Schlachtpferd oder nicht Schlachtpferd, das ist hier die Frage

Hallo meine Lieben, da bin ich wieder!
Ich hoffe, ihr seid auch gut in den Frühling gestartet?
Die Pferde entflauschen massiv, das Wetter ist schön. Die Vögel zwitschern und die erste Minifliege habe ich heute auch schon verschluckt.
Na herzlichen Dank, so hungrig war ich eigentlich nicht!

Die ersten Ausgaben von »Pony statt Plüschtier« sind auch schon bei euch eingetroffen und ich habe mich wie ein Keks über euer Feedback gefreut. Ich war von euren Rückmeldungen teils so gerührt, dass ich sprachlos war. Und erst recht darüber, wie sehr ihr euch über die namentliche Erwähnung in den Danksagungen gefreut habt.
Wenn das so weiter geht und ihr noch flauschiger werdet, werden die Danksagungen im nächsten Buch »Wahnsinn Offenstall« wohl noch einige Seiten länger. – Das ist dann der Moment, in dem meine Oompa Loompa mit dem Kopf auf der Tischplatte aufschlägt, da sie alles korrekturlesen muss. – Aber ich habe ja noch bis Weihnachten Zeit. Und wer weiß, wer es bis dahin noch in mein kleines, schwarzes Buch der coolen Leute schafft.
Ich darf an dieser Stelle auch noch stolz verkünden, dass es »Pony statt Plüschtier« nun auch, für 4,99 € als eBook, gibt. Auch etwas, was ich nicht erwarten konnte, denn ich bin ja selbst ein großer eBook Fan.

Aber nun zum eigentlichen und schwierigen Thema:
In letzter Zeit gab es vermehrt die Diskussion um die Schlachtpferd- /Nicht Schlachtpferd-Eintragung im Equidenpass.
Weil es immer noch sehr viele wilde Gerüchte und Halbwahrheiten in einigen Köpfen gibt, welche sich schneller verbreiten als Pest, Cholera, Herpes oder unfreiwillige Nacktbilder von Promis, dachte ich, ich schlüssel das Thema zur besseren Übersicht mal für euch auf.

Also wie wir alle wissen, sollte jedes Pferd einen Equidenpass besitzen. – Naja sollte, denn auch das ist bislang nicht in alle Köpfe der Pferdehalter durchgedrungen. – In diesen kann man vermerken, ob ein Pferd ein »Schlachtpferd« oder »Nicht Schlachtpferd« ist.

Was ist der Unterschied?

Eine Eintragung als »Schlachtpferd« bedeutet, dass dieses Pferd später zur Fleischverwertung genutzt werden darf. Es besagt aber gleichermaßen, dass dieses Pferd nicht mit allen Medikamenten behandelt werden kann. Man ist dazu verpflichtet ein Medikamentenbuch zu führen, in welchem spezielle Medikamente aufgelistet werden, und dieses auch immer griffbereit haben.
Das hat damit zu tun, dass gewisse Medikamente eine Wartezeit beinhalten, nach der das Fleisch des Pferdes erst verwertet werden darf.
Daher muss man bei Kontrollen diesen Medikamentennachweis vorzeigen können. Ebenso muss das Medikamentenbuch bei den tierärztlichen Behandlungen zur Hand sein. Hier ist Sorgfalt ein absolutes Muss! Und ja, ich weiß das in der Praxis, das viel zu oft und gerne verschludert wird.

Man sollte überlegen, ob man diese »Schlachtpferd«-Eintragung nicht doch ändern will, denn das geht jederzeit. Als Halter eines »Nicht Schlachtpferdes« ist man aus der Pflicht den Medikamentennachweis zu führen und muss sich auch keine Gedanken mehr darum machen.
Der einzige Nachteil ist, dass man das Pferdefleisch danach nicht mehr durch eine Schlachtung verwerten darf. Man muss also für die Entsorgung nach dem Tod selber sorgen.
Das »Nicht Schlachtpferd« darf problemlos alle zugelassenen Medikamente bekommen.
Man muss sich nicht mit weiterem Papierkram und Medikamentenbüchern rum ärgern.
Und man ist sich sicher, dass der Liebling nie gegen ein Paar Euro beim Schlachter landen wird. Denn ist die Eintragung »Nicht Schlachtpferd« einmal im Pass eingetragen, darf sie nie wieder geändert werden, auch nicht bei einem Verkauf.
Eigentlich also eine gute Sache, denn sie erspart einem eine Menge Arbeit und gibt Sicherheit.

Natürlich sagen Einige das sie ja jederzeit bei einer Medikamentengabe den Pass noch ändern können … Aber ernsthaft, möchte man sich darüber erst Gedanken machen, wenn das Pferd krank ist? Möchte man dann dem Tierarzt, der eh meistens in Eile ist, den Pass unter die Nase halten und sagen: »Och bitte, ändern Sie das jetzt fix, damit mein Schatz auch Medikament XY bekommen darf.«?
Na, der Tierarzt wird sich bedanken.

Wenn eins meiner Pferde krank oder verletzt ist, dann möchte ich mich nicht mit so einem Quark auseinandersetzen. Darüber mache ich mir vorher meine Gedanken …
Und ja, meine sind alle als »Nicht Schlachtpferde« eingetragen.
Ich weiß ja, dass meine Pferde nicht in die Wurst gehen, also kann ich sie auch entsprechend eintragen. Damit ist das Thema einmal behandelt und ich muss mir nie wieder einen Kopf darum machen. Im Ernstfall können sie so schnell und unproblematisch behandelt werden. Und ich muss mich mit dem Käse nicht auseinandersetzen, wenn ich dafür eigentlich gar keinen Kopf habe.

So und da es sich ebenso hartnäckig in einigen Köpfen hält:
Auch »Nicht Schlachtpferde« darf man auf alle Arten erlösen lassen!
Die Tötungsart hat NICHTS mit der Eintragung zu tun.
Ich darf also auch ein »Nicht Schlachtpferd« durch einen Schlachter mit einem Bolzenschuss erlösen lassen. Nur muss ich dann für die Entsorgung des Pferdekörpers zahlen, statt ein paar Euro für das Fleisch zu bekommen.

So kann man bei Pferden die zum Beispiel mit Panik bei Spritzen oder unfreiwilligem Ablegen reagieren, den Schlachter in den heimischen Stall bestellen, oder das Pferd auf der gewohnten Koppel seinen letzten Weg antreten lassen.
Und Schlachter sind keine bösen Monster, sondern Personen die das schnell, oft auch liebevoll und seriös erledigen.

Von daher überlegt gut, was ihr in euren Equidenpässen stehen habt und ob ihr es erst in einem Notfall ändern wollt. Auch wenn das Thema nicht schön ist, sollte man sich zeitnah damit befassen. Und nicht zwischen Tür und Angel, wenn der Tierarzt und man selbst, Besseres zu tun hat.

Flauschige Grüße
Celeste

eingetragenes Nicht Schlachtpferd

 

Ein Gedanke zu „Schlachtpferd oder nicht Schlachtpferd, das ist hier die Frage

  1. Halli, es ist für den Tierarzt überhaupt kein Problem und auch keine Mühe, einen Stempel in den E-pass zu drücken. Wenn dem Tierarzt das zu viel ist, dann ist es nicht der Richtige.

    Meine TÄ vertritt selber die Meinung, so lange damit zu warten, bis ein Notfall eintritt.

    Warum ohne Not eine Entscheidung treffen, die nie wieder rückgängig gemacht werden kann.

    Ein Schlachtpferd kann beim Verkauf z. B. höhere Preise erzielen.

     

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