Tag-Archiv | Pferd

Noch ein Pferd?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der letzten Woche? Für mich waren die letzten Wochen allgemein sehr turbulent, viele die meine Seite kennen, konnten dies mehr oder minder mitverfolgen. So war da der plötzliche Tod von Herrn Pony und meine Trauer, welche für viele unverständlich war. Dazu kam die Trauer der Pferde, die sehr intensiv war, bis hin zum Einzug von Thor und Loki und deren Eingliederung in die Herde.
Natürlich ist deren Einzug auch meinem Umfeld nicht verborgen geblieben, schließlich habe ich nicht nur auf Facebook Bilder gepostet. Nein, auch viele der Stammbesucher, Fußgänger und Hundeausführer haben die Jungs schon live und in Farbe gesehen. Und sobald das erste ›Oh wie süß‹ -Jauchzen vorbei war, kamen schon die Fragen.

  • Warum denn eigentlich noch ein Pony? Es sind doch noch drei Pferde da?
  • Warum eigentlich Ponys?
  • Und warum gleich zwei? Eins hätte doch gereicht, um das alte Pony zu ersetzen?

Das sind Momente, in denen ich unterbrechen muss, erst recht bei dem letzten Spruch. Denn die Jungs sind definitiv kein Ersatz für Herrn Pony, denn dieser ist wie jedes Lebewesen unersetzlich. Also versuche ich zu erklären:

  • Das Pferde trauern können und meine Damen dies definitiv getan haben.

Ehrlich gesagt war es sehr schmerzlich anzusehen, wie sehr meine Damen gelitten haben. Pferde, die immer freudig waren, schmusig und liebevoll, standen mit hängenden Köpfen und still herum. Zuneigung um die früher gebuhlt wurde war nun lästig, sie wollten definitiv ihre Ruhe. Sie reagierten abweisend auf alle Menschen, und es schmerzte, das nicht einmal Leckereien sie aufmuntern konnten.

  • Das ich ihnen keinen Ersatz, sondern Ablenkung bieten wollte, etwas das sie aus dem tiefen Loch heraus holt.

Natürlich hätte ich sie mit Arbeit beschäftigen und ihnen meine Gesellschaft aufzwingen können, aber wozu? Ich meine, wenn man selber trauert, beschäftigen einen zwar die Anforderungen im Job oder powert einen körperlich aus, aber die traurigen Gedanken vertreibt es nicht. Daher der Gedanke an ein neues Pony bzw. zwei. Denn dann sind sie dauerhaft beschäftigt, mit kennenlernen, eine neue Rangordnung festlegen, und der Überlegung ob man eine Nanny oder eine böse Fräulein Rottenmeier sein möchte.

  • Das ich bewusst wieder Minis gewählt habe. Dies tat ich nicht nur weil sie mir Freude bringen, sondern da mir auch bewusst ist, dass ich diese noch in 35 Jahren versorgen kann.

Natürlich hört sich das sehr berechnend an, aber ich werd auch nicht jünger, zudem bin ich Selbstversorger. Und neben meiner grossen Vorliebe für Minishettys habe ich eben eingeplant das diese Ponys noch locker 30 Jahre und mehr an meiner Seite sein werden. Und ich möchte mich im Alter nicht zurücklehnen und sabbernd auf der Parkbank sitzen, sondern mich immer noch mit Pferden beschäftigen. Die Zwerge werden dies möglich machen, auch wenn die körperlichen Zipperlein im Alter dabei sind

  • Das es natürlich zwei sind, weil kleine Kinder eben mit Gleichaltrigen spielen sollen, und müssen …

Eine Sache welche die wenigsten verstehen können, aber ich möchte einem Jungpferd eben das bestmögliche bieten. Auch wenn Frau Panzer sicher ein toller Spielgefährte ist und auch die Hengstspiele ausführlich beherscht, zwei Jungs spielen zusammen eben doch ganz anders. Zudem, wer die Jungs beim Züchter gesehen hätte, wüsste das es ein absolutes Verbrechen gewesen wäre, die beiden zu trennen. Ich bin sehr dankbar das ich den Zwergen ermöglichen kann zusammenzubleiben, umgeben von Damen, welche sie sehr zu schätzen wissen.

Nun nach solchen Erklärungen sind die meisten Besucher still und ziehen schweigend von dannen. Und doch weiss ich das ihre Gedanken weiter um mich und die Pferdeherde kreisen. Viele werden mich wohl für verrückt halten. Vielleicht bin ich in ihren Augen auf der gleichen Stufe wie die verrückte Katzenlady?
Zumindest werden sie mich belächeln wegen meiner Pferdeliebe, allein schon wegen der Kosten und der Arbeit die ich auf mich nehme.

Aber ist es denn so schwer zu verstehen das man:

  • Sich mit Dingen umgibt die man liebt?
  • Die einem Freude schenken?
  • Bei denen sogar die Arbeit erholsam ist?
  • Die einem in den schlimmsten Stunden Trost spenden?
  • Für die man sich gerne aufopfert, damit es ihnen gutgeht?

Natürlich habe ich eine Familie, und diese ist wirklich wundervoll. Und die Liebe zu meinen Pferden, wie auch meinen anderen Haustieren schmälert die Liebe zu meiner Familie nicht. Ich flüchte also nicht zu meinen Pferden, aufgrund verborgener Mutterinstinkte oder fehlender Familienliebe, sondern sie gehören einfach zu meiner großen Familie dazu.
Und ich kann kaum in Worte fassen, wie dankbar ich meiner Familie bin, gerade weil sie mir so viel ermöglichen und mich immer unterstützen. Egal wie verrückt meine Träume oder Ideen manchmal wirken.
Eine Familie, die meine Tränen und Albträume nicht mehr sehen wollte, sondern mich lieber ermutigte und unterstützte, zu diesem Schritt, die Jungs zu den Liebies zu holen.
Denn nur deren Meinung und Unterstützung ist mir wirklich wichtig, denn sie und meine nun wieder glücklichen Pferdedamen zeigen mir wie richtig dieser Schritt war.

Also schiebe ich meine Gedanken an die Fragen von Fremden beiseite.

So werde ich wohl demnächst, wenn wieder einer fragt ›Warum denn noch ein Pony‹ wohl einfach antworten: Weil ich es kann!
Denn ich frage auch niemanden, warum er noch ein Kind bekommt – oder zwei oder drei, ein weiteres Auto kauft, obwohl schon 3 in der Garage stehen, die x-te Designerhandtasche oder die 12545. Tupperschüssel.

Jeder soll sich – soweit es die eigene Kraft, die finanziellen Mittel und der vernünftige Menschenverstand zulassen – mit den Sachen, Menschen, oder Lebewesen umgeben, die ihn glücklich machen. Denn nicht immer werden uns schöne Dinge im Leben erwarten, und auf die wenigsten haben wir wirklich Einfluss. So umgebe ich mich mit einer wundervollen Familie, liebreizenden Haustieren und einer kleinen Herde voller herzerwärmender Pferde.
Ich wünsche euch das Gleiche mit all den Dingen und Lebewesen, die euch glücklich machen.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Das Immenhofmädel in mir

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?
Mittlerweile habe ich das Gefühl, der Sommer war nicht einmal richtig da, und der Herbst steht schon vor der Türe. Zumindest weiß das Wetter bei uns nicht wirklich, was es will. Mal regnet es, dann scheint eine Stunde später wieder die Sonne und wieder eine Stunde später, ist der Himmel dunkel. Als ich eben nach dem Stallbesuch wieder im Auto saß und den Pferden beim Grasen zu schaute, fiel doch glatt ein gelbes Blatt auf meine Windschutzscheibe, und dann noch eines und noch eines. Mein Blick wanderte in die Baumkronen und tatsächlich breitet sich dort so langsam das zarte Gelb in den Blättern aus. Wo ist nur der Sommer geblieben? Hatte ich nicht gerade erst den nassen Winter überstanden?

Irgendwie verfliegt die Zeit stetig, zu sehr nimmt einen die Arbeit, der Haushalt, die privaten Dinge, aber auch alles rund um die Pferde gefangen. Denke ich darüber nach, wie lange ich schon Pferde halte, dann wird mir anders. Nicht weil diese Zeit nicht wunderschön war / ist, sondern weil mir bewusst wird wie viele Jahre, schon wie im Flug vergangen sind.
Sicher ich habe unendlich viel erlebt in dieser Zeit, und ich bin sehr dankbar für alle Gelegenheiten, die sich mir boten und auch weiterhin bieten werden. Und doch hat sich seit meiner Jugend viel verändert. Zum Positiven muss man eindeutig bei der Pferdehaltung erwähnen. Denn aus herkömmlicher Boxenhaltung oder gar Ständerhaltung mit wenig oder gar keinem Auslauf, sind immer mehr Stallbesitzer zu großzügigen Boxen mit viel Auslauf, wie auch Offenställen umgestiegen. Auch wenn da noch nicht alle umgerüstet haben, so ist der Wandel im Laufe der Jahre doch wirklich als positiv zu erachten.

Was mir aber manchmal ein wenig fehlt, ist das Immenhof-Feeling, das wir damals als Kinder erlebt haben. Denn schaue ich durch so manche Pferdegruppe dann bin ich fast traurig wie sich die Reiterszene entwickelt.

