Ausflugsziel Offenstall

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder und ich wünsche euch sowie euren Vierbeinern einen wundervollen zweiten Advent. Nun geht es so langsam in riesigen Schritten auf Weihnachten zu und ich darf Stolz verkünden, dass nicht nur alle Weihnachtsgeschenke besorgt sind, sondern auch die zweite Ladung Weihnachtsplätzchen gebacken wurden. So habe ich also etwas Luft um mehr Zeit im Stall zu verbringen, bei diesem wunderschönen frostig-sonnigen Wetter.

Und genau dieses Wetter lockt wie immer eine Menge Spaziergänger an. Leute die ihre Hunde ausführen. Touristen welche in den nahe gelegenen Pensionen wohnen. Und natürlich die Stammspaziergänger, welche meinen Stall mittlerweile als tägliches Ausflugsziel auserkoren haben.
Ja, ihr habt richtig gelesen: Diese meist älteren Personen besuchen wirklich täglich meinen kleinen doch recht abgelegenen Offenstall.
Das war zu Anfang schon etwas gewöhnungsbedürftig, schließlich ist mein Stall weder ein Streichelzoo noch ein Freizeitpark. Und mit den geleckten Anlagen der meisten Reitställe kann ich mit meinen panierten Offenstallschnitzeln nun auch nicht mithalten. Mich wunderten diese täglichen Besuche, die schon fast ritualisiert werden, also sehr.
Dazu kam natürlich noch die Sorge, dass die Pferde trotz Verbotsschilder gefüttert werden. Also suchte ich zügig das Gespräch mit den verschiedenen Personen.
Schnell stellte sich heraus, warum meine Zaungäste solchen Spaß an den Besuchen haben. Nicht zuletzt ist das wohl meinem kleinen Haflingermädchen geschuldet, das sich am Zaun allen Besuchern anbiedert wie eine Bordsteinschwalbe bei einer gerade eingelaufenen Schiffscrew.
Und so lässt sie sich tätscheln und kraulen und lauscht den Geschichten der Omis, wenn sie von den alten Arbeitspferden aus ihrer Kindheit erzählen.
Während meine anderen 3 die Besucher nicht mal mit dem Hintern anschauen, ist mein Panzerlein zu jedem Besucher freundlich. Nicht selten erzählen mir dann meine Gäste wie zutraulich das Panzerlein ist und auch, dass dieses Pferd sie ja so lieb gewonnen haben muss, da es ja immer zu ihnen kommt.
Gut, in diesem Moment möchte ich sie dann nicht uncharmant auf den Boden der Tatsachen zurück holen und erklären das dieses Pferd zu jedem geht – quasi ein Pferdeflittchen eben. Also belasse ich sie im Glauben ihrer besonderen Beziehung und lächele.

Das Gute an den dauernden Besuchen ist, dass meine Gäste sehen, wie viel Arbeit die tägliche Versorgung macht. Wie lange ich Heunetze stopfe, während ich mich mit ihnen unterhalte. Und wie ich säckeweise Einstreu in den Stall bringe, den Auslauf harke oder kanisterweise Wasser schleppe.

Auch die Mengen an Rundballen Heu, wie deren zügiger Schwund, wird beobachtet und kommentiert.
Oft kommen dann Aussagen und Fragen:

  • Das man nicht gedacht hätten das es so viel Arbeit sei.
  • Warum ich mir freiwillig so viel Arbeit aufbürde.
  • Warum ich sie nicht lieber in einen Reitstall stelle, mit Boxen und fließend Wasser. Da hätten die Pferde es ja gleich so schön warm.

Und das ist dann der Moment, wenn ich auf meine Pferde-Bande zeige und erkläre, dass …

  •  die Pferde hier einen sehr großzügigen Offenstall haben, mit größeren Innenbereichen pro Pferd, als die normalen Boxengrößen in den Reitställen.
  •  die Pferde hier selber entscheiden dürfen, ob sie rein oder raus möchten und dieses Angebot auch gerne nutzen.
  • ich draußen und drinnen Futter anbiete, damit sie ihre freie Wahl auch genießen können.
  • sie hier riesige Winterweiden haben zum Laufen, Toben, Spielen, Wälzen, rum Hüpfen oder Wildschweine Schubsen.
  • sie keine Decken oder gar einen warmen Stall brauchen, sondern flauschig warmes Winterfell tragen.

usw.

Und wenn sie dann in das warme flauschige Fell des Panzerleins fassen, merken sie, dass die Pferde wirklich nicht frieren. Ein Blick in den Stall zeigt, das lauschig eingestreute Bettchen. Der prüfende Blick auf die Pferdefigur Marke: ›Pummelfee‹, lässt mehr als nur erahnen das die Pferde ausreichend gefüttert werden.

Hüpft das Panzerlein dann auch noch sorglos über die Weide, erkennen auch meine Besucher, dass ein Offenstall eine gute Sache ist.

Natürlich muss man zu Anfang viel erklären, das ist aber auch kein Wunder. In den Köpfen der meisten Pferde unkundigen Personen gehört ein Pferd in eine Box. Dort ist es ihrem Glauben nach warm, geschützt vor Wind und Wetter und auch seine Versorgung ist einfacher. Hört man den Gesprächen der Besucher zu, dann kennen viele diese Haltung noch von den Arbeitspferden von früher. Die mussten tagsüber auf den Feldern schuften und abends ging es in die Box mit Decke und Kraftfutter. Viele haben auch die Bilder der meisten Großreitställe vor Augen, jene mit vielen Boxen. Und Pferde unkundige Personen glauben teilweise, dass die Pferde nur allein der Nahrungsaufnahme wegen auf die Weide kommen. Nicht wegen der nötigen Bewegung und der sozialen Interaktion.

Hier muss man wirklich erklären und aufklären, das ein Pferd ein Bewegungs- und Herdentier ist. Zeigt man dann auf seine Bande die gerade zusammen spielt, sich hemmungslos wälzt oder Mähnenkraulen betreibt, dann ist das auch für die Besucher schnell einleuchtend.

So habe ich viel zu erklären und oft stehlen mir diese Gespräche die Zeit. Aber sie bringen auch viel Gutes:

  • Die Besucher wissen, dass sie nicht füttern dürfen und warum.
  • Sie wissen, warum die Pferde auch im Winter problemlos im Offenstall leben.
  • Sie tratschen diese Dinge weiter. An jeden, der es hören oder nicht hören will …
  • Sie achten darauf, dass niemand Fremdes füttert.
  • Sie spielen für Fremde den Erklärbär mit ihren neugewonnenen Informationen.
  • Sie haben immer ein Auge auf die Pferde, auch wenn ich nicht da bin.
  • Das Panzerlein freut sich über jede Aufmerksamkeit und die Besucher freuen sich über das freundliche Pferd.

