Trautes Heim, Glück allein?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es geht euch und euren Lieben gut? Mittlerweile ist der Winter deutlich zu spüren, und während ich mir bei der Stallarbeit den Hintern abfriere, genießen meine Pferde das frostig kalte Wetter.
Wenn ich dann meine Heunetze stopfe, mache ich mir so meine Gedanken. Oft kreisen sie um Themen und Aussagen denen ich immer wieder in den verschiedenen Gruppen begegne. Manche bringen mich zum Grübeln, manche zum Schmunzeln, und manche finde ich schon sehr traurig.
Eine Aussage, die mir in letzter Zeit vermehrt begegnete, war sinngemäß »das es nicht schlimm ist, wenn ein Fohlen alleine aufwächst«, gefolgt von Bekundungen und Lobpreisungen vieler Leser »deren Fohlen das ja auch nicht geschadet habe«. Das hat fast schon einen leichten Tenor von: »Mein Kind durfte auch im Keller Teppiche knüpfen, aber schau mal, wie gut es geraten ist«.
So etwas – also das alleine aufwachsen, nicht das Teppiche knüpfen – habe ich dann nicht nur einmal, sondern wirklich mehrfach in den verschiedenen Gruppen gelesen.
Und ich bin ehrlich, dann schaudert es mich schon ein wenig.
Sollte es nicht im Sinne unserer Fohlen und Jungpferde sein, diese möglichst artgerecht und gesunderhaltend aufzuziehen?
Das wäre dann im besten Fall eine Mutterstutenherde, in die das Fohlen hineingeboren wird.

Diese bietet enorme Vorteile für Stute wie Fohlen:

  • Es gibt mehrere Spielpartner im gleichen Alter, aber mit verschiedenen Charakteren vom Faulschlumpf bis zum Killerclown. So ist für jeden in der Gruppe ein passender Spielpartner vorhanden.
  • Die Fohlen können sich im Spiel probieren, Niederlagen wie auch Siege einstecken, was den Charakter formt.
  • Die anderen Mutterstuten fungieren als Tanten, welche von der sanftmütigen Mary Poppins bis zur fiesen Tante Berta, ein ausgewogenes Sozialverhalten des Fohlens fördern.
  • Die Fohlen spielen vermehrt untereinander und geben den Müttern somit mehr Ruhezeiten.
  • Die Fohlen werden schneller selbstständig, anstatt bei Muttern an der Milchbar zu kleben.

Und wenn die Zwerge dann abgesetzt werden, haben sie dank der Zeit in der Mutterstutenherde, schon ein ausgereiftes Sozialverhalten. Sie wissen wie man freundlich anfragt, wenn man toben oder spielen möchte. Sie haben gelernt, wie man mit ruppigen Spielkameraden umgeht, und ebenso auch, wie man einer gnarzigen Tante aus dem Weg geht.
Dies ist eine gute Vorbereitung um sie dann später in eine Jungpferdeherde zu entlassen, natürlich wieder unter der Aufsicht von Tanten und Onkeln.

Warum wählen also viele Fohlen und Jungpferdehalter bewusst die Einzelhaltung? Obwohl sie wissen, dass ihr Pferdekind eigentlich viel besser in passender Gesellschaft aufgehoben wäre?

Gründe hierfür sind zum Beispiel:

  • Man möchte sein Jungpferd nicht in fremde Hände geben.
  • Der eigene Stall ist vorhanden und man scheut die Kosten des Aufzuchtplatzes.
  • Ein guter Aufzuchtplatz ist weiter weg, was häufige Besuche ausschließt.
  • Man findet es nicht schlimm, wenn sein Fohlen nur mit älteren Pferden aufwächst.
  • Man missversteht, wie sinnvoll eine Herdenaufzucht wirklich ist.
  • Man glaubt, das sein Jungpferd nur bei einem selber sicher und behütet ist.

Ja, ich lese wirklich oft, dass man so schlechte Erfahrung mit Aufzuchtställen gemacht hat, dass man sein Fohlen eben lieber alleine aufwachsen lassen will. Der Rest der Herde soll es dann eben richten, das kann ja nicht so schlimm sein.
Nun mag es sicher ab und an gut gehen, aber Fohlen sind wie kleine Kinder. Sie wollen spielen und toben, raufen und zanken, Unsinn machen und kleine Siege einstreichen, oder lernen mit Niederlagen umzugehen. All dies braucht Spielpartner, die ihnen körperlich und geistig gewachsen sind und vor allen Dingen auch den ganzen Mist auch mitmachen wollen.
Mag es sicher ältere Pferde geben die wirklich gerne mit den kleinen Kackbratzen spielen und toben. Aber einem Großteil der meisten erwachsenen Pferde gehen diese kleinen Biester dauerhaft auf den Keks.
Das ist wie wenn man ein kleines Kind auf Erwachsene loslässt. Jeder spielt mal mit dem kleinen Jungen Fussball oder mit einem kleinen Mädchen Seilspringen, oder kocht in der Spielküche und trinkt imaginären Tee. Aber irgendwann geht uns als Erwachsenen die Lust, wie auch die körperliche Kondition aus. Und wenn uns dann ein kleines,  nervendes Kind immer wieder am Ärmel zupft, weil es mit uns spielen will, dann reagieren wir auch mal genervt oder unwirsch. Sinnvoller ist es dann, wenn ein Kind andere Kinder als Spielpartner hat, die mit ihm spielen toben und raufen, während wir dann die Erziehungsarbeit übernehmen.
Und ebenso gilt das auch für Pferdekinder.
Damit diese ihren Spieltrieb nicht an der ganzen Herde auslassen, ist ein passender Spielpartner die beste Wahl. So können die Zwerge miteinander spielen, und Tanten und Onkel bei Bedarf mitspielen, oder ihre Ruhe geniessen und nur zu kleinen Erziehungseinheiten einschreiten.
Das ist gerade dann von Vorteil, wenn auch ältere oder kranke Pferde in der Herde sind, denn für diese kann so eine kleine aufmüpfige Kackbratze schon eine enorme Belastung werden.
Ausnahme sind allerdings tatsächlich spielbegeisterte ältere Pferde. Ja, die gibt es wirklich. Erwachsene Pferde die nicht den Nanny Job, sondern den des Spielkumpanen übernehmen. Diese erziehen nicht sondern spielen wirklich. Leider sind diese aber seltener in den Herden als uns die heile Internetwelt vorgaukeln mag. Denn oft werden sie mit Herdenmitgliedern verwechselt die ab und an mitspielen, aber eben nicht dauerhaft. Hier muss man klar trennen ob das Herdenmitglied wirklich als dauerhafter Spielpartner geeignet ist, oder nicht doch besser ein Pferdekind im passenden Alter her sollte.
Hilfreich ist hier auf jeden Fall, wenn das Fohlen vorab das Sozialverhalten in der Mutterstutenherde erlernt hat. Dann klappt es nämlich meist viel leichter mit einem älteren Spielpartner. Aber wie im echten Leben ist ein Spielpartner schön, aber mehrere sorgen eben auch für mehr Spaß.

Welche Möglichkeiten hat man denn, um für weitere Gesellschaft zu sorgen?
Sinnig wäre an erster Stelle ein Platz in einer Mutterstutenherde. Hat man keine eigene kleine Zucht, dann sollte man bei einem Züchter anfragen, ob man einen Platz in der Herde bekommen kann. Denn allein die Zeit in der Herde bis zum Absetzen prägt das Jungpferd ungemein. Was es in dieser Zeit lernt, ist unschätzbar wertvoll und hilfreich für die Zeit nach dem Absetzen.

Alternativ ginge auch, dass man selber einen Pensionsplatz für eine tragende Stute anbietet, oder eine Leihstute eines Züchters zu sich nimmt.
Nach dem Absetzen wäre dann die Fohlenherde in Pension oder bei einem Züchter sinnvoll. Alternativ wäre auch hier wieder das man selber einen Pensionsplatz für ein weiteres Jungpferd anbietet, oder ein Leihpferd von einem Züchter.

Hier gilt wie immer: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. Und wenn man eh bedingt durch Zucht und Hengstauswahl einen näheren Kontakt zu größeren Züchtern führt, warum kann man dann nicht nach einem Aufzuchtplatz oder einem Leihpferd fragen?
Und ja, viele Aufzuchtplätze sind weiter weg oder schlecht geführt. Daher sollte man sich diese im besten Fall schon vor der Bedeckung ansehen und sorgfältig auswählen. Wenn ein Aufzuchtplatz weiter weg ist, so sind wenige sinnvoll genutzte Besuche sinnvoller als ein dauerhaftes betüdeln.

Auch wenn ich ein Freund davon bin das Jungpferde in kleinen Lerneinheiten trainiert werden können, so braucht es eigentlich nicht mehr als das Fohlen Abc. Und einmal verinnerlicht reicht es völlig, wenn dieses einmal im Monat abgefragt wird. Ein täglicher Kontakt ist also eigentlich nicht nötig wenn das Jungpferd in seinem Aufzuchtplatz gut versorgt wird. Die Aussage »das man was von seinem Fohlen haben will« zählt übrigens in meinen Augen nicht. Denn nur aufgrund des eigennützigen Wunsches nach der eigenen Bespassung, sollte einem Jungpferd nicht der Spielpartner verwehrt werden!
Hier ist es also an einem selber den Drang der Helikoptermutti zurück zu stecken, und an die Bedürfnisse des Pferdezwerges zu denken. Entweder bieten wir also selber passende Gesellschaft – sei es mit eigenen Jungpferden, Leihpferden, Pensionspferden oder älteren Pferden, welche wirklich dauerhaft spielen – oder wir geben es in einen passenden Pensionsplatz.
Aber es einfach alleine zu halten aus Angst vor schlimmen Erfahrungen hat etwas davon, sein eigenes Menschenkind Luftposterfolie zu packen und jegliche Bewegungsfreiheit zu nehmen. Es gibt Erfahrungen, die gemacht werden müssen, um hinterher in einer sozialen Gruppe agieren zu können und gut zurecht zu kommen.
Natürlich träumt man von der besonderen Bindung mit seinem Pferdekind. Sicher will man es aufwachsen sehen, und es in seiner Ausbildung begleiten, aber dann bitte in Gesellschaft. Ist diese im heimischen Stall nicht gegeben, dann muss man seine Übermutter Gene im Zaum halten und das Pferdekind in fremde Hände geben. Mag nicht jeder Aufzuchthof einem Mary Poppins-Film gleichen, so sind viele nicht so schlecht, wie sie oft dargestellt werden.

Ich persönlich habe schon die verschiedensten Möglichkeiten gewählt. Die Mutterstute in eine fremde Züchterherde gegeben, Absetzer in die Fohlenherde, Leih-Jungpferde zu mir genommen, oder ein wirklich dauerhaft aktives spielfreudiges Pony, welches vom Jungpferd als Spielpartner gewählt wurde, statt der geplanten anderen Jungpferde.
Wichtig ist, dass man sich nicht nur Gedanken macht, sondern auch bereit ist verschiedene Wege zu gehen. Wege, die dem Jungpferd zugutekommen, auch wenn die eigenen Pferdemutter-Wünsche dabei etwas zu kurz kommen.

