Regeln sind keine Ansichtssache

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Irgendwie war diese Woche komplett für den Allerwertesten, denn es gab das ein oder andere persönliche Desaster und nun tippe ich hier mit Grippe und enormen Halsschmerzen. Um das Ganze noch zu toppen hat der Amoklauf in München viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Daher vorab für alle die sich um meine Oompa Loompa/Julia A. Kris sorgten, ihr geht es gut. Dennoch mein tiefstes Beileid an alle betroffenen Familien und Freunde der Opfer. Wir wünschen euch viel Kraft und Hoffnung, und in Gedanken sind wir bei euch.

Aber kommen wir zu dem heutigen Wochenendthema, dieses Mal ein Wunschthema, das mir von mehreren Seiten in privaten Nachrichten ans Herz gelegt wurde. Geschuldet war es nicht einer einzelnen Diskussion, sondern gleich mehreren, da es in den letzten Wochen immer wieder ein akutes Thema war: Pferd am Fahrrad

Um es mal formell auszudrücken:

————————————————————————————————————–

Zitat aus § 28 der StVO

(1) Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefährden können, sind von der Straße fernzuhalten. Sie sind dort nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet sind, die ausreichend auf sie einwirken können. Es ist verboten, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden.

—————————————————————————————————————–

Eigentlich gibt es daran doch nichts zu rütteln oder zu diskutieren. Die Regel ist eindeutig. Sicher mag es Personen geben, welche diese Regel nicht kennen, daher weise ich gerne in Facebook Gruppen oder Seiten darauf hin, wenn ich wieder über pikante Bildchen oder Aussagen stolpere. Denn es ist nicht nur das die Polizei bei solchen Aktionen ein Bußgeld verhängen darf, sondern auch die Versicherung die sich im Falle eines Unfalles aus der Zahlungspflicht befreien kann. Und das sogar mit Recht. Schließlich hat man fahrlässig gegen ein Verbot gehandelt, und das muss keine Versicherung zahlen, ebenso keine Prozesskosten oder Schadenersatzklagen. Also kommentiere ich (und viele andere besorgten Personen) solche Bilder und Texte immer wieder.

Oh Gott, nun sehe ich schon einige Leser die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und mich auf den Mond – oder wahlweise den Scheiterhaufen – wünschen.

Nicht dass ich diese Reaktion nicht öfters erlebe, poste ich auch oft genug meine Meinung zu Freilauf- oder Halsring-im-Gelände-Bildchen. Da gibt es dann positive Reaktionen welche ebenso erklärend sind wie meine. Reaktionen bei denen sich Leser bedanken weil sie bislang nicht wussten welche Auswirkungen ihr unbesonnenes Handeln haben kann. Und Reaktionen mit Ablehnung.

Heidenei was musste ich mir da schon anhören:

  • Spielverderber
  • Jeder muss wissen was er macht
  • Jeder war mal Jung
  • Ich kenne mein Pferd da passiert nix (warum muss ich gerade an das Hundeshirt denken mit *der tut nix*  ?)
  • Ob ich nichts Besseres zu tun habe, als Internet Polizei zu spielen
  • Die große Vertrauenslüge. Hier noch einmal etwas zum Thema Vertrauen von mir
    http://celeste-drake-books.de/tag/vertrauen/ 
  • Getoppt von den persönlichen Beleidigungen wie angeblicher Neid und kein eigenes Leben.

Ja im Internet haben sie alle eine große Klappe …

Nur sollte man doch einmal überlegen, warum Personen wie ich immer wieder Aufklärungsarbeit betreiben. Denn es gibt unheimlich viele Personen, die nicht wissen das man:

  • Kein Pferd neben dem Fahrrad führen darf
  • Kein Pferd in Feld Wald und Flur frei laufen lassen darf
  • Der Halsring ohne Sicherheitszaum keine ausreichende und erlaubte Zäumung ist
  • Pferde nicht von Inlinern aus geführt werden dürfen.

Viele – gerade junge – Mädchen sehen die Bilder im Internet und wollen dem nacheifern. Und die freiheitsliebenden Hippie-Uschies, welche dann auch noch groß tönen, dass man sich den Spaß nicht verderben lassen soll, machen es nicht besser und bestärken die unerfahrenen Mädels. Also bin ich eben der Spielverderber und kläre auf. Das es verboten ist, welche Konsequenzen es haben kann und das man sich mitunter für den Rest des Lebens finanziell ruinieren kann. Nur mache ich das nicht, weil ich ein Besserwisser bin oder neidisch oder weil ich online jemanden ans Bein pushern will.

Ich, und viele andere, machen das um euch und eure Pferde zu schützen!

Jeder darf auch mal eine Regel nicht kennen, aber es liegt an euch wie ihr darauf reagiert, wenn man euch darauf hinweist. Niemand ist fehlerlos und auch ich war schon froh, wenn ich auf ein unbewusstes Fehlverhalten hingewiesen wurde.

Und mal neben bei ein Gruß an die Befürworter dieser unsinnigen Aktionen. Jene, die noch fröhlich Bilder posten, obwohl man schon darauf hingewiesen hat, das es verboten ist: Ihr seid diejenigen, die sonst immer so laut aufschreien, wenn man sich nicht an eure Regeln hält. Zum Beispiel Futterverbote, Verbote den Stall zu betreten usw.

Ihr wollt ebenso nicht das jemand einfach unerlaubt eure Pferde nimmt und reitet, etwas anderes als vorgegeben füttert oder die Weidezeiten nicht nach euren Wünschen einhält. Nur um ein paar Beispiele zu nennen. Also stellt ihr Regeln auf, an die sich jeder halten soll, aber selber geht ihr mit anderen Regeln sehr freizügig um. Überlegt bitte das Regeln, gerade offizielle, wie die Straßenverkehrsordnung, keine Einbahnstraße sind. Regeln gelten nicht nur dann wenn es einem gerade in den Kram passt.

Wir Reiter und Pferdebesitzer sollten uns gegenseitig helfen und unterstützen, und nicht noch zu Unsinn und Straftaten ermutigen!

Vor über 15 Jahren war ich auch so knacke blöde und habe mein Pony vom Fahrrad ausgeführt. Allerdings im Privatwald mit schriftlicher Erlaubnis der Stadt. Heute weiß ich, dass auch dieses die Straßenverkehrsordnung nicht aushebelt, und würde es daher nie wieder tun. Wie dankbar wäre ich damals für eine Erklärung statt einer fälschlich gegebenen Erlaubnis gewesen. Nicht weil etwas passiert wäre, sondern weil ich ein sehr regelbewusster Mensch bin.

Ich weiß es aber seit einigen Jahren nun dank des Internets, das es damals noch nicht gab, und habe es auch nie wieder in Betracht gezogen, es wieder zu versuchen.

Wir sollten dankbar sein, dass wir das Internet als große Informationsquelle nutzen können. Also benutzt es bitte nicht um Pferdebesitzer zu Sachen zu verleiten, welche verboten sind. Nutzt euer Wissen und helft lieber mit die anderen Pferdebesitzer aufzuklären und zu schützen. Ich werde auf jeden Fall nicht damit aufhören, auch wenn man mich trotz netter Erklärungen beleidigt oder von Seiten sperrt.

Flauschige Grüße
Celeste

011105

Das Geschäft mit dem Mitleid

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nun sind wir mitten im Sommer angekommen, das erste Heu ist schon in vielen Ställen gestapelt, und wir genießen das wundervolle Wetter. Natürlich vertreibe ich mir meine Zeit weiterhin mit Arbeiten rund um Stall und Weide, denn als Selbstversorger hört das niemals auf. Dabei teste ich voller Spannung meine neue Akku Strauchschere, die ich am Stil wie eine Sense benutze, um damit meine Zäune freizuschneiden. Aber davon werde ich natürlich erst ausführlich berichten, sobald sie eine längere Testzeit überlebt hat.

Während ich also mit meinem neuen Spielzeug dem Sensenmann gleich die Weide rauf und runter renne, und mir dazu eine schwarze Kutte wünsche, werde ich natürlich immer wieder von den Spaziergängern in Gespräche verwickelt. Nicht dass ich etwas gegen einen Plausch habe, aber gerade zur Sommerzeit häuft sich gerne ein spezielles Thema. Angefangen meist mit einem
»Du hast ja hier ne Menge Platz«
Was ich meist mit einem »Klar und auch viel Arbeit« kommentiere.
Meist folgt dann ein »Im Offenstall bekommst du doch sicher noch was unter oder?«
Und dann weiss ich schon, wie der Hase läuft. Denn das ich keine Einstaller nehme, ist allgemein bekannt. Nein, es sind die Schlachtfohlen, die ich dann auf einmal alle retten soll, schließlich habe ich ja angeblich genug Platz und Zeit.
Denn gerade auf den gängigen Internetportalen verbreiten sich die Bilder der putzigen Fohlen sehr schnell. Und läutet man dann mit der Schlachtungsglocke, kullern die Tränchen, das Herz wird weich, und der Retterinstinkt schlägt zu. In solchen Gesprächen verweise ich dann gerne darauf, dass ich genug Pferde habe, und dankend ablehne. In diesem Moment schaut einen der Gegenüber dann nicht selten an, als sei man ein gefühlsloser Tierquäler, der wohl auch die eigenen Pferde im Bastkörbchen am Fluss aussetzen würde. Also muss ich erklären, dass ich zwar durchaus Platz habe, aber ein junges Pferd trotzdem so einiges an Kosten und Zeit verschlingt. Und mehrere gleich mehrfach. Und nur weil die süßen Fohlen vermeintlich gerettet werden, scheißen sie leider immer noch keine Golddukaten.