Und gerade deswegen habe ich nun extra Stühle vor dem Zaun aufgestellt. Da kann jeder rasten, wenn er mag. Sitzen und plauschen und die Pferde beobachten, wie er will.

Ebenso achte ich immer darauf das Futter und Wasser im Stall, wie auch draußen gut sichtbar aufgestellt ist. Damit niemals derlei Fragen aufkommen, wenn ich nicht da bin.
Dazu wird der Stall immer wieder neu dekoriert, zu Weihnachten, Ostern, Frühling usw. Meine Besucher lieben dies und fragen immer wieder danach.
Natürlich könnte man auch sagen das einem die Besucher den Buckel runter rutschen können. Das die ganzen Gespräche und Erklärungen die Mühe nicht wert seien.

Aber ich bin ehrlich, ich versuche meinem Umfeld freundlich zu begegnen. Ich mag es wenn sich die Menschen an Stall und Pferden erfreuen. Aber viel wichtiger ist mir auch, das dem Thema Offenstall auch von pferdeunkundigen Personen aufgeschlossener begegnet wird. Dass es so zu mehr Einsicht und Verständnis gegenüber dieser Haltung kommt. Daher versuche ich meinen kleinen Anteil als Erklärbär zu leisten und sehe mich bestätigt, wenn die vorher unerfahrenen Personen nun Fremde voller Stolz aufklären.

In diesem Sinne kann ich nur raten, eure Zaungäste zu ›erziehen‹. Man kann sicher nicht alle aufklären oder bekehren, aber man kann es ja versuchen. Und wenn ich sehe mit welcher Freude meine Besucher strahlen sobald sie meinen Stall sehen, dann haben doch alle gewonnen.

Flauschige Grüße
Celeste

touristen

Eine Sache der Sichtweise

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch – und euren 4-Beinern – seit meinem letzten Beitrag gut ergangen? Ihr seid heil, sicher und gesund durch die Woche gekommen? Denn wenn man durch das Internet zappt, ist das anscheinend nicht mehr der Normalfall. Man wird momentan nach meinem Gefühl förmlich erschlagen von immer neuen Hiobsbotschaften:

  • Pferde überfahren
  • Pferde ausgebrochen von der Weide
  • Pferde vergiftet
  • Pferde durch zerstörte Zäune geflüchtet

Irgendwie ist das wie bei einem Unfall: man möchte diese Nachrichten nicht lesen und noch weniger die Bilder der Pferdekadaver sehen, aber man kommt nicht daran vorbei.
Mag es auf der einen Seite gut sein, dass die Onlinemedien so ein großes Informationspotential bieten, so kann sich bei den angebotenen Bildern so mancher empfindlicher Magen umdrehen.
Gut ich gestehe, mein Magen ist da nicht ganz so empfindlich. Aber ich habe großes Mitleid mit den Pferdebesitzern, welche ihr geliebtes Pferd auf solchen Bildern wie einen traurigen letzten Abschiedsgruß durch das Internet geistern sehen. Sicher nicht die schönste Erinnerung, an die man sich halten möchte.

Auf der anderen Seite finde ich die Berichterstattungen, wie auch die grausigen Bilder, gut. Sorgen sie doch dafür, dass wir wieder wachgerüttelt werden. Das wir bestimmte Situationen überdenken die wir sonst nur allzu gerne verdrängen.
So ist ein großes Thema das Ausreiten in der Dunkelheit.
Da stelle ich mir ernsthaft die Frage: Muss das wirklich sein?
Als ich jung war – ja, lange ist es her – gab es die Regel, dass man bei Dämmerung zurück im Stall war. Feld Wald und Weiden ‘gehörten‘ dann den Jägern. Es war eine Respekts- und eine Erziehungssache, das man dann nicht mehr im Dunkeln ausritt. Und hätten wir uns das doch gewagt, dann wäre ein Donnerwetter des Stallbesitzers oder der Eltern noch nicht gerade harmlos gewesen. Ich glaube, mein Stallbesitzer hätte mir damals die Ohren lang gezogen, und das mit Recht.

Heute ist es aber immer mehr in Mode gekommen, auch spätabends oder nachts auszureiten. Argumente bezüglich der Jäger werden schnell beiseite gewischt, diese

  • sollen sich nicht so anstellen.
  • der Wald gehört ihnen nicht alleine.
  • Jäger sind eh nur Mörder.

usw.

Diese fadenscheinigen Ausreden nehmen manche als Berechtigung, zu jeder Nachtzeit in Feld und Wald herumzuhüpfen.

Auf Fragen, ob man denn alleine im Dunkeln keine Angst habe, ist so mancher Reiter ebenso um keine Ausrede verlegen. Da wird vorgeschwärmt:

  • Von der innigen Beziehung zum seelenverwandten Pferd, diese Verbindung, die man nur so erreichen kann. (Also fast so gut wie Pattex, jetzt weiß ich, was es für eine echte Seelenverwandtschaft braucht.)
  • Das man ja die Wege auch im Dunkeln kennt, ebenso jedes Loch und jede Stolperfalle. (Mag sein, dass ein Pferd im Dunkeln noch gut sieht, aber die meisten Menschen sind doch nachts wirklich stockblind.)
  • Das sein Pferd einen ja beschützen wird. (Klar das Pferd ist wie Obelix, das frisst die entgegenkommende Wildschweinrotte einfach auf.)
  • Das einen schon niemand auf einem Pferd überfallen würde. (Na ja, wenn ich mir so manche Gestalten ansehe, glaube ich, dass selbst der Horror Clown wegrennt. Aber eine Garantie ist das halt nicht.)

Aber es sind ja nicht nur die Jäger oder die Angst im Dunkeln. Da sind ja auch noch der Straßenverkehr und die Sichtbarkeit, die man als Reiter nachts gewährleisten muss.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt vor:

§28 Tiere

(2) Wer reitet, Pferde oder Vieh führt oder Vieh treibt, unterliegt sinngemäß den für den gesamten Fahrverkehr einheitlich bestehenden Verkehrsregeln und Anordnungen. Zur Beleuchtung müssen mindestens verwendet werden:

1. beim Treiben von Vieh vorn eine nicht blendende Leuchte mit weißem Licht und am Ende eine Leuchte mit rotem Licht, 2. beim Führen auch nur eines Großtieres oder von Vieh eine nicht blendende Leuchte mit weißem Licht, die auf der linken Seite nach vorn und hinten gut sichtbar mitzuführen ist.

