Silvester kommt immer so plötzlich

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Ich hoffe, ihr seid gut in das neue Jahr gekommen! Wieder liegt ein ganzes Jahr vor uns, das wir mit unseren Pferden verbringen dürfen. Zeiten in denen wir lachen, Zeiten in denen wir traurig sind, Zeiten die uns mit Sorge erfüllen aber auch Liebe und Hoffnung.
Und nun haben wir den Jahresanfang und ich schreibe einen Silvesterbeitrag.
Ok, jetzt hat sie ganz einen an der Murmel, werdet ihr wohl von mir denken. Nein weit gefehlt, genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt für einen Silvesterbeitrag!
Nein, ich habe immer noch nicht getrunken oder seltsame Sachen geraucht. 😉

Es ist einfach so, dass etwa 2 Wochen vor Silvester das Internet glüht. In Foren oder Gruppen gibt es immer wieder ein Thema:
Hilfe, es ist bald Silvester und ich habe Angst um mein Pferd.
2 Wochen vor Silvester?
Schätzelein das fällt dir aber früh ein!
Ist ja nicht so das Silvester überraschend kommt, oder das Raketen und Böller eine Neuerung sind, die wir bis dato nie zuvor gesehen haben. Und da die wenigsten von uns im australischen Outback wohnen, müssen wir mit der lauten und grellen Neujahrsbegrüßung leben.

Wenn du also dein Pferd nicht gerade überraschend als Weihnachtsgeschenk erhalten hast, oder 2 Wochen vor Silvester zwangsweise den Stall mitten aus der Pampa in ein Wohngebiet wechseln musstest, dann zählt keine Ausrede. Dann hast du es versemmelt mit deinem Pferd früh genug zu üben. Und damit das nicht wieder passiert, mache ich JETZT diesen Beitrag.

Denn dann gilt keine Ausrede à la:

  • zu wenig Zeit da bald Silvester
  • keine Zeit vorzubereiten / üben, da Pferd krank, Besitzer in Guatemala Pinguine züchten musste usw.
  • keinen Ersatzstall gefunden, da alles belegt

Nein, jetzt ist der 03.01.2016 und du hast bis Silvester eine Menge Zeit, um jetzt einen Schlachtplan zu machen. Also Ärmel hoch krempeln und los geht es.

Wie kann man also sein Pferd auf Silvester vorbereiten?

  • Auf verschiedenen Internetseiten und Videoseiten gibt es Filme mit Feuerwerk.
    Diese kann man über das Handy als auch über ein großes TV im Stall abspielen. Erst leise und dann immer lauter. Und das bitte so oft, bis die Pferde nicht mehr mit der Wimper zucken während uns selber der Lautstärkenpegel die Fußnägel hochrollen lässt. Allerdings sollte das Video immer mal wieder gewechselt werden, um verschiedene Geräuscheffekte abzuspielen.
    Dies kann man schon im Januar anfangen und bis Dezember nach Gewöhnung, wenigstens einmal wöchentlich als Übung eingebaut werden.
    Auch nett ist, wenn dieses unerwartet z.B. über Handy / Tablet / Laptop bei Reitlektionen oder auf der Weide abgespielt wird.
  • Man kann ebenso das Pferd gezielt an Böller gewöhnen.
    So gibt es kleine Kinderböller, die jederzeit frei verkäuflich sind. Diese sind zwar nicht so extrem laut, reichen aber um mit dem Pferd zu üben. Diese kann man auf sicherem Grund erst in weitem Abstand zum Pferd zünden, bis man diese quasi neben den Hufen anzünden könnte. (Was man natürlich nicht macht!)
    So wird das Pferd nicht nur abgehärtet, sondern man nimmt auch gleich den kleinen Kackbratzen den Wind aus den Segeln, welche nach Silvester solche Knaller in Pferdenähe zünden.
  • Lebt das Pferd in der Silvesternacht in einer Box, ist es sinnvoll das Licht vor Mitternacht anzumachen und die Pferde ausreichend zu füttern. Dazu hilft es oft, wenn ein Radio läuft.
  • Der Besitzer sollte immer vor Ort sein. Egal wie das Pferd untergebracht wird, Silvester verbringt man bei seinen Pferden. Einfach um es im Notfall zu beruhigen, aber auch um in einer Gefahrensituation, z.B. bei einem Brand durch eine verirrte Rakete, vor Ort zu sein.
  • Im Offenstall gibt man den Pferden wenn möglich viel Lauffläche in der Silvesternacht. Dazu genug Raufutter und man bleibt natürlich vor Ort.
  • Sedierung eines Pferdes ist für manche Pferdehalter eine Möglichkeit, ebenso Schaumbälle in den Ohren. Für mich kommt das nicht in Frage. Ein Fluchttier sollte bei Gefahr oder Angst Herr seiner Sinne sein. Ihm diese zu nehmen kann die Angst und somit auch die Gefahr vergrößern.

Aber was wenn auch die beste Übung das Pferd nicht beruhigt?
Was wenn der Stall so gelegen liegt, dass die netten Nachbarn den Offenstall mit einem Feuerwerksziel verwechseln?
Dann sollte man sich für diese Nacht ausquartieren.
Eine Möglichkeit ist es die Pferde für die Nacht stundenweise am Halfter spazieren zu führen. Sinnvoller ist es aber Geld in die Hand zu nehmen und früh genug einen geeigneten Stallplatz / Unterbringung an zu mieten.
Auch wenn keine Boxen anzumieten sind, so kann man z.B. eine Reithalle für diese eine Nacht anmieten. Wenn man dem Betreiber einer Anlage das Problem schildert und auch mal einen größeren Geldbetrag in die Hand nimmt, lässt er einen sicher samt seinem Pferd / Pferden die eine Nacht in der Halle verbringen.
Stellt man sein Pferd dann früh genug um und bereitet für sich und sein Pferd dort ein nettes Nachtlager, ist man ruhig und geschützt untergebracht.
Ein nächtliches »außer Haus schlafen« sollte man jedoch mit seinen Pferden schon einmal vorher üben. So ist man geschützt vor dem größten Lärm / Ausseneinflüssen und hat genug Platz, falls das Pferd doch mal seine 5 Minuten bekommt.
Und fragt man früh genug zu Anfang des Jahres – deswegen kommt mein Beitrag ja jetzt nach Silvester – dann hat man gute Chancen auf einen Platz.

Aber auch nach Silvester wie einige Tage davor muss man mit Krachern und Böllern rechnen. Ob man an diesen Tagen ausreiten möchte, muss jeder für sich entscheiden.
Ebenso muss man damit rechnen das so manche Kinder, oder dumme Erwachsene, ihre Böllerfreuden an Pferdeweiden ausleben. Entweder man übt dann wie oben beschrieben früh genug, oder aber man verzichtet auf den Ausritt wie auf Weidestücke, die an Spazierwegen liegen.

Wie auch immer, ganz ausschließen kann man keine Gefahr.
Aber man kann früh genug anfangen zu üben.
Also hoch den Poppes auf das Silvester 2016/17 für uns alle stressfrei wird.

Flauschige Grüße
Celeste

03012016

 

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