Frühjahrsputz mal anders

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nach Tagen voller Regen, welche einen schon bald eine Arche bauen ließen, kehrt nun mit den warmen Sonnenstrahlen ein wenig Frühling ein. Die Vögel zwitschern und die Pferde fangen so langsam an den Flausch zu verlieren.

Wenn wir uns einmal gezwungener maßen von den Pferden loseisen und uns zum Jagen und Sammeln durch die Einkaufsmärkte bewegen, werden wir häufig durch diverse Werbeschilder an ein unbequemes Detail dieser Jahreszeit erinnert: >Frühling, nun ist es Zeit für den Frühjahrsputz.<

Ähem ja, nicht das ich ein Freund von Staubmäusen bin, Gott bewahre, aber diesen Trend des Frühjahrsputzes habe ich nie verstanden. Gut es mag begnadete Hausfrauen geben, welche zu diesem Anlass jedes Möbelstück dreidimensional abschrubben, und das wenigstens mit fünf verschiedenen Reinigern und sieben verschiedenen Lappen und Schwämmen. Aber so ganz kann ich mich dafür nicht begeistern.

Mein Frühjahrsputz ist eher eine Frühlingsvorbereitung für den Stall. Denn jetzt ist die Zeit gekommen gewisse Dinge vorzubereiten und zu checken, bevor die große Weidesaison anfängt.

Hier mal ein paar Dinge aus der Tipps- und Tricks-Kiste:

  • Jetzt ist der geeignete Zeitpunkt um Bremsenfallen selber zu basteln. Denn man hat noch genug Zeit fehlende Komponenten zu bestellen, oder den nötigen Joghurt-/Salateimer auszulöffeln.
    Wie man so eine Bremsenfalle für ganz kleines Geld selber bastelt, zeige ich euch in dieser Anleitung.
    Das ist nicht nur sehr einfach und günstig, sondern macht bis auf sabotierende Katzen wirklich Spaß.
    Habt ihr mehrere Weiden, dann bastelt gleich mehrere Fallen, wenn ihr schon dran seid, denn das erspart euch das lästige Umhängen der Fallen bei einem Weidewechsel.
    Sind die Fallen fertig, dann hängt sie zeitnah auf, denn auch wenn ihr das fliegende Terrorgeschwader noch nicht seht, so sind diese schon unterwegs. Und was einen Bremsenfallentot gestorben ist, kann schon mal nicht mehr beißen oder sich vermehren.
  • Der nächste Tipp ist wieder gegen Bremsenbisse, aber diesmal für euch selber. Jahrelang war ich eine reine Bremsentankstelle trotz diverser Anti-Bite-Sprays. Nichts, wirklich nichts half gegen diese Biester. Und waren die Bisse allein nicht schon schlimm genug, so reagierte ich auch noch allergisch auf diese. Was dann nur mit Schmerzmitteln und Kortison zu behandeln war. Schön war also anders.
    Durch Zufall entdeckte ich ein Duschgel, das gegen die Bremsen hilft. Ja ihr lest richtig, ein Duschgel, und zwar die Sorte ›Litamin Zitrone Buttermilch‹.
    Einmal täglich damit geduscht und die Bremsen ignorieren mich komplett. Lasse ich einen Tag das Duschgel weg und benutze ein anderes, bin ich wieder Bremsenfutter.
    Ob das Duschgel bei jedem wirkt kann ich nicht sagen, aber ich habe unglaublich viele positive Rückmeldungen von Reitern erhalten, bei denen es ebenfalls hilft. Allerdings darf man sich bei dieser Nutzung nicht mit anderweitig intensiven Duftstoffen zukleistern, wie Parfüm oder sehr duftintensiven Pflegeprodukten.
    Bei mir wirkt das Duschgel wahre Wunder und deswegen ist jetzt der passende Zeitpunkt sich damit auf Vorrat einzudecken. Alternativ geht auch die Litamin Zitrone Buttermilch Bodylotion, allerdings ist diese meist noch schwerer zu bekommen. Von daher wenn ihr auch Bremsenopfer seid, dann lege ich euch dieses Duschgel ans Herz. Vielleicht hilft es euch so gut wie mir.
  • Aber es sind ja nicht ja nicht nur die Bremsen, welche unseren Pferden auf den Keks gehen. Nein, sobald die ersten Sonnenstrahlen erscheinen, kommen die Kriebelmücken aus ihren Verstecken – diese garstigen kleinen Mistbiester, welche sich nur zu gerne in den Ohren der Pferde niederlassen.
    Damit diese meine Pferde in Ruhe lassen, nutze ich meine Möhrchenöhrchen-Creme. Dazu benutzt man Penaten Wundschutzcreme (die blauen Plastikdosen sind ideal)
    Darin zerbrösel ich zwei Rivanoltabletten. Wichtig ist das man dazu Handschuhe trägt, denn Rivanol färbt die Haut neongelb. Nachdem die Creme/Tabletten zwei Tage durchweicht sind, kann man das Gemisch durchrühren und es ist gebrauchsfertig. Diese Creme schmiere ich IN die Ohren wie auch auf die Bauchnaht sowie die Euter-/Schlauchgegend.
    Die Creme trocknet und hinterlässt einen pudrigen Film der die Mücken abschreckt und ebenso kleine Wunden abheilen lässt. Auch wenn neongelbe Öhrchen nicht ganz so schick aussehen, die Creme bietet permanente Ruhe vor den Mücken. Alle paar Tage erneuer ich die Creme was den Pferden so gut gefällt das sie mittlerweile alleine die Ohren hinhalten wenn ich mit der blauen Dose komme.
  • Der nächste Punkt auf der Frühjahrsputzordnung ist ein Weidencheck. Denn viele von uns haben grosse Weiden welche sie nur im Sommer benutzen. Somit besuchen wir diese im Winter natürlich eher seltener da wir einfach tausend andere Dinge zu tun haben. Und selbst wenn wir diese in tadellosen Zustand verlassen haben, so können Wildschweine, Rehe, aber auch dumme Menschen für Schäden gesorgt haben. Hier ist es wichtig das man frühzeitig vor dem Anweiden diese Sommerweiden Stück für Stück abgeht.
    • Sitzen alle Pfosten fest?
    • Sind alle Litzen noch ganz und gespannt?
    • Sitzen alle Bretterzäune oder Wildzäune noch fest?
    • Sind alle Schlösser noch leicht zu öffnen? (ölen)
    • Sind alle Tore noch leichtgängig? (Scharniere ölen)
    • Haben Wildschweine eine Buddelparty gefeiert? (Weide in Ordnung bringen und Förster informieren)
    • Braucht die Weide noch Dünger oder Pflege?

