  • Eine Box/Offenstall ab.
  • Dazu Weidegang und Auslauf im Winter.
  • Das Kraft-, wie Raufutter

Je nach Stall gibt es dann noch Zusatzleistung z.B.:

  • Weidebringdienste
  • Deckenservice
  • Halle/Reitplätze
  • Putz/Solarienplätze
  • Tierarzt/Hufschmiedservice

usw.

Die Möglichkeiten, die ein Pensionsstall anbieten kann, sind grenzenlos. Und diese Dienste lassen sich die Stallbetreiber selbstverständlich auch gut bezahlen. Für einen Pensionseinstaller ist das dann ein »Rundum-sorglos-Paket«, denn für den monatlichen Festbetrag weiß er, dass diese Leistungen immer abgedeckt sind. Von daher sind manche Pensionspreise entsprechend hoch, schließlich bekommt man ja auch viel dafür Geboten. Und wenn man will, muss man den Stall nur besuchen, sich mit seinem Pferd beschäftigen und wieder gehen. Dass die Anlage in einem gepflegten Zustand bleibt, muss einen nicht interessiere, schließlich ist man ja »Mieter«.

Anders ist es bei einem eigenen Stall.
Entweder man hat das Glück einen fertigen Stall zu pachten, oder aber man muss selber alles aufbauen. Muss man selber einen Stall samt Zäunen erstellen, scheitert man meist vorab schon an den Genehmigungen / Privilegierungsgesetzen. Und schafft man es doch noch diese Hürde zu meistern, erschreckt man erst einmal, welche Kosten ein eigener Stall im Aufbau mit sich bringt.

So kann der Bausatz eines 2er-Offenstalls schon mal ganz dezent bei 3.500 € anfangen.  Aber meist darf man je nach Zusatzwünschen (Sattelkammer / Heulager / Futterständer / Heuraufen) noch so viel Geld drauflegen, dass man davon getrost einen schicken Neuwagen kaufen könnte.
Und es ist ja nicht nur der Stall selber. Nein, Zäune kosten im Aufbau ebenso eine Menge Geld. So liegen Fertigzäune gerne mal bei 10 € – 30 € pro Meter, je nachdem ob man Holz oder Litze oder gar beides wählt. Da darf man sich dann gerne mal ausrechnen, was eine vernünftige Einzäunung für eine große Weide / Paddock kostet. Und langsam wird aus dem Neuwagen ein Sportwagen, den man stattdessen hätte kaufen können.

Baut man dann noch einen Reitplatz oder einen Round Pen dazu, oder befestigt Böden mit Drainagen und / oder Sand und Paddockplatten, denkt an Strom und eine ausreichende Beleuchtung, dann wird aus dem Sportwagen eine Eigentumswohnung.

Natürlich kann man viel Geld sparen, wenn man sowohl den Stall, als auch Zäune und Raufen selber baut. Das ist auch absolut ok, wenn man dies sorgfältig macht. Denn es nützt nichts an den Kosten für den Stallbau zu sparen, wenn den Pferden beim nächsten Sturm das Dach auf den Kopf fällt. Hier sollte man also sorgfältig abwägen, ob die eigenen handwerklichen Fähigkeiten oder die der Freunde und Bekannten wirklich ausreichen. Manchmal ist eine Firma vom Fach, nämlich doch die bessere Wahl.

Doch selbst wenn man selber baut, sind die Materialkosten nicht unerheblich und werden viel zu oft unterschätzt. Und im Gegensatz zum »Rundum-sorglos-Paket« heißt es bei Pferdehaltung in Eigenregie: Egal was man baut, man ist selber dafür verantwortlich.

  • Hält der Stall einem größeren Sturm stand?
  • Halten die Raufen den Schubberattacken des Ekzemers stand?
  • Halten die Zäune das gewitzte Shetty und den Alpenpanzer in ihrem Bereich?
  • Überleben die Tore, wenn ein Wildschwein damit Bingo spielt?
  • Halten die neuen Paddockplatten wirklich den Boden trocken?

usw.

