Selbsternannte Trainer und andere Plagen

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst? Letzte Woche habe ich es mal wieder geschafft mich auf die Nase zu legen. Nein, nicht zusammen mit dem Pferd oder gar von dem Pferd. Das kann ja jeder … Ich mache das daneben, beim Spazierengehen, wenn ich mit Herrn Pony unterwegs bin.
Ich meine da soll mal einer sagen ‘Reiten sei ein gefährlicher Sport’. Ich schaffe es, mich NEBEN dem Pferd lang zu legen. Gut, ich muss dazu sagen, die Straße war abschüssig und ich bin auf einen Kieselstein getreten. Dieser hat mich ähnlich einer Bananenschale derart aus dem Gleichgewicht gebracht, dass es mich schwungvoll lang gelegt hat. Elegant war es sicherlich nicht und in der B-Note gab es garantiert die Bewertung ‘betrunkene Schildkröte auf Koks‘.
Nur gut, dass Herr Pony bei mir war, denn ich habe mir Knöchel und Sehnen böse  angeschlagen bei meinem Salto. So habe ich mich an ihm hochgezogen und ihn humpelnd als Krücke benutzt. Braves Ponylein, du bist unersetzlich!

Da mein Bein eine Ruhepause benötigte, habe ich mal wieder viel Zeit im Internet verbracht. Ich meine wie sollte man auch sonst seine Zeit nutzen, wenn man sich schonen soll? Und natürlich bin ich wieder über einige Dinge gestolpert, die mich zu einem Sonntagsbeitrag angeregt haben.

Momentan ist es wieder sehr modern altbewährten Dingen aus dem Weg zu gehen. Nicht das alle alten Sachen gut sind und alles Neue schlecht, aber der Trend geht mal wieder zu neuen Wegen und Lösungen. Sprich, ist das Pferdchen eine unerzogene Kakerlake, welche dem Besitzer auf dem Kopf rumtanzt, dann muss es nicht einfach erzogen werden. Nein, der Besitzer muss sich nicht in Selbstreflexion üben und sein Handeln überdenken. Es müssen kreativere Lösungen her.

So braucht der unerzogene Pferdeteenager auf jeden Fall:

  • Eine Haaranalyse
  • Einen Tierkommunikator
  • Einen Futtermittelberater
  • Einen Tierheilpraktiker
  • Einen Pferdehomöopathen
  • Einen Tierpsychologen
  • Einen Bachblütentherapeuthen

Am besten noch alles zusammen in einer Person. Mehr bringt schließlich mehr, vor allen Dingen Geld. Und als möchtegern Profi in allen Bereichen, macht das werbemäßig einfach ein Bild von einem Allroundtalent.
Wenn das nichts nützt, dann braucht man auf jeden Fall einen Pferdetrainer, der nach individuellen und sehr abstrakten Methoden arbeitet. Normales Jungpferdetraining oder Horsemanship ist da schon zu langweilig. Da müssen spezial Trainer ran, die nach indianischen Methoden arbeiten. Welche die flüstern, mit Körperbewusstsein arbeiten, die mit Pferden tanzen, singen, Klangschalen rühren und Walgesänge anstimmen. Auch das Stallgebäude farblich Feng-Shui mäßig aus- und eingerichtet wurden, habe ich schon erlebt. Da wurde sogar darauf geachtet, dass die Farbauswahl keine negativen Energien auf die Libido des Hengstes ausübt.
Je abstrakter umso besser. Denn man will sich ja von den herkömmlichen Methoden der normalen Trainer abgrenzen. Nur was auffällt und anders ist, kann sich in der Masse an Internettrainern abheben und Geld bringen.
Um das Ganze noch zu unterstreichen bietet man natürlich auch Spezialzubehör an: Spezielle Halfter, Gerten, Decken und Zusatzfutter. Hilfszügel, welche die Wirkungsweise des ach so neuen Trainings, noch unterstreichen sollen. Allerdings leert auch das eher wieder die Geldbörse der ahnungslosen Kundschaft, wenn es diesen auch ein gutes Gefühl vermittelt. Schließlich wollen sie ja, dass es ihren Lieblingen an nichts fehlt. Und ein neues Halfter oder eine Gerte ist schneller gekauft, als ein Jungpferd konsequent erzogen.

Momentan sind wieder viele solcher selbst ernannten Trainer unterwegs. Sie schießen förmlich wie Pilze aus dem Boden und bauen sich online ihre Fanbase auf. Schließlich lässt sich eine Onlinegemeinde schnell von netten Worten und zauberhaften Bildchen beeindrucken.
Also bauen sie schnell eine Homepage und eine Facebook-Seite auf, bestücken sie mit eindrucksvollen Bildern aus dem ‘Training’. Vorzugsweise natürlich Steigbilder mit Wallekleid. Oder aber Liegebilder von Pferden, mit denen man das große Vertrauen dokumentiert. Dazu wird dann noch kurz ein Lebenslauf zusammen geschustert welcher einen guten Eindruck machen soll. Bei welchen Trainern man gelernt habe, wo man überall eine Ausbildung genossen hat usw. Schaut man dann genauer hin oder fragt bei den genannten Trainern wirklich nach, darf man meist herzhaft lachen. Denn die eigentliche Ausbildung war auf einmal nur ein Wochenendkurs. Der Lehrmeister war anscheinend nur aus dem Buch bekannt und der Hof bei dem man als angeblicher Ausbilder tätig war kennt einen nur als Schubkarrenschubse.
Und doch finden auch solche Trainer ihr Publikum.
Aber wie kann das sein?
Eigentlich ganz einfach. Der Pferdebesitzer mit dem knatschigen Jungpferd an der Backe möchte nur eines: Das sein Problem schnell und dauerhaft und ohne viel Aufwand gelöst wird.
Bei einem guten Trainer muss er mitunter:

  • Sein Pferd in einen anderen Stall zum Training geben, weil der Trainer gar keine Zeit hat, X Ställe anzufahren.
  • Er wird nicht nur mit dem Pferd arbeiten, sondern auch mit dem Besitzer. Dieser muss wahrscheinlich sein Verhalten/ seine Erziehung deutlich ändern.
  • Damit rechnen, dass so ein Training für Pferd und Besitzer nicht nur Zeit sondern auch viel Geld kosten wird.
  • Und genau da fangen dann die Zweifel bei den Pferdebesitzern an. Oft wollen sie ihr Pferd nicht aus der Hand geben. Dann ist da die Sorge, ob der Trainer nicht zu streng ist. Nicht zu vergessen das ganze Geld das in Training und in die Pensionskosten fließt, denn auch der andere Stallplatz ist mitunter nicht kostenlos.
    Und schon werden sie empfänglich für die freien Trainer dort draußen. Jene die:
  • So viel Zeit haben das sie in andere Ställe fahren können und das jederzeit.
  • Die nicht viel kosten, aber ein so breites Spektrum von der Tierkommunikation bis zum Problempferdetraining gleichzeitig anbieten können.
  • Die mit großen Worten wie ‘Vertrauen’ werben, aber auch X alternative Trainingsmethoden anpreisen, welche sie angeblich alle beherrschen. Egal in welcher Reit – und Ausbildungsweise.
  • Die endlich erkennen, dass man ein Problempferd hat, statt einem unerzogenen Jungpferd. Ein Grund warum das eigentlich nur verzogene Jungpferd traumatisiert ist, wird sich von unserem Pferdeguru ebenso zügig finden lassen. Denn nur Problempferde machen auch werbemäßig genug her. Außerdem ist der Pferdehalter dann umso leichter zu beeindrucken, wenn das angeblich traumatisierte Problempferd wieder normal reagiert.

Ja diese Wunderheiler sind wahre Pferdekenner, die für alle Probleme eine Lösung haben. Und das noch zu den Dumpingpreisen. Eigentlich sollte man ihnen huldigen!

Oder aber man schaltet seinen Kopf ein und merkt das es keine Wunderheilungen gibt.  Dass eine Pferdeausbildung Zeit und Individualität braucht und keine überstürzten Lösungen. Diese selbsternannten Trainer, Flüsterer und Tänzer sind mit Vorsicht zu genießen. Viele von ihnen haben nur einen Bruchteil der Ahnung, die sie vorspielen. Betrachtet man Bilder, Texte oder Videos dann sieht man oft gnadenlose Selbstüberschätzung und eine völlig andere Selbstwahrnehmung. Jedoch selten gutes und ruhiges Pferdetraining.

Ich kann euch nur raten, haltet euch fern von solchen Trainern und Gurus. Wendet euch lieber den tatsächlichen Problemlösungen der meisten Pferdeprobleme zu:

  • Artgerechte Haltung und Aufzucht
  • Vernünftige Fütterung
  • Eine passende Herde mit gutem Sozialgefüge
  • Konsequente Erziehung
  • Keine Überforderung, weder körperlich noch geistig

Und wenn ihr Hilfe braucht, dann sucht euch einen guten Trainer. Einer der mehr Informationen bietet als eine Facebook-Seite oder eine Kleinanzeige, in einem kostenlosen Internet Portal. Fahrt hin und schaut euch das Training vor Ort an. Gibt es wilde Versprechen oder werden schnelle Erfolge nur anhand einer Ferndiagnose versprochen, dann ist es nicht der richtige Trainer.

