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Produkttest Peticare – petHorse Health 2000

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal widmen wir uns einem weiteren Produkttest, und zwar Produkten rund um die Kriebelmücke, wie auch deren Auswirkung dem Ekzem.Die Firma Peticare war so nett – und so mutig –  Produkte für diesen Test zur Verfügung zu stellen. Nachdem letzte Woche über den petAnimal Protect 2001 (Kriebelmückenstopp) berichtet wurde, widmen wir uns heute dem zweiten Testprodukt: petHorse Health 2000 (Ekzemerpflege)

Peticare – petHorse Health 2000 (Ekzemerpflege)

Produktbeschreibung:

• stoppt den Juckreiz sofort

• bei allen Ekzemformen (Dermatitis)

• schützt vor mikrobiellem Befall

• schützt vor bakteriellem Befall

• garantiert frei von Cortison

• garantiert frei von Antibiotika


Preis 28,80 €
für 100ml

Praxistest

Diese Lotion kommt ebenso wie ›petAnimal Protect 2001‹ in einer kleinen Auftrageflasche daher, welche an herkömmliche Haarfärbeflaschen erinnert. Die handliche Größe ist wie bei dem Spray gegeben, es passt in jede Hosentasche und ist leicht mitzunehmen. Einzig der beigefügte Tropfenverschluss ist gewöhnungsbedürftig. Denn auch wenn das Auftragen selber damit leicht vonstatten geht, der Verschluss ist einfach nur nervig. Einmal abgedreht ist er nur wenige Millimeter hoch. Während man den Verschluss bei den Haarfärbemitteln nach dem Öffnen wegwirft, muss man diesen für die Ekzemerlotion natürlich aufbewahren.

Da man aber beide Hände für das tropfenweise Auftragen und Einmassieren braucht – das hatte schon was von ›auftragen – polieren‹ aus Karate Kid – steckte ich den Verschluss anfangs zwischen meinen Zähnen, später dann -wir wissen, ich wäre so tollpatschig diesen zu verschlucken – in der Hosentasche.

Die Lotion selber war leicht aufzubringen, und für mich, und einige andere, fast geruchlos. Nur meine Oompa Loompa hat den Geruch wahrgenommen und als unangenehm, leicht teerig empfunden. Ich selber kann dies nicht bestätigen, möchte es aber erwähnen.

Nach dem Auftragen und Einmassieren hat man leicht ölige Finger. Feuchttücher oder Wasser und Seife lösen dieses ›Problem‹ aber schnell.

Innerhalb kürzester Zeit ließ sich folgendes feststellen:

  • Schon nach dem ersten Tag war bei Frau Pferd der Drang nach Dauerkratzen verschwunden.
  • Die Wunden schlossen sich zügig und die ersten Haare kommen auch wieder.
  • Die Lotion war auch auf offenen Wunden nicht unangenehm.
  • An Schweif und Mähne konnte man in 2 Wochen dem Haarwachstum derart zusehen, dass ich fast versucht war, es an meinen eigenen Haaren zu versuchen.
    (Aber ich habe eh schon sehr lange Haare )

 

Bilder vor der Behandlung

und

Zwei Wochen nach der Behandlung sah es dann so aus. Gerade beim Schweif ist deutlich zu erkennen, wie die Haare wieder wachsen:

und

Wie gesagt dazwischen liegen zwei Wochen einmal tägliches Auftragen.

Zu erwähnen sei, das die kleine Flasche nach zwei Wochen leer war. Gerne hätte ich länger getestet, um eine Langzeitwirkung zu beschreiben.

Fazit

Ein sehr gutes Produkt, leicht in der Handhabung und gezielt einzusetzen. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten und somit ist es in der Ekzemerpflege eine echte Hilfe.

Einzig, das Preis-Leistungs-Verhältnis könnte einen Hauch besser sein, bzw. eine größere Lotionmenge etwas günstiger angeboten werden. Denn auch wenn Pferdehaltung teuer ist und man an der Pflege nicht geizen sollte, es gibt ähnliche Produkte die ebenso gut wirken aber günstiger sind.

Ebenso würde ich mir eine andere Auftragsspitze wünschen, mit einer Verschlusssicherung. Wir kennen solche Verschußkappen z.B. bei Feuerzeugbenzin und vielen anderen Produkten, bei denen die Verschlusskappe auch gelöst über ein kleines Plastikband mit der Flasche verbunden bleibt.
Wegen dieser beiden Punkte, die eher meiner persönlichen Wunschliste entsprechen, als die Funktionalität des Produktes negativ zu beeinflussen, kann ich keinen Punktabzug machen.

Von daher vergebe ich 6 von 6 Flauschepunkten und eine deutliche Kaufempfehlung. 🙂

Flauschige Grüße
Celeste

 

Frühjahrsputz mal anders

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nach Tagen voller Regen, welche einen schon bald eine Arche bauen ließen, kehrt nun mit den warmen Sonnenstrahlen ein wenig Frühling ein. Die Vögel zwitschern und die Pferde fangen so langsam an den Flausch zu verlieren.

Wenn wir uns einmal gezwungener maßen von den Pferden loseisen und uns zum Jagen und Sammeln durch die Einkaufsmärkte bewegen, werden wir häufig durch diverse Werbeschilder an ein unbequemes Detail dieser Jahreszeit erinnert: >Frühling, nun ist es Zeit für den Frühjahrsputz.<

Ähem ja, nicht das ich ein Freund von Staubmäusen bin, Gott bewahre, aber diesen Trend des Frühjahrsputzes habe ich nie verstanden. Gut es mag begnadete Hausfrauen geben, welche zu diesem Anlass jedes Möbelstück dreidimensional abschrubben, und das wenigstens mit fünf verschiedenen Reinigern und sieben verschiedenen Lappen und Schwämmen. Aber so ganz kann ich mich dafür nicht begeistern.

Mein Frühjahrsputz ist eher eine Frühlingsvorbereitung für den Stall. Denn jetzt ist die Zeit gekommen gewisse Dinge vorzubereiten und zu checken, bevor die große Weidesaison anfängt.

Hier mal ein paar Dinge aus der Tipps- und Tricks-Kiste:

  • Jetzt ist der geeignete Zeitpunkt um Bremsenfallen selber zu basteln. Denn man hat noch genug Zeit fehlende Komponenten zu bestellen, oder den nötigen Joghurt-/Salateimer auszulöffeln.
    Wie man so eine Bremsenfalle für ganz kleines Geld selber bastelt, zeige ich euch in dieser Anleitung.
    Das ist nicht nur sehr einfach und günstig, sondern macht bis auf sabotierende Katzen wirklich Spaß.
    Habt ihr mehrere Weiden, dann bastelt gleich mehrere Fallen, wenn ihr schon dran seid, denn das erspart euch das lästige Umhängen der Fallen bei einem Weidewechsel.
    Sind die Fallen fertig, dann hängt sie zeitnah auf, denn auch wenn ihr das fliegende Terrorgeschwader noch nicht seht, so sind diese schon unterwegs. Und was einen Bremsenfallentot gestorben ist, kann schon mal nicht mehr beißen oder sich vermehren.
  • Der nächste Tipp ist wieder gegen Bremsenbisse, aber diesmal für euch selber. Jahrelang war ich eine reine Bremsentankstelle trotz diverser Anti-Bite-Sprays. Nichts, wirklich nichts half gegen diese Biester. Und waren die Bisse allein nicht schon schlimm genug, so reagierte ich auch noch allergisch auf diese. Was dann nur mit Schmerzmitteln und Kortison zu behandeln war. Schön war also anders.
    Durch Zufall entdeckte ich ein Duschgel, das gegen die Bremsen hilft. Ja ihr lest richtig, ein Duschgel, und zwar die Sorte ›Litamin Zitrone Buttermilch‹.
    Einmal täglich damit geduscht und die Bremsen ignorieren mich komplett. Lasse ich einen Tag das Duschgel weg und benutze ein anderes, bin ich wieder Bremsenfutter.
    Ob das Duschgel bei jedem wirkt kann ich nicht sagen, aber ich habe unglaublich viele positive Rückmeldungen von Reitern erhalten, bei denen es ebenfalls hilft. Allerdings darf man sich bei dieser Nutzung nicht mit anderweitig intensiven Duftstoffen zukleistern, wie Parfüm oder sehr duftintensiven Pflegeprodukten.
    Bei mir wirkt das Duschgel wahre Wunder und deswegen ist jetzt der passende Zeitpunkt sich damit auf Vorrat einzudecken. Alternativ geht auch die Litamin Zitrone Buttermilch Bodylotion, allerdings ist diese meist noch schwerer zu bekommen. Von daher wenn ihr auch Bremsenopfer seid, dann lege ich euch dieses Duschgel ans Herz. Vielleicht hilft es euch so gut wie mir.
  • Aber es sind ja nicht ja nicht nur die Bremsen, welche unseren Pferden auf den Keks gehen. Nein, sobald die ersten Sonnenstrahlen erscheinen, kommen die Kriebelmücken aus ihren Verstecken – diese garstigen kleinen Mistbiester, welche sich nur zu gerne in den Ohren der Pferde niederlassen.
    Damit diese meine Pferde in Ruhe lassen, nutze ich meine Möhrchenöhrchen-Creme. Dazu benutzt man Penaten Wundschutzcreme (die blauen Plastikdosen sind ideal)
    Darin zerbrösel ich zwei Rivanoltabletten. Wichtig ist das man dazu Handschuhe trägt, denn Rivanol färbt die Haut neongelb. Nachdem die Creme/Tabletten zwei Tage durchweicht sind, kann man das Gemisch durchrühren und es ist gebrauchsfertig. Diese Creme schmiere ich IN die Ohren wie auch auf die Bauchnaht sowie die Euter-/Schlauchgegend.
    Die Creme trocknet und hinterlässt einen pudrigen Film der die Mücken abschreckt und ebenso kleine Wunden abheilen lässt. Auch wenn neongelbe Öhrchen nicht ganz so schick aussehen, die Creme bietet permanente Ruhe vor den Mücken. Alle paar Tage erneuer ich die Creme was den Pferden so gut gefällt das sie mittlerweile alleine die Ohren hinhalten wenn ich mit der blauen Dose komme.
  • Der nächste Punkt auf der Frühjahrsputzordnung ist ein Weidencheck. Denn viele von uns haben grosse Weiden welche sie nur im Sommer benutzen. Somit besuchen wir diese im Winter natürlich eher seltener da wir einfach tausend andere Dinge zu tun haben. Und selbst wenn wir diese in tadellosen Zustand verlassen haben, so können Wildschweine, Rehe, aber auch dumme Menschen für Schäden gesorgt haben. Hier ist es wichtig das man frühzeitig vor dem Anweiden diese Sommerweiden Stück für Stück abgeht.
    • Sitzen alle Pfosten fest?
    • Sind alle Litzen noch ganz und gespannt?
    • Sitzen alle Bretterzäune oder Wildzäune noch fest?
    • Sind alle Schlösser noch leicht zu öffnen? (ölen)
    • Sind alle Tore noch leichtgängig? (Scharniere ölen)
    • Haben Wildschweine eine Buddelparty gefeiert? (Weide in Ordnung bringen und Förster informieren)
    • Braucht die Weide noch Dünger oder Pflege?