Egal was ihr aufbaut- ihr seid dafür verantwortlich!
Und oft lernt man viele Sachen erst aus der Praxis, und bezahlt jeden selbst gemachten Fehler mit Zeit und sehr viel Geld. So kann das Lehrgeld für falsch verlegte Paddockplatten in die Tausende gehen. Ein Dach das vom Sturm abgedeckt wird ebenso. Und selbst wenn dann die Stallanlage samt Ausläufen und Zäunen fertig ist, so muss dieser Zustand auch dauerhaft erhalten bleiben. Das sind dann nicht nur zeitaufwendige Kontrollen und Instandhaltungsarbeiten, sondern auch immense Kosten, die immer wieder auftreten.

Und auch wenn man es nicht glaubt, aber meist wird genau dann das Stromgerät geklaut, der Zaun zerlegt oder eine neue Heuraufe nötig, wenn man es geldmäßig am wenigsten brauchen kann.  Frei dem Motto: Murphys Law. »Wenn schon daheim der Staubsauger den Geist aufgibt, dann wird die Spülmaschine oder das Auto bald folgen«
Aber da man selber alle Verantwortung in seinem Stall trägt, muss man dann diese nötigen Kosten auf sich nehmen. Egal wann und zu jeder Zeit. Denn die Unterbringung und Versorgung der Pferde muss gesichert sein.
Nun warum sollte man das also auf sich nehmen?
Warum vorab eine Menge Geld, für den Bau eines Stalles, ausgeben und ebenso für die Instandhaltungskosten?
Warum selber alle Arbeiten erledigen?
Warum lehnt man sich nicht einfach zurück und überlasst das gegen Betrag-X einem Pensionsbetreiber, stellt seine Pferde unter und reitet, statt Zäune zu flicken?

Ganz einfach: Weil es leider viel zu wenig gute Ställe gibt.

Niemand schüttelt mal eben spaßeshalber eine größere Summe aus dem Ärmel, um einen Stall aufzubauen. Ebenso wünscht sich niemand, jeden Tag 24/7 seinen Pferden zur Verfügung zu stehen. Denn egal wie sehr wir unsere Pferde lieben, jeder möchte gerne auch mal ausschlafen, oder sich bei Schmuddelwetter die Decke über den Kopf ziehen und nicht vor die Türe gehen.
Wir wählen den Weg des eigenen Stalles mit immensen Kosten und viel Arbeitsaufwand, damit wir unseren Pferden die Haltungsbedingungen bieten können, die wir für richtig erachten. Sei es ausreichender Auslauf, ausreichendes Raufutter, sorgfältig zusammengestellte Herden usw.

Und natürlich ist jeder Anfang schwer. Nicht immer ist ein eigener Stall oder Offenstall gleich perfekt. Wir lernen aus den Fehlern und verbessern uns stetig.
Oft hindern uns auch einfach Gesetze oder Bodenbeschaffenheiten an einer perfekten Umsetzung eines Vorzeigestalles. Dennoch ist mir jeder Matschoffenstall lieber, als ein Boxenstall ohne Auslauf.

Von daher liebe Pferdefreunde, die manchmal doch etwas herablassend auf unsere kleinen Offenställe runter blicken, spart euch eure Vorurteile. Nehmt euch lieber die Zeit und setzt euch einmal damit auseinander, wie viel Zeit, Arbeit, Liebe aber auch Geld in unsere kleinen Paradiese geflossen sind. Vielleicht sind sie keine perfekten Barbiställe, aber sie bieten trockene Bettchen, Auslauf und abgestimmtes Futter und sorgfältig zusammengestellte Herden.
Sachen, die uns in Pensionsställen viel zu oft fehlten.
Billiger sind unsere Ställe deswegen nicht wirklich. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Offenstall

 