Tatsächlich es im Pferdetraining nämlich wie bei einer Diät:
Schnelle Erfolge bringen auf auf lange Sicht nur Frust und Rückschläge. Eine langfristige Umstellung allerdings auch auf Dauer Erfolg. Man darf eben nicht an seinen alten Gewohnheiten fest halten, weder beim Essen noch in der Pferdeausbildung.

In diesen Sinne, wünsche ich euch ein wunderschönes Restwochenende,
flauschige Grüße
Celeste

200915

Die Sorgen eines Pferdehalters

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen und ihr genießt das Wochenende? Ich stecke mitten in den Geburtstagsvorbereitungen für meinen Mann. Der Duft seines Lieblingskuchen kommt langsam wie ein Zeichentrickfilm Finger aus dem Ofen gekrochen und stubst mir unaufhörlich auf die Schulter.
Da ich aber noch warten muss, bis er aus dem Ofen darf, vertrödel ich wie immer ein wenig Zeit in den verschiedenen Facebook-Gruppen.

Immer wieder auffällig sind verschiedene Themen, die uns Pferdehaltern Ängste und Sorgen bereiten. Meist sind es Probleme, die unser pferdeunkundiges Umfeld nicht wirklich verstehen kann. Warum wir wirklich so besorgt sind, oder warum uns gewisse Probleme so belasten, die Andere nicht einmal ansatzweise verstehen können.
Und während wir unser normales Umfeld damit nicht belasten wollen, suchen wir den Austausch mit Gleichgesinnten in den Pferdegruppen.

Ein beliebtes Thema im Frühjahr für alle Selbstversorger ist zum Beispiel die Heuernte.

  • Wie wird die Heuernte ausfallen?
  • Wird es genug geben oder wird aufgrund von Heumangel der Preis in die Höhe getrieben?
  • Wie wird die Qualität sein?
  • Wird der Heudealer meines Vertrauens eine gute Ernte haben oder muss ich mir einen anderen suchen?

Und allein dieses eine Thema kann einem Selbstversorger über Wochen und Monate Bauchschmerzen bereiten. Wer kennt es nicht, der ängstliche Blick bei wochenlangen Regen und Unwettern. Oder das bange Hoffen, wenn man weiß das gemäht wurde und man förmlich betet, dass es bis zum Pressen und Einlagern trocken bleibt.
Und fällt die Ernte gut aus, dann tanzt man fast einen Freudentanz und ein Dauergrinsen ist für Tage auf dem Gesicht festgemeißelt. Erscheinen dann die ersten Bilder der gelagerten Heuballen von anderen Personen in den Gruppen, dann freut man sich ebenso für die eigentlich fremden Personen mit.
Man weiß schließlich, welche Sorgen ihnen damit genommen wurden.

Ein ähnlicher Sorgenfaktor sind ebenso Unwetter. Jeder Selbstversorger von uns kennt es. Sobald Unwetter und Orkane gemeldet werden, geht uns der Hintern auf Grundeis.
Obwohl wir wissen, dass …

  • unsere Ställe sicher gebaut sind.
  • unsere Zäune bombenfest halten.
  • die Pferde Unwetter gewöhnt sind.
  • im Offenstall jederzeit raus und rein können.
  • und wir egal, was zerstört wird, es eben wieder aufbauen werden

Das mulmige Gefühl im Magen bleibt.

Und so beobachten wir den Wetterdienst und verbringen Sturm und Orkanzeiten bei den Pferden. Auch das wir nachts raus fahren und alles kontrollieren ist keine Seltenheit. Obwohl wir wissen das eigentlich alles in Ordnung ist. Aber die Sorge quält uns und raubt uns jeden Schlaf. Also kann man auch aus dem warmen Bettchen krabbeln und nachsehen, ob bei der Pferdebande trotz Sturm alles in Ordnung ist. Steht man dann bei Unwetter tropfnass mitten in der Nacht auf der Weide, während die Pferdebande einem nur zugrummelt, ob man denn wenigstens auch etwas Essbares mit gebracht habe, dann ist die Welt wieder in Ordnung. Der Knoten im Bauch löst sich und die Angst verfliegt. Bis zum nächsten Mal …

Als Selbstversorger plagen uns viele Ängste und Sorgen:

  • Wie wird der Winter?
  • Ist genug Futter vorrätig oder muss ich bei längerem Winter nach odern?
  • Ist der Boden gut genug befestigt für den Winter?
  • Gibt es genug Schattenplätze für den Sommer?
  • Wie wird die Fliegen und Bremsenplage für das Jahr ausfallen?
  • Welche Tierarztkosten werden mir dieses Jahr einen Strich durch den geplanten Stallumbau machen?

und – und – und

Aber auch als Pensionseinstaller lehnt man sich selten einfach zurück und genießt das Leben. Denn auch wenn einem viel Verantwortung und Arbeit gegen ein Entgelt abgenommen wird, so gibt es immer noch genug Dinge die einem Sorgen bereiten können.

  • Wird wirklich nach Anweisung gefüttert?
  • Wie ist die Futter und Streu Qualität?
  • Wie ist die Herdenzusammenstellung?
  • Ist das Stallklima auch für mich als Besitzer erträglich?

Auch das sind nur Beispiele von vielen Sorgen, die ihr sicher alle kennt.

Aber was macht man nun mit all seinen Sorgen die einen täglich begleiten?
Natürlich könnte man sein Pferd unter eine imaginäre Glasglocke packen und vor allem schützen was möglich ist. Aber so ein Leben ist weder für das Pferd noch den Besitzer erstrebenswert. Dennoch sollte man nicht alle Vorsicht schleifen lassen und dem Leben naiv und blauäugig begegnen.

Ich bin daher ein Freund der Absicherung bei Dingen, die möglich sind.

  • Alles versichern, was sich versichern lässt.
    Von der Pferdehaftpflicht über die OP-Versicherung, der Krankenversicherung bis zu Stallgebäuden usw. Bei mir ist sogar die Katze Krankenversichert, denn mir bereitet es ein gutes Gefühl das alle Kosten immer abgedeckt sind und ich kein Sparbuch plündern muss. Denn auch wenn man es nicht glaubt, aber meist kommen dann horrende Kosten zusammen, wenn man es nicht wirklich gebrauchen kann.
  • Bei Selbstversorgern hilft es ungemein wenn man alles Bombensicher baut.
    Sei es das Stallgebäude, das dem Orkan standhalten soll, aber auch die Zäune, die nicht nur aus ein paar Steckpfählen und Litzen bestehen.
  • Oder Ausläufe, die trocken gelegt werden, bereiten keine vorab Sorgen bei schlechtem Wetter im Winter.

Ebenso ist es gut immer einen Plan B für wichtige Dinge zu haben.

  • Sei es ein Ersatzstall, in den man notfallmäßig wechseln kann, falls der Sturm den eigenen zerlegen würde.
  • Ersatzrufnummern der verschiedenen Tierärzte und Hufschmiede, wenn der eigene im Notfall nicht zu erreichen ist.
  • Oder ein anderer Heulieferant, den man als Ass im Ärmel hat, falls dem eigenen Heudealer doch mal der Lagerbestand zur Neige geht.

Auch wenn man Plan B nie nutzen muss, es beruhigt ungemein, wenn man einfach weiß, dass es eine Notfall Lösung gibt.

Ich kann daher nur sagen, überlegt was euch wirklich Sorgen und Bauchschmerzen bereitet. Dann überlegt, wie man diese Situation so optimieren kann, dass es die Situation entschärft und euch Entlastung bringt. Denn alles was gut vorbereitet ist, kostet vielleicht erst Arbeit und Geld, aber wird euch dann das Leben leichter machen.
Es gibt noch genug Dinge im Pferdehalter Leben, die sich nicht vorbereiten lassen, welche uns aber dennoch ungeplant ein Bein stellen werden. Und es reicht völlig, wenn wir uns diesen Dingen widmen müssen, wenn es so weit ist, statt uns noch weiter mit unseren vorab Sorgen zu plagen.

Ich selber sorge mich um viele Dinge, das gebe ich gerne zu. Ich versuche aber alle Sorgen und negativen Gedanken zu sortieren, und entsprechend zu optimieren. Natürlich besitze auch ich das kleine schweinische Teufelchen das bei einem Orkan stichelnd auf meiner Schulter hockt und mir Angst und Sorgen einflüstern will, bis ich mich nachts zum Stall aufmache. Aber bedingt durch meine Vorbereitungen fahre ich nicht mehr voller Angst und Sorge nachts zum Stall, sondern in den Gedanken, das alles in Ordnung sein wird. So kann ich mich mit einem Fingerschnipsen des Teufelchens auf meiner Schulter entledigen. Egal wie wüst der Sturm um mich rum tobt.
Ich möchte keine Glasglocke für meine Pferde, aber ich möchte auch nicht naiv und blauäugig alle Gefahren ausblenden. Also bereite ich mich so gut es geht vor, und der Rest darf dann vom Schicksal ausgewürfelt werden. Und lese ich in den Gruppen das es anderen Personen ebenso geht, dann ist das beruhigend. Schließlich versteht das pferdeunkundige Umfeld so eine nächtliche Tour nicht wirklich.

In diesem Sinne wünsche ich euch Allen sorgenfreie Tage, Wochen, Monate und Jahre.
Und wenn euch die Sorgen doch einmal übermannen, seid gewiss: Ihr seid nicht alleine.