In diesem Sinne, euch und euren Zwergen alles Gute,
Flauschige Grüße
Celeste

Ein Sturm zieht auf …

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe ihr und eure Lieben haben diesen großen Sturm gut überstanden?
Ich gestehe, mir geht bei solchen Unwetterwarnungen immer der Arsch auf Grundeis. Verzeiht die offenen Worte, aber besser kann ich es einfach nicht beschreiben. Denn einmal hat es mir bei einem Orkan das halbe Stalldach und einige Zäune umgelegt und danach sieht man die Offenstallwelt bei einem Sturm einfach mit anderen Augen.

Gestern war wieder so eine Nacht, voller Wind und Regen. Gut ich wusste was auf uns zukommen sollte, denn ich beobachte den Wetterbericht täglich mit Argusaugen. Und auch wenn ich froh bin dass die Warnungen dank des Internets so schnell und aktuell wie möglich sind, beruhigend sind die Unwetterwarnungen nicht wirklich.
So lag ich, wie sicher viele von euch, die halbe Nacht wach, während draußen der Sturm tobte. Immer wieder wanderte mein Blick aus dem Fenster zu den wehenden Fahnen im Ort und auch meine klappernden Rollläden traute ich mich nicht zu schließen. In schönster Albtraummanier stellte ich mir die verschiedensten Horror-Szenarien vor und schlotterte unter meiner Kuscheldecke.
Mehrmals fragte mein Mann, ob ich nicht doch hoch zum Stall fahren möchte, aber dies verneinte ich dann doch. Denn was hätte es genutzt? Der Stall war sicher gebaut, die Pferde konnten jederzeit raus. Und selbst wenn es etwas zerlegt hätte, sind rund um meinen Stall riesige Weiden, samt den Feldern meines Bauern.
Auch wenn ich noch so gerne im Stall übernachtet hätte, siegte dann doch meine Vernunft. Denn zum einen ist es mit Grippe nur bedingt sinnig im Stall zu nächtigen, zum anderen, habe ich ja auch noch Versorgungspflichten daheim, welche ich wegen meiner eigenen Ängste nicht zurückstellen kann. Also zog ich die Bettdecke über den Kopf, die schnurrende kleine moppelige Katze neben mich, und mein Mann wachte gewissenhaft über das Wetter und meinen – wenn auch wenigen – Schlaf.
Nach vielen Albträumen und wenig Schlaf hüpfte ich also früh aus dem Bett und machte mich stallbereit, mit regenfester Kleidung und Gummistiefeln. Der Energydrink war fast unnötig so aufgedreht war ich als ich ins Auto hüpfte. Mein Weg zum Stall ist nur kurz, dennoch sah ich schon im Ort Bilder der Verwüstung. Die Straßen waren teilweise voller Schmutz, wie nach einem Silvestermorgen. Nur dass es sich nicht um Reste von Böllern, sondern um Laub und Äste handelte. Der Feldweg zum Stall entlang war nicht besser und mein Magen zog sich merklich zusammen. Auf dem Zufahrtsweg sah ich meinen Stall dann schon aus der Ferne. Soweit ich erkennen konnte, stand er noch.  Je näher ich kam, umso mehr sah ich dann. Meine Raufen die alle noch standen, meine Zäune welche noch heil waren, und meine Pferde die schon auf mich warteten. So langsam beruhigte ich mich dann doch ein wenig.
Als ich ausstieg ließ ich kurz meinen Blick schweifen. Die Pferde begrüßten mich munter und erwarteten freudig das Frühstück.  – Trotz 24/7 Heu meint die Bande wohl das man ohne Hafer augenblicklich vom Fleisch fällt. – Frau Panzer hüpfte über den Paddock wie ein Flummi auf Koks, Herr Pony suhlte sich erst einmal im Matsch der Winterweide und die zwei Schwestern begrüßten mich kurz und verkrümelten sich wieder in den Stall. Bei dem Schmuddelwetter konnte ich es ihnen nicht verdenken.
Ich gestehe, ich war so erleichtert, dass ich mir erst einmal neben meinem Auto noch einmal mein Frühstück durch den Kopf habe gehen lassen. Ja ich weiß, ein unangenehmes Thema aber solche Sorgen schlagen mir eben auf meinen Magen.
Ein verdatterter Blick meiner Pferde später checkte ich noch einmal ganz genau den Stall. Alle meine Sorgen waren wirklich unbegründet.
Okay, die Heuplane hatte etwas gelitten aber gehalten. Die Besucherstühle hatte es umgeweht und 3 Weihnachtskugeln lagen auf dem Paddock. Aber das war auch schon alles gewesen.
Also versorgte ich meine Pferde und dachte dabei, dass ich mit meiner Sorge wohl langsam übertreibe, wenn sogar die Weihnachtsdekoration überlebt hat. Wahrscheinlich hatte ich mich heute Nacht einfach in meine Ängste hinein gesteigert. Ich überlegte sogar schon, wie ich mich bei meinem Mann für die unruhige Nacht entschuldigen sollte. Einzig die immer wiederkehrenden Geräusche von Feuerwehr und Motorsägen, welche bis zum Stall hallten, zeigten mir, dass wohl doch an einigen Stellen größere Schäden entstanden sein mussten.
Als ich anschließend meine Einkäufe erledigte, wurde mir auf der Fahrt dann auch das volle Ausmaß der Schäden bewusst. Immer wieder sah ich umgefallene Straßenschilder, welche aus der Bodenverankerung gerissen waren. Oder Werbeschilder mit riesigen Betonfüssen, welche dem Sturm zum Opfer gefallen sind.

Später im Internet las ich von abgedeckten Dächern aus meiner Region, umgestürzten Bäumen und zerlegten Gartenhäusern wie auch der Feuerwehr im Dauereinsatz.
Ein späterer Blick durch die Offenstallgruppen offenbarte dann auch Bilder von zerstörten Ställen und umgewehten Weidezelten. Erneut machte mein Magen einen Hüpfer, wenn ich mich auch diesmal beherrschen konnte. Mir wurde bewusst, dass meine Sorgen nicht übertrieben gewesen waren und wie viel Glück ich wieder einmal gehabt hatte.
Natürlich vertraue ich auf meinen Stall und meine Weiden, ebenso auf meine wirklich wundervollen Pferde. Aber ich weiß, dass so ein Sturm nunmal nicht aufzuhalten ist. Früher als ich jung und unbekümmert war machte mir ein Sturm keine Angst. Meine Pferde standen in Pension, hatten nachts ihre Boxen und ich war mir sicher, dass ihnen nichts passieren konnte. Schließlich waren die Boxen sicher, der Stall gemauert und mein jugendliches Vertrauen grenzenlos.
Heute weiß ich den Offenstall gerade bei Sturm umso mehr zu schätzen, denn sollte einmal etwas passieren  können die Pferde jederzeit raus und flüchten.

Wie wichtig das ist wurde mir erst vor einigen Jahren klar als ein schlimmer Orkan mein Stalldach teilweise abdeckte und auch einiges an Zäunen zerlegte. Obwohl meine Pferde damals unbekümmert auf der Weide standen, war ich sehr frustriert und schockiert über das Ausmaß des Sturmes. – Bis ich den Hof meines Heubauern besuchte.
Dort waren so viele Bäume umgefallen, dass die Zufahrt komplett versperrt war. Aber umso schlimmer waren die zwei Bäume, welche auf das Haus gefallen waren. Gott sei Dank gab es weder Verletzte bei Mensch oder Tier, wenn man von dem großen Schrecken absieht. Mir wurde aber damals bewusst, dass auch die stärksten Mauern und das beste Dach mitunter keine Chance gegen einen Orkan haben. Und wie gut ist es dann, wenn Mensch und Tier flüchten können, wenn einem das Dach buchstäblich über dem Kopf zusammenbricht.
Nein, ich sehe solche Stürme nicht mehr so unbedacht wie früher. Dennoch zwinge ich mich, nicht ganz meinen Ängsten zum Opfer zu fallen.

Ich weiß,

  • der Offenstall ist gut gebaut.
  • die Pferde können jederzeit raus.
  • sie haben riesige Flächen um zu flüchten.

Und das Wichtigste:
Was auch immer der Sturm an Schäden anrichtet, solange es den Pferden gut geht ist alles wieder zu richten. Denn Ställe und Zäune kann man immer wieder aufbauen. Wobei es allerdings nicht schaden kann, einen Notfall Unterbringungsplan in der Tasche zu haben. Auch wenn wir ihn hoffentlich nie nutzen müssen, hat er doch etwas sehr Beruhigendes.

So bin ich nun froh, dass der Sturm vorbei ist, auch wenn ich weiß, dass es nicht der letzte Orkan gewesen ist. Ich werde sicher noch viele Nächte ängstlich im Bett liegen und mein Kopfkino voller Sorgen wird mich wach halten. Allerdings weiß ich, dass es vielen von euch ebenso geht und der Gedanke ist tröstlich, dass ich mit diesen Ängsten nicht alleine bin.

In diesem Sinne wünsche ich euch sturmfreie Tage,
flauschige Grüße
Celeste

Wildpferd oder Couch-Potato?

 

Hallo meine Flauschehasen, ein frohes neues Jahr wünsche ich euch. Ich hoffe, ihr und eure Lieben seid ruhig in das neue Jahr gekommen. Zumal wie ich, auch viele von euch sicher eine Nachtwache am Stall gehalten haben werden. Denn mögen meine Pferde wirklich unanständig ruhig auf das Feuerwerk reagieren, man ist doch nie vor verirrten Raketen gefeit. Daher ist es bei uns seit Jahren ein festes Ritual das Feuerwerk am Stall bei den Pferden zu genießen.