      Checkt man diese Dinge noch früh genug vor dem Anweiden dann ist man vor bösen Überraschungen sicher. Dazu hat man noch genug Zeit für unverhoffte Reparaturarbeiten oder Zubehör, welches man kostengünstig bestellen möchte.

  • Frühjahrszeit ist auch Anweidezeit, und niemand von uns möchte Koliken oder Hufrehe riskieren. Also halten wir uns peinlich an einen Anweideplan den wir individuell für unsere Herde erstellen. Wohl dem, der alleine ist und das Zeitmanagement selber im Griff hat, aber in vielen Ställen hat man eine Haltergemeinschaft mit abwechselnden Stall- und Weidediensten.
    Hier empfiehlt es sich einen schriftlichen Anweideplan zu erstellen. Tag für Tag mit festgelegten Zeiten und der Person, welche das rein- und rausstellen an diesem Tag übernimmt, und danach auch als erledigt abzeichnet.
    So ein Plan offen ausgehängt ist für alle Beteiligten eine gute und übersichtliche Hilfe damit es nicht zu doppelten, oder vergessenen Anweidezeiten kommt. Denn bei aller Freundschaft und Absprache – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und eine Whats App à la ›ich hab die Pferde schon mal raus gestellt‹ kann sehr schnell untergehen und die Pferde bleiben länger als sie sollten auf der Weide. Nein, dann lieber ein fester Plan, der vielleicht altmodisch, aber sicher ist.
  • Sollte uns noch Zeit und Enthusiasmus für weitere Frühjahrsputztätigkeiten bleiben, so empfiehlt sich ein Blick in die Sattelkammer.
    Wohl denen, die ihre Sammelkollektionen daheim in den Schränken aufbewahren. Aber oft ist es doch so, dass viele von uns gerade im Winter eher mäßig zu Putz- und Aufräumorgien neigen.
    Ein Putz- und Pflegetag für Sattelzeug schadet also schon mal nicht, ebenso alle Decken und Halfter noch einmal durchzuwaschen. Putzzeug sollte man bei der Gelegenheit gleich desinfizieren und vielleicht auch entrümpeln. Ihr kennt das, es kann immer mal etwas ausgetauscht und erneuert werden. Ausserdem gibt uns das eine gute Entschuldigung für einen Besuch im Reitsporthandel oder gar einer Messe. 😉
  • Bevor wir aber einen Messebesuch starten sollten wir vielleicht noch das Auto entrümpeln. Ich habe zwar gerüchteweise von Autos gehört, die trotz Pferdebesitzer immer sauber und gepflegt sind, aber vielen ergeht es wie mir: Das Auto ist voller Pferdesachen. Hier lohnt sich nicht nur ein Entrümpeln und Aufräumen – natürlich nur, damit man genug Platz für Einkaufstüten einer Pferdemesse hat.) – nein, Staubsaugen und Staubwischen, wie auch ein Duftelement lassen uns fast glauben in einem fremden Auto zu sitzen. Und eins ist gewiss, auch wenn der Zustand nicht von Dauer sein wird, so findet man manchmal lang verloren geglaubte Schätze bei einer Aufräumaktion wieder.

Alles in allem eigentlich genug Dinge, die man tun kann zu dieser wundervollen Jahreszeit. Und seien wir ehrlich, die Meisten davon machen mehr Spaß als ein Frühjahrsputz als super Putzfee daheim.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

 

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