O.K., das ist doch schon einmal eine gute Sache und da wir Reiter nichts lieber tun als einkaufen freuen wir uns über die Masse an Leuchtartikeln rund ums Pferd.

Da wären z.B.:

  • Lampen
  • Leuchtwesten
  • Leuchtdecken
  • Leuchtgamaschen
  • Leuchtstreifen
  • Leuchtvorderzeuge
  • Leuchttrensen
  • Schweifbeleuchtung

Usw.

Eine wirklich gute Sache, die ich auch absolut unterstütze!

Hier dazu mal ein Beispiel von der Pferdebeleuchtungs-Seite, die wirklich ein umfangreiches Sortiment anbieten: http://www.pferdebeleuchtungen.com

Aber:

Man darf sich bitte niemals blind nur auf die Leuchtausrüstung verlassen. Auf der Seite Ponyliebe gibt es dazu ein wunderbares VideoSchaut man es näher an, dann ist es erschreckend wie schlecht und wie spät man trotz guter Ausrüstung gesehen wird.

Hier sollte man sich dringend vor Augen halten, dass ein normaler Autofahrer auch nicht unbedingt mit einem Pferd auf der Straße rechnet. Denn auch wenn wir als offizielle Teilnehmer im Straßenverkehr auf der Fahrbahn reiten müssen, wir werden auf der Straße von den meisten Autofahrern bei Dunkelheit genauso wenig erwartet, wie ein Reh das plötzlich auf die Fahrbahn springt.
Von daher rate ich trotz bester Leuchtausrüstung zu der Überlegung, ob man wirklich bei Dunkelheit ausreiten will.
Muss man wirklich?
Sollte man sich der Gefahr bewusst aussetzen?
Wer nun eifrig nickt und meint das er sonst den Trainingsstand im Winter nicht beibehalten kann, dem sage ich nur: »Schätzelein, da reicht auch der Ausritt in Feld und Wald bei Dunkelheit nicht.«
Wer wirklich ernsthaft trainieren will, sollte auch eine Stallanlage mit beleuchtetem Reitplatz oder Halle wählen. Oder aber mit einem Hänger dorthin fahren. Aber der eine oder andere Ausritt im Dunkeln ist nun wirklich nicht das, was man als Training bezeichnen sollte.
Wer nun damit argumentiert das er sonst wegen Arbeitszeiten usw. nicht zum Reiten kommt, da rate ich ebenso zu einem Wechsel der Stallanlage oder eben zum Verzicht.
Kein Ausritt der Welt ist ein totes Pferd wert. Von Autofahrern und Helfern, die in solche Unfälle verwickelt werden ganz zu schweigen.
Hier sollte man wirklich abwägen, ob das Risiko diesen einen Ausritt wert ist. Oder ob  man sich nicht lieber doch anderweitig mit seinem Pferd beschäftigt.

Vielmehr sollte man gerade in der dunklen Jahreszeit vermehrt Offenställe und Weiden sichern

  • Fremdeinfluss
  • Wildschweine
  • Futtermangel
  • Langeweile
  • die eigene Schusseligkeit

kann zu einem Ausbruch der Pferdeherde führen.

Sicher passieren diese Dinge auch tagsüber, aber eben nicht nur. Gerade zur Winterzeit häufen sich die Unfälle doch enorm und die Zeit ist hier eindeutig besser investiert die Pferde gut verwahrt zu wissen, als sie in der Dunkelheit zusätzlichen Risiken auszusetzen.

Hier kann und sollte man sich schützen mit:

  • Sicheren Zäunen
  • Schlössern an allen Ein- und Ausgängen der Weiden
  • Wildkameras
  • Abstandhalter-Zäunen
  • genügend Raufutter
  • Spielmöglichkeiten und Spielpartnern gegen Langeweile
  • eine gute Beziehung zu Jägern und Hundehaltern, die ein Auge auf die Pferde haben
  • ein bewusster Kontrollgang, bevor man den Stall/Weide verlässt

Natürlich kann man sich nicht gegen alles schützen oder allem vorbeugen, aber man kann es ja versuchen. Denn wir alle wollen diese schrecklichen Meldungen nicht mehr sehen, auch wenn sie uns helfen unseren eigenen Stall bewusster zu sehen und gegebenenfalls zu optimieren.

Auch ich habe mir meine Gedanken nach diesen Bildern gemacht und kam zu dem Entschluss das ich neben Schlössern, Abstandshaltern usw. noch zusätzlich meinen Holzzaun außen mit Leuchten bestücken werde. Denn gerade weil mein Stall abgelegen liegt, wird der Zufahrtsweg von der ansässigen Bordsteinschwalbe, wie auch dem einen oder anderen Pärchen gerne für ein Schäferstündchen genutzt. Und da der Weg eine Sackgasse ist, wird dort meist genau vor dem Zaun mit dem Auto gewendet. Eigentlich ist dazu genug Platz, aber bei Dunkelheit möchte ich nicht, das Ausversehen mein Holzzaun umgefahren wird. Wer weiss denn in welchen Lustgefühlen der Fahrer beim Rückwärts wenden gerade schwebt. Also werde ich Leuchten besorgen, die den Zaun besser sichtbar machen, gerade bei Dunkelheit. Vielleicht ist es etwas übervorsorglich, aber das ist es mir wert.

In diesem Sinne, überlegt, was ihr für euch optimieren könnt und ob ein Ausritt in Dunkelheit wirklich sein muss.

Kommt mir gut durch die dunkele Jahreszeit!
Flauschige Grüße
Celeste

sichtweise

Fehler macht jeder

 

Hallo meine Flauschehasen, ich hoffe, es ist euch gut ergangen? Das Schmuddelwetter hat uns momentan überfallen und so widme ich mich neben Familie, Pferden und Büchern momentan dem Plätzchen backen. Denn auch wenn es noch nicht einmal offizielle Adventzeit ist, Plätzchen gehen doch irgendwie immer. 😉

Da ich Backen liebe, nutze ich immer kleine Plastikeimerchen für Mehl, Zucker, Salz usw. Diese werden – zumindest bei Zucker, Vanillezucker und Salz entsprechend beschriftet. Denn schusselig wie ich bin, möchte ich nun wirklich keine Salzplätzchen, oder einen gesüßten Quark-Öl-Teig für eine Schinken Torte. Denn einmal im Teig lassen sich diese Fehler nicht wieder ausbügeln und man muss diesen wegwerfen.

Aber Fehler passieren nun mal und ähnlich ist es im Pferdebereich.