Wie schon erwähnt, nahm meine Bande das Spektakel ziemlich gelassen. Das Feuerwerk wurde begutachtet und dann wurde weiter gefressen, bis man sich wieder ins Offenstallbettchen verkrümelte. Denn ich muss gestehen, ich besitze eine Bande voller Couch-Potatos, welche lieber drinnen im Offenstall, als draußen auf den befestigten Ausläufen mit Futter verweilen. Liest man dagegen durch das Internet was die anderen Pferdebesitzer so posten, dann ist das wohl eher eine Seltenheit. Denn dort ist sehr oft zu lesen, dass Pferde als ehemalige Wildpferde viel lieber draußen seien. Bei jedem Wetter, egal ob es regnet, schneit oder stürmt, egal zu welcher Tageszeit, bzw. auch über Tage hinweg voller Dauerregen. Schließlich seien sie Wildpferde und keine Höhlenbewohner.
Okay, das werde ich meinen Pferden dann wohl dringend mitteilen müssen. Denn meine spielen wirklich gerne Batman (zugegeben der Haflinger lieber Hulk) und verweilen in der Bat-/ Offenstallhöhle, statt draußen bei Schmuddelwetter zu spielen.
Denn meine Pferde sind bei Ekelwetter lieber drinnen. Aber ebenso wenn die Sonne scheint oder wenn es schneit. Sie gehen raus auf den befestigten Auslauf oder die Winterweide, drehen ein Paar Runden und verkrümeln sich wieder in ihr Offenstallbettchen.
Was mache ich also falsch, das meine Bande ihren Stall so sehr liebt oder andersrum gefragt: Was mache ich richtig?
Denn Offenstallhaltung bedeutet ja nicht nur das die Pferde jederzeit raus auf den Auslauf/Weide können, sondern ebenso, dass sie auch jederzeit wieder in den Stall hinein dürfen.
Kommen wir also noch einmal auf diese tolle Aussage zurück: »Pferde sind Wildtiere und keine Höhlenbewohner.«
Seien wir ehrlich, mit Wildpferden haben unsere Hauspferde so viel gemein wie der Haushund mit dem Wolf und die Hauskatze mit einem Luchs.
Sicher sind noch Grundinstinkte (Fluchtinstinkt usw.) und Grundbedürfnisse vorhanden, aber eigentlich sind es faule Sesselpupser geworden. Wir bieten ihnen also eine möglichst naturnahe Haltung sowie Fütterung und beschäftigen sie. Dennoch haben wir keine Wildpferde mehr daheim. Ebenso besitzen wir nicht solche Laufflächen oder das  Nahrungsangebot, auf welches die Wildpferde zurückgreifen müssen.
So erfreuen sich unsere Pferde nicht nur an einem Service mit uns als Personal. Nein,  entgegen der Wildpferde kann das Nahrungsangebot einzeln abgestimmt und mit Serviceleistungen rund um die Gesundheit abgedeckt werden.
Von daher ist es eigentlich kein so schlechter Deal, kein Wildpferd mehr zu sein.

Doch was ist nun mit der Höhlenbewohnersache? Warum wird sich immer wieder darauf berufen, nur weil manche Pferde lieber draußen verweilen?
Nun eigentlich liegt die Antwort schon in dem Wort ›Höhlenbewohner‹, denn wenn ein Offenstall einer Höhle gleicht, dann ist bei der Planung etwas schief gelaufen.
Okay, das mag nun sicher niemand hören, aber leider sehe ich oft genug Bilder von dunklen Offenställen welche wirklich einer Bathöhle gleichen. Manchmal erwartet man förmlich das einen eine Fledermaus von der Dachschräge aus zuzwinkert.
Ebenso sehe ich oft Offenställe, in denen nur draußen gefüttert wird. Vermeintlich mit der Begründung das Ruhe und Fressbereich getrennt sein sollen.
Mal im ernst, ist euch schon aufgefallen das ein großzügiger Offenstall genug Platz für Schlaf und Fressbereiche, wie auch eine Toilettenecke bietet? Nicht zu vergessen, dass es vielen Pferden eh ganz egal ist. Die fressen vorne, hinten äppeln sie, und gelegen wird da, wo es warm und weich ist. Dazu bieten viele Pferdebesitzer genau aus diesem Grund draußen das Heu an, damit nicht so viel in den Stall geäppelt wird und die Pferde längere Zeit an der frischen Luft sind.
Je nach ursprünglicher Planung des Stalls kann es zudem schnell passieren, dass der Offenstall nicht so einladend ist, wie wir es uns eigentlich für unsere Pferde wünschen.
Zum Beispiel Offenställe, …

  • die nur einen oder zwei Eingänge haben als einzige Lichtquelle.
  • mit dunklen Dächern und Wänden, ohne Lichtfenster.
  • dunkle Laufhallen, bei der allein eine Schicht weiße Kalkfarbe Wunder bewirken könnte.
  • bei denen das Raufutter immer nur draußen gereicht wird.
  • die zu klein sind für die Anzahl an Pferden.
  • deren Liegeflächen nicht weich genug gepolstert sind. (Nicht jedes Pferd mag Matten)
  • die zu wenig Ein- / Ausgänge haben, was zu Rangeleien führt.
  • deren Herde nicht harmoniert und somit Pferde ausgegrenzt werden.

 

Mal im Ernst, wundert es dann jemanden, wenn die Pferde lieber draußen sind, bzw. es zwangsweise müssen?
Welches Pferd verweilt schon gerne in einem düsteren Stall bei Tageslicht?

Ebenso, wenn das Raufutter nur außerhalb des Stalls gefüttert wird. Wie viele Stunden verbringen Pferde damit dieses zu fressen? Und wenn dieses ausschließlich in Raufen oder Netzen an der frischen Luft angeboten wird, dann verbringen die Pferde zwangsläufig auch viele Stunden außerhalb des Stalles.
Sicher kann man Futter und Wasser als Bewegungsanreize über Trails anbieten, aber muss man das wirklich? Wenn man ein gesundes Pferd hat, welches nicht zwangsläufig bewegt oder auf Diät muss. Warum darf es nicht selber entscheiden, wie es seinen Tag verbringen will?
Daher ist eine andere Möglichkeit:

  • Einen großzügigen Stall bei Bedarf variabel trennbar.
  • Mehrere Ein- /Ausgänge
  • Ein befestigter Auslauf
  • Dauerhafter Zugang zur Winterweide
  • Einen großzügig eingestreuten Stall
  • Lichtdurchlässiges Dach /Beleuchtung
  • Heu draußen auf dem Paddock, auf der Weide und im Stall

Richte ich bei meiner Bande zum Beispiel den Stall, sperre ich sie aus und es gibt in dieser Zeit loses Heu auf der Weide. Sobald ich die Tore wieder öffne, stehen sie selbst im schönsten Winterwetter wieder drinnen.
Wenn ein Pferd also freiwillig den Stall wählt, liegt es also nicht nur an einer Box- / Futterkonditionierung, sondern manchmal auch schlichtweg am Offenstall Ambiente wie auch dem Charakter der Pferde.
Hat man also Pferde, die den Stall bei Schmuddelwetter immer noch meiden, dann mag es am Charakter liegen. Dennoch würde ich eher noch einmal die oben genannten Punkte überdenken. Denn wer weiß, vielleicht gefällt euren Pferden der Stall deutlich besser, wenn ihr etwas nachbessert. Frei dem Motto willkommen bei »Schöner wohnen im Offenstall«. Mitunter spart euch das auch Sorgen oder Eindecken bei Unwetter und Sturm. Denn seien wir ehrlich, auch wenn wir Regenwurmpferde haben, bei einem starken Wind und Platz- / Eisregen wäre uns auch wohler wenn wir sie im geschützen Offenstall wissen.

In diesem Sinne, flauschige Grüße an alle Wildpferde wie Couch-Potatos,
Celeste

Kinderspiel Selbstversorgung?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Man mag es kaum glauben, aber wir haben mittlerweile den vierten Advent. Mir kommt es fast so vor als ob die Zeit bis Weihnachten dieses Jahr einfach verflogen ist.
Waren Herbst und Winter sonst immer sehr zäh und langwierig, so vergeht dieser Winter schneller als es all die Jahre zuvor war. Sicher hat das gute Wetter einen großen Anteil daran, denn während die letzten Winter dauernass und matschig waren, sorgen nun kalte und sonnig frostige Tage für ein leichteres arbeiten.
Aber nicht nur das schöne Wetter, auch der neue, befestigte Paddock machen die Stallarbeit für mich zu einer wahren Freude.

Dennoch, trotz aller Freude, verbringe ich täglich viele Stunden im Stall. Dabei sitze ich weniger auf meinen Pferden, sondern versorge ihre Bedürfnisse und optimiere und warte meinen kleinen Stall und die Weiden. Lese ich dann im Internet von Personen, welche in die Selbstversorgung wechseln möchten, dann muss ich immer ein wenig schmunzeln. Wie motiviert lesen sich diese Frischlinge, wie hoffnungsvoll sind sie noch. Und ja, ich darf darüber lächeln, war ich doch vor 12 Jahren nicht anders.

Auch ich hatte den Wunsch alles selber zu regeln und ich dachte mir, dass es so schlimm ja nicht sein könnte. Schließlich hatte ich auch zu Pensionszeiten immer einen großen Anteil der Stallarbeit geleistet.

So hatte ich trotz Vollpension oft, …

  • selber gemistet. Und meist nicht nur meine eigenen Pferde, sondern aus Freundschaft oder Langeweile oft alle Pferde.
  • Futter vorbereitet, für alle Pferde und gefüttert.
  • den ganzen Hof sauber gehalten, mit meinem besten Freund dem Besen …
  • Weide Hol- und Bringdienste übernommen, um den Stallbesitzer zu entlasten.
  • bei der Heu- und Strohernte geholfen. (Mit Heuschnupfen immer wieder ein Erlebnis.)
  • Boxen gestrichen / gekalkt und natürlich nicht nur meine

Usw.

Eigentlich habe ich immer gerne und viel geholfen. Ich habe trotz Vollpension Dienste übernommen, um den Stallbesitzer oder Miteinstaller zu entlasten. Und ja, ich habe es gerne gemacht.

Also dachte ich zum Wechsel in die Selbstversorgung, dass die Arbeiten rund um die Pferde ein Klacks sein würden. Das hatte ich ja eigentlich alles schon früher gemacht.

Heute weiß ich, dass es ein dummer Gedanke war. Ein verständlicher, aber dennoch dummer Gedanke.

Denn ich hatte nicht bedacht, dass ich all diese Arbeiten freiwillig übernommen hatte. Egal wo ich aushalf, es war meine Entscheidung gewesen. Niemand stand hinter mir und sagte ›du musst das aber jetzt!‹.

Nun mit dem eigenen Stall ist man selber sein eigener Sklaventreiber. Denn plötzlich weiß man, dass man all diese Dinge selber erledigen muss. Das keine Stallbesitzer oder Heinzelmännchen diese Dinge für einen erledigen. Man ist plötzlich selber in der dauerhaften Pflicht.

Man muss:

  • Die die Pferde mehrmals täglich mit Futter und Wasser versorgen, bzw. wenigstens dieses kontrollieren.
  • Für Sauberkeit auf Stall und Weiden sorgen.
  • Für genug Futter und Einstreu auf Vorrat sorgen.
  • Für einen ordnungsgemäß eingezäunten Auslauf sorgen.
  • Alle Instandhaltungsarbeiten rund um Stall und Weide managen.
  • Selber kontrollieren, ob alle Pferde gesund und unverletzt sind.
  • Selber bei Terminen wie z.B. Sylvester dafür sorgen das nichts passiert.

Usw.

Und plötzlich verbringt man neben der normalen Versorgung seine Zeit damit auf den Heulieferanten zu warten. Oder nach Silvester die Weiden nach verirrten Raketen abzusuchen. Man setzt auf einmal selber Zäune instand, mit welchen eine Horde Wildschweine wenig erfolgreich Limbo gespielt hat.

Allein die normale Versorgung braucht täglich eine gewisse Zeit. Dazu kommen dann die immer wieder auftretenden Instandhaltungsarbeiten. Und diese treten meist genau dann auf wenn man sie am wenigsten brauchen kann.