      Checkt man diese Dinge noch früh genug vor dem Anweiden dann ist man vor bösen Überraschungen sicher. Dazu hat man noch genug Zeit für unverhoffte Reparaturarbeiten oder Zubehör, welches man kostengünstig bestellen möchte.

  • Frühjahrszeit ist auch Anweidezeit, und niemand von uns möchte Koliken oder Hufrehe riskieren. Also halten wir uns peinlich an einen Anweideplan den wir individuell für unsere Herde erstellen. Wohl dem, der alleine ist und das Zeitmanagement selber im Griff hat, aber in vielen Ställen hat man eine Haltergemeinschaft mit abwechselnden Stall- und Weidediensten.
    Hier empfiehlt es sich einen schriftlichen Anweideplan zu erstellen. Tag für Tag mit festgelegten Zeiten und der Person, welche das rein- und rausstellen an diesem Tag übernimmt, und danach auch als erledigt abzeichnet.
    So ein Plan offen ausgehängt ist für alle Beteiligten eine gute und übersichtliche Hilfe damit es nicht zu doppelten, oder vergessenen Anweidezeiten kommt. Denn bei aller Freundschaft und Absprache – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und eine Whats App à la ›ich hab die Pferde schon mal raus gestellt‹ kann sehr schnell untergehen und die Pferde bleiben länger als sie sollten auf der Weide. Nein, dann lieber ein fester Plan, der vielleicht altmodisch, aber sicher ist.
  • Sollte uns noch Zeit und Enthusiasmus für weitere Frühjahrsputztätigkeiten bleiben, so empfiehlt sich ein Blick in die Sattelkammer.
    Wohl denen, die ihre Sammelkollektionen daheim in den Schränken aufbewahren. Aber oft ist es doch so, dass viele von uns gerade im Winter eher mäßig zu Putz- und Aufräumorgien neigen.
    Ein Putz- und Pflegetag für Sattelzeug schadet also schon mal nicht, ebenso alle Decken und Halfter noch einmal durchzuwaschen. Putzzeug sollte man bei der Gelegenheit gleich desinfizieren und vielleicht auch entrümpeln. Ihr kennt das, es kann immer mal etwas ausgetauscht und erneuert werden. Ausserdem gibt uns das eine gute Entschuldigung für einen Besuch im Reitsporthandel oder gar einer Messe. 😉
  • Bevor wir aber einen Messebesuch starten sollten wir vielleicht noch das Auto entrümpeln. Ich habe zwar gerüchteweise von Autos gehört, die trotz Pferdebesitzer immer sauber und gepflegt sind, aber vielen ergeht es wie mir: Das Auto ist voller Pferdesachen. Hier lohnt sich nicht nur ein Entrümpeln und Aufräumen – natürlich nur, damit man genug Platz für Einkaufstüten einer Pferdemesse hat.) – nein, Staubsaugen und Staubwischen, wie auch ein Duftelement lassen uns fast glauben in einem fremden Auto zu sitzen. Und eins ist gewiss, auch wenn der Zustand nicht von Dauer sein wird, so findet man manchmal lang verloren geglaubte Schätze bei einer Aufräumaktion wieder.

Alles in allem eigentlich genug Dinge, die man tun kann zu dieser wundervollen Jahreszeit. Und seien wir ehrlich, die Meisten davon machen mehr Spaß als ein Frühjahrsputz als super Putzfee daheim.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

 

Wie man eine Bremsenfalle baut

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal wollen wir wieder einmal etwas basteln, denn eines sei gewiss, Sommerzeit ist Bremsenzeit. Und kaum etwas ist derart widerlich wie Bremsenbisse, egal ob für Mensch oder Pferd. Natürlich gibt es im Handel schon fertige Bremsenfallen, nur sind diese in der Anschaffung meist nicht sehr günstig. Und da man bei großen Weiden, oft mehrere Fallen braucht, summiert sich das dann schnell.

Also starten wir einen kostengünstigen Bastelversuch.

Ich habe bewusst mit den günstigsten Materialien gearbeitet, aber werde in den Arbeitsschritten auch immer mal wieder eine Faulschlumpf-Alternative anbieten, die zwar etwas teurer ist, aber einige Bastelschritte erleichtert.

Fangen wir einfach mal an …

Wir benötigen:

Bremensfalle_1

  • 2x weißes Fliegennetz (ca. 2,00 €)
  • 1x breites Klebeband wenn möglich weiß/silber (ca. 1,00 €)
  • 1x Kordel in schwarz (ca. 1,00 €)
  • 1x Silikon (ca. 2,00 €)
  • 1x Hula-Hoop-Reifen (2,99 €)
  • 1x leere Plastikflasche
  • 1x leeren Plastikeimer von Joghurt oder Grumbeere Schnitten – auch Reibekuchen genannt 😉
  •  Einen schwarzen Gymnastikball. (4,90 €)

Nachdem ich X Geschäfte abgeklappert habe und von zartrosa bis giftgrün alle Farben angeboten bekam, aber eben kein schwarz, habe ich kurzerhand bei Amazon bestellt. Dort gibt es den Ball schon zu unschlagbaren 4,90 €.
Da man eh meist mehrere Fallen baut, lohnt sich da eine Bestellung ungemein.
Nett ist die mitgelieferte Pumpe.
So nachdem wir nun voller Motivation alle Materialien zusammengestellt haben, geht es endlich los.

Zuerst pumpen wir den Ball auf. Schön ist, wenn man eine grössere Pumpe hat, wenn nicht, geht auch die mit gelieferte Handpumpe. Zumindest wenn man eine halbe Stunde Zeit einplant. Währenddessen ist man damit beschäftigt das Kopfkino zu verdrängen, was die wiederkehrende Handbewegung auslöst.
Ist der Ball einmal aufgeblasen machen wir einen Sitztest, um zu sehen ob er prall genug gefüllt ist und die Luft drin bleibt. Schnell stellen die meisten von uns dabei fest, dass an uns weder eine Ballerina noch eine Kunstturnerin verloren gegangen ist und wir darauf rum krebsen wie eine betrunkene Schildkröte. Somit wissen wir sicher das der Ball nur bei einer Bremsenfalle gut aufgehoben ist.

Wir nehmen also die Kordel und führen sie einmal um den Ball, verknoten sie und wiederholen das wie bei einem Geschenk mehrfach.
2 lange Schnüre behalten wir über, diese brauchen wir später noch.

Das schaut dann so aus:

Bremenfalle_2

Eine Katze gehört übrigens nicht zur Bastelarbeit und ist auch nur bedingt hilfreich!

Falls jemanden diese Kordelarbeit zuviel ist, gibt es hier die Faulschlumpf-Alternative:
Anstatt einer Kordel kann man ganz einfach ein schwarzes grobmaschiges Heunetz wählen.
Heunetz auf, Ball rein, Kordeln zugezogen.
Schwarze Heunetze gibt es hier.

O.k., der Ball ist nun sicher verpackt, nun müssen wir uns an den Auffangbehälter machen, denn die kleinen Scheißerchen sollen ja nicht nur angelockt, sondern auch gefangen werden.
Dazu brauchen wir die Plastikflasche. Diese schneiden wir wie auf dem Bild einmal in der Mitte durch. So bekommen wir einen schönen Trichter der aber noch eine Taille besitzt.

Bremenfalle_3

Dann nehmen wir das Eimerchen und drehen ihn um. Auf dem Boden setzen wir die Plastikflasche an und zeichnen den Umriss einmal auf.
Nach dieser Vorgabe können wir dann den Boden ausschneiden:

Bremsenfalle_4

Einmal ausgeschnitten führen wir die Flasche von oben in durch die Öffnung. Die Oberseite der Flasche schaut dann Richtung Deckel, die Taille schaut unten aus dem Eimer raus.

Bremsenfalle_5

Etwas Klebeband hilft, um die Flasche besser zu fixieren. Im Inneren des Eimers nutzen wir dann das Silikon und dichten alle Ränder zwischen Eimerboden und Flasche ab. Das ist wichtig, da wir später Wasser mit Spülmittel einfüllen wollen, und es wäre sinnvoll, wenn dann der Behälter auch dicht ist.

Bremsenfalle_6

Die Faulschlumpf-Alternative zu dem Behälter:
Hier kann man fertige Bremsen bzw Wespenfallen nutzen.
Erhältlich sind diese hier recht günstig im 2er-Pack.

O.k., weiter geht es, bevor uns die Motivation verlässt.
Nun schnappen wir uns den Hula-Hoop-Reifen und befestigen daran die Fliegennetze.
Ich habe sie einfach grob vernäht. Das war mit Nadel und Faden in 10 Minuten erledigt. Ja, bei mir waren es ein paar Minuten mehr, aber nur weil ich dauernd meine Katze vertreiben musste, welche immer auf dem Fliegennetz liegen wollte.

Den Anfang hatte ich kurz mit Klebeband fixiert und danach einfach immer wieder mit Nadel und Faden um den Reifen/Fliegengitter rum.

Bremsenfalle_7

Die Faulschlumpf-Alternative zur Befestigung des Netzes am Reifen sind Kabelbinder.
Diese bekommt man zu einem Spottpreis und sie sind vielseitig einsetzbar.