Einige Fehler haben schlimme Konsequenzen, wie z.B.:

  • falsches Futter, das eine Kolik auslöst.
  • das Pferd,das auf der Weide vergessen wurde und nun eine Hufrehe hat.
  • eine falsch verschlossene Anhänger oder Boxentür, welche das Pferd ausbrechen lassen.
  • der Hengst, der mal kurz bei den Stuten zu Besuch war, und nun Alimente zahlen darf

Usw.

Dann gibt es Fehler, die sich meist wieder ausbügeln lassen:

  • ein unpassender Sattel
  • eine unzuverlässige Reitbeteiligung
  • ein schlechter Reitlehrer
  • ein schlechter Stall
  • eine falsche oder fehlende Bodenbefestigung des Auslaufs

Usw.

Häufig haben zwar auch diese Fehler Konsequenzen, aber je schneller man sie behebt, umso geringer ist der Schaden.
Nur egal welcher Fehler einem passiert, er muss einem erst klar werden!
Viele Dinge passieren meist schleichend und nur aus den besten Wünschen heraus. Oft ist es dem Pferdebesitzer nicht einmal bewusst, dass etwas schief läuft.

Ein kleines Beispiel:
Ein neuer Sattel kann zum Beispiel für viel Geld vom Sattler angepasst worden sein. Der Pferdebesitzer vertraut nun fest darauf das dieser Sattel auch wirklich passt. Allerdings können Änderungen im Körperbau durch Futterzustand und Training die Passform mit der Zeit verändern. Und merkt der Pferdebesitzer diese Veränderung nicht,  dann wundert er sich vielleicht über ein unleidliches Pferd, aber führt dieses nicht unbedingt auf den Sattel zurück. Postet er dann sein Problem im Internet und bekommt einen Hinweis auf den Sattel, dann kann er:

a) verärgert reagieren, glaubt er doch mit dem angepassten Sattel alles in trockenen Tüchern zu haben.

b) die Kritik überdenken und den Sattel checken lassen.

Meist liest man im Internet eher die Option a) als Antwort, denn niemand möchte sich gerne einen Fehler eingestehen. Noch weniger möchte man diesen Seelenstripptease vor einer Internet Gemeinde machen.
Außerdem gibt es bei einem Problem oft 125 Lösungsvorschläge. Wie will man da die richtige Lösung finden? Schließlich glaubt man doch, sein Pferd am Besten zu kennen?
Nun, das Internet ist ein Quell an Wissen, wenn man es denn zu nutzen weiß. Natürlich tummelt sich in der online Welt eine Vielzahl an ›Möchtegern Pferdeprofis‹, heimlichen Pferdeflüsterern und unheimlichen Gurus.
Manche sind echt, andere weniger. Doch liest man in den Lieblingsgruppen, die jeder von uns hat, mal etwas intensiver, dann trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Man erkennt, wer nur antwortet, um Stress zu machen, wer nur antwortet, um wenigstens etwas gesagt zu haben oder wer seine Meinung ruhig und auch fachlich begründen kann.
Und geben letztere einen Ratschlag wie zum Beispiel die Passform des Sattels zu überprüfen, dann sollte man diesen Ratschlag überdenken.

Auch wenn wir unsere Pferde selber am besten kennen, so sollten wir offen für Neues sein, nur dann können wir eine positive Veränderung bewirken.
Ich selber habe ebenso viele Fehler in meinem Leben begangen. Fehler, die ich vergessen möchte. Fehler, auf die ich sicher nicht stolz bin. Fehler, die sicher nur halb so wild waren und sich mir trotzdem für immer eingebrannt haben:

  • So bin ich vor 20 Jahren 2 jährige Pferde geritten, weil es eben normal war in den Westernrassen. Heute weiß ich, was für ein Idiot ich war. Dennoch war es damals normal, denn es gab auch kein Internet, sondern nur Trainer und Bücher, die dieses frühe Training noch untermauerten.
  • Oder mein Weg in die Offenstallhaltung. Wie viele Fehler habe ich gemacht, bis der Stall so war, wie ich ihn haben wollte? Wie viel Holz, Schrauben und Arbeit haben die Veränderungen gekostet …
    • Ich lernte aus Erfahrung, dass ein Flachdach nur bedingt hilfreich ist.
    • Das manche Pferde ihren eigenen Offenstallbereich wollen und brauchen.
    • Die Breitbandlitze habe ich auch als Lehrgeld teuer bezahlt, bis ich feststellte, wie unschön sich diese bei Wind und Wetter ausleierte.
    • Das Plastikzaunpfosten auf Dauer nun wirklich nichts taugen.
    • Das Jäger keine mordlüsternen Bestien sind, wenn man sich mit ihnen mal unterhält.
    • Oder das erst kürzlich angegangene Thema: Bodenbefestigung.

Ich habe am Anfang gedacht, die Paddockplatten Missionare sind schlimmer als die Zeugen Jehovas. So verliebt waren sie, wenn sie ihre Platten missionierten. Bis ich es selber versuchte …

Heute könnte ich mir an den Kopf schlagen. Aber ich habe aus den ganzen Beiträgen die ich las Informationen gezogen und diese überdacht. Ich war offen für Neues und somit auch für den Versuch mit den Paddockplatten.
Und genau das ist der Punkt:
Man hat heute die Möglichkeiten sich viel intensiver als früher zu informieren. Dazu muss man nicht mal einen Seelenstriptease in einer Gruppe hinlegen. Oft reicht es auch, nur zu lesen und Informationen zu sammeln. Denn alles was man wissen will hat vermutlich schon jemand anderes gefragt.
Eigentlich bedarf es nur einer gewissenhaften Suche um fast alle Fragen zu beantworten.
Trotzdem, egal wie sehr wir uns vorbereiten: Es ist nie eine Garantie, das uns nicht doch ein Fehler passieren wird. Die Frage ist also, wie gehen wir damit um?
Selbstgeisselung ist in manchen Religionen zwar recht beliebt, doch in meinen Augen überflüssig und sinnlos. Passiert uns ein Fehler, der unsere geliebten Pferde in Gefahr bringt, dann sind unsere Gewissensbisse schon Strafe genug.
Wir sollten also aus unseren Fehlern – und der unserer Mitmenschen – besser lernen, ohne uns oder andere zu verurteilen.
Ich versuche es immer wieder, denn niemand ist perfekt. Und wenn ihr über einen eurer Fehler stolpert und dieser euer Gewissen nachdrücklich piesackt, dann seid gewiss: Ihr seid nicht alleine.
Uns allen passieren Fehler, egal wie sehr manche Personen einem die perfekte heile Welt im Internet vorgaukeln wollen.
Die Realität ist eben, dass Fehler passieren. Ebenso unschöne Dinge, die wir am liebsten ausradieren möchten. Aber alle guten Dinge, wie auch Fehler, formen uns zu den Menschen, die wir heute sind.
Und wenn unsere Pferde uns voller Liebe entgegentreten und verzeihen können, dann können wir uns auch vergeben.