So brauchen auch Schlachtfohlen:

  • Den Auslösepreis
  • Den Transport
  • Den Tierarztcheck/gegebenenfalls Behandlung/Kastration

Bevor sie überhaupt erst einmal einziehen.
Dann kommen die laufenden Kosten über Jahre dazu:

  • Einen passenden Stallplatz
  • Passende Ausrüstung
  • Angepasste Fütterung
  • Hufschmied / Tierarzt / Wurmkuren
  • Versicherungen
  • Ausbildung und Training

Das heißt, das kleine Schlachtfohlen das es für ein paar hundert Euro im Internet Ausverkauf gab, kostet viele Tausende Euro allein in den ersten Jahren. Und dann hat man noch nicht einmal darauf gesessen.
Nicht zu vergessen, dass ein Jungpferd eine passende Haltung braucht.
Jungpferde brauchen passende Spielgefährten zum Spielen, toben, raufen, und um spielerisch das Sozialgefüge zu erlernen. Dazu eine ältere Nanny zum Erziehen und die Herde ist perfekt. Leider wird das oft vergessen, da das gerettete Fohlen, ja in den heimischen Stall ziehen soll, statt in einen kostenintensiven Pensionsstall.
Aber ist man sich dessen bewusst und kann und möchte dies alles einem Schlachtfohlen anbieten, dann ist da ja noch der Kaufpreis.
Denn mittlerweile wissen die Züchter und Händler das Geschäft mit dem Mitleid durchaus zu nutzen. So werden sehr oft Fohlen zu vermeintlichen Schlachtpreisen als Abgabepreise beworben. In diesen Fällen haben die Schlachtpreise so viel mit dem Fleischpreis zu tun, wie eine Bordsteinschwalbe mit Jungfräulichkeit.

Machen wir uns doch einmal mit den Fleischpreisen vertraut. Diese sind zwar regional oft unterschiedlich, aber hier einmal ein Anhaltspunkt:

Vollfleischig Warmblut:               0,40 – 0,60 € / KG

Geringfleischige Pferde:             0,20 – 0,40 € / KG

Schlachtpferde 1. Qualität:         0,60 -0,75 € / KG

Und nun rechnet doch einmal, was das Wunschfohlen so wiegt. Abzüglich Knochen und Teilen, die nicht verwertet werden können, abzüglich einer Gebühr für die Fleischbeschau durch den Veterinär. Viel übrig bleibt da für den Schlachter nicht. Wer dann 500 – 1000 € für ein Haflingerfohlen, oder 1000 – 2000 € für ein Kaltblutfohlen als angeblichen Schlachtpreis auf den Tisch legt, dem kann ich nur sagen: Sorry, du wirst über den Tisch gezogen.

Denn diese Preise zahlt niemals ein Schlachter, allerdings die mitleidigen Pferdebesitzer schon.

Von daher: Augen auf beim Pferdekauf!

Auch wenn das Herz blutet, lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Verhandelt ruhig noch einmal, indem ihr den aktuellen Fleischpreis nennt. Bargeld, das man auf den Tisch legt, ist übrigens auch immer ein sehr überzeugendes Argument.

Aber bitte seid euch bewusst das ihr mit jedem Freikauf diese Schlachtpferde Zucht weiter unterstützt. Denn für jedes freigekaufte Leben rückt ein anderes nach, denn der Fleischmarkt will bedient werden. Und je mehr freigekauft werden, umso mehr Nachschub wird produziert. Denn Mitleid zusammen mit dem Heiligenschein der Rettung verkaufen sich einfach zu gut.

Wenn ihr euer Herz an ein Schlachtfohlen verschenkt verstehe ich das.  Aber bitte sorgt für eine passende Haltung ein Pferdeleben lang. Denn nur weil man gerade Platz hat ist es nicht gleichzeitig auch eine geeignete Aufzuchtstelle für ein Jungpferd. Ich sage klar, mein Pferdebestand reicht mir so wie er ist völlig, da ich mir meiner Verantwortung ihnen gegenüber absolut bewusst bin.

In diesem Sinne flauschige Grüße
Celeste

schlachtpferd

Weidezaunzubehör im Langzeittest

 

Hallo meine Flauschehasen,
da bin ich wieder. Ich hoffe, es geht euch und euren Vierbeinern gut? Der langersehnte Sommer ist nun endlich da, und während meine Pferde tagsüber meist im Offenstall schlafen, und nachts das kühle und bremsenfreie Wetter genießen, widme ich mich den Wartungsarbeiten meiner Weidezäune.
Immer wieder fällt mir dabei, auf wie viel Kilometer Litze ich dort schon verbaut habe. Wie viel tausende Isolatoren. (Nein, die Anzahl ist kein Witz) Dazu Torgriffe und anderes Zubehör.
Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur die Anzahl der Weiden erhöht, sondern auch das benötigte Zubehör. Und kontrolliere ich die Weiden Stück für Stück, und bessere hier und da etwas aus oder schneide den Zaun frei, dann fällt mir auf, dass einige Sachen schon mehr als 10 Jahre erfolgreich ihren Dienst tun. Und das ist erstaunlich, hört man doch immer wieder die lauten Stimmen im Internet mit dem Standardsatz: »Wer billig kauft, kauft zweimal«

Irgendwie kann ich diesen Satz langsam nicht mehr hören, denn ich bin ehrlich, ich kann ihn so überhaupt nicht bestätigen. Sicher gibt es Zubehör, das zwar günstig ist, aber dessen Haltbarkeit und Praxistauglichkeit zu wünschen übrig lässt. Dennoch ist nicht pauschal alles günstige Pferde- oder Weidezaunzubehör schlecht. Gerade deswegen teste ich so gerne günstige Produkte auf Alltagstauglichkeit und berichte für euch darüber.

Daher hier einmal wieder ein Produkttest der flauschigen Art.

Getestet wurden Produkte der Versandfirma Westfalia:

Torgriff für Elektrozäune

  • Farbe: Gelb
  • Offene Ausführung
  • Vezinkt
  • Offene Zugfeder
  • Preis: 1,49 €

Diesen Torgriff nutze ich nun schon in der zweiten Saison. Die Verarbeitung ist gut und die Zugfedern halten auch dauernden Zug stand, ohne auszuleiern. Mehrfaches runter fallen auf Betonboden haben bislang alle überlebt, einzig ein Huftritt des Alpenpanzers hat aus einem Griff eine Ecke raus gebrochen. Die Farbe ist bislang nicht ausgeblichen und die Form ist wirklich handlich.

Hier vergebe ich 5 von 6 Flauschepunkten, da ich mir noch eine geschlossene Form gewünscht hätte.

Bildschirmfoto 2015-10-18 um 21.43.24
Ringisolatoren im Eimer mit Einschraubhilfe

  • 100 Stück
  • Einschraubhilfe für den Akku Schrauber
  • Farbe: Schwarz
  • Lieferung im wiederverschließbaren Eimer
  • Preis: 14,99 €

Diese Isolatoren sind bei mir teilweise schon über 10 Jahre in Benutzung. Ich denke, das spricht für ihre Haltbarkeit. Sicher haben Einige äußerlich Rost angesetzt, aber das hat sie nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt. Selbst vor 10 Jahren verbaute Isolatoren lassen sich leicht abschrauben und wiederverwenden. Das Gewinde ist leichtgängig und lässt sich leicht per Hand einschrauben, allerdings empfehle ich bei einer Menge ab 50 Stück dazu Handschuhe.

Die Schraubhilfe habe ich aus Faulheit nie genutzt, einfach weil es von Hand – für mich – schneller geht. Ich habe in all den Jahren viele Eimer nach gekauft, weil die Weiden erweitert wurden und die Qualität war immer gut.

Hier vergebe ich ganz klar 6 von 6 Flauschepunkten!

Flauschepunkte 6 von 6

Zaunlitze -10mm – 4 x 0,16 Niro mm

  • 250 Meter

Hier habe ich 2 Varianten im Laufe der Jahre getestet.

Über 10 Jahre habe ich nun diese Litze im Test:

Breitband – 250 m – Gelb / Orange  

Bis auf eine Fehllieferung in einem Sommer vor Jahren, welche die Litze fast durchsichtig ausbleichen ließ, haben alle Lieferungen Litzen gebracht, deren Farbe durch die Sonne zwar etwas ausgeblichen ist, aber durchaus eine gute Sichtbarkeit auch nach vielen Jahren liefert.

Die Haltbarkeit wie auch die Stromführung ist auch nach all den Jahren immer noch gegeben.

Früher wurde diese Litze im günstigen Doppelpack zu etwa 12,99 €und 14,99 € angeboten. Leider gibt es sie nun nur noch im Einzelpack zu 11,99 €.

