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Spenden, Hilfsbereitschaft und andere Sorgen

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen? Heute widmen wir uns einem Thema, das ich schon eine Weile auf den verschiedenen Onlineplattformen beobachte: Bettel- und Spendenpostings.

Ich weiß nicht, ob ihr auch schon über sie gestolpert seid, aber sie klingen meist ähnlich:

  • »Suche Pferdesachen egal was, umsonst oder bis 5 €.«
  • »Suche Pferdesachen oder Spenden für meine Tierschutzfälle.«
  • »Habe ein Pferd gerettet und suche nun Spenden.«
  • »Habe nicht viel Geld, aber brauche Zubehör, bitte umsonst oder billig.«
  • »Habe hohe Tierarztkosten, bitte spendet, sonst muss es erlöst werden.«
  • »Möchte ein Pferd vom Schlachter freikaufen, bitte spendet! Auch Zubehör.«

Um einfach ein paar Beispiele zu nennen.

Und schon tauchen die Mädels aus dem Off auf und bieten ihre Ware an. Meist ist es Ramsch, den sie in den Pferdeflohmarktgruppen nicht verkauft bekommen. Zu alt, zu verlottert und manchmal regelrecht versifft. Aber vielleicht findet sich so ja ein Abnehmer, der doch noch 2 € zahlt? Schließlich ist das ja für einen guten Zweck, da gibt es den polierten Heiligenschein gleich gratis dazu.
Das sie allerdings meist keine Antwort auf diese wirklich selbstlosen Angebote bekommen, liegt nicht selten daran, dass wirklich Spendenwillige auftauchen, die gleich ganze Päckchen packen.
Vollgestopft mit alten Sachen und guten Wünschen, werden diese unbedacht an die vermeintlich hilfsbedürftige Person geschickt. Im besten Glauben, das man einer armen Person mit einem leidenden Pferd etwas Gutes getan hat.

Nicht selten gibt es später erstaunte Gesichter, wenn das verschenkte Zubehör auf einmal in Gebrauchtbörsen auftaucht. Denn nicht immer steckt hinter jedem traurigen Spendenaufruf auch ein echter Notfall. Inzwischen ist es zu einem unschönen Trend geworden, einfach nach Zubehör zu fragen, das dann mit einer traurigen Geschichte umsonst eingeheimst wird, nur um es dann zu Geld zu machen. Auch eine Art sein Taschengeld aufzubessern, wenn man so will.
Ebenso gibt es Tierschutzhöfe – natürlich neben denen, die wirklich tolle Arbeit leisten und die damit nicht gemeint sind – bei denen das Geld manchmal an andere Stellen, als die zu schützenden Tiere, wandert. Auch das gibt es, da wollen wir uns nichts vormachen.

Natürlich ist aber nicht jeder Spendenaufruf unehrlich, Gott bewahre, aber manchmal lohnt es sich genauer zu lesen, und Fragen zu stellen. Zum Beispiel:

  • Wo ist der Hof?
  • Welche Tiere gibt es dort?
  • Welche Hilfe wird genau benötigt?
    Helfer vor Ort bei der Arbeit? Futter? Zubehör?
  • Ist der Hof ein Verein bzw. eine Einrichtung oder Privat?
  • Werden Spendenquittungen ausgestellt?

Denn wenn jemand als Privatperson für 10 Pferde Spenden sammelt, aber gleichermaßen behauptet, dass alle Tierarztkosten, wie auch Futter und Versorgungskosten immer gedeckt seien, dann werde ich schon ein wenig misstrauisch. Denn um mehrere kranke oder alte Pferde/Ponys zu umsorgen, braucht es auf Dauer schon einen Lottogewinn, einen reichen Ehemann oder einen fragwürdigen Beruf. Oder aber man opfert sich und alles Geld das man verdient selber auf, und hat dazu das große Glück, das die Tierarztkosten nicht in den 5-stelligen Bereich wandern. Aber wenn man dann noch nach Zubehör bettelt, kommt doch die Frage auf: Warum?
Ein Halfter kostet 5 -10 €, wenn es nicht die ›Haris-Pilton-Flausche-Kollektion‹ sein muss. Ein paar Bürsten kosten auch nur wenige Euro. Und selbst wenn es an Decken fehlt, auch diese gibt es sehr günstig, neu, wie auch gebraucht. Mir kann doch kein Mensch erzählen, dass er immer genug Geld für den Tierarzt, wie auch das Futter bei einer ganzen Pferdeherde hat, aber kein 5er übrig bleibt, für ein popeliges Halfter?Verzeiht wenn ich dann doch etwas misstrauisch werde.
Ebenso bin ich dann immer wieder argwönisch, wenn nach Zubehör gefragt wird – umsonst versteht sich – und nie eine Größe angegeben wird. Oder nicht wirklich benennen möchte, was der Tierschutzfall wirklich an Zubehör benötigt. Eine Decke? Dann könnte man doch gleich sagen was für eine. Zum Beispiel eine Fliegendecke für den Ekzemer, eine Regendecke – gefüttert oder nicht – für den Oldie usw.
Aber wenn dann gar keine oder eine unhöfliche Antwort kommt, oder noch besser ein »ich nehme alles«, dann ist das schon eine spannende Angelegenheit.
Frei dem Motto, nur her damit …
Ich meine, da kann man doch förmlich fühlen, das die Sachen nicht bei dem armen leidenden Pferd landen, falls es dieses überhaupt gibt. Denn was soll das Shetty mit einem Warmbluthalfter, oder das Warmblut mit einer Shetty Decke? Fesselspiele ala 50 Shades oh Hay?
Die werden dann auch nur zuuufääällig verkauft. Natürlich nur die Sachen, welche sich noch gewinnbringend an den Mann, bzw. das Pferdemädel bringen lassen.
Auch immer wieder schön ist es, wenn Reitzubehör wie Sattel, Trensen und Hilfszügel gewünscht werden. Natürlich für arme alte und kranke Pferde. Tierschutzfälle welche sich eigentlich nur noch auf den Brustwarzen vorwärts gerobbt haben, bis unser Anzeigen-Sonnenschein es gerettet hat. Und dank der plötzlichen Wunderheilung muss nun Sattelzeug her, damit das Pferdchen freilich noch geritten wird. Denn merke: Der schönste Retter-Heiligenschein taugt nix, wenn das Pferd nicht wenigstens noch etwas Leistung bringt.

Nun ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch und helfe wirklich gerne. Allerdings möchte ich, dass meine Hilfe auch an echte Hilfsbedürftige geht. Deswegen stehe ich diesen Internetaufrufen wirklich sehr skeptisch gegenüber.

  • Ich möchte schon etwas mehr, als eine rührende Story aufgetischt bekommen.
  • Ich möchte die Möglichkeit eines Besuches vor Ort haben.
  • Ich möchte bei Tierarztrechnungen diese auch sehen, bzw. direkt an die Klinik überweisen dürfen.
  • Ich möchte Futtermittel vor Ort abgeben dürfen.
  • Ich möchte eine Spendenquittung.

usw.

Natürlich schützen diese Dinge auch nicht immer vor Betrug. Es reduziert jedoch die Möglichkeit bei der Trittbrettfahrerwelle der Absahnermädels zu landen. Denn diese haben erkannt, das sich inzwischen nicht nur gut mit ergaunerten Pferdezubehör bescheißen lässt, nein, man kann es sich als Spende ,nach einer heroischen Geschichte, gleich frei Haus schicken lassen. Und da man ja vermeintlich eine gute Tat vollbringt, wird man von den naiven Spendern noch verteidigt, gelobt und imaginär der Kopf getätschelt.

Sicher ist es nicht gerne gesehen, wenn man unter zweifelhaften Spendenpostings Fragen stellt. Noch unbeliebter ist es, wenn man auf die unseriösen Anfragen hinweist und zur Vorsicht anmahnt. Allerdings bin ich den Scheiterhaufen ja inzwischen gewöhnt, und ich wette ich werde auch nach diesem Blogbeitrag wieder ordentlich Feuer bekommen.

Natürlich darf und soll auch jeder spenden wo und wie er will. Auch gerne an Stellen bei denen man vielleicht etwas vorsicht walten lassen sollte. Nur frage ich trotzdem gerne einmal nach. Denn wenn einer um Geschenke/Spenden bittet, dann sollte eigentlich keine Nachfrage zuviel sein.
Und wenn man sich unsicher ist, dann kann man ja an größere Höfe spenden. Welche die zum Beispiel ehrlich sagen: »Gebt uns all die alten Sachen, wir werden die zwar verkaufen, aber das Geld fliesst dann wirklich in die Pferde.«
Da schickt man doch lieber ein Päckchen hin, samt einem Sack Futter, als an User ›Zimtbüte 8210‹ die einfach mal alles brauchen kann und auf Nachfragen bezüglich Größe gleich mal pampig wird.
Denn wir alle wollen letztendlich nur eines: Das Hilfe dort ankommt wo sie wirklich gebraucht wird. Und nicht das die Sachen verkauft werden und statt bei einem notleidenden Pferd, in einem neuen Handy, oder eine Eskiiii Schibbi Schabbi fließt.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

 

Produkttest Kokosöl

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal widmen wir uns wieder einem kleinen Produkttest, und zwar dem allseits gehypten Kokosöl.
Schaut man durch das Internet oder unterhält sich mit Freunden, dann gibt es seit etwas über einem Jahr ein neues Wundermittel. Und was vorher die Chia-Samen in der Ernährung waren, ist nun das Kokosöl im Bereich Haut- und Körperpflege.

Doch was soll dieses Wundermittel denn können?

In der Küche findet es Verwendung zum:

  • Braten
  • Frittieren
  • Backen
  • Kochen

Da es als natives Öl natürlich sehr gesund ist, wegen der ungesättigten Fettsäuren.

Bei den Menschen findet es Verwendung als Creme …

  • gegen Herpes.
  • gegen Cellulite.
  • gegen Neurodermitis.
  • gegen Alzheimer.
  • zum Schutz vor Keimen, Pilze und Bakterien.
  • als reine Pflegecreme.
  • als Sonnenschutzcreme.
  • zur Regulation den Säure-Basen-Haushalt der Haut.
  • gegen Falten.
  • als Haarkur.
    usw.

Nicht unbedingt muss die Wirksamkeit gegeben sein, aber es wird zumindest damit geworben.

Bei Tieren findet es Verwendung …

  • als Zeckenschutz.
  • gegen Fliegen, Mücken und Bremsen.
  • gegen Ekzem.
  • gegen Schweifschubbern.
  • als Mähnen und Schweifpflege.
  • als Wurmkur.
  • als Kur für die Darmflora.

Auch hier gilt, das nur damit geworben wird, und die Wirksamkeit nicht unbedingt gegeben sein muss.

Das hört sich eigentlich wirklich gut an, ebenso die vielen positiven Erfahrungsberichte im Internet. Gleichzeitig gab es aber auch oft Rückmeldungen von Allergien und einer Verstärkung der Sonnenbrandempfindlichkeit.
Da meine liebste Oompa Loompa mir bei ihrem letzten Besuch ein hochwertiges Kokosöl mitbrachte, unternahm ich den Selbsttest.

Testkandidaten EINS waren meine Pferde
Voller Freude und Enthusiasmus, mit den Gedanken an Kokoseis und Pina Colada, samt Kokosöl bewaffnet, stürmte ich die Weide. Meine Pferde kennen nun wirklich eine Vielzahl an Pflegeprodukten. Von Mähnenspray über Fliegenspray, der Möhrchenöhrchencreme oder Bio-Hautöl, nie ist ein Halfter nötig. Auf der Weide warten sie bis jeder versorgt ist, und eine Abneigung konnte ich auch bei strengen Gerüchen nie feststellen.
Anders bei dem Kokosöl. Ein Duft, den ich selber sehr mag, verursachte bei meinen Pferden einen Gesichtsausdruck, der wohl bedeuten sollte, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Die Herdenchefin drehte sich gleich um und zeigte mir den imaginären Fuckhuf als ich ihr das Kokosöl zeigte. Ich dachte ernsthaft das ich ihr etwas unanständiges gezeigt haben muss, so reagiert sie sonst nicht. Herr Pony, der ebenso für jeden Mist zu haben ist, tat dies ebenso. Dennoch entkamen auch beide nicht, dem Genuss eingecremt zu werden. Ich weiß, ich bin eine böse Pferdemutti.
Frau Ente stand mit angewidertem Gesicht vor mir und ließ ebenso die ›Behandlung‹ des Eincremens über sich ergehen. Ihre Gesichtskirmes spiegelte sehr deutlich wieder, was sie von dem Geruch der ›Creme‹ hielt. Ich kam mir langsam vor wie ein Pferdeschinder, der seine Pferdekinder in den Keller schickt zum Teppiche knüpfen.
Frau Panzer, die sich ja für nichts zu Schade ist und alles abschleckt, wollte nach einer Nase des Kokosduftes fast flüchten.
Also ein Freund von Pina Colada würde die wohl auch nie werden.
Selbst sie wollte nicht stillhalten, während ich sie einrieb, was bei diesem ›Nimm mich aufs Ärmchen‹-Pferd wirklich ungewöhnlich ist. Aber egal, da musste sie durch!
Ich war mir fast sicher, dass meine Bande nach diesem Erlebnis Bittbriefe an die PETA schrieb, frei dem Motto: Welche Qualen sie über sich ergehen lassen mussten.