Während wir früher:

  • Mit Jeans und Gummistiefeln auf dem Pony saßen
  • Eine rutschende Samtkappe mit Gummizug besaßen, die so viel schützte wie ein Kaninchenfurz
  • Barfuß die Pferde von der Weide holten
  • Ohne Sattel auf den Weiden Wettrennen bestritten
  • Ohne Sattel mit Wassergläsern in der Hand gesprungen sind
  • Über Blätterhaufen von Rübenfeldern gehüpft sind (mit Erlaubnis der Bauern)
  • Über Stoppelfelder gesaust sind und Wettrennen gemacht haben (mit Erlaubnis und vorherigen Abgehen im Schritt zwecks Löchersuche)
  • Wir mit den Ponys Wettrennen machen konnten, ohne das sie durchgingen
  • Stundenlang bei der Heu- und Strohernte geholfen haben, ohne murren, aber voller Stolz, dass man helfen durfte
  • X Boxen gemistet haben, auch wenn es nicht die eigenen waren, einfach aus Spaß
  • Kehren und fegen ein Wettstreit war unter den Stallmädels
  • Stundenlang zusammen mit anderen Mädels Sattelzeug geputzt und getratscht haben
  • Pflegepferde statt Reitbeteiligungen gehabt haben
  • Auf den Pferden stehend das Obst aus den Bäumen pflückten
  • Statt Knotenhalfter und Spezialzäumung einfach Halfter und Trense benutzten
  • Zubehör in den Farben Braun und Schwarz, allenfalls Blau und Grün besaßen. Mit Stirnriemen aus Plastik statt Bling Bling
  • Stundenlang Rüben sauber gemacht haben, selbstredend für den gesamten Stall
  • Wundversorgung erlernt und übernommen haben, wann immer es nötig war
  • Usw.

Die Zeiten waren einfach anders und was auch immer wir anstellten, wir waren unter den wachsamen Augen der Stallbesitzer, Stallmeister, Reitlehrer und Bauern. Sicher gab es  mal den ein oder anderen Unsinn, aber alles was den Pferden geschadet hätte, wäre mit einem Donnerwetter geendet. Damals galten diese Personen noch als Respektspersonen die einem im Zweifel auch das Fell über die Ohren zogen. Die eigenen Eltern waren dann übrigens nicht wie heute zeternd mit einem Anwaltsschreiben zur Stelle. Nein, von denen gab es dann gleich noch eine drüber, falls man den Stallmeister verärgerte. Im Stall hatte man sich zu benehmen, und das Wort von Stallbesitzer / Stallmeister / Bauer / Reitlehrer hatte Respekt verdient.

Schaue ich nun durch die Gruppen dann sehe ich eine neue Generation Reiter:

  • Eine die oft sehr unvorbereitet an das Thema Pferd heran geht, da ihnen die Ausbildung bei einem Pflegepferd fehlt.
  • Mädchen, die nach ein paar Reitstunden eine Reitbeteiligung nehmen und sich wundern warum ihnen das Pferd auf der Nase herumtanzt.
  • Mädels, die Reitbeteiligungen wechseln wie Unterhosen, weil sie nie mit einem Pferd zurechtkommen, statt zu begreifen, dass der Fehler an ihnen liegt.
  • Eltern, die lieber Geld in ein eigenes Pferd oder eine Reitbeteiligung stecken, statt ihre Kinder auch mal für ihre Ausbildung arbeiten zu lassen. Denn oft kommt da der Spruch:
    »Also misten und das schmutzige Pferd putzen muss de Tschackeliiineee nicht, die soll ja reiten.«– Kinder, die einen ganzen Schrank voll Schabracken oder anderen Zubehör Sammelkollektionen besitzen, aber kein Geld in die eigene Ausbildung, oder die des Pferdes investieren wollen. Natürlich sind nicht alle so, aber auch das habe ich oft genug erlebt.
  • Mädels, die nicht wissen, wie Sattelzeug geputzt wird (ja, auch da habe ich schon mehrfach gelesen, wie man Schimmel entfernen soll)
  • Mädels, die eine Facebook Scheinwelt präsentieren mit Wallekleidchen und Freilaufbildchen, aber bei den normalen Reitkünsten hapert es an allen Stellen.

Die neue Generation ist oft mehr Schein als Sein.
Statt gut gerittener Ponys, welche mit einem durch dick und dünn gehen, hat man nun coole Problempferde, die alle traumatisiert sind. Diese müssen dann gerettet und mit Halsring und Wallekleid fotogerecht durch die Pampa gejagt werden. Auf eine Sicherheitstrense muss man aber verzichten, denn sonst fehlt ja der Showeffekt für die Facebook-Fraktion.
Und das sind dann Sachen, bei denen ich im Kreis brechen möchte, denn auch da hätte damals der Spaß aufgehört.
Freilauf oder Halsring im Gelände?
Die Bauern hätten uns von unseren Pferden geholt und uns den Arsch versohlt. Nur um uns dann bei dem Stallbesitzer und unseren Eltern zu verpetzen, was dann ebenso mächtig Ärger gegeben hätte. Nein, damals waren wir eher stolz darauf, dass wir tolle Ponys hatten. Welche die gut geritten waren und sich nicht mit dem Problempferdstatus rühmen konnten. Wir sind täglich geritten, haben die Ponys auch zum Eisessen oder zur Buchhandlung im Nachbardorf mitgenommen. Dort konnten wir sie sogar vor der Türe anbinden ohne das Chaos entstand. Sie waren straßen- und verkehrssicher in allen Lagen, weil es geübt und darauf Wert gelegt wurde. Und wenn wir abends dann mit der Futterschüssel in der Hand vor unserem schmatzenden Pony saßen, oder vor Müdigkeit in der Box auf ihm liegend einschliefen, dann war die Welt in Ordnung.

Ich bedaure  die heutige Jugend ein wenig für alles, was ihnen entgangen ist. Sicher mag die Pflegepferdzeit kein Zuckerschlecken gewesen sein. Es war harte Arbeit und wir wurden  oft als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Aber wir haben so viel im täglichen Umgang rund um die Pferde gelernt, was den meisten Reitbeteiligungen und Reitschülern gerade in der heutigen Zeit einfach verwehrt bleibt.

Ich kann daher nur raten etwas mehr Immenhof-Feeling zuzulassen, und etwas weniger  Wert auf Marken, und eine Internet-Scheinwelt zu legen.
Pimpt euch allerdings mit gut sitzenden Kappen und sicherem Schuhwerk und verzichtet nicht auf eine ausreichende Zäumung im Gelände. Und wenn ihr dann das Trippel-Trappel-Pony-Lied im Ohr habt, dann denkt daran: Die Zeit verfliegt viel zu schnell. Nutzt sie für eine vernünftige Ausbildung mit euren Ponys und Pferden. Habt Spaß im Stall und genießt eure Zeit. Denn auch wenn wir später alle alt und grau sind, das Immenhofmädel wird immer in uns stecken.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

immenhof

 

Urlaubsparadies Pferd?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?

Nachdem wir in den letzten Wochen Bremsenfallen gebastelt haben, jetzt mit Litamin Duschgel – gegen die Bremsen – eingedeckt sind und einen regen Austausch über das Märchen vom Vertauen genossen, habe ich nebenher – zusammen mit meiner lieben Oompa Loompa – einen Gemeinschaftsroman herausgebracht. Wer also 99 Cent opfern möchte und Lust auf einen Roman hat der auch ohne Lovestory und Dauerpimpern auskommt, dafür aber 2 taffe Mädels bei ihrem Job als Kopfgeldjäger durch die Zeit begleiten möchte, der findet die Anfangsstory zur Badass & Glamorous-Reihe auf Amazon.

Diese kann man übrigens auch dank der Apps von Amazon auf dem PC, Handy oder Tablet lesen.

Aber genug der Schleichwerbung, denn ehrlich gesagt so sehr ich unser neues Buchprojekt liebe, zusammen mit Familie, Haushalt und Pferden kann es ziemlich viel Zeit und Energie rauben. Und es ist ja nicht so, als ob die Heinzelmännchen bei mir die Arbeit erledigen. So habe ich zum Beispiel alle Freizeit in der letzten Woche einzig einem neuen Zaun / Auslauf geopfert. Den alten Zaun entfernen, das alte Baumaterial entsorgen, und den neuen Zaun ziehen und alles freischneiden. Und das, während meine Nase im Gras hängt und ich trotz Antiallergikum dank meines Heuschnupfen wild nach Luft japse. Alle Offenstaller und Selbstversorger werden nun wissend nicken. Ihr kennt das. Nicht unbedingt den Heuschnupfen, aber das man sich den Pferden zuliebe körperlich mehr als verausgabt. So dass man später völlig verschwitzt und schmutzig  zurück ins Auto kriecht und einem alle Knochen weh tun.

Und dennoch betrachten wir danach voller Stolz unseren neuen Zaun, ein selbst gebautes Werk oder was auch immer wir erarbeitet oder geschaffen haben und sind glücklich. Denn wir haben es für unsere Pferde gemacht, was sind da schon abgebrochene Fingernägel, Kratzer, Schmerzen und blaue Flecken?

Und kommen wir dann Heim und wollen stolz berichten was wir alles geschafft haben, dann kommt von der Familie meist nur ein »Aha, …«
Wenn‘s hoch kommt auch ein: »Schön …«
Im besten Fall ein: »Toll gemacht.«
Bilder unserer Werke werden überflogen und mit einem »Was gibt es denn heute zum Essen« quittiert. Auch wenn ich meinen Mann wirklich von Herzen liebe, aber das sind Momente, in denen ich ihn erschlagen möchte.

