Ein Pferd zu Weihnachten?

Hallo meine Flauschehasen,
da bin ich wieder. Wir haben nun den 3. Advent und so langsam geht es in den Endspurt Richtung Weihnachten.
Plätzchen habe ich schon 2x gebacken und es sind schon wieder keine mehr da. Dafür steht aber schon der Tannenbaum mit meinen geliebten Zuckerstangen. Alle Geschenke sind schon gekauft und verpackt und das Feiertagsessen ist fest geplant.
Nun habe ich also wieder ein wenig Zeit durch das Internet zu zappen, und da nun bald Weihnachten ist, werden die Onlineplattformen mit einer bestimmten Sorte Bilder überschwemmt.

Diese tragen den heroischen Spruch:

»Zu Weihnachten verschenkt man keine Tiere«

Stimmt bei den meisten landen sie zu Weihnachten als Festmahl auf dem Tisch und werden gegessen. Oder als Geschenk in Form von Mantel und Schal oder Stiefel stehen sie unter dem Tannenbaum. Verzeiht meinen schwarzen Humor, denn ich bin alles Andere als ein Vegetarier.

Natürlich sollte jedes Tier den Platz als festes und geliebtes Familienmitglied in unseren Herzen einnehmen. Dieser Platz wie auch die Auswahl des passenden Familienmitgliedes sollte mit Sorgfalt ausreichend Fachwissen und viel Zeit stattfinden. Aber wer sagt, dass die Familienzusammenführung nicht auch an einem Weihnachtsabend stattfinden darf?
Natürlich werden nun die Freunde des Tierheims aufschreien, schließlich werden einige Wochen nach Weihnachten die Abgabezahlen höher. Das liegt aber nicht an Weihnachten selber, sondern daran, dass Weihnachten / Ostern / Kommunion einfach Festlichkeiten sind, an denen es viele Geschenke gibt. Und oft sind Eltern und andere Verwandte in ihren Geschenken derart planlos, das sie sich ohne nach zu denken für ein Tier entscheiden. Nur genau das ist der Punkt – ohne nachzudenken – und das kann auch an jedem x beliebigen anderen Tag des Jahres passieren.
Zu einem Geburtstag, oder weil das Kind immer wieder nach einem Hamster bettelt. Oder, weil ein Elternteil ein schlechtes Gewissen hat und dieses mit einem Welpen ausgleichen will. Ebenso, weil sie einfach schlicht weg knacke-blöd sind, und sich nicht bewusst machen, wie viel Verantwortung jedes Tier – egal ob klein oder groß – mit sich bringt.

Es ist also eher notwendig die Menschen zu mehr Vernunft beim Kauf zu erziehen, statt komplett alle Menschen zu verteufeln, deren Weihnachtswunsch ein Tier ist. Bei Haustieren muss neben einer sorgfältigen Auswahl allerdings beachtet werden, dass die Festtage nicht zu turbulent sind. Denn eine Familienfeier mit Tanten, Onkeln und allen Cousinen und Neffen sollte man keinem neuen Haustier zumuten. Feiert man aber im ruhigen Rahmen daheim mit seinen Liebsten, so können gerade diese ruhigen und arbeitsfreien Feiertage ein wundervoller Anfang für eine neue Beziehung sein.

Ist der Weihnachtswunsch ein Pferd, dann umso besser.
Wichtig ist, dass dieses vorab sorgfältig ausgesucht wurde:

So kann zum Beispiel die geliebte Reitbeteiligung oder das seit Jahren verwöhnte  Pflegepferd das schönste Weihnachtsgeschenk des Lebens werden.
Ebenso kann man sich Reitlehrer oder Stallbesitzer zur Hilfe holen, um das passende Pferd auszusuchen und zu begutachten, wenn noch kein bestimmtes Traumpferd auf dem Wunschzettel steht.
Eine Ankaufsuntersuchung kann man schon vorab durchführen, um da im sicheren Bereich zu sein. Der Versicherungsmakler kann den Vertrag vor den Feiertagen schnell fertig machen, damit das Pferd von der Haftpflicht bis zur OP- / Krankenversicherung abgedeckt ist. Der Stall muss eh vorab angemietet werden und auch der Transport kann heimlich vor Heiligabend geregelt werden.
So hat das Pferd genug Zeit sich einzugewöhnen und der Heiligabend kann ganz entspannt angegangen werden.
Und wie schön ist es, wenn man die Verwandten gleich mit einspannt?
Statt der ewigen gestrickten Socken von Tante Berta gibt es einen Putzkoffer. Tante Anneliese wird statt dem 4711 Parfumsets nun angestiftet eine Satteldecke zu kaufen. Onkel Hubert wird, statt der Quality-Street-Dose, die er jedes Jahr anschleppt, nun Pferdeleckerchen mitbringen. Denn gerade bei einem Fest wie Weihnachten kann man einen Großteil des Zubehörs auch sinnvoll auf alle Verwandten umlegen. Und man sollte sich da auch nicht scheuen dies der Familie nahe zu legen, notfalls in Form von Gutscheinen für Reitsportgeschäfte.
Selbst die kleinsten Nichten und Neffen haben 1 € über für ein Päckchen Mähnengummies oder ein selbst gebasteltes Namensschild für die Box.
Und seien wir ehrlich, als alt, wie auch neu Pferdebesitzer, lieben wir Pferdesachen! Kein Geschenk ist schöner als Sachen rund ums Pferd!
Und wie schön ist dann die Überraschung in den Augen des Kindes / Partners, wenn man es unter einem Vorwand an einem eisigen sternenklaren Heiligabend in den Stall führt, und dort ein schon eingewöhntes Pferd / Pony präsentiert? Wenn erst die Schleife an der Box oder am Pony einen begreifen lässt das dieses flauschige Wesen nun sein Eigen ist?
Das ist doch ein Weihnachtswunsch, den so viele von uns seit der Kindheit in unseren Herzen tragen. Für den wir oft ausgelacht wurden, oft vertröstet oder gar gehänselt wurden, aber der dennoch immer in unserem Herzen blieb.
Wie schön ist es einen solchen Wunsch erfüllt zu bekommen, oder selber erfüllen zu dürfen. Und wenn das mit Sinn, Verstand und guter Vorbereitung passiert, dann spricht auch absolut nichts dagegen.
Wenn man sich aber nicht sicher ist, oder kein Traumpferd feststeht, bzw. das Kind / der Partner in die Auswahl mit einbezogen werden soll, dann kann man auch einen Gutschein verschenken. Diesen kann man z.B. in eine gut gefüllte Putzbox auf den Boden legen und den überraschten Freudenschrei genießen. Dann kann man später zusammen nach einem geeigneten Pferd suchen ohne Zeitdruck.