Fertig schaut das dann so aus, und ja, die Katze liebt das Fotobombing:

Bremsenfalle_8

Die Faulschlumpf-Alternative zum Hula-Hoop-Reifen/Fliegennetz wäre ein fertiger Reifrock.
Diese bekommt man auch in Kindergrößen zu einem recht angenehmen Preis. Das erspart die Fummelarbeit. 😉
Nun wird es tricky, denn der Behälter muss an den Ball.
Hier hatten wir ja 2 lange Schnüre übrig gelassen. Diese knoten wir nun links und rechts an dem Henkel fest und fixieren die Schnüre noch mit Klebeband. Das schaut dann so aus, nicht schön, aber soll es auch nicht:

Bremsenfalle_9

 

Schön ist, wenn man hier eine helfende Hand hat, außer einer Katzenpfote.
Der Reifen wird unter den Ball gelegt, das Fliegennetz darüber zusammengefasst und so positioniert, dass der Reifen später auf der Mitte des Balles hängt.
Das Fliegennetz führen wir zusammen und binden ihn an der Flaschentaille mit einem Faden/Kordel fest.

Bremsenfalle_10

Das überschüssige Fliegennetz kürzen wir mit der Schere und kleben den Rest mit dem Klebeband am Eimer fest. Damit gewinnen wir zwar keinen Schönheitswettbewerb, aber es schaut dann ordentlich aus.

Und eigentlich sind wir damit auch schon fertig:

Bremsenfalle_11

Am Stall hängen wir die Falle dann an einer sonnigen Stelle auf. Damit wir den Bremsen auch wirklich an den Kragen gehen, befüllen wir das Eimerchen mit etwas Wasser und einem Spritzer Spülmittel. Hier war es sinnvoll das wir einen Eimer mit Deckel gewählt haben, denn so lässt sich die Falle leichter entleeren und wieder nachfüllen. Denn bei den oft gezeigten Flaschenvarianten ohne Eimer und Deckel würde ich wohl bei meinem Glück regelmäßig in Bremsenpampe baden, wenn ich diese auseinander friemel.

Für das Nachfüllen ist eine schon vorbereitete Wasserflasche mit Spülmittel sinnvoll. Dann muss man nicht erst auf der Weide mit Spülmittel hantieren und hat schon alles griffbereit.

So meine lieben, ich hoffe, die Anleitung hat euch gefallen.
Flauschige Grüße
Celeste

 

 

Normal kann doch jeder

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Momentan bin ich mitten im Umzugsstress. Kartons und Möbel schleppen lässt meine Arme immer länger werden, und mein Kreuz schreit langsam und stetig um Hilfe. Wenigstens erweist sich die Stallarbeit als großartiges Training, um auch diese Umzugshürde kraftmäßig zu meistern.
Die Pferde sehen mich eigentlich nur noch, wenn ich sie versorge. Wenigstens eine Stunde Heunetze stopfe, und ihnen einen Kuss auf die Nase drücke. Im Internet bin ich momentan auch nicht wirklich viel unterwegs, dank Zeitmangel, aber dennoch lasse ich es mir nicht nehmen noch einen Sonntagsbeitrag für euch zu schreiben. Schließlich kann ich euch bei all der Arbeit und dem Stress nicht vergessen.

Während ich also jeden Tag Heunetze stopfe, kreisen meine Gedanken. Auch wenn das mit meinem Heuschnupfen ein wenig delikat ist, entspannt mich die Stallarbeit dennoch immer wieder. Die Pferde warten geduldig, bis die vorher entfernten Netze wieder alle gefüllt in die Raufen und Heunetzständer gebracht werden. Sie stehen da wie Schlammschweinchen, genießen die Herbstsonne und wenn ich dann voll bepackt durch sie durch stapfe, wird weder gedrängelt noch geschubst oder gar am Netz gezerrt. Meine Pferde sind so normal, dass es schon stinklangweilig ist. Und mich stimmt das sehr glücklich, denn ich weiß, dass es da draußen Pferdemamis gibt, die damit tot unglücklich wären.
Denn es gibt viele Pferdebesitzer, deren Pferde müssen etwas Besonderes sein. Und damit meine ich nicht, das sie ein goldfarbenes Bonbon als Leckerli erhalten wie ein Kind in der Werthers echte Werbung. Nein, es gibt Pferdebesitzer, die dichten ihren Pferden Eigenschaften und Wesenszüge bis hin zu Krankheiten an, nur damit sie ein besonderes Pferd haben.

Immer wieder modern: das Problempferd
Dieses hat in seiner Vergangenheit immer etwas Schlimmes erlebt. Zum Beispiel der Regenwurm, der es böse angeschaut hat. Dich gefolgt von dem Schmetterling, der dem armen Pferd ins Gesicht gepupst hat!
Diese Pferde wurden immer geschlagen und misshandelt. Und dazu zählte nicht die Schlagermusik in Dauerbeschallung, die das Pferd heute im Reitstall bei der neuen Mutti ertragen muss. Nein, ein Pferd, das vorab etwas Schlimmes erlebt hat, (egal ob es stimmt oder nicht) bietet sagenhafte Vorteile:

  • Man hat immer Gesprächsstoff zum Angeben
  • Man kann es retten vor den bösen Vorbesitzern und bekommt damit wenigstens ein Fleißkärtchen oder ein Sternchen ins Aufgabenheft
  • Man kann es durch Liebe und Zuneigung (Erziehung wäre auch eine Maßnahme) wieder auf den rechten Pfad bringen und dann sagen »man hat ein Problempferd korrigiert!«

Und klappt das alles nicht, weil Fury einem stetig den Fuck-Huf zeigt und einem etwas hustet, dann nutzt man die Problempferd Erklärung als Rechtfertigung für jedes schlechte Benehmen des Pferdes. Das heißt, Schatzelpupsie darf treten und beißen, und es wird mit seiner ach so schlechten Vergangenheit entschuldigt.
Lustigerweise entschuldigen derart viele Pferdebesitzer ein Grotten schlecht erzogenes Pferd mit einer angeblichen Problempferd Vergangenheit.
Spannend ist, wenn man dann wirklich die Vorgeschichte des Pferdes erfährt und lachend feststellt, was für ein rosa-flausche-gepuffeltes Leben dieses bislang geführt hat. Und sich ebenso bei den Vorbesitzern tadellos benommen hat. Nur bekommt das der neue Besitzer dank mangelnder Konsequenz nicht auf die Reihe.
Und dann wird die Problempferd / »schlechte Vergangenheit« -Keule geschwungen. Das muss das Umfeld dann natürlich akzeptieren, auch wenn Herzilein einen auf der Weide mit den Hufen zuerst begrüßt. Egal, Problempferd ist die universal Entschuldigung für alles!

Mal so unter uns Betschwestern: Schätzeleins, auch ein Pferd, das wirklich eine ECHTE schlechte Vergangenheit hat, kann man erziehen und ausbilden. Das kostet aber sehr viel Arbeit, eine Menge Zeit und noch mehr Geld. Und mitunter seid ihr dieser Aufgabe weder von eurem Ausbildungsstand, noch körperlich und geistig gewachsen. Dann muss ein Profi da ran. Und kein selbst ernannter Trainer aus dem Nachbarstall, Schamane oder Geistheiler oder der Neffe von Tante Berta der ja schon soooo viele Pferde korrigiert hat.
Und ein Pferd, das wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun hat, ist eine Zumutung für jeden Pensionsstall. Nur weil ihr euch mit so einem Pferd (oder dessen Rettung) schmücken wollt, könnt ihr das nicht einfach auch von eurem Umfeld verlangen. Also, wenn ihr wirklich ein echtes Problempferd habt, dann arbeitet auch bitte daran. Denn so ein Pferd ist alles Andere als etwas Besonderes. Den Zustand nicht ändern zu wollen (und alles daran zu setzen) ist einfach nur dämlich.

Und die anderen Schätzeleins, die kein echtes Problempferd haben, es aber als Ausrede nutzen, damit ihr Pferd etwas Besonderes ist, oder einfach Allen auf der Nase rum tanzen darf: Euch soll der Blitz beim sch … treffen!
Auch ihr könnt eure Pferde erziehen, bzw. ausbilden lassen. Und fehlt euch dazu das Geld oder der Trainer dann seid ihr einfach kein guter Besitzer für dieses Pferd. Dann ist ein Verkauf an eine Person, die ernsthaft Zeit und Geld investieren möchte, eine gute Idee.

Ebenso beliebt: Krankheiten
Nein, Flauschepuffel kann das Futter nicht nehmen wie die anderen Pferde, der braucht noch XY-Zusätze. Dabei braucht Flauschepuffel diese Zusätze überhaupt nicht, aber es beruhigt das Gewissen der Besitzer.
Nicht zu vergessen die Decken und Schur Epedemie.
Heidenei wann auch immer man durch das Internet zappt es wimmelt im Herbst von vermeintlich kranken Pferden. Das Pferd schwitzt 3 Haare nass? Dann muss es aber geschoren werden, und eine Decke muss auch darauf …
Die muss sowieso drauf ,denn sonst ist Puschelwuschel verspannt im Rücken.