Nach einigen Tagen kann ich als Testergebnis die Bilanz ziehen, dass die Anzahl der Zecken sich nicht verringert hat. Gerade Frau Panzer, das Zeckentaxi, kutschierte diese fröhlich weiter durch die Gegend. Und ich pflücke diese 2 x täglich von ihr runter, bzw. kontrolliere alle Pferde 2 x täglich auf Zecken.

Auch Fliegen wie Mücken fanden – im Gegensatz zu den Pferden – den Kokosduft echt gut. Eine abwehrende Wirkung war nicht einmal ansatzweise zu erkennen.

Testkandidat ZWEI war mein Mann, der eine aufgescheuerte  Stelle hatte.
Auch da sollte dieses Produkt ja Wunder wirken.
Doch schon kurz nach dem Auftragen war ihm unwohl, es brannte und wir mussten es abwaschen.

Testkandidat DREI war ich
Ich gestehe, ich liebe den Duft von Kokos, auch den Geschmack in Desserts und ähnlichen. Für mich war das Kokosöl als Pflegeprodukt ja eine wahre Freude.
Ich versuchte es an meinen Haaren. Da war das Ergebnis, dass sie zwar weich waren aber eben sehr fettig, trotz gutem Ausspülen. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man – auch zart dosiert – Fett auf die Haare gibt. Dauerhaft würde ich das an den Haaren nicht anwenden wollen.
Dann gab es da noch mein Gesicht, ich neige da ab und an zu Stresspickelchen am Kinn an denen ich auch rumfummele, wenn ich nervös bin. Ich benutzte das Öl nach dem Waschen, denn man soll der Haut ja Feuchtigkeit zu führen, vor der Kokosöl Nutzung. Nach einigen Tagen wurde die Haut immer trockener also cremte ich öfters. Immer wieder ist mir aufgefallen, das meine Haut leicht brennt und rot wird nach der Nutzung, aber ich führte das auf tausend andere Dinge zurück. Bis ich an einem Tag gleich mehrfach cremte da die Haut immer trockener wurde, und ich eine massive allergische Reaktion bekam. Heisse geschwollene Haut mit Pusteln, die sich nur mit sofortigen Absetzen des Kokosöls, wie auch einer Menge Cortison in den Griff bekommen ließen. Ich Depp hätte das Öl gleich nach dem ersten Brennen, absetzen sollen. Nur dachte ich, dass es mit dem Eincremen besser wird, wie es so oft beworben wurde.
Okay, da lasse ich also die Finger von, aus Erfahrung wird man klug.

Fazit
Kokosöl kann wirken, muss es aber nicht. Ein Wundermittel war es für mich auf jeden Fall nicht, obwohl so stark damit geworben wurde. Man sollte bei sich selber, wie auch bei den Tieren, zuerst testen, ob eine allergische Reaktion erfolgt. Ebenso ist es ratsam bei Schimmeln oder Pferden mit weißen Stellen zu bedenken, das der Fettfilm das Sonnenlicht verstärkt, und somit ein Sonnenbrand schneller möglich ist.

Von daher vergebe ich 3 von 6 Flauschepunkten.

Denn dieses Produkt hat sicher seine Daseinsberechtigung, aber Wunder bewirkt es nicht.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Spannung, Spiel und Scho … Karotten

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst!
Nachdem wir nun mitten in den Frühling gehüpft sind, und die Pferde langsam entflauschen, habe ich dank der Weidezeiten, nun doch etwas mehr Freizeit. Da ich diese meist – neben den Pferden – am PC verbringe, ist der Drang nach Schokolade als Nervennahrung nicht selten.
Ich gestehe, dass ich ein absoluter Freund von Kinderschokolade bin. Wer mir also eine Freude machen will, diese kann man als Fanpost gleich paketweise an mich schicken. 😉

So kam es dann auch, dass ich als Ostersüßigkeit von meinem Mann, eines dieser riesigen Kinder Schokoladeneier bekam. Okay, mal im Ernst, für einen Kinderschokoladen Junkie ist so ein Riesenei nun wirklich ein Highlight. So schnappte ich mir die Schokolade, aber das Spielzeug hat mich nicht wirklich interessiert. Mein Mann nahm dieses dann an sich, und versuchte es gemäß der Anleitung zusammenzusetzen. Vielleicht lag es am Alter, vielleicht an der fehlenden Fingerfertigkeit, aber er scheiterte kläglich. Auch meine Unterstützung brachte keinen Erfolg, außer einer Erweiterung meiner Fluchsammlung. Diese Fummelarbeit war nicht die ersehnte Spannung und der Spaß, mit denen so heftig geworben wird. Ich nahm daraufhin die Bastelarbeit an mich, und gab meinem Mann etwas von der Schokolade zur Beruhigung.

Während ich das Spielzeug, still und heimlich im nächstgelegenen Mülleimer entsorgte, kam mir der neue Trend in der Offenstallszene in den Sinn, der in meinen Augen teilweise ähnlich frustrierend für die Pferde sein muss: Spielzeug für Pferde!

Okay, eigentlich ja ein netter Gedanke, möchte man dem Pferd neue Eindrücke bieten und es mit Spaß beschäftigen. Die Reitsportgeschäfte, wie auch der Online Handel, bieten entsprechend eine enorme Auswahl an fertigen Spielzeugen:

– Spielbälle (speziell für Pferde)

  • Große Gymnastikbälle
  • Futterbälle
  • Knabberkugeln
  • Bewegliche Lecksteine
  • Lecksteine mit Geschmack im Bonbon Design
  • Kratz und Massagebürsten/Matten

Und vieles mehr.

Die Flut an Spielzeugen ist grenzenlos, denn der Reitsporthandel hat eines begriffen:
Mit dem schlechten Gewissen der Pferdebesitzer lässt sich gutes Geld verdienen.

So verkauft sich eine Vielzahl an Pferdedecken eigentlich nur, weil die Besitzer ihren Pferden etwas Gutes tun wollen, statt sich auf eine natürliche Thermoregulation zu verlassen. (Eine vernünftige Haltung mit Unterstand vorausgesetzt).
Aber auch viele Zusatzfuttermittel werden bedenkenlos ins Pferd gekippt. Einfach, weil die Werbung vorgaukelt, dass nur mit Mineralfutter-›Superflauschig‹ ein seidiges glänzendes Fell erreicht wird.
Oder Bio-Kräuterli-Powersaft, welcher gleich vorbeugend gegen alle Hustenformen, bis hin zum Fußpilz des Besitzers wirkt.

Und mit den oben erwähnten verschiedensten Spielzeugen, suggeriert man einem Pferdebesitzer, dass sein Pferd sich langweilen muss, wenn man ihm nicht die verschiedensten Anreize in einem Spielzimmer bietet. Und als gute Pferdemutti will man das ja nicht, also kauft man ordentlich ein bis die Tüten platzen, oder baut sie selber.

Nun es spricht eigentlich nichts gegen zusätzliche Beschäftigung in Form von Spielzeug,  wenn

  • eine ordentliche Haltung
  • eine ausgeglichene Herde
  • eine ausgewogene Fütterung
  • passende Spielpartner
  • ausreichend Bewegung

gegeben sind.

Nur ist Spielzeug dann zumeist nicht nötig und wird möglicherweise sogar ignoriert, wenn nicht gerade ein Futteranreiz gegeben ist. Denn das ist wie bei Menschenkindern: Wenn sie zusammen draußen unterwegs sind und aus Stöcken Flitzebögen basteln, oder aus Blättern Schiffchen für den Bach flechten, dann ist die Spielkonsole daheim nicht wirklich notwendig. Für einen Stubenhocker ohne Freunde, kann die Spielkonsole allerdings die einzige Beschäftigungsquelle über viele Stunden sein.

Ähnlich ist es bei unseren Pferden. Sinnvoll ist also unseren Pferden ein ausgewogenes Bewegungs- und Beschäftigungskonzept in der Herde zu bieten. Dort sollen sie spielen und toben, mit Artgenossen, die ihnen körperlich auch gewachsen sind. Und das bitte ohne Futteranreiz, und über viele Stunden. Bis sie danach zusammen Fellpflege betreiben, ein Nickerchen halten und wieder von vorne los legen.
Und wer einmal gesehen hat wie Jungpferde in der Herde zusammen spielen, der sollte in sich gehen und überlegen wie das ein Spielzeug ersetzen soll!

Allerdings möchte ich nicht behaupten, dass Pferdespielzeuge im Allgemeinen schlecht sind, denn in der Herde kann man ja auch zusammen mit einem vernünftigen Spielzeug spielen. Ein stabiler Pferdeball kann durchaus eine Jungpferdeherde zum Spiel einladen. Knabberäste sowie Bewegungstrails und Hindernisse auf diesem, können ebenso für eine Menge Spaß sorgen.

Der neue Trend der selbst gebastelten Pferdespielzeuge, gibt mir hingegen, doch teilweise Anlass zur Besorgnis. In vielen Gruppen werden die Bildchen und Videos gepostet, um sich auch gleich ein virtuelles Schulterklopfen abzuholen. Schließlich haben die Besitzer doch Stunden mit der Bastelarbeit verbracht, welche nur den einen Zweck haben, dem Pferd etwas Gutes zu tun.
Aber sind diese Futterketten, an denen Brot, Möhren oder Äpfel wie an einer Perlenkette, aufgereiht sind, wirklich so sinnvoll als Beschäftigung?
Von Seiten der Besitzer mit Sicherheit, denn diese sind auf jeden Fall beschäftigt mit dieser Fummelarbeit, wenn sie diese Ketten zusammensetzt.
Anders ist es beim Pferd. Hat man einen geschickten Kandidaten, dann ist die Kette in 5 Minuten vernichtet. Hat man einen etwas tollpatschigeren Anwärter, kann das jedoch mitunter länger dauern und diesen ebenso lange auch frustrieren. Während Menschen bei den misslungenen Fressversuchen ihren Spaß haben, kann so manches Pferd dagegen sehr gefrustet werden. Daher sollte man sich die Gefahren eines solchen Futterspielzeuges vor Augen halten:

  • Frustration statt Spaß, da das Futter immer ›flüchtet‹.
  • Gefahr durch Verschlucken, wenn das Futter dann doch ergattert und zu hastig gefressen wird.
  • Gefahr durch falsche Körperhaltung.
  • Gefahr durch Verheddern in der Befestigungsschnur, durch die dauernde Bewegung.
  • Gefahr für die Zähne, z.B. bei Heuschnüren, die in den Zähnen hängen und diese dann mit ausreißen können.

usw.

Wenn man also Spielzeug anbieten möchte, sollte man auf Futterketten verzichten. Sinnvoll sind eher Pferdespielbälle, aber bitte nur jene die auch für Pferde gefertigt wurden.
Herkömmliche Gymnastikbälle aus dem Handel, sollte man meiden. Diese können im Spiel platzen, wenn sich ein Pferd darauf stürzt.
Müssen es Futterspielzeuge sein, dann bitte fertige Bälle aus dem Handel. Diese kann das Pferd über den Boden rollen, was eine vernünftige Körperhaltung bietet.

Spielzeuge können zum Beispiel dann Sinn machen, wenn das Spiel in der Herde nicht gegeben ist. Beispielsweise wenn das Pferd über längere Zeit krank ist und Boxenruhe braucht. Einen Ersatz für Spielpartner sind sie aber nicht, und sollten auch nur als Lösung für eine zeitbeschränkte Notsituation eingesetzt werden.
Ansonsten überlegt einfach, ob ihr nicht besser die Haltung optimiert und SELBER eure Pferde beschäftigt, statt ein Spielzeug anzubieten.
Denn auch wenn ein neues Spielzeug als Kind wirklich toll war, die schönsten Erinnerungen haben wir doch an die Ausflüge, welche wir zusammen mit unseren Eltern oder Freunden unternommen haben.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

 

Reiter oder Pferdepfleger?