Flauschige Grüße
Die unperfekte Celeste

unperfekte-pferdehalter

Boxen sind nicht immer schlecht

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Langsam aber sicher kämpfen wir uns durch die dunkele Jahreszeit. Auch wenn das Gebäck in den Supermärkten nicht mehr Weihnachts-, sondern Herbstgebäck heißt, zeigt die ansteigende Dekoration doch deutlich, dass Weihnachten so langsam auf uns zu kommt. Mittlerweile habe ich mir schon neue Dekoration für den Stall zugelegt, denn ich liebe es, diesen jedes Jahr weihnachtlich zu schmücken.
Aber auch für euch gibt es als kleine Weihnachtsfreude eine Möglichkeit eines meiner Bücher als Verlosungs- oder Rezensionsexemplar für eure Facebook-Seite / Blog/Youtube-Channel zu bekommen.
Vielleicht mag ja der ein oder andere mit seiner Seite mitmachen.

Aber kommen wir zum heutigen Thema und da richte ich mich schon jetzt auf meine virtuelle Hinrichtung ein. Aber wie wir wissen vertrete ich meine Meinung ohne einem Trend zu folgen, noch scheue ich unangenehme Themen.
Von daher begebe ich mich nun freiwillig auf den Scheiterhaufen. Aber als eingefleischter Offenstaller muss ich heute einmal eine Lanze für die Boxenhalter brechen. Wohlgemerkt Boxenhalter mit Auslauf, denn 24/7 Box ist außer im Krankheitsfall nicht wirklich pferdegerecht.

Warum ich so denke, will ich gerne erklären:

Hierzu muss man erst einmal trennen, welche Haltungsformen es überhaupt gibt:

  • Box mit Auslauf
    Hier bestimmt der Mensch die Zeitspanne, die das Pferd auf dem Auslauf / der Weide verbringt.
  • Laufstall
    Hier gibt es statt der Einzelbox eine Gruppenhaltung in einem größeren Stall. Auslauf / Weide wird weiterhin von den Menschen gesteuert.
  • Offenstall
    Eine Gruppenhaltung für Pferde, welche eigenständig den Auslauf / die Weide aufsuchen können.

Also steuern wir bei einer Offenstallhaltung einzig die Entscheidungsmöglichkeit des Pferdes, ob es seinen Auslauf / die Weide aufsuchen will, oder seine Zeit lieber im Stall verbringen möchte.
Der Vorteil ist für das Pferd also gegeben: Es darf seine Wahl beim Offenstall selber treffen. So kann der Bewegungskasper dauerhaft draussen rum hüpfen wenn er mag, während sich der Couch Potato im Stall verkriecht und die Nase nur unter Zwang nach draussen steckt.
Dazu bietet der Offenstall natürlich ein dauerhaftes zusammenleben in der Herde, als auch einem grösseren Bewegungsangebot für das Pferd, sofern es dieses nutzen möchte.
Nachteil ist allerding das gute Offenställe nicht auf Bäumen wachsen. Oft scheitert eine Eingliederung an einer falschen Herdenzusammenstellung, genügend Fress- und Ruheplätzen oder auch allgemein am Platzangebot. Manchmal sind es auch Sachen wie schlechtes Futter oder schlecht befestigte Ausläufe, oder nicht eingehaltene Stalldienste, die uns samt Pferd flüchten lassen. So kann aus dem Traum der Offenstallhaltung schnell ein Albtraum werden.
Manche wagen noch einen weiteren Versuch, Andere geben auf und wechseln wieder in die Boxenhaltung. Wieder Andere versuchen sich aus lauter Frust an einem eigenen Stallkonzept an welchem sie wachsen, oder manchmal auch scheitern.

Fakt ist, gute Offenställe gibt es nicht überall und teilweise ist es regional sehr unterschiedlich, was ihre Menge und Ausstattung angeht. So gibt es Gebiete in denen es viele Offenställe gibt, aber ebenso welche in denen sie noch nahezu verpönt sind. Nicht zuletzt macht das Priveligierungsgesetzt  den meisten privaten Offenstallern einen Strich durch die Rechnung.
So sehr wir es uns also auch wünschen, es gibt Offenställe leider nicht im Supermarkt oder bei Amazon auf Bestellung. Als Pferdebesitzer muss man sich nach dem Stallangebot richten welches sich in erreichbarer Entfernung befindet. Denn viele von uns haben ja auch noch Job und Familie, denen wir neben den Pferden gerecht werden müssen. So verstehe ich absolut wenn man einen guten Boxenstall mit viel Auslauf (das sollten auch im Winter wenigstens 8 Stunden sein) einem schlechten Offenstall vorzieht.
Denn was nützt es wenn sich das eigene Pferd im Offenstall nicht wohlfühlt? Wenn es mit den örtlichen Gegebenheiten oder der Herdenzusammenstellung nicht klarkommt? Wohl dem, der einen eigenen Stall hat und alles entsprechend anpassen kann, aber als Pensionsgast kann man nicht mal eben den ganzen Stall verändern.

