Boxen sind nicht immer schlecht

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Langsam aber sicher kämpfen wir uns durch die dunkele Jahreszeit. Auch wenn das Gebäck in den Supermärkten nicht mehr Weihnachts-, sondern Herbstgebäck heißt, zeigt die ansteigende Dekoration doch deutlich, dass Weihnachten so langsam auf uns zu kommt. Mittlerweile habe ich mir schon neue Dekoration für den Stall zugelegt, denn ich liebe es, diesen jedes Jahr weihnachtlich zu schmücken.
Aber auch für euch gibt es als kleine Weihnachtsfreude eine Möglichkeit eines meiner Bücher als Verlosungs- oder Rezensionsexemplar für eure Facebook-Seite / Blog/Youtube-Channel zu bekommen.
Vielleicht mag ja der ein oder andere mit seiner Seite mitmachen.

Aber kommen wir zum heutigen Thema und da richte ich mich schon jetzt auf meine virtuelle Hinrichtung ein. Aber wie wir wissen vertrete ich meine Meinung ohne einem Trend zu folgen, noch scheue ich unangenehme Themen.
Von daher begebe ich mich nun freiwillig auf den Scheiterhaufen. Aber als eingefleischter Offenstaller muss ich heute einmal eine Lanze für die Boxenhalter brechen. Wohlgemerkt Boxenhalter mit Auslauf, denn 24/7 Box ist außer im Krankheitsfall nicht wirklich pferdegerecht.

Warum ich so denke, will ich gerne erklären:

Hierzu muss man erst einmal trennen, welche Haltungsformen es überhaupt gibt:

  • Box mit Auslauf
    Hier bestimmt der Mensch die Zeitspanne, die das Pferd auf dem Auslauf / der Weide verbringt.
  • Laufstall
    Hier gibt es statt der Einzelbox eine Gruppenhaltung in einem größeren Stall. Auslauf / Weide wird weiterhin von den Menschen gesteuert.
  • Offenstall
    Eine Gruppenhaltung für Pferde, welche eigenständig den Auslauf / die Weide aufsuchen können.

Also steuern wir bei einer Offenstallhaltung einzig die Entscheidungsmöglichkeit des Pferdes, ob es seinen Auslauf / die Weide aufsuchen will, oder seine Zeit lieber im Stall verbringen möchte.
Der Vorteil ist für das Pferd also gegeben: Es darf seine Wahl beim Offenstall selber treffen. So kann der Bewegungskasper dauerhaft draussen rum hüpfen wenn er mag, während sich der Couch Potato im Stall verkriecht und die Nase nur unter Zwang nach draussen steckt.
Dazu bietet der Offenstall natürlich ein dauerhaftes zusammenleben in der Herde, als auch einem grösseren Bewegungsangebot für das Pferd, sofern es dieses nutzen möchte.
Nachteil ist allerding das gute Offenställe nicht auf Bäumen wachsen. Oft scheitert eine Eingliederung an einer falschen Herdenzusammenstellung, genügend Fress- und Ruheplätzen oder auch allgemein am Platzangebot. Manchmal sind es auch Sachen wie schlechtes Futter oder schlecht befestigte Ausläufe, oder nicht eingehaltene Stalldienste, die uns samt Pferd flüchten lassen. So kann aus dem Traum der Offenstallhaltung schnell ein Albtraum werden.
Manche wagen noch einen weiteren Versuch, Andere geben auf und wechseln wieder in die Boxenhaltung. Wieder Andere versuchen sich aus lauter Frust an einem eigenen Stallkonzept an welchem sie wachsen, oder manchmal auch scheitern.

Fakt ist, gute Offenställe gibt es nicht überall und teilweise ist es regional sehr unterschiedlich, was ihre Menge und Ausstattung angeht. So gibt es Gebiete in denen es viele Offenställe gibt, aber ebenso welche in denen sie noch nahezu verpönt sind. Nicht zuletzt macht das Priveligierungsgesetzt  den meisten privaten Offenstallern einen Strich durch die Rechnung.
So sehr wir es uns also auch wünschen, es gibt Offenställe leider nicht im Supermarkt oder bei Amazon auf Bestellung. Als Pferdebesitzer muss man sich nach dem Stallangebot richten welches sich in erreichbarer Entfernung befindet. Denn viele von uns haben ja auch noch Job und Familie, denen wir neben den Pferden gerecht werden müssen. So verstehe ich absolut wenn man einen guten Boxenstall mit viel Auslauf (das sollten auch im Winter wenigstens 8 Stunden sein) einem schlechten Offenstall vorzieht.
Denn was nützt es wenn sich das eigene Pferd im Offenstall nicht wohlfühlt? Wenn es mit den örtlichen Gegebenheiten oder der Herdenzusammenstellung nicht klarkommt? Wohl dem, der einen eigenen Stall hat und alles entsprechend anpassen kann, aber als Pensionsgast kann man nicht mal eben den ganzen Stall verändern.