Daher bin ich nun umgestiegen auf diese Variante:

Weidebänder – 200 m

Dort gibt es die 10-mm-Variante in einem sehr deutlichen Orange mit den gleichen Werten.

Ich nutze sie nun im zweiten Sommer und die Farbe ist beständig und fällt auch auf großen Weiden sehr gut auf. Die Stromführung und Haltbarkeit lässt bislang keine Wünsche offen.

Der Preis ist mit 7,99 € für eine 200-m-Rolle zwar nicht so viel günstiger als die oben genannte Litze, aber hier war die Signalfarbe für mich ein Kaufgrund.

Ich kann daher für beide Litzensorten ganz klar 6 von 6 Flauschepunkte vergeben.

Flauschepunkte 6 von 6

Sicher ist euch aufgefallen, dass ich alles Zubehör bei Westfalia bestellt habe. Wer nun glaubt das ich von Westfalia gesponsort werde, dem kann ich versichern: Nein, dem ist nicht so.

Ich nutze diesen Versandhandel aber schon seit vielen Jahren wegen des großen Angebotes – nicht nur im Pferdebereich – und der schnellen Lieferungen. Und die Gratisgeschenke bei jeder Lieferung finde ich ebenso spaßig, wie die 30 Tage Zahlpause bei Bankabbuchung. Denn auch wenn wir immer genug Geld für Notfälle beiseite liegen haben, so ist es doch Murphys Gesetz, das genau dann das Weidezaungerät den Geist aufgibt- oder gestohlen wird, wenn das Auto in Reparatur muss, oder die Waschmaschine röchelnd in den letzten Zügen liegt. Und da darf ich ehrlich sagen, dass es manchmal auch einfach nett ist, wenn man eine ungeplante Anschaffung einen Monat verschieben kann.

Natürlich gibt es Firmen, die sehr hochpreisiges Weidezaunzubehör anbieten und von deren Qualität auch viele Pferdebesitzer überzeugt sind.
Dennoch muss teuer nicht immer gut bedeuten und billig nicht immer schlecht.
Genau deswegen teile ich meine Erfahrungen mit euch, um euch vielleicht eine Kaufentscheidung zu erleichtern, oder eine Anregung zu bieten.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Urlaubsparadies Pferd?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?

Nachdem wir in den letzten Wochen Bremsenfallen gebastelt haben, jetzt mit Litamin Duschgel – gegen die Bremsen – eingedeckt sind und einen regen Austausch über das Märchen vom Vertauen genossen, habe ich nebenher – zusammen mit meiner lieben Oompa Loompa – einen Gemeinschaftsroman herausgebracht. Wer also 99 Cent opfern möchte und Lust auf einen Roman hat der auch ohne Lovestory und Dauerpimpern auskommt, dafür aber 2 taffe Mädels bei ihrem Job als Kopfgeldjäger durch die Zeit begleiten möchte, der findet die Anfangsstory zur Badass & Glamorous-Reihe auf Amazon.

Diese kann man übrigens auch dank der Apps von Amazon auf dem PC, Handy oder Tablet lesen.

Aber genug der Schleichwerbung, denn ehrlich gesagt so sehr ich unser neues Buchprojekt liebe, zusammen mit Familie, Haushalt und Pferden kann es ziemlich viel Zeit und Energie rauben. Und es ist ja nicht so, als ob die Heinzelmännchen bei mir die Arbeit erledigen. So habe ich zum Beispiel alle Freizeit in der letzten Woche einzig einem neuen Zaun / Auslauf geopfert. Den alten Zaun entfernen, das alte Baumaterial entsorgen, und den neuen Zaun ziehen und alles freischneiden. Und das, während meine Nase im Gras hängt und ich trotz Antiallergikum dank meines Heuschnupfen wild nach Luft japse. Alle Offenstaller und Selbstversorger werden nun wissend nicken. Ihr kennt das. Nicht unbedingt den Heuschnupfen, aber das man sich den Pferden zuliebe körperlich mehr als verausgabt. So dass man später völlig verschwitzt und schmutzig  zurück ins Auto kriecht und einem alle Knochen weh tun.

Und dennoch betrachten wir danach voller Stolz unseren neuen Zaun, ein selbst gebautes Werk oder was auch immer wir erarbeitet oder geschaffen haben und sind glücklich. Denn wir haben es für unsere Pferde gemacht, was sind da schon abgebrochene Fingernägel, Kratzer, Schmerzen und blaue Flecken?

Und kommen wir dann Heim und wollen stolz berichten was wir alles geschafft haben, dann kommt von der Familie meist nur ein »Aha, …«
Wenn‘s hoch kommt auch ein: »Schön …«
Im besten Fall ein: »Toll gemacht.«
Bilder unserer Werke werden überflogen und mit einem »Was gibt es denn heute zum Essen« quittiert. Auch wenn ich meinen Mann wirklich von Herzen liebe, aber das sind Momente, in denen ich ihn erschlagen möchte.

Also spare ich mir das inzwischen einfach und sinniere selber über mein Werk. So sitze ich in einer Arbeits- und Wasserpause auf meinem Höckerchen und sehe mich um.
Jeden Pfosten, jeden Isolator und jedes Stück Holz oder Litze kenne ich. Alles habe ich selber verbaut. Jedes Stück Holz im Stall, jede Raufe, einfach alles …
Und auch wenn mein Holzstall bei weitem weder luxuriös oder perfekt ist, so ist er stabil, und zweckdienlich. Sicher gewinne ich damit keinen Schönheitspreis wie bei den Nobeloffenställen, welche so gerne auf Messen und im Internet präsentiert werden. Aber will ich das?
Ich sehe mich um und bin umgeben von meinen Pferden. Rund herum sind Felder mit Wildblumen, aber auch Obstbäume und Streifen mit Weinreben. Sitzt man ganz still da, kann man nicht nur die Hummeln und Bienen bei der Arbeit beobachten, sondern man sieht auch Rehe, Fasane, Kaninchen und Greifvögel, ebenso wie Dachse und Füchse.
Und anscheinend genieße nicht nur ich den Moment der Ruhe am Stall. Denn inzwischen haben sich bei meinem Heulager Campingstühle eingefunden. Diese wurden von wiederkehrenden Spaziergängern mit gebracht die meinen Stall täglich mehrfach besuchen. Dort machen sie dann ihre Pause, sonnen sich, genießen die Aussicht und beobachten die Pferde, so wie die Natur. Treffen sie mich kommen wir ins Gespräch und halten einen Plausch. Lustigerweise werden diese einfachen 70er-Jahre-Design Campingstühle inzwischen auch von anderen Spaziergängern genutzt, welche den Stall ebenso als Ruheoase erkannt haben. Auch diese nutzen den Moment der Ruhe und den abgelegenen Ort mitten in der Natur. Sie erfreuen sich an den Pferden und an der Umgebung.

Es ist also bei weitem nicht der Luxus der einem ein Urlaubsgefühl vermittelt, sondern ein friedliches Plätzchen abgeschieden in der Natur. Umgeben von Tieren, weg von Hektik und Lärm. Kommt man mit den Leuten ins Gespräch finden sie immer wieder lobende Worte für den Stall, die Pferde, die Arbeit die ich mir mache. Sie erzählen mir, wie oft sie herkommen, was sie schon alles beobachtet haben und wie erholsam es ist hier zu rasten. Und auf einmal ertappe ich mich dabei, wie ich nach getaner Arbeit selber auf meine Strohballen krabbele, mich drauf hocke und die Aussicht genieße. Diesmal ist es nicht einfach eine kleine Pause während der Arbeit, diesmal ist es eine bewusste Pause. Eine bei der alle Arbeit erledigt ist. Eine in der ich Heim fahren könnte, um da weiter meine anderen Arbeiten zu erledigen. Aber ich bleibe sitzen, ich genieße die Sonnenstrahlen und sehe in der Ferne einen Regenbogen. Die Pferde fressen genüsslich auf der neuen Weide, völlig verzückt von dem neuen Gras. Meine Beine baumeln den Strohballen runter und ich habe fast das Bedürfnis mich hinzulegen und die Augen zu schließen. Fast, ja fast ist das wie Urlaub. Warum zur Hölle gönne ich mir das nicht viel öfter?
Warum ist nach aller Arbeit dafür so selten Zeit?
Ob es vermessen wäre, mir hier einen Liegestuhl hinzustellen?
So kreisen meine Gedanken und die Zeit verfliegt. Und auch wenn es kein 5-Sterne-Urlaub am Meer war, so fühle ich mich doch erfrischt und erholt.
Und eines weiß ich sicher bei aller Arbeit: Diesen Kurzurlaub sollte ich mir öfter gönnen.
Und ich hoffe, ihr gönnt ihn euch auch.

Flauschige Grüße
Celeste

Urlaubsparadies Pferd

Das Märchen vom Vertrauen

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es geht euch und euren Pferden und anderen Vierbeinern gut? Viele sind ja momentan arg geplagt, von schweren Unwettern die Weiden wie Offenställe unter Wasser setzen. Allen denen es also momentan nicht so gut geht drücke ich fest die Daumen, auf das bessere Zeiten bald folgen werden.