Flauschige Grüße
Celeste

sorgen

Für den Notfall gerüstet?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch und euren Vierbeinern in dieser Woche gut ergangen? Bei mir war es wie immer eine stressige Woche, ich kenne es nicht anders. Dennoch nutze ich alle freie Zeit, um Stall und Weiden in Schuss zu halten. Ihr kennt das sicher.
Heute bin ich dann – bewaffnet mit Heckenschere am Stil und Rosenschere – über die Weide gewandert und habe die Zäune freigeschnitten. Schnell durfte ich feststellen, dass dieses Jahr wohl das Jahr der Brombeere ist, denn diese sind in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit gewachsen, wie ich es in all den Jahren der Selbstversorgung nicht erlebt habe. Innerhalb von 2 Wochen waren Wege, die vorher frei genutzt werden konnten, mit fingerdicken meterlangen Ranken überspannt.
Normalerweise nutze ich für solche Sachen die große Astschere und pitsche die Ranken auf Abstand von mir weg. Heute war ich aber wieder besonders dämlich, denn ich hatte nur die kleine Rosenschere zur Hand. Und was mache ich? Pitsche eine lange Brombeere kopfüber weg, und diese fällt mir in den Rücken und bleibt an meinem Shirt hängen. O.k., da stand ich nun, hatte eine 2 m lange eklig piksende Brombeerranke an meinem Shirt kleben, nebst das sich meine Haare auch noch darin verfangen hatten. Und egal wo ich hin griff, es pikste und schmerzte.
Sollte mich jemand außer den Pferden gesehen haben, so wird er sicher einen Lachflash bekommen haben. Hatte dieses ›hinter sich nach der piksenden Ranke angeln‹ doch etwas von einem Käfer, der auf dem Rücken liegt, und mit den Füßen in der Luft wedelt. Nur dass ich fluchend vor meinen Pferden hin und her hüpfte, welche mich dabei, wie ich fand, grinsend ansahen. Als ich dann hüpfend und wackelnd, einem seltsamen Tanz gleichend, die Ranke endlich los wurde, hatten meine Hände ein ergiebiges Blutopfer gebracht. Hätte die blöde Brombeere doch gleich sagen können, dass sie ein Blutopfer will. Ich hätte wenigstens noch einen Preis aushandeln können, so z.B. 500 tote Bremsen, welche sich in den Bremsenfallensuizid werfen, oder so.
Na ja egal, bluttropfend aber wenigstens nicht triefend, habe ich dann meine Stallapotheke geplündert und mich erst einmal mit Aluspray versilbert. Das ein oder andere Pflaster machte dann den Look perfekt, und ich konnte in Ruhe weiter arbeiten.

Wie gut das ich immer eine Stallapotheke bei mir im Auto habe. Denn auch wenn der Tierarzt in vielen Situationen unersetzlich ist, so hilft die Stallapotheke in kleineren Versorgungsfällen, oder bei erste Hilfe Massnamen, bis der Tierarzt vor Ort ist. Und so mancher Druckverband hat einem Pferd schon das Leben gerettet.

Sicher gibt es fertige Stallapotheken zu kaufen. So etwas findet man z.B. hier:

Allerdings kann man sie sich auch selber zusammenstellen:

Als Grundlage kann man beispielsweise das Verbandsmaterial aus alten abgelaufenen Verbandskästen nehmen. Diese werfe ich grundsätzlich nicht weg, sondern hebe alles an Kompressen und Verbandsmaterial auf. Man muss natürlich darauf achten das alles steril verpackt bleibt. Auch die Verbandsschere kann man ohne weiteres weiter benutzen.

Ebenso wichtig sind Einweghandschuhe. Diese sollten mehrfach und in verschiedenen  Größen in der Stallapotheke vorrätig sein.

Desinfektionsspray für die Hände sollte auch nicht fehlen. Dieses gibt es in Drogerien als Spray oder Gel. Wahlweise auch als Wischtücher, was auch nie verkehrt ist, um eine Ablagefläche zu reinigen.

Das Fiberthermometer ist ebenso unerlässlich. Dieses sollte immer mit einer Schnur versehen werden, damit es nicht in das ewige Nirwana des Pferdehinterns weg flutscht. Schön ist diese Großtieralternative, die aufgrund Form und Größe ein Verschwinden verhindern soll:

Ich würde dennoch auch dieses Modell in der Hand behalten, oder einen Bindfaden benutzen, denn man weiß nie, welchen Popo-Thermometer-Fetisch das zu behandelnde Pferd hat.

Für das Pferd sollten verschiedene Desinfektionssprays im Notfallkoffer bereitliegen. Ich selber bevorzuge Blauspray

Und Silberspray

Ebenso benötigt man mitunter die Hilfe von Kühlmitteln. Da nicht jeder Stall ein Eisfach besitzt, kann man sie in Form von Salben in den Koffer füllen. Es ist hier wirklich hilfreich, etwas mehr Geld auszugeben und spezielle Pferdeprodukte zu kaufen. Entgegen der meisten Menschen Kühlgele halten die Pferdeprodukte auch speziell auf Fell und sind meist höher dosiert und wirksamer. Der 1 € Shop ist für Kühlgelprodukte daher die falsche Wahl.
Auch interessant sind diese selbstkühlenden Bandagen. Diese kommen ohne Eisfach / Kühlung aus und können sofort benutzt werden. Sicher sind sie nicht ganz kostengünstig aber für einen Notfall sicher sehr geeignet:

Selbstklebende Bandagen sind ebenso ein Muss in der Notfallapotheke. Diese habe ich hier recht kostengünstig in der Großpackung gefunden:

Und ja die Farbe ist wenigstens aufmunternd, wenn das Pferd eh schon verletzt ist. Aber um die rosa Hasser zu beruhigen: Es gibt sie auch in vielen anderen Farben.

Ein Pferdekrankheiten Buch ist nicht nur zuhause als Lehrstoff gut aufgehoben, sondern auch in der Stallapotheke. So kann man schnell etwas nachlesen wenn man unsicher ist, oder sich die Wartezeit auf den Tierarzt verkürzen. Ein schönes Buch dazu ist dieses und sollte in keinem Pferdebücherschrank fehlen:

Babywindeln helfen nicht nur den kleinen Scheißerchen daheim, sondern können wunderbar als Hufverband genutzt werden. Und ja, ich meine die richtigen Windeln, die man in jedem Supermarkt kaufen kann. In Verbindung mit einer Plastiktüte bei Angussachen und Panzertape zum Befestigen bieten sie eine gute Hilfe.

Rivanoltabletten gibt es in jeder Apotheke. Diese eignen sich aufgelöst zur Wundreinigung / Bad, aber auch in Penatencreme aufgelöst als Mittel gegen Kriebelmücken.Hier noch einmal mein Beitrag dazu, wie man Möhrchenöhrchen macht.

Dazu können haltbare Arzneimittel unter Absprache mit eurem Tierarzt in die Notfallapotheke. Aber bitte nur wenn ihr wisst wann und wie ihr sie anwendet!
Bitte bedenkt, die Pferdeapotheke dient nicht als Tierarztersatz, sondern ist lediglich eine Hilfe um erste Wunden zu behandeln und zu versorgen.

Manche Tierkliniken bieten erste Hilfe Kurse für Pferdebesitzer an und ich finde das ist eine tolle Sache. Einfach, damit man fachmännisch gezeigt bekommt, wie zum Beispiel ein Verband angelegt wird, sowie viele andere Sachen. So kann man diese Dinge schon vorab üben und somit in einer Notsituation besonnen, statt kopflos und unerfahren reagieren. Denn auch wenn wir es nicht wollen, Pferde sind wie kleine Kinder und da sind Blessuren einfach nicht ausgeschlossen.

Ich wünsche euch und euren Pferden, dass die Notfallapotheke ungenutzt in der Ecke verstaubt und ihr euch schöneren Dingen widmen könnt.
Dennoch ist es immer gut, für alle Fälle gerüstet zu sein.

Flauschige Grüße
Celeste

Notfallapotheke

Regeln sind keine Ansichtssache

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Irgendwie war diese Woche komplett für den Allerwertesten, denn es gab das ein oder andere persönliche Desaster und nun tippe ich hier mit Grippe und enormen Halsschmerzen. Um das Ganze noch zu toppen hat der Amoklauf in München viele Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Daher vorab für alle die sich um meine Oompa Loompa/Julia A. Kris sorgten, ihr geht es gut. Dennoch mein tiefstes Beileid an alle betroffenen Familien und Freunde der Opfer. Wir wünschen euch viel Kraft und Hoffnung, und in Gedanken sind wir bei euch.

Aber kommen wir zu dem heutigen Wochenendthema, dieses Mal ein Wunschthema, das mir von mehreren Seiten in privaten Nachrichten ans Herz gelegt wurde. Geschuldet war es nicht einer einzelnen Diskussion, sondern gleich mehreren, da es in den letzten Wochen immer wieder ein akutes Thema war: Pferd am Fahrrad

Um es mal formell auszudrücken:

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Zitat aus § 28 der StVO

(1) Haus- und Stalltiere, die den Verkehr gefährden können, sind von der Straße fernzuhalten. Sie sind dort nur zugelassen, wenn sie von geeigneten Personen begleitet sind, die ausreichend auf sie einwirken können. Es ist verboten, Tiere von Kraftfahrzeugen aus zu führen. Von Fahrrädern aus dürfen nur Hunde geführt werden.