Von daher: Ja, ich bin absolut für die Offenstallhaltung, aber nur wenn dies auch pferdegerecht möglich ist. Denn Offenstall nur um des Offenstall willen, wird mitunter auf dem Pferderücken ausgetragen. Und bevor dies passiert bin ich für eine Boxenhaltung mit ausreichend Auslauf.
Dummerweise darf man das nicht überall laut sagen, denn sonst ist man bei einigen Personen kein ›echter Offenstaller‹ mehr.
Zapperlot, ich wusste gar nicht, dass es echte und unechte Offenstaller gibt. Das heißt, sobald ich die Stalltüren dauerhaft öffne, muss sich auch meine Einstellung ändern? Ich muss Boxenhalter dann plötzlich per se doof finden?
Sorry nein, so nicht meine Freunde!
Ich weiß, dass viele Pferdebesitzer mehr als nur bemüht sind, das Beste für ihre Lieblinge zu bekommen. Sie umsorgen sie, sie lieben sie, sie suchen den besten Stall für die Bedürfnisse des Pferdes aus. Und wenn dann kein passender Offenstall zur Hand ist, wie kann man dann lästern, weil das Pferd teilweise in der Box steht? Wie kann man dann beleidigend werden? Und ja Boxenknast und Tierquäler oder Fotovergleiche mit Legebatterien sind alles andere als freundlich.
Sicher kann man den Offenstall so sehr lieben, das man damit missionieren will. Ebenso kann man von seiner Meinung fest überzeugt sein. Aber man sollte weder beleidigen noch ausgrenzen. Leider habe ich beides in letzter Zeit vermehrt gelesen. Teilweise in einem Ausmaß, das ich mich als Offenstaller fremdschämen musste.
Ist euch bewusst, das ihr mit euren harschen Worten beleidigend und verletztend werdet? Das ihr Menschen verletzt die sich mitunter ein Bein ausreissen damit es ihren Pferden gut geht? Das diese nicht aus Faulheit die Box gewählt haben sondern aus Mangel an einem guten Offenstallplatz?
Nun werden einige aufstöhnen, murmeln das nicht alle so sind und mit den Finger auf jene Pferdebesitzer zeigen, welche überhaupt nicht in Offenställe wechseln wollen.
Natürlich gibt es Pferdebesitzer, die bewusst die Box wählen. Manche sogar damit das Pferd sauber und griffbereit bleibt. Aber muss man sie deswegen beleidigen? Warum nicht lieber freundlich erklären und aufklären statt dauerhaft schimpfen?
Mich erinnert das an penetrante Vegetarier Diskussionen, da werden Fleischesser als Leichenfresser und Mörder beschimpft. Sicher kann man seinem Unmut so Luft machen, aber bewirkt man so etwas? Ist es nicht sinnvoller seine Freunde mit leckeren Fleischlosen Gerichten zu verführen statt sie zu beschimpfen?
Ähnlich ist es beim Offenstall. Hier sollte man Vorbild sein und sich nicht auf seinem Glück ausruhen einen passenden Offenstall gefunden oder gebaut zu haben.
Ich bin froh, das es Einige gibt die ähnlich denken, sich ihres Glückes bewusst sind und nicht hardcore missionieren, sondern Toleranz und Akzeptanz für die persönlichen Lebensumstände walten lassen.
Ich kann daher nur sagen: Ihr lieben Pferdebesitzer in Boxenhaltung mit Auslauf seid versichert, nicht alle Offenstaller denken so engstirnig. Es gibt viele die euch und eure Beweggründe verstehen ohne euch zu verurteilen.

Natürlich werde ich diesen Beitrag nicht in den Offenstallgruppen teilen, denn ich möchte niemanden vor dem Kopf stoßen, da solche ›pro Box‹-Beiträge nicht gern gesehen sind.  Wer als Offenstaller dennoch über diesen Beitrag stolpert und sich angesprochen fühlt, nun das Feuer für den Scheiterhaufen befindet sich links. Steine aller Größen für die Steinigung samt falschen Bärten sind rechts gestapelt.

Flauschiges Vergnügen
Celeste

boxenhaltung

 

Ein Gedanke zu „Boxen sind nicht immer schlecht

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