Zum Beispiel:

  • Man möchte Abends ausgehen und will kurz vorher in guten Sachen noch bei den Pferden nach dem rechten sehen. Leider stehen diese plötzlich neben der Weide, weil der Haflinger Zaunbingo gespielt und leider gewonnen hat.
  • Während man auf der Arbeit ist, klingelt das eigene Handy Sturm, weil ein pseudo Tierschützer am Stall Stunk macht. Da die armen Pferde ja im Offenstall stehen und das ja eine Tierquälerei ist, muss man die am Zaun für Notfälle ausgehangene Telefonnummer dazu nutzen, dieses sofort mitzuteilen. Und bevor dieser dann gleich noch die Polizei, PETA und den Papst informiert, stellt man sich diesem Gespräch besser und klärt – mal wieder – über Offenstallhaltung auf. Oder warum Heunetze nicht dazu gedacht sind, um die armen geschundenen Pferde zu ärgern.
  • Sonntags ausschlafen oder Urlaube sind nur dann noch möglich, wenn man eine passende Vertretung hat. Denn die Pferde wollen immer versorgt sein, auch am Wochenende. Entweder man hat dann gute Freunde, die ab und an aushelfen, oder man muss einen kostenpflichtigen Versorgungsdienst nutzen. Und meist sind alle Gefallen bei den guten Freunden schon mehr als ausgereizt, wenn man denn selber wieder einmal krank ist. Denn auch wenn wir Grippe oder Magen-Darm haben: Den Pferden ist das egal, sie wollen versorgt sein.

Nun ich denke, ihr wisst worauf ich hinaus will. Aber Selbstversorgung ist ebenso auch etwas wunderschönes, denn es hat auch seine Vorteile:

  • So bestimmt man selber das Futter wie auch seine Qualität und Menge.
  • Man bestimmt über Haltung und Auslauf.
  • Durch die ständige Arbeit vor Ort festigt es die Beziehung zu seinen Pferden ungemein.
  • Man ist sein eigener Herr und muss sich weder mit Stallbesitzern herumärgern, welche sich nicht an Verträge oder Abmachungen halten, noch mit blöden Miteinstallern.

Natürlich haben die wenigsten von uns freiwillig die ganze Arbeit gewählt. Viele wechseln, weil die Zustände in Pensionsställen teilweise untragbar sind. Schlechte Futterqualitäten oder nicht eingehaltene Weidezeiten, aber auch Abmachungen, die nicht beachtet werden, lassen uns oft in die Eigenregie wechseln.

Aber viele geben es nach Jahren der Selbstversorgung wieder auf, weil sie mehr Reiten, statt versorgen wollen.

Von daher sollte man sehr gut überlegen, ob man wirklich in die Selbstversorgung wechseln will.

  • Ob man das körperlich wie auch zeitlich überhaupt schaffen kann, neben Familie und Beruf.
  • Ob man mit damit leben kann, auch mal, oder mal öfter, auf Reiten zu verzichten.
  • Das es nicht wirklich billiger ist als ein Pensionsplatz, wenn man Futterkosten wie auch Wartungsarbeiten und die eigene Arbeit dazu zählt.
  • Das man immer – wirklich immer – selber für seine Pferde verantwortlich ist. 24 Stunden, 7 Tage die Woche, egal was passiert oder was die Bande anstellt.

Ich für mich kann sagen: Ja, es ist viel Arbeit. Gerade im Winter kommt das Reiten oft zu kurz. Aber die gute Versorgung samt einem Leben im Offenstall kann ich meiner Bande nur so bieten. Also nehme ich das auf mich, auch wenn es Tage gibt wo ich auch mal gerne länger schlafen würde. Tage, an denen mich die Grippe plagt und das Bett leise flüstert ›bleib doch liegen, du fühlst dich elend‹. Und trotzdem raffe ich mich auf und gehe zu meiner Bande.

Nein, als ich die Selbstversorgung anfing habe ich mir das wirklich nicht so vorgestellt. Ich dachte lächelnd das ich all das schon schaukeln werde. Das es nicht so hart sein kann wie von anderen beschrieben. Heute weiß ich, meine Gedanken waren naiv und blauäugig. Dennoch war es für mich die beste Entscheidung, die ich mir vorstellen kann. Und wer nun überlegt in die Selbstversorgung zu wechseln der ist gewarnt, dass es nicht ganz so einfach ist. Aber trotz allem ist es dennoch wunderschön!

In diesem Sinne ein Hoch auf alle Selbstversorger, die sich den Pferden zuliebe abrackern. Die diese Arbeit auf sich nehmen um ihnen ein besseres Leben zu bieten. Und wenn ihr es auch manchmal im Stress vergesst: ›Seid stolz auf euch und eure Arbeit!‹

Flauschige Adventgrüße

Celeste

P.S. Weihnachten und Neujahr gibt es keinen Blogbeitrag. Ihr werdet es kaum glauben, aber meine Oompa Loompa und ich nehmen uns frei. 😉

Weihnachten steht vor der Tür

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch und euren Lieben gut ergangen? Mittlerweile haben wir den dritten Advent und Weihnachten ist nicht mehr weit. Neben den Vorbereitungen für die Feiertage, oder die großen Festessen, plagen uns und unsere Lieben immer wieder Sorgen um das perfekte Weihnachtsgeschenk.

Auch ich wurde oft gefragt: »Was wünschst du dir denn zu Weihnachten.« Und nein, ich bin nicht gerade die Person, die dann mit ›Weltfrieden‹ antwortet. Nun es mag Personen geben, die frei heraus ihre Wünsche äußern können. Fragt man mich, dann kommt da eher ein entsetztes ›Oh Gott‹-Gesicht. Dann ein Versuch die Gedanken zusammenzufassen, bis ich meist nur ›etwas fürs Pferd‹ vor mich hin stottere.
Nun, Pferde- oder Stallzubehör Geschenke sind bei uns Reitern auf jeden Fall sehr beliebt. Schaut man durch die Gruppen dann liegt Reitzubehör oft weit vor Schmuck, Parfüm und anderen Präsenten auf dem Wunschzettel. Während die jüngeren Damen oft noch Wünsche wie aktuelle Handys und Laptops oder Musik CDs haben, so finden sich in den Antworten der älteren Reiter oftmals das beliebte Pferdezubehör.

Aber es ist ja nicht nur der eigene Wunschzettel, den man pflegt, sondern auch die Reitergeschenke für sein pferdiges Umfeld:

  • Stallbesitzer
  • Miteinstaller
  • Pflegemädchen
  • Reitbeteiligungen
  • Reitlehrer
  • Hufschmied
  • Tierarzt

Usw.

Natürlich muss man nicht jedem etwas zu Weihnachten schenken. Aber wenn man es dennoch möchte, dann steht man bei der Geschenksuche vor der Qual der Wahl. Daher fasse ich hier einmal ein paar Dinge zusammen, die euch bei den letzten Geschenken vielleicht behilflich sein können:

Schmuck aus Pferdehaar
Ein paar Strähnen aus Schweif oder Mähne lassen sich zu wundervollen Schmuck verarbeiten. Mittlerweile gibt es viele Anbieter welche Armbänder, Ketten, Ohrringe, Schutzengelanhänger und vieles mehr mit dem Pferdehaar erstellen. Sinnvoll ist hier ein Gutschein, damit sich der Beschenkte mit dem Pferdehaar seiner Wahl das passende Stück erstellen lassen kann.
Hier ein Anbieterbeispiel.


Fotogeschenke
Mit Fotos des geliebten Pferdes lassen sich bei verschiedenen Anbietern Fotobücher, Wandbilder, Kalender, Tassen, Shirts und vieles mehr erstellen. Ein günstiges Geschenk das viel Freude bringen kann.
Hier ein Anbieterbeispiel.


Bücher
Bücher sind immer eine gute Wahl als Geschenk. Die Auswahl für Reiter ist vielfältig. Es gibt Bücher zu diversen Reitweisen, verschiedene Kurse, aber auch zum Thema Pferdeverhalten und Medizin gibt es viele gute Ratgeber. Und natürlich gibt es auch noch meine beiden Ratgeber, die für kleines Geld ein wundervolles Geschenk sind: https://www.amazon.de/Celeste-Drake/e/B00O7M167S


Gutscheine
Gutscheine sind eigentlich kein ganz so persönliches Geschenk, aber für Trainingskurse finde ich sie ideal. Auch sind Gutscheine für Reitsportgeschäfte  sehr beliebt. Bei bastelnden Offenstallern sind mittlerweile auch Gutscheine für Baumärkte auf dem Wunschzettel.

Ebenso kann man Gutscheine selber erstellen, zum Beispiel für 3 Hufschmiedbehandlungen, oder einige Säcke Pferdefutter nach Wahl. Immer wieder beliebt sind auch Gutscheine für Hilfsdienste zum Beispiel ›3x Stall misten / Pferde füttern / versorgen‹. Lasst eurer Fantasy freien Lauf. Denn diese Geschenke sind manchmal für den Pferdehalter eine ungemeine Erleichterung bei der Urlaubsplanung oder wichtigen Terminen.


Stallzubehör
Dieses ist bei Selbstversorgern und Offenstallern mehr als beliebt. Eine neue Schubkarre oder Akkuschrauber, neue Mistgabeln oder Forken, Futterkrippen oder Raufen sind Geschenke, die unser Herz erfreuen. Und sind diese dann auch noch farblich etwas peppiger, dann hebt das die Arbeitsmoral doch gleich mal an. Hier ein Anbieterbeispiel für eine bunte Schubkarre mit dem wundervollen Namen Hildegard.

Aber auch Paddockplatten und Windschutzvorhänge oder T Pfosten können ein sinnvolles Geschenk für Stallbesitzer sein. Denn es muss immer wieder etwas ausgebaut oder ergänzt werden. Und ein trockener Paddock oder eine sichere Weide ist ein Geschenk, mit welchem es kein Parfüm oder Schmuckstück aufnehmen kann.

Hier ein Anbieterbeispiel für Paddockplatten, T Pfosten und viele andere sinnvolle Dinge.


Pflegemittel
Ob Pflegemittel für das Pferd oder für das Sattelzeug, diese kleinen Flaschen und Dosen eignen sich wunderbar als Weihnachtsgeschenk. Denn Pflegemittel verbrauchen wir Reiter immer wieder. Und ein kleiner Geschenkkorb mit verschiedenen Mähnensprays, Schweiftinkturen, Hufölen, Lederpflegemitteln und dazu ein paar Leckerchen, das ist doch etwas das jedes Reiterherz höher schlagen lässt.
Natürlich kann man auch zu Satteldecken und Halftern, oder Reitbekleidung zurück greifen. Diese sind ebenso sehr schöne Geschenke. Hier sollte man allerdings sicher in den Grössen, wie auch im Geschmack des Reiters sein. Denn nicht jeder mag eine pinkfarbene Reithose, ein paar Stallstiefel mit Eulenmotiv oder ein Halfter das vor Flauschigkeit überquillt. Hier ist es sehr sinnvoll vorab den persönlichen Geschmack des zu Beschenkenden zu erkunden.