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt die Osterzeit gut überstanden, denn wir kennen es doch alle: Die Ostereier und die Süßigkeiten bringen den Kindern die Freude und jenen von uns, die Familie und Gäste bewirten dürfen, meist eine Menge Arbeit.
Und so schön Besuche und Feste auch sind, wir sind froh, wenn die Wohnung wieder leer ist, man alles wieder aufgeräumt hat und die Füße hochlegen kann. Ich gestehe, mir ist es nicht anders ergangen, nur das ich statt Füße hochlegen, lieber meine freie Zeit bei den Pferden genutzt habe.
So kommt es dann, dass ich zum Beispiel mein Panzerlein an der Longe mit Cavalettis zu Denksportaufgaben anrege. Panzerlein ist, nun nennen wir es höflich, etwas schmerzfrei.
Durch mannshohe Brombeersträucher hüpfen?
Kein Problem!
Einen Zaunpfosten in der Kurve umnieten?
Huch war da was?
Und auch sonst sind Naturhindernisse auf der Weide für sie zwar vorhanden, aber wenn sie zufällig im Weg liegen, sie darüber stolpert und sich fast dabei lang legt, ist ihr das völlig egal.
Um dieses unter dem Sattel zu vermeiden, gibt es eben intensives Bodenarbeitstraining. Denn ich bin ehrlich, so traumhaft wie mein Panzerlein unter dem Sattel auch ist, an ihrer Tollpatschigkeit muss noch ein wenig gearbeitet werden. Und das bitte vorzugsweise, wenn ich nicht darauf sitze. Denn ein Salto mit ihr zusammen ist nun nichts, was ich mir unbedingt noch einmal wünsche. Aus Erfahrung wird man schließlich klug. Also quäle ich mein Panzerlein und es dauert nicht lange, bis sich Zaungäste einfinden. Und nur einen Wimpernschlag später kommt auch schon die erste Frage, statt einer Begrüßung:
»Reitest du auch?«
»Ähm, ja klar eigentlich schon.«
»Aber warum dann das Pferd da jetzt nicht?«
Hier folgen dann Erklärungsversuche, warum Frau Panzer nun am Boden gearbeitet wird, bis dann unweigerlich als Antwort kommt:
»Aber du könntest sie ja reiten, das würde doch mehr Spaß machen.«
Gut, das sind dann Momente, in denen ich mich frage, ob ich kantonesisch rückwärts rede?

Ähnlich ist es, wenn ich mit Herrn Pony spazieren gehe. Auch dann dauert es nicht lange, bis ich angesprochen werde:
»Aber reiten kann man den ja nicht oder?«
»Nein sorry, ich bin zu groß und zu fett für ein Minishetty, aber kleine Kinder von Freunden trägt er wirklich gerne.«
»Aber die sind nicht oft da, oder? Was machen sie denn sonst mit dem?« Das sind die Momente, in denen ich auf den Strick in meiner Hand schaue, dann auf das Pony und dann wieder auf mein Gegenüber. Wie gerne würde ich in solchen Momenten antworten: »Also eigentlich ist das ein Drogenschnüffelpony und es hat bei ihnen Alarm geschlagen.«
Aber ich reiße mich zusammen! Ich entgegne nett und höflich: »Spazieren gehen?!« Wohl wissend, das die Antwort ›Bodenarbeit‹ meinen Gesprächspartner wohl vollends überfordern würde. Denn meist ernte ich schon bei dieser Antwort ein unverständliches Kopfschütteln, mit einem entgeisterten: »Wie spazieren gehen,  aber das ist doch ein Pony.«
… Schnellmerker, der er doch ist …
»Ja und wir gehen gerne zusammen spazieren. Sie sind mit ihrem Hund ja auch unterwegs.«
Und wieder werde ich angeschaut, als leide ich an der Porzellankrankheit. (Nicht mehr alle Tassen im Schrank)
»Das ist doch etwas völlig anderes, das ist ja ein Hund!«
Ich erspare mir jeglichen Kommentar zu Waldi von Wuschelpuschel, welcher so fett ist, dass er höchstens einen Regenwurm erbeuten könnte. Zumindest wenn er sich auf ihn drauffallen lässt. Einen Jagdhund würde er wohl nicht abgeben. Einen Hütehund ebenso wenig, denn Herr Pony war ihm eindeutig derart suspekt, dass er seinem Besitzer während unserer Unterhaltung immer weiter ins Hosenbein rein kroch.
Vielleicht ist er ja ein Wachhund? Hmm wenn, bewacht er wohl eher den Kühschrank.
Aber was grüble ich, ein Tier muss ja keinen dienlichen Zweck haben. Na ja, zumindest für mich nicht.
Doch während ich vor mich hin sinniere, redet mein Gegenüber munter weiter:
»Aber die großen Pferde, die reiten sie doch oder?«
Hier kann ich wenigstens zustimmend nicken und bete leise, das mein Gesprächspartner nun Frieden gibt. Doch die Hoffnung ist trügerisch.
»Aber das sehe ich ja nie!«
Ich zucke kurz zusammen, atme tief ein und aus und frage mich, zu welchen Zeiten er mich wohl beobachtet? Er wird doch wohl kein heimlicher Spanner sein? Oder gehört er zu den Menschen wie meine Nachbarin, die morgens um 5 Uhr die Falschparker aufschreibt? Oder aber aus Langeweile das Laub mit der Hand vom Baum pflückt wenn der Herbst näher rückt?
Ich schiebe meine kleine paranoide Ader beiseite und antworte wieder taktvoll: »Gut, das mag daran liegen, dass ich meist früh morgens oder spät abends reite, wenn Bremsen und Mücken nicht so sehr beißen.«
Und obwohl ich mich nicht rechtfertigen möchte, hole ich kurz Luft und setze nach:
»Dazu kommt, dass mein Mann pflegebedürftig ist. Da bleibt neben der Versorgung eben nicht mehr so viel Zeit wie früher zum Reiten. Die meiste Zeit verbringe ich dadurch mit der Versorgung der Bande.
Ich umklammere den Strick fester, denn ich kann förmlich fühlen, was nun auf mich zukommt und dann höre ich auch schon die Worte:
»Ja, aber dann könnte ich sie doch in einen Reitstall stellen, dann sind sie versorgt und ich könnte reiten.«
Schon stehe ich wieder da und versucht zu erklären, warum ich den Offenstall gewählt habe. Warum man die ganze Arbeit 2x täglich auf sich nimmt. Das man für die optimale Haltung der Pferde gerne zurücksteckt und das Reiten irgendwann einfach nicht mehr das Wichtigste ist. Spätestens dann kommt dann der Satz der Sätze:
»Und dafür geben sie so viel Geld aus? Reiten nicht mal, sonder machen die Arbeit eines Pferdepflegers? Das könnten sie doch auch gegen Bezahlung, gleich als Beruf machen.«
Wie kann ich meinem Gegenüber vermitteln wie wundervoll und innig eine Beziehung zu seinen eigenen Pferden sein kann?
Das sie nicht von Reiten geprägt sein muss, sondern von einem Miteinander?
Das Glücksgefühl, wenn man frühmorgens auf die Weide geht und die Bande dort liegt und schläft. Wenn man sich dann einfach dazu legt, sich ans Pferd kuschelt  und für diese kurze Auszeit die Welt still steht?
Nein, in Worte kann ich das in diesem Moment nicht fassen. Ich versuche es, aber scheitere kläglich. Zu sehr ist das Reiten als reiner Nutzen eines Pferdes in den Köpfen der Menschen verankert. Verwirrte Blicke und betretenes Schweigen folgen. Irgendwann verabschiedet man sich höflich. Und während wir unserer Wege ziehen, denkt wohl jeder von seinem Gegenüber, das er sicher nicht mehr alle Murmeln im Glas hat. Dabei gibt es doch genug Gründe warum man seine Pferde nicht reitet:

  • Das Pferd ist zu jung.
  • Die Ausbildung lässt noch keinen Reiter zu.
  • Das Pferd ist krank.
  • Das Pferd ist unreitbar wegen Alter/Körperbau/Psyche.
  • Es müssen erst Muskeln aufgebaut werden, um den Reiter vernünftig zu tragen.
  • Es steht kein geeigneter Übungsplatz zur Verfügung.
  • Man hat  keine Zeit.
  • Man hat keine Lust bzw. arbeitet lieber vom Boden aus.
  • Man ist als Reiter selber gehandicapt, aufgrund Gesundheit oder Gewicht.

usw.

Es gibt so viele Gründe nicht zu reiten und sich dennoch mit seinen Pferden zu beschäftigen. Ich gebe gerne zu, dass ich das Reiten liebe. Ich liebe es jedoch auch, meine Pferde zu versorgen. Ihnen eine optimale Haltung zu ermöglichen, welche mir eine Menge Arbeit beschert. Und so ziehe ich in meiner wenigen Freizeit Zäune, schneide Weiden frei, bastel an Stall und Co., statt täglich auf den Pferden zu sitzen.
Sicher zieht das auch unter Reitern oft verwunderte Blicke auf sich. Dabei sollte es mich eigentlich nicht überraschen, selbst unter Pferdebesitzern ist es viel zu oft noch gang und gäbe, das manche einen Nutzen von ihrem Pferd haben wollen. Sei es für den Sport oder die Schau, aber auch schlichtweg zum Reiten.
Wie oft werden Pferde abgegeben weil sie alt oder unreitbar wurden?
Wenn sie nicht mehr die Leistung von früher erbringen können?
Die Anzeigen sind voll von älteren Pferden, die ab etwa 18-20 ein vermeintliches Haltbarkeitsdatum überschritten haben. Ein Alter, in welchem eben auch mal Zipperlein auftauchen und die Leistung manchmal etwas nachlässt. Dabei verlieren doch auch alte oder unreitbare Pferde nichts von ihrem Charme, Liebreiz und der Zuneigung, die man sich entgegenbringt.
Nun meine Tiere – egal ob Pferd, Katze oder Kaninchen – sind Familienmitglieder. Sie alle werden in die Familie integriert und verbleiben dort bis zu ihrem Tod.
Einen Nutzen müssen sie nicht erbringen. Die Pferde habe ich nicht zum Reiten, die Katze muss keine Mäuse fangen und nein, meine Kaninchen landen nicht im Kochtopf.
Wir leben miteinander, zusammen als Familie.
Und wenn ich dann eben mehr Pferdepfleger als Reiter bin, dann ist die Zeit bei meinen Pferden für mich trotzdem sinnvoll genutzt.
Sicher wirft das manchmal Fragen auf und nicht allen kann ich gerecht werden, noch kann alle überzeugen. Aber das muss ich ja auch nicht, denn so macht es MICH glücklich und ich bin trotz alledem niemandem Rechenschaft schuldig.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

 

Sicher ist sicher!

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?
Nachdem ich letzte Woche meine Oompa Loompa Julia, und ihre reizende mini Loompa, mit meinen Pferden bespaßt und mit Kuchen abgefüttert habe, geht es nun weiter wie gewohnt.

Heute widmen wir uns dem Thema ›Sicherheit am Stall‹ und damit meine ich nicht Kappe und Schutzweste für den Reiter, sondern alles, was unsere Pferde vor Fremdeinflüssen schützt.

Sicher hat der eine oder andere von euch schon diese Schreckensmeldungen gelesen:

  • Pferde, die von der Weide frei gelassen wurden.
  • Pferde, die verletzt wurden.
  • Pferde, an denen sich sexuell vergangen wurde.
  • Pferde, die einfach geritten wurden.

usw.

Einige von euch werden, wie ich, solche Dinge sogar schon erlebt haben.
Und dann ist sie da, die Angst, die leise in einem hochkriecht, auf die Schulter klopft und zuflüstert: ›Naaa wären sie in einer Box nicht sicherer?‹
Insgeheim möchte man da am liebsten nicken und sein Pferd unter eine Glasglocke setzen. Rundherum wünscht man sich einen Wassergraben mit Krokodilen, samt einem Nato-Draht inklusive Selbstschussanlage. Nur leider ist dies weder erlaubt noch sinnvoll.
Aber was kann man denn sonst machen?
Wichtig ist erst einmal, seine eigene Angst im Zaum zu halten. Ist bislang nichts vorgefallen, sollte man nicht bei jedem Zeitungs- oder Internetartikel in Panik ausbrechen. Auch wenn es schwerfällt, Panik und Angst, sind in den seltensten Fällen gute Ratgeber.
Hilfreich ist es allerdings, wenn man Stall und Weiden sicherheitsmäßig ein wenig aufrüstet. Natürlich ist ein stabiler Holz- oder Metallzaun eine gute Option. Leider darf man diese nicht überall aufstellen. Oft muss man sich mit stromführenden Litzen, Seilen und Bändern behelfen, welche manchmal Kinder wie dumme Menschen mitunter einzuladen scheinen. Dennoch kann man auch diese Weiden sicherer machen.

Möglichkeiten dazu sind:

 

Der Strom muss fließen!

Solange Strom auf einem Zaun ist, fasst man diesen weder freiwillig an, noch klettert man gerne hindurch.
Sinnvoll ist es, bei Stromzäunen nicht nur 2 Reihen, sondern gleich mehrere Reihen zu spannen. Denn auch wenn für unsere brave Rosinante nur ein Stromband reichen würde – mehrere Litzen verhindern ein durchklettern unbefugter Personen durch den Zaun. Denn wer einmal gut gegrillt wurde, fasst den Draht kein zweites Mal an.
Damit das Stromgerät aber weder ausgeschaltet, noch geklaut wird, empfehlen sich Geräteboxen aus Metall. Diese verschließen nicht nur das Stromgerät vor unbefugten Zugriff, sondern sind mit einem langen Stab oder einem Schloss an Zaun und Weide zu befestigen, um Diebstahl zu verhindern.

Eine kleine Auswahl findet ihr hier.

Familienschlösser für alle

Eigentlich sollte auf jeder Weide jedes Tor verschlossen sein. In der Praxis sieht es aber meist so aus, dass meist gleich 3 oder 4 Weiden, mit einem Tor haben, die wir dann abschließen müssten. Und nicht nur wir benötigen dann für jedes Tor einen Schlüssel, sondern auch alle Miteinstaller, Pflegemädels, Reitbeteiligungen, oder wer auch immer Zutritt zu den Weiden haben darf und soll.
Natürlich könnte man mit Zahlenkombinationsschlössern arbeiten. Aber wie schnell hat die Freundin des Pflegemädels einen Blick auf die Kombination geworfen, nur um dann später einen Alleingang zu starten? Oder die schusselige Reitbeteiligung welche ständig den Zahlencode vergisst?

Eine gute Lösung sind in so einem Fall ›Familienschlösser‹. Eigentlich sind es Fahradschlösser für vier Familienfahräder, bei denen überall der gleiche Schlüssel passt. Praktisch bei Familien, bei denen die Kinder gerne einmal die Schlüssel verlieren oder mehrere Fahrräder mit einem Schloss festgemacht werden.
Für uns Pferdehalter aber umso sinnvoller, denn so ein Set bietet vier Schlösser, welche alle mit dem gleichen Schlüssel zu öffnen sind. Möchte ich also von einer Weide zur anderen, brauche ich immer nur den einen Schlüssel. Und dankenswerterweise sind gleich acht Schlüssel bei dem Set dabei, die man dann an alle Personen verteilen kann, welche Zutritt haben dürfen. So kann man nicht nur leichter Weiden und Tore sichern, sondern hat nur einen Schlüssel für alle Tore, und das in mehrfacher Ausführung.

 

Isolatorengriffe sichern

Manchmal besitzt man keine Tore aus Holz oder Metall, sondern nutzt die Litze mit Isolatorengriffen. Für uns sind sie recht praktisch in der Handhabung, kann man sie öffnen und schliessen, ohne vom Strom gebrutzelt zu werden.
Kindern oder gruseligen Menschen wollen wir aber den Zutritt zu unseren Weiden nicht so leicht gestalten, diese wollen wir ja von unseren Pferden fernhalten. Damit diese unsere Griffe nicht so einfach öffnen können, sollten wir auch diese mit einem Schloss sichern.

Eine Möglichkeit dazu ist die Isolatorengriffe via Kette und Schloss am Zaun zu befestigen.
Dazu benötigt man Griffe mit einer geschlossenen Öse und Zaunhalter die ebenso eine geschlossene Öse zur Befestigung oder sogar einer eng geschlossenen Öse bieten.
Nun nimmt man eine lange dünne Metallkette, diese fädelt man durch die hintere Öse an jedem Metallgriff, und dann in einem Bogen durch jede Öse am Zaun. Dann verschließt man diese mit einem kleinen Schloss.
So kann niemand die Griffe öffnen da sie durch Kette und Schloss gesichert sind, und wir selber öffnen sie erst wenn wir den Strom (im gesicherten Kasten) abgeschaltet haben. Vielleicht etwas umständlich aber so sichern wir Zugänge vor unbefugten Besuchern, welche ohne Tor auskommen müssen.

 

Wildkameras

Mal im Ernst, wer kennt es nicht: Das Gefühl, dass jemand bei den Pferden war?
Eine verstellte Mistgabel, ein Halfter, das plötzlich fehlt oder Pferde, die ohne offensichtlichen Grund unruhig wirken?
Da wir nicht rund um die Uhr bei den Pferden sein können, ist eine Videoüberwachung eine gute Idee.
Anfangen kann man mit Wildkameras welche auf einem Chip Bilder aufzeichnen.
Das kann man steigern, bis zu Kameras, welche eine Live Übertragung aufs Handy bieten.

Hat man keinen Strom am Stall, muss man trotzdem nicht auf eine Live Überwachung verzichten. Wie so etwas -nicht ganz kostengünstig- funktioniert erklärt der liebe Pferde-Hoschi in seinem Video wunderbar:

Wachende Tiere

In Internetforen und Gruppen wird immer wieder gerne zu Wachhunden, Eseln, Lamas und Gänsen als Schutz geraten. Sicher ist ein wachender Hund eine gute Alarmanlage und Abschreckung, ebenso Gänse, welche einen enormen Krach veranstalten können. Dennoch finde ich diese Tipps ein wenig fragwürdig. Schließlich sollte ein weiteres Tier, egal ob Pferd, Hund oder Gans doch ein Familienmitglied sein und nicht als Alarmanlage angeschafft und gehalten werden. Denn alle Tiere haben doch das Bedürfnis nach einer guten Haltung und liebevollen Versorgung. So braucht ein Wachhund nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch ausreichend Beschäftigung neben seinem ›Pferdejob‹.
Ebenfalls kann man nicht wahllos Gänse kaufen und auf die Weide setzen. Je nach Gebiet kann, das Lied ›Fuchs, du hast die Gans gestohlen‹ sonst ganz schnell zu einem Life-Event werden.
Nein, wenn man sich für eine ›lebende Alarmanlage‹ entscheidet, dann sollte das gut überlegt sein.

 

Spaziergänger, Nachbarn und Hundemenschen

An unseren Weiden kommen oft viele Menschen vorbei. Manche können wir gut leiden, andere ignorieren wir, wieder andere wünschen wir auf den Mond. Dennoch sind es Spaziergänger, Hundemenschen, spielende Kinder oder wachsame Rentner, welche oft mehr über unsere Pferde wissen als wir glauben. Es sind die Menschen die meist genau dann bei unseren Pferden vorbei sehen, wenn wir nicht anwesend sind.

Und genau jene sollten wir für uns gewinnen. Ein freundliches Gespräch, ein nettes Wort, immer einen Gruß und ein Lächeln auf den Lippen, erleichtern den Einstieg zu einem Gespräch.
Fühlen sich die Zaungäste dann in unserer Gesellschaft wohl, achten sie auch häufig gerne mit auf die Pferde. So wird Fremden dann das Füttern verboten, Kinder verscheucht, welche unbefugt zu den Pferden wollen und von seltsamen Autos mit Kennzeichen notiert oder fotografiert. Gerade alte Omas können da sehr wachsam sein, wenn sie sich einmal zu dieser Aufgabe berufen fühlen.
Auch ein guter Kontakt zu den ansässigen Jägern und Weidenachbarn ist Gold wert. Ebenso die Hundemenschen, welche oft zu nachtschlafenden Zeiten oder spätabends unterwegs sind.

Denn alle Personen, die ein Auge auf unsere Pferde haben, sollten uns willkommen sein.

 

Hinweisschilder

Natürlich pflastern wir Stall und Weide mit Hinweisschildern. ›Achtung E-Zaun‹ oder ›Nicht füttern!‹ sind wohl die Standartschilder, die jeder bei sich hängen hat. Wichtig ist aber auch ein ›Achtung Videoüberwachung‹-Schild. Selbst ohne Kamera oder nur mit einer Attrappe schreckt man so schon manche Idioten ab.

 

Sichere Aufbewahrung von Halfter/Futter

Auch wenn wir es uns nicht wünschen, manchmal betreten dennoch unbefugte Personen unsere Stallungen. Oft sind es Kinder, die nichts Böses im Sinn haben, aber dennoch großen Schaden anrichten. So kann eine offene Futtertonne zur eimerweisen Gabe von Hafer verlocken. Ein Halfter oder gar Sattel und Trense zu Reitversuchen einladen.
Wichtig ist es daher diese Sachen niemals offen zu lagern. Eine abschließbare Sattelkammer ist schon mal eine gute Idee. Aber auch abschließbare Futtertonnen und Sattelschränke aus Metall sind überaus hilfreich. Sattelhalter kann man z.B. extra mit einem Diebstahlschutz ausstatten.
Auch an Weiden kann man Gartenmöbelboxen oder Mülleimeboxen zum Abschließen nutzen. Diese werden oft aus Plastik hergestellt und sind somit auch unempfindlich gegenüber den Jahreszeiten. Natürlich würde ich darin weder einen Sattel noch eine teure Deckenkollektion lagern. Aber Halfter, Putzzeug und Pflegemittel können so sicher abgeschlossen an der Weide aufbewahrt werden.

 

Box oder Offenstall / Weide?

Immer wieder liest man von Übergriffen auf Pferde, egal welcher Art. Und oft packt einen dann die Angst: ›Sind sie im Offenstall wirklich sicher? Oder wäre eine Box auf einem überwachten Hof nicht besser?‹
Und schon nagen die Zweifel an einem.
Nun, ich habe mir vor vielen Jahren sehr intensiv darüber Gedanken machen müssen, aufgrund von Übergriffen auf meine Pferde. Die Angst saß tief und meine Offenstall Überzeugung bröckelte kurz. Kurz darauf, nicht weit von mir, gab es auch Übergriffe in einem Reitstall. Dort ging der Täter in die Box und die Pferde waren mit dem Peiniger gefangen und hatten keine Möglichkeit zu entkommen.
Dieses Beispiel zeigte mir, dass zwar die Offenstallhaltung vielleicht mehr Idioten einlädt, aber den Pferden auch die Möglichkeit gibt einem möglichen Peiniger auszuweichen, statt in einer Box gefangen zu sein. Deswegen verzichte ich auch auf Halfter, denn ich möchte meinen Pferden alle Fluchtmöglichkeit lassen.

 

Kontrollgänge und verschiedene Zeiten

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und nicht nur die eigenen kleinen Zwangshandlungen, sondern auch das tägliche Umfeld bestimmt unseren Zeitplan. So diktieren Haushalt und Familie, wie auch Job und Termine unsere Versorgungszeiten. Und oft sind diese sehr gleichbleibend.
Hier empfiehlt es sich, wenn möglich, auch einmal zu unterschiedlichen Zeiten bei den Pferden aufzutauchen. Zwischen Terminen, nach dem Einkaufen oder vor einem Restaurantbesuch. Besucht man seine Pferde außerhalb der gewohnten Zeiten, lernt man oft neue, nette Menschen kennen, schreckt aber ebenso dumme Menschen ab, die sich bis dato unbeobachtet glaubten. Von daher, ein unverhoffter Besuch ab und an kann ganz neue Einblicke bringen.

 

Augen und Ohren auf

Ich bin ja manchmal ein wenig paranoid. So kontrolliere ich x-mal ob alle Schlösser und Tore geschlossen sind. Oder ob die Autotüre zu und der Herd ausgeschaltet ist.
Okay, einige von euch werden nun mit dem Kopf nicken, und so fühle ich mich nicht ganz allein als Psychobob. Aber wenn fremde Menschen an meinem Stall auftauchen, dann suche ich das Gespräch. Oft sind es harmlose Besucher welche sich an den Pferden erfreuen. Manchmal sind es auch Touristen welche sich auf der Suche nach einem Weg zur Mosel verlaufen haben. Kinder sind auch oft dabei welche gerne reiten möchten, was ich aber erklärend verneine. Und dann gibt es da noch die Sorte welche langsam mit dem Auto ranfahren, mich sehen und dann ganz schnell verschwinden. Gut, in den meisten Fällen war dann die amtliche Dorf-Bordsteinschwalbe auf dem Beifahrersitz beschäftigt. Dennoch bin ich bei fremden Autos vorsichtig und scheue auch nicht davor mir das Nummernschild zu notieren. Denn sollte mal ein Pferd verletzt oder gestohlen werden, beißt man sich hinterher in den Poppes, wenn am Vortag ein verdächtiges Auto am Stall herumschlich.

Von daher scheut euch nicht, Fragen zu stellen. Das kann man ja freundlich gestalten. Und wer weiss vielleicht entwickeln sich aus solchen Gesprächen neue ›Wächter‹ für eure Pferde, frei dem Motto:

Ausflugsziel Offenstall

Denn manchmal trifft man auch unverhofft auf wirklich nette und besorgte Menschen.

In diesem Sinne, passt auf eure Lieben auf!
Flauschige Grüße
Celeste

 

Paddockplatten im Verlegetest

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder und wie versprochen widmen wir uns heute einem Verlegegstest für Paddockplatten.

Getestet wurden die »Ridcon Pro Grid 40«-Paddockplatten Einmal mit Aufbau, einmal ohne und einmal mit einer Vlies/Sand-Kombination. Diese Bodenbefestigungen wurden über Herbst/Winter/Frühling getestet und das natürlich auch bei Frost und reichlich Regen. Meine Pferde haben sich freundlicherweise als Testobjekte zur Verfügung gestellt und wurden für die Mitarbeit entsprechend in Möhren entlohnt.

Aber fangen wir einfach einmal an:


Ridcon Pro Grid 40
mit Aufbau

Bei den Paddockplatten war ein Abtragen des Bodens nicht nötig. Hier konnte auf einem begradigten Boden ein Aufbau gestaltet werden mit:

  • Vlies 
  • 15 cm Kies
  • 5 cm feiner Schotter zum Ausgleichen
  • Paddockplatten
  • Sand zum Verfüllen der Paddockplatten.

Eine gute Hilfe bei der Planung war nicht nur die wirklich freundliche und kompetente Beratung des Ridcon-Teams, nein, auf der Ridcon Homepage findet man wirklich gute Tipps wie beispielsweise einen Materialplan für die verschiedenen Aufbauten. So kann man sich wirklich gut orientieren, welches Material und welche Mengen benötigt werden.

Der Aufbau war schon eine enorme Arbeit, da ich alles ohne schwere Geräte verarbeitet habe, dennoch war es allein als Frau durchaus möglich. Die Handhabung der Paddockplatten dagegen war ein Kinderspiel. Sie waren leicht an Gewicht, einfach zu transportieren und auch die Verlegung ging schnell von der Hand.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung vom Paddockbau inklusive vieler Bilder findet ihr hier:

Wie man einen Paddock befestigt

Im Praxistest kann ich einfach nur sagen: Diese Bodenbefestigung ist ein Traum.

Nicht nur dass sie problemlos den beladenen Treckeranhänger ausgehalten haben, auch den stetigen Buddelspielen meines Haflingers halten sie stand. Nichts verschiebt sich, nichts verrutscht, nichts bricht aus. Die Ränder welche ich als bewussten Test nicht befestigt habe halten alle problemlos, obwohl sie täglich belastet werden.

Das Wasser fließt selbst nach Tagen und Wochen voller Dauerregen einfach ab und keine einzige Pfütze ist zu sehen. Das Matsch auf dem befestigten Bereich ein Fremdwort geworden ist muss ich sicher nicht extra erwähnen.

Mein Fazit:
Die Bodenbefestigung Aufbau/Paddockplatten ist deutlich besser geworden, als ich gehofft oder gar erträumt habe. Ich kann den Unterschied zu vorher fast nicht in Worte fassen, aber vielleicht überzeugt euch dieses:
Es ist mein erster Winter, in dem ich durchgehend Turnschuhe statt Gummistiefel am Stall trage.

Natürlich ist diese Befestigungsart mit etwas Aufwand verbunden und sicher nicht ganz so kostengünstig. Dennoch ist sie jeden Cent und jeden Tropfen Arbeitsschweiß wert.

Ich kann sie nur empfehlen und vergebe 6 von 6 Flauschepunkten.


Ridcon pro Grid 40 ohne Unterbau/Aufbau

Da ich von Natur aus neugierig bin, wollte ich auf einer Testfläche die Paddockplatten ohne Bodenaufbau ausprobieren. Als Testfläche wurde der Bereich vor einem Heunetzständer ausgesucht welcher gerne genutzt, und der Boden deswegen natürlich entsprechend belastet wird. Eine Seite wurde mit Vlies/Platten befestigt, die andere Seite nicht. So konnte ich die optimalen Testbedingungen für einen Vergleich nach Dauerregen schaffen. Dazu habe ich den Boden begradigt, Vlies ausgelegt und darauf die Platten verlegt. Diese habe ich dann mit Sand verfüllt, aber ohne extra Tretschicht.

Die Pferde haben den Heunetzständer täglich genutzt. Da der Testbereich kleiner war als der normale Auslauf, wurden die frei stehenden Plattenränder jedesmal einer Härteprobe unterzogen, wenn die Pferde zur Raufe wollten. Zartfühlend waren meine Pferde dabei nicht wirklich, dennoch ist:

  • nichts verrutscht
  • nichts verzogen
  • keine Platte ausgebrochen

und vor allen Dingen ist kein Matsch hochgekommen. Durch die höher liegenden Platten mit einem leichten Gefälle floss das Regenwasser ab und der Bereich blieb nahezu trocken. Allerdings konnte das Wasser ja nicht wie in der oben genannten Befestigungsmethode in einen »Kies-Puffer« abfließen und landete somit auf dem unbefestigten Bereich.

Hier muss man sich darüber klar sein das der umliegende Bereich ohne Platten dann ein grösseres Kontingent an Wasser auffangen muss, was diesen Bereich dann mitunter noch matschiger werden lässt.

Mein Fazit:
Um einen kleinen Bereich extra zu befestigen, kann die Verarbeitung ohne Unterbau/Aufbau eine einfache Lösung sein. Allerdings muss immer bedacht werden das die Wassermassen irgendwohin müssen. Von daher eignet sich diese Methode eher für kleinere Flächen, zum Beispiel vor Raufen oder bei großen Flächen auf Böden, die nicht lehmhaltig, sondern wasserdurchlässig sind.

Auch wenn sie das Wasser nicht so perfekt ableiten wie die Variante oben, so war ich von dem Ergebnis wirklich sehr überrascht. Während die unbefestigte Seite des Heunetzständers  matschig und nass blieb, war die befestigte Seite relativ trocken und mit Turnschuhen begehbar. Auch die Haltbarkeit der Platten ohne extra Tretschicht hat mich mehr als überzeugt.

Von daher vergebe ich 5 von 6 Flauschepunkte und auch nur deswegen mit einem Punkt Abzug, weil die Verlegevariante mit Kiesaufbau nicht zu toppen ist.


Ridcon pro Grid 40 mit Vlies/Sand

Hier wurde auf einem Testweg die Fläche begradigt, Vlies ausgelegt und etwa 10 cm Sand aufgefüllt. Die Verlegung selber ging einfach und zügig. In der Handhabung zeigten sich allerdings schnell die ersten Schwachstellen. Entgegen der Teststrecken mit den Paddockplatten, welche keine Randbefestigung benötigten, sollte bei der Vlies/Sand-Kombination dringend eine Randbefestigung angebracht werden. Ansonsten trägt sich der lose Sand mit jedem Pferdehuf von dem befestigten Bereich, auf die unbefestigten Weiden weiter. Auch merkt man einen Unterschied zu der Befestigung mit der Vlies/Sand-Kombination, statt der Platten, denn es fehlt eine feste Tretschicht. Nun fließt das Wasser zwar zum Teil in den Sand/Boden ab, aber verändert auch dessen Beschaffenheit. So wird dann der Boden unter dem Vlies matschig und weich. Durch das Vlies kommt der Matsch zwar nicht nach oben, aber es bilden sich kleine Unebenheiten im Boden. Zudem rutscht das Vlies an so manchen Stellen nach oben. An anderen Stellen bilden sich kleine Löcher, wenn der Boden wieder abtrocknet, in denen sich das Wasser dann noch besser sammeln kann.

Mein Fazit:
Auf großen Plätzen kann diese Variante durchaus funktionieren, aber Wunder der Wasserbewältigung sollte man nicht erwarten.
Ein Minuspunkt ist auch das Vlies, welches nach oben wandert. Liegt es nur überlappend statt vernäht können daraus böse Fallgruben für die Pferdebeine entstehen.
Ebenso kann es mit Pferden problematisch werden, welche das Buddelgen in sich tragen. Während die Damen Quarter und Herr Shetty das Vlies in Ruhe ließen, hätte ich bei Frau Mampflinger nicht garantieren können das diese es nicht ausgräbt, auseinanderzupft und sich ein paar Ohrenschützer daraus strickt.

Von daher vergebe ich 3 von 6 Flauschepunkten, mit dem Hinweis diese Methode nicht aus Kostenspargründen, sondern mit Bedacht zu wählen ist.

So meine Lieben, ich hoffe, der kleine Testbericht ist euch eine Hilfe für eure geplanten Auslaufprojekte. Weitere Bilder vom ›Making of‹ des Paddocks findet ihr hier in diesem Album.

 

Solltet ihr weitere Fragen haben, scheut euch nicht mich über Facebook zu kontaktieren: https://www.facebook.com/celeste.drake.books/

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

 

Paddockbefestigungen im Vergleich

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Erneut ist eine Woche vergangen und diese war bei mir vollgepackt mit Terminen. Und wenn der Kopf dann raucht und die Füße nur noch leise ›leg uns hoch‹ flehen, finden wir uns doch oft genug noch vor dem Computer, statt auf dem Sofa wieder. Natürlich weiß ich nicht wie es euch geht, aber ich liebe es zur Entspannung, in den verschiedensten Gruppen zu lesen. Und da der Winter langsam überstanden scheint, gibt es doch ein Thema das vielen Personen derzeit auf dem Herzen liegt: Paddockbefestigung.

Trotz dessen das der Winter dieses Jahr nicht so nass und sintflutartig war, wie die letzten Jahre zu vor, hat der Regen doch so einige Ausläufe an die Schmerzgrenzen getrieben. Auch wenn man eine wirklich große Winterweide bietet, spätestens wenn die Pferde diese nur noch mit Schwimmflossen und Schnorchel betreten wollen, weiß man das es Zeit ist diese wenigstens teilweise zu befestigen. Und schaut man auf die Bilder der Paddockbefestigungen in den verschiedenen Gruppen, dann denkt man sich: Was die anderen schaffen, muss ja bei mir auch gehen.
Meist wird dann die Frage aller Fragen gestellt: ›Wie befestigt man einen Paddock‹, dicht gefolgt von dem Nebensatz ›aber möglichst schnell, einfach und auf jeden Fall GÜNSTIG‹

Okay, ich bin die letzte Person, die etwas gegen Sparen hat, fröne ich ja neben meinen anderen Hobbys auch der Leidenschaft des Couponing. Aber einen Paddock schnell, einfach und vor allen Dingen günstig zu befestigen, das ist schon eine harte Aufgabe.

Denn auch wenn es durchaus die eine oder andere kostengünstige Möglichkeit gibt, so muss man erst einmal die wichtige Checkliste durcharbeiten um zu sehen, was überhaupt infrage kommt.

So muss man erst einmal überlegen:

Welcher Bodenbelag ist erlaubt?

Einfach den Wunschbelag auswählen und auslegen kann ohne Erlaubnis schwer in die Hose gehen. Einige Ämter sehen das mehr als eng, damit das umliegende Ökosystem nicht gestört wird. Hier ist also bei der zuständigen Gemeinde zu erfragen was erlaubt ist und unter welchen Bedingungen. Sonst kann es passieren das man nicht nur eine Strafe zahlen darf, sondern auch noch alles wieder zurück bauen muss. Je nach Bodenbelag mitunter eine Mammutaufgabe. Oft soll der Auslauf zum Beispiel vollständig rückbaubar sein, andere wollen möglicherweise keine Paddockplatten, weil sie schlichtweg nicht wissen, was das ist.
Hier ist es ratsam, mit Mustern bei dem zuständigen Mitarbeiter einen Termin vor Ort auszumachen. Erklärungen, Bilder, Anleitungen und Muster zum Anfassen helfen oft mehr, als einfache Erklärungsversuche via Mail und Telefon.

Habe ich Hilfe maschineller oder personeller Art?

Viele Befestigungsarten sind umso einfacher, wenn man auf große Maschinen zurückgreifen kann. Schlamm abschieben oder Boden ausheben geht mit der Schaufel nun mal deutlich langsamer als mit einem Bagger. Ein Trecker transportiert ebenso grössere Mengen Material als eine Schubkarre. Zudem macht ein Anhänger Transporte deutlich einfacher als ein Kleinwagen, dessen Kofferraum und zulässiges Gesamtgewicht man an die Schmerzgrenze treibt.
Natürlich kann man von Anhänger über Bagger bis zur Rüttelmaschine heutzutage alles anmieten. Aber gerade bei Bagger und Co brauchen solche Dinge sowohl einen geeigneten Führerschein, als auch Erfahrung im Umgang. Selbst wenn in uns vielleicht ein kleiner ›Bob der Baumeister‹ steckt, mit der Baggerschaufel wollen wir nun wirklich niemanden verletzen.
Wobei, … Wenn doch, ist zumindest das geeignete Werkzeug vor Ort, um die Leiche verschwinden zu lassen. Nun, ich denke ihr wisst, worauf ich hinaus will. 😉

Welche Helfer stehen mir zur Verfügung

Ein weiterer Punkt sind helfenden Hände, die einen bei einem solchen Projekt unterstützen. Denn wir kennen es eigentlich alle, es sagen X Leute zu das sie helfen wollen und im Zweifelsfall müssen sie genau dann, wenn der Sand geliefert wird, die kranke Tante besuchen, eine Männergrippe auskurieren oder in Guatemala Pinguine suchen.
Von daher sollte man den Umbau so planen das man ihn möglicherweise auch alleine, oder mit einer Fremdfirma bewerkstelligen kann.

Ist der zu befestigende Bereich an- bzw. befahrbar?

Hört sich nicht wichtig an, ist es aber. Denn je nach Bodenbelag oder Unterbau muss man mit Trecker und Anhänger arbeiten. Eine Rolle Kunstrasen schleppt man nicht à la Obelix seinen Hinkelstein. Und tonnenweise Sand fährt man zudem ungerne mit der Schubkarre von der Abladestelle bis zum Paddock.

Welche Materialanbieter habe ich überhaupt zur Verfügung?

Auch wenn Paddockplatten, Kunstrasen usw. von den Speditionen bis zur Haustüre geliefert werden, so sollte man sich für Kies, Sand, Splitt, Hackschnitzel etc. bei den Anbietern vor Ort beraten lassen.
Was bietet z. B. das nächste Kieswerk an? Welche Sorten Sand sind in großen Mengen vorrätig? Denn es nützt ja nichts, wenn der Wunschsand im nächsten Kieswerk nicht lieferbar ist, und der Baumarkt Unsummen verlangt.

Wie viel Wasser / Matsch muss bekämpft werden?

Oft werden Platten einfach in den Matsch verlegt, Hackschnitzel oder Sand auf den Paddock geworfen, und dann wundert man sich, dass alles innerhalb kürzester Zeit im Morast versinkt.

Denn eines ist gewiss, der Regen kommt jeden Herbst / Winter wieder und das Wasser muss irgendwohin. Ist der  Boden nicht wasserdurchlässig dann staut sich das Wasser auf dem Bodenbelag. Staut es sich zu sehr dann versinken selbst die teuersten Platten. Bei stark belastetem Boden ist ein guter Unter-/Aufbau also absolut sinnvoll, und mit einzuplanen.

Hat man diese kleine Checkliste nun auf dem Schirm, dann kann man sich den gängigen Bodenbefestigungen widmen. Da wäre zum Beispiel:

Holzhackschnitzel

Diese sind meist recht günstig und werden als schnelle Lösung angepriesen. Leider ist diese Problembehebung nicht von langer Dauer, sondern verschlimmert dieses mitunter. Denn Hackschnitzel sind ja nichts anderes als Holz, und dieses fault auf Dauer wenn es nass wird. Dazu vermischt es sich im Auslauf auch noch mit Äpfeln und Urin, was den Prozess beschleunigt. In der Handhabung nutzen die Pferde einen solch belegten Auslauf zwar gerne, aber ebenso gerne auch als Toilette. Die Hygiene im abäppeln ist bei Hackschnitzeln wirklich ein Geduldsspiel, ähnlich einem Glücksrad Contest in einer Buchstabensuppe.
Entscheidet man sich doch für diese Vorgehensweise, sollte man darauf achten, dass man keine kostengünstigen Baumschnittreste der Gemeinden kauft, da man nie weiß, welche giftigen Holzbestandteile darin verborgen sein können. Hier lohnt es sich also tiefer in die Tasche zu greifen, damit man ggfs. weiß, was die Pferde anknabbern. Ebenso sollten sie keine Rinde beinhalten, denn diese verrottet noch schneller.
Sinnvoll ist ebenso unter die Hackschnitzel wenigstens ein Vlies zu legen, damit sich der Erdboden nicht mit den Hackschnitzeln vermischen kann. Möchte man einen Wasserstau verhindern, kommt man auch bei dieser Lösung um einen vernünftigen Unterbau nicht herum.

Kunstrasen

Dieser wird in den Gruppen oft als günstige Variante angeboten. Je nach Anbieter sind die Preise für gebrauchten Kunstrasen wirklich nicht zu verachten. Manchmal bekommt man ihn günstig in gebrauchter Qualität, wenn zum Beispiel Fußballplätze, Spielplätze oder ähnliche Anlagen erneuert werden. Im Internet gibt es inzwischen die verschiedensten Anbieter die gebrauchten Kunstrasen zu recht günstigen Preisen verkaufen. Aber auch diese Verlegevariante hat so seine Tücken.
So muss man sich darüber klar sein, das so eine Rolle unheimlich schwer ist, und weder ohne Trecker transportiert, noch ordentlich verlegt werden kann. Gut es gibt vielleicht Powerfrauen, welche im Xena-Outfit, mit einem gewaltigen ›Eieieieiei‹ die Rollen dennoch per Hand anschieben. Aber mal ehrlich, schön ist eigentlich anders. Wenn man diese Rollen also kräftesparend und passgenau verlegen möchte, dann sollte ein Trecker schon behilflich sein.
Ebenso sollte man vor Kauf und Verlegung eines in Erfahrung bringen, und zwar die Entsorgungskosten. Denn dieser immergrüne Teppich wird irgendwann auch einmal ausgetauscht und entsorgt werden müssen. Und einfach liegen lassen mit einer ›nach mir die Sintflut‹-Einstellung, gilt nun mal nicht. Leider sind die Gebühren wie auch Zuordnungen von Gemeinde zu Gemeinde oft unterschiedlich. Das heißt, wenn man Pech hat wird der Kunstrasen mitunter als Sondermüll deklariert und entsprechend teuer abgerechnet. Von daher fragt man besser vorab nach, bevor man günstig kauft, und später sehr teuer entsorgen muss.

Schweinespalten

Diese sind auch ein neuer Trend der Paddockbefestigung. Oft werden die Schweinespalten gebraucht von den Bauernhöfen entsorgt und man kann sie sehr günstig ergattern. Allerdings gilt auch hier die Frage: Darf ich sie verlegen und wenn ja, habe ich das passende Werkzeug dafür?
Bei den Kunstrasenrollen konnte man ja im Doppelpack noch die She-Hulk raushängen lassen und sich durchkämpfen. Bei den Schweinespalten hat man ohne Trecker keine Chance diese zu verlegen.
Auch hier sollte ein vernünftiger Unterbau gegeben sein, ebenso Gefälle, damit das Wasser weg kann. Im Winter bei Eis und Schnee können die Spalten mitunter recht rutschig werden, hier kann man aber mit Gummimatten abhelfen.

Rasengittersteine / Waschbetonplatten

Diese bekommt man entweder im Bauhandel, in Gartencentern oder über Kleinanzeigen günstig bis geschenkt. Will man viel Geld sparen, und ist sich schwerer Arbeit bewusst, dann kann man damit einen Paddock günstig auslegen. Die Tücken liegen wie immer darin, dass diese Steine einen vernünftigen Unterbau brauchen, damit das Wasser weg kann, und die Steine später sauber verlegt werden können. Um ausbaggern, Vlies und Kies verlegen wird man also in den seltensten Fällen herumkommen. Natürlich gibt es auch da Spezialisten, welche die Steine gleich in den Matsch verlegen, hier möchte ich jedoch an die obige Checkliste verweisen:

  • Was darf ich befestigen?
  • Welche Wassermassen müssen weg?
  • Muss der Boden befahrbar sein?

Denn nichts ist lästiger, als wenn man erst nach dem Verlegen merkt, dass die Wassermassen nicht weichen, der Matsch durch die Steine quillt und man alles wieder neu verlegen darf.
Die Schwierigkeit bei den Steinen liegt eindeutig im Gewicht, ein Rasengitterstein kann locker 30 kg wiegen. Und diese transportieren und verlegen ist Schwerstarbeit. Entweder hat man dabei gute Hilfe, oder jede Menge Eis und Schokolade zur Motivation. Ein netter Masseur für die geschundenen Knochen kann nach der Verlegung auch nicht schaden. 😉

Vlies/Sand Kombinationen

Diese sind meist eine schnelle und günstige Lösung. Oft wird auf großer Fläche der Matsch abgeschoben, Vlies verlegt und dann mit Sand aufgefüllt. Dennoch hat auch dies kleine Stolperfallen, im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur das sich oft Pfützen bilden weil das Wasser keinen Puffer hat in den es abfließen kann. Nein, oft kommt das Vlies auch nach einiger Zeit nach oben gewandert. Dies kann man zum Teil unterbinden indem man die Ränder des Vlieses nicht nur überlappen lässt, sondern auch vernäht. Aber dies schützt nicht vor Pferden mit Buddelmotivation, welche den Paddock als Sandkasten nutzen und darin Bob der Baumeister spielen. Denn scharrende Pferdehufe lassen das beste Vlies irgendwann deutlich leiden, bis hin zur vollständigen Zerstörung. Und fehlt das Vlies als Trennschicht dann vermischen sich wieder Sand und Boden, und der Matsch ist schneller da als man glaubt.
Diese Befestigung kann auf großer, nicht all zu matschiger Fläche also nur funktionieren, wenn man keinen Goldgräber dabei hat.

Betonrecycling

Auch dies ist eine preisgünstige Variante, die im Netz immer mehr Anklang findet. Allerdings gilt auch hier die Erlaubnis der Gemeinde zu haben, denn eine Strafzahlung samt Rückbau macht selten wirklich Freude.
Betonrecycling gibt es bei verschiedenen Anbietern oft kostengünstig, allerdings muss bei der Verlegung darauf geachtet werden das der Unterbau Wasserdurchlässig ist. Hat man also reinen Lehmboden sollte dieser vorab abgetragen werden. Auch ein Kies/Schotterunterbau ist keine schlechte Idee. Auf keinen Fall sollte man auf das Vlies verzichten, dann das Recycling verlegen und ganz wichtig das Rütteln nicht vergessen!
An diesem Belag kann man viel Freude haben, allerdings ist mitunter ein hoher Hufabrieb gegeben. Dies sollte man bei empfindlichen Pferden vorab bedenken.

Paddockplatten

Jeder kennt sie, jeder liebt sie und wenn man auf die Preise schaut, dann fängt man an zu weinen. Dennoch haben Paddockplatten nicht umsonst den Platz 1 in der Verlegeszene. Sie bieten schließlich einige Vorteile gegenüber den anderen Methoden:

  • Paddockplatten haben ein geringes Gewicht, sie können in grossen Mengen getragen und verlegt werden.
  • Sie sind stapelbar und lassen sich auch im Auto transportieren.
  • Sie sind sehr leicht rückbaubar.
  • Selbst gebraucht haben sie einen hohen Wiederverkaufspreis.
  • Sie sind stark belastbar und befahrbar.
  • Sie werden oft leichter genehmigt, da sie rückbaubar sind.
  • Es lassen sich auch kleine Stellen befestigen, und nach und nach erweitern. Auch Wege kann man damit gut verlegen.

Hier hat man nun die Wahl Platten gleich in den Matsch zu verlegen, hierzu gibt es geeignete Platten verschiedenster Anbieter. Ebenso gibt es Platten, welche einen Minimalunterbau mit Vlies brauchen, oder aber welche die auf einen richtigen Unterbau nicht verzichten können. Welche Platten man wählt, hängt also – mal wieder – von der Bodenbeschaffenheit ab sowie der Verlegetechnik.
Ein Aufbau mit Vlies, Kies, Platten und Sand ist in den meisten Fällen die Ideallösung für viele Jahre voller Freude. Wie so etwas geht, zeigt euch diese Anleitung.
Wie ihr seht, gibt es eigentlich viele Lösungsmöglichkeiten für den ganz persönlichen, perfekten Paddock. Dennoch muss man sich eben nach den Ämtern, den örtlichen Begebenheiten und der eigenen Geldbörse richten, bevor man überhaupt zur Tat schreiten kann.
Für mich war die ideale Lösung das System mit den Paddockplatten. Im nächsten Sonntagsbeitrag werde ich euch dann von meiner Testphase berichten:

  • Platten mit Unterbau
  • Platten nur mit Vlies
  • Vlies nur mit Sand

und wie sich die einzelnen Bereiche über Herbst/Winter/Frühling geschlagen haben.

Bis nächste Woche, flauschige Grüße
Celeste

 

Wenn die Ferne ruft

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in dieser wirklich wundervoll sonnigen Woche? Dieses Wetter lädt ja angeblich zum Reisen ein und so habe auch ich einen kleinen Tagesausflug hinter mir. Nicht das ich Ausflüge wirklich mag, denn ich verlasse nur ungerne mein Heim und meine Tiere. Meist sind solche Touren ja auch mit langen Autofahrten verbunden. Und ich gebe gerne zu, dass ich zwar gut und sicher Auto fahre, aber fremde Strecken oder gar Autobahnfahrten tunlichst vermeide. Gut ich hatte Glück, bei unserem Kurzausflug übernahm ein Freund der Familie den Fahrdienst, mein Mann die Navigation und ich konnte mich mehr oder minder entspannt zurücklehnen und die Bordverpflegung übernehmen.
Von dieser Art zu reisen, lasse auch ich mich dann gerne überzeugen. 😉

Natürlich ist es bei den Pferden nicht anders, auch bei ihnen steht ab und an eine Reise an, so zum Beispiel:

  • zu einem neuen Besitzer
  • einem neuen Stall
  • Tierklinik
  • Urlaub mit Pferd
  • abgelegene Weiden
  • Tagesausflüge
  • Turniere/Schau
  • Lehrgänge

Usw.

Und vor so einer Reise sollte natürlich immer ein gutes Pferdeanhänger- und Transportertraining anstehen. Denn wir wissen zwar was es mit dem Reisegefährt auf sich hat, für Pferde sind Transporter und Anhänger aber gruselige Höhlen die sich bewegen und seltsame Geräusche von sich geben. Kein Wunder das die meisten Pferde nicht unbedingt wild darauf sind, diese zu betreten.
Von daher ist ein Anhängertraining ein Muss vor dem ersten Verladen. Hier kann man über die Bodenarbeit eine gute Vorarbeit leisten, und mit Rampen und Gassen als Training den späteren Einstieg deutlich erleichtern. Auch tägliche Fütterungen im Hänger können diesen deutlich attraktiver erscheinen lassen. Hier ist aber immer darauf zu achten, dass der Pferdehänger über ein Zugfahrzeug gesichert ist, damit dieser nicht wackeln/kippen kann.
Ist man sich selber im Training unsicher dann sollte man einen guten Bodenarbeitstrainer zu Rate ziehen. Sich helfen lassen ist keine Schande! Abzuraten ist von Ratschlägen mit diversen Longen, Gerten, treibenden Gassen oder Zwang. Denn nur weil man das Pferd in den Anhänger zwingt, bleibt es deswegen dort nicht automatisch friedlich. Und ein zerlegter Hänger, wie ein verletztes Pferd, sind nun wirklich nichts was man sich wünscht. Von daher übt bitte mit Zeit und Ruhe und notfalls einer Person vom Fach die euer Pferd langsam an diese Situation heranführt.
Von Beruhigungsmitteln rate ich ebenso ab, denn ein Pferd sollte Herr seiner Sinne sein, um sich entsprechend ausbalancieren zu können. Ein Pferd das zugedröhnt ist mag vielleicht rosa Flauschehasen sehen, aber steht in den Kurven nicht sicher auf den Beinen. Und ein umgekipptes, festgelegtes Pferd aus dem Anhänger zu befreien, ist ähnlich erstrebenswert wie eine Zahnwurzelbehandlung von der Fleischereifachverkäuferin. Von daher Finger weg von den Drogen, trainiert lieber vernünftig.

Nun ist es sinnvoll sich für ein Transportmittel zu entscheiden.
Hänger oder Transporter?

Anhänger sind meist deutlich einfacher zu bekommen als Transporter. Bei häufigen Fahrten lohnt sich natürlich der Kauf eines eigenen Anhängers. Fährt man nur seltener ist ein Mietanhänger eine gute Wahl. Viele Anhängerverleihe bieten inzwischen auch Pferdeanhänger an, welche man Tage- oder Wochenweise ausleihen kann. Bei wenigen Fahrten im Jahr ist das meist günstiger als Wartung, TÜV und Stellplatzkosten für einen eigenen Hänger.

Der Transporter hat gegenüber dem Pferdehänger allerdings deutliche Vorteile:

  • Es passen meist mehr als 2 Pferde rein.
  • Trennwände sind meist variabel und lassen sich auch zu kleinen Boxen umbauen. (Kranken/Fohlen/Ponyboxen)
  • Die Rampen sind breiter und meist mit Seitengattern versehen.
  • Die Pferde können zum Ausladen oft gewendet werden und müssen nicht rückwärts raus.
  • Man hat bei einem Unfall mehr Knautschzone.
    (Bei einem Auffahrunfall sitzt das Auto hinter einem gleich im Hänger)
  • Die Fahrt im Transporter ist schonender für die Beine und den Allgemeinzustand, da die Vibrationen während der Fahrt deutlich geringer sind als in einem Anhänger. Lange Fahrten sind somit weniger belastend, was gerade kranken, alten oder verletzten Pferden sehr zugute kommt.
  • Allerdings brauchen die meisten Transporter auch einen Fahrer mit einem entsprechenden Führerschein. Das heisst man kann zwar einen Pferdetransporter ausleihen, allerdings muss der Fahrer dieses Fahrzeug dann auch führen dürfen.

Aber muss man wirklich immer selber fahren?
Es gibt ja Menschen die sind begnadete Autofahrer. Es gibt auch Menschen, die sind begnadete Anhängerfahrer … Doch ich gehöre definitiv nicht dazu. Ich fahre gerne und sicher Auto, ich liebe meinen Puschel. Ja, mein Auto hat einen Namen und heißt deswegen Puschel, weil er hinten einen Puschel hat, eine Anhängerkupplung. Diese bleibt aber definitiv ungenutzt, denn auch wenn ich laut meinem Führerschein mit einem Anhänger fahren darf, so weiß ich doch ,wo meine Grenzen sind.
Es ist ja nicht nur die Fahrt alleine, sondern auch Engpässe oder rückwärts einparken mit Anhänger, was Schwierigkeiten bereiten kann. Und mit einem Pferd an Bord kann ein zu schnelles Bremsen, eine zackige Kurve oder eine zu schnell genommene Bodenschwelle den Spaß an der Fahrt schnell vermiesen.
Hängerfahren muss also wirklich geübt werden und Hängerfahren mit Pferd erst recht. Denn nur wenn wir es sicher, ruhig und vernünftig von A nach B bringen, wird es uns dann beim Ausstieg nicht den Fuckhuf zeigen, mit einem deutlichen ›da steig ich nie wieder ein‹ Gesicht.
Will man also selber fahren ist ein Anhängertraining sehr sinnvoll. Der ADAC bietet zum Beispiel verschiedene Kurse an, aber ebenso auch verschiedene Fahrschulen die den Bedarf an Anhängertraining erkannt haben.

Natürlich bieten auch Freunde und Verwandte oft ihre Dienste an. Mit den Worten ›das Geld kannst du dir sparen, wenn ich fahre‹ wollen sie einem eigentlich nur Gutes tun. Allerdings gibt es viele Autofahrer, die wirklich gut Anhänger fahren können und vielleicht sogar jeden Sommer mit dem Wohnwagen durch Europa zuckeln, aber mit einem lebenden Pferd im Gepäck überfordert sind. Ist der nette Helfer also noch nie zuvor ein Pferd gefahren sollte man dankend ablehnen. Ist er schon mit Pferde gefahren ist dennoch ein genauer Blick auf die Fahrweise angeraten. Ist dieser ruhig und besonnen dann kann man natürlich auf das Angebot zurückgreifen.

Will man nicht selber fahren, kann man natürlich ein Transportunternehmen beauftragen. Das bietet viele Vorteile denn Pferdespeditionen:

  • Arbeiten meist mit großen Transportern statt Hänger. (Vorteile siehe oben)
  • Sind meist während der gesamten Fahrt videoüberwacht.
  • Arbeiten meist mit einer Begleitperson.
  • Sind versiert im Umgang mit nervösen Pferden.
  • Sind versichert
  • Holen und bringen Pferde, ohne das man dabei sein muss.

Gerade bei großen Strecken lohnt sich oft ein Transporteur. Zum Beispiel wenn man ein Pferd kauft das viele 100te Kilometer weit entfernt steht. Man lässt es sich quasie liefern, statt selber die Strecke doppelt zu fahren. Zudem kann man die Zeit nutzen und Daheim die Box/Offenstall herrichten, statt selber vielleicht im Stau zu verweilen.

Ich nutze eigentlich immer Transporteure, es gibt da die verschiedensten Anbieter und ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Zudem ist so eine Fahrt für mich ziemlich nervenaufreibend, während es für die Speditionen ein Routine-Job ist. Sie sind erfahren, eine zweite Person hat über die Kamera ein Auge auf das Pferd und häufig bekommt man auch Zwischenmeldungen aufs Handy. Für mich eine wirklich gute Lösung, weiß ich meine Fahrkünste doch selbstkritisch einzuschätzen.

Nun, wenn man sich für ein Pferdetaxi entschieden hat, dann sollte man noch eines bedenken: die passende Reisekleidung.
Auch die erfahrensten Pferde sollten immer eine dem Wetter entsprechende Decke tragen. Entweder eine Abschwitzdecke oder wenigstens eine leichte Fliegendecke im Sommer. Denn Reisen ist oft aufregend und Pferde schwitzen schnell. Um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, ist eine leichte Decke mit Sicherheitsverschlüssen eine gute Wahl. Halfter und Strick muss ich sicher nicht extra erwähnen, denn ein Pferd sollte im Anhänger wie auch Transporter gesichert werden. Denn mag die Rosinante noch so brav und träge im Hänger sein, auch sie kann sich im Falle eines Unfalles erschrecken. Und wenn man dann ein unangebundenes Pferd Not ausladen muss, dann macht das ohne Halfter keine Freude.
Nicht zu vergessen sind passende Transport- oder Fesselkopfgamaschen. Auch ein wirklich Reise erfahrenes Pferd sollte diese aus Sicherheitsgründen tragen. Von einer Rampe kann man schnell abrutschen, und die Verletzungen davon können  ein Pferdebein ein Leben lang beeinträchtigen.
Von daher achtet bitte auf eine passende, gut sitzende und bequeme Reisekleidung. Zudem ist fehlende Reisekleidung doch eine hervorragende Begründung für den ein oder anderen Shoppingausflug. 😉

Ich selber nutze wie gesagt nur Speditionen oder befreundete Züchter für meine Transporte. Denn ich überlasse so etwas eindeutig lieber den Profis, lehne mich zurück und nutze die Zeit anderweitig, während meine Pferde gut versorgt sind.

So wünsche ich euch und euren Pferden viel Spaß auf euren Reisen. Kommt mir immer heil und gesund an euren Zielen an. Und wenn ihr euch selber nicht stressen wollt dann lasst euch fahren, denn ab und an ist ein Taxi wirklich erholsam.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Die kleine Raupe Nimmersatt

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nach einer kleinen Grippepause melde ich mich nun wieder zu Wort. Ich muss sagen, dieses Mal hat es mich wirklich übel erwischt. Hatte ich mich doch bei einem kleinen Bazillenmutterschiff angesteckt, welches den Virus wahrhaft bis zur Perfektion ausgebrütet hat. Also habe ich mich mit Medikamenten eingedeckt und mich dann die meiste Zeit im Bett verkrochen und dieses auch nur dann verlassen, wenn ich die Pferde versorgen musste. Denn seien wir ehrlich, so eine richtig fieser Grippalerinfekt braucht eben seine Zeit, wenn er sich einmal bei uns heimisch fühlt. Nun ich habe mich brav geschont und mich gezwungen meine Medikamente zu nehmen. Ebenso habe ich mich selber genötigt genug zu trinken. Denn auch wenn ich weder Durst noch Hunger hatte, so weiß ich doch, wie wichtig es ist, in solchen Fällen nicht auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Denn wenn es nach eben jenem gegangen wäre hätte ich dauerhaft nichts gegessen oder getrunken.
Aber wir Menschen sind ja nicht blöd, wir wissen das es eben nicht immer gut ist auf den eigenen Körper zu hören und all seinen Gelüsten nach zu gehen. Denn unser Körper weiß nicht immer, was er eigentlich gerade am nötigsten braucht oder was ihn gesund erhält.

Komischerweise erwarten wir das bei unseren Pferden genau anders herum. Denen dichten wir in mythischer Wildpferdmanier die absolute Weitsichtfähigkeit an, mit denen sie sich selbst schützen und versorgen sollen.
So gibt es zum Beispiel einen ganz neuen Trend in der Offenstallszene und zwar die Mineralfutterstationen. Dort werden für die Pferde frei verfügbar die verschiedensten konzentrierten Mineralstoffe in verschiedenen Trögen frei zur Verfügung angeboten. Der Hintergedanke dabei ist, dass sich die Pferde nur dann daran bedienen, wenn sie das Mineral gerade benötigen.
Okay, an für sich eine wirklich schöne Idee. Und sieht man diese Mineralfutterstationen auf den verschiedenen Bildern, hat man gleich den Eindruck, dass Tine Wittler ein ›schöner wohnen für Pferde‹ Komitee durch den Stall gejagt hat. Die Mineralfutterstationen machen auch designmäßig wirklich etwas her und gleichzeitig bekommt jeder Pferdebesitzer das Gefühl so eine Station ebenso anbieten zu müssen. Denn je länger wir die Bilder betrachten, umso mehr kommt das schlechte Gewissen in Form eines kleinen Teufelchens, das auf unserer Schulter sitzt und uns piesackt. Frei dem Motto:

  • Du bist keine gute Pferdemutti, wenn du so etwas nicht auch anbietest.
  • Du verwehrst deinen Pferden wichtige Mineralien.
  • Die sollen sich selber frei bedienen können, auch das ist Freiheit.
  • Die wissen selber ganz genau, was sie brauchen.

Und schon eifern viele Pferdemuttis diesem Trend nach, völlig arglos und unbedacht, denn sie wollen ja nur das Beste für ihre Lieblinge.
Aber Hand aufs Herz, ist so eine Station wirklich gesund für unsere Pferde?
In diesen Stationen werden verschiedene Mineralien frei angeboten. Das Pferd darf sich daran bedienen, wie es mag. Die Hoffnung ist ja das diese nur solche Mengen aufnehmen, wie sie auch wirklich benötigen. Aber eigentlich wissen wir doch, unsere Kackbratzen sind verfressene kleine Monster. So gibt es Pferde, die kennen selbst bei 24/7 Heu kein Ende und mutieren zur Kugel. Ebenso kenne ich kein Pferd, das bei Kraftfutter leise rülpst und sagt ›ich bin eh schon zu fett, lass mal stecken‹. Dazu gibt es Kandidaten die sogar bei wirklich furchtbar schmeckender Medizin einen Nachschlag wollen, oder Wurmkur freiwillig schlotzen als wäre es ein leckeres Dessert.
Und auch wenn die meisten Mineralfuttersorten bei weitem nicht so gut schmecken wie so manches Futter, gibt es doch Kandidaten, die einfach permanent daran rum schlecken. Und so nehmen einige Pferde aus Langeweile, Hunger, Futterneid oder einfach weil es angeboten wird, mehr an Mineralstoffen zu sich, als sie wirklich benötigen.
Und so wie wir keinen Mineralstoffmangel bei unseren Pferden haben wollen, ist eine Überversorgung ebenso ungesund.

Ich erinnere mich da an eine Geschichte aus meiner Kindheit: Da gab es einen Sommer, der war wirklich sehr heiss, als ich klein war. Irgendwann brachte meine Mutter einen ganzen Korb voller Zitronen mit nach Hause. Diese rochen wundervoll und ich machte mir einen Spaß daraus, diese mit etwas Zucker zu essen. Irgendwann warnte mich mein Vater, dass zu viele davon einen Vitamin-C-Schock auslösen können. Mein Onkel der zu Besuch war sah das aber gelassen, und meinte ›ach die nimmt nur so viel wie sie braucht und vertragen kann.‹
Ich denke ihr wisst, was nun kommt. Es dauerte nicht lange und mein Gesicht brannte wie die Hölle. Überall hatte ich Flecken und Ausschlag von dem Vitamin Überschuss. Ich habe Zitronen seitdem nie wieder einfach so gegessen, und schon gar nicht in solchen Mengen. Mir waren die Schmerzen eine Lehre, aber ein Pferd kennt solche Verknüpfungen natürlich nicht. Das versteht nicht das die Kolikschmerzen von der geplünderten Tonne Hafer kommen. Es weiß nur noch, das es wirklich verdammt lecker war.

Und dann gab es noch eine andere Sache, alle Vegetarierer mögen mir bitte verzeihen.
Als kleines Kind hatte ich eine seltsame Vorliebe, und zwar liebte ich rohes Fleisch. Man muss sich vorstellen das klein Celeste immer wieder Fleischstücke stibitzte, wenn Mutter Drake daheim kochte. Auch wenn es Ärger gab und ich wusste, dass ich das Fleisch nicht roh essen sollte. Ich liebte es und aß es mit Genuss, wenn ich etwas ergattern konnte.
Heute weiß ich, dass Salmonellen und Co. sicher kein Spaß sind, aber als Kind bin ich einfach, wie bei den Zitronen meinen Gelüsten gefolgt. Ich hatte keine Mängel die es auszugleichen galt. Nein, ich aß einfach, was mir schmeckte und worauf ich Lust hatte. Und ähnlich wie Bon Bons, Schokolade und Chips die dazu führten, dass ich mich auch das eine oder andere Mal überfraß, habe ich aus meinen Erfahrungen gelernt.

Bei den Pferden schaut es wieder anders aus, denn sie kennen solche Verknüpfungen aus Erfahrungen nicht. Die lieben zum Beispiel die ersten Tage auf der neuen Weide und würden uns mit einem gezeigten Fuckhuf am liebsten auf den Mond wünschen, wenn wir sie nach kurzen Anweidezeiten, wieder auf den Paddock schicken. Denn trotz aller Wildpferdinstinkte wissen sie eben nicht, was gut für sie ist und wo die Grenze ist.
Das Bauchgefühl ist also nicht immer der beste Berater, was Essen angeht.
Warum wollen wir dann unsere Pferde nach diesem wählen lassen?
Pferde, die quasi ja eh immer verhungern, zumindest glauben sie das ja.
So teilen wir das Heu ein damit sie lange und mehrfach davon essen können. Kraftfutter wie Zusätze werden sorgfältig ausgesucht. Und nicht zu vergessen die Anweidezeiten bei frischer Weide, damit wir Hufrehe und Koliken aus dem Weg gehen.
Warum legen wir dieselbe Sorgfalt nicht auch bei den Mineralien wieder an den Tag?
Denn auch wenn das ›schöner Wohnen‹-Mineralbarelement wirklich designmäßig etwas her macht, so riskieren wir mitunter eine Überversorgung. Und das nur, damit wir uns auf die Schulter klopfen können, weil es so chick ausschaut und wir glauben, etwas Gutes zu tun?
Ohne regelmäßiges Blutbild würde ich so eine freie Versorgung nicht anbieten wollen. Mir wäre das zu gefährlich. Denn wie die Raupe Nimmersatt habe ich kleine Fressmonster dabei. Die einfach wegen der angebotenen Gelegenheit, wie auch einer guten Portion Futterneid daran rum schlotzen würden. Und bei meinem Glück würde das mit Nierenschäden, statt einem wunderschönen Schmetterling, enden.

Ich kann daher nur raten, baut nicht alles wahllos nach, was im Internet so hübsch angepriesen wird. Überlegt euch gut, was ihr in solchen Stationen frei zur Verfügung stellen wollt. Und wenn ihr Mineralien frei anbietet, dann checkt ab und an die Blutwerte und vergesst bitte 24/7 Heu nicht.
Solltet ihr keine Mineralstation anbieten dann ist das nicht schlimm, man muss nicht jedem Trend nacheifern, nur um eine perfekte Pferdemutti zu sein.

Flauschige Grüße,
eine unperfekte Celeste

 

Immer langsam mit den jungen Pferden

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. So langsam wird das Wetter doch wirklich frühlingshaft, so taumeln wir zwischen frostigem Sonnenwetter oder warmen Frühlingsregen. Und wenn die Sonne sich einmal länger blicken lässt, nutzen wir das gleich um mit unseren Pferden, oder am Stall zu arbeiten. Und ihr kennt das sicher auch, wenn man bei der Stallarbeit ist, Zäune richtet oder bastelt und werkelt. Dann dauert es nur einen Kaninchenpubs, bis eine vorwitzige Pferdenase ganz genau unsere Arbeit überwachen will. Und da Pferdenasen bei solchen Arbeiten selten hilfreich sind, gibt es bei mir eine Standard Redewendung mit denen ich sie wegschicke: »Geht mal die Soldaten gucken.«
Sicher habt auch ihr nun einen leicht verwirrten Gesichtsausdruck, denn den hatte letztens auch ein Spaziergänger, als er meinen Anspruch an die Pferde hörte. Aber die Neugier siegte wohl, und er fragte mich, was diese bedeute.
Ich erklärte ihm, das mein Vater diese Redewendung selber als Kind in den Kriegszeiten oft zu hören bekam. So schickten die Eltern damit ihre Kinder weg, wenn sie nervten oder im Weg waren. Sie sollten lieber den Soldaten zusehen und sich so beschäftigen, statt den Eltern auf den Keks zu gehen. Mein Vater übernahm die Redewendung für mich und meine Geschwister, als wir klein waren, obwohl es Gott sei Dank keine Soldaten mehr zu sehen gab. Und ich, ja ich benutze sie heute bei vorwitzigen Pferdenasen, wenn sie diese mal wieder in Angelegenheiten stecken, welche sie nichts angehen.

Junge Pferde haben übrigens sehr vorwitzige Nasen, welche sie mit ihrer kindlichen Neugier überall hineinstecken. Und das ist auch gut so, denn ein neugieriges Pferd lernt meist schneller, als eines mit dem Gemüt von Towelie dem kiffenden Handtuch.
Aber auch hier gibt es eine schöne Redewendung und zwar:
»Immer langsam mit den jungen Pferden!«

Denn ein junges Pferd ist immer noch im Wachstum und sollte somit weder körperlich noch psychisch überlastet werden. Nun werden einige Jungpferdebesitzer würdevoll den Kopf schütteln und leise murmeln: »Mir passiert das schon nicht.«
Und doch zeichnet sich in vielen Gruppen ein deutlich anderes Bild ab. War es früher noch so, das man sich ein ausgebildetes Reitpferd zum – na wer ahnt es – Reiten kaufte, so werden heute deutlich mehr junge Pferde oder Fohlen gekauft.

Das liegt mitunter …

  • am günstigen Preis, entgegen eines ›fertigen‹ Pferdes.
  • an dem Wunsch nach einer innigen Beziehung von klein auf. Man möchte es selber nach seinen Wünschen ausbilden.
  • daran, dass man bedingt durch den eigenen Stall genug Platz hat. Da fällt so ein Zwerg nicht weiter auf.
  • daran, dass man ein Schlachtfohlen retten möchte.

Obwohl man eigentlich gerade ein Jungpferd sehr bewusst auswählen sollte, entscheidet da doch bei vielen Besitzern eher das Herz. Oft werden sie von flauschigem Fell und Kulleraugen derart in den Bann gezogen, das so mancher Kauf unbedacht seinen Lauf nimmt.
Dabei haben doch gerade die Pferdekinder ein viel höheres Bedürfnis an eine spezielle Aufzucht und Ausbildung, als ein bereits erwachsenes Pferd das ›fertig‹ reitbar ist.
Leider passiert es dann sehr oft, dass den Zwergen keine vernünftige Umgebung geboten wird.
Gründe dafür sind oft:

  • Man hat einen eigenen Stall und will keinen weiteren Pensionsplatz zahlen
  • Man glaubt, passende Spielpartner bieten zu können.
  • Man glaubt, dass fehlende Spielpartner nicht schlimm sind.
  • Man traut fremden Aufzuchtplätzen nicht.

Usw.

Im besten Fall kann die heimische Aufzucht ohne passende Spielpartner gut gehen. Oft liest man aber leider genau das Gegenteil. Da wird auf einmal nach Spiel und Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht, weil die kleine Kackbratze aus Langeweile den halben Stall zerlegt. Auch werden oft ältere Herdenmitglieder bis zur Weissglut genervt, oder aber der Pferdebesitzer muss schmerzhaft als Spielpartner herhalten.
Aber statt dann einen adäquaten Spielpartner zu bieten, oder am besten gleich mehrere, versuchen viele das Jungpferd durch Beschäftigung auf andere Gedanken zu bringen. So werden Spielmöglichkeiten wie Äste und Knabberketten rangekarrt, mit dem Jungspund Ball gespielt, und wenn das nichts wirkt, dann kommen die Bodenarbeit und Zirzensik-Versuche.
Und das ist gleichermaßen auch praktisch. Schließlich kann man sich dann ja ausgiebig mit seinem Jungpferd beschäftigen und hat sogar noch eine Ausrede dafür, eben weil es sich ja sonst langweilen würde. *An dieser Stelle denkt euch bitte ein Augenrollen meinerseits*

Nicht zu vergessen sind solche Trainingsstunden ein wahrer Fotoerfolg für die sozialen Medien. Da werden munter Bildchen gepostet von Zirkuslektionen, welche eher schlecht als Recht ausgeführt werden. Und meist sind diese dann eher dem Leckerchenbeutel, als einem langsamen Training zugute zu halten.

Oder aber Spaziergänge über Stunden, auch das machen die Absetzer ja gerne mit, die langweilen sich ja sonst. Nicht zu vergessen, dass man auch hier schnell ein Bildchen machen muss, wie es frei auf dem Feld steht. – Denn das kann man ja unter ›Vertrauen‹ verbuchen. – Schließlich muss man ja der Internetwelt beweisen, dass auch ein Jungpferd schon als Seelenpferd alle Ängste beiseite schmeißen muss.

Die neuste Kollektion an Schabracken Decken und Halfter kann der Absetzer dann auch mal gleich tragen, gerne auch an der Longe mit Sattel und Trense. Schließlich muss das Outfit der Fangemeinde präsentiert werden …

Fast ebenso beliebt ist es, wenn das Jungpferd frei bei einem Ausritt mitläuft. Da kann es sich doch gleich entfalten, na ja wahlweise auch auf der Windschutzscheibe eines Autos, wenn es in Panik mal nicht hinterher rennt …

Mal im Ernst, ich habe nichts dagegen, wenn mit jungen Pferden frühzeitig gearbeitet wird. Aber diese Arbeit sollte auch dem Alter, der Psyche und dem Körperbau angepasst sein.
Ein Fohlen/Jungpferd muss nichts weiter können als das Fohlen-ABC. Dieses beinhaltet:

  • Überall anfassen lassen
  • Halfter tragen
  • Führen lassen
  • Anbinden lassen
  • Hufe geben
  • Putzen
  • Hufschmied
  • Tierarzt (Impfen/Wurmkuren)
  • Aus der Herde nehmen lassen
  • Verladen lassen bei Weiden die einen Transport brauchen
  • Decke kennen lernen (für Notfälle)

Mehr muss ein junges Pferd bis zur Anreitphase nicht lernen. Alles was dazu kommt ist ein absolutes Plus.
Das heißt, ein Jungpferd kann bis zu den ersten Reitversuchen:

  • Spazieren gehen
  • Longieren
  • Bodenarbeit
  • Trense, Sattel etc. kennenlernen

Aber das sollte mit Vernunft und Fachwissen geschehen. Nicht weil dem Jungpferd langweilig ist, denn kein Training der Welt ersetzt einen Spielpartner. Es sollte auch nicht geschehen, weil dem Besitzer langweilig ist. Denn wenn er ›etwas von seinem Pferd haben will‹ und nicht warten kann, sollte er es mit einem ausgebildeten Pferd oder wahlweise einem Schaukelpferd versuchen …

Jungpferde können sich nur kurze Zeit konzentrieren, ebenso brauchen sie viele Pausen. Es reicht also durchaus, wenn man eine Trainingseinheit auf 10-15 Minuten beschränkt und mit einem Erfolgserlebnis abschließt. Und das bitte nicht mehr als 3x in der Woche.
Wer mehr Kinderarbeit möchte, sollte vielleicht über Teppichknüpfende Kinder im Keller nachdenken …

Von daher lasst euren Jungspunden ihre Kindheit und überlegt, ob so viel Training wirklich immer Sinn macht. Ich selber habe immer gerne früh angefangen, aber das Training immer kurz und klein gehalten. Das bringt freudig-interessierte Jungpferde, die aber ihren Spieltrieb mit ihren Freunden ausleben können. Denn ich bin für ihr Seelenheil, ihre Haltung und Versorgung zuständig, aber nicht ihr Spielpartner, das erledigt die Herde.

In diesem Sinne, immer langsam mit den jungen Pferden! 😉

Liebe und flauschige Grüße
Celeste