Austauschware Pferd

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Na, ist es bei euch auch so lausig kalt? Der Winter hat sich die letzten Tage in einigen Gebieten nun doch noch sehr deutlich gezeigt. Auch wenn bei uns noch kein Schnee liegt, so bringt der Wind eine eisige Kälte mit sich.
Während die Pferde das kalte Wetter genießen und dies mit Freudenhüpfern auf Weiden und Paddocks zum Ausdruck bringen, bin ich nun doch froh wieder Daheim zu sein. Und während ich mich bei einem heißen Kakao aufwärme, wohl wissend das es gleich wieder zu den Pferden geht, zappe ich ein wenig durch das Internet.

Während ich meine Bücher  bewerbe – schließlich sind sie ein tolles Weihnachtsgeschenk – stolpere ich immer wieder über Pferdeverkaufsanzeigen.
Daran ist nichts Verwerfliches, denn es müssen ja Pferde verkauft werden, damit wir überhaupt zu unseren eigenen Pferden kommen können. Schließlich haben die wenigsten von uns das Glück, ein Pferd geschenkt zu bekommen. So finden viele Pferde über Freunde und Verwandte neue Besitzer. Oft hat man auch das Glück sein neues Pferd als Reitbeteiligung vorab kennen lernen zu dürfen. Aber meist werden Pferde eben über Verkaufsanzeigen beworben.
Ich mag Verkaufsanzeigen. Oft sind sie mit schönen Bildern bestückt, manchmal auch Videos. Die Abstammung ist meist angegeben, und ich freue mich nicht selten, Verwandte meiner Pferde zu sehen.

Gruselig finde ich jedoch Anzeigen wie:

  • Tausche Pony gegen Sattel
  • Tausche Pferd gegen Kutsche
  • Tausche Pferd gegen Anhänger
  • Tausche Pferd gegen Pony
    Usw. …

Da denke ich mir dann auch , welche Beziehung mögen diese Besitzer wohl zu ihren Pferden haben? Sehen sie einen Freund, ein vertrautes Lebewesen oder ein Familienmitglied in ihm?
Wohl kaum bei einer solchen Anzeige …

Es wird immer Situationen geben, in denen man ein Pferd verkaufen wird.
Sei es, dass …

  • man Pferde zum Verkauf züchtet.
  • man mit Pferden handelt und so seinen Lebensunterhalt verdient.
  • man mit dem bisherigen Pferd einfach nicht zurecht kommt.
  • man sich den Unterhalt des Pferdes nicht mehr leisten kann.
  • man zeitlich dem Pferd nicht mehr gerecht werden kann.

Es spricht nichts dagegen, wenn man seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Pferden verdient. Das schließt dennoch nicht aus, dass man sorgsam ein anständiges neues Zuhause für die Pferde finden kann.
Ebenso kann jeder in eine Notlage geraten. Man kann seinen Job verlieren, krank werden, ein Familienmitglied pflegebedürftig oder Ähnliches. Auch dann spricht nichts gegen den Verkauf des Pferdes, solange dieses mit Sinn, Herz und Verstand passiert.
Hat man ein Pferd, dem man nicht gewachsen ist, erwarte ich aber das man alle Mittel an sich selbst zu arbeiten ausgeschöpft hat. Dazu gehören übrigens auch Trainer, die vielleicht kostspielig sind. Aber diese Chance sollte man dem Pferd und vor allem sich selber schon geben.

Was ich aber nicht mag, sind Personen die Pferde einfach abschieben, weil:

  • das Pferd nicht den Erwartungen entspricht.
  • zu klein/groß ist.
  • nicht das erwartete Traumfohlen wurde.
  • nicht die Turniererfolge bringt, die man sich erträumt hatte.