Das es Fälle von schlechter Thermoregulation bei alten und kranken Pferden gibt, ist unabstreitbar. Diese müssen entsprechend geschoren/eingedeckt werden! Aber die Masse an empfindlichen Pferden nimmt in letzter Zeit im selben Ausmaß zu, wie die Lese- und Rechtschreibschwäche der heutigen Jugend. Denn genau wie bei den Pferden, gibt es natürlich die echten Fälle, die betroffen sind. Das wünscht man sich nicht, aber man richtet sich darauf ein. Aber ebenso gibt es die Jackenlienes, und Chantalles und Djustins die zu faul zum Lernen sind, und sich unter dem Deckmäntelchen der Lese-Rechtschreib-Schwäche einen faulen Lenz machen. Diese entsprechen dann den Pferdebesitzern, welche den empfindlichen Rücken oder das flauschige Fell als Ausrede für Schur und Decken nutzen. Natürlich ist eindecken und scheren oft bequemer, aber dann seid so ehrlich und steht dazu!
Macht aus euren gesunden Pferden keine Problempferde, die sie nicht sind. Seid froh, wenn eure Pferde gesund sind. Seid froh wenn sie keine schlechte Vergangenheit hatten. Und übt so viel Selbstreflexion, um zu erkennen, ob das Pferd wirklich ein Problem hat. Oder ob es für euch einfach einfacher wäre, wenn das Pferd ein Problem HÄTTE!
Ein gesundes und normales Pferd ist vielleicht stinklangweilig, und es bietet auch nicht so viel Gesprächsstoff. Dennoch solltet ihr euch mit einem normalen Pferd glücklich schätzen. Schließlich ist eine Beziehung zu einem Pferd etwas wundervolles. Etwas wofür wir dankbar sein sollten.
Ein normales Pferd ist ein großes Glück, das ich euch allen wünsche.
Habt Vertrauen in eure Pferde, auch gut erzogen und ohne angedichtete Extras sind sie einfach einmalig.

Flauschige Grüße
Celeste

081115

 

Zaunbau Workshop für Powerfrauen Teil 1

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.

Heute widmen wir uns dem Thema: Zäune selber bauen.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich werde euch eine Anleitung an die Hand geben, mit der ihr selber Zäune bauen könnt. Nein, ihr müsst jetzt nicht verzweifelt auf eure gestylten Fingernägel schauen und wild den Kopf schütteln.
Ich weiß ihr könnt das!
Auch wenn ihr nur 50 kg Mäuschen seid, es gibt Tipps und Tricks, mit denen jeder einen Zaun bauen kann. Ich werde euch erklären wie das geht und auf was ihr achten müsst.
Ihr werdet schnell feststellen, dass ihr euren Lieblingsbaumarkt bald mit völlig anderen Augen seht. Und damit meine ich jetzt nicht die Shades of Grey Phantasien. 😉

Warum sollte Frau eigentlich selber einen Zaun ziehen können?

Eine gute und berechtigte Frage. Wenn man in Eigenregie / Selbstversorgung steht, kommt man oft nicht drum herum neue Zäune zu ziehen, Weiden abzugrenzen oder einfach instand zu halten.
Oftmals hat man eigentlich ein Familienmitglied und / oder Partner, welche diese Aufgaben übernehmen wollten. Zumindest wurde es vorher meist so versprochen. Aber nur allzu häufig endet das in wochenlangen Erinnerungen, bis dann der Herr der Schöpfung den Hammer auspackt. Nach getaner Arbeit wird dann ein Kniefall oder andere Huldigungen erwartet.
Oder aber man steht in Pension und hat einen nicht ganz so motivierten Stallbesitzer, der so manche Instandhaltungsarbeiten schleifen lässt.
Ebenso kann die helfende Person oder der Pensionsbetreiber genau dann krank, oder in Urlaub sein, wenn der eigene Alpenpanzer mit dem Zaun ein fröhliches Mikado Spiel veranstaltet hat.

Also Mädels krempelt die Ärmel, hoch denn Zaunbau macht Spaß!
Ja, das macht er wirklich, wenn man erst einmal sieht zu was man selber fähig ist. Und vor allem lohnt sich der Augenblick, wenn die Herren der Schöpfung sich endlich mal in Bewegung setzen mit einem lässigen Schulterzucken zu sagen: schon erledigt. (Bitte Kamera bereithalten!)

Wir starten heute direkt mit Teil 1: die Zaunpfosten

Suchen wir erst einmal die passenden Pfosten aus:
Um zu wissen welche Pfosten man braucht, muss man überlegen wie und was eingezäunt werden soll.

Beginnen wir zuerst mit der Länge der Pfosten

Welche Pferde sollen eingezäunt werden?

Haben wir es mit Shettys zu tun, reicht es wenn der Zaun am Ende ca. 1,20 m hoch ist. Damit die Shettys drin bleiben, und Zuschauer und Gäste draußen.
Mit steigendem Stockmaß sollte auch die Zaunhöhe angepasst werden.
So sind Zäune die 1,50 m und höher sind keine Seltenheit.

Damit der Zaun aber diese Höhe erreichen kann, muss der Pfahl wenigstens 40 bis 50 cm länger sein. Denn so tief muss er mindestens in den Boden eingeschlagen oder eingegraben werden.
Je tiefer umso besser!

Wenn wir nun wissen wie lang die Pfosten sind, sollten wir auch den Durchmesser ermitteln.

Muss der Zaun nur Litzen tragen, dann können die Pfosten ruhig 6 cm im Durchmesser haben. Sollen sie aber Holzlatten tragen, ist ein Durchmesser von 10-12 cm angebracht.

Nun haben wir noch die Auswahl, ob das Holz imprägniert sein soll oder nicht.

Machen wir uns nichts vor, viele Arten des Holzschutzes sind für Pferde giftig.
Man muss daher abwägen, ob man Bieber im Pferdekostüm auf der Weide stehen hat – und damit meine ich nicht kleine Justins – oder ob man den Zaun so sichert, dass er nicht angefressen wird.
Im Zweifelsfall wählt man Pfosten, bei denen nur die Spitze imprägniert wurde, denn diese wird im Boden versenkt und ist somit unerreichbar.

Wo kauft man diese am besten?

Wenn einem die Glücksfee hold ist, wohnt man in der Nähe eines Sägewerkes. Aber man kann Holzpfosten in jedem Baumarkt erwerben oder auch oft bei den gängigen Raiffeisen Märkten und Futterhändlern.
Ich bevorzuge übrigens die Baumärkte. Auch wenn sie nicht ganz so günstig sind, kann man immer schnell etwas nachkaufen.

Und wie transportiert man diese nun?

Mädels, in eurem Auto, dem einer Freundin, oder dem der Eltern.
Natürlich hat nicht jeder einen Anhänger zur Verfügung, aber ich kann euch versichern ihr werdet euch wundern, was alles in ein kleines Auto hinein passt.
In meinem Corsa habe ich dank umgeklappter Rückbank / Beifahrersitz selbst 3-4 m Balken für den Stall transportiert.
Achtet einfach darauf alles umzuklappen, das Auto mit Decken auszulegen und das Holz festzubinden, damit nichts verrutscht. Kofferraumklappen kann man festbinden, und die roten Fähnchen gibt es im Baumarkt gratis, falls noch etwas raus schaut. Einfach mal danach fragen.
Wenn ihr dann noch vorsichtig fahrt, ist alles flauschig.

Die ersten Male bin ich auch 1000 Tode gestorben, bis ich alles am Stall hatte. Aber mit der Zeit wird man geübter, vertraut mir. 😉

Wie sollte ich den Bereich vorbereiten?

Haben wir den Platz zum Einzäunen ausgesucht sollten wir überlegen, wo die Pfosten hin sollen. Es ist hilfreich, wenn man das Areal das man einzäunen möchte, mit einem Bindfaden markiert.
Hierzu kann man mobile Weidepfosten benutzen, oder einfach an Anfang und Ende jeweils einen dünnen Minipfahl einschlagen und daran  Faden oder Band befestigen.
Dann kann man entlang des Fadens möglichst gerade die Pfosten einschlagen und den Zaun ziehen.
Zäune die nicht so gerade werden – trotz Faden – kann man jederzeit als moderne Kunst deklarieren.
Ich bin übrigens eine hervorragende Künstlerin. 😀

Nun muss man den geeigneten Abstand wählen.
Kommen später Holzbretter an den Zaun, muss man sich beim Abstand an diese Länge halten. Arbeitet man nur mit Litze oder Gummibändern, sollte etwa alle 3 m ein Pfahl stehen.

Doch wie zur Hölle soll man diese riesen Dinger nun in den Boden bekommen?

Nun da gibt es einige Möglichkeiten, aber eines ist besonders wichtig: besorgt euch ein Höckerchen. Denn die Pfosten sind recht groß und ihr braucht für die spätere Arbeit einen sicheren Hocker / Trittleiter, auf der ihr einen festen Stand habt.

Die Pfahlramme:
Diese kann man über das Internet, oder aber im Gartenbedarf käuflich erwerben. Manchmal kann man sie auch gegen eine kleine Leihgebühr bei Gartenfirmen oder Bauern ausleihen.
Diese Pfahlrammen sind für alle Holzpfosten geeignet.

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Das Schöne an den Rammen ist, das man nicht nur alleine, sondern auch zu zweit mit der besten Freundin damit Pfähle einschlagen kann. Allerdings benötigt ihr dann 2 Höckerchen.

Die Brechstange:
Wenn der Platz für den Pfosten gefunden ist, kann man sich am einfachsten mit einer Brechstange behelfen. Diese sollte spitz zulaufen, damit man schöne Löcher vorformen kann.
Hier mal ein Produktbeispiel:

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Natürlich kann man wenn vorhanden auch eine Eisenstange nutzen, die etwa 1,20 – 1,50 m Länge hat. Diese Eisenstange / Brechstange wird nun einige Male in den Boden gerammt. Sobald sie etwas fester sitzt, kann man mit kreisenden Bewegungen das Loch ausweiten. Das wiederholt man einige Male und setzt dann den Pfahl ein. Dieser sitzt schön gerade in dem vorgeformten Loch.
Nun setzt man die Pfahlramme auf den Pfosten, und gibt dem Pfosten mit Schwung eins auf den Deckel. Hat der Pfosten seine Eintrittslänge von 40-50cm erreicht, müsste er sicher im Boden sitzen. Ein kurzer Wackeltest kann dies bestätigen.

Der Vorschlaghammer:
Es gibt für den Zaunbau spezielle Hammersorten. Diese sind teilweise aus Gummi und nicht ganz so günstig. Ich bin da unkonventionell und bevorzuge die Vorschlaghammer aus dem Baumarkt.
Diese sind nicht so gross, nicht so schwer und all die Jahre nutze ich sie schon für alle Arten von Pfosten.
Hier ein Produktbeispiel:

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So ein Hammer ist auch für elfengleiche Gestalten kein Problem. Ok, ich bin eher die Pummelfee, aber auch ich war mal rank und schlank und habe damals schon Pfähle eingeschlagen.