Stallbesitzer, Hufschmiede und Tierärzte freuen sich ebenso über eine Kleinigkeit. Hier sind z.B. Tassensets sehr niedlich, welche man mit Süßigkeiten oder Teebeuteln befüllen kann. Natürlich spricht auch nichts gegen selbst gebackene Kekse die man hübsch verpackt. Ebenso freut sich der Heulieferant über eine Kleinigkeit und sei es nur ein paar Pralinen.

Dies nur als kleine Auswahl an Dingen, die ein Reiterherz erfreuen. Ich finde es wichtig, das man sich auch bei den Menschen bedankt, die das Leben rund um die Pferde möglich machen. Es muss nichts Großartiges oder Teures sein, aber es sollte mit dem Herzen ausgesucht sein.  Meine Geschenke habe ich schon alle beisammen und eingepackt, was mir ein gutes Gefühl beschert.

Für meinen Geburtstag oder das nächste Weihnachten, setze ich mir aber gleich noch ›Zaunpfosten‹, ein neues ›Stainless Steel Snaffle with Shanks‹ und ein ›Merothisches Ledergebiss‹ auf den Wunschzettel. Damit ich bei der nächsten aufkommenden Frage nicht schon wieder panisch herum stottern muss.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wundervollen 3. Advent, auf dass ihr bald alle Geschenke zusammen habt.
Flauschige Grüße
Celeste

weihnachtspferd

Ausflugsziel Offenstall

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder und ich wünsche euch sowie euren Vierbeinern einen wundervollen zweiten Advent. Nun geht es so langsam in riesigen Schritten auf Weihnachten zu und ich darf Stolz verkünden, dass nicht nur alle Weihnachtsgeschenke besorgt sind, sondern auch die zweite Ladung Weihnachtsplätzchen gebacken wurden. So habe ich also etwas Luft um mehr Zeit im Stall zu verbringen, bei diesem wunderschönen frostig-sonnigen Wetter.

Und genau dieses Wetter lockt wie immer eine Menge Spaziergänger an. Leute die ihre Hunde ausführen. Touristen welche in den nahe gelegenen Pensionen wohnen. Und natürlich die Stammspaziergänger, welche meinen Stall mittlerweile als tägliches Ausflugsziel auserkoren haben.
Ja, ihr habt richtig gelesen: Diese meist älteren Personen besuchen wirklich täglich meinen kleinen doch recht abgelegenen Offenstall.
Das war zu Anfang schon etwas gewöhnungsbedürftig, schließlich ist mein Stall weder ein Streichelzoo noch ein Freizeitpark. Und mit den geleckten Anlagen der meisten Reitställe kann ich mit meinen panierten Offenstallschnitzeln nun auch nicht mithalten. Mich wunderten diese täglichen Besuche, die schon fast ritualisiert werden, also sehr.
Dazu kam natürlich noch die Sorge, dass die Pferde trotz Verbotsschilder gefüttert werden. Also suchte ich zügig das Gespräch mit den verschiedenen Personen.
Schnell stellte sich heraus, warum meine Zaungäste solchen Spaß an den Besuchen haben. Nicht zuletzt ist das wohl meinem kleinen Haflingermädchen geschuldet, das sich am Zaun allen Besuchern anbiedert wie eine Bordsteinschwalbe bei einer gerade eingelaufenen Schiffscrew.
Und so lässt sie sich tätscheln und kraulen und lauscht den Geschichten der Omis, wenn sie von den alten Arbeitspferden aus ihrer Kindheit erzählen.
Während meine anderen 3 die Besucher nicht mal mit dem Hintern anschauen, ist mein Panzerlein zu jedem Besucher freundlich. Nicht selten erzählen mir dann meine Gäste wie zutraulich das Panzerlein ist und auch, dass dieses Pferd sie ja so lieb gewonnen haben muss, da es ja immer zu ihnen kommt.
Gut, in diesem Moment möchte ich sie dann nicht uncharmant auf den Boden der Tatsachen zurück holen und erklären das dieses Pferd zu jedem geht – quasi ein Pferdeflittchen eben. Also belasse ich sie im Glauben ihrer besonderen Beziehung und lächele.

Das Gute an den dauernden Besuchen ist, dass meine Gäste sehen, wie viel Arbeit die tägliche Versorgung macht. Wie lange ich Heunetze stopfe, während ich mich mit ihnen unterhalte. Und wie ich säckeweise Einstreu in den Stall bringe, den Auslauf harke oder kanisterweise Wasser schleppe.

Auch die Mengen an Rundballen Heu, wie deren zügiger Schwund, wird beobachtet und kommentiert.
Oft kommen dann Aussagen und Fragen:

  • Das man nicht gedacht hätten das es so viel Arbeit sei.
  • Warum ich mir freiwillig so viel Arbeit aufbürde.
  • Warum ich sie nicht lieber in einen Reitstall stelle, mit Boxen und fließend Wasser. Da hätten die Pferde es ja gleich so schön warm.

Und das ist dann der Moment, wenn ich auf meine Pferde-Bande zeige und erkläre, dass …

  •  die Pferde hier einen sehr großzügigen Offenstall haben, mit größeren Innenbereichen pro Pferd, als die normalen Boxengrößen in den Reitställen.
  •  die Pferde hier selber entscheiden dürfen, ob sie rein oder raus möchten und dieses Angebot auch gerne nutzen.
  • ich draußen und drinnen Futter anbiete, damit sie ihre freie Wahl auch genießen können.
  • sie hier riesige Winterweiden haben zum Laufen, Toben, Spielen, Wälzen, rum Hüpfen oder Wildschweine Schubsen.
  • sie keine Decken oder gar einen warmen Stall brauchen, sondern flauschig warmes Winterfell tragen.

usw.

Und wenn sie dann in das warme flauschige Fell des Panzerleins fassen, merken sie, dass die Pferde wirklich nicht frieren. Ein Blick in den Stall zeigt, das lauschig eingestreute Bettchen. Der prüfende Blick auf die Pferdefigur Marke: ›Pummelfee‹, lässt mehr als nur erahnen das die Pferde ausreichend gefüttert werden.

Hüpft das Panzerlein dann auch noch sorglos über die Weide, erkennen auch meine Besucher, dass ein Offenstall eine gute Sache ist.

Natürlich muss man zu Anfang viel erklären, das ist aber auch kein Wunder. In den Köpfen der meisten Pferde unkundigen Personen gehört ein Pferd in eine Box. Dort ist es ihrem Glauben nach warm, geschützt vor Wind und Wetter und auch seine Versorgung ist einfacher. Hört man den Gesprächen der Besucher zu, dann kennen viele diese Haltung noch von den Arbeitspferden von früher. Die mussten tagsüber auf den Feldern schuften und abends ging es in die Box mit Decke und Kraftfutter. Viele haben auch die Bilder der meisten Großreitställe vor Augen, jene mit vielen Boxen. Und Pferde unkundige Personen glauben teilweise, dass die Pferde nur allein der Nahrungsaufnahme wegen auf die Weide kommen. Nicht wegen der nötigen Bewegung und der sozialen Interaktion.

Hier muss man wirklich erklären und aufklären, das ein Pferd ein Bewegungs- und Herdentier ist. Zeigt man dann auf seine Bande die gerade zusammen spielt, sich hemmungslos wälzt oder Mähnenkraulen betreibt, dann ist das auch für die Besucher schnell einleuchtend.

So habe ich viel zu erklären und oft stehlen mir diese Gespräche die Zeit. Aber sie bringen auch viel Gutes:

  • Die Besucher wissen, dass sie nicht füttern dürfen und warum.
  • Sie wissen, warum die Pferde auch im Winter problemlos im Offenstall leben.
  • Sie tratschen diese Dinge weiter. An jeden, der es hören oder nicht hören will …
  • Sie achten darauf, dass niemand Fremdes füttert.
  • Sie spielen für Fremde den Erklärbär mit ihren neugewonnenen Informationen.
  • Sie haben immer ein Auge auf die Pferde, auch wenn ich nicht da bin.
  • Das Panzerlein freut sich über jede Aufmerksamkeit und die Besucher freuen sich über das freundliche Pferd.

Und gerade deswegen habe ich nun extra Stühle vor dem Zaun aufgestellt. Da kann jeder rasten, wenn er mag. Sitzen und plauschen und die Pferde beobachten, wie er will.

Ebenso achte ich immer darauf das Futter und Wasser im Stall, wie auch draußen gut sichtbar aufgestellt ist. Damit niemals derlei Fragen aufkommen, wenn ich nicht da bin.
Dazu wird der Stall immer wieder neu dekoriert, zu Weihnachten, Ostern, Frühling usw. Meine Besucher lieben dies und fragen immer wieder danach.
Natürlich könnte man auch sagen das einem die Besucher den Buckel runter rutschen können. Das die ganzen Gespräche und Erklärungen die Mühe nicht wert seien.

Aber ich bin ehrlich, ich versuche meinem Umfeld freundlich zu begegnen. Ich mag es wenn sich die Menschen an Stall und Pferden erfreuen. Aber viel wichtiger ist mir auch, das dem Thema Offenstall auch von pferdeunkundigen Personen aufgeschlossener begegnet wird. Dass es so zu mehr Einsicht und Verständnis gegenüber dieser Haltung kommt. Daher versuche ich meinen kleinen Anteil als Erklärbär zu leisten und sehe mich bestätigt, wenn die vorher unerfahrenen Personen nun Fremde voller Stolz aufklären.

In diesem Sinne kann ich nur raten, eure Zaungäste zu ›erziehen‹. Man kann sicher nicht alle aufklären oder bekehren, aber man kann es ja versuchen. Und wenn ich sehe mit welcher Freude meine Besucher strahlen sobald sie meinen Stall sehen, dann haben doch alle gewonnen.

Flauschige Grüße
Celeste

touristen

Eine Sache der Sichtweise

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch – und euren 4-Beinern – seit meinem letzten Beitrag gut ergangen? Ihr seid heil, sicher und gesund durch die Woche gekommen? Denn wenn man durch das Internet zappt, ist das anscheinend nicht mehr der Normalfall. Man wird momentan nach meinem Gefühl förmlich erschlagen von immer neuen Hiobsbotschaften:

  • Pferde überfahren
  • Pferde ausgebrochen von der Weide
  • Pferde vergiftet
  • Pferde durch zerstörte Zäune geflüchtet

Irgendwie ist das wie bei einem Unfall: man möchte diese Nachrichten nicht lesen und noch weniger die Bilder der Pferdekadaver sehen, aber man kommt nicht daran vorbei.
Mag es auf der einen Seite gut sein, dass die Onlinemedien so ein großes Informationspotential bieten, so kann sich bei den angebotenen Bildern so mancher empfindlicher Magen umdrehen.
Gut ich gestehe, mein Magen ist da nicht ganz so empfindlich. Aber ich habe großes Mitleid mit den Pferdebesitzern, welche ihr geliebtes Pferd auf solchen Bildern wie einen traurigen letzten Abschiedsgruß durch das Internet geistern sehen. Sicher nicht die schönste Erinnerung, an die man sich halten möchte.

