Tag-Archiv | Familie

Nur ein Pony?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Die Woche ist wieder einmal mehr als im Fluge vergangen, und wie einige von euch sicher mitbekommen haben, wurde sie von einem traurigen Ereignis überschattet.
Herr Pony, welcher 18 Jahre an meiner Seite war, ist sehr plötzlich verstorben. Auch wenn er friedlich im Schlaf verstarb und nicht mehr aufgewacht ist, den Schock muss ich euch sicher nicht beschreiben.
Einige von euch kennen das Gefühl des Verlustes, haben sie schon das eine oder andere Pferd, Pony oder Haustier zu Grabe getragen. Anderen von euch steht dieses Ereignis noch bevor, und viele haben sicher berechtigte Angst vor diesem Tag.
Dennoch gehört der Tod zum Leben, und ich begleite meine Tiere bis zum letzten Tag. Auch darüber hinaus kümmere ich mich sorgfältig darum den Rest der Herde zu schützen, den Papierkram zu erledigen, oder den Abdecker nicht nur zu informieren, sondern auch bei der Abholung anwesend zu sein.
Und auch wenn ich nicht zartbeseitet bin, zwei Tage auf den Abdecker warten, bei 35 Grad, waren nicht unbedingt ein Erlebnis, das ich einem Pferdehalter wünsche.

Dementsprechend war mein Gemütszustand nicht wirklich flauschig in den letzten Tagen. Spannend für die Personen in meiner Umgebung, die bis dato immer noch glaubten das ein Asperger Autist keine Gefühle besitze. So habe ich doch, als sonst immer sehr neutraler Mensch, Rotz und Wasser geheult. (Nebenbei Autisten haben Gefühle, und sie werden davon derart überschwemmt das sie einfach lernen diese auszublenden und zu kontrollieren. Das ist wie bei den Vulkaniern: Die Gefühle sind immer da, man lässt es sich meist nur nicht anmerken)
Während ich mich also in den letzten Tagen vergraben und einen Kuchen nach dem anderen gebacken habe (das hatte schon etwas von Izzy aus Greys Anatomy), so hat meine Familie schon überlegt, ob ich ein neues Pony irgendwann möchte, und mir auch die eine oder andere Verkaufsanzeige unter die Nase gehalten.
Aber so ist meine Familie eben, sie weiß das Pferde mein Leben sind und deswegen liebe ich sie. Sie verstehen meine Verbindung zu den Pferden und auch meine Trauer darüber.

Anders sind da fremde Personen, die meine Trauer nicht verstehen können, den plötzlichen Wandel von der immer fröhlichen Celeste, zu der stillen und Ruhe wünschenden Person. Ja, das Pony ist gestorben. Hm, mag ja traurig sein, aber das man so in ein Loch fällt? Es war doch NUR EIN PONY…
Und ich habe ja noch große Pferde, die kann man doch sogar reiten …
Das Verständnis über die Trauer wegen dem ›alten‹ kleinen Ponys ist nicht gegeben.
Schätzeleins, ganz ehrlich? Euch hat man doch ins Gehirn geflauscht!
Ich liebe alle meine Pferde, meine Katze wie auch meine Kaninchen, ebenso liebe ich meinen Mann und meine restliche Familie …
Aber Herr Pony war ein Teil dieser Familie und unersetzlich für mich.
Denn Pferde – egal ob groß oder klein – sind:

  • Seelentröster
  • Geheimnisbewahrer
  • Beste Freunde
  • Vertraute

und wie man nicht oft genug erwähnen kann: Familienmitglieder

Es sind die Pferde / Ponys …

  • denen wir unsere Träume ins Ohr flüstern.
  • an deren Hals wir viele Tränen geweint haben.
  • die täglich an unserer Seite sind.
  • deren Wiehern unser Herz aufgehen lässt.
  • deren Fell für uns weicher als jede Decke ist.
  • mit denen wir stolz spazieren gehen.
  • die wir nicht reiten mussten, um glücklich zu sein.