Auch hier nutzen wir die oben beschriebene Brechstange auf die gleiche Weise.
Ist das Loch vorgebohrt, dann setzen wir den Pfahl ein, steigen auf das Höckerchen und schlagen den Pfosten ein. Das ist nur halb so schwer, wie ihr es euch vielleicht vorstellt. Mit dem vorbereiteten Loch geht das sehr einfach.
Und es hilft ungemein, wenn man sich dazu einredet das mit Aufbau der Brustmuskulatur dem Busen eine neue Spannkraft gegeben wird. Deswegen heißt mein Anfeuerspruch oft: »für dicke Möpse!«
Alternativ hilft es auch, sich das Gesicht des Erzfeindes vorzustellen. 😉

Auch hier schlägt man den Pfosten bis zur gewünschten Länge ein, und testet mit einem Rütteln ob der Pfosten fest sitzt.

Der Erdlochbohrer:
Diese gibt es in der elektrischen Variante, die sehr kostspielig ist:

http://amzn.to/1eoOMQE

Oder in der Handbetrieb Variante:
(Irgendwie hört sich das gerade unanständig an … )

http://amzn.to/1VGblSP

Mit diesen Erdlochbohrern könnt ihr fertige Löcher bohren, in welche die Zaunpfähle nur noch eingesetzt  und dann mit dem Restboden bedeckt und festgestampft werden.
Aus der Praxiserfahrung rate ich allerdings nur zu solchen Erdlochbohrern, wenn der Untergrund sehr fest, bzw. mit Steinen und Kies durchzogen ist.
Denn die gebohrten Löcher halten die Pfähle nicht so fest, wie ein Loch in das der Pfosten eingeschlagen wurde. Denn die Erde ist durch das gebohrte Loch lockerer.
Ich bin ehrlich, mein persönlicher Favorit ist der Erdlochbohrer bei weitem nicht. Ich benutze die Brechstange zum Vorformen, und dann den Vorschlaghammer.

So und da der Pfosten fest im Boden sitzt, machen wir nun eine Pause bis zum zweiten Teil. Da geht es dann um Litzen, Isolatoren, Holzzäunen und wie man sie befestigt.

Ich hoffe, die kleine Anleitung hat euch gefallen, und wir sehen uns bei Teil 2 wieder.

Flauschige Grüße
Celeste

 

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Manchmal gibt es wichtigeres als Reiten

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Nach einigen Irrungen und Wirrungen findet ihr mich nun bei den »Flauschehasen« wieder. Ihr seid herzlich willkommen, und ich freue mich über jede Meinung und Frage.
Ich hoffe für die Zukunft auf ein flauschiges Beisammensein, anregende Gespräche, interessante Diskussionen, aber auch gerne die eine oder andere Verkaufsanzeige.
Das Teilen der Gruppe ist daher ausdrücklich erwünscht! 😉

Nun widmen wie uns dem heutigen Thema.
Immer wieder habe ich Besucher an den Weiden, oder begegne ihnen auf Spaziergängen. Und neben vielen interessierten Fragen rund um die Pferde, taucht eine Frage immer wieder auf:
»Reiten sie die Pferde eigentlich?«
Meist antworte ich mit einem Schmunzeln: »Ja sicher, denn zum Tragen sind sie mir eigentlich zu schwer.«
Oft kommt dann noch der Nachsatz: »Das seh ich aber nie.«

Nun ja, da haben die meisten Besucher nicht unrecht, denn überwiegend reite ich zu Zeiten, in denen der Publikumsverkehr mitten in der Pampa nicht sonderlich hoch ist.
Ich reite, wenn andere noch schlafen, oder abends ihre Kinder ins Bett bringen.
Ich reite, wenn den Spaziergängern das Wetter einfach zu schlecht ist.
Wenn ich nicht reite, dann arbeite ich mit den Pferden vom Boden aus, oder gehe mit ihnen spazieren. Nun, das ist für viele Menschen unvorstellbar. Sich am Boden mit einem Pferd zu beschäftigen, oder gar spazieren zu gehen. Das ist für viele keine adäquate Lösung, um sich mit einem Pferd zu beschäftigen. Denn schließlich soll das Pferd einen ja tragen, damit es seinen Sinn erfüllt.

Doch muss es einen Sinn erfüllen?
Muss ich immer reiten, um ein Pferd besitzen zu dürfen?
Darf ich es nicht lieben und versorgen, ansehen und mich mit ihm beschäftigen, oder mich einfach daran erfreuen?
Muss ich jeden Tag verbissen trainieren, um Leistung vorweisen zu können?
Nicht das etwas gegen gutes Training spricht, aber steht ein imaginäres »Muss« dahinter wie ein Sklaventreiber mit der Peitsche?

Als ich jung war hatte ich viel Zeit. Ich war in der Schule und huschte danach in den Stall. Neben der Stallarbeit saß ich auf X Pferden und fiel daheim todmüde aber glücklich ins Bett. Allerdings sorgten die Heinzelmännchen für das Essen auf dem Tisch, wie die gewaschene Wäsche. Ich hatte das Rundum-sorglos-Paket.
Mit Studium oder Beruf wird die Zeit immer weniger, dafür kommt dann der eigene Haushalt hinzu. Bei Einigen eine Familie, bei Anderen Krankheitsfälle oder andere Sachen die Zeit kosteten. Und auf einmal hat man nicht mehr so viel Zeit bei den Pferden. Wohl dem, der dann in Vollpension steht und wenigstens für das Pferd das Rundum-sorglos-Paket gebucht hat.
Selbstversorger oder Stallbetreiber in Eigenregie, wie ich, verbringen dann auf einmal die Zeit mit der Reparatur der Zäune, der Pflege der Weide und der allgemeinen Versorgung. Irgendwann schwinden langsam aber stetig die Trainings- und Leistungswünsche und machen anderen Prioritäten platz.
Man wird zufriedener und ruhiger, zumindest wenn man sich nicht dem Druck von außen beugt. Über kurz oder lang wird einem bewusst, dass Pferde keinen Job erfüllen müssen, außer glücklich zu sein. Wie auch nicht jeder Hund wachen und bewachen muss und nicht jede Katze Mäuse fangen …
Tiere müssen nicht zwangsläufig einen Job erledigen, damit sie eine Daseinsberechtigung haben und wir gerne mit ihnen zusammen sind.
Oder sollte es rein hypothetisch in der Welt so aussehen, dass während mein Hund Franzel gerade die Zeugen Jehovas verjagt, meine Katze Adelheid schon mal die Zeitung rein holen darf. Mein Papagei Horatio holt derweil bitte den Toast aus dem Toaster und mein Goldfisch Theodore springt aus seinem Glas auf die Fernbedienung und schaltet bitte auf die Nachrichten.
Ich hoffe, ich habe gerade euer Kopfkino angeregt …

Aber im ernst. Nein, ich genieße lieber mein Leben mit meinen Tieren zusammen.
Meine eigenen Wünsche stelle ich dafür zurück. Ich beuge mich keinem Leistungsdruck von außen, sondern kümmere mich um die Gesunderhaltung und das Glück meiner Tiere. Denn sie haben so viel mehr zu geben als Leistung.
Dass ich natürlich gerne reite, steht außer Frage. Aber an Tagen wie heute, an denen die Bremsen beißen, wie der Teufel arme Seelen sammelt, da verzichte ich. Da werde ich die Pferde nicht zu meinem Vergnügen in Ganzkörperkondome stecken, die bei der Hitze genauso lästig sind, wie jeder Fetzen Stoff am eigenen Körper.
Nein, ich zopfe sie ein, damit es unter der Mähne nicht zu warm wird, und die Zöpfe die Mücken und Bremsen verjagen. Ich sprühe und creme sie ein, damit sie geschützt sind. Ich massiere die Stellen die ihnen gefallen, schmuse, streichele und verbringe einfach Zeit mit ihnen. Ohne Druck, ohne Zwang, ohne Forderung an einen selbst auferlegten Zweck denen sie dienlich sein müssten. Und dann verabschiede ich mich, bis zum Abend und lasse sie über den Tag dösen, damit sie die kühle Nacht genießen können.

Ob ich reite?
Sicher!
Aber manchmal ist Liebe und Pflege eben wichtiger und macht glücklicher als jede Schleife an der Wand …

Flauschige Grüsse
Celeste

Sleep

 

Futterterroristen und andere Spinner

Hallo meine Flauschepuffel, da bin ich wieder.
Nachdem meine Oompa Loompa zuletzt das Wort hatte, werde ich euch wieder mit meinen flauschigen Texten beglücken. Diese sammelt dann derweil weitere schöne Sachen für die 4 Überraschungspäckchen des aktuellen Gewinnspieles. Ich drücke euch allen fest die Daumen, denn ich habe euch alle sehr lieb, und bin froh das ich nicht selber auslosen muss.
Wer noch nicht mitgemacht hat, kann hier klicken.

Das heutige Thema ist den Futterterroristen gewidmet. Denn jeder Pferdehalter kennt diesen Moment:
Das Wetter ist sonnig, ein zarter Wind weht den blumigen Geruch der angrenzenden Gärten zu einem hinüber, und unweigerlich muss man an die Biene Marvin denken, welche die Blümchen beglücken möchte. Die Mücken und Bremsen sind einmal nicht anwesend, und bewaffnet mit einem Halfter und den schönsten Träumen des erwarteten Ausritts betritt man die Weide.
Und da stehen sie:
Die Familie mit Kind, welche mit vollen Händen das Gras ausrupfen und über den Zaun reichen.
Oder der alte Opa samt Stock, der damit wild wedelt und lautstark »Hansiiiiiiiiiiiiiii«, zu der erschrocken aufschauenden Stute ruft, nur um dann weiche zermatschte Brotstücke zur selbigen zu werfen.
Noch besser sind die Familienväter, die ihre Kinder über den Zaun hinweg heben, damit sie besser an die Pferde kommen.
Und während man noch überlegt ob die ihre Kinder einfach nur entsorgen wollen, oder im Elektrozaun brutzeln, rufen die einem schon zu:
»Nun holen sie das Pony schon näher, mein Kind will das streicheln.«

Das ist der Moment, wo man einatmet, ausatmet, an einen Sitzkreis mit Matetee denkt. An Blümchenkränze, die man tragen will, während man seinen Namen tanzt. Und dann doch schreiend explodiert!
Der Moment, wo man dem alten Opa das weiche Brot am liebsten an den Kopf werfen würde. Den Familien das Gras ins Rektum schieben möchte. Und im Anschluss höflich nachfragen, ob sie was dagegen haben, wenn ich einen Dobermann bei ihnen über den Zaun hebe und ihnen zurufen, dass sie ihre Kinder bitte näher ranholen sollen, er möchte sie gerne abschlecken …

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Besucher.
Ok, nichts was brauchbar ist oder wenigstens nicht illegal! Denn leider ist die Umsetzung eines Wassergrabens, mit Schlangen und Krokodilen rund um die Pferdeweiden, nicht umsetzbar.