Auf der anderen Seite finde ich die Berichterstattungen, wie auch die grausigen Bilder, gut. Sorgen sie doch dafür, dass wir wieder wachgerüttelt werden. Das wir bestimmte Situationen überdenken die wir sonst nur allzu gerne verdrängen.
So ist ein großes Thema das Ausreiten in der Dunkelheit.
Da stelle ich mir ernsthaft die Frage: Muss das wirklich sein?
Als ich jung war – ja, lange ist es her – gab es die Regel, dass man bei Dämmerung zurück im Stall war. Feld Wald und Weiden ‘gehörten‘ dann den Jägern. Es war eine Respekts- und eine Erziehungssache, das man dann nicht mehr im Dunkeln ausritt. Und hätten wir uns das doch gewagt, dann wäre ein Donnerwetter des Stallbesitzers oder der Eltern noch nicht gerade harmlos gewesen. Ich glaube, mein Stallbesitzer hätte mir damals die Ohren lang gezogen, und das mit Recht.

Heute ist es aber immer mehr in Mode gekommen, auch spätabends oder nachts auszureiten. Argumente bezüglich der Jäger werden schnell beiseite gewischt, diese

  • sollen sich nicht so anstellen.
  • der Wald gehört ihnen nicht alleine.
  • Jäger sind eh nur Mörder.

usw.

Diese fadenscheinigen Ausreden nehmen manche als Berechtigung, zu jeder Nachtzeit in Feld und Wald herumzuhüpfen.

Auf Fragen, ob man denn alleine im Dunkeln keine Angst habe, ist so mancher Reiter ebenso um keine Ausrede verlegen. Da wird vorgeschwärmt:

  • Von der innigen Beziehung zum seelenverwandten Pferd, diese Verbindung, die man nur so erreichen kann. (Also fast so gut wie Pattex, jetzt weiß ich, was es für eine echte Seelenverwandtschaft braucht.)
  • Das man ja die Wege auch im Dunkeln kennt, ebenso jedes Loch und jede Stolperfalle. (Mag sein, dass ein Pferd im Dunkeln noch gut sieht, aber die meisten Menschen sind doch nachts wirklich stockblind.)
  • Das sein Pferd einen ja beschützen wird. (Klar das Pferd ist wie Obelix, das frisst die entgegenkommende Wildschweinrotte einfach auf.)
  • Das einen schon niemand auf einem Pferd überfallen würde. (Na ja, wenn ich mir so manche Gestalten ansehe, glaube ich, dass selbst der Horror Clown wegrennt. Aber eine Garantie ist das halt nicht.)

Aber es sind ja nicht nur die Jäger oder die Angst im Dunkeln. Da sind ja auch noch der Straßenverkehr und die Sichtbarkeit, die man als Reiter nachts gewährleisten muss.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor:

§28 Tiere

(2) Wer reitet, Pferde oder Vieh führt oder Vieh treibt, unterliegt sinngemäß den für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen. Zur Beleuchtung müssen mindestens verwendet werden:

1. beim Treiben von Vieh vorn eine nicht blendende Leuchte mit weißem Licht und am Ende eine Leuchte mit rotem Licht, 2. beim Führen auch nur eines Großtieres oder von Vieh eine nicht blendende Leuchte mit weißem Licht, die auf der linken Seite nach vorn und hinten gut sichtbar mitzuführen ist.

O.K., das ist doch schon einmal eine gute Sache und da wir Reiter nichts lieber tun als einkaufen freuen wir uns über die Masse an Leuchtartikeln rund ums Pferd.

Da wären z.B.:

  • Lampen
  • Leuchtwesten
  • Leuchtdecken
  • Leuchtgamaschen
  • Leuchtstreifen
  • Leuchtvorderzeuge
  • Leuchttrensen
  • Schweifbeleuchtung

Usw.

Eine wirklich gute Sache, die ich auch absolut unterstütze!

Hier dazu mal ein Beispiel von der Pferdebeleuchtungs-Seite, die wirklich ein umfangreiches Sortiment anbieten: http://www.pferdebeleuchtungen.com

Aber:

Man darf sich bitte niemals blind nur auf die Leuchtausrüstung verlassen. Auf der Seite Ponyliebe gibt es dazu ein wunderbares VideoSchaut man es näher an, dann ist es erschreckend wie schlecht und wie spät man trotz guter Ausrüstung gesehen wird.

Hier sollte man sich dringend vor Augen halten, dass ein normaler Autofahrer auch nicht unbedingt mit einem Pferd auf der Straße rechnet. Denn auch wenn wir als offizielle Teilnehmer im Straßenverkehr auf der Fahrbahn reiten müssen, wir werden auf der Straße von den meisten Autofahrern bei Dunkelheit genauso wenig erwartet, wie ein Reh das plötzlich auf die Fahrbahn springt.
Von daher rate ich trotz bester Leuchtausrüstung zu der Überlegung, ob man wirklich bei Dunkelheit ausreiten will.
Muss man wirklich?
Sollte man sich der Gefahr bewusst aussetzen?
Wer nun eifrig nickt und meint das er sonst den Trainingsstand im Winter nicht beibehalten kann, dem sage ich nur: »Schätzelein, da reicht auch der Ausritt in Feld und Wald bei Dunkelheit nicht.«
Wer wirklich ernsthaft trainieren will, sollte auch eine Stallanlage mit beleuchtetem Reitplatz oder Halle wählen. Oder aber mit einem Hänger dorthin fahren. Aber der eine oder andere Ausritt im Dunkeln ist nun wirklich nicht das, was man als Training bezeichnen sollte.
Wer nun damit argumentiert das er sonst wegen Arbeitszeiten usw. nicht zum Reiten kommt, da rate ich ebenso zu einem Wechsel der Stallanlage oder eben zum Verzicht.
Kein Ausritt der Welt ist ein totes Pferd wert. Von Autofahrern und Helfern, die in solche Unfälle verwickelt werden ganz zu schweigen.
Hier sollte man wirklich abwägen, ob das Risiko diesen einen Ausritt wert ist. Oder ob  man sich nicht lieber doch anderweitig mit seinem Pferd beschäftigt.

Vielmehr sollte man gerade in der dunklen Jahreszeit vermehrt Offenställe und Weiden sichern

  • Fremdeinfluss
  • Wildschweine
  • Futtermangel
  • Langeweile
  • die eigene Schusseligkeit

kann zu einem Ausbruch der Pferdeherde führen.

Sicher passieren diese Dinge auch tagsüber, aber eben nicht nur. Gerade zur Winterzeit häufen sich die Unfälle doch enorm und die Zeit ist hier eindeutig besser investiert die Pferde gut verwahrt zu wissen, als sie in der Dunkelheit zusätzlichen Risiken auszusetzen.

Hier kann und sollte man sich schützen mit:

  • Sicheren Zäunen
  • Schlössern an allen Ein- und Ausgängen der Weiden
  • Wildkameras
  • Abstandhalter-Zäunen
  • genügend Raufutter
  • Spielmöglichkeiten und Spielpartnern gegen Langeweile
  • eine gute Beziehung zu Jägern und Hundehaltern, die ein Auge auf die Pferde haben
  • ein bewusster Kontrollgang, bevor man den Stall/Weide verlässt

Natürlich kann man sich nicht gegen alles schützen oder allem vorbeugen, aber man kann es ja versuchen. Denn wir alle wollen diese schrecklichen Meldungen nicht mehr sehen, auch wenn sie uns helfen unseren eigenen Stall bewusster zu sehen und gegebenenfalls zu optimieren.

Auch ich habe mir meine Gedanken nach diesen Bildern gemacht und kam zu dem Entschluss das ich neben Schlössern, Abstandshaltern usw. noch zusätzlich meinen Holzzaun außen mit Leuchten bestücken werde. Denn gerade weil mein Stall abgelegen liegt, wird der Zufahrtsweg von der ansässigen Bordsteinschwalbe, wie auch dem einen oder anderen Pärchen gerne für ein Schäferstündchen genutzt. Und da der Weg eine Sackgasse ist, wird dort meist genau vor dem Zaun mit dem Auto gewendet. Eigentlich ist dazu genug Platz, aber bei Dunkelheit möchte ich nicht, das Ausversehen mein Holzzaun umgefahren wird. Wer weiss denn in welchen Lustgefühlen der Fahrer beim Rückwärts wenden gerade schwebt. Also werde ich Leuchten besorgen, die den Zaun besser sichtbar machen, gerade bei Dunkelheit. Vielleicht ist es etwas übervorsorglich, aber das ist es mir wert.

In diesem Sinne, überlegt, was ihr für euch optimieren könnt und ob ein Ausritt in Dunkelheit wirklich sein muss.

Kommt mir gut durch die dunkele Jahreszeit!
Flauschige Grüße
Celeste

sichtweise

Fehler macht jeder

 

Hallo meine Flauschehasen, ich hoffe, es ist euch gut ergangen? Das Schmuddelwetter hat uns momentan überfallen und so widme ich mich neben Familie, Pferden und Büchern momentan dem Plätzchen backen. Denn auch wenn es noch nicht einmal offizielle Adventzeit ist, Plätzchen gehen doch irgendwie immer. 😉

Da ich Backen liebe, nutze ich immer kleine Plastikeimerchen für Mehl, Zucker, Salz usw. Diese werden – zumindest bei Zucker, Vanillezucker und Salz entsprechend beschriftet. Denn schusselig wie ich bin, möchte ich nun wirklich keine Salzplätzchen, oder einen gesüßten Quark-Öl-Teig für eine Schinken Torte. Denn einmal im Teig lassen sich diese Fehler nicht wieder ausbügeln und man muss diesen wegwerfen.

Aber Fehler passieren nun mal und ähnlich ist es im Pferdebereich.

Einige Fehler haben schlimme Konsequenzen, wie z.B.:

  • falsches Futter, das eine Kolik auslöst.
  • das Pferd,das auf der Weide vergessen wurde und nun eine Hufrehe hat.
  • eine falsch verschlossene Anhänger oder Boxentür, welche das Pferd ausbrechen lassen.
  • der Hengst, der mal kurz bei den Stuten zu Besuch war, und nun Alimente zahlen darf

Usw.

Dann gibt es Fehler, die sich meist wieder ausbügeln lassen:

  • ein unpassender Sattel
  • eine unzuverlässige Reitbeteiligung
  • ein schlechter Reitlehrer
  • ein schlechter Stall
  • eine falsche oder fehlende Bodenbefestigung des Auslaufs

Usw.

Häufig haben zwar auch diese Fehler Konsequenzen, aber je schneller man sie behebt, umso geringer ist der Schaden.
Nur egal welcher Fehler einem passiert, er muss einem erst klar werden!
Viele Dinge passieren meist schleichend und nur aus den besten Wünschen heraus. Oft ist es dem Pferdebesitzer nicht einmal bewusst, dass etwas schief läuft.

Ein kleines Beispiel:
Ein neuer Sattel kann zum Beispiel für viel Geld vom Sattler angepasst worden sein. Der Pferdebesitzer vertraut nun fest darauf das dieser Sattel auch wirklich passt. Allerdings können Änderungen im Körperbau durch Futterzustand und Training die Passform mit der Zeit verändern. Und merkt der Pferdebesitzer diese Veränderung nicht,  dann wundert er sich vielleicht über ein unleidliches Pferd, aber führt dieses nicht unbedingt auf den Sattel zurück. Postet er dann sein Problem im Internet und bekommt einen Hinweis auf den Sattel, dann kann er:

a) verärgert reagieren, glaubt er doch mit dem angepassten Sattel alles in trockenen Tüchern zu haben.

b) die Kritik überdenken und den Sattel checken lassen.