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Eigentlich gibt es daran doch nichts zu rütteln oder zu diskutieren. Die Regel ist eindeutig. Sicher mag es Personen geben, welche diese Regel nicht kennen, daher weise ich gerne in Facebook Gruppen oder Seiten darauf hin, wenn ich wieder über pikante Bildchen oder Aussagen stolpere. Denn es ist nicht nur das die Polizei bei solchen Aktionen ein Bußgeld verhängen darf, sondern auch die Versicherung die sich im Falle eines Unfalles aus der Zahlungspflicht befreien kann. Und das sogar mit Recht. Schließlich hat man fahrlässig gegen ein Verbot gehandelt, und das muss keine Versicherung zahlen, ebenso keine Prozesskosten oder Schadenersatzklagen. Also kommentiere ich (und viele andere besorgten Personen) solche Bilder und Texte immer wieder.

Oh Gott, nun sehe ich schon einige Leser die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und mich auf den Mond – oder wahlweise den Scheiterhaufen – wünschen.

Nicht dass ich diese Reaktion nicht öfters erlebe, poste ich auch oft genug meine Meinung zu Freilauf- oder Halsring-im-Gelände-Bildchen. Da gibt es dann positive Reaktionen welche ebenso erklärend sind wie meine. Reaktionen bei denen sich Leser bedanken weil sie bislang nicht wussten welche Auswirkungen ihr unbesonnenes Handeln haben kann. Und Reaktionen mit Ablehnung.

Heidenei was musste ich mir da schon anhören:

  • Spielverderber
  • Jeder muss wissen was er macht
  • Jeder war mal Jung
  • Ich kenne mein Pferd da passiert nix (warum muss ich gerade an das Hundeshirt denken mit *der tut nix*  ?)
  • Ob ich nichts Besseres zu tun habe, als Internet Polizei zu spielen
  • Die große Vertrauenslüge. Hier noch einmal etwas zum Thema Vertrauen von mir
    http://celeste-drake-books.de/tag/vertrauen/ 
  • Getoppt von den persönlichen Beleidigungen wie angeblicher Neid und kein eigenes Leben.

Ja im Internet haben sie alle eine große Klappe …

Nur sollte man doch einmal überlegen, warum Personen wie ich immer wieder Aufklärungsarbeit betreiben. Denn es gibt unheimlich viele Personen, die nicht wissen das man:

  • Kein Pferd neben dem Fahrrad führen darf
  • Kein Pferd in Feld Wald und Flur frei laufen lassen darf
  • Der Halsring ohne Sicherheitszaum keine ausreichende und erlaubte Zäumung ist
  • Pferde nicht von Inlinern aus geführt werden dürfen.

Viele – gerade junge – Mädchen sehen die Bilder im Internet und wollen dem nacheifern. Und die freiheitsliebenden Hippie-Uschies, welche dann auch noch groß tönen, dass man sich den Spaß nicht verderben lassen soll, machen es nicht besser und bestärken die unerfahrenen Mädels. Also bin ich eben der Spielverderber und kläre auf. Das es verboten ist, welche Konsequenzen es haben kann und das man sich mitunter für den Rest des Lebens finanziell ruinieren kann. Nur mache ich das nicht, weil ich ein Besserwisser bin oder neidisch oder weil ich online jemanden ans Bein pushern will.

Ich, und viele andere, machen das um euch und eure Pferde zu schützen!

Jeder darf auch mal eine Regel nicht kennen, aber es liegt an euch wie ihr darauf reagiert, wenn man euch darauf hinweist. Niemand ist fehlerlos und auch ich war schon froh, wenn ich auf ein unbewusstes Fehlverhalten hingewiesen wurde.

Und mal neben bei ein Gruß an die Befürworter dieser unsinnigen Aktionen. Jene, die noch fröhlich Bilder posten, obwohl man schon darauf hingewiesen hat, das es verboten ist: Ihr seid diejenigen, die sonst immer so laut aufschreien, wenn man sich nicht an eure Regeln hält. Zum Beispiel Futterverbote, Verbote den Stall zu betreten usw.

Ihr wollt ebenso nicht das jemand einfach unerlaubt eure Pferde nimmt und reitet, etwas anderes als vorgegeben füttert oder die Weidezeiten nicht nach euren Wünschen einhält. Nur um ein paar Beispiele zu nennen. Also stellt ihr Regeln auf, an die sich jeder halten soll, aber selber geht ihr mit anderen Regeln sehr freizügig um. Überlegt bitte das Regeln, gerade offizielle, wie die Straßenverkehrsordnung, keine Einbahnstraße sind. Regeln gelten nicht nur dann wenn es einem gerade in den Kram passt.

Wir Reiter und Pferdebesitzer sollten uns gegenseitig helfen und unterstützen, und nicht noch zu Unsinn und Straftaten ermutigen!

Vor über 15 Jahren war ich auch so knacke blöde und habe mein Pony vom Fahrrad ausgeführt. Allerdings im Privatwald mit schriftlicher Erlaubnis der Stadt. Heute weiß ich, dass auch dieses die Straßenverkehrsordnung nicht aushebelt, und würde es daher nie wieder tun. Wie dankbar wäre ich damals für eine Erklärung statt einer fälschlich gegebenen Erlaubnis gewesen. Nicht weil etwas passiert wäre, sondern weil ich ein sehr regelbewusster Mensch bin.

Ich weiß es aber seit einigen Jahren nun dank des Internets, das es damals noch nicht gab, und habe es auch nie wieder in Betracht gezogen, es wieder zu versuchen.

Wir sollten dankbar sein, dass wir das Internet als große Informationsquelle nutzen können. Also benutzt es bitte nicht um Pferdebesitzer zu Sachen zu verleiten, welche verboten sind. Nutzt euer Wissen und helft lieber mit die anderen Pferdebesitzer aufzuklären und zu schützen. Ich werde auf jeden Fall nicht damit aufhören, auch wenn man mich trotz netter Erklärungen beleidigt oder von Seiten sperrt.

Flauschige Grüße
Celeste

011105

Das Geschäft mit dem Mitleid

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nun sind wir mitten im Sommer angekommen, das erste Heu ist schon in vielen Ställen gestapelt, und wir genießen das wundervolle Wetter. Natürlich vertreibe ich mir meine Zeit weiterhin mit Arbeiten rund um Stall und Weide, denn als Selbstversorger hört das niemals auf. Dabei teste ich voller Spannung meine neue Akku Strauchschere, die ich am Stil wie eine Sense benutze, um damit meine Zäune freizuschneiden. Aber davon werde ich natürlich erst ausführlich berichten, sobald sie eine längere Testzeit überlebt hat.

Während ich also mit meinem neuen Spielzeug dem Sensenmann gleich die Weide rauf und runter renne, und mir dazu eine schwarze Kutte wünsche, werde ich natürlich immer wieder von den Spaziergängern in Gespräche verwickelt. Nicht dass ich etwas gegen einen Plausch habe, aber gerade zur Sommerzeit häuft sich gerne ein spezielles Thema. Angefangen meist mit einem
»Du hast ja hier ne Menge Platz«
Was ich meist mit einem »Klar und auch viel Arbeit« kommentiere.
Meist folgt dann ein »Im Offenstall bekommst du doch sicher noch was unter oder?«
Und dann weiss ich schon, wie der Hase läuft. Denn das ich keine Einstaller nehme, ist allgemein bekannt. Nein, es sind die Schlachtfohlen, die ich dann auf einmal alle retten soll, schließlich habe ich ja angeblich genug Platz und Zeit.
Denn gerade auf den gängigen Internetportalen verbreiten sich die Bilder der putzigen Fohlen sehr schnell. Und läutet man dann mit der Schlachtungsglocke, kullern die Tränchen, das Herz wird weich, und der Retterinstinkt schlägt zu. In solchen Gesprächen verweise ich dann gerne darauf, dass ich genug Pferde habe, und dankend ablehne. In diesem Moment schaut einen der Gegenüber dann nicht selten an, als sei man ein gefühlsloser Tierquäler, der wohl auch die eigenen Pferde im Bastkörbchen am Fluss aussetzen würde. Also muss ich erklären, dass ich zwar durchaus Platz habe, aber ein junges Pferd trotzdem so einiges an Kosten und Zeit verschlingt. Und mehrere gleich mehrfach. Und nur weil die süßen Fohlen vermeintlich gerettet werden, scheißen sie leider immer noch keine Golddukaten.