Von daher: Ja, ich bin absolut für die Offenstallhaltung, aber nur wenn dies auch pferdegerecht möglich ist. Denn Offenstall nur um des Offenstall willen, wird mitunter auf dem Pferderücken ausgetragen. Und bevor dies passiert bin ich für eine Boxenhaltung mit ausreichend Auslauf.
Dummerweise darf man das nicht überall laut sagen, denn sonst ist man bei einigen Personen kein ›echter Offenstaller‹ mehr.
Zapperlot, ich wusste gar nicht, dass es echte und unechte Offenstaller gibt. Das heißt, sobald ich die Stalltüren dauerhaft öffne, muss sich auch meine Einstellung ändern? Ich muss Boxenhalter dann plötzlich per se doof finden?
Sorry nein, so nicht meine Freunde!
Ich weiß, dass viele Pferdebesitzer mehr als nur bemüht sind, das Beste für ihre Lieblinge zu bekommen. Sie umsorgen sie, sie lieben sie, sie suchen den besten Stall für die Bedürfnisse des Pferdes aus. Und wenn dann kein passender Offenstall zur Hand ist, wie kann man dann lästern, weil das Pferd teilweise in der Box steht? Wie kann man dann beleidigend werden? Und ja Boxenknast und Tierquäler oder Fotovergleiche mit Legebatterien sind alles andere als freundlich.
Sicher kann man den Offenstall so sehr lieben, das man damit missionieren will. Ebenso kann man von seiner Meinung fest überzeugt sein. Aber man sollte weder beleidigen noch ausgrenzen. Leider habe ich beides in letzter Zeit vermehrt gelesen. Teilweise in einem Ausmaß, das ich mich als Offenstaller fremdschämen musste.
Ist euch bewusst, das ihr mit euren harschen Worten beleidigend und verletztend werdet? Das ihr Menschen verletzt die sich mitunter ein Bein ausreissen damit es ihren Pferden gut geht? Das diese nicht aus Faulheit die Box gewählt haben sondern aus Mangel an einem guten Offenstallplatz?
Nun werden einige aufstöhnen, murmeln das nicht alle so sind und mit den Finger auf jene Pferdebesitzer zeigen, welche überhaupt nicht in Offenställe wechseln wollen.
Natürlich gibt es Pferdebesitzer, die bewusst die Box wählen. Manche sogar damit das Pferd sauber und griffbereit bleibt. Aber muss man sie deswegen beleidigen? Warum nicht lieber freundlich erklären und aufklären statt dauerhaft schimpfen?
Mich erinnert das an penetrante Vegetarier Diskussionen, da werden Fleischesser als Leichenfresser und Mörder beschimpft. Sicher kann man seinem Unmut so Luft machen, aber bewirkt man so etwas? Ist es nicht sinnvoller seine Freunde mit leckeren Fleischlosen Gerichten zu verführen statt sie zu beschimpfen?
Ähnlich ist es beim Offenstall. Hier sollte man Vorbild sein und sich nicht auf seinem Glück ausruhen einen passenden Offenstall gefunden oder gebaut zu haben.
Ich bin froh, das es Einige gibt die ähnlich denken, sich ihres Glückes bewusst sind und nicht hardcore missionieren, sondern Toleranz und Akzeptanz für die persönlichen Lebensumstände walten lassen.
Ich kann daher nur sagen: Ihr lieben Pferdebesitzer in Boxenhaltung mit Auslauf seid versichert, nicht alle Offenstaller denken so engstirnig. Es gibt viele die euch und eure Beweggründe verstehen ohne euch zu verurteilen.

Natürlich werde ich diesen Beitrag nicht in den Offenstallgruppen teilen, denn ich möchte niemanden vor dem Kopf stoßen, da solche ›pro Box‹-Beiträge nicht gern gesehen sind.  Wer als Offenstaller dennoch über diesen Beitrag stolpert und sich angesprochen fühlt, nun das Feuer für den Scheiterhaufen befindet sich links. Steine aller Größen für die Steinigung samt falschen Bärten sind rechts gestapelt.

Flauschiges Vergnügen
Celeste

boxenhaltung

Die Schnäppchenjäger unter uns

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ist bei euch auch ein widerliches Schmuddelwetter mit Sturm und Regen? Hier regnet und stürmt es derart, dass ein Heunetztransport zu den Außenraufen einem Teeren und Federn gleichkommen lässt. Und hat man seine Bande dann versorgt, steht diese mümmelnd im Offenstall, während man selber tropfnass nach Hause fährt. Nach einer heißen Dusche und einem Kleidungswechsel, samt einem heißen Tee fühle ich mich dann wieder halbwegs wie ein Mensch und widme mich meiner Sonntagsbeschäftigung: den Angebotsprospekten.
Ja, ich gebe gerne zu: Ich liebe die Mappen mit Angebotsblättchen zu den Supermärkten in meiner Nähe. Dazu liebe ich auch das Couponing und eine Kombination von Angeboten und Coupons macht mir immer wieder viel Freude.
Ebenso entdeckt man Sachen wie z.B. die Tchibo Werbung, welche wundervolle Reitsachen für Kinder in Pink anbietet.
Allerdings bin ich immer ein Neuwarenkäufer, denn auch wenn es gerade im Pferdebereich gutes Zubehör in Massen gebraucht gibt, so ist mir der An- oder Verkauf zu stressig. Selbst gebrauchte Gegenstände verschenke ich lieber, als sie zu verkaufen. Und das obwohl ich Angebote, Schnäppchen und Coupons liebe.

Wie das kommt?
In vielen Flohmarkt-Foren, Plattformen oder Facebook-Gruppen tummeln sich Unmengen an Reitern und Pferdebesitzern. Früher war die Reiterwelt noch eng verbunden über reale Kontakte und heimische Flohmärkte, oder Verkaufsanzeigen in den Sonntagszeitungen. Da wurde in kleinem Rahmen getauscht oder verkauft/gekauft. Nun bietet das Internet eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme über eine größere Distanz als früher. Da trifft man nicht mehr Real aufeinander, sondern kauft das Zubehör nach Bildern und Beschreibung. So kommt es immer wieder zu Betrug und Schindluder.

  • So kommen Päckchen nicht an.
  • Geld wird nicht überwiesen.
  • Der Gegenstand ist nicht wie beschrieben z.B. neu, sauber, fehlerfrei oder Grösse und Farbe stimmen nicht.

Und manche Personen reizen den Schnäppchenwahn der Käufer gerne aus. So bieten sie vermeintlich günstige Artikel an, die sie überhaupt nicht besitzen. So wird aus dem  Superschnäppchen, der  neuen Schabbi aus der super seltenen Kollektion für ganze 10 €, plötzlich ein Betrug, weil das Geld überwiesen wird, aber keine Ware ankommt.
Und schon wird gewettert in den verschiedenen Gruppen, Profile angeprangert, Eltern Freunde und Arbeitskollegen des vermeintlichen Betrügers angeschrieben. Selbst ernannte Hilfssheriffs machen sich gleich auf den Weg den Handel zu klären.
Fakt ist, es wird momentan so viel beschissen wie nie zuvor und die Masse der Käufer und Verkäufer lernt nicht dazu. Gab es das doch schon früher, bei der sogenannten ›Nigeria Connection‹ welche Friesen für 300 € im Netz anboten. Man musste nur vorab überweisen und das günstige Superpferd kam natürlich nie an.
Ebenso fallen die Leute nun auf gefakte Eski-Set-Anzeigen, oder günstige Marken Sättel herein und lassen dort ihr Geld. Dabei wäre es so einfach, wenn man die eigene Gier etwas zügeln würde und nachdenkt, bevor man kauft. Denn um meinen verstorbenen Vater zu zitieren: ›Wenn dir ein Pferd viel zu günstig angeboten wird, dann zähl nach, ob es auch 4 Beine hat.‹
Eigentlich kein dummer Rat, denn würde uns ein neuer Porsche für 500 € angeboten, dann würden bei uns auch die Alarmglocken klingeln. Bei einem Eski-Set mit Decke, Schabbi, Halfter und Bandagen für 30 € und nagelneu, verabschiedet sich manches Reitergehirn winkend in Urlaub.
Denn selber denken ist auf einmal nicht mehr ›in‹.  Wäre ja auch schön dumm, wenn man vor einem Kauf das eigene Gehirn einschaltet würde, statt blind zu überweisen.
Aber hier ist die Gier nach einem günstigen oder seltenen Zubehörstück so groß, dass alle Vorsicht vergessen wird. Dabei wäre es sinnvoller:

  • Nur mit erwachsenen Personen ein Geschäft einzugehen.
  • Bei Nachnahme unter Zeugen / mit Videobeweis auspacken und den Zustand beurteilen / dokumentieren.
  • Als Verkäufer mit Videobeweis und Zeugen verpacken.
  • Besser via Paypal zu zahlen.
  • Bei Paypal NIEMALS die Freunde- und Verwandte-Funktion auswählen. Denn auch wenn es Gebühren kostet, man hat dann wenigstens den Käuferschutz. Aber auch Käuferschutz ist keine pauschale Absicherung gegen jeden Betrug, nur die Versicherung, dass der Fall überprüft wird.

Wie ihr seht, einen 100 %-Schutz gibt es weder bei einem Gebrauchthandel noch bei einem Kondom.

Bewertungsgruppen jeder Art betrachte ich übrigens mit äußerster Vorsicht. Denn dort verlässt man sich auf Kundenaussagen, Vermittlungsgespräche oder Chatverläufe.
Ich halte dies in vielen Fällen für unseriös und ebenso häufig als sehr grenzwertig. Weil Chatverläufe weiterzugeben, oder Profile zu posten und mit Betrüger zu betiteln ist schon sehr wagemutig.
Ja, ich weiß das soll vor Betrügern schützen, aber in der heutigen Zeit werden Chatverläufe schneller gefälscht, als man das Wort Eskadron buchstabieren kann. Von daher kann ich solche Gruppen und deren Methoden nicht gutheißen, auch wenn sie sicher nur ›das Beste‹ wollen. Denn das Beste will meine blöde Nachbarin auch, die alle Falschparker meldet, nur weil sie 5 cm mit dem Rad über die Markierung ragen. Ich frage mich dann immer, aus welchen Beweggründen man sich das antut. Das Weltverbesserungsgen? Langeweile? Ich weiß es nicht …

Aus diesem Grund sollte man überlegen, ob man bei aller Sammelsucht und Gier wirklich gebrauchte Sachen kaufen will. Möchte man nicht auf das ein oder andere Schnäppchen verzichten kann man auch:

  • Gebrauchtes Zubehör nur dann kaufen, wenn man es auch selber abholen kann. (Kleinanzeigen aus der eigenen Stadt)
  • Reiterflohmärkte besuchen.
  • Reiter-Second-Hand-Läden besuchen

Oder einfach selber einen Stallflohmarkt veranstalten.

Und wenn man doch dem einen oder anderen online Schnäppchen nicht widerstehen kann, dann sollte man sich bewusst sein, dass man immer ein Risiko eingehen wird. Oft wird man Glück haben, manchmal aber auch nicht. Nur wer das Risiko eingeht, sollte nicht jammern, wenn‘s schief geht.

Ebenso wenig sollte man dann sein Gegenüber in den Onlinemedien öffentlich anprangern. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr betrogen wurdet, dann geht zur Polizei und erstattet Anzeige. Ist es euch das nicht wert dann ärgert euch, verbucht es als Lehrgeld und das Leben geht weiter.
Aber von öffentlichen Hetzjagden seht bitte ab, denn so etwas kann euch ohne Beweise wie ein Bumerang treffen. So könnt plötzlich ihr es sein, die eine Anzeige bekommt, statt dem Gegenüber, welche euch um das Geld gebracht haben.

Also Augen auf beim Eier-äh Zubehör Kauf.

Flauschige Grüße
Celeste

betrug-zubehoer

Reiterin und trotzdem Frau

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe es ist euch gut ergangen und ihr, wie auch eure Pferde, genießt dieses sonnige Wochenende. Ich gestehe, ich liebe diese herbstlichen Tage, bevor das triste Winterwetter uns sicher noch erreichen wird. So stopfe ich hingebungsvoll jeden Tag meine Heunetze und unterhalte mich dabei mit Spaziergängern, die mich immer wieder am Stall besuchen. So kam es dann neulich zu einem Gespräch über Reiterinnen und ihre Eigenarten. Und mein männlicher Besucher sagte dann auf einmal sehr bestimmt: »Mir kommt nie wieder eine Reiterin ins Haus.«

O.k., diesen Spruch hat man sicher schon einmal von dem einen oder anderen Mann gehört und dann lächelnd mit einem Schulterzucken abgetan. Schließlich muss nicht jeder Mann eine Reiterin mögen, oder eine Supermutti, ein Modell oder Ähnliches. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, also dachte ich mir nicht viel dabei, bis er seine Aussage begründete:

  • »Die stank immer nach Pferd, immer!«
  • »Und wenn sie mal einen Termin hatte, kam sie in Stallsachen an.«

O.K., der hatte wohl ein Musterexemplar erwischt, dachte ich mir. Doch nach kurzer Überlegung kamen mir plötzlich Aussagen anderer Männer in den Sinn, die ich dann und wann einmal vernommen hatte:

  • »Und der Gaul hatte auch immer was, das war schweine teuer.«
  • »Und Zeit hatte sie auch nie, aber für das Pferd war immer Zeit da.«
  • »Jedes Wochenende war sie auf dem Turnier und ich durfte das Pferd halten.«
  • »Die Waschmaschine ist immer defekt, dank der Pferdehaare.«
  • »Stallstiefel kauft sie ohne Ende, aber mal High Heels tragen bekommt sie nicht hin.«
  • »Sie hat nie Zeit, weil sie immer im Stall ist.«

Ich denke, ihr habt sicher auch schon den einen oder anderen Vorwurf gehört, ob berechtigt oder nicht.