Meist liest man im Internet eher die Option a) als Antwort, denn niemand möchte sich gerne einen Fehler eingestehen. Noch weniger möchte man diesen Seelenstripptease vor einer Internet Gemeinde machen.
Außerdem gibt es bei einem Problem oft 125 Lösungsvorschläge. Wie will man da die richtige Lösung finden? Schließlich glaubt man doch, sein Pferd am Besten zu kennen?
Nun, das Internet ist ein Quell an Wissen, wenn man es denn zu nutzen weiß. Natürlich tummelt sich in der online Welt eine Vielzahl an ›Möchtegern Pferdeprofis‹, heimlichen Pferdeflüsterern und unheimlichen Gurus.
Manche sind echt, andere weniger. Doch liest man in den Lieblingsgruppen, die jeder von uns hat, mal etwas intensiver, dann trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Man erkennt, wer nur antwortet, um Stress zu machen, wer nur antwortet, um wenigstens etwas gesagt zu haben oder wer seine Meinung ruhig und auch fachlich begründen kann.
Und geben letztere einen Ratschlag wie zum Beispiel die Passform des Sattels zu überprüfen, dann sollte man diesen Ratschlag überdenken.

Auch wenn wir unsere Pferde selber am besten kennen, so sollten wir offen für Neues sein, nur dann können wir eine positive Veränderung bewirken.
Ich selber habe ebenso viele Fehler in meinem Leben begangen. Fehler, die ich vergessen möchte. Fehler, auf die ich sicher nicht stolz bin. Fehler, die sicher nur halb so wild waren und sich mir trotzdem für immer eingebrannt haben:

  • So bin ich vor 20 Jahren 2 jährige Pferde geritten, weil es eben normal war in den Westernrassen. Heute weiß ich, was für ein Idiot ich war. Dennoch war es damals normal, denn es gab auch kein Internet, sondern nur Trainer und Bücher, die dieses frühe Training noch untermauerten.
  • Oder mein Weg in die Offenstallhaltung. Wie viele Fehler habe ich gemacht, bis der Stall so war, wie ich ihn haben wollte? Wie viel Holz, Schrauben und Arbeit haben die Veränderungen gekostet …
    • Ich lernte aus Erfahrung, dass ein Flachdach nur bedingt hilfreich ist.
    • Das manche Pferde ihren eigenen Offenstallbereich wollen und brauchen.
    • Die Breitbandlitze habe ich auch als Lehrgeld teuer bezahlt, bis ich feststellte, wie unschön sich diese bei Wind und Wetter ausleierte.
    • Das Plastikzaunpfosten auf Dauer nun wirklich nichts taugen.
    • Das Jäger keine mordlüsternen Bestien sind, wenn man sich mit ihnen mal unterhält.
    • Oder das erst kürzlich angegangene Thema: Bodenbefestigung.

Ich habe am Anfang gedacht, die Paddockplatten Missionare sind schlimmer als die Zeugen Jehovas. So verliebt waren sie, wenn sie ihre Platten missionierten. Bis ich es selber versuchte …

Heute könnte ich mir an den Kopf schlagen. Aber ich habe aus den ganzen Beiträgen die ich las Informationen gezogen und diese überdacht. Ich war offen für Neues und somit auch für den Versuch mit den Paddockplatten.
Und genau das ist der Punkt:
Man hat heute die Möglichkeiten sich viel intensiver als früher zu informieren. Dazu muss man nicht mal einen Seelenstriptease in einer Gruppe hinlegen. Oft reicht es auch, nur zu lesen und Informationen zu sammeln. Denn alles was man wissen will hat vermutlich schon jemand anderes gefragt.
Eigentlich bedarf es nur einer gewissenhaften Suche um fast alle Fragen zu beantworten.
Trotzdem, egal wie sehr wir uns vorbereiten: Es ist nie eine Garantie, das uns nicht doch ein Fehler passieren wird. Die Frage ist also, wie gehen wir damit um?
Selbstgeisselung ist in manchen Religionen zwar recht beliebt, doch in meinen Augen überflüssig und sinnlos. Passiert uns ein Fehler, der unsere geliebten Pferde in Gefahr bringt, dann sind unsere Gewissensbisse schon Strafe genug.
Wir sollten also aus unseren Fehlern – und der unserer Mitmenschen – besser lernen, ohne uns oder andere zu verurteilen.
Ich versuche es immer wieder, denn niemand ist perfekt. Und wenn ihr über einen eurer Fehler stolpert und dieser euer Gewissen nachdrücklich piesackt, dann seid gewiss: Ihr seid nicht alleine.
Uns allen passieren Fehler, egal wie sehr manche Personen einem die perfekte heile Welt im Internet vorgaukeln wollen.
Die Realität ist eben, dass Fehler passieren. Ebenso unschöne Dinge, die wir am liebsten ausradieren möchten. Aber alle guten Dinge, wie auch Fehler, formen uns zu den Menschen, die wir heute sind.
Und wenn unsere Pferde uns voller Liebe entgegentreten und verzeihen können, dann können wir uns auch vergeben.

Flauschige Grüße
Die unperfekte Celeste

unperfekte-pferdehalter

Boxen sind nicht immer schlecht

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Langsam aber sicher kämpfen wir uns durch die dunkele Jahreszeit. Auch wenn das Gebäck in den Supermärkten nicht mehr Weihnachts-, sondern Herbstgebäck heißt, zeigt die ansteigende Dekoration doch deutlich, dass Weihnachten so langsam auf uns zu kommt. Mittlerweile habe ich mir schon neue Dekoration für den Stall zugelegt, denn ich liebe es, diesen jedes Jahr weihnachtlich zu schmücken.
Aber auch für euch gibt es als kleine Weihnachtsfreude eine Möglichkeit eines meiner Bücher als Verlosungs- oder Rezensionsexemplar für eure Facebook-Seite / Blog/Youtube-Channel zu bekommen.
Vielleicht mag ja der ein oder andere mit seiner Seite mitmachen.

Aber kommen wir zum heutigen Thema und da richte ich mich schon jetzt auf meine virtuelle Hinrichtung ein. Aber wie wir wissen vertrete ich meine Meinung ohne einem Trend zu folgen, noch scheue ich unangenehme Themen.
Von daher begebe ich mich nun freiwillig auf den Scheiterhaufen. Aber als eingefleischter Offenstaller muss ich heute einmal eine Lanze für die Boxenhalter brechen. Wohlgemerkt Boxenhalter mit Auslauf, denn 24/7 Box ist außer im Krankheitsfall nicht wirklich pferdegerecht.

Warum ich so denke, will ich gerne erklären:

Hierzu muss man erst einmal trennen, welche Haltungsformen es überhaupt gibt:

  • Box mit Auslauf
    Hier bestimmt der Mensch die Zeitspanne, die das Pferd auf dem Auslauf / der Weide verbringt.
  • Laufstall
    Hier gibt es statt der Einzelbox eine Gruppenhaltung in einem größeren Stall. Auslauf / Weide wird weiterhin von den Menschen gesteuert.
  • Offenstall
    Eine Gruppenhaltung für Pferde, welche eigenständig den Auslauf / die Weide aufsuchen können.

Also steuern wir bei einer Offenstallhaltung einzig die Entscheidungsmöglichkeit des Pferdes, ob es seinen Auslauf / die Weide aufsuchen will, oder seine Zeit lieber im Stall verbringen möchte.
Der Vorteil ist für das Pferd also gegeben: Es darf seine Wahl beim Offenstall selber treffen. So kann der Bewegungskasper dauerhaft draussen rum hüpfen wenn er mag, während sich der Couch Potato im Stall verkriecht und die Nase nur unter Zwang nach draussen steckt.
Dazu bietet der Offenstall natürlich ein dauerhaftes zusammenleben in der Herde, als auch einem grösseren Bewegungsangebot für das Pferd, sofern es dieses nutzen möchte.
Nachteil ist allerding das gute Offenställe nicht auf Bäumen wachsen. Oft scheitert eine Eingliederung an einer falschen Herdenzusammenstellung, genügend Fress- und Ruheplätzen oder auch allgemein am Platzangebot. Manchmal sind es auch Sachen wie schlechtes Futter oder schlecht befestigte Ausläufe, oder nicht eingehaltene Stalldienste, die uns samt Pferd flüchten lassen. So kann aus dem Traum der Offenstallhaltung schnell ein Albtraum werden.
Manche wagen noch einen weiteren Versuch, Andere geben auf und wechseln wieder in die Boxenhaltung. Wieder Andere versuchen sich aus lauter Frust an einem eigenen Stallkonzept an welchem sie wachsen, oder manchmal auch scheitern.

Fakt ist, gute Offenställe gibt es nicht überall und teilweise ist es regional sehr unterschiedlich, was ihre Menge und Ausstattung angeht. So gibt es Gebiete in denen es viele Offenställe gibt, aber ebenso welche in denen sie noch nahezu verpönt sind. Nicht zuletzt macht das Priveligierungsgesetzt  den meisten privaten Offenstallern einen Strich durch die Rechnung.
So sehr wir es uns also auch wünschen, es gibt Offenställe leider nicht im Supermarkt oder bei Amazon auf Bestellung. Als Pferdebesitzer muss man sich nach dem Stallangebot richten welches sich in erreichbarer Entfernung befindet. Denn viele von uns haben ja auch noch Job und Familie, denen wir neben den Pferden gerecht werden müssen. So verstehe ich absolut wenn man einen guten Boxenstall mit viel Auslauf (das sollten auch im Winter wenigstens 8 Stunden sein) einem schlechten Offenstall vorzieht.
Denn was nützt es wenn sich das eigene Pferd im Offenstall nicht wohlfühlt? Wenn es mit den örtlichen Gegebenheiten oder der Herdenzusammenstellung nicht klarkommt? Wohl dem, der einen eigenen Stall hat und alles entsprechend anpassen kann, aber als Pensionsgast kann man nicht mal eben den ganzen Stall verändern.