So brauchen auch Schlachtfohlen:

  • Den Auslösepreis
  • Den Transport
  • Den Tierarztcheck/gegebenenfalls Behandlung/Kastration

Bevor sie überhaupt erst einmal einziehen.
Dann kommen die laufenden Kosten über Jahre dazu:

  • Einen passenden Stallplatz
  • Passende Ausrüstung
  • Angepasste Fütterung
  • Hufschmied / Tierarzt / Wurmkuren
  • Versicherungen
  • Ausbildung und Training

Das heißt, das kleine Schlachtfohlen das es für ein paar hundert Euro im Internet Ausverkauf gab, kostet viele Tausende Euro allein in den ersten Jahren. Und dann hat man noch nicht einmal darauf gesessen.
Nicht zu vergessen, dass ein Jungpferd eine passende Haltung braucht.
Jungpferde brauchen passende Spielgefährten zum Spielen, toben, raufen, und um spielerisch das Sozialgefüge zu erlernen. Dazu eine ältere Nanny zum Erziehen und die Herde ist perfekt. Leider wird das oft vergessen, da das gerettete Fohlen, ja in den heimischen Stall ziehen soll, statt in einen kostenintensiven Pensionsstall.
Aber ist man sich dessen bewusst und kann und möchte dies alles einem Schlachtfohlen anbieten, dann ist da ja noch der Kaufpreis.
Denn mittlerweile wissen die Züchter und Händler das Geschäft mit dem Mitleid durchaus zu nutzen. So werden sehr oft Fohlen zu vermeintlichen Schlachtpreisen als Abgabepreise beworben. In diesen Fällen haben die Schlachtpreise so viel mit dem Fleischpreis zu tun, wie eine Bordsteinschwalbe mit Jungfräulichkeit.

Machen wir uns doch einmal mit den Fleischpreisen vertraut. Diese sind zwar regional oft unterschiedlich, aber hier einmal ein Anhaltspunkt:

Vollfleischig Warmblut:               0,40 – 0,60 € / KG

Geringfleischige Pferde:             0,20 – 0,40 € / KG

Schlachtpferde 1. Qualität:         0,60 -0,75 € / KG

Und nun rechnet doch einmal, was das Wunschfohlen so wiegt. Abzüglich Knochen und Teilen, die nicht verwertet werden können, abzüglich einer Gebühr für die Fleischbeschau durch den Veterinär. Viel übrig bleibt da für den Schlachter nicht. Wer dann 500 – 1000 € für ein Haflingerfohlen, oder 1000 – 2000 € für ein Kaltblutfohlen als angeblichen Schlachtpreis auf den Tisch legt, dem kann ich nur sagen: Sorry, du wirst über den Tisch gezogen.

Denn diese Preise zahlt niemals ein Schlachter, allerdings die mitleidigen Pferdebesitzer schon.

Von daher: Augen auf beim Pferdekauf!

Auch wenn das Herz blutet, lasst euch nicht über den Tisch ziehen. Verhandelt ruhig noch einmal, indem ihr den aktuellen Fleischpreis nennt. Bargeld, das man auf den Tisch legt, ist übrigens auch immer ein sehr überzeugendes Argument.

Aber bitte seid euch bewusst das ihr mit jedem Freikauf diese Schlachtpferde Zucht weiter unterstützt. Denn für jedes freigekaufte Leben rückt ein anderes nach, denn der Fleischmarkt will bedient werden. Und je mehr freigekauft werden, umso mehr Nachschub wird produziert. Denn Mitleid zusammen mit dem Heiligenschein der Rettung verkaufen sich einfach zu gut.

Wenn ihr euer Herz an ein Schlachtfohlen verschenkt verstehe ich das.  Aber bitte sorgt für eine passende Haltung ein Pferdeleben lang. Denn nur weil man gerade Platz hat ist es nicht gleichzeitig auch eine geeignete Aufzuchtstelle für ein Jungpferd. Ich sage klar, mein Pferdebestand reicht mir so wie er ist völlig, da ich mir meiner Verantwortung ihnen gegenüber absolut bewusst bin.

In diesem Sinne flauschige Grüße
Celeste

schlachtpferd

Weidezaunzubehör im Langzeittest

 

Hallo meine Flauschehasen,
da bin ich wieder. Ich hoffe, es geht euch und euren Vierbeinern gut? Der langersehnte Sommer ist nun endlich da, und während meine Pferde tagsüber meist im Offenstall schlafen, und nachts das kühle und bremsenfreie Wetter genießen, widme ich mich den Wartungsarbeiten meiner Weidezäune.
Immer wieder fällt mir dabei, auf wie viel Kilometer Litze ich dort schon verbaut habe. Wie viel tausende Isolatoren. (Nein, die Anzahl ist kein Witz) Dazu Torgriffe und anderes Zubehör.
Im Laufe der Jahre hat sich nicht nur die Anzahl der Weiden erhöht, sondern auch das benötigte Zubehör. Und kontrolliere ich die Weiden Stück für Stück, und bessere hier und da etwas aus oder schneide den Zaun frei, dann fällt mir auf, dass einige Sachen schon mehr als 10 Jahre erfolgreich ihren Dienst tun. Und das ist erstaunlich, hört man doch immer wieder die lauten Stimmen im Internet mit dem Standardsatz: »Wer billig kauft, kauft zweimal«

Irgendwie kann ich diesen Satz langsam nicht mehr hören, denn ich bin ehrlich, ich kann ihn so überhaupt nicht bestätigen. Sicher gibt es Zubehör, das zwar günstig ist, aber dessen Haltbarkeit und Praxistauglichkeit zu wünschen übrig lässt. Dennoch ist nicht pauschal alles günstige Pferde- oder Weidezaunzubehör schlecht. Gerade deswegen teste ich so gerne günstige Produkte auf Alltagstauglichkeit und berichte für euch darüber.

Daher hier einmal wieder ein Produkttest der flauschigen Art.

Getestet wurden Produkte der Versandfirma Westfalia:

Torgriff für Elektrozäune

  • Farbe: Gelb
  • Offene Ausführung
  • Vezinkt
  • Offene Zugfeder
  • Preis: 1,49 €

Diesen Torgriff nutze ich nun schon in der zweiten Saison. Die Verarbeitung ist gut und die Zugfedern halten auch dauernden Zug stand, ohne auszuleiern. Mehrfaches runter fallen auf Betonboden haben bislang alle überlebt, einzig ein Huftritt des Alpenpanzers hat aus einem Griff eine Ecke raus gebrochen. Die Farbe ist bislang nicht ausgeblichen und die Form ist wirklich handlich.

Hier vergebe ich 5 von 6 Flauschepunkten, da ich mir noch eine geschlossene Form gewünscht hätte.

Bildschirmfoto 2015-10-18 um 21.43.24
Ringisolatoren im Eimer mit Einschraubhilfe

  • 100 Stück
  • Einschraubhilfe für den Akku Schrauber
  • Farbe: Schwarz
  • Lieferung im wiederverschließbaren Eimer
  • Preis: 14,99 €

Diese Isolatoren sind bei mir teilweise schon über 10 Jahre in Benutzung. Ich denke, das spricht für ihre Haltbarkeit. Sicher haben Einige äußerlich Rost angesetzt, aber das hat sie nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt. Selbst vor 10 Jahren verbaute Isolatoren lassen sich leicht abschrauben und wiederverwenden. Das Gewinde ist leichtgängig und lässt sich leicht per Hand einschrauben, allerdings empfehle ich bei einer Menge ab 50 Stück dazu Handschuhe.

Die Schraubhilfe habe ich aus Faulheit nie genutzt, einfach weil es von Hand – für mich – schneller geht. Ich habe in all den Jahren viele Eimer nach gekauft, weil die Weiden erweitert wurden und die Qualität war immer gut.

Hier vergebe ich ganz klar 6 von 6 Flauschepunkten!

Flauschepunkte 6 von 6

Zaunlitze -10mm – 4 x 0,16 Niro mm

  • 250 Meter

Hier habe ich 2 Varianten im Laufe der Jahre getestet.

Über 10 Jahre habe ich nun diese Litze im Test:

Breitband – 250 m – Gelb / Orange  

Bis auf eine Fehllieferung in einem Sommer vor Jahren, welche die Litze fast durchsichtig ausbleichen ließ, haben alle Lieferungen Litzen gebracht, deren Farbe durch die Sonne zwar etwas ausgeblichen ist, aber durchaus eine gute Sichtbarkeit auch nach vielen Jahren liefert.

Die Haltbarkeit wie auch die Stromführung ist auch nach all den Jahren immer noch gegeben.

Früher wurde diese Litze im günstigen Doppelpack zu etwa 12,99 €und 14,99 € angeboten. Leider gibt es sie nun nur noch im Einzelpack zu 11,99 €.

Daher bin ich nun umgestiegen auf diese Variante:

Weidebänder – 200 m

Dort gibt es die 10-mm-Variante in einem sehr deutlichen Orange mit den gleichen Werten.

Ich nutze sie nun im zweiten Sommer und die Farbe ist beständig und fällt auch auf großen Weiden sehr gut auf. Die Stromführung und Haltbarkeit lässt bislang keine Wünsche offen.

Der Preis ist mit 7,99 € für eine 200-m-Rolle zwar nicht so viel günstiger als die oben genannte Litze, aber hier war die Signalfarbe für mich ein Kaufgrund.

Ich kann daher für beide Litzensorten ganz klar 6 von 6 Flauschepunkte vergeben.

Flauschepunkte 6 von 6

Sicher ist euch aufgefallen, dass ich alles Zubehör bei Westfalia bestellt habe. Wer nun glaubt das ich von Westfalia gesponsort werde, dem kann ich versichern: Nein, dem ist nicht so.

Ich nutze diesen Versandhandel aber schon seit vielen Jahren wegen des großen Angebotes – nicht nur im Pferdebereich – und der schnellen Lieferungen. Und die Gratisgeschenke bei jeder Lieferung finde ich ebenso spaßig, wie die 30 Tage Zahlpause bei Bankabbuchung. Denn auch wenn wir immer genug Geld für Notfälle beiseite liegen haben, so ist es doch Murphys Gesetz, das genau dann das Weidezaungerät den Geist aufgibt- oder gestohlen wird, wenn das Auto in Reparatur muss, oder die Waschmaschine röchelnd in den letzten Zügen liegt. Und da darf ich ehrlich sagen, dass es manchmal auch einfach nett ist, wenn man eine ungeplante Anschaffung einen Monat verschieben kann.