Aber kommen wir zum heutigen Thema. Denn momentan gibt es ein Wort, das mich dauerhaft verfolgt, wie der Duft von Hundescheiße nach einem Tritt in selbigen Haufen. Und zwar das Wort: Vertrauen
Mit diesem Wort wird im Pferdebereich um sich geworfen, wie Prinz Karneval seine Bon Bons verteilt.

Die Anlässe dazu sind vielfältig, so z.B.:

  • Dein Pferd möchte Aufgabe XY nicht erledigen?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Lektion XY kannst du mit deinem Pferd nicht erreiten, aber Andere schon?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Dein Pferd hat Angst vor XY?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Du reitest dein Pferd nicht mit Halsring im Gelände?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!
  • Du machst keine Bilder ohne Zaum im Gelände?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!
  • Du reitest nur mit Kappe/Weste/sicherem Schuhwerk?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!

Aber was ist Vertrauen für viele Pferdhalter eigentlich?

Vertrauen bedeutet für sie, dass man als Pferd von seinem Gegenüber in eine unangenehme oder gefährliche Situation gebracht wird, aber diese trotzdem meistert, da man davon ausgeht das einem nichts Gefährliches passiert.
Dieses »Vertrauen« basiert also auf:

  • Positive Erfahrungswerte mit der Person.
  • Eine positive Einschätzung der Person.
  • Einer guten Argumentation der Person.
  • Aber auch eigene Erfahrungswerte welche uns die Situation neutral einschätzen lassen.

Vertrauen ist also dann wichtig, wenn wir unser Pferd in eine ungewohnte und neue Situation bringen. Aufgrund der Erziehung, wie auch der positiven Erfahrungen die unser Pferd mit uns zusammen gemacht hat, kann es sich leichter solch einer Situation stellen.
Ebenso ist Vertrauen wichtig bei unangenehmen Erfahrungen.
Solche kommen z.B. oft bei notwendigen tierärztlichen Behandlungen vor. Neben einer guten Grunderziehung ist es also wichtig das unsere Pferde lernen unangenehme Behandlungen zu ertragen, ohne sich derer zu entziehen.

Aber Vertrauen ist nicht die grundlegende Lösung für alle Probleme rund um den Pferdealltag.
Viele Dinge basieren eher auf einer guten Erziehung und einem vernünftigen Training mit vielen Wiederholungseinheiten. Ebenso eine angepasste Fütterung und eine artgerechte Haltung.
Dazu ist der Zeitfaktor eine entscheidende Hilfe.
Beispielsweise Selbstversorger haben oft eine sehr innige Beziehung zu ihren Pferden. Dies folgt aus der Zeit die man zusätzlich MIT seinen Pferden verbringt, aber eben in dieser Zeit keine Arbeit fordert. Zeit in denen man sie neben der Stallarbeit beobachtet, ihr Sozialleben verfolgt. Somit durch das Gesehene auch besser Bescheid weiß was sie gerade beschäftigt, als ein Besitzer der nur zu Pflege und Training erscheint.

Was Vertrauen aber NICHT ist: Halsring/ohne Zaum Gelände Bildchen.
Das hat NICHTS mit Vertrauen zu tun, aber eine Menge mit Dummheit. Denn unsere Pferde sind Fluchttiere. Wie kann man immer wieder mit Liebe und Vertrauen argumentieren, aber gleichermaßen seinem Pferd einen wichtigen Instinkt – den Fluchtinstinkt – aberkennen?
Wie kann man davon ausgehen das sein Pferd wie eine Maschine, statt einem Lebewesen mit Ängsten und Gefühlen funktionieren soll? Nur weil man sich mit einem angeblichen Vertrauen brüsten will? Hier herscht eine gnadenlose Selbstüberschätzung was das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd betrifft. Ebenso eine gnadenlose Unkenntnis, was die Gesetzgebung zur Strassenverkehrsordnung betrifft. Wer sich deswegen noch einmal informieren will, hier ein alter Text von mir dazu:

Reiten oder Halsring-Show?

Dort habe ich erklärt, warum eine Versicherung eben nicht zahlt, ebenso was einen noch an Strafen erwartet.

Von daher, wenn ihr mit Halsring ausreiten möchtet, dann nutzt einfach eine zusätzliche Sicherheitstrense. Diese muss ja nur im Notfall benutzt werden, aber sichert euch entsprechend ab. Ohne Zaum aber hat kein Pferd etwas draußen verloren. Selbst für teure Fotoshootings sollte wenigstens der Shooting-Bereich mit transportablen Pfählen und Litze entsprechend abgesichert sein. Fotografen die sich diese Mühe nicht machen sind in meinen Augen nicht empfehlenswert.
Aber den Halsring draußen ohne Sicherheitstrense zu nutzen, oder Shootings ohne Zaum und ohne Sicherheitszaun zu machen, das hat NICHTS mit Vertrauen zu tun.
Denn allein das man immer wieder mit dem angeblichen Vertrauen argumentiert zeigt ja das einem bewusst ist, dass diese Situation gefährlich werden kann. Und sein Pferd und sein Umfeld bewusst einer gefährlichen Situation aus zu setzen ist fahrlässig und nicht lobenswert.
Diese Aktionen dienen einzig dem eigenen Ego, weil man der Außenwelt beweisen will, welch angebliches inniges Verhältnis man zu seinem Pferd hat. Wie cool man doch ist. Und wie gut das Pferd doch angeblich auf die kleinsten Hilfen reagiert. Sachen, die viele Reiter ebenso locker beherrschen, aber sie dennoch nur in einer umzäunten Umgebung trainieren. Denn diese sind sich der Gefahren bewusst und trainieren lieber für sich selber, ohne nach Likes und Aufmerksamkeit zu geifern.

In diesem Sinne: Schraubt das eigene Ego ein wenig zurück und überlegt, was Vertrauen wirklich bedeutet. Denn das misst sich nicht an Facebook Likes. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Maerchen vom Vertrauen

Geliebte Kackbratze

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?
Nach der letzten Bastelanleitung für die Bremsenfalle hat es die ganze Zeit bei uns unaufhörlich geregnet. O.k., Regen konnte man das fast schon nicht mehr nennen. Bei den Gewittern und Regenmassen hätte ich fast erwartet das ich bald statt Bremsenfallen oder Heuraufen, Bastelanleitungen für eine Arche posten darf.
Aber man lässt sich ja nicht unterkriegen, und so habe ich eben die Falle endlich aufhängen können. Trotz Gewitter, trotz Platzregen und wild hustend, mit den letzten hartnäckigen Resten meiner Grippe, bastelte ich einen Galgen und krabbelte auf mein Höckerchen um die Falle zu befestigen. Es dauerte natürlich nicht lange und meine Bastelaktion wurde von meiner Pferdebande begutachtet. Während ich also noch auf meinem Höckerchen balancierte und das Spülwasser einfüllte, kam Frau Haflinger und begutachtete gleich einmal meine Kreation.
Natürlich ließ sie sich leicht wegschicken, aber ich weiß dennoch das sie die Haltbarkeit in meiner Abwesenheit ausgiebig auf den Prüfstand stellen wird. Schlaues kleines Scheißerchen, das sie doch ist. Und ich nehme ihr das nicht einmal krumm. Ich weiß das sie Zäune auf Strom testet, Holzzäune auf ihre Stabilität, und festen Glaubens ist, das man jedes Wildschwein verfolgen muss, das durch den Zaun prescht.
Ebenso ist sie im Umgang mit Heuraufen, Stallzubehör oder Wänden oft so grazil wie ein Elefant auf Drogen. Ich nenne sie nicht umsonst oft auch Panzerlein. Sie meint das nicht böse, sondern ist einfach nur ein Bewegungsdeppchen, das sich seiner Kraft nicht bewusst ist.
So kommt es also oft genug dazu das ich Sachen entweder sehr stabil bauen muss, oder sie ab und an auch mal aus Versehen zerlegt werden. Natürlich könnte ich mir dann die Schuld geben, schließlich habe ich dann nicht stabil genug gebaut. Trotzdem mache auch ich mir dann das ein oder andere Mal Luft, wenn sie wieder etwas angestellt hat. Meist sind die Namen die ich ihr dann gebe nicht gerade freundlich:
Kackbratze, Arschlochpferd, Panzer, Dämel … Naja, was einem dann gerade so in den Sinn kommt. Glaubt man den Psychologen, dann ist Fluchen sogar gesund! Es wirkt befreiend und nimmt den Druck aus der Situation in der man gerade steckt.
So betrachtet man die ungeliebte Situation, verflucht sein sonst so geliebtes Pferd und kann sich danach voller Elan an die Arbeit machen.