Pferde sind kleine keine Plüschtiere. Wir sollten sie sorgsam aussuchen und zu einem Familienmitglied machen. Sie auszutauschen, nur weil sie nicht unseren Erwartungen entsprechen, empfinde ich als Fehler. Denn dann haben wir uns unseren neuen Freund nicht sorgsam ausgesucht. Wir haben zu viele Wünsche und Hoffnungen in ein Pferd hinein interpretiert, die es einfach nicht erfüllen konnte. Und da der Fehler dann an einem selber liegt, sollte man auch die Beziehung zu seinem Pferd neu überdenken, und einen Neustart wagen. Denn wenn die eigenen Wünsche nicht mehr ganz so hoch gesteckt sind kann sich auf einmal eine wundervolle, völlig unerwartete neue, innige Beziehung auftun.

Und was die lieben Tauschfreunde angeht: Bitte, lasst diesen Unsinn!
Ein Pferd ist kein Auto oder Fahrrad. Es ist ein Lebewesen, das Respekt und Liebe und Fürsorge verdient hat. Das tauscht man nicht an den nächsten Besten, nur weil er gerade den passenden Tauschsattel oder eine Kutsche hat, nach der es uns verlangt.
Wenn man ein Pferd verkaufen will wird zuerst ein neuer passender Besitzer gesucht. Danach kann man sich von dem Verkaufspreis seine weiteren Wünsche erfüllen.

Und bedenkt, zu 99% liegen die Fehler in eurer Beziehung beim Menschen. Das Pferd reagiert nur auf den Besitzer, die Haltung und seine Ausbildung. Und ein gutes Pferd ist schnell verkauft, weil man auf ein besseres Pferd hofft. Aber wenn sich bei dem neuen Pferd dann eure alten Fehler einschleichen, werdet ihr eure Traumziele nie erreichen.
Lernt dazu, überdenkt eure Beziehung, seid selbstkritisch.
Oft ist ein Verkauf nicht wirklich nötig, wenn man die Arschbacken zusammenkneift und sich zusammenrauft. Und falls es doch einmal nötig sein sollte, gebt euer bestes, damit euer Pferd den Besitzer bekommt, den es verdient.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Die richtige Führposition

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Hat das Herbstwetter euch auch so gut im Griff? Die Pferde werden weich und flauschig, und mitunter nutzen sie die von den Regengüssen aufgeweichten Weiden, um eine Matschmaske aufzulegen. Aber wie die Kosmetikindustrie uns ja hat wissen lassen, macht Matsch im Gesicht nur schöner.

Man muss ich hübsche Pferde haben …

Aber nein, so schlimm ist es natürlich nicht. Aber nach dem trockenen Sommer ist es doch wieder ein wenig seltsam, wenn das Fell nun von einigen Matschflecken verziert wird.
Ob wir also wollen oder nicht, wir sind im Herbst angekommen.
Aber das bedeutet eben nicht nur Regen, sondern auch in bunten Farben schillerndes Laub an Bäumen und Büschen, oder farbenprächtige Sonnenuntergänge. Kürbisse die einen bei den Straßenverkäufern schon von weitem anleuchten, oder auch günstige Preise bei Karotten im Supermarkt.
Wie schon einige Male erwähnt: Ich mag diese Jahreszeit wirklich sehr gerne.
Da ich aber bedingt durch die Handwerker im Haus auch weiterhin mehr daheim sein muss, als ich möchte, gibt es natürlich immer wieder Themen, die weil heiß diskutiert, auf meiner Pinnwand aufploppen und mich über Tage verfolgen. Diese Woche war es das Thema: Die richtige Führposition.
Nachdem mich das Thema so viel Nerven gekostet hat, möchte ich auch hier gleich einmal meinen Senf dazugeben.