Natürlich gibt es Firmen, die sehr hochpreisiges Weidezaunzubehör anbieten und von deren Qualität auch viele Pferdebesitzer überzeugt sind.
Dennoch muss teuer nicht immer gut bedeuten und billig nicht immer schlecht.
Genau deswegen teile ich meine Erfahrungen mit euch, um euch vielleicht eine Kaufentscheidung zu erleichtern, oder eine Anregung zu bieten.

Flauschige Grüße
Celeste

 

Urlaubsparadies Pferd?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?

Nachdem wir in den letzten Wochen Bremsenfallen gebastelt haben, jetzt mit Litamin Duschgel – gegen die Bremsen – eingedeckt sind und einen regen Austausch über das Märchen vom Vertauen genossen, habe ich nebenher – zusammen mit meiner lieben Oompa Loompa – einen Gemeinschaftsroman herausgebracht. Wer also 99 Cent opfern möchte und Lust auf einen Roman hat der auch ohne Lovestory und Dauerpimpern auskommt, dafür aber 2 taffe Mädels bei ihrem Job als Kopfgeldjäger durch die Zeit begleiten möchte, der findet die Anfangsstory zur Badass & Glamorous-Reihe auf Amazon.

Diese kann man übrigens auch dank der Apps von Amazon auf dem PC, Handy oder Tablet lesen.

Aber genug der Schleichwerbung, denn ehrlich gesagt so sehr ich unser neues Buchprojekt liebe, zusammen mit Familie, Haushalt und Pferden kann es ziemlich viel Zeit und Energie rauben. Und es ist ja nicht so, als ob die Heinzelmännchen bei mir die Arbeit erledigen. So habe ich zum Beispiel alle Freizeit in der letzten Woche einzig einem neuen Zaun / Auslauf geopfert. Den alten Zaun entfernen, das alte Baumaterial entsorgen, und den neuen Zaun ziehen und alles freischneiden. Und das, während meine Nase im Gras hängt und ich trotz Antiallergikum dank meines Heuschnupfen wild nach Luft japse. Alle Offenstaller und Selbstversorger werden nun wissend nicken. Ihr kennt das. Nicht unbedingt den Heuschnupfen, aber das man sich den Pferden zuliebe körperlich mehr als verausgabt. So dass man später völlig verschwitzt und schmutzig  zurück ins Auto kriecht und einem alle Knochen weh tun.

Und dennoch betrachten wir danach voller Stolz unseren neuen Zaun, ein selbst gebautes Werk oder was auch immer wir erarbeitet oder geschaffen haben und sind glücklich. Denn wir haben es für unsere Pferde gemacht, was sind da schon abgebrochene Fingernägel, Kratzer, Schmerzen und blaue Flecken?

Und kommen wir dann Heim und wollen stolz berichten was wir alles geschafft haben, dann kommt von der Familie meist nur ein »Aha, …«
Wenn‘s hoch kommt auch ein: »Schön …«
Im besten Fall ein: »Toll gemacht.«
Bilder unserer Werke werden überflogen und mit einem »Was gibt es denn heute zum Essen« quittiert. Auch wenn ich meinen Mann wirklich von Herzen liebe, aber das sind Momente, in denen ich ihn erschlagen möchte.

Also spare ich mir das inzwischen einfach und sinniere selber über mein Werk. So sitze ich in einer Arbeits- und Wasserpause auf meinem Höckerchen und sehe mich um.
Jeden Pfosten, jeden Isolator und jedes Stück Holz oder Litze kenne ich. Alles habe ich selber verbaut. Jedes Stück Holz im Stall, jede Raufe, einfach alles …
Und auch wenn mein Holzstall bei weitem weder luxuriös oder perfekt ist, so ist er stabil, und zweckdienlich. Sicher gewinne ich damit keinen Schönheitspreis wie bei den Nobeloffenställen, welche so gerne auf Messen und im Internet präsentiert werden. Aber will ich das?
Ich sehe mich um und bin umgeben von meinen Pferden. Rund herum sind Felder mit Wildblumen, aber auch Obstbäume und Streifen mit Weinreben. Sitzt man ganz still da, kann man nicht nur die Hummeln und Bienen bei der Arbeit beobachten, sondern man sieht auch Rehe, Fasane, Kaninchen und Greifvögel, ebenso wie Dachse und Füchse.
Und anscheinend genieße nicht nur ich den Moment der Ruhe am Stall. Denn inzwischen haben sich bei meinem Heulager Campingstühle eingefunden. Diese wurden von wiederkehrenden Spaziergängern mit gebracht die meinen Stall täglich mehrfach besuchen. Dort machen sie dann ihre Pause, sonnen sich, genießen die Aussicht und beobachten die Pferde, so wie die Natur. Treffen sie mich kommen wir ins Gespräch und halten einen Plausch. Lustigerweise werden diese einfachen 70er-Jahre-Design Campingstühle inzwischen auch von anderen Spaziergängern genutzt, welche den Stall ebenso als Ruheoase erkannt haben. Auch diese nutzen den Moment der Ruhe und den abgelegenen Ort mitten in der Natur. Sie erfreuen sich an den Pferden und an der Umgebung.

Es ist also bei weitem nicht der Luxus der einem ein Urlaubsgefühl vermittelt, sondern ein friedliches Plätzchen abgeschieden in der Natur. Umgeben von Tieren, weg von Hektik und Lärm. Kommt man mit den Leuten ins Gespräch finden sie immer wieder lobende Worte für den Stall, die Pferde, die Arbeit die ich mir mache. Sie erzählen mir, wie oft sie herkommen, was sie schon alles beobachtet haben und wie erholsam es ist hier zu rasten. Und auf einmal ertappe ich mich dabei, wie ich nach getaner Arbeit selber auf meine Strohballen krabbele, mich drauf hocke und die Aussicht genieße. Diesmal ist es nicht einfach eine kleine Pause während der Arbeit, diesmal ist es eine bewusste Pause. Eine bei der alle Arbeit erledigt ist. Eine in der ich Heim fahren könnte, um da weiter meine anderen Arbeiten zu erledigen. Aber ich bleibe sitzen, ich genieße die Sonnenstrahlen und sehe in der Ferne einen Regenbogen. Die Pferde fressen genüsslich auf der neuen Weide, völlig verzückt von dem neuen Gras. Meine Beine baumeln den Strohballen runter und ich habe fast das Bedürfnis mich hinzulegen und die Augen zu schließen. Fast, ja fast ist das wie Urlaub. Warum zur Hölle gönne ich mir das nicht viel öfter?
Warum ist nach aller Arbeit dafür so selten Zeit?
Ob es vermessen wäre, mir hier einen Liegestuhl hinzustellen?
So kreisen meine Gedanken und die Zeit verfliegt. Und auch wenn es kein 5-Sterne-Urlaub am Meer war, so fühle ich mich doch erfrischt und erholt.
Und eines weiß ich sicher bei aller Arbeit: Diesen Kurzurlaub sollte ich mir öfter gönnen.
Und ich hoffe, ihr gönnt ihn euch auch.

Flauschige Grüße
Celeste

Urlaubsparadies Pferd

Das Märchen vom Vertrauen

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es geht euch und euren Pferden und anderen Vierbeinern gut? Viele sind ja momentan arg geplagt, von schweren Unwettern die Weiden wie Offenställe unter Wasser setzen. Allen denen es also momentan nicht so gut geht drücke ich fest die Daumen, auf das bessere Zeiten bald folgen werden.

Aber kommen wir zum heutigen Thema. Denn momentan gibt es ein Wort, das mich dauerhaft verfolgt, wie der Duft von Hundescheiße nach einem Tritt in selbigen Haufen. Und zwar das Wort: Vertrauen
Mit diesem Wort wird im Pferdebereich um sich geworfen, wie Prinz Karneval seine Bon Bons verteilt.

Die Anlässe dazu sind vielfältig, so z.B.:

  • Dein Pferd möchte Aufgabe XY nicht erledigen?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Lektion XY kannst du mit deinem Pferd nicht erreiten, aber Andere schon?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Dein Pferd hat Angst vor XY?
    Dein Pferd vertraut dir nicht!
  • Du reitest dein Pferd nicht mit Halsring im Gelände?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!
  • Du machst keine Bilder ohne Zaum im Gelände?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!
  • Du reitest nur mit Kappe/Weste/sicherem Schuhwerk?
    Du vertraust deinem Pferd nicht!

Aber was ist Vertrauen für viele Pferdhalter eigentlich?

Vertrauen bedeutet für sie, dass man als Pferd von seinem Gegenüber in eine unangenehme oder gefährliche Situation gebracht wird, aber diese trotzdem meistert, da man davon ausgeht das einem nichts Gefährliches passiert.
Dieses »Vertrauen« basiert also auf:

  • Positive Erfahrungswerte mit der Person.
  • Eine positive Einschätzung der Person.
  • Einer guten Argumentation der Person.
  • Aber auch eigene Erfahrungswerte welche uns die Situation neutral einschätzen lassen.