Ich selber habe auch ein Weihnachtspferd. Dieses war ein Geschenk meiner Familie, nachdem eins meiner Pferde verstarb und ich untröstlich war. Das sie Heiligabend noch nicht eingezogen ist lag einzig daran, dass ich sie bis dato nicht gefunden hatte.
Also gab es einen Gutschein, da meine Familie wusste, dass ich spezielle Ansprüche an ein Pferd habe, und dieses zu meiner vorhandenen Bande passen musste.

Lese ich also heute immer wieder im Internet »Tiere bzw. Pferde verschenkt man nicht zu Weihnachten« möchte ich dem nicht uneingeschränkt zustimmen. Denn Vollpfosten, die ohne Sinn und Verstand einfach ein Tier kaufen, wird es immer und zu jeder Jahreszeit geben. Aber Menschen die mit einem Pferd einen Weihnachtswunsch erfüllen, geben dem Weihnachtsfest wieder einen besonderen Zauber zurück, den man meist nur noch in Kinderaugen sieht.

Von daher ein absolutes »Ja« von mir zum Weihnachtspferd. Aber bitte nur, wenn dies wie auch an allen anderen Tagen im Jahr, mit Sinn und Verstand passiert.

In diesem Sinne flauschige Grüße
Celeste

131215

 

4 Gedanken zu „Ein Pferd zu Weihnachten?

  1. Mein Pony hab ich im November bekommen und er ist auch mein Weihnachtsgeschenk 🙂 Gut, er war nicht wirklich eine Überraschung und eine Schleife hatte er auch nicht, trotzdem ist er ein Geschenk zu Weihnachten *-* Und wenn man das ganze gut durchdenkt, dann steht dem doch nichts im Wege. Ob ich meinem Kind jetzt mitten im Jahr ein Pferd schenke und dann noch mal extra Weihnachtsgeschenke bezahle, oder ob ich das Pferd dann lieber auf Weihnachten umlege, was eh die schönere Überraschung ist, das ist doch egal 🙂

     
  2. Ein guter Gedanke – einfach auf den Sinn und den Verstand hinzuweisen. Das muss man leider auch bei vielen Menschen. Wie schnell ist ein Tier gekauft und dann steht man da und stellt fest, dass es Zeit und Geld kostet. Ich persönlich mag die Idee hinter deinem Artikel und finde auch den Gedanken schön alle Verwandten einzuspannen – gleichzeitig widerstrebt es mir ein Tier „unter den Weihnachtsbaum“ oder „auf den Geburtstagstisch zu legen“ trotzdem. Einfach weil Tiere für mich nicht als Geschenke durchgehen, aber das ist eine Bauchsache. Ich finde, dass sie bewusst und von allen zusammen als Familienmitglieder ins Haus oder in den Stall geholt werden sollten – weil auch das nochmal klarer macht, dass sie keine Geschenke, sondern Lebewesen sind. Aber jetzt bin ich auch ein bisschen übermoralisch 😉 So oder so – ein schöner Artikel 🙂 Liebe Grüße, Petra

     
  3. Abend, bei mir war das Weihnachtspferd vor zwei Jahren dank Heyoka (mein Hengst) etwas anderst Zustande gekommen. Die kleine die inzwischen Frechdachs heist und wie ihre Mutter einfach zu clever für ein Pferd ist hat uns alle damals Überrascht da niemand damit gerechnet hat das Zicke wirklich trägt (sie war schon öfters Scheinträchtig) und ich bin drei Tage vor dem eigentlichen Urlaub einfach nach Deutschland zurück gereist und hab mich wie alle um das neue Familienmitglied gekümmert.
    Seit dem ist sie mein Weihnachtspferd und wohl der Grund das ich dieses Fest nicht mehr ganz so ablehne, immer diese bucklige Verwandtschafgt die ich nicht so recht mag ….
    Was solls ich finde das Du recht hast mit den Weihnachtstieren wenn man vernünftig an die Sache ran geht.

    Gruß Simon

     
  4. Hallo liebe Celeste,

    wirklich ein schöner Blog und dieses rosa überall, ich bin ganz begeistert 🙂 Werde ab jetzt fleißig mitlesen! Zum Thema Tiere verschenken habe ich auch eine etwas andere Meinung als die meisten Menschen, meine Eltern haben 2012 zu Weihnachten einen Dackelwelpen von mir bekommen… Sie wussten von nichts, weil meine Mutter sich mit Händen und Füßen gewehrt hätte, aber rate mal, wer den kleinen Stinker als erstes ins Herz geschlossen hat?
    Manchmal kennt man seine Liebsten doch noch ein bisschen besser als sie selbst 😉

    Weihnachtliche Grüße
    Cathy von Horsediaries

     

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