Und das Pferd?
Dem ist das piep egal. Ob ich es in dem Moment als Schlampinchen, Kackbratze oder schnurzelpubsige Kaffeetasse tituliere. Allein der Tonfall und unsere Körpersprache lassen unsere Pferde wissen, dass sie etwas ausgefressen haben. Denn unsere Pferde sind ja nicht blöd, selbst wenn wir es in diesem Moment Schatzilein oder Hasenpfötchen nennen würden, unsere Körperhaltung wie unser Tonfall zeigen deutlich das wir angefressen sind.
Umgekehrt ist es genauso, wenn wir unser Pferd lobend ansprechen, oder wenn wir glücklich sind, dann merken sie das ebenso an Tonfall und Stimme. Und wenn ich voller Freude ein »mein süßes kleines Arschlochpferd« säusele, dann wird das Pferd dies nicht negativ auffassen.
Anders sehen das einige Pferde Helikoptermuttis. (Ich weiß schon jetzt das ich in den Kommentaren wieder gefressen werde.) Diese bekommen doch glatt einen Hasskasper, wenn andere Personen ihre eigenen Pferde mit etwas unliebsamen Spitznamen titulieren. Wohl gemerkt andere Personen ihre eigenen Pferde. Etwas das sie eigentlich soviel angeht wie ein Sack Reis in China …
Da wird dann von mangelndem Respekt geredet. Dass man seine Pferde nicht liebt und schätzt usw. Das man sein Pferd nicht verdient habe und dass man damit nicht umgehen kann und sollte. Die Vorwürfe sind schier endlos.
Ich kann dazu nur folgendes sagen:
Ich liebe meine Pferdeherde, die ich liebevoll »die Liebies« nenne. Aber ich liebe sie auch als Kackbratze, ich liebe mein Poppsofa, ich liebe meine Flittchen und ich schätze und respektiere sie sehr.
Dennoch besitze ich Humor. Auch wenn die oben genannten Kosenamen manchmal nicht so nett sind, meine Pferde haben damit kein Problem. Zumindest schreiben sie deswegen nicht jede Nacht Bittbriefe an die Peta, oder ertränken ihr Leid in eimerweise Leckerlis.
Nein, sie haben mit den Namen keine Probleme.
Wir haben eine tiefe und innige Beziehung zueinander, die man nicht an Kosenamen festmachen kann.
Von daher kann ich nur allen Pferdebesitzern raten, die Kosenamen nicht zu eng zu sehen. Jeder kann sein Pferd doch nennen wie er möchte. Aber sich darüber aufregen, wie jemand Anderes sein eigenes Pferd tituliert, ist doch unsinnig.
Denn nur anhand eines Kosenamens kann man nicht die Beziehung beurteilen, die Pferd und Besitzer zueinander pflegen. Unflauschige Kosenamen dienen manchmal als Druckabbau. Manchmal entschärfen sie Situationen und manchmal dienen sie einfach nur dem Humor. Von daher übertragt nicht eure Ängste auf andere Pferde / Besitzer – Konstellationen, das ist wegen eines Spitznamens zu 99 % nicht nötig.
Seht es einfach mit Humor!

In diesem Sinne, wünsche ich allen Kackbratzen und Arschlochpferden samt ihren Besitzern ein wunderschönes Wochenende.

Flauschige Grüße
Celeste

kackbratzen

Wie man eine Bremsenfalle baut

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal wollen wir wieder einmal etwas basteln, denn eines sei gewiss, Sommerzeit ist Bremsenzeit. Und kaum etwas ist derart widerlich wie Bremsenbisse, egal ob für Mensch oder Pferd. Natürlich gibt es im Handel schon fertige Bremsenfallen, nur sind diese in der Anschaffung meist nicht sehr günstig. Und da man bei großen Weiden, oft mehrere Fallen braucht, summiert sich das dann schnell.

Also starten wir einen kostengünstigen Bastelversuch.

Ich habe bewusst mit den günstigsten Materialien gearbeitet, aber werde in den Arbeitsschritten auch immer mal wieder eine Faulschlumpf-Alternative anbieten, die zwar etwas teurer ist, aber einige Bastelschritte erleichtert.

Fangen wir einfach mal an …

Wir benötigen:

Bremensfalle_1

  • 2x weißes Fliegennetz (ca. 2,00 €)
  • 1x breites Klebeband wenn möglich weiß/silber (ca. 1,00 €)
  • 1x Kordel in schwarz (ca. 1,00 €)
  • 1x Silikon (ca. 2,00 €)
  • 1x Hula-Hoop-Reifen (2,99 €)
  • 1x leere Plastikflasche
  • 1x leeren Plastikeimer von Joghurt oder Grumbeere Schnitten – auch Reibekuchen genannt 😉
  •  Einen schwarzen Gymnastikball. (4,90 €)

Nachdem ich X Geschäfte abgeklappert habe und von zartrosa bis giftgrün alle Farben angeboten bekam, aber eben kein schwarz, habe ich kurzerhand bei Amazon bestellt. Dort gibt es den Ball schon zu unschlagbaren 4,90 €.
Da man eh meist mehrere Fallen baut, lohnt sich da eine Bestellung ungemein.
Nett ist die mitgelieferte Pumpe.
So nachdem wir nun voller Motivation alle Materialien zusammengestellt haben, geht es endlich los.

Zuerst pumpen wir den Ball auf. Schön ist, wenn man eine grössere Pumpe hat, wenn nicht, geht auch die mit gelieferte Handpumpe. Zumindest wenn man eine halbe Stunde Zeit einplant. Währenddessen ist man damit beschäftigt das Kopfkino zu verdrängen, was die wiederkehrende Handbewegung auslöst.
Ist der Ball einmal aufgeblasen machen wir einen Sitztest, um zu sehen ob er prall genug gefüllt ist und die Luft drin bleibt. Schnell stellen die meisten von uns dabei fest, dass an uns weder eine Ballerina noch eine Kunstturnerin verloren gegangen ist und wir darauf rum krebsen wie eine betrunkene Schildkröte. Somit wissen wir sicher das der Ball nur bei einer Bremsenfalle gut aufgehoben ist.

Wir nehmen also die Kordel und führen sie einmal um den Ball, verknoten sie und wiederholen das wie bei einem Geschenk mehrfach.
2 lange Schnüre behalten wir über, diese brauchen wir später noch.

Das schaut dann so aus:

Bremenfalle_2

Eine Katze gehört übrigens nicht zur Bastelarbeit und ist auch nur bedingt hilfreich!

Falls jemanden diese Kordelarbeit zuviel ist, gibt es hier die Faulschlumpf-Alternative:
Anstatt einer Kordel kann man ganz einfach ein schwarzes grobmaschiges Heunetz wählen.
Heunetz auf, Ball rein, Kordeln zugezogen.
Schwarze Heunetze gibt es hier.

O.k., der Ball ist nun sicher verpackt, nun müssen wir uns an den Auffangbehälter machen, denn die kleinen Scheißerchen sollen ja nicht nur angelockt, sondern auch gefangen werden.
Dazu brauchen wir die Plastikflasche. Diese schneiden wir wie auf dem Bild einmal in der Mitte durch. So bekommen wir einen schönen Trichter der aber noch eine Taille besitzt.

Bremenfalle_3

Dann nehmen wir das Eimerchen und drehen ihn um. Auf dem Boden setzen wir die Plastikflasche an und zeichnen den Umriss einmal auf.
Nach dieser Vorgabe können wir dann den Boden ausschneiden:

Bremsenfalle_4

Einmal ausgeschnitten führen wir die Flasche von oben in durch die Öffnung. Die Oberseite der Flasche schaut dann Richtung Deckel, die Taille schaut unten aus dem Eimer raus.

Bremsenfalle_5

Etwas Klebeband hilft, um die Flasche besser zu fixieren. Im Inneren des Eimers nutzen wir dann das Silikon und dichten alle Ränder zwischen Eimerboden und Flasche ab. Das ist wichtig, da wir später Wasser mit Spülmittel einfüllen wollen, und es wäre sinnvoll, wenn dann der Behälter auch dicht ist.

Bremsenfalle_6

Die Faulschlumpf-Alternative zu dem Behälter:
Hier kann man fertige Bremsen bzw Wespenfallen nutzen.
Erhältlich sind diese hier recht günstig im 2er-Pack.

O.k., weiter geht es, bevor uns die Motivation verlässt.
Nun schnappen wir uns den Hula-Hoop-Reifen und befestigen daran die Fliegennetze.
Ich habe sie einfach grob vernäht. Das war mit Nadel und Faden in 10 Minuten erledigt. Ja, bei mir waren es ein paar Minuten mehr, aber nur weil ich dauernd meine Katze vertreiben musste, welche immer auf dem Fliegennetz liegen wollte.

Den Anfang hatte ich kurz mit Klebeband fixiert und danach einfach immer wieder mit Nadel und Faden um den Reifen/Fliegengitter rum.

Bremsenfalle_7

Die Faulschlumpf-Alternative zur Befestigung des Netzes am Reifen sind Kabelbinder.
Diese bekommt man zu einem Spottpreis und sie sind vielseitig einsetzbar.