Vertrauen ist also dann wichtig, wenn wir unser Pferd in eine ungewohnte und neue Situation bringen. Aufgrund der Erziehung, wie auch der positiven Erfahrungen die unser Pferd mit uns zusammen gemacht hat, kann es sich leichter solch einer Situation stellen.
Ebenso ist Vertrauen wichtig bei unangenehmen Erfahrungen.
Solche kommen z.B. oft bei notwendigen tierärztlichen Behandlungen vor. Neben einer guten Grunderziehung ist es also wichtig das unsere Pferde lernen unangenehme Behandlungen zu ertragen, ohne sich derer zu entziehen.

Aber Vertrauen ist nicht die grundlegende Lösung für alle Probleme rund um den Pferdealltag.
Viele Dinge basieren eher auf einer guten Erziehung und einem vernünftigen Training mit vielen Wiederholungseinheiten. Ebenso eine angepasste Fütterung und eine artgerechte Haltung.
Dazu ist der Zeitfaktor eine entscheidende Hilfe.
Beispielsweise Selbstversorger haben oft eine sehr innige Beziehung zu ihren Pferden. Dies folgt aus der Zeit die man zusätzlich MIT seinen Pferden verbringt, aber eben in dieser Zeit keine Arbeit fordert. Zeit in denen man sie neben der Stallarbeit beobachtet, ihr Sozialleben verfolgt. Somit durch das Gesehene auch besser Bescheid weiß was sie gerade beschäftigt, als ein Besitzer der nur zu Pflege und Training erscheint.

Was Vertrauen aber NICHT ist: Halsring/ohne Zaum Gelände Bildchen.
Das hat NICHTS mit Vertrauen zu tun, aber eine Menge mit Dummheit. Denn unsere Pferde sind Fluchttiere. Wie kann man immer wieder mit Liebe und Vertrauen argumentieren, aber gleichermaßen seinem Pferd einen wichtigen Instinkt – den Fluchtinstinkt – aberkennen?
Wie kann man davon ausgehen das sein Pferd wie eine Maschine, statt einem Lebewesen mit Ängsten und Gefühlen funktionieren soll? Nur weil man sich mit einem angeblichen Vertrauen brüsten will? Hier herscht eine gnadenlose Selbstüberschätzung was das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd betrifft. Ebenso eine gnadenlose Unkenntnis, was die Gesetzgebung zur Strassenverkehrsordnung betrifft. Wer sich deswegen noch einmal informieren will, hier ein alter Text von mir dazu:

Reiten oder Halsring-Show?

Dort habe ich erklärt, warum eine Versicherung eben nicht zahlt, ebenso was einen noch an Strafen erwartet.

Von daher, wenn ihr mit Halsring ausreiten möchtet, dann nutzt einfach eine zusätzliche Sicherheitstrense. Diese muss ja nur im Notfall benutzt werden, aber sichert euch entsprechend ab. Ohne Zaum aber hat kein Pferd etwas draußen verloren. Selbst für teure Fotoshootings sollte wenigstens der Shooting-Bereich mit transportablen Pfählen und Litze entsprechend abgesichert sein. Fotografen die sich diese Mühe nicht machen sind in meinen Augen nicht empfehlenswert.
Aber den Halsring draußen ohne Sicherheitstrense zu nutzen, oder Shootings ohne Zaum und ohne Sicherheitszaun zu machen, das hat NICHTS mit Vertrauen zu tun.
Denn allein das man immer wieder mit dem angeblichen Vertrauen argumentiert zeigt ja das einem bewusst ist, dass diese Situation gefährlich werden kann. Und sein Pferd und sein Umfeld bewusst einer gefährlichen Situation aus zu setzen ist fahrlässig und nicht lobenswert.
Diese Aktionen dienen einzig dem eigenen Ego, weil man der Außenwelt beweisen will, welch angebliches inniges Verhältnis man zu seinem Pferd hat. Wie cool man doch ist. Und wie gut das Pferd doch angeblich auf die kleinsten Hilfen reagiert. Sachen, die viele Reiter ebenso locker beherrschen, aber sie dennoch nur in einer umzäunten Umgebung trainieren. Denn diese sind sich der Gefahren bewusst und trainieren lieber für sich selber, ohne nach Likes und Aufmerksamkeit zu geifern.

In diesem Sinne: Schraubt das eigene Ego ein wenig zurück und überlegt, was Vertrauen wirklich bedeutet. Denn das misst sich nicht an Facebook Likes. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Maerchen vom Vertrauen

Geliebte Kackbratze

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?
Nach der letzten Bastelanleitung für die Bremsenfalle hat es die ganze Zeit bei uns unaufhörlich geregnet. O.k., Regen konnte man das fast schon nicht mehr nennen. Bei den Gewittern und Regenmassen hätte ich fast erwartet das ich bald statt Bremsenfallen oder Heuraufen, Bastelanleitungen für eine Arche posten darf.
Aber man lässt sich ja nicht unterkriegen, und so habe ich eben die Falle endlich aufhängen können. Trotz Gewitter, trotz Platzregen und wild hustend, mit den letzten hartnäckigen Resten meiner Grippe, bastelte ich einen Galgen und krabbelte auf mein Höckerchen um die Falle zu befestigen. Es dauerte natürlich nicht lange und meine Bastelaktion wurde von meiner Pferdebande begutachtet. Während ich also noch auf meinem Höckerchen balancierte und das Spülwasser einfüllte, kam Frau Haflinger und begutachtete gleich einmal meine Kreation.
Natürlich ließ sie sich leicht wegschicken, aber ich weiß dennoch das sie die Haltbarkeit in meiner Abwesenheit ausgiebig auf den Prüfstand stellen wird. Schlaues kleines Scheißerchen, das sie doch ist. Und ich nehme ihr das nicht einmal krumm. Ich weiß das sie Zäune auf Strom testet, Holzzäune auf ihre Stabilität, und festen Glaubens ist, das man jedes Wildschwein verfolgen muss, das durch den Zaun prescht.
Ebenso ist sie im Umgang mit Heuraufen, Stallzubehör oder Wänden oft so grazil wie ein Elefant auf Drogen. Ich nenne sie nicht umsonst oft auch Panzerlein. Sie meint das nicht böse, sondern ist einfach nur ein Bewegungsdeppchen, das sich seiner Kraft nicht bewusst ist.
So kommt es also oft genug dazu das ich Sachen entweder sehr stabil bauen muss, oder sie ab und an auch mal aus Versehen zerlegt werden. Natürlich könnte ich mir dann die Schuld geben, schließlich habe ich dann nicht stabil genug gebaut. Trotzdem mache auch ich mir dann das ein oder andere Mal Luft, wenn sie wieder etwas angestellt hat. Meist sind die Namen die ich ihr dann gebe nicht gerade freundlich:
Kackbratze, Arschlochpferd, Panzer, Dämel … Naja, was einem dann gerade so in den Sinn kommt. Glaubt man den Psychologen, dann ist Fluchen sogar gesund! Es wirkt befreiend und nimmt den Druck aus der Situation in der man gerade steckt.
So betrachtet man die ungeliebte Situation, verflucht sein sonst so geliebtes Pferd und kann sich danach voller Elan an die Arbeit machen.

Und das Pferd?
Dem ist das piep egal. Ob ich es in dem Moment als Schlampinchen, Kackbratze oder schnurzelpubsige Kaffeetasse tituliere. Allein der Tonfall und unsere Körpersprache lassen unsere Pferde wissen, dass sie etwas ausgefressen haben. Denn unsere Pferde sind ja nicht blöd, selbst wenn wir es in diesem Moment Schatzilein oder Hasenpfötchen nennen würden, unsere Körperhaltung wie unser Tonfall zeigen deutlich das wir angefressen sind.
Umgekehrt ist es genauso, wenn wir unser Pferd lobend ansprechen, oder wenn wir glücklich sind, dann merken sie das ebenso an Tonfall und Stimme. Und wenn ich voller Freude ein »mein süßes kleines Arschlochpferd« säusele, dann wird das Pferd dies nicht negativ auffassen.
Anders sehen das einige Pferde Helikoptermuttis. (Ich weiß schon jetzt das ich in den Kommentaren wieder gefressen werde.) Diese bekommen doch glatt einen Hasskasper, wenn andere Personen ihre eigenen Pferde mit etwas unliebsamen Spitznamen titulieren. Wohl gemerkt andere Personen ihre eigenen Pferde. Etwas das sie eigentlich soviel angeht wie ein Sack Reis in China …
Da wird dann von mangelndem Respekt geredet. Dass man seine Pferde nicht liebt und schätzt usw. Das man sein Pferd nicht verdient habe und dass man damit nicht umgehen kann und sollte. Die Vorwürfe sind schier endlos.
Ich kann dazu nur folgendes sagen:
Ich liebe meine Pferdeherde, die ich liebevoll »die Liebies« nenne. Aber ich liebe sie auch als Kackbratze, ich liebe mein Poppsofa, ich liebe meine Flittchen und ich schätze und respektiere sie sehr.
Dennoch besitze ich Humor. Auch wenn die oben genannten Kosenamen manchmal nicht so nett sind, meine Pferde haben damit kein Problem. Zumindest schreiben sie deswegen nicht jede Nacht Bittbriefe an die Peta, oder ertränken ihr Leid in eimerweise Leckerlis.
Nein, sie haben mit den Namen keine Probleme.
Wir haben eine tiefe und innige Beziehung zueinander, die man nicht an Kosenamen festmachen kann.
Von daher kann ich nur allen Pferdebesitzern raten, die Kosenamen nicht zu eng zu sehen. Jeder kann sein Pferd doch nennen wie er möchte. Aber sich darüber aufregen, wie jemand Anderes sein eigenes Pferd tituliert, ist doch unsinnig.
Denn nur anhand eines Kosenamens kann man nicht die Beziehung beurteilen, die Pferd und Besitzer zueinander pflegen. Unflauschige Kosenamen dienen manchmal als Druckabbau. Manchmal entschärfen sie Situationen und manchmal dienen sie einfach nur dem Humor. Von daher übertragt nicht eure Ängste auf andere Pferde / Besitzer – Konstellationen, das ist wegen eines Spitznamens zu 99 % nicht nötig.
Seht es einfach mit Humor!