Also spare ich mir das inzwischen einfach und sinniere selber über mein Werk. So sitze ich in einer Arbeits- und Wasserpause auf meinem Höckerchen und sehe mich um.
Jeden Pfosten, jeden Isolator und jedes Stück Holz oder Litze kenne ich. Alles habe ich selber verbaut. Jedes Stück Holz im Stall, jede Raufe, einfach alles …
Und auch wenn mein Holzstall bei weitem weder luxuriös oder perfekt ist, so ist er stabil, und zweckdienlich. Sicher gewinne ich damit keinen Schönheitspreis wie bei den Nobeloffenställen, welche so gerne auf Messen und im Internet präsentiert werden. Aber will ich das?
Ich sehe mich um und bin umgeben von meinen Pferden. Rund herum sind Felder mit Wildblumen, aber auch Obstbäume und Streifen mit Weinreben. Sitzt man ganz still da, kann man nicht nur die Hummeln und Bienen bei der Arbeit beobachten, sondern man sieht auch Rehe, Fasane, Kaninchen und Greifvögel, ebenso wie Dachse und Füchse.
Und anscheinend genieße nicht nur ich den Moment der Ruhe am Stall. Denn inzwischen haben sich bei meinem Heulager Campingstühle eingefunden. Diese wurden von wiederkehrenden Spaziergängern mit gebracht die meinen Stall täglich mehrfach besuchen. Dort machen sie dann ihre Pause, sonnen sich, genießen die Aussicht und beobachten die Pferde, so wie die Natur. Treffen sie mich kommen wir ins Gespräch und halten einen Plausch. Lustigerweise werden diese einfachen 70er-Jahre-Design Campingstühle inzwischen auch von anderen Spaziergängern genutzt, welche den Stall ebenso als Ruheoase erkannt haben. Auch diese nutzen den Moment der Ruhe und den abgelegenen Ort mitten in der Natur. Sie erfreuen sich an den Pferden und an der Umgebung.

Es ist also bei weitem nicht der Luxus der einem ein Urlaubsgefühl vermittelt, sondern ein friedliches Plätzchen abgeschieden in der Natur. Umgeben von Tieren, weg von Hektik und Lärm. Kommt man mit den Leuten ins Gespräch finden sie immer wieder lobende Worte für den Stall, die Pferde, die Arbeit die ich mir mache. Sie erzählen mir, wie oft sie herkommen, was sie schon alles beobachtet haben und wie erholsam es ist hier zu rasten. Und auf einmal ertappe ich mich dabei, wie ich nach getaner Arbeit selber auf meine Strohballen krabbele, mich drauf hocke und die Aussicht genieße. Diesmal ist es nicht einfach eine kleine Pause während der Arbeit, diesmal ist es eine bewusste Pause. Eine bei der alle Arbeit erledigt ist. Eine in der ich Heim fahren könnte, um da weiter meine anderen Arbeiten zu erledigen. Aber ich bleibe sitzen, ich genieße die Sonnenstrahlen und sehe in der Ferne einen Regenbogen. Die Pferde fressen genüsslich auf der neuen Weide, völlig verzückt von dem neuen Gras. Meine Beine baumeln den Strohballen runter und ich habe fast das Bedürfnis mich hinzulegen und die Augen zu schließen. Fast, ja fast ist das wie Urlaub. Warum zur Hölle gönne ich mir das nicht viel öfter?
Warum ist nach aller Arbeit dafür so selten Zeit?
Ob es vermessen wäre, mir hier einen Liegestuhl hinzustellen?
So kreisen meine Gedanken und die Zeit verfliegt. Und auch wenn es kein 5-Sterne-Urlaub am Meer war, so fühle ich mich doch erfrischt und erholt.
Und eines weiß ich sicher bei aller Arbeit: Diesen Kurzurlaub sollte ich mir öfter gönnen.
Und ich hoffe, ihr gönnt ihn euch auch.

Flauschige Grüße
Celeste

Urlaubsparadies Pferd

 

Das Märchen vom Vertrauen

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es geht euch und euren Pferden und anderen Vierbeinern gut? Viele sind ja momentan arg geplagt, von schweren Unwettern die Weiden wie Offenställe unter Wasser setzen. Allen denen es also momentan nicht so gut geht drücke ich fest die Daumen, auf das bessere Zeiten bald folgen werden.

Aber kommen wir zum heutigen Thema. Denn momentan gibt es ein Wort, das mich dauerhaft verfolgt, wie der Duft von Hundescheiße nach einem Tritt in selbigen Haufen. Und zwar das Wort: Vertrauen
Mit diesem Wort wird im Pferdebereich um sich geworfen, wie Prinz Karneval seine Bon Bons verteilt.

Die Anlässe dazu sind vielfältig, so z.B.:

  • Dein Pferd möchte Aufgabe XY nicht erledigen?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Lektion XY kannst du mit deinem Pferd nicht erreiten, aber Andere schon?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Dein Pferd hat Angst vor XY?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Du reitest dein Pferd nicht mit Halsring im Gelände?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!
  • Du machst keine Bilder ohne Zaum im Gelände?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!
  • Du reitest nur mit Kappe/Weste/sicherem Schuhwerk?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!

Aber was ist Vertrauen für viele Pferdhalter eigentlich?

Vertrauen bedeutet für sie, dass man als Pferd von seinem Gegenüber in eine unangenehme oder gefährliche Situation gebracht wird, aber diese trotzdem meistert, da man davon ausgeht das einem nichts Gefährliches passiert.
Dieses »Vertrauen« basiert also auf:

  • Positive Erfahrungswerte mit der Person.
  • Eine positive Einschätzung der Person.
  • Einer guten Argumentation der Person.
  • Aber auch eigene Erfahrungswerte welche uns die Situation neutral einschätzen lassen.

Vertrauen ist also dann wichtig, wenn wir unser Pferd in eine ungewohnte und neue Situation bringen. Aufgrund der Erziehung, wie auch der positiven Erfahrungen die unser Pferd mit uns zusammen gemacht hat, kann es sich leichter solch einer Situation stellen.
Ebenso ist Vertrauen wichtig bei unangenehmen Erfahrungen.
Solche kommen z.B. oft bei notwendigen tierärztlichen Behandlungen vor. Neben einer guten Grunderziehung ist es also wichtig das unsere Pferde lernen unangenehme Behandlungen zu ertragen, ohne sich derer zu entziehen.

Aber Vertrauen ist nicht die grundlegende Lösung für alle Probleme rund um den Pferdealltag.
Viele Dinge basieren eher auf einer guten Erziehung und einem vernünftigen Training mit vielen Wiederholungseinheiten. Ebenso eine angepasste Fütterung und eine artgerechte Haltung.
Dazu ist der Zeitfaktor eine entscheidende Hilfe.
Beispielsweise Selbstversorger haben oft eine sehr innige Beziehung zu ihren Pferden. Dies folgt aus der Zeit die man zusätzlich MIT seinen Pferden verbringt, aber eben in dieser Zeit keine Arbeit fordert. Zeit in denen man sie neben der Stallarbeit beobachtet, ihr Sozialleben verfolgt. Somit durch das Gesehene auch besser Bescheid weiß was sie gerade beschäftigt, als ein Besitzer der nur zu Pflege und Training erscheint.

Was Vertrauen aber NICHT ist: Halsring/ohne Zaum Gelände Bildchen.
Das hat NICHTS mit Vertrauen zu tun, aber eine Menge mit Dummheit. Denn unsere Pferde sind Fluchttiere. Wie kann man immer wieder mit Liebe und Vertrauen argumentieren, aber gleichermaßen seinem Pferd einen wichtigen Instinkt – den Fluchtinstinkt – aberkennen?
Wie kann man davon ausgehen das sein Pferd wie eine Maschine, statt einem Lebewesen mit Ängsten und Gefühlen funktionieren soll? Nur weil man sich mit einem angeblichen Vertrauen brüsten will? Hier herscht eine gnadenlose Selbstüberschätzung was das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd betrifft. Ebenso eine gnadenlose Unkenntnis, was die Gesetzgebung zur Strassenverkehrsordnung betrifft. Wer sich deswegen noch einmal informieren will, hier ein alter Text von mir dazu:

Reiten oder Halsring-Show?

Dort habe ich erklärt, warum eine Versicherung eben nicht zahlt, ebenso was einen noch an Strafen erwartet.

Von daher, wenn ihr mit Halsring ausreiten möchtet, dann nutzt einfach eine zusätzliche Sicherheitstrense. Diese muss ja nur im Notfall benutzt werden, aber sichert euch entsprechend ab. Ohne Zaum aber hat kein Pferd etwas draußen verloren. Selbst für teure Fotoshootings sollte wenigstens der Shooting-Bereich mit transportablen Pfählen und Litze entsprechend abgesichert sein. Fotografen die sich diese Mühe nicht machen sind in meinen Augen nicht empfehlenswert.
Aber den Halsring draußen ohne Sicherheitstrense zu nutzen, oder Shootings ohne Zaum und ohne Sicherheitszaun zu machen, das hat NICHTS mit Vertrauen zu tun.
Denn allein das man immer wieder mit dem angeblichen Vertrauen argumentiert zeigt ja das einem bewusst ist, dass diese Situation gefährlich werden kann. Und sein Pferd und sein Umfeld bewusst einer gefährlichen Situation aus zu setzen ist fahrlässig und nicht lobenswert.
Diese Aktionen dienen einzig dem eigenen Ego, weil man der Außenwelt beweisen will, welch angebliches inniges Verhältnis man zu seinem Pferd hat. Wie cool man doch ist. Und wie gut das Pferd doch angeblich auf die kleinsten Hilfen reagiert. Sachen, die viele Reiter ebenso locker beherrschen, aber sie dennoch nur in einer umzäunten Umgebung trainieren. Denn diese sind sich der Gefahren bewusst und trainieren lieber für sich selber, ohne nach Likes und Aufmerksamkeit zu geifern.