Was soll man sich darunter vorstellen?
Es gibt einige Bodenarbeitstrainer, ebenso wie Möchtegerntrainer oder selbst ernannte Pferdegurus die darauf schwören das ein Pferd nur und ausschließlich an Position X zu gehen hat. Meist soll das Pferd an der rechten Seite gehen und der Kopf des Pferdes soll einzig und allein auf Schulterhöhe des Pferdeführers sein.
Jeder Schritt davor wäre verboten, denn dann würde das Pferd plötzlich eine Verwandlung zum grünen Hulk ablegen und die Chefposition des Führenden in Frage stellen. Jeder Schritt dahinter aber auch, denn das Pferd könnte sonst seinem Besitzer in die Hacken laufen, es umrempeln, oder sich in einem unachtsamen Moment in einen Pferdezombie verwandeln und in einem Blutrausch nach Menschenhirn seinen Führer anfallen.
Allerdings bin ich mir bei so manchen Kommentaren nicht sicher, ob der arme Pferdezombie nicht doch verhungern würde …

Damit diese Führposition auch ja korrekt bei behalten wird, übt man was das Zeug hält. Das Pferdchen wird immer wieder mit zuppelndem Strick oder wedelnder Gerte daran erinnert, seine Position auch ja bei zu behalten. Meist unterstreichen spezielle Halfter, Gerten, Stöckchen und Stricke das »Training«, der kommenden Pferdeflüsterer.
Der Geldbeutel des Pferdegurus wird dabei nur rein zufällig mit gefüllt, schließlich möchte er ja nur das Beste für Pferd und Reiter. Und so wird dieser auch nicht müde immer wieder Bücher und Videos anzupreisen, samt der unersetzlichen Ausrüstung für Pferd und Reiter. Denn nur damit unterstreicht man die passenden Übungslektionen! So mancher der Verkäufer erinnert mich mit seinem gebetsmühlenartigen Anpreisen der Vorteile an die Teleshoppingkanäle, bei denen ich lieber schnell weg zappe.
Die Schüler üben aber eiffrig. Immer wieder wird dem Pferd die perfekte Position eingebläut. Und das endet dann meist entweder mit einem völlig entnervten Pferd, oder einem das abgestumpft ist und wirklich stoisch auf der gewünschten Position bleibt.

Aber ist das wirklich wünschenswert?
Will man das wirklich?

Wie ihr wisst, ich bin ein Mensch, der sehr pragmatisch ist. Bei mir gelten folgende Führregeln:

  • Das Pferd lässt sich brav und anständig von jeder Person führen (auch Kinder)
  • Das Pferd rempelt und drängelt nicht und achtet den persönlichen Tanzabstand
  • Das Pferd lässt sich von allen Seiten führen
  • Das Pferd geht auf Wunsch neben / vor / hinter mir, so wie ich es dirigiere
  • Es wird nicht am Strick gefressen
  • Auf der Weide / in der Box dreht sich jedes Pferd zu mir um und wartet brav, bis ich das Halfter ausziehe und es wegschicke

Das hat natürlich einige Vorteile. Ich habe somit ein Pferd, das ich in allen Führpositionen dirigieren kann. Das ist praktisch, wenn man z.B. mit 2 Pferden durch einen Engpass muss und eines hinter her gehen kann.
Es ist handlich, wenn man sein Pferd z.B. am Strick vorschicken kann, beispielsweise in eine Weideschleuse hinein, während man selber in Ruhe das Tor schließt, oder drängelnde Fremdpferde weg schickt. Auch kann das Pferd relativ entspannt neben einem trotten, auch mal nach links und rechts sehen, und nur dann reagieren wenn ich eine Ansage mache. Und es ist für mich selbstverständlich das auch andere Personen (selbst Kinder) die Pferde problemlos führen können. Nichts ist gruseliger als reine Mama-Pferdchen, die nur von Mutti zur Weide / zum Stall gebracht werden können. Und der arme Stallbesitzer dann verzweifelt, wenn Mutti krank oder im Urlaub ist.