Nein, es sind nicht NUR Ponys, es sind Ponys, auf die wir stolz sind!

Und wenn uns so ein Freund und Seelenpartner verlässt, dann ist das schmerzhaft, es ist traurig, und gottverdammt dann bin ich eben ein Trauerkloß und backe einen Kuchen nach dem anderen. (Die Kuchen machen dann wenigstens mein Umfeld glücklich.)
Aber ich möchte nicht hören, das es NUR ein Pony war! Denn dieses Pony gehörte zur Familie und gab mir mehr, als manche Menschen es je können werden.

Vielleicht wird irgendwann ein neues Pony bei mir einziehen, das wird sich zeigen. Aber das kann weder Herrn Pony ersetzen noch den Schmerz lindern. Aber es kann eine Chance sein für ein kleines Pony, das ein Familienmitglied werden möchte, anstatt irgendwo NUR ein Pony zu sein …

Flauschige Grüße
Celeste

 

Die Pferdemutti in mir

Hallo meine Flauschehasen,
da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr genießt dieses wundervolle Wetter und verwöhnt sowohl eure Pferdelieblinge als auch eure Mütter zum heutigen Muttertag!

Wie ich ja schon letzte Woche berichtet habe, hatte ich ja mit meinem kleinen Auto etwas Pech.  Und mit meiner Voraussage bezüglich der Reparatur hatte ich leider Recht, denn es ist doch größer geworden, als wir alle gedacht hätten. Hätte ich mal so viel Glück mit den Voraussagen der Lottozahlen, dann hätte ich längst weiße Plastikzäune wie in Amerika, eine luftige Reithalle, einen eigenen Pferdesee und überall Paddockplatten. 😉
Aber gejammert wird nicht, und so macht mein kleines Auto Urlaub in der Werkstatt. (Bei der ich mich übrigens ausdrücklich für den Zustand des Pferdeautos entschuldigt habe.) Damit meine Bande aber weiterhin optimal versorgt wird, übernehmen meine unersetzliche Freundin und ein Freund die abendlichen ›Wasser auf die Weide bring Dienste‹.
Hier an dieser Stelle, noch einmal ein großes Danke dafür!
Die morgendlichen Touren erledige ich allerdings mit dem Fahrrad, was deutlich entspannender wäre ohne bergauf und -ab, oder meine lädierten Knie. Da ich ja bekannt bin wie ein bunter Hund, fällt diese tägliche Radtour entsprechend auf.
Ok, es sieht sicher auch etwas merkwürdig aus, wenn ich in meiner Schlumpfengröße in Stallklamotten und Zöpfen, auf einem Kinderrad den Berg hoch krabbel.  Nicht selten schleppe ich am Fahrradlenker dann noch einen leeren Wasserkanister mit nach Hause. Natürlich sprechen mich die Spaziergänger und Hundeausführer dann auch an, und nicht selten reagieren sie sehr verwundert:

»Wie du fährst 2 x am Tag zum Stall? Immer?«
Ja immer, selbst wenn ich morgens nur kurz kontrollieren möchte.

»Und deswegen fährst du dann extra mit dem Rad los?«
Jups … Ich bin immer 2 x am Tag am Stall, warum die Kontrollen ausfallen lassen, nur weil das Auto in Reparatur ist?

»Das ist aber viel Arbeit.«
Und meist seufzen sie dann und halten mir einen Vortrag, dass ich eine übervorsichtige Pferdemutti bin, dass einmal am Tag ja ausreichend sei. Oder auch warum ich, nur ›um mal nach den Pferden zu schauen‹, den Berg samt Fahrrad hoch krabbele.

Nun ja, manchmal bin ich wirklich etwas übervorsichtig, das gebe ich gerne zu. Und auch wenn ich meine ›Pferdekinder‹ oft mit einem: »Mutti ist ja gleich da«, begrüße, oder sie abends ›ins Bett‹ bringe, so liegt das nicht an einem unerfüllten Kinderwunsch bei mir. Vielmehr ist es die Liebe und Fürsorge, die ich meiner Pferdebande entgegen bringe.