In diesem Sinne: Schraubt das eigene Ego ein wenig zurück und überlegt, was Vertrauen wirklich bedeutet. Denn das misst sich nicht an Facebook Likes. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Maerchen vom Vertrauen

 

Lieber Wettergott, du kannst mich mal ganz gepflegt puscheln

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt die Gewitter wie auch die Regenfluten schadlos überstanden? Auch wenn unser Dorf am Montag mächtig überschwemmt wurde, und auch die Stadt sehr unter den Regenmassen gelitten hat, habe ich hier in der Region doch mächtig Glück gehabt. Nicht zuletzt ist dieser Umstand auch den fleißigen Mitarbeitern der Feuerwehr, wie auch ihren Helfern, zu verdanken. Auf diesem Wege also ein virtuelles »Danke« für euren unermüdlichen Einsatz und eure Hilfe!

Einige Städte haben nicht so viel Glück gehabt, ebenso einige Ställe. Schaut man durch die Gruppen, sieht man überflutete Weiden und Paddocks. Manche Offenstallpferde mussten der Sicherheit wegen kurzfristig in andere Ställe umquartiert werden. Andere leben mit den Wassermassen und arbeiten täglich dagegen an. Gut bewaffnet mit Besen und Schaufeln, Gummistiefeln und Regenjacken. Alles mit dem Fazit, das es langsam genug Regen ist!

Früher zu Pensionszeiten habe ich das alles deutlich leichter genommen.

  • Ein Gewitter zog auf?
    Der Stallbetreiber sorgte dafür, dass die Pferde von der Weide in den Stall kamen.
  • Ein Sturm zerlegte den Zaun oder das Stalldach?
    Der Stallbetreiber würde alles wieder richten. Wie von Zauberhand kaufte sich das Material alleine ein, und auch die Reparaturarbeiten waren meist schon erledigt, wenn man sein Pferd besuchte.

Sicher bot man hier und da Hilfe an, aber die Kosten wie auch die Verantwortung lagen alleine bei dem Stallbesitzer. Und ich gestehe, da ich bei 7 Pferden damals jeden Monat eine beachtliche Summe zahlte, genoss ich das Rundum-sorglos-Paket in vollen Zügen. Weder Sturm noch Gewitter bereitete mir mehr Sorgen als ein Schulterzucken, mit dem Wissen, das der Stallbesitzer alles schon richten wird.

Doch irgendwann wechselt man in die Selbstversorgung und erfreut sich an seinem eigenen Stall. Aber mit dem Stall kommt nicht nur die Freude alles alleine entscheiden zu dürfen, sondern auch die Kosten und die Verantwortung, alles alleine entscheiden zu müssen. Und so stehen wir bei jedem Gewitter und jedem Starkregenschauer am Fenster und beten das es langsam ein Ende haben möge.

Zu tief sitzt die Angst, dass es immer schlimmer wird, …

  • Dass der Regen Stall und Weiden überflutet.
  • Dass ein Blitz bei den Pferden einschlägt.
  • Dass ein Sturm Stall und Zäune zerlegt.
  • Dass die Weiden trotz Wetterwechseln gut nachwachsen.
  • Dass sich die Unwetter oder die Hitzeperioden auf die Heuernte auswirken.
  • Dass die Unwetter die Pferde verschrecken und in Panik und Angst versetzen, im schlimmsten Fall zur Flucht von Paddocks und Weiden veranlassen.

Und geprägt durch Unwetter und Überflutungen brennt sich diese Angst schleichend ein. Jedes Unwetter wird kritisch betrachtet. Jedes Gewitter mit Argusaugen beobachtet.

Schon türmen sich dann die Fragen in den Gruppen:

  •  Pferde bei Gewitter rein oder raus?
  • Strom auf den Zäunen an oder aus bei Gewitter?
  • Weide mit oder ohne Bäume bei Sturm?
  • Weide oder Paddock bei Starkregen?
  • Decke bei Regen trotz Temperaturen von 15 Grad plus?

Und plötzlich merkt man, dass man mit seinen Sorgen nicht alleine ist, sondern dass es vielen weiteren Selbstversorgern ähnlich ergeht. Man stellt fest, dass man kein Angsthase oder eine Pferde-Helikopter-Mutti ist, sondern dass man sich einfach seiner Verantwortung seinen Tieren gegenüber bewusst ist.

Fakt ist, das Wetter hat sich verändert.
Mit unseren sorglosen Sommern voll Sonnenschein, und ab und an ein wenig Regen wie von 35 Jahren, hat das nichts mehr zu tun. Die Meteorologen haben sehr klare Worte für die Klimaveränderung gefunden, und auch wir Pferdebesitzer müssen uns dieser Veränderung anpassen. So versuchen wir unsere Lieben zu schützen, soweit dies möglich ist.

  • Wir sichern den Stall nach besten Möglichkeiten gegen Sturm.
  • Wir checken alle Bäume auf den Weiden nach morschen Ästen die sich im Sturm lösen könnten.
  • Wir achten auf eine stetig gut gespannte Litze bei Stromzäunen.
  • Ebenso lassen wir das Stromgerät auch bei Gewitter an. (Lieber ein zerlegtes Stromgerät als ein zerlegter Zaun da stromlos)
  • Wir lassen die Offenstallpferde auch bei Gewitter draussen, denn wir wissen der Blitz kann nicht nur auf der Weide, sondern auch im Stall einschlagen. Somit überlassen wir den Pferden die Wahl, wo sie bei Unwetter sein möchten, statt sie wegen unserer eigenen Ängste einzusperren.
  • Wir versuchen nicht zur Übermami zu mutieren, sondern geben unseren Pferden die Wahl, welche die Unwetter meist besser gelaunt überstehen als wir selber.

Und wenn doch mal Land unter ist und etwas beschädigt oder zerstört wird, dann bauen wir es eben wieder auf! Wie sind Selbstversorger und oft auch Offenstaller. Wir wissen wie man Zäune zieht. Wir wissen wie man einen Stall baut. Wir wissen wie man notdürftig etwas repariert oder instand setzt.
Was auch immer uns ereilen wird, wir werden damit fertig!

Und sollte es uns einmal dreckig gehen, dann wissen wir, dass wir nicht alleine sind. In vielen Gruppen findet dazu ein wirklich netter Austausch statt.
Sollte es euch dennoch eimmal über den Kopf wachsen und ihr sucht ein offenes Ohr, dann dürft ihr mich auch gerne einmal anschreiben und euch ausheulen.
Denn wir sind Selbstversorger, wir basteln aus dem Inhalt unserer Autos in 5 Minuten eine Heuraufe. Mit dem schlechten Wetter und seinen Folgen werden wir auch noch fertig!

Flauschige Grüße
Celeste

wettergott

 

Albtraum: Trainer

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Ich hoffe, euch geht es so weit gut, und ihr und eure Lieben habt die Gewitter gut überstanden! Denn auch wenn ich mich für Weiden und Heuwiesen über Regen freue, mag ich Gewitter nun wirklich nicht. Während meine Pferdebande völlig entspannt ist, sind Gewitter für mich ein echter Albtraum. Aber o.k., ich stehe dazu, dass ich dahingehend ein Schisshase bin. Schließlich gibt es dümmere Dinge, vor denen man sich fürchten kann.

Eins dieser Dinge sind zum Beispiel Bereiter und Trainer.

Liest man durch verschiedene Gruppen und Foren, dann stößt man immer wieder auf Aussagen, welche die Bereiter und Trainer mit den 4 Reitern der Apokalypse gleichstellen. Frei dem Motto: Außer Leid und Verderben bringen sie nichts Gutes, aber kosten viel Geld. Einige Pferdebesitzer haben schlechte Erfahrungen mit Bereitern und Trainern gemacht, und sind somit gebrannte Kinder. So halten die Pferdemuttis dann lieber die beschützende Hand über ihre Pferdekinder und nehmen die Ausbildung selbst in die Hand. Auch wenn das manchmal eher schlecht als recht umgesetzt wird, so geschieht das doch, weil man seinen Liebling keinem Fremden mehr anvertrauen will. Zudem ist man festen Glaubens, dass die horrenden Trainer Gebühren eh nur dazu dienen sich zu bereichern.

Doch wie sieht es in der Realität aus?
Schlucken wir doch einmal die rote Pille und lenken unseren Blick über die Matrix hinaus: Oft ist es so, dass man nicht alle Ausbildungswege mit seinem Pferd, ohne Hilfe beschreiten kann. Denn meist ist es nicht ausreichend wenn man ein guter , oder auch sehr guter Reiter ist. Denn reiten können, heißt nicht automatisch das man auch lehren und ausbilden kann.  Und einem Pferd neue Ausbildungsschritte vermitteln wollen,  kann ohne Vorwissen manchmal ganz böse in die Hose gehen.