Ich hielt bei der Arbeit inne und wollte schon loswettern, dass nicht alle Reiterinnen so sind. Aber ganz ehrlich? Er hatte ja eigentlich in vielen Dingen Recht. Wir Reiterinnen verlangen unserem Umfeld oft unbewusst eine ganze Menge ab. Dinge die wir als völlig Normal betrachten können bei unserem Umfeld auf Unverständnis stoßen.
Ich schaue also an mir runter und betrachte meine Stallkleidung. Von den Markensachen aus den glänzenden Reitsport Katalogen ist das nun wirklich weit entfernt. Meine Hände haben kurze Fingernägel welche deutliche Spuren der täglichen Stallarbeit aufweisen. Meinen Kopf ziert meine Cappy, dazu baumeln links und rechts meine langen Haare in Zöpfen. Wann habe ich eigentlich das letzte Mal meine langen Wuschellocken offen getragen? Diesen Sommer noch nicht. Oft war es einfach die Zopffrisur um Zeit zu sparen, denn nach dem Stall kann man fix duschen und die langen Haare wieder nass einflechten. Und geschminkt bin ich nur noch zu Terminen, warum sollte ich auch am Stall Make Up tragen? Und was nach dem Stall erledigt wird, das passiert dann auch in Stallkleidung und ungeschminkt.
Ein Blick zu meinem Auto lässt mich kurz erschaudern. Denn auch wenn ich immer wieder gerne Scherze darüber mache, dass man ›mit dem Inhalt eines Reiterautos in 5 Minuten eine Heuraufe bauen kann‹, so bin ich mir nach einem kurzen Blick in den Innenraum meines Autos sicher, das ich die Heuraufe ebenfalls befüllen könnte. Wann habe ich das letzte mal mein Auto gewaschen und gesaugt? Und irgendwie wird mir bewusst: Scheiße, er hat Recht.

Sicher sind nicht alle Reiterinnen so, aber hat ein Mann einmal eine Hardcore Pferdebesitzerin erlebt, dann ist das auf jeden Fall sehr prägend für die weitere Auswahl seiner zukünftigen Damen.
Dabei macht es einen grossen Unterschied, ob man nur eine Reitbeteiligung hat, ein eigenes Pferd oder gar Selbstversorger ist:

Meist klappte alles wunderbar mit Schule, Freund und Pferd wenn man noch ein Mädel war. Da übernahm  Mutti den Haushalt mit Kochen, Einkaufen, Putzen und Wäsche als rundum sorglos Paket. Die Schule nahm nicht ganz so viel Zeit in Anspruch wie ein Arbeitsplatz und wir konnten uns einfach unserem Hobby widmen. Oft besass man noch kein eigenes Pferd, sondern ein Pflegepferd, oder eine Reitbeteiligung und somit war auch die Verantwortung, wie auch die Sorgen rund um die Kosten beim Pferdebesitzer. Man konnte sich seine Zeit bei dem Pferd noch gut einteilen. Und blieb man länger, dann war es die eigene Entscheidung. Kam man heim, konnte man duschen, warf die Schmutz triefenden Klamotten in die Wäsche und wusste, die Heinzelmännchen würden sich darum kümmern, während man ein Styling auflegte und den Freund anrief.

Schwieriger wird es aber, wenn wir älter werden, eigene Pferde besitzen und aus dem Pensionseinsteller ein Selbstversorger wird. Dann hat man unweigerlich eine Entscheidung für das gesamte Leben, wie auch für sein Umfeld getroffen. Weil plötzlich ist man rund um die Uhr für sein Pferd verantwortlich. Dinge, die man früher dem Pferdebesitzer überlassen konnte, oder dem Stallbesitzer, muss man nun selber erledigen.

Und plötzlich sind sie da, die kleinen heimlichen Zeitfresser:

  • Das Pferd wird krank.
  • Hufschmied / Tierarzt / Heulieferant verspätet sich.
  • Der Zaun / Stall wurde vom Pferd oder Wildschwein zerstört.
  • Man muss fremde Kinder von der Weide jagen.
  • Verbringt Stunden mit dem Einkauf von Futtermitteln.
  • Verbringt Tage und Wochen damit Stall / Weiden und Zäune instand zu halten.
  • Man steht Anwohnern und Spaziergängern Rede und Antwort. (Warum zum Beispiel das arme Pferd eine Decke / Fressbremse usw. tragen muss.)

Kein Wunder also, das wir dann irgendwann vom gestylten Katalog Reitermädel, zum ungeschminkten Männer-Albtraum in Gummistiefeln mutieren. Weil die Zeit, die Verantwortung und die Arbeit rund ums Pferd, neben einem stressigen Job und Haushalt, sind schon ein Balanceakt.

Wohl denen, deren Männer das sang und klanglos ertragen. Mädels haltet sie fest und tragt sie auf Händen! Denn auch wenn wir es uns immer wünschen: Nein, es ist nicht normal, dass unsere Männer nur noch mit der Wimper zucken, wenn wir mal wieder Kuschelzeit absagen, weil unserem Pferd ein Furz quer sitzt.

Noch schöner ist es, wenn unsere Männer unser Hobby unterstützen. Wenn sie mit in den Stall kommen, vielleicht auch reiten, oder sich an der Stallarbeit beteiligen. Aber auch das ist nicht der Normalfall. Und wenn ihr ein solches Exemplar Daheim habt: Haltet es fest.

Gerade weil viele Männer unser Hobby nicht teilen, macht ihnen unsere Leidenschaft das Leben so schwer. Von daher kann man sich nur selber am Schopf packen und überlegen, wie man seinem Mann / Familie das Leben schöner gestalten kann:

  • Freie Tage durch eine Stallhilfe erleichtern das Leben ungemein.
  • Vorkochen und einfrieren leckerer Gerichte für Tage, an denen es schnell gehen muss. Nicht jeder Mann mag immer nur Tiefkühlpizza wenn das Essen wegen einem Notfall ausfällt.
  • Nicht nur praktische Unterwäsche und Kleidung kaufen, sondern auch mal etwas das dem Mann gefällt.
  • Im Stall/Auto Ersatzkleidung / Schuhe und Feuchttücher bereithalten, für Termine nach einem Stallnotfall.
  • Das Auto öfter saugen und waschen. Auch wenn man es als Stallauto dann gleich wieder versaut, ab und an zählt auch der gute Wille. Alternativ Säcke und Autodecken, welche das Auto wenigstens vor groben Verschmutzungen schützen.

Wenn ihr darüber nachdenkt, fällt euch sicher noch mehr ein wie ihr euer Familienleben bereichern könnt. Bei mir sind es noch selbst gebackene Kuchen, oder dann und wann ein frischer Hefezopf, mit denen ich das Herz