Also helfen nur 2 Sachen:

  • Reden und aufklären
  • Sicherheitsmassnamen

Reden und aufklären ist eine heikle Sache.
Viele Menschen, vor allem ältere, haben einfach noch eine ganz andere Einstellung zu den Pferden. Diese glauben wirklich das Brot, Äpfel, Möhren und Zuckerstücke keinen Schaden anrichten können. Denn Krankheiten wie Cushing oder eine Kolik sind ihnen fremd. Oft sind sie maßlos verwundert à la: »Das war doch schon immer so«.

Hier muss man differenzieren und geschickt erklären:

  • Bei jungen Menschen kann man ruhig zu Koliken und Cushing oder EMS aufklären. Verbinden kann man diese Erklärungen mit dem Vergleich, das ein Mensch mit Diabetes auch nicht alles essen darf, sondern gezielt auf seine Ernährung achten muss. Und das der Mensch das Einteilen dann für das Pferd übernimmt, damit dieses nicht krank wird.
    Bei jungen oder aufgeschlossenen Menschen funktioniert das meist recht gut. Bleiben sie trotz aller Erklärungsversuche uneinsichtig oder werden bratzig, hilft der Verweis auf die Tierarztrechnung welche dann die Futterterroristen bezahlen dürfen!
  • Ältere Menschen haben oftmals noch die Arbeitspferde von früher vor Augen. Da war der Hansi, der den Pflug gezogen hat, der durfte eben auch Brot fressen, und Hafer, viel Hafer. Alten Menschen, die auf diesem Trip sind, begegne ich meist mit einer anderen Erklärung. Diesen sage ich, dass es ganz andere Rassen waren, die auf Arbeit und Leistung gezüchtet wurden. Das diese Pferde aber nun reine Hobbypferde sind, die nicht mehr arbeiten müssen, und deswegen auch nicht soviel essen wie ein Bauarbeiter.
  • Graspflückenden Müttern samt Kindern erzähle ich gerne, dass sie gerade ihre Hände im örtlichen Hundeklo haben. Und das meine Pferde weder versifftes Gras fressen sollen, noch die mit gepflückten Giftpflanzen.

Das Wichtigste ist immer: Hart bleiben!
Das Füttern oder Betreten der Weide bleibt absolut verboten!

Dennoch ist man ja nicht den ganzen Tag am Stall, also muss man seine Pferde entsprechend schützen.
Da die Selbstschussanlage und die Krokodile leider wegfallen, helfen handelsübliche Schilder. Ich habe allerdings festgestellt, dass Schilder aus dem Handel (Metall oder Plastik) deutlich ernster genommen werden als selbst gedruckte und laminierte.

Ein gutes Schild ist zum Beispiel so eines:

Dieses sollte an allen Seiten sichtbar angebracht werden.

Aber vorsicht, in einigen Gebieten werden diese Schilder gerne gestohlen.
Als Alternative zum Befestigen am Zaun nimmt man einfach einen Holzpfahl, schlägt diesen AUF der Weide ein und befestigt daran, in noch gut lesbarer Entfernung, das Schild.
Verbietet der Stallbesitzer das Anbringen solcher Schilder – Ja, auch solche Hohlfritten gibt es – kann man auch das eigene Pferd zweckentfremden. Entweder man lässt sein Halfter mit »füttern verboten« besticken, oder nutzt fertige Aufnäher mit Klett, wie es sie z.B. bei Krämer Pferdesport im Set gibt.
Leider gibt es dazu keinen Link, aber im aktuellen Prospekt (Seite 24) sind sie unter der Artikelnummer 440392 zu finden.

Schützen kann man sich ebenso mit Abstandhaltern.
Diese halten die Pferde vom Zaun fern, und ein streicheln oder anlocken und füttern ist so fast nicht möglich. Es gibt sie fertig als Ringisolatoren zu kaufen, aber sie bieten meist nur einen Abstand von 25cm.
Aus Holzlatten, die man an die Zaunpfähle nagelt, kann man diese nicht nur selber, sondern auch deutlich länger machen. Und mit einem eingeschraubten Isolator am Ende hat man einen perfekten zweiten Zaun auf Abstand.

Alternativ gehen auch einfache Steckpfähle, mit denen man einen Abstandszaun aufstellt. Ein Abstandhalter oder Abstandszaun verhindert also das Füttern über den Zaun hinweg. Nicht aber wenn es hinüber geworfen wird. Und solche Spezialisten wird es ab und an leider auch geben. Was wiederum zeigt, die Dummheit mancher Menschen ist grenzenlos.

Ganz wichtig ist auch, dass die Weiden immer abgeschlossen sind.
Ich habe schon oft Vollpfosten erlebt, die einfach die Weide betreten wollten, sei es zum Pferde streicheln, oder um die Obstbäume zu plündern. Hier kann man mit gängigen Ketten und Schlössern arbeiten. Müssen mehrere Personen die Weiden betreten, kann man einfach ein Zahlenschloss wählen, und allen Stallmitgliedern die Kombination nennen.
Auch gut geeignet sind so genannte »Familien Fahrradschlösser«.
Diese gibt es meist im 4er-Set z.B. bei Westfalia
Alle 4 Schlösser haben den gleichen Schlüssel. Das hat den Vorteil, das man nicht nur 8 Schlüssel besitzt, sondern alle Schlösser den gleichen Schlüssel benutzen. Somit kann man mehrere Weiden sichern, benötigt aber nur einen einzigen Schlüssel für alle Schlösser.

Nach dem ganzen Stoff, zum Ende hin noch eine kleine Geschichte:
Als ich mit dem Offenstall vor über 10 Jahren anfing, entdeckte ich eines Tages einen alten Mann der Brotscheiben zu den Pferden rüber warf. Ich bekam Herzrasen, mir stieg die Röte ins Gesicht und ich wette, ich sah aus wie der Hulk auf Drogen. Dennoch bemühte ich mich freundlich zu bleiben und sprach ihn an.
Er erklärte mir das er JEDEN Tag einen frischen Leib Brot kaufe, ihn extra schneiden lässt für die Pferde, und dann zu Fuss hier her komme. (Ein enormer Fussmarsch)
Ich holte Luft und wollte schimpfen, aber ich konnte es nicht.
Dieser alte Mann meinte es wie viele Menschen ja nicht böse, er wusste es nur nicht besser. Ich versuchte mich in Erklärungen und er blieb skeptisch. Er war sehr nach der alten Schule, und hatte noch die Ackerpferde im, Sinn denen das ja auch nicht geschadet hatte. Ich erklärte also viel. Von Koliken bis Hufrehe, dass die Tiere bestens versorgt würden usw. Er blieb skeptisch, aber versprach nicht mehr zu füttern.
Die darauf folgende Zeit besuchte er mich dann oft zu den Versorgungszeiten. Er fragte viel, schaute zu und beobachtete. Und er sah nicht nur dass die Tiere ausreichend versorgt wurden, sondern er wandelte sich zu ihrem Aufpasser. Jeder Fremde, der füttern wollte, wurde mit hoch erhobenem Stock zusammengefaltet, und dann gab es eine Standpredigt mit allen Informationen, die er aufgenommen hatte. Eines Tages kam er im Winter mit einer dicken Jacke zu mir. Er habe sich die gekauft, aber die passe ihm nicht, und ich solle sie doch am Stall tragen, es wäre ja so kalt. Ich habe die Jacke gerührt angenommen, auch wenn sowas nicht meine Art ist, und ich auch genug Jacken besitze.
Aber diese Jacke war rosa, und neu, und aus einer Damenkollektion!
Er hatte sie also bewusst neu gekauft, da er Sorge hatte, dass ich bei der Stallarbeit friere.
Mittlerweile ist er seit einigen Jahren verstorben. Die Jacke hängt immer noch in meinem Schrank und wird auch immer dort bleiben. Sie ist für mich ein Symbol, das ich mich beherrschen muss, denn nur dann kann ich die Futterterroristen aufklären. Und nur dann, hat man die Chance richtig nette und liebevolle Menschen kennen zu lernen.
Sicher mag es welche geben die nicht dazu lernen wollen, aber das kann man erst wissen wenn man ihnen die Chance dazu gibt.

Flauschige Grüße
Celeste

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Die Oompa Loompa kommt zu Wort

Bevor man sich bei manchen Beiträgen ans Werk macht, möchte man eigentlich gern noch eine Runde meditieren. Oder in meinem Fall, ein Radler trinken, nochmal tief durchatmen und versuchen die Emotionen etwas rauszunehmen. Allerdings habe ich jetzt schon den ganzen Tag über das Thema nachgedacht und es wird einfach nicht besser …

Ich weiß, Celeste hat das Thema Neid schon einmal angesprochen, aber der heutige Tag hat mich dazu bewogen, dass ich sie eben angerufen habe und nur noch ins Telefon knurrte: Ich will diesen Beitrag diesmal selber schreiben.
Ja, die Oompaa Loompa kann knurren.
Auch wenn ich sonst eher der Mensch bin, der sich die Ohrläppchen reibt *Wuusssaaa* säuselt und Celeste sagt, sie soll sich manche Sachen nicht so zu Herzen nehmen … heute war es dann auch mir zu viel.
Sie hat ja schon in einem früheren Artikel einmal angesprochen, dass sie mit Neid nicht viel anfangen kann, weil sie es einfach nicht versteht. Was Außenstehende die Stirn runzeln lässt und Skepsis hervorruft, gehört für mich nach fast 15 Jahren einfach zu ihr dazu. Es ist nun mal so, dass sie auf einem anderen »Betriebssystem« läuft. Dies sorgt dafür, dass sie nicht filtern kann. Im Alltag heißt das: Gespräche, Fernseher, das Miauen der Katze, das leise Knarzen der sich öffnenden Tür – es ist alles da und präsent.
Wir fokussieren uns in der Regel auf EIN Geräusch, aber bei Celeste funktioniert dieser Fokus nicht. Ähnlich anders läuft es auch mit Emotionen. Da Asperger die Mimik nicht erkennen können, haben sie oft erhebliche Probleme die Emotionen ihres Gegenübers einzuschätzen. Die Reaktion daraus ist, dass sie Dinge sehr wörtlich nehmen und ebenso ausdrücken. Es ist daher verständlich, dass Asperger sich online sehr wohl fühlen, da sie hier nur lesen müssen und nicht noch auf unzählige Nuancen des Gegenübers achten. Zusätzlich fällt es dem Gegenüber nicht direkt auf, das man anders ist.
Aber auch hier ändert sich ihr Grundverhalten nicht. Wenn sie dich oder etwas das du machst, (Entschuldigung) kacke finden, sagt sie es dir. – Ich habe da auch mehrfach so meine Erfahrungen gemacht, vor allem seit wir zusammenarbeiten –
Sie spinnen keine Intrigen. Eher sind sie bisweilen für einige zu direkt.
Daher wäre das ganze Spiel – die eigentliche Meinung über jemanden hinter den Berg zu halten, während man Leute gegeneinander ausspielt – ehrlich gesagt, einfach viel zu anstrengend. Neben der permanenten Belastung des Alltags und dem Problem die Gefühle des Gegenübers nicht immer einschätzen zu können, wäre das eine psychische Belastung, die ein Aspi auf längere Sicht einfach nicht aushalten würde. Ohne Übertreibung, es würde dazu führen, dass er irgendwann heulend in der Ecke sitzt und einfach nicht mehr klar kommt.

Deswegen haben wir auch häufiger das Gespräch über das »Warum?«, sobald so etwas auftaucht.
»Warum unterstellt jemand, ich würde Intrigen spinnen?«
»Warum erzählt jemand, ich hätte mich mit über 100 kg auf meine Pferde geschwungen? Obwohl ich zu dem Zeitpunkt, selbst wenn ich es gewollt hätte, gesundheitlich nicht einmal dazu in der Lage gewesen wäre?« (Sie musste wegen eines Unfalls und der daraus resultierenden Verletzung Kortison nehmen und hatte deswegen stark zugenommen. Was aber längst wieder runter ist.)
»Warum unterstellt man mir ich würde nie einen Tierarzt kommen lassen, nur weil ich Sachen mit denen ich mich auskenne erstmal versuche mit Hausmitteln zu kurieren?« (Ja, ich war auch schon bei den Tierarztbesuchen dabei …)

Was antwortet man, wenn man die erstickte Stimme am Telefon hört? Dadurch, dass man sich jahrelang kennt und zeitweilig direkt nebeneinander, Zimmer an Zimmer gewohnt hat, weiß das es nicht stimmt? Was sagt man, wenn es einem selbst den Hals zuschnürt?
Klar, wir sind keine Engel. Wir lästern gerne mal, wir lachen über die Biene Marvin und führen lange Gespräche über die Zombieapokalypse und die besten Überlebensstrategien. Was Mädchen eben so machen. Wir träumen zusammen davon unsere Bücher zu verkaufen und was wir mit dem Geld machen – wenn der Umsatz mal die Ausgaben überwiegen sollte … So in 10 Jahren.( Also ich hab mir ja vorgenommen mir eine Massage zu leisten … Nein, nicht so eine – eine ganz normale … 😀 )
Also, was sagt man jemandem, der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen, außer dass er versucht sich einen Traum zu verwirklichen, gerne Leuten hilft und dadurch leider in die Schusslinie geraten ist?
Klar, Celeste hat durch ihre Art nicht überall Freunde. Sie lässt sich eben auch nicht verbiegen und greift auch mal unliebsame Themen auf. Sie ist manchmal zu direkt und ja, auch mal unflauschig.
Aber gibt das manchen Leuten das Recht für ihr handeln?
Also, was sagt man zu jemandem der – wenn man den Tatsachen ins Auge sieht – gemobbt wird.

Genau: Mach Sceenshots!
Rede mit den Leuten, die dich mögen – auch die dürfen gerne Sceenshots machen.

Es geht mir nicht darum, hier einige Hohlfritten ans Kreuz zu nageln. Die sind mir wurscht. Mit Kritik und Gegenwind kann ich umgehen. Auch soll jeder seine Meinung vertreten und diskutieren. Ich diskutiere ja selbst gerne.
Es geht mir um die Leute die Celeste gezielt in den Dreck ziehen und auch vor Lügen nicht zurückschrecken, weil sie wissen, dass sie mit der Situation nicht umgehen kann und die Konfrontation nicht möchte.
Es ist mir in dem Fall auch vollkommen egal, ob es aus Missgunst, Neid oder einfach, weil die Person ihre Tage hat, passiert.

Ehrlich gesagt, ich bin auf Zickenkrieg nicht scharf. Meine Zeit ist mir dafür zu schade. Darum darf sich in diesem Fall die Polizei und der Anwalt darum kümmern.
Das ist keine Drohung und kein Aufplustern, einfach eine Tatsache, die ich so stehen lassen möchte.

Wer Lust hat ist gerne eingeladen zu helfen.
Sceenshots einfach per PN an Julia. A. Kris – Damit wisst ihr auch, wer es nicht schon geahnt hat – wer die Oompa Loopma ist. 😉

Und für alle die mehr über Asperger wissen wollen:
http://www.aspergia.de/

kruemel

 

Fotoshootings und andere Sünden

Hallo meine Flauschepuffel, da bin ich wieder.

Ist es auch so schön sonnig bei euch? Oder haben euch Regen und Gewitter im Griff?
Das Wetter bei uns ist herrlich, einzig die ersten Bremsen nerven die Pferde und mich schon gewaltig. Ich habe schon wieder einige erschlagen – die Bremsen, nicht die Pferde.
Bei diesem Wetter genießen die Pferde eine schöne Dusche und wir Menschen das wohl verdiente Eis danach. (Ja ihr merkt es sicher schon, ich bin etwas eissüchtig. 🙂 )
Und wenn wir dann bei einem Ausritt unseren Blick schweifen lassen, sehen wir die wundervollen Felder. Was mich immer wieder besonders begeistert sind die Mohnblüten, welche die Kornfelder erobern. So kommen dann unweigerlich die Gedanken zu Bildern, die man unbedingt machen sollte. Und damit es perfekt wird, soll es ein richtiges Shooting werden.
Und während die Gedanken schon kreisen steht man schon direkt davor: Das perfekte Feld mit wiegenden Kornären. Dazwischen wundervolle Mohnblüten als Farbkleckse.
Das dieses Feld einem fremden Bauern gehört ignoriert man gekonnt, ebenso das es Lebensmittel sind, die dort wachsen. Schließlich macht man doch nicht viel kaputt, wenn man sich in die Fahrrinnen stellt. Zumindest glauben das anscheinend einige verstrahlte Personen, deren 1000-Watt-Lächeln auf einigen Bildern Fukushima Konkurrenz macht …
Im Geiste geht man dann seinen Kleiderschrank durch, und beschließt auf die Schnelle noch ein günstiges China Import Kleidchen zu bestellen, denn das Outfit muss perfekt sein. Passend zum Minikleid werden Ballerinas gewählt, das Halfter wie auch ein Haarreif mit Blüten verziert, und die beste Freundin fürs Make-up bestellt.
Während man früher mit einer Kleinbildkamera, oder bestenfalls einer Spiegelreflexkamera, 10 Filme verbrauchte, um 3 anständige Bilder zu bekommen, samt Film und Entwicklungskosten locker 100-150 € auf den Tisch legen musste, hat man es heute wesentlich einfacher. Heute hat nahezu jeder eine Digitalkamera. Sei es im Handy oder als digitale Spiegelreflex.
So ist auch das Fotografieren einfach wie nie!
Das Foto ist scheiße? Der Gesichtsausdruck blöd? Der Finger vor der Linse? Das »Model« verschluckte gerade eine Fliege? Es besteht die Gefahr, dass das Objektiv schaden nimmt und man will noch schnell eine Papiertüte mit Sehschlitzen über den Kopf ziehen um Schlimmeres zu verhindern?
Kein Problem!
Denn bei den digitalen Kameras kann jedes noch so schlechte Bild gelöscht werden. Und alle Bilder, die einigermaßen akzeptabel sind, werden im Rudel abgespeichert. Ein Hoch auf die Speicherkarten, die unzählige Bilder aufnehmen können.
Ja, ich liebe diese Technik, das gebe ich gerne zu und nutze sie für private Zwecke. Dummerweise fühlen sich aber inzwischen sehr viele Hobbyfotografen dazu berufen daraus Geld zu schlagen. Immer wieder sieht man sie in den Gruppen oder auf kleinen putzigen Facebook-Seiten ihre Dienste anbieten.
Denn viel tun muss man ja nicht mehr, es reicht genug Geld für eine Kamera auf den Tisch zu legen, und in der Automatik-Funktion das Knöpfchen zu drücken. Dazu schmeißt man sich als Fotograf dann bei den Shootings so richtig ins Zeug. Gibt Anweisungen, positioniert Pferd und Reiter, legt einen irren Blick auf, schmeißt sich auf den Boden oder auf die Leiter, und glaubt man sei der neue Kristian Schuller.
Und wenn das nicht hilft, schmeißt man mit Seifenblasen oder Holi Pulver um sich.

Hinterher bekommen die Bilder den »Feinschliff« – zumindest glauben das anscheinend die Hobby-Fotografen. Denn statt die Bilder zu verbessern, werden sie dann mit Effekten wie »Hintergrund schwarz machen« bearbeitet. Denn das Ross soll nobel, edel und teuer ausschaun, und das Bild ebenso.