Das ist wie in der Schule. Es gibt Schüler, die auch trockenen langweiligen Schulstoff verstehen, und brav und stoisch umsetzen. Ebenso gibt es aber die Klassenclowns, die einen auf dicke Hose machen und dem Lehrer auf der Nase rum tanzen. Hat man dann nicht den Arsch in der Hose und setzt sich durch, dann kann es sehr ungemütlich werden, wenn einem das 600 kg Pferd auf der Nase rum tanzt. Und nicht jeder Pferdebesitzer hat schlicht weg die Ahnung und das Wissen mit einem Klassenclown umzugehen. Hier braucht es also einen Trainer / Bereiter, der dem Pferd ruhig und konsequent vermittelt das es nicht das heißeste Wiener Würstchen ist.

Doch warum kommt es immer wieder zu Diskrepanzen und Abneigungen gegen Trainer und Bereitern?

Nun machen wir uns nicht vor, in der heutigen Zeit darf sich fast alles »Trainer« schimpfen.

  • Auf dem Ponyhof ein paar Ponys geritten?
  • Als junges Mädchen auf ein paar Jungpferden rum gehöppelt?
  • An einem Wochenendkurs bei einem bekannten Reiter teilgenommen?
  • Ein Furypony vom Steigen abgehalten?
  • Oder wahlweise mit Hüfchen heben und Leckerlis Steigen beigebracht?
  • Im Walle-Kleidchen und Mate Tee mit alternativen Walgesängen um die Pferde rum getanzt?

Juhuuu! Wir schimpfen uns Trainer und locken mit wilden Versprechen und günstigen Preisen unser Publikum an.

Wer die Dienste solcher Scharlatane in Anspruch nimmt, bekommt natürlich nicht wirklich eine vernünftige Ausbildung. Trotzdem fallen immer wieder unzählige Pferdebesitzer auf solche »Trainer« rein. Weil diese viel versprechen, wenig kosten und so viel Zeit haben, um jederzeit in den heimischen Stall zu kommen.

Ebenso gibt es aber auch Trainer vom Fach, die wirklich eine gute Ausbildung genossen haben, mit denen man aber nicht glücklich wird. Denn nur weil man X Kurse belegt und Auszeichnungen hat, samt einer eigenen Anlage, hält einen das nicht ab menschlich ein Idiot zu sein, der nur auf Geld aus ist.

Daher muss man genau wissen, wie man einen passenden Trainer auswählt.

Ein guter Trainer:

Ist nicht billig
Denn wer aus Nächstenliebe umsonst Pferde ausbildet, hat irgendwann keine Zeit mehr, da er mit Pferden überhäuft wird. Außerdem bezahlt Nächstenliebe keine Rechnungen.

Wird nicht unbedingt in nächster Nähe des eigenen Stalles sein
Auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen. Nicht jeder gute Trainer kommt in den heimischen Stall. Oft nehmen sie die Pferde für Monate mit in den eigenen Trainingsstall, da sie täglich mit mehreren Pferden arbeiten und nicht täglich von Pferd zu Pferd reisen können.

Bestimmt zusammen mit dem Besitzer die Trainingsziele
Das Pferd aber bestimmt den Zeitplan wie diese umgesetzt werden.

Schulen wenn nötig die Besitzer mit
Der Besitzer wird wenn möglich parallel auf einem gut ausgebildeten Schulpferd geschult, während das eigene Pferd in Ruhe vom Trainer ausgebildet wird. Später werden beide zusammengeführt, wenn der Ausbildungsstand beider zusammenpasst.

Lässt jederzeit Besuch zum Training zu
Aber er wird nicht 24/7 unter Beobachtung stehen wollen, noch das der Besitzer 24/7 Hüfchen hält bei seinem Schützling.

Wird ehrlich sein
Er wird den Besitzer darauf hinweisen, wenn sich gewisse Probleme nur durch Tierarzt/Schmied lösen lassen.

Oft scheitern Trainer / Besitzer Konstellationen auch an falschen Vorstellungen und Wünschen. So erwarten viele Besitzer einen Trainer, der das Pferdekind auf den Händen trägt. Der es genauso liebt und verhätschelt und natürlich nach den eigenen Vorgaben ausbildet.

Frei dem Motto: »Also das Puschelchen das darf nicht zu hart angefasst werden. Sicher beißt und steigt der mal, aber wenn man den dann mit einem Leckerchen lockt, dann ist alles wieder gut. Der soll mit mir ja auch nuuuur als Freizeitpferd in den Wald gehen. Natürlich ohne Sattel, denn der mag den Gurt einfach nicht. Deswegen beißt der dann. Nicht weil der Sattel so schlecht sitzt, wie immer behauptet wird. Und wenn der abends nicht in die Box will, dann liegt das am falschen Feng Pfui. Da muss man ihn dann eben einfach lassen …«

Das vernünftige Trainer solchen Vorgaben und Angaben nicht folgen werden, ist verständlich. Ebenso das die Besitzer oft angepuschelt reagieren, wenn ihr armes Hascherln so streng, oder eher konsequent in den Senkel gestellt wird. Oft wird dann unter großem Gezeter der Trainer gewechselt und als Tierquäler tituliert.

Danach tanzen Pferd und Besitzer lieber zusammen ihre Namen, als weiter an der Ausbildung zu arbeiten. Schließlich muss sich das arme Purzelchen doch von den Erziehungsversuchen derart erholen, dass er nachts Bittbriefe an die Leckerli-Firmen schreibt.

Umgekehrt haben es auch viele Trainer nicht leicht.

Denn sie stecken viel Arbeit und Mühe in, oft unerzogene, Pferde, nur damit der Besitzer später Daheim wieder alles wie gewohnt weiter macht. Viele Besitzer wollen sich oft nicht ändern, und erwarten von den Trainern wahre Wunder.

Klappen die Sachen dann beim Trainer, aber Daheim nicht mehr, wenn sich die alten Gewohnheiten eingeschlichen haben, dann ist wie immer, der Trainer schuld.

Schließlich wäre es auch zu erniedrigend wenn man sich eingestehen muss das man selber das Problem ist. Und fragen dann die Stallnachbarn, warum Purzelchen immer noch der Sausack vor dem Herrn ist, dann schiebt man lieber die Schuld auf den Trainer. Der hat ja schließlich »so gar nichts erreicht und wollte nur Geld verdienen«.

Ein Trainer Trauma dient dann als weitere Ausrede für jedes schlechte Benehmen von Purzelchen.

Von daher Augen auf bei der Trainerwahl!

Es obliegt eurer Sorgfalt, einen guten Trainer auszusuchen. Ja, es wird vielleicht viel Geld kosten, und mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Wunschtrainer nicht in eurer Nähe sein. Mitunter werdet ihr euren Zögling von eurem Rockzipfel lösen müssen und eure eigene Besorgnis bei Seite schieben, wenn ihr ihn zu einem Trainer in den Stall bringt.  Aber seid ehrlich zu euch selbst, und vor allen Dingen zu eurem Trainer. Besprecht alle Wünsche und Ziele, und bringt euch in die Arbeit mit ein. Nur bitte nicht als Überwachung des Trainings sondern als Arbeit und Lektion für euch selber. Nutzt die Chance zu lernen und aus alten Gewohnheiten auszubrechen.

Und sollte das Geld oder der passende Trainer momentan nicht in Reichweite sein, dann macht eine Trainingspause, statt selber rum zu murksen. Nutzt die Zeit um Geld zu sparen, euch weiterzubilden und den passenden Trainer zu finden.
Sollte er zu weit weg sein, könntet ihr mit dem Pferd ggfs. zusammen einen Urlaub dort einplanen.

Nutzt die Chance euren Pferden zuliebe. Denn nicht alle Trainer sind böse oder schlecht.
Flauschige Grüße
Celeste

albtraum Trainer

 

 

Wegwerfartikel Pferd

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.

Mittlerweile sind wir im Frühling angekommen, und während die Pferde das frische Gras in vollen Zügen genießen, plagt mich der Heuschnupfen enorm.  Und wenn ich dann vor den grünen Weiden stehe und trotz aller Allergiemittel immer noch keine Luft bekomme, so freue ich mich doch über jeden grünen Grashalm, der den Pferden zugutekommt.
Gestern hatte eine meiner Damen Geburtstag, sie, wie auch ihre Halbschwester die ebenso bei mir steht, werden beide dieses Jahr 21. Für die oft so angeblich ausgelutschten Quarter Horses ein schönes Alter, erst recht, wenn sie so fit sind, wie meine. Und wenn ich dann so vor mich hin sinniere, dann fällt mir auf, was wir schon alles zusammen erlebt haben, in den letzten 20 Jahren.
Wie viel schlimme Sachen wir durchlebt haben, und wie viel wundervolle Dinge wir zusammen gemeistert haben. Wie glücklich bin ich dann sie an meiner Seite zu wissen, für noch viele weitere wundervolle Jahre.

Und zappe ich dann durch das Internet, dann stolpere ich immer wieder über Pferdeverkaufsanzeigen. Es ist erschreckend, wie viele alte und kranke Pferde plötzlich abgeschoben werden sollen. Pferde ab 18 werde dort wie reduzierte Auslaufware angeboten, bei der das vermeintliche Haltbarkeitsdatum zum Reiten abgelaufen ist.

Die angeblich so geliebten Verlasspferde müssen PLÖTZLICH umständehalber sofort in neue (gute?) Hände abgegeben werden.