  • Die Fürsorge, damit es ihnen an nichts mangelt.
  • Dass sie immer Pferd, und kein Sportgerät sein dürfen.
  • Das sie sich frei und ausgiebig bewegen dürfen egal zu welcher Jahreszeit.
  • Ihre Fütterung und Haltung ihren Bedürfnissen angepasst ist.
  • Das für Unterhaltung und Bespaßung gesorgt ist.
  • Ich sie glücklich und zufrieden sehen möchte.

Aber ebenso, dass Erziehung und Konsequenz keine Fremdwörter sind. Und da sich ›Erziehungs- und Gesundheitsbeauftragter für Pferde‹ einfach scheiße anhört, nenne ich mich selber eben ›Pferdemutti‹.
Allerdings muss man natürlich aufpassen, dass man nicht zu sehr ins Muttischema abdriftet.
Auch da kenne ich einige Kandidaten die:

  • Zum Pferdegeburtstag extra Kuchen backen oder zu Ostern Leckerlis statt Eiern suchen lassen.
  • Ihr Pferd lieber wie ein Modepüppchen ausstatten, statt an die Bedürfnisse des Pferdes zu denken.
  • Die Haltungsbedingungen einem Knast angleichen, damit dem Schatzilein ja nichts passiert.
  • Ihre Pferde förmlich krank pflegen, oder nicht gehen lassen, wenn es Zeit ist.

Ich denke, ihr wisst, worauf ich hinaus möchte.

In jedem von uns steckt eine liebende Pferdemutti, eine die:

  • bei einer Kolik das Abendessen mit dem Traummann absagen wird, ohne mit der Wimper zu zucken.
  • in jedes Auto 5 Futtersäcke, einen kleinen Ballen Heu und den Einkauf aus dem Supermarkt unterbringen kann.
  • jedes Wehwehchen beim Pferd fachmännisch versorgt oder versorgen lässt, bei sich selber aber nur Blauspray auf eine blutige Wunde sprüht.
  • selbst mit Fieber, Schmerzen, Grippe oder auf einem Bein humpelnd noch in den Stall krabbelt, um nach dem Rechten zu sehen.
  • das Pferd mit allem Zubehör ausstattet, das fachmännisch angepasst wird, aber selber in Discounter Klamotten rum läuft.
  • die bei einem Pferd 5 verschiedene Zopffrisuren kreieren kann, aber bei sich selber die Haare nur zu einem Zopf oder Knoten zusammen wickelt.

Von daher liebe Männer und Kinder:

  • verzeiht uns Pferdemuttis, wenn wir einmal wieder zu viel Geld für die Pferde ausgeben.
  • verzeiht uns, wenn der Urlaub nach einer größeren Klinikrechnung gestrichen wird.
  • verzeiht uns, wenn das Auto nach einer Heutour ausschaut wie nach einem Bombeneinschlag.
  • verzeiht uns, wenn die Waschmaschine mal wieder defekt ist, dank der ganzen Pferdehaare.
  • verzeiht uns, wenn das Essen zu spät auf den Tisch kommt, weil wir uns beim Pferd verquatscht haben.

In diesem Sinne eine Entschuldigung an alle Männer und Kinder, die uns Pferdemuttis ertragen müssen / dürfen. Wir lieben euch nicht weniger, ganz im Gegenteil, aber unsere Pferde gehören zu unserer Familie dazu, und deswegen umsorgen wie sie entsprechend. Verzeiht uns, wenn wir manchmal etwas schwierig, und unsere Lieblinge oft teurer als gedacht sind.
Wir lieben euch trotzdem!
Von daher wünsche ich allen Pferdemuttis einen wunderschönen sonnigen Pferde-Mutti-Muttertag. Lasst es euch gut gehen, verwöhnt eure Pferdekinder, aber vergesst auch eure Lieben daheim nicht. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Pferdemutti Tag