Aber mal Hand aufs Herz:
Liebe Hobby Fotografen, bitte erkennt, dass ihr nicht der neue Kristian Schuller seid!
Ihr habt zumeist weder die richtige Ausrüstung, noch das Fachwissen oder das Können, um solche Bilder formvollendet zu gestalten. Es gehört einfach so viel mehr dazu, dass aus einem einfachen Foto ein einzigartiges Unikat wird. Seht eure Bilder bitte als das was sie sind: Ein nettes, kleines Hobby.
Aber Shootings überlasst bitte den Profis!

Ja ich weiß, ein gutes Shooting ist nicht billig. Aber das ist die Zeit, die Ausrüstung und die Arbeit eines guten Fotografen auch nicht. Dieser schafft es aber die Pferde gekonnt in Szene zu setzen, ohne hinterher den Hintergrund per Bildbearbeitungsprogramm zu schwärzen. Oder schlimmstenfalls mittels Filzstift schwarz zu malen. Ein guter Fotograf wird euch darauf hinweisen, das keine zu kurzen Kleidchen Marke »Fick mich« getragen werden. Ebenso werden Shootings ohne Zaum nur in umzäunten Arealen stattfinden. Zumindest wenn der Fotograf gut ist und Verantwortungsgefühl besitzt.
Also nehmt bitte ein paar Euro in die Hand und investiert sie in ein richtiges Shooting. Der Unterschied ist bemerkenswert und man hat auch Jahre später deutlich mehr Freude daran, wenn man das Ergebnis sieht. Natürlich kosten diese Shootings viel Geld. Kein Profi verschenkt seine Zeit. Aber überlegt mal, wie viel Geld ihr in eure Ausrüstung steckt, da ist das Shooting schon gar nicht mehr so teuer.
Außerdem hat man diese Bilder ein Leben lang. Und wer weiß, ob diese Bilder in ein paar Jahren nicht das Einzige sind, was einem geblieben ist. Und wenn man dann ein wirklich einzigartiges und hochwertiges Bild als Erinnerung hat, statt vieler Hobbybilder, das man noch seinen Enkeln voller Stolz zeigen kann, ist das schon etwas Besonderes.

Ihr wollt doch für euer Geld keine Massenware, sondern besondere einzigartige Bilder. Und die liefert euch nur der Profi, mit seiner Ausrüstung, seinem Fachwissen, seiner Erfahrung und seinen Ideen.

In diesem Sinne den Hobbyfotografen viel Spass, aber überlasst das Geld abnehmen bitte den Profis, denn diese bieten auch die richtige Leistung dafür.

Flauschige Grüsse
Celeste
mohn

 

 

 

Neid und Missgunst unter Reitern

Hallo meine Flauschehäschen, da bin ich wieder.
Wie ihr sicher schon gemerkt habt, gibt es meinen Wochenendbeitrag nicht mehr erst sonntags. Wie könnte ich mich denn entspannt zurücklehnen, ohne euch mit ein paar Sätzen zum Nachdenken ins Wochenende geschickt zu haben? Daher kommt ihr bereits freitags in das Vergnügen. Und so sitze ich hier nun, während draußen die Sonne scheint, und widme mich dem nächsten Wunschthema.

Das Thema, das dieses Mal an mich herangetragen wurde, ist: Missgunst unter Reitern.
Für mich ein schwieriges Thema. Natürlich bin ich dem schon häufiger begegnet, ob direkt oder indirekt. Dennoch bleibt mir diese Emotion ziemlich schleierhaft. Wer jetzt denkt ich möchte mir einen Heiligenschein aufsetzen und euch mit Weihwasser besprenkeln irrt sich. Wie den meisten zwischenzeitlich bekannt habe ich Asperger. Hierdurch kommt »Neid« einfach nicht in meiner Grundprogrammierung vor. Dafür sind die Bereiche für Sarkasmus und Ironie umso ausgeprägter. 😉
In meinem Fall heißt das: Wenn die Chantal aus dem Stall eine super fluffige flauschige Decke in Pink ergattert hat, dann freue ich mich mit für sie.
Und wenn Tschackeliene, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann, einen 6er im Lotto hat – ok besser im Lotto als im Bett – dann gönne ich ihr das trotzdem. Ich weiß, für die meisten unter euch ist das nicht nachvollziehbar. Ich für meinen Teil musste über die letzten Jahrzehnte feststellen, wie verbreitet diese Emotion ist. Denn nirgends begegnet einem so viel Neid und Missgunst wie in einem Reitstall. Da gönnen sich selbst die besten Freunde oft nicht den Dreck unter den Fingernägeln. Noch weniger gönnt man sich untereinander ein gutes Pferd, eine schöne Ausrüstung oder einen Turniererfolg. Zwar wird gelächelt und gratuliert. Aber schließlich kann es nicht sein, dass die blöde Shakira mit dem fetten Haflinger in der Dressur besser abgeschnitten hat, als man selber mit dem ach so top ausgebildeten Warmblut. Es MUSS einfach daran liegen, dass die fette Shakira sich via Blowjob bei den Richtern beliebt gemacht hat. Ganz bestimmt! Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht daran, dass man selber einfach schlechter reitet.
Sollte man die Frechheit besitzen mehr als ein Pferd zu besitzen, ist die Karriere im horizontalen Gewerbe oder im Dominastudio mit Sicherheit auch schon richtig ins Rollen gekommen. Oder aber man beglückt alte zahnlose, aber wenigstens reiche Opis, die dann das Hobby finanzieren. Die naheliegendste Option ist und bleibt für die Klatschmäuler einfach die Unwahrscheinlichste: Denn es kann ja nicht sein, das sich Personen mit mehreren Pferden den Poppes aufreißen, nur damit es diesen gut geht.
Nein, entweder geht es den Gäulen schlecht, oder aber die Besitzer finanzieren alles über unlautere Methoden.
Was mir in den letzten Jahrzehnten alles untergekommen ist, war von kreativ bis grenzdebil. Leider hinterlassen jedoch auch die dümmsten, aus Neid gestreuten Gerüchte, Narben am Ruf der Person, wie aber auch an ihrer Seele. Gerade wenn man wirklich alles für seine Pferde gibt und diese Verantwortung Schultern muss, kann einen der Spießrutenlauf im Stall enorm zusetzen.

Aber nun gut. Besagte Personen, die einem noch das einlagige Klopapier beim Toilettengang missgönnen, schießen nicht nur gegen Miteinstaller scharf, die einfach mehr Grips in der Birne haben. Der nächste Stein des Anstoßes bietet auch gern das Sponsoring über Firmen! Nein, das machen die besagten Personen sicher niiie .never, nie nicht. Schließlich würden sie sich nie für sowas hergeben und verkaufen. Und wenn doch, bekommt man sowas auch eh nur über Beziehungen und sowieso ist die Auswahl total unfair. Die können eh alle nichts und man selber wäre sicher der bessere Kandidat! Denn hat man es etwa nicht verdient das Minispringen mit Pony Zausel gesponsort zu bekommen, mit Sattel und Zaum. Und als Dank würde man den Firmennamen auf dem Dorfturnier in Buxtehude spazieren tragen und wenn das nicht werbewirksam und somit wenigstens einen Sattel wert ist? Schließlich sollen die Firmen sich nicht so anstellen, Werbung ist Werbung und die haben eh genug Geld.
Aber eigentlich will ja keiner von den kleinen Lästermaulern wirklich bekannt werden, denn das verdirbt den Charakter! Die Reit TV Stars die sind ja auch alle total abgehoben. Davon abgesehen, das die ganzen Sternchen eh weder Fans noch Sponsoring verdient haben. Denn die machen ja nichts! Videos und Bilder -ach, das kann doch jeder! Eigentlich lassen die sich den lieben langen Tag nur den Bauch pinseln und Puderzucker in den Allerwertesten pusten. Das bekommt auch klein Serafina hin, die mit ihrem Pony im Rapsfeld posiert und das von ihrer allerbesten Freundin per Handycam fotografieren lässt. Das Ergebnis wird dann stolz für ihre 50 Fans gepostet. So schwer ist das doch wirklich nicht!

Wo aber einige beim Missgönnen von Erfolg und Materiellem ihre Grenzen ziehen, scheint diese unsichtbare Linie nicht für alle vorhanden zu sein. Nehmen wir als Beispiel Mal ein Gewinnspiel, bei dem eine unheimlich nette und freundliche – aber eben behinderte junge Frau – vorne liegt. Eine Frau, die den zu gewinnenden Sattel wirklich brauchen würde? Die momentan unter Schmerzen reitet und man ihr mit dem Gewinn entsprechend wirklich etwas gutes tut? Dieser das gönnen? Ach, warum …? Schließlich will man selber so einen Sattel. Also scheiß drauf! Dann nutzt man eben jedes Mittel und lockt mit Preisen, nur um den möglichen Gewinn vor der Nase wegschnappen zu können.

Nein, ich mit Neid kann ich einfach nichts anfangen. Aber ich kann es auch nicht ignorieren, so häufig wie es mir begegnet. Wenn mir dann wegen meiner Bücher, der ersten kleinen, hart erkämpften Erfolge und aufgrund der »Gefällt mir« Zahlen, Neid und Missgunst begegnet, bin ich auch erst einmal sichtlich erschrocken. Warum stört man sich daran? Wenn man selber Bücher raus bringen will, warum macht man sich nicht an die Arbeit, statt das Gegenüber schlecht zu machen? Es ist jeder seines Glückes Schmied! Und jeder kann selber entscheiden, welchen Weg im Leben er gehen will.
Wenn andere Personen, mehr Glück oder Hilfe erfahren als man selber, dann sollte man sich für sie mit freuen. Oder es zumindest versuchen. Neid macht das eigene Leben nämlich kein Stück besser. Es macht nur blind für die eigenen Unzulänglichkeiten.
Also denkt darüber nach, wenn euch demnächst im Stall jemand von seinem Turniererfolg erzählt, wenn man euch ein neues Pferd zeigt oder neues Zubehör.
Freut euch einfach mal für euer Gegenüber mit, ihr werdet sehen, wie wundervoll das sein kann. Und wie viel Energie ihr plötzlich in wirklich wichtige Dinge stecken könnt.

Flauschige Grüße
Celeste

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