Fertig schaut das dann so aus, und ja, die Katze liebt das Fotobombing:

Bremsenfalle_8

Die Faulschlumpf-Alternative zum Hula-Hoop-Reifen/Fliegennetz wäre ein fertiger Reifrock.
Diese bekommt man auch in Kindergrößen zu einem recht angenehmen Preis. Das erspart die Fummelarbeit. 😉
Nun wird es tricky, denn der Behälter muss an den Ball.
Hier hatten wir ja 2 lange Schnüre übrig gelassen. Diese knoten wir nun links und rechts an dem Henkel fest und fixieren die Schnüre noch mit Klebeband. Das schaut dann so aus, nicht schön, aber soll es auch nicht:

Bremsenfalle_9

 

Schön ist, wenn man hier eine helfende Hand hat, außer einer Katzenpfote.
Der Reifen wird unter den Ball gelegt, das Fliegennetz darüber zusammengefasst und so positioniert, dass der Reifen später auf der Mitte des Balles hängt.
Das Fliegennetz führen wir zusammen und binden ihn an der Flaschentaille mit einem Faden/Kordel fest.

Bremsenfalle_10

Das überschüssige Fliegennetz kürzen wir mit der Schere und kleben den Rest mit dem Klebeband am Eimer fest. Damit gewinnen wir zwar keinen Schönheitswettbewerb, aber es schaut dann ordentlich aus.

Und eigentlich sind wir damit auch schon fertig:

Bremsenfalle_11

Am Stall hängen wir die Falle dann an einer sonnigen Stelle auf. Damit wir den Bremsen auch wirklich an den Kragen gehen, befüllen wir das Eimerchen mit etwas Wasser und einem Spritzer Spülmittel. Hier war es sinnvoll das wir einen Eimer mit Deckel gewählt haben, denn so lässt sich die Falle leichter entleeren und wieder nachfüllen. Denn bei den oft gezeigten Flaschenvarianten ohne Eimer und Deckel würde ich wohl bei meinem Glück regelmäßig in Bremsenpampe baden, wenn ich diese auseinander friemel.

Für das Nachfüllen ist eine schon vorbereitete Wasserflasche mit Spülmittel sinnvoll. Dann muss man nicht erst auf der Weide mit Spülmittel hantieren und hat schon alles griffbereit.

So meine lieben, ich hoffe, die Anleitung hat euch gefallen.
Flauschige Grüße
Celeste

 

Lieber Wettergott, du kannst mich mal ganz gepflegt puscheln

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt die Gewitter wie auch die Regenfluten schadlos überstanden? Auch wenn unser Dorf am Montag mächtig überschwemmt wurde, und auch die Stadt sehr unter den Regenmassen gelitten hat, habe ich hier in der Region doch mächtig Glück gehabt. Nicht zuletzt ist dieser Umstand auch den fleißigen Mitarbeitern der Feuerwehr, wie auch ihren Helfern, zu verdanken. Auf diesem Wege also ein virtuelles »Danke« für euren unermüdlichen Einsatz und eure Hilfe!

Einige Städte haben nicht so viel Glück gehabt, ebenso einige Ställe. Schaut man durch die Gruppen, sieht man überflutete Weiden und Paddocks. Manche Offenstallpferde mussten der Sicherheit wegen kurzfristig in andere Ställe umquartiert werden. Andere leben mit den Wassermassen und arbeiten täglich dagegen an. Gut bewaffnet mit Besen und Schaufeln, Gummistiefeln und Regenjacken. Alles mit dem Fazit, das es langsam genug Regen ist!

Früher zu Pensionszeiten habe ich das alles deutlich leichter genommen.

  • Ein Gewitter zog auf?
    Der Stallbetreiber sorgte dafür, dass die Pferde von der Weide in den Stall kamen.
  • Ein Sturm zerlegte den Zaun oder das Stalldach?
    Der Stallbetreiber würde alles wieder richten. Wie von Zauberhand kaufte sich das Material alleine ein, und auch die Reparaturarbeiten waren meist schon erledigt, wenn man sein Pferd besuchte.

Sicher bot man hier und da Hilfe an, aber die Kosten wie auch die Verantwortung lagen alleine bei dem Stallbesitzer. Und ich gestehe, da ich bei 7 Pferden damals jeden Monat eine beachtliche Summe zahlte, genoss ich das Rundum-sorglos-Paket in vollen Zügen. Weder Sturm noch Gewitter bereitete mir mehr Sorgen als ein Schulterzucken, mit dem Wissen, das der Stallbesitzer alles schon richten wird.

Doch irgendwann wechselt man in die Selbstversorgung und erfreut sich an seinem eigenen Stall. Aber mit dem Stall kommt nicht nur die Freude alles alleine entscheiden zu dürfen, sondern auch die Kosten und die Verantwortung, alles alleine entscheiden zu müssen. Und so stehen wir bei jedem Gewitter und jedem Starkregenschauer am Fenster und beten das es langsam ein Ende haben möge.

Zu tief sitzt die Angst, dass es immer schlimmer wird, …

  • Dass der Regen Stall und Weiden überflutet.
  • Dass ein Blitz bei den Pferden einschlägt.
  • Dass ein Sturm Stall und Zäune zerlegt.
  • Dass die Weiden trotz Wetterwechseln gut nachwachsen.
  • Dass sich die Unwetter oder die Hitzeperioden auf die Heuernte auswirken.
  • Dass die Unwetter die Pferde verschrecken und in Panik und Angst versetzen, im schlimmsten Fall zur Flucht von Paddocks und Weiden veranlassen.

Und geprägt durch Unwetter und Überflutungen brennt sich diese Angst schleichend ein. Jedes Unwetter wird kritisch betrachtet. Jedes Gewitter mit Argusaugen beobachtet.

Schon türmen sich dann die Fragen in den Gruppen:

  •  Pferde bei Gewitter rein oder raus?
  • Strom auf den Zäunen an oder aus bei Gewitter?
  • Weide mit oder ohne Bäume bei Sturm?
  • Weide oder Paddock bei Starkregen?
  • Decke bei Regen trotz Temperaturen von 15 Grad plus?

Und plötzlich merkt man, dass man mit seinen Sorgen nicht alleine ist, sondern dass es vielen weiteren Selbstversorgern ähnlich ergeht. Man stellt fest, dass man kein Angsthase oder eine Pferde-Helikopter-Mutti ist, sondern dass man sich einfach seiner Verantwortung seinen Tieren gegenüber bewusst ist.

Fakt ist, das Wetter hat sich verändert.
Mit unseren sorglosen Sommern voll Sonnenschein, und ab und an ein wenig Regen wie von 35 Jahren, hat das nichts mehr zu tun. Die Meteorologen haben sehr klare Worte für die Klimaveränderung gefunden, und auch wir Pferdebesitzer müssen uns dieser Veränderung anpassen. So versuchen wir unsere Lieben zu schützen, soweit dies möglich ist.

  • Wir sichern den Stall nach besten Möglichkeiten gegen Sturm.
  • Wir checken alle Bäume auf den Weiden nach morschen Ästen die sich im Sturm lösen könnten.
  • Wir achten auf eine stetig gut gespannte Litze bei Stromzäunen.
  • Ebenso lassen wir das Stromgerät auch bei Gewitter an. (Lieber ein zerlegtes Stromgerät als ein zerlegter Zaun da stromlos)
  • Wir lassen die Offenstallpferde auch bei Gewitter draussen, denn wir wissen der Blitz kann nicht nur auf der Weide, sondern auch im Stall einschlagen. Somit überlassen wir den Pferden die Wahl, wo sie bei Unwetter sein möchten, statt sie wegen unserer eigenen Ängste einzusperren.
  • Wir versuchen nicht zur Übermami zu mutieren, sondern geben unseren Pferden die Wahl, welche die Unwetter meist besser gelaunt überstehen als wir selber.

Und wenn doch mal Land unter ist und etwas beschädigt oder zerstört wird, dann bauen wir es eben wieder auf! Wie sind Selbstversorger und oft auch Offenstaller. Wir wissen wie man Zäune zieht. Wir wissen wie man einen Stall baut. Wir wissen wie man notdürftig etwas repariert oder instand setzt.
Was auch immer uns ereilen wird, wir werden damit fertig!

Und sollte es uns einmal dreckig gehen, dann wissen wir, dass wir nicht alleine sind. In vielen Gruppen findet dazu ein wirklich netter Austausch statt.
Sollte es euch dennoch eimmal über den Kopf wachsen und ihr sucht ein offenes Ohr, dann dürft ihr mich auch gerne einmal anschreiben und euch ausheulen.
Denn wir sind Selbstversorger, wir basteln aus dem Inhalt unserer Autos in 5 Minuten eine Heuraufe. Mit dem schlechten Wetter und seinen Folgen werden wir auch noch fertig!

Flauschige Grüße
Celeste

wettergott

Albtraum: Trainer

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder.
Ich hoffe, euch geht es so weit gut, und ihr und eure Lieben habt die Gewitter gut überstanden! Denn auch wenn ich mich für Weiden und Heuwiesen über Regen freue, mag ich Gewitter nun wirklich nicht. Während meine Pferdebande völlig entspannt ist, sind Gewitter für mich ein echter Albtraum. Aber o.k., ich stehe dazu, dass ich dahingehend ein Schisshase bin. Schließlich gibt es dümmere Dinge, vor denen man sich fürchten kann.

Eins dieser Dinge sind zum Beispiel Bereiter und Trainer.