Das sie zum Beispiel:

  • zu Hufrehe neigen (aber die Fressbremse gibt man gleich mit)
  • zu Ekzem neigen (muss man nicht viel machen mit Decke oder ein wenig Lotion geht‘s ja)
  • nur bedingt reitbar sind (aber Kinder können sie ja spazieren tragen)
  • chronischen Husten hat (mit nassem Heu geht das ja wieder)
  • ein Problempferd sind (aber Züchten kann man damit ja immer noch)
  • aus der Zucht ausgemustert werden (aber ein Fohlen geht bestimmt noch)
  • es ist zu alt geworden, um die Turnierleistung zu bringen (aber für Kinderwettbewerbe ist es sicher noch super)

Und wer es noch nicht erkannt hat, die Beispiele in den Klammern sind Antworten der Besitzer auf Fragen, wie man mit dem genannten Problem umgehen soll. Zumindest haben die Besitzer auf jede Frage eine dumme Antwort, welche die Mängel des Pferdes beschönigen. Hauptsache der Mangel fällt dem möglichen Käufer nicht auf, und wenn wohl, redet man ihn so lange schön, bis die Herzen in den Augen glühen.Zieht das immer noch nicht, dann wirft man die »Platz vor Preis«-Aussage in die Runde. Wenn das auch nicht zieht, dann die »Muss bis Termin XY weg, sonst Schlachter«

Dazu wiederholen die Verkäufer immer wieder das sie nur wegen:

  • Platzmangel
  • Geldliche Notsituation
  • Stallwechsel
  • Plötzlichen Kinderwunsch
  • Gesundheitlichen Problemen
  • Man passt nicht zueinander

das Pferd hergeben müssen.

Klar, es hört sich eben nicht sehr verkaufsfördernd an, wenn man sagt:
»Sorry, das Pferd ist mir zu alt, die Krankheiten kosten mich zu viel Geld, und ich will lieber mehr reiten. Also verkauf ich den alten Gaul und hole mir dann später lieber ein junges gesundes Pferd.«
Hmm nein, das macht sich in einer Verkaufsanzeige nicht so gut.
Spannend ist es, wenn man die Verkäufer dann eine Weile beobachtet. Denn meist dauert es nur wenige Wochen nach einem erfolgreichen Verkauf des Altpferdes, bis die Suchanzeige zu einem jungen Pferd dann wie durch Zufall aktuell ist. Als habe sich die plötzliche Geldnot durch Zauberhand aufgelöst, der Kinderwunsch wird nun von Mary Poppins betreut, und der Platzmangel wurde mit neuen Dekorationen à la »Tine Wittler« aus der Welt geschafft.
Frei dem Motto: Für ein neues Pferd ist alles möglich, für das ausgediente Altpferd war das aber alles zu viel Arbeit und Geld.

In solchen Fällen kann ich nur sagen Pfui Deibel!

Es kann immer passieren, das man ein Pferd abgeben muss, auch wenn es schon älter ist, z.B. wenn man wirklich:

  • eine längerfristige finanzielle Notlage hat
  • selber krank oder pflegebedürftig wird
  • die Versorgung durch Arbeit und Familie nicht mehr tragen kann

Aber bitte nicht, weil das Pferd alt und krank ist, und man etwas Neues will, das weniger kostet, aber mehr leisten kann. Pferde sind Familienmitglieder, keine Sportgeräte, die wie ein Fahrrad ausgetauscht werden, wenn sie alt und rostig sind.

Meine Pferde werden ihren Lebensabend bei mir und mit mir verbringen.

Ich genieße alle Zeit mit ihnen und bin glücklich das sie an meiner Seite sind. Alter, Krankheit oder Unreitbarkeit sind für uns kein Problem. Denn ich liebe meine Pferde nicht nur, weil ich sie reiten kann, sondern weil sie wundervolle einfühlsame Wesen sind. Wesen, mit denen mich eine innige Freundschaft verbindet, die für mich unersetzlich geworden sind. Und egal ob Pferd oder Mensch: Echte Freunde verkauft man nicht, oder schiebt sie ab, nur weil sie alt werden.

In diesem Sinne: flauschige Pfingsten
Celeste

Wegwerf-Artikel Pferd

 

Die eierlegende Wollmilchsau

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Wieder einmal ist Sonntag und es ist Zeit für einen Blogbeitrag.  Ihr kennt das ja schon und wisst aus Erfahrung, dass ich kein unangenehmes Thema scheue. Nun damit macht man sich natürlich nicht immer Freunde, das gebe ich zu. Schließlich trifft ein Blogbeitrag nicht jedermanns Geschmack. Nur will ich das auch überhaupt nicht. Würde ich das wollen wären meine Beiträge bösartige Lästerbeiträge über Pferdegruppen. Denn wie sich zeigt, sind solche Lästerbeiträge sehr beliebt. Oder Hetzbeiträge über Pferde-TV-Formate, das ist auch immer eine Like und Share Garantie mit unglaublicher Reichweite.
Hmm, nein. Ich bleibe lieber, wie ich bin und schreibe meine Blogbeiträge zu Themen die mir auffallen. Und was ich schreibe  beruht auf meinen eigenen Erfahrungen. Vielleicht ist dabei nicht genug Geläster. Vielleicht sind sie nicht bösartig genug um diebische Schadenfreude zu garantieren, aber sie sind zumindest eines: authentisch.

In diesem Sinne widmen wir uns dem heutigen Thema: der eierlegenden Wollmilchsau.
Kennt ihr sie auch diese Verkaufsanzeigen?

»Suche Verlasspferd, 3-6 Jahre alt, eingeritten, straßen- und kindersicher. Gesund, mit Zubehör, guter Abstammung und Transport. Bitte nur Angebote bis 1500 €.«

Ähm ja, bei solchen Anzeigen muss ich ernsthaft aufpassen, dass ich nicht laut loslache. Für 1500 € erwarten einige Menschen ein gesundes junges aber schon perfekt ausgebildetes Pferd mit bester Abstammung. Und Kaffee kochen und den Stall alleine ausmisten kann es sicher auch noch? Sicher mag es günstige Pferde geben. Aber um einmal meinen verstorbenen Vater zu zitieren:
»Wenn dir ein gutes Pferd zu günstig angeboten wird, dann zähl nach, ob es auch 4 Beine hat.«
Denn wir reden ja nicht von Freundschaftspreisen für Freunde und Verwandte. Oder einem »Platz vor Preis«, weil mir das Gegenüber so sympathisch ist. Hier wird in der Anzeige ein gutes Pferd für wenig Geld geordert, in der Hoffnung das sich ein Dummer findet.
Meistens sitzt der gefundene Dumme aber am anderen Ende der Anzeige. Denn bedingt durch den Wunsch nach dem perfekten Pferd und dem wenigen Geld, wird der Käufer oft über den Tisch gezogen. So wechseln viele kranke und verkorkste Pferde für wenig Geld den Besitzer, unter vielen heroischen Versprechen das genau dieses Pferd dem Gesuch entspricht.
Ich frage mich immer, was erwarten denn die Käufer?
Ein gutes Pferd wird – wenn es sich nicht um einen Freundschaftsdienst handelt – auch gutes Geld kosten. Denn eine gute Aufzucht, Impfungen, Wurmkuren, Eintragung der Papiere, Haltungskosten und Ausbildung kosten sehr viel Geld.  Und oft ist der Kaufpreis nicht einmal annähernd die Summe der Kosten bis dahin.
Sicher mag man ab und an Glück haben und ein gutes Pferd günstig erwerben. Aber niemand hat etwas zu verschenken. Und wenn doch bitte die Adresse an mich! 😉
Letztendlich ist es ähnlich wie bei einem Autokauf, da würde auch niemand einen neuen Porsche in tadellosen Zustand für 2000 € verkaufen. Da würde jeder mit den Ohren schlackern und sagen: »Da muss etwas faul sein.«
Bei einem Pferd wird die Vorsicht aber über Bord geworfen, nur weil treue Augen, einen liebevoll anblicken, und der Besitzer schaurig schöne Geschichten dazu erzählt.

Wenn ihr also auf der Pferdesuche seid, dann rechnet bitte mit einem vernünftigen Preis. Schaut euch auf den gängigen Suchportalen um und rechnet in die Preiskalkulation:

  • Rasse / Abstammung Papiere
  • Alter
  • Gesundheitszustand (AKU nicht vergessen)
  • Ausbildungsstand
  • Haltung / Aufzucht

mit ein.

Wird euch ein Pferd sehr günstig angeboten, dann werdet misstrauisch und testet alles, was es zu testen gibt.

  • Ist das Pferd als geritten angepriesen, dann reitet es. Lasst euch nicht abwimmeln à la »Im Moment haben wir keinen Sattel, aber der geht echt spitze«
  • Soll es kindersicher sein, dann schubst notfalls, die z. B. ungeliebten Kinder eurer Schwester, vor das Pferd, als Testobjekt.
    (Aber bitte mit Vorsicht, falls das Pferd doch ein Kinderfresser ist.)
  • Soll es ein Kutschpferd sein, dann spannt es an und testet dieses.
  • Soll es geländesicher sein, dann testet es aus. Allein wie auch in der Gruppe.
  • Soll es schmiedefromm sein, dann hebt alle Hufe und klopft darauf rum. Nehmt eine Feile und simuliert die Hufbehandlung.
  • Checkt die Papiere nach Impfungen und Wurmkuren und lasst euch nicht abwimmeln mit Ausreden wie: »Die Papiere hat gerade Tante Berta in Guatemala, aber die schickt die nach dem Verkauf gleich zu.«
  • Führen, putzen und zur Weide bringen – testet all das aus!
  • Und schaut euch an, wie das Pferd auf seine Pferdefreunde reagiert. Klebt es an ihnen oder benimmt es sich wie die wilde Hilde?