Von daher: Ja, ich bin absolut für die Offenstallhaltung, aber nur wenn dies auch pferdegerecht möglich ist. Denn Offenstall nur um des Offenstall willen, wird mitunter auf dem Pferderücken ausgetragen. Und bevor dies passiert bin ich für eine Boxenhaltung mit ausreichend Auslauf.
Dummerweise darf man das nicht überall laut sagen, denn sonst ist man bei einigen Personen kein ›echter Offenstaller‹ mehr.
Zapperlot, ich wusste gar nicht, dass es echte und unechte Offenstaller gibt. Das heißt, sobald ich die Stalltüren dauerhaft öffne, muss sich auch meine Einstellung ändern? Ich muss Boxenhalter dann plötzlich per se doof finden?
Sorry nein, so nicht meine Freunde!
Ich weiß, dass viele Pferdebesitzer mehr als nur bemüht sind, das Beste für ihre Lieblinge zu bekommen. Sie umsorgen sie, sie lieben sie, sie suchen den besten Stall für die Bedürfnisse des Pferdes aus. Und wenn dann kein passender Offenstall zur Hand ist, wie kann man dann lästern, weil das Pferd teilweise in der Box steht? Wie kann man dann beleidigend werden? Und ja Boxenknast und Tierquäler oder Fotovergleiche mit Legebatterien sind alles andere als freundlich.
Sicher kann man den Offenstall so sehr lieben, das man damit missionieren will. Ebenso kann man von seiner Meinung fest überzeugt sein. Aber man sollte weder beleidigen noch ausgrenzen. Leider habe ich beides in letzter Zeit vermehrt gelesen. Teilweise in einem Ausmaß, das ich mich als Offenstaller fremdschämen musste.
Ist euch bewusst, das ihr mit euren harschen Worten beleidigend und verletztend werdet? Das ihr Menschen verletzt die sich mitunter ein Bein ausreissen damit es ihren Pferden gut geht? Das diese nicht aus Faulheit die Box gewählt haben sondern aus Mangel an einem guten Offenstallplatz?
Nun werden einige aufstöhnen, murmeln das nicht alle so sind und mit den Finger auf jene Pferdebesitzer zeigen, welche überhaupt nicht in Offenställe wechseln wollen.
Natürlich gibt es Pferdebesitzer, die bewusst die Box wählen. Manche sogar damit das Pferd sauber und griffbereit bleibt. Aber muss man sie deswegen beleidigen? Warum nicht lieber freundlich erklären und aufklären statt dauerhaft schimpfen?
Mich erinnert das an penetrante Vegetarier Diskussionen, da werden Fleischesser als Leichenfresser und Mörder beschimpft. Sicher kann man seinem Unmut so Luft machen, aber bewirkt man so etwas? Ist es nicht sinnvoller seine Freunde mit leckeren Fleischlosen Gerichten zu verführen statt sie zu beschimpfen?
Ähnlich ist es beim Offenstall. Hier sollte man Vorbild sein und sich nicht auf seinem Glück ausruhen einen passenden Offenstall gefunden oder gebaut zu haben.
Ich bin froh, das es Einige gibt die ähnlich denken, sich ihres Glückes bewusst sind und nicht hardcore missionieren, sondern Toleranz und Akzeptanz für die persönlichen Lebensumstände walten lassen.
Ich kann daher nur sagen: Ihr lieben Pferdebesitzer in Boxenhaltung mit Auslauf seid versichert, nicht alle Offenstaller denken so engstirnig. Es gibt viele die euch und eure Beweggründe verstehen ohne euch zu verurteilen.

Natürlich werde ich diesen Beitrag nicht in den Offenstallgruppen teilen, denn ich möchte niemanden vor dem Kopf stoßen, da solche ›pro Box‹-Beiträge nicht gern gesehen sind.  Wer als Offenstaller dennoch über diesen Beitrag stolpert und sich angesprochen fühlt, nun das Feuer für den Scheiterhaufen befindet sich links. Steine aller Größen für die Steinigung samt falschen Bärten sind rechts gestapelt.

Flauschiges Vergnügen
Celeste

boxenhaltung

Die Schnäppchenjäger unter uns

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ist bei euch auch ein widerliches Schmuddelwetter mit Sturm und Regen? Hier regnet und stürmt es derart, dass ein Heunetztransport zu den Außenraufen einem Teeren und Federn gleichkommen lässt. Und hat man seine Bande dann versorgt, steht diese mümmelnd im Offenstall, während man selber tropfnass nach Hause fährt. Nach einer heißen Dusche und einem Kleidungswechsel, samt einem heißen Tee fühle ich mich dann wieder halbwegs wie ein Mensch und widme mich meiner Sonntagsbeschäftigung: den Angebotsprospekten.
Ja, ich gebe gerne zu: Ich liebe die Mappen mit Angebotsblättchen zu den Supermärkten in meiner Nähe. Dazu liebe ich auch das Couponing und eine Kombination von Angeboten und Coupons macht mir immer wieder viel Freude.
Ebenso entdeckt man Sachen wie z.B. die Tchibo Werbung, welche wundervolle Reitsachen für Kinder in Pink anbietet.
Allerdings bin ich immer ein Neuwarenkäufer, denn auch wenn es gerade im Pferdebereich gutes Zubehör in Massen gebraucht gibt, so ist mir der An- oder Verkauf zu stressig. Selbst gebrauchte Gegenstände verschenke ich lieber, als sie zu verkaufen. Und das obwohl ich Angebote, Schnäppchen und Coupons liebe.

Wie das kommt?
In vielen Flohmarkt-Foren, Plattformen oder Facebook-Gruppen tummeln sich Unmengen an Reitern und Pferdebesitzern. Früher war die Reiterwelt noch eng verbunden über reale Kontakte und heimische Flohmärkte, oder Verkaufsanzeigen in den Sonntagszeitungen. Da wurde in kleinem Rahmen getauscht oder verkauft/gekauft. Nun bietet das Internet eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme über eine größere Distanz als früher. Da trifft man nicht mehr Real aufeinander, sondern kauft das Zubehör nach Bildern und Beschreibung. So kommt es immer wieder zu Betrug und Schindluder.

  • So kommen Päckchen nicht an.
  • Geld wird nicht überwiesen.
  • Der Gegenstand ist nicht wie beschrieben z.B. neu, sauber, fehlerfrei oder Grösse und Farbe stimmen nicht.

Und manche Personen reizen den Schnäppchenwahn der Käufer gerne aus. So bieten sie vermeintlich günstige Artikel an, die sie überhaupt nicht besitzen. So wird aus dem  Superschnäppchen, der  neuen Schabbi aus der super seltenen Kollektion für ganze 10 €, plötzlich ein Betrug, weil das Geld überwiesen wird, aber keine Ware ankommt.
Und schon wird gewettert in den verschiedenen Gruppen, Profile angeprangert, Eltern Freunde und Arbeitskollegen des vermeintlichen Betrügers angeschrieben. Selbst ernannte Hilfssheriffs machen sich gleich auf den Weg den Handel zu klären.
Fakt ist, es wird momentan so viel beschissen wie nie zuvor und die Masse der Käufer und Verkäufer lernt nicht dazu. Gab es das doch schon früher, bei der sogenannten ›Nigeria Connection‹ welche Friesen für 300 € im Netz anboten. Man musste nur vorab überweisen und das günstige Superpferd kam natürlich nie an.
Ebenso fallen die Leute nun auf gefakte Eski-Set-Anzeigen, oder günstige Marken Sättel herein und lassen dort ihr Geld. Dabei wäre es so einfach, wenn man die eigene Gier etwas zügeln würde und nachdenkt, bevor man kauft. Denn um meinen verstorbenen Vater zu zitieren: ›Wenn dir ein Pferd viel zu günstig angeboten wird, dann zähl nach, ob es auch 4 Beine hat.‹
Eigentlich kein dummer Rat, denn würde uns ein neuer Porsche für 500 € angeboten, dann würden bei uns auch die Alarmglocken klingeln. Bei einem Eski-Set mit Decke, Schabbi, Halfter und Bandagen für 30 € und nagelneu, verabschiedet sich manches Reitergehirn winkend in Urlaub.
Denn selber denken ist auf einmal nicht mehr ›in‹.  Wäre ja auch schön dumm, wenn man vor einem Kauf das eigene Gehirn einschaltet würde, statt blind zu überweisen.
Aber hier ist die Gier nach einem günstigen oder seltenen Zubehörstück so groß, dass alle Vorsicht vergessen wird. Dabei wäre es sinnvoller:

  • Nur mit erwachsenen Personen ein Geschäft einzugehen.
  • Bei Nachnahme unter Zeugen / mit Videobeweis auspacken und den Zustand beurteilen / dokumentieren.
  • Als Verkäufer mit Videobeweis und Zeugen verpacken.
  • Besser via Paypal zu zahlen.
  • Bei Paypal NIEMALS die Freunde- und Verwandte-Funktion auswählen. Denn auch wenn es Gebühren kostet, man hat dann wenigstens den Käuferschutz. Aber auch Käuferschutz ist keine pauschale Absicherung gegen jeden Betrug, nur die Versicherung, dass der Fall überprüft wird.

Wie ihr seht, einen 100 %-Schutz gibt es weder bei einem Gebrauchthandel noch bei einem Kondom.

Bewertungsgruppen jeder Art betrachte ich übrigens mit äußerster Vorsicht. Denn dort verlässt man sich auf Kundenaussagen, Vermittlungsgespräche oder Chatverläufe.
Ich halte dies in vielen Fällen für unseriös und ebenso häufig als sehr grenzwertig. Weil Chatverläufe weiterzugeben, oder Profile zu posten und mit Betrüger zu betiteln ist schon sehr wagemutig.
Ja, ich weiß das soll vor Betrügern schützen, aber in der heutigen Zeit werden Chatverläufe schneller gefälscht, als man das Wort Eskadron buchstabieren kann. Von daher kann ich solche Gruppen und deren Methoden nicht gutheißen, auch wenn sie sicher nur ›das Beste‹ wollen. Denn das Beste will meine blöde Nachbarin auch, die alle Falschparker meldet, nur weil sie 5 cm mit dem Rad über die Markierung ragen. Ich frage mich dann immer, aus welchen Beweggründen man sich das antut. Das Weltverbesserungsgen? Langeweile? Ich weiß es nicht …

Aus diesem Grund sollte man überlegen, ob man bei aller Sammelsucht und Gier wirklich gebrauchte Sachen kaufen will. Möchte man nicht auf das ein oder andere Schnäppchen verzichten kann man auch:

  • Gebrauchtes Zubehör nur dann kaufen, wenn man es auch selber abholen kann. (Kleinanzeigen aus der eigenen Stadt)
  • Reiterflohmärkte besuchen.
  • Reiter-Second-Hand-Läden besuchen

Oder einfach selber einen Stallflohmarkt veranstalten.

Und wenn man doch dem einen oder anderen online Schnäppchen nicht widerstehen kann, dann sollte man sich bewusst sein, dass man immer ein Risiko eingehen wird. Oft wird man Glück haben, manchmal aber auch nicht. Nur wer das Risiko eingeht, sollte nicht jammern, wenn‘s schief geht.

Ebenso wenig sollte man dann sein Gegenüber in den Onlinemedien öffentlich anprangern. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr betrogen wurdet, dann geht zur Polizei und erstattet Anzeige. Ist es euch das nicht wert dann ärgert euch, verbucht es als Lehrgeld und das Leben geht weiter.
Aber von öffentlichen Hetzjagden seht bitte ab, denn so etwas kann euch ohne Beweise wie ein Bumerang treffen. So könnt plötzlich ihr es sein, die eine Anzeige bekommt, statt dem Gegenüber, welche euch um das Geld gebracht haben.

Also Augen auf beim Eier-äh Zubehör Kauf.

Flauschige Grüße
Celeste

betrug-zubehoer