Liest man durch verschiedene Gruppen und Foren, dann stößt man immer wieder auf Aussagen, welche die Bereiter und Trainer mit den 4 Reitern der Apokalypse gleichstellen. Frei dem Motto: Außer Leid und Verderben bringen sie nichts Gutes, aber kosten viel Geld. Einige Pferdebesitzer haben schlechte Erfahrungen mit Bereitern und Trainern gemacht, und sind somit gebrannte Kinder. So halten die Pferdemuttis dann lieber die beschützende Hand über ihre Pferdekinder und nehmen die Ausbildung selbst in die Hand. Auch wenn das manchmal eher schlecht als recht umgesetzt wird, so geschieht das doch, weil man seinen Liebling keinem Fremden mehr anvertrauen will. Zudem ist man festen Glaubens, dass die horrenden Trainer Gebühren eh nur dazu dienen sich zu bereichern.

Doch wie sieht es in der Realität aus?
Schlucken wir doch einmal die rote Pille und lenken unseren Blick über die Matrix hinaus: Oft ist es so, dass man nicht alle Ausbildungswege mit seinem Pferd, ohne Hilfe beschreiten kann. Denn meist ist es nicht ausreichend wenn man ein guter , oder auch sehr guter Reiter ist. Denn reiten können, heißt nicht automatisch das man auch lehren und ausbilden kann.  Und einem Pferd neue Ausbildungsschritte vermitteln wollen,  kann ohne Vorwissen manchmal ganz böse in die Hose gehen.

Das ist wie in der Schule. Es gibt Schüler, die auch trockenen langweiligen Schulstoff verstehen, und brav und stoisch umsetzen. Ebenso gibt es aber die Klassenclowns, die einen auf dicke Hose machen und dem Lehrer auf der Nase rum tanzen. Hat man dann nicht den Arsch in der Hose und setzt sich durch, dann kann es sehr ungemütlich werden, wenn einem das 600 kg Pferd auf der Nase rum tanzt. Und nicht jeder Pferdebesitzer hat schlicht weg die Ahnung und das Wissen mit einem Klassenclown umzugehen. Hier braucht es also einen Trainer / Bereiter, der dem Pferd ruhig und konsequent vermittelt das es nicht das heißeste Wiener Würstchen ist.

Doch warum kommt es immer wieder zu Diskrepanzen und Abneigungen gegen Trainer und Bereitern?

Nun machen wir uns nicht vor, in der heutigen Zeit darf sich fast alles »Trainer« schimpfen.

  • Auf dem Ponyhof ein paar Ponys geritten?
  • Als junges Mädchen auf ein paar Jungpferden rum gehöppelt?
  • An einem Wochenendkurs bei einem bekannten Reiter teilgenommen?
  • Ein Furypony vom Steigen abgehalten?
  • Oder wahlweise mit Hüfchen heben und Leckerlis Steigen beigebracht?
  • Im Walle-Kleidchen und Mate Tee mit alternativen Walgesängen um die Pferde rum getanzt?

Juhuuu! Wir schimpfen uns Trainer und locken mit wilden Versprechen und günstigen Preisen unser Publikum an.

Wer die Dienste solcher Scharlatane in Anspruch nimmt, bekommt natürlich nicht wirklich eine vernünftige Ausbildung. Trotzdem fallen immer wieder unzählige Pferdebesitzer auf solche »Trainer« rein. Weil diese viel versprechen, wenig kosten und so viel Zeit haben, um jederzeit in den heimischen Stall zu kommen.

Ebenso gibt es aber auch Trainer vom Fach, die wirklich eine gute Ausbildung genossen haben, mit denen man aber nicht glücklich wird. Denn nur weil man X Kurse belegt und Auszeichnungen hat, samt einer eigenen Anlage, hält einen das nicht ab menschlich ein Idiot zu sein, der nur auf Geld aus ist.

Daher muss man genau wissen, wie man einen passenden Trainer auswählt.

Ein guter Trainer:

Ist nicht billig
Denn wer aus Nächstenliebe umsonst Pferde ausbildet, hat irgendwann keine Zeit mehr, da er mit Pferden überhäuft wird. Außerdem bezahlt Nächstenliebe keine Rechnungen.

Wird nicht unbedingt in nächster Nähe des eigenen Stalles sein
Auch wenn wir es uns noch so sehr wünschen. Nicht jeder gute Trainer kommt in den heimischen Stall. Oft nehmen sie die Pferde für Monate mit in den eigenen Trainingsstall, da sie täglich mit mehreren Pferden arbeiten und nicht täglich von Pferd zu Pferd reisen können.

Bestimmt zusammen mit dem Besitzer die Trainingsziele
Das Pferd aber bestimmt den Zeitplan wie diese umgesetzt werden.

Schulen wenn nötig die Besitzer mit
Der Besitzer wird wenn möglich parallel auf einem gut ausgebildeten Schulpferd geschult, während das eigene Pferd in Ruhe vom Trainer ausgebildet wird. Später werden beide zusammengeführt, wenn der Ausbildungsstand beider zusammenpasst.

Lässt jederzeit Besuch zum Training zu
Aber er wird nicht 24/7 unter Beobachtung stehen wollen, noch das der Besitzer 24/7 Hüfchen hält bei seinem Schützling.

Wird ehrlich sein
Er wird den Besitzer darauf hinweisen, wenn sich gewisse Probleme nur durch Tierarzt/Schmied lösen lassen.

Oft scheitern Trainer / Besitzer Konstellationen auch an falschen Vorstellungen und Wünschen. So erwarten viele Besitzer einen Trainer, der das Pferdekind auf den Händen trägt. Der es genauso liebt und verhätschelt und natürlich nach den eigenen Vorgaben ausbildet.

Frei dem Motto: »Also das Puschelchen das darf nicht zu hart angefasst werden. Sicher beißt und steigt der mal, aber wenn man den dann mit einem Leckerchen lockt, dann ist alles wieder gut. Der soll mit mir ja auch nuuuur als Freizeitpferd in den Wald gehen. Natürlich ohne Sattel, denn der mag den Gurt einfach nicht. Deswegen beißt der dann. Nicht weil der Sattel so schlecht sitzt, wie immer behauptet wird. Und wenn der abends nicht in die Box will, dann liegt das am falschen Feng Pfui. Da muss man ihn dann eben einfach lassen …«

Das vernünftige Trainer solchen Vorgaben und Angaben nicht folgen werden, ist verständlich. Ebenso das die Besitzer oft angepuschelt reagieren, wenn ihr armes Hascherln so streng, oder eher konsequent in den Senkel gestellt wird. Oft wird dann unter großem Gezeter der Trainer gewechselt und als Tierquäler tituliert.

Danach tanzen Pferd und Besitzer lieber zusammen ihre Namen, als weiter an der Ausbildung zu arbeiten. Schließlich muss sich das arme Purzelchen doch von den Erziehungsversuchen derart erholen, dass er nachts Bittbriefe an die Leckerli-Firmen schreibt.

Umgekehrt haben es auch viele Trainer nicht leicht.

Denn sie stecken viel Arbeit und Mühe in, oft unerzogene, Pferde, nur damit der Besitzer später Daheim wieder alles wie gewohnt weiter macht. Viele Besitzer wollen sich oft nicht ändern, und erwarten von den Trainern wahre Wunder.

Klappen die Sachen dann beim Trainer, aber Daheim nicht mehr, wenn sich die alten Gewohnheiten eingeschlichen haben, dann ist wie immer, der Trainer schuld.

Schließlich wäre es auch zu erniedrigend wenn man sich eingestehen muss das man selber das Problem ist. Und fragen dann die Stallnachbarn, warum Purzelchen immer noch der Sausack vor dem Herrn ist, dann schiebt man lieber die Schuld auf den Trainer. Der hat ja schließlich »so gar nichts erreicht und wollte nur Geld verdienen«.

Ein Trainer Trauma dient dann als weitere Ausrede für jedes schlechte Benehmen von Purzelchen.

Von daher Augen auf bei der Trainerwahl!

Es obliegt eurer Sorgfalt, einen guten Trainer auszusuchen. Ja, es wird vielleicht viel Geld kosten, und mit großer Wahrscheinlichkeit wird der Wunschtrainer nicht in eurer Nähe sein. Mitunter werdet ihr euren Zögling von eurem Rockzipfel lösen müssen und eure eigene Besorgnis bei Seite schieben, wenn ihr ihn zu einem Trainer in den Stall bringt.  Aber seid ehrlich zu euch selbst, und vor allen Dingen zu eurem Trainer. Besprecht alle Wünsche und Ziele, und bringt euch in die Arbeit mit ein. Nur bitte nicht als Überwachung des Trainings sondern als Arbeit und Lektion für euch selber. Nutzt die Chance zu lernen und aus alten Gewohnheiten auszubrechen.

Und sollte das Geld oder der passende Trainer momentan nicht in Reichweite sein, dann macht eine Trainingspause, statt selber rum zu murksen. Nutzt die Zeit um Geld zu sparen, euch weiterzubilden und den passenden Trainer zu finden.
Sollte er zu weit weg sein, könntet ihr mit dem Pferd ggfs. zusammen einen Urlaub dort einplanen.