In diesem Sinne, wünsche ich allen Kackbratzen und Arschlochpferden samt ihren Besitzern ein wunderschönes Wochenende.

Flauschige Grüße
Celeste

kackbratzen

Wie man eine Bremsenfalle baut

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal wollen wir wieder einmal etwas basteln, denn eines sei gewiss, Sommerzeit ist Bremsenzeit. Und kaum etwas ist derart widerlich wie Bremsenbisse, egal ob für Mensch oder Pferd. Natürlich gibt es im Handel schon fertige Bremsenfallen, nur sind diese in der Anschaffung meist nicht sehr günstig. Und da man bei großen Weiden, oft mehrere Fallen braucht, summiert sich das dann schnell.

Also starten wir einen kostengünstigen Bastelversuch.

Ich habe bewusst mit den günstigsten Materialien gearbeitet, aber werde in den Arbeitsschritten auch immer mal wieder eine Faulschlumpf-Alternative anbieten, die zwar etwas teurer ist, aber einige Bastelschritte erleichtert.

Fangen wir einfach mal an …

Wir benötigen:

Bremensfalle_1

  • 2x weißes Fliegennetz (ca. 2,00 €)
  • 1x breites Klebeband wenn möglich weiß/silber (ca. 1,00 €)
  • 1x Kordel in schwarz (ca. 1,00 €)
  • 1x Silikon (ca. 2,00 €)
  • 1x Hula-Hoop-Reifen (2,99 €)
  • 1x leere Plastikflasche
  • 1x leeren Plastikeimer von Joghurt oder Grumbeere Schnitten – auch Reibekuchen genannt 😉
  •  Einen schwarzen Gymnastikball. (4,90 €)

Nachdem ich X Geschäfte abgeklappert habe und von zartrosa bis giftgrün alle Farben angeboten bekam, aber eben kein schwarz, habe ich kurzerhand bei Amazon bestellt. Dort gibt es den Ball schon zu unschlagbaren 4,90 €.
Da man eh meist mehrere Fallen baut, lohnt sich da eine Bestellung ungemein.
Nett ist die mitgelieferte Pumpe.
So nachdem wir nun voller Motivation alle Materialien zusammengestellt haben, geht es endlich los.

Zuerst pumpen wir den Ball auf. Schön ist, wenn man eine grössere Pumpe hat, wenn nicht, geht auch die mit gelieferte Handpumpe. Zumindest wenn man eine halbe Stunde Zeit einplant. Währenddessen ist man damit beschäftigt das Kopfkino zu verdrängen, was die wiederkehrende Handbewegung auslöst.
Ist der Ball einmal aufgeblasen machen wir einen Sitztest, um zu sehen ob er prall genug gefüllt ist und die Luft drin bleibt. Schnell stellen die meisten von uns dabei fest, dass an uns weder eine Ballerina noch eine Kunstturnerin verloren gegangen ist und wir darauf rum krebsen wie eine betrunkene Schildkröte. Somit wissen wir sicher das der Ball nur bei einer Bremsenfalle gut aufgehoben ist.

Wir nehmen also die Kordel und führen sie einmal um den Ball, verknoten sie und wiederholen das wie bei einem Geschenk mehrfach.
2 lange Schnüre behalten wir über, diese brauchen wir später noch.

Das schaut dann so aus:

Bremenfalle_2

Eine Katze gehört übrigens nicht zur Bastelarbeit und ist auch nur bedingt hilfreich!

Falls jemanden diese Kordelarbeit zuviel ist, gibt es hier die Faulschlumpf-Alternative:
Anstatt einer Kordel kann man ganz einfach ein schwarzes grobmaschiges Heunetz wählen.
Heunetz auf, Ball rein, Kordeln zugezogen.
Schwarze Heunetze gibt es hier.

O.k., der Ball ist nun sicher verpackt, nun müssen wir uns an den Auffangbehälter machen, denn die kleinen Scheißerchen sollen ja nicht nur angelockt, sondern auch gefangen werden.
Dazu brauchen wir die Plastikflasche. Diese schneiden wir wie auf dem Bild einmal in der Mitte durch. So bekommen wir einen schönen Trichter der aber noch eine Taille besitzt.

Bremenfalle_3

Dann nehmen wir das Eimerchen und drehen ihn um. Auf dem Boden setzen wir die Plastikflasche an und zeichnen den Umriss einmal auf.
Nach dieser Vorgabe können wir dann den Boden ausschneiden:

Bremsenfalle_4

Einmal ausgeschnitten führen wir die Flasche von oben in durch die Öffnung. Die Oberseite der Flasche schaut dann Richtung Deckel, die Taille schaut unten aus dem Eimer raus.

Bremsenfalle_5

Etwas Klebeband hilft, um die Flasche besser zu fixieren. Im Inneren des Eimers nutzen wir dann das Silikon und dichten alle Ränder zwischen Eimerboden und Flasche ab. Das ist wichtig, da wir später Wasser mit Spülmittel einfüllen wollen, und es wäre sinnvoll, wenn dann der Behälter auch dicht ist.

Bremsenfalle_6

Die Faulschlumpf-Alternative zu dem Behälter:
Hier kann man fertige Bremsen bzw Wespenfallen nutzen.
Erhältlich sind diese hier recht günstig im 2er-Pack.

O.k., weiter geht es, bevor uns die Motivation verlässt.
Nun schnappen wir uns den Hula-Hoop-Reifen und befestigen daran die Fliegennetze.
Ich habe sie einfach grob vernäht. Das war mit Nadel und Faden in 10 Minuten erledigt. Ja, bei mir waren es ein paar Minuten mehr, aber nur weil ich dauernd meine Katze vertreiben musste, welche immer auf dem Fliegennetz liegen wollte.

Den Anfang hatte ich kurz mit Klebeband fixiert und danach einfach immer wieder mit Nadel und Faden um den Reifen/Fliegengitter rum.

Bremsenfalle_7

Die Faulschlumpf-Alternative zur Befestigung des Netzes am Reifen sind Kabelbinder.
Diese bekommt man zu einem Spottpreis und sie sind vielseitig einsetzbar.

Fertig schaut das dann so aus, und ja, die Katze liebt das Fotobombing:

Bremsenfalle_8

Die Faulschlumpf-Alternative zum Hula-Hoop-Reifen/Fliegennetz wäre ein fertiger Reifrock.
Diese bekommt man auch in Kindergrößen zu einem recht angenehmen Preis. Das erspart die Fummelarbeit. 😉
Nun wird es tricky, denn der Behälter muss an den Ball.
Hier hatten wir ja 2 lange Schnüre übrig gelassen. Diese knoten wir nun links und rechts an dem Henkel fest und fixieren die Schnüre noch mit Klebeband. Das schaut dann so aus, nicht schön, aber soll es auch nicht:

Bremsenfalle_9

 

Schön ist, wenn man hier eine helfende Hand hat, außer einer Katzenpfote.
Der Reifen wird unter den Ball gelegt, das Fliegennetz darüber zusammengefasst und so positioniert, dass der Reifen später auf der Mitte des Balles hängt.
Das Fliegennetz führen wir zusammen und binden ihn an der Flaschentaille mit einem Faden/Kordel fest.

Bremsenfalle_10

Das überschüssige Fliegennetz kürzen wir mit der Schere und kleben den Rest mit dem Klebeband am Eimer fest. Damit gewinnen wir zwar keinen Schönheitswettbewerb, aber es schaut dann ordentlich aus.

Und eigentlich sind wir damit auch schon fertig:

Bremsenfalle_11

Am Stall hängen wir die Falle dann an einer sonnigen Stelle auf. Damit wir den Bremsen auch wirklich an den Kragen gehen, befüllen wir das Eimerchen mit etwas Wasser und einem Spritzer Spülmittel. Hier war es sinnvoll das wir einen Eimer mit Deckel gewählt haben, denn so lässt sich die Falle leichter entleeren und wieder nachfüllen. Denn bei den oft gezeigten Flaschenvarianten ohne Eimer und Deckel würde ich wohl bei meinem Glück regelmäßig in Bremsenpampe baden, wenn ich diese auseinander friemel.

Für das Nachfüllen ist eine schon vorbereitete Wasserflasche mit Spülmittel sinnvoll. Dann muss man nicht erst auf der Weide mit Spülmittel hantieren und hat schon alles griffbereit.

So meine lieben, ich hoffe, die Anleitung hat euch gefallen.
Flauschige Grüße
Celeste