Ihr werdet sehen, selten ist alles so, wie es in den schönsten Worten versprochen wurde. Oft wird der Zustand des Pferdes beschönigt, um einen besseren Verkauf zu gewährleisten.
Manchmal ist es auch keine böse Absicht, sondern pure Verblendung.
Denn zeitweise gehen die Ansichten über Pferdeerziehung deutlich auseinander. Gerade wenn der 700-kg-Puschel einer zarten Elfe gehört, die zusammen bei Mate Tee mit ihm seinen Namen tanzt. Statt dem Koloss mal zu zeigen, was er darf und was nicht.
Testet also alles aus, was möglich ist!
Verweigert euch das der Verkäufer, dann sucht euch ein anderes Pferd.
Und bitte vergesst niemals die Ankaufsuntersuchung!
Erst recht nicht, wenn das Pferd so günstig ist. Denn gerade im unteren Preisbereich wird gerne betrogen, eben weil viele an der AKU sparen, da das Budget so begrenzt ist.
Aber niemand hat etwas zu verschenken, auch wenn er noch so sehr von der verstorbenen Großmutter erzählt, wegen der nun alles verkauft werden soll.
Und bedenkt, wenn solche Schauergeschichten erzählt werden, ist eine kurze Handy Googlesuche sehr hilfreich. Denn sicher gibt es Höfe und Gestüte, die wegen Todesfällen verkauft werden müssen. Aber selten verschenkt man dann gute Pferde derart unter Preis, das selbst ein Händler mit den Tränen ringt.

Ich wünsche euch alles Gute bei der Pferdesuche, aber bitte erwartet nicht die eierlegende Wollmilchsau. Denn das größte Glück, das neue Familienmitglied Pferd, ist eh nicht in Geld zu bewerten und darf auch manchmal etwas teurer sein.

In diesem Sinne,
flauschige Grüße
Celeste

060416

 

Ein Pferd zu Weihnachten?

Hallo meine Flauschehasen,
da bin ich wieder. Wir haben nun den 3. Advent und so langsam geht es in den Endspurt Richtung Weihnachten.
Plätzchen habe ich schon 2x gebacken und es sind schon wieder keine mehr da. Dafür steht aber schon der Tannenbaum mit meinen geliebten Zuckerstangen. Alle Geschenke sind schon gekauft und verpackt und das Feiertagsessen ist fest geplant.
Nun habe ich also wieder ein wenig Zeit durch das Internet zu zappen, und da nun bald Weihnachten ist, werden die Onlineplattformen mit einer bestimmten Sorte Bilder überschwemmt.

Diese tragen den heroischen Spruch:

»Zu Weihnachten verschenkt man keine Tiere«

Stimmt bei den meisten landen sie zu Weihnachten als Festmahl auf dem Tisch und werden gegessen. Oder als Geschenk in Form von Mantel und Schal oder Stiefel stehen sie unter dem Tannenbaum. Verzeiht meinen schwarzen Humor, denn ich bin alles Andere als ein Vegetarier.

Natürlich sollte jedes Tier den Platz als festes und geliebtes Familienmitglied in unseren Herzen einnehmen. Dieser Platz wie auch die Auswahl des passenden Familienmitgliedes sollte mit Sorgfalt ausreichend Fachwissen und viel Zeit stattfinden. Aber wer sagt, dass die Familienzusammenführung nicht auch an einem Weihnachtsabend stattfinden darf?
Natürlich werden nun die Freunde des Tierheims aufschreien, schließlich werden einige Wochen nach Weihnachten die Abgabezahlen höher. Das liegt aber nicht an Weihnachten selber, sondern daran, dass Weihnachten / Ostern / Kommunion einfach Festlichkeiten sind, an denen es viele Geschenke gibt. Und oft sind Eltern und andere Verwandte in ihren Geschenken derart planlos, das sie sich ohne nach zu denken für ein Tier entscheiden. Nur genau das ist der Punkt – ohne nachzudenken – und das kann auch an jedem x beliebigen anderen Tag des Jahres passieren.
Zu einem Geburtstag, oder weil das Kind immer wieder nach einem Hamster bettelt. Oder, weil ein Elternteil ein schlechtes Gewissen hat und dieses mit einem Welpen ausgleichen will. Ebenso, weil sie einfach schlicht weg knacke-blöd sind, und sich nicht bewusst machen, wie viel Verantwortung jedes Tier – egal ob klein oder groß – mit sich bringt.

Es ist also eher notwendig die Menschen zu mehr Vernunft beim Kauf zu erziehen, statt komplett alle Menschen zu verteufeln, deren Weihnachtswunsch ein Tier ist. Bei Haustieren muss neben einer sorgfältigen Auswahl allerdings beachtet werden, dass die Festtage nicht zu turbulent sind. Denn eine Familienfeier mit Tanten, Onkeln und allen Cousinen und Neffen sollte man keinem neuen Haustier zumuten. Feiert man aber im ruhigen Rahmen daheim mit seinen Liebsten, so können gerade diese ruhigen und arbeitsfreien Feiertage ein wundervoller Anfang für eine neue Beziehung sein.

Ist der Weihnachtswunsch ein Pferd, dann umso besser.
Wichtig ist, dass dieses vorab sorgfältig ausgesucht wurde:

So kann zum Beispiel die geliebte Reitbeteiligung oder das seit Jahren verwöhnte  Pflegepferd das schönste Weihnachtsgeschenk des Lebens werden.
Ebenso kann man sich Reitlehrer oder Stallbesitzer zur Hilfe holen, um das passende Pferd auszusuchen und zu begutachten, wenn noch kein bestimmtes Traumpferd auf dem Wunschzettel steht.
Eine Ankaufsuntersuchung kann man schon vorab durchführen, um da im sicheren Bereich zu sein. Der Versicherungsmakler kann den Vertrag vor den Feiertagen schnell fertig machen, damit das Pferd von der Haftpflicht bis zur OP- / Krankenversicherung abgedeckt ist. Der Stall muss eh vorab angemietet werden und auch der Transport kann heimlich vor Heiligabend geregelt werden.
So hat das Pferd genug Zeit sich einzugewöhnen und der Heiligabend kann ganz entspannt angegangen werden.
Und wie schön ist es, wenn man die Verwandten gleich mit einspannt?
Statt der ewigen gestrickten Socken von Tante Berta gibt es einen Putzkoffer. Tante Anneliese wird statt dem 4711 Parfumsets nun angestiftet eine Satteldecke zu kaufen. Onkel Hubert wird, statt der Quality-Street-Dose, die er jedes Jahr anschleppt, nun Pferdeleckerchen mitbringen. Denn gerade bei einem Fest wie Weihnachten kann man einen Großteil des Zubehörs auch sinnvoll auf alle Verwandten umlegen. Und man sollte sich da auch nicht scheuen dies der Familie nahe zu legen, notfalls in Form von Gutscheinen für Reitsportgeschäfte.
Selbst die kleinsten Nichten und Neffen haben 1 € über für ein Päckchen Mähnengummies oder ein selbst gebasteltes Namensschild für die Box.
Und seien wir ehrlich, als alt, wie auch neu Pferdebesitzer, lieben wir Pferdesachen! Kein Geschenk ist schöner als Sachen rund ums Pferd!
Und wie schön ist dann die Überraschung in den Augen des Kindes / Partners, wenn man es unter einem Vorwand an einem eisigen sternenklaren Heiligabend in den Stall führt, und dort ein schon eingewöhntes Pferd / Pony präsentiert? Wenn erst die Schleife an der Box oder am Pony einen begreifen lässt das dieses flauschige Wesen nun sein Eigen ist?
Das ist doch ein Weihnachtswunsch, den so viele von uns seit der Kindheit in unseren Herzen tragen. Für den wir oft ausgelacht wurden, oft vertröstet oder gar gehänselt wurden, aber der dennoch immer in unserem Herzen blieb.
Wie schön ist es einen solchen Wunsch erfüllt zu bekommen, oder selber erfüllen zu dürfen. Und wenn das mit Sinn, Verstand und guter Vorbereitung passiert, dann spricht auch absolut nichts dagegen.
Wenn man sich aber nicht sicher ist, oder kein Traumpferd feststeht, bzw. das Kind / der Partner in die Auswahl mit einbezogen werden soll, dann kann man auch einen Gutschein verschenken. Diesen kann man z.B. in eine gut gefüllte Putzbox auf den Boden legen und den überraschten Freudenschrei genießen. Dann kann man später zusammen nach einem geeigneten Pferd suchen ohne Zeitdruck.

Ich selber habe auch ein Weihnachtspferd. Dieses war ein Geschenk meiner Familie, nachdem eins meiner Pferde verstarb und ich untröstlich war. Das sie Heiligabend noch nicht eingezogen ist lag einzig daran, dass ich sie bis dato nicht gefunden hatte.
Also gab es einen Gutschein, da meine Familie wusste, dass ich spezielle Ansprüche an ein Pferd habe, und dieses zu meiner vorhandenen Bande passen musste.

Lese ich also heute immer wieder im Internet »Tiere bzw. Pferde verschenkt man nicht zu Weihnachten« möchte ich dem nicht uneingeschränkt zustimmen. Denn Vollpfosten, die ohne Sinn und Verstand einfach ein Tier kaufen, wird es immer und zu jeder Jahreszeit geben. Aber Menschen die mit einem Pferd einen Weihnachtswunsch erfüllen, geben dem Weihnachtsfest wieder einen besonderen Zauber zurück, den man meist nur noch in Kinderaugen sieht.

Von daher ein absolutes »Ja« von mir zum Weihnachtspferd. Aber bitte nur, wenn dies wie auch an allen anderen Tagen im Jahr, mit Sinn und Verstand passiert.

In diesem Sinne flauschige Grüße
Celeste

131215

 

Billiglösung Offenstall

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Heute ist Nikolaus und ich hoffe, eure Nikolausstiefel waren gut gefüllt! Und ich denke doch, dass es für eure Lieblinge auch noch etwas Leckeres gab, außer der obligatorischen Nikolauswurmkur? Ok, meine hatten ihre Wurmkuren mit Apfelgeschmack. Aber mal im Ernst: Wurmkuren schmecken immer scheiße.
Auch wenn es Wurmkuren mit Apfelgeschmack sind, schmecken diese dann immer noch wie Scheiße mit Apfelgeschmack. Zumindest wenn ich die Gesichter meiner Pferde richtig deute. Aber auch das gehört dazu, und ein Leckerchen später ist die Wurmkur auch schon wieder vergessen.

Doch kommen wir zum heutigen Thema, denn es gibt eine Sache, über die ich immer wieder im Internet stolpere: Der Irrglauben, dass ein eigener Stall bzw. Offenstall eine billige Lösung der Pferdehaltung ist. Frei dem Motto: »Du musst nur ein Stück Land pachten, dann setzt du da einen Stall drauf«.
Gerne ergänzt durch: »Du hast ja dann nur noch die Futterkosten«.
Und anschließend getoppt von: »Die Offenstallmatschlöcher kosten ja eh nix«.

Ähm ja … Und Kinder bringt der Storch und Schweine können fliegen …

Also wie sieht die Realität aus?
In einem Pensionsstall zahlt man jeden Monat einen festen Betrag.

Dieser deckt meist:

  • Eine Box/Offenstall ab.
  • Dazu Weidegang und Auslauf im Winter.
  • Das Kraft-, wie Raufutter

Je nach Stall gibt es dann noch Zusatzleistung z.B.:

  • Weidebringdienste
  • Deckenservice
  • Halle/Reitplätze
  • Putz/Solarienplätze
  • Tierarzt/Hufschmiedservice

usw.

Die Möglichkeiten, die ein Pensionsstall anbieten kann, sind grenzenlos. Und diese Dienste lassen sich die Stallbetreiber selbstverständlich auch gut bezahlen. Für einen Pensionseinstaller ist das dann ein »Rundum-sorglos-Paket«, denn für den monatlichen Festbetrag weiß er, dass diese Leistungen immer abgedeckt sind. Von daher sind manche Pensionspreise entsprechend hoch, schließlich bekommt man ja auch viel dafür Geboten. Und wenn man will, muss man den Stall nur besuchen, sich mit seinem Pferd beschäftigen und wieder gehen. Dass die Anlage in einem gepflegten Zustand bleibt, muss einen nicht interessiere, schließlich ist man ja »Mieter«.

Anders ist es bei einem eigenen Stall.
Entweder man hat das Glück einen fertigen Stall zu pachten, oder aber man muss selber alles aufbauen. Muss man selber einen Stall samt Zäunen erstellen, scheitert man meist vorab schon an den Genehmigungen / Privilegierungsgesetzen. Und schafft man es doch noch diese Hürde zu meistern, erschreckt man erst einmal, welche Kosten ein eigener Stall im Aufbau mit sich bringt.

So kann der Bausatz eines 2er-Offenstalls schon mal ganz dezent bei 3.500 € anfangen.  Aber meist darf man je nach Zusatzwünschen (Sattelkammer / Heulager / Futterständer / Heuraufen) noch so viel Geld drauflegen, dass man davon getrost einen schicken Neuwagen kaufen könnte.
Und es ist ja nicht nur der Stall selber. Nein, Zäune kosten im Aufbau ebenso eine Menge Geld. So liegen Fertigzäune gerne mal bei 10 € – 30 € pro Meter, je nachdem ob man Holz oder Litze oder gar beides wählt. Da darf man sich dann gerne mal ausrechnen, was eine vernünftige Einzäunung für eine große Weide / Paddock kostet. Und langsam wird aus dem Neuwagen ein Sportwagen, den man stattdessen hätte kaufen können.

Baut man dann noch einen Reitplatz oder einen Round Pen dazu, oder befestigt Böden mit Drainagen und / oder Sand und Paddockplatten, denkt an Strom und eine ausreichende Beleuchtung, dann wird aus dem Sportwagen eine Eigentumswohnung.

Natürlich kann man viel Geld sparen, wenn man sowohl den Stall, als auch Zäune und Raufen selber baut. Das ist auch absolut ok, wenn man dies sorgfältig macht. Denn es nützt nichts an den Kosten für den Stallbau zu sparen, wenn den Pferden beim nächsten Sturm das Dach auf den Kopf fällt. Hier sollte man also sorgfältig abwägen, ob die eigenen handwerklichen Fähigkeiten oder die der Freunde und Bekannten wirklich ausreichen. Manchmal ist eine Firma vom Fach, nämlich doch die bessere Wahl.

Doch selbst wenn man selber baut, sind die Materialkosten nicht unerheblich und werden viel zu oft unterschätzt. Und im Gegensatz zum »Rundum-sorglos-Paket« heißt es bei Pferdehaltung in Eigenregie: Egal was man baut, man ist selber dafür verantwortlich.

  • Hält der Stall einem größeren Sturm stand?
  • Halten die Raufen den Schubberattacken des Ekzemers stand?
  • Halten die Zäune das gewitzte Shetty und den Alpenpanzer in ihrem Bereich?
  • Überleben die Tore, wenn ein Wildschwein damit Bingo spielt?
  • Halten die neuen Paddockplatten wirklich den Boden trocken?

usw.

Egal was ihr aufbaut- ihr seid dafür verantwortlich!
Und oft lernt man viele Sachen erst aus der Praxis, und bezahlt jeden selbst gemachten Fehler mit Zeit und sehr viel Geld. So kann das Lehrgeld für falsch verlegte Paddockplatten in die Tausende gehen. Ein Dach das vom Sturm abgedeckt wird ebenso. Und selbst wenn dann die Stallanlage samt Ausläufen und Zäunen fertig ist, so muss dieser Zustand auch dauerhaft erhalten bleiben. Das sind dann nicht nur zeitaufwendige Kontrollen und Instandhaltungsarbeiten, sondern auch immense Kosten, die immer wieder auftreten.

Und auch wenn man es nicht glaubt, aber meist wird genau dann das Stromgerät geklaut, der Zaun zerlegt oder eine neue Heuraufe nötig, wenn man es geldmäßig am wenigsten brauchen kann.  Frei dem Motto: Murphys Law. »Wenn schon daheim der Staubsauger den Geist aufgibt, dann wird die Spülmaschine oder das Auto bald folgen«
Aber da man selber alle Verantwortung in seinem Stall trägt, muss man dann diese nötigen Kosten auf sich nehmen. Egal wann und zu jeder Zeit. Denn die Unterbringung und Versorgung der Pferde muss gesichert sein.
Nun warum sollte man das also auf sich nehmen?
Warum vorab eine Menge Geld, für den Bau eines Stalles, ausgeben und ebenso für die Instandhaltungskosten?
Warum selber alle Arbeiten erledigen?
Warum lehnt man sich nicht einfach zurück und überlasst das gegen Betrag-X einem Pensionsbetreiber, stellt seine Pferde unter und reitet, statt Zäune zu flicken?

Ganz einfach: Weil es leider viel zu wenig gute Ställe gibt.

Niemand schüttelt mal eben spaßeshalber eine größere Summe aus dem Ärmel, um einen Stall aufzubauen. Ebenso wünscht sich niemand, jeden Tag 24/7 seinen Pferden zur Verfügung zu stehen. Denn egal wie sehr wir unsere Pferde lieben, jeder möchte gerne auch mal ausschlafen, oder sich bei Schmuddelwetter die Decke über den Kopf ziehen und nicht vor die Türe gehen.
Wir wählen den Weg des eigenen Stalles mit immensen Kosten und viel Arbeitsaufwand, damit wir unseren Pferden die Haltungsbedingungen bieten können, die wir für richtig erachten. Sei es ausreichender Auslauf, ausreichendes Raufutter, sorgfältig zusammengestellte Herden usw.

Und natürlich ist jeder Anfang schwer. Nicht immer ist ein eigener Stall oder Offenstall gleich perfekt. Wir lernen aus den Fehlern und verbessern uns stetig.
Oft hindern uns auch einfach Gesetze oder Bodenbeschaffenheiten an einer perfekten Umsetzung eines Vorzeigestalles. Dennoch ist mir jeder Matschoffenstall lieber, als ein Boxenstall ohne Auslauf.

Von daher liebe Pferdefreunde, die manchmal doch etwas herablassend auf unsere kleinen Offenställe runter blicken, spart euch eure Vorurteile. Nehmt euch lieber die Zeit und setzt euch einmal damit auseinander, wie viel Zeit, Arbeit, Liebe aber auch Geld in unsere kleinen Paradiese geflossen sind. Vielleicht sind sie keine perfekten Barbiställe, aber sie bieten trockene Bettchen, Auslauf und abgestimmtes Futter und sorgfältig zusammengestellte Herden.
Sachen, die uns in Pensionsställen viel zu oft fehlten.
Billiger sind unsere Ställe deswegen nicht wirklich. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Offenstall