Nutzt die Chance euren Pferden zuliebe. Denn nicht alle Trainer sind böse oder schlecht.
Flauschige Grüße
Celeste

albtraum Trainer

 

Eine herrlich unperfekte Welt

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ist es bei euch auch so sonnig und warm? Ich gestehe, mir ist im Moment wirklich heiß. Wenn ich gleich zu meiner Bande fahre, weiß ich jedoch das sie gut geschützt unter den Bäumen schlafen. Das machen sie tagsüber sehr gerne, und nachts, wenn es dann kühler ist, futtern sie ihr Gras und höppeln beschwingt über die Weide.
Das führt oft dazu das die Spaziergänger ein etwas verfälschtes Bild von der Bande haben.

  • Oh die sind sicher alt, die schlafen ja nur
  • Denen ist ja langweilig, weil die nur dumm rum stehen auf dem Gras
  • Die bewegen sich ja nie und kommen auch nicht wenn ich rufe, die sind bestimmt nicht mehr gesund

Nein, meine Damen und Herren, die sind einfach knacke faul! Und genau das wäre ich auch, wenn ich die Wahl hätte. Wie gerne würde ich es meinen Pferden gleich tun und tagsüber in der Hängematte unter den Bäumen Siesta halten. Und alle Arbeit in die kühlen Abend- oder Morgenstunden verlegen.
Meine Offenstallbande hat es da wirklich gut, da sie sich ihre Zeit einteilen kann, wie sie mag, und ich gönne ihnen diesen Luxus von Herzen. So kann der Schein also trügen, wenn die vermeintlich alten faulen Rentnerpferde dann abends oder früh morgens vergnügt über die Weide hüpfen, statt sich mit einem Rollator nach Luft japsend von Grashalm zu Grashalm zu schieben.

Und der Schein trügt häufiger, als man glaubt. Eine ebenso charmante Aussage von Spaziergängern, die nur sporadisch auftauchen ist immer wieder:
»Ich sehe dich aber niiieee bei den Pferden.« dicht gefolgt von »Ich sehe dich aber niiieee reiten.« Äh ja und ich sehe dich nie einkaufen, für deinen Mann kochen, und beim Pimpern hab ich euch auch noch nicht zugesehen. Merkste was?
Als Selbstversorger bin ich natürlich nicht an die gängigen Öffnungszeiten eines Pensionsstalles gebunden. Das gibt mir die Möglichkeit die tägliche Versorgung so zu planen, dass es für die Pferde als auch meinen Zeitplan optimal ist.
Nicht selten fällt daher die – wenigstens 2x tägliche – Versorgung auf Zeiten frühmorgens, wenn so mancher Spaziergänger noch im Bettchen liegt. Oder ich versorge sie spätabends, wenn sie wieder daheim auf dem Sofa sitzen.
Ähnlich ist es mit meiner freien Zeit zum Reiten. Denn ich gestehe, dass diese bedingt durch meine Selbstversorgung manchmal knapper ausfällt, als mir lieb ist. Dennoch ist auch diese dann meist frühmorgens um Mücken und Bremsen weitläufig aus dem Weg zu gehen. Nur liegen meine Stalkingfreunde dann meist noch im flauschigen Bettchen.
Vielleicht sollte ich demnächst dann doch mal dort vorbei reiten und sie aus dem Bett klingeln?
Nein, so gemein bin ich natürlich nicht.

Aber das Auge des Betrachters ist immer so eine Sache, man sieht es oft genug im Internet. Ein gepostetes Bild wird schnell zerrissen ohne das man nach den Hintergründen fragt. Phrasen und Allgemeinlösungen werden in den Raum geworfen, ohne das Problem genauer zu betrachten.
Eine Aussage, die mich immer wieder erheitert, ist:
»… und dann stehen die Pferde bestimmt noch in einem windschiefen Unterstand, der mal eben zusammen gezimmert wurde.«
Wenn ich das lese, muss ich immer wieder schmunzeln. Denn auch mein Offenstall ist alles andere als perfekt. Ich hatte erst letztens wieder eine spannende Unterhaltung mit einem Mann der auch zuerst meinte: »Oh, die eine Seite da ist es aber schief.« Und ob die schief ist, denn ein Standbalken ist dort zu Bruch gegangen und das Dach an der Stelle etwas runter gesunken. Natürlich wurde der Balken getauscht, alles neu gemacht. Weitere Balken samt einer neuer Wand eingezogen. Aber das schwere Dach konnte ich alleine nicht mehr hoch hebeln. Also ist die eine Ecke eben etwas tiefer.
Stört mich nicht, stört die Pferde noch weniger, und hält bombenfest. Das musste dann auch mein Kritiker anerkennend einsehen, als er sich alles ganz genau ansah.
Und das Amüsante ist, für einen Außenstehenden wirkt es vielleicht windschief, ich weiß aber das alles hält und in Ordnung ist. Und was noch viel wichtiger ist, diese Stelle erinnert mich jedes Mal daran, das mein Pferd überlebt hat! Denn der Balken wurde zerstört als diese sich voller Schmerz dagegen warf als sie eine Ripper Attacke überlebte.
Genauso ist es mit ihrem Bein. Andere sehen eine vernarbte Wunde, unperfekt, sicher nicht schön. Ich sehe mein geliebtes Pferd, das diese Aktion vor 10 Jahren mit einer Not-OP überlebte. Die Narbe ist für mich nicht hässlich, sondern ein Zeichen, das wir diesen Kampf zusammen geschafft haben! Für viele Menschen wäre sie so nicht mehr perfekt, für mich ist sie einzigartig und wunderschön.

Oder mein Auto. Oh weh, das ist weit von Perfektionismus entfernt. Im Fußraum sammeln sich Gras und Erde, auf der Rückbank ist alles voller Heuhalme. Im Kofferraum stehen meine Wasserkanister, die seit 12 Jahren ihren Dienst tun. Im Fußraum der Rückbank finden sich von Halftern über Putzkoffer und Hufwerkzeug, das Erste-Hilfe-Set, bis hin zur Ast- und Heckenschere. Und dazu X Meter Litze, Isolatoren und Griffe. Ja, ich entschuldige mich jedes Mal, wenn mein Auto ungeplant in die Werkstatt muss. Aber mittlerweile wissen auch die, dass ich ein Pferdeauto habe.
Sie wissen, dass meine Welt vom Pferd geprägt ist und somit auch mein Auto. Das perfekte Tussieauto in Pink, das immer glänzt, kann ich leider nicht bieten, aber das will ich auch nicht.

Natürlich bleiben auch Einkäufe in Stallkleidung nicht aus. Und mag es sicher auch mal das eine oder andere Raunen an der Kasse hinter mir geben, so lebe ich damit, dass ich unperfekt bin. Ich schaffe es eben nicht nach dem Stall noch Heim zu fahren, zu duschen, mich umzuziehen, fertig zu stylen und dann erst einkaufen zu fahren. Nur um mich danach, wenn ich am Stall bin, gleich wieder einzusauen. Denn wir kennen es ja alle: Man braucht ein Pferd nur auf 200 m anzusehen und schon hat man seine sauberen Sachen versaut.
Nein sorry, ich kaufe eben auch in Stallsachen ein. Ich Luder ich.
Und dabei fühle ich mich nicht weniger fehl am Platz, als ein Bauarbeiter der nach Teer muffelnd den Laden betritt. Oder eine hoch gestylte Dame, die in ein Parfüm gefallen ist. Ein Hoch hier auf meine bevorzugten Supermärkte, die mich in Stallkleidung genauso nett bedienen wie in normaler. Nur das sie mich dann gestylt meist nicht mehr erkennen. 😉

Ich lebe also in einer herrlich unperfekten Welt.

  • Eine Welt, in der Pferde Schönheitsmangel haben dürfen.
  • Eine Welt, in der ein Stall nicht perfekt aussehen muss.
  • Eine Welt, in der ich nicht nach der Stechuhr reiten oder füttern muss.
  • Eine Welt, in der auch mein Auto oder meine Kleidung zeigen dürfen, das ich vom Pferd komme.
  • Eine Welt, in der die Pferde einfach Pferd sein dürfen.

Und schauen wir uns einmal in anderen Ställen um wird es in jedem Stall etwas geben das nicht perfekt ist.
Mag uns die Facebook-Gemeinschaft doch oft mit Worten und Bildern blenden, und eine perfekte Welt vorgaukeln: In jedem Stall gibt es eine Schmuddelecke oder etwas das nicht gänzlich perfekt ist.
Aber das ist nicht schlimm, denn wir müssen nicht perfekt sein! Eine Schmuddelecke kann davon zeugen, dass man lieber Zeit mit seinem Pferd verbracht hat, statt aufzuräumen.
Ein Pferd, das etwas mäkelig auf Bildern ausschaut, kann sich in der Erholungsphase befinden, welche der Besitzer mit Zeit und Mühe fördert. Es gibt viele Dinge, die nicht perfekt sind, und es ist völlig egal, was die Anderen denken. Wichtig ist nur, dass es euren Pferden gut geht und diese optimal versorgt sind.

Meine Welt ist herrlich unperfekt und ich werde mich nicht dem Zwang nach Perfektion beugen.
Ich wünsche euch das Gleiche,
flauschige Grüße
Celeste

unperfekt