Ich hatte nie ein Problem damit, dass eines meiner Pferde meine Position in Frage gestellt hätten, nur weil ich nicht auf eine bestimmte Führposition achte. Also mit dem Hulk und dem Pferdezombi kann ich einfach nicht dienen. Meine Pferde sind eben stinklangweilig.
Wenn man also an seiner Führposition arbeiten will, kann ich entsprechend nur dazu raten diese eher aus zu weiten, statt zu beschränken. Das heißt, nicht auf einen festen Punkt zu bestehen, sondern eher zu üben das Pferd von allen Seiten aus Dirigieren zu können. Es erleichtert das Leben ungemein und bietet Abwechslung. Dazu braucht es keine besondere Gerte, keinen Spezialstrick oder Halfter, sondern ein HGW-Halfter (HGW = hundsgewöhnlich) samt langen Strick reichen völlig.

Trainieren kann man das wunderbar auf Platz oder Weide.
Mit Eimern, Baustellenhütchen als auch Sprungständern usw. baut man sich Wege, Sackgassen oder Engpässe. Die Pferde lernen sehr schnell das sie auch am längeren Strick auf den richtigen Weg geschickt werden können, ohne das Mutti Hüfchen hält.

Habt ein wenig Vertrauen, das ja sonst immer so groß geschrieben wird, in die Intelligenz eurer Pferde. Ihr werdet sehen, wie es euch und euren Pferden das Leben einfacher machen wird.

Flauschige Grüße
Celeste

200915

 

Von Offenställen, Boxenhaltung und Püppies die aufs Sofa wollen

Hallo meine Schnäuzelchen,

da bin ich wieder. Und mit mir kommt bei vielen der erste, richtige Schnee. Während ich also meine Zeit neben dem Umbau mit Schnee schaufeln und Streusalz verteilen verbringe, gewöhne ich mich an meine neuste Errungenschaft: Mein Smartphone!
Ja, Celeste wird langsam modern, weit ab vom sprechenden Knochen, genannt Telefon, besitze ich neben meinem normalen Handy nun auch ein Smartphone. Ich kann also jetzt endlich auch unterwegs ins Internet.

Wie ihr wisst, bin ich auf Facebook und erst recht in unsere Lieblingsgruppe sehr präsent. Genau dort, kam letztens in einer Diskussion eine Aussage über mich, die mich etwas schlucken und mein Kopfkino anspringen lies: »Du bist doch ein Offenstall Verfechter.«
Wow, Offenstall Verfechter, das hört sich schon ein wenig gruselig an. Ala – »Ey du! Pack Pferd in Offenstall! Los! Sonst hol ich meine Brüder!« Oder vielleicht sehen mich manche vor ihrem geistigen Auge, mit gezückten Messern als Überredungshilfe – Kill Bill Like – eine Offenstall Diskussion führe? Oder doch Hippi-Like meinen Namen tanzend, Mate Tee trinkend und mit allen Freunden über die Vorzüge des Offenstalls diskutierend?
Gute Frage, die ihr mir gerne beantworten dürft. Aber ich denke, ganz so schlimm ist es dann in der Praxis doch nicht. Ich gebe natürlich gerne zu, dass ich Offenställe liebe und bevorzuge. Nicht umsonst heißt das Buch an dem ich gerade schreibe »Wahnsinn Offenstall«. Allerdings wird sich dieses Buch nicht ausschließlich mit Offenställen beschäftigen, sondern unter anderen auch mit Genehmigungen und Stallkonzepten in Eigenregie. Und zwar, was da wirklich auf einen zu kommt.
Nur ich bin eben ein Freund der Offenställe, und ich gebe offen zu, dass mir diese Haltung zu Pensionszeiten nicht möglich war. Das liegt nicht mal daran das die angebotenen Offenställe Matschlöcher waren. Ehrlich gesagt habe ich mit Matsch auf einem Auslauf weniger Probleme als mit schlechtem Futter oder wenig Auslauf. Ich finde es sogar immer wieder spannend, wie oft Offenställe als Matschlöcher verschrien werden. Denn rückblickend habe ich viele Pensionsställe mit Boxen erlebt, deren Winterausläufe keine besseren Namen verdient hätten.
Das Problem ist vielmehr, dass viele Pferdebesitzer einen Versuch in einem Offenstall wagen und dieser läuft aus diversen Gründen schief. Schon ist das Pferd als »nicht Offenstall tauglich« abgestempelt. Sorglos wird das Püppilein anschließend in eine Box gesteckt und ein Deckchen aufgelegt. Auslauf gibt es eben in einer sorgsam ausgesuchten Krabbelgruppe.
Fakt ist: Es gibt Pferde, die man nicht einfach in jeden x-beliebigen Offenstall stecken kann. Das liegt aber oft an einer Vielzahl von Gründen, zum Beispiel:

  • Es gibt zu wenig Futterstellen, und rangniedrige Pferde bekommen zu wenig Futter
  • Es gibt zu wenig Futter für die Anzahl der Pferde
  • Es wird nicht kontrolliert, ob alle Pferde ausreichend und vor allem in Ruhe fressen
  • Es gibt nicht genug Platz
  • Es gibt nicht genug Liegeflächen
  • Es sind Kackbratzen in der Herde, die für Unruhe sorgen
  • Usw.

Ihr seht also, Gründe warum es schief laufen kann gibt es eine Menge. Das ist dann aber nicht das Problem das euer Pferd nicht Offenstall geeignet ist, sondern schlicht weg das der Offenstall schlecht geführt wird. Und genau, wie man jeden Pensionsstall mit großer Sorgfalt aussuchen sollte, sollte man einen Offenstall erst recht unter die Lupe nehmen.
Ich verstehe aber absolut, wenn man keinen vernünftigen Offenstall in der Nähe findet, und sein Pferd in eine Box mit möglichst viel Auslauf stellt. Denn eine Box mit viel Auslauf ist immer noch besser als ein schlechter Offenstall. Nur bitte sagt nicht, dass eure Pferde nicht Offenstall geeignet sind. Für alle Probleme – und stellt sich das eigene Püppi noch so blöd an – gibt es auch eine Offenstall-Lösung.

In diesem Sinne,
flauschige Grüße
Celeste

 

Aktualisierte eBook-Version jetzt verfügbar

Hallo ihr Lieben

derzeit befindet sich die Printversion von »Bist du verrückt genug für ein Pferd« in Vorbereitung und wird noch vor Weihnachten verfügbar sein.
(Ja, euer Wunsch ist mir Befehlt ^_° – Hier halte ich euch natürlich auf dem Laufenden)

In diesem Zusammenhang wurde aber auch die eBook-Version noch einmal ganz genau unter die Lupe genommen und von einem Profi korrigiert.

Vielen Dank an dieser Stelle, für die tolle Arbeit!

Es wurden nicht nur einige Fehler korrigiert, sondern auch der Aufbau etwas überarbeitet.
Ich hoffe es gefällt euch.

Das Ergebnis findet ihr wie immer unter:

http://www.amazon.de/dp/B00NZET202

Amazon wurde auf die umfassenden Änderungen hingewiesen, so dass ihr die vorhandene Version hoffentlich bald über eure Amazon Bibliothek aktualisieren könnt. Oder falls ihr die Funktion hinterlegt habt, die neue Version automatisch auf euer Kindle geladen wird.

 

Inhaltsverzeichnis

 

Warum Offenstall – auf der Weide ist es doch noch so viel schöner …

Hallo ihr Lieben,

es wird immer ungemütlicher und der Herbst schreitet in großen Schritten voran, bzw. eigentlich sind wir mittendrin. Gummistiefel gehören bereits zum Dresscode und ohne Regenjacke im Gepäck ist jeder Gang vor die Tür mehr als mutig.
Als Pferdehalter in Eigenregie beinhaltet wechselhaftes Wetter einige Tücken. Es ist windig, oft verregnet, und wenn die Sonne uns doch mal mit ihrer Anwesenheit beehrt, dann ist es eigentlich wieder viel zu warm. Und während ich mich durch Wind und Regen kämpfe, und bei Sonnenschein wieder vor mich hin schwitze, stehen meine Liebies zufrieden auf der Weide.

Ja richtig, meine Bande hat ernsthaft beschlossen bei dem Schmuddelwetter nicht nur tagsüber auf der Weide zu bleiben, nein sie schlafen auch dort. Für was brauch Pferd schon einen Offenstall?
Gut irgendwie verstehe ich es, denn während es tagsüber meist sehr warm ist, wird es nachts ungemütlich kalt. So plüschen die Pferde deutlich auf. Tagsüber ist es unter diesem Mäntelchen aber wohl doch ziemlich warm.  Und da ich ein Freund von Mutter Natur bin, und weder die Pferde schere noch eindecke, wenn es nicht wirklich nötig ist, lasse ich ihnen ihren Willen.

Und was macht man als treusorgender – oder treudoofer – Pferdebesitzer? Man packt jeden Tag Unmengen an Heu-Säcken am Offenstall ein und stopft diese in den kleinen Puschel – mein Auto. – Unglaublich, welche Mengen in so ein kleines Auto passen, wenn die Rückbank umgeklappt ist.
Und während ich dann das kleine, vollgestopfte Heu-Auto Richtung Weide lenke, niese ich voller Enthusiasmus vor mich hin. Nicht nur das mein Auto nun voll mit Heugekrissel ist und dringend einer Innen- und Außenwäsche bedarf, nein, mein Heuschnupfen kommt auch auf seine Kosten. Und eine solche Fahrt, mit einem Auto voller Heu, treibt sowohl Nase, als auch Hals und Augen an den Rand des Wahnsinns.
Sicher wäre es einfacher, wenn sie im Offenstall auf ihren riesigen Paddocks wären. Das Heu liegt in der Nähe der Raufen, und eine 24/7 Befüllung wäre schnell gemacht. Aber das Gras auf der Weide ist einfach noch viel zu schmackhaft und am Wetter stört Pferd sich nicht.
Aber was soll´s, was macht man nicht alles für seine Lieben.
Denn wenn Alles friedlich auf der Weide an ihren Heu-Haufen vor sich hin mümmeln, bin ich zufrieden und das Niesen ist schnell vergessen.

 

Tagebuch_16_10

 

 

 

 

 

 

 

 

Pink und Plüschig

Tja, das Cover ist fertig. Und wer hätte es gedacht? Es ist Pink! Und plüschig … Naja, eigentlich eher „sternig“. ^_°

Natürlich war die Überlegung da, das Ganze etwas »professioneller« aufzuziehen. Mit einem in der Sonne glänzenden Pferd, das über grüne Wiesen trabt. Eine einsame Biene bestäubt ein Blümchen und irgendwo rollt ein Pferdeapfel den Abhang hinunter …

Langweilig, oder?
Dann doch lieber so:

Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?

Bist du verrückt genug für ein eigenes Pferd?

 

Covergestaltung und andere Irrungen

Da ich zu den sogenannten Indie-Autoren, also Autoren ohne Verlag gehöre, kämpfe ich gerade mit den Irrungen und Wirrungen der Covergestaltung. Wie vielen angehenden Autoren mangelt es nämlich an einem: dem lieben Geld.

Natürlich habe ich schon im Vorfeld etwas Bauchschmerzen, ob euch mein Buch gefallen wird. Aber Augen zu und durch! Jeder hat mal klein angefangen. 🙂

Da ich den Text gerade, zum gefühlten tausendsten Mal korrekturgelesen habe, gönne ich mir etwas Abwechslung und mache mich an das Cover. Wie ich mir habe sagen lassen: die Visitenkarte für jedes Buch.
Meine Visitenkarte wird wohl entsprechend Pink und Plüschig.
Was das bedeutet? Das wirst du bald feststellen.
Aber erst einmal für meine lieben zukünftigen Leser/innen: der Rohentwurf:

 

Rohentwurf für das Titelbild

Rohentwurf für das Titelbild