Auf den Hund gekommen

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.

Der Herbst ist da. Die Weidezeiten werden kürzer. Auch meine Pferde sind wieder in ihren Offenstall gezogen. Und während sie gemütlich ihr Heu muffeln, bastel ich noch hier und da ein wenig an einigen Verbesserungen. Oder aber ich stopfe Heunetze, richte die Bettchen und beobachte die Vielfalt der Wildtiere am Stall.

Was ich aber nicht so gerne beobachte, sind freilaufende Hunde auf meinen Weiden.
Ich muss vorab sagen ich mag Hunde! Hunde sind wundervolle Tiere und Freunde fürs Leben. Ebenso können Hunde auch sehr freundschaftliche Beziehungen mit Pferden eingehen. Dumm ist es aber, wenn einem diese Freundschaft von Fremden aufgezwungen wird. Denn die Hunde können wahrlich nichts dafür, wenn sie knackeblöde Besitzer haben.

So hatte ich schon seltsame Erlebnisse auf meinen Weiden / im Offenstall, wenn plötzlich kleinere Hunde unter der letzten Litze durch, in einem Affenzahn auf die Paddocks stürmen. Wenn man in so einem Fall Glück hat, dann rufen die Hundebesitzer ihre Hunde zurück und entschuldigen sich.
Meist endete das aber eher in einem verzweifelten Gekeife des Hundebesitzers, und einem Hund der diese Befehle gekonnt – und sicher nicht zum ersten Mal – ignoriert.
Mehr als einmal habe ich dann einen Hund in der Größe einer Teppichratte aus dem Offenstall oder von den Paddocks gepflückt. Und leider waren Rosalinde und Cindy, wie auch Pfötchen von Wallerfurz nicht begeistert, wenn sie dann an einem Pferdestrick nach draußen befördert wurden. Denn die Besitzer haben es sehr gerne mir überlassen, die kleine wehrhafte Kampfratte einzufangen, während mir die hübschen kleinen Zähnchen ein neues Piercing stechen wollten.

Die Besitzer versichern einem in diesem Fall natürlich das ihr Hasenpubsie das noch nieeee gemacht habe. Und während sie große Reden über die Folgsamkeit ihres Hundes halten, verpieselt sich dieser schon wieder Richtung Pferde …
Das sind dann die Momente, in denen man die Hundebesitzer mit der eigenen Hundeleine gefesselt an den nächsten Baum knüpfen möchte.

Oder aber man bekommt die Variante Hundebesitzer zu spüren, die der festen Überzeugung sind ,dass man sich nicht anstellen soll!
Schließlich ist es egal, ob Fiffi die Pferde jagt, Wildschwein spielt und Löcher auf die Weiden buddelt. Oder nicht unbedingt nach Rosenduft müffelnde Haufen hinterlässt.
Dann kommt die Argumentation, dass man sich gefälligst nicht anstellen soll. Dass der Hund den Pferden ja nix tut. Und das man doch eh genug Wiese hat, da muss man sich nicht aufregen. Nur das der Hund schnell zu Brei wird wenn, ein Pferdhuf seinen Kopf trifft, das wird oft vergessen oder schlichtweg ignoriert.

Einmal habe ich einen Herrn auf diese Gefahr hingewiesen. – Wohlgemerkt sein Hund ist unter dem Zaun auf meinen Paddock gelaufen!
Und als ich ihn bat diesen zurückzurufen, damit nicht ein Pferd nach ihm tritt, antwortete dieser allen Ernstes das er meine Pferde alle kalt mache wenn die seinen Hund treten.
Ich glaube das Donnerwetter, das ich dann losgelassen habe, muss ich nicht umschreiben … Meine 1,59 m haben sich sicher grün gefärbt und Hulk ähnliche Züge angenommen.
Ja ich habe schon so einige seltsame Erlebnisse mit fremden Hunden gehabt, bzw. eher mit deren seltsamen Besitzern.

Ebenso musste ich schon erleben, dass meine ungenutzten Weiden (damit sie nachwachsen) gerne als Hundespielplatz missbraucht werden. Nun ich habe eigentlich nichts dagegen, gerade wenn die Mitarbeiter des Tierheims mit ihren Hunden die Weiden zum Training nutzen. Dies wurde jedoch auch vorab abgeklärt. Aber leider nutzten auch fremde Personen ungefragt meine Weiden als Hundeplatz.
Und nachdem dann Unmengen an Hundehaufen, als auch zerstörten Spielzeugen auf den Weiden liegen blieben, habe ich diese nun alle mit einem Schloss gesichert. Die Tierheimfreunde haben nach wie vor Zugang, aber fremde Hundehalter nicht mehr.
Ich mag einfach nicht dauernd Löcher zu buddeln, Kackhaufen entfernen, und Reste von Gummi und Plastikspielzeug aufsammeln. Denn man mag es kaum glauben, aber meine Weiden sind der gedeckte Tisch meiner Pferde!

In Pensionszeiten ist es mir ähnlich ergangen. Als ich noch jung war, gab es auf jedem Hof einen, oder mehrere Hofhunde. Diese Hunde hatten das alleinige Privileg und die Herrschaft über den Hof. Sie waren versierte Wachhunde, die fremden Personen auch mal ein paar Zähne in den Poppes drückten. Fremde Hunde waren damals auf Reithöfen nicht gerne gesehen. Und wenn mussten sie sich mit dem Hofhund verstehen. Mochte der keine anderen Hunde, dann gab es auch keine anderen Hunde im Reitstall.

Irgendwann in den 90ern gab es dann eine Wende.
Während immer mehr Bauern auf Pferdehaltung umstellten, wurden auch viele Hofhunde abgeschafft. Gleichermaßen kam aber der Trend auf, dass viele Pferdebesitzer ihre Hunde mit in den Stall nahmen. Denn es ist in vielen Köpfen fest verankert, das Hund und Pferd zusammengehören.
Nun eigentlich habe ich sicher nichts gegen Hunde im Pferdepensionsstall.
Allerdings mag ich nicht wenn diese:

  • Die Heu und Strohkammer als Spielwiese nutzen
  • Frei und ohne Aufsicht auf dem Gelände laufen
  • Weiden, Boxen oder Platz / Halle betreten
  • Bei einem Ausritt zwischen den Hufen wuseln
  • Einen anspringen oder gar beißen
  • Futter oder Gegenstände klauen
  • Gegenstände zerstören

Nun sehe ich schon vor mir, wie so mancher Hundebesitzer sein Haupt schüttelt und sagt »meiner macht das aber nieeeeeeee«. Meine Erfahrung noch aus Pensionszeiten sieht deutlich anders aus.

Da sind all die oben genannten Sachen mehrfach passiert. Einschließlich 5 zerfetzter Pferdespielbälle, die in meinen Boxen hingen. Meist war den Hundebesitzern nicht einmal klar was ihr Hund alleine so treibt, wenn sie gerade das Pferd füttern, bürsten oder von der Weide holen.
»Die haben hier gerade noch gespielt« gefolgt von »Der liegt doch eh immer nur im Stroh« bis zur Standardantwort »also DAS hat der noch NIEEEE gemacht« versicherten die Hundehalter wenn man sie ansprach.
Am Verhalten änderte sich aber oft wenig, bis gar nichts. Es war einfach zu unbequem den eigenen Hund zu beaufsichtigen.

Von daher liebe Hundehalter bitte verzeiht mir, aber so sehr ihr euren Hund auch liebt, bitte drängt ihn nicht eurer Umwelt auf.
Sorgt bitte dafür das:

  • Keine Haufen hinterlassen werden.
  • Auf Weiden nicht gebuddelt wird
  • Nicht einfach fremde Boxen oder das Heulager als Hundeplatz missbraucht wird.
  • Kein Hund einem Menschen oder Pferd in die Quere läuft, hinter her läuft oder von ihm angesprungen wird.
  • Fremdes Eigentum – egal ob Grundstück oder Gegenstände – sind einfach tabu für den Hund.
  • Auch wenn euer freilaufender Hund aufs Wort hört, so solltet ihr ihn immer im Blick haben

Wenn diese Ratschläge – die eigentlich selbstverständlich sein sollten – beherzigt werden, dann steht einem fröhlichen Miteinander nichts mehr im Weg.

Bedenkt das diese auch der Sicherheit eures Hundes dienen.

Flauschige Grüße
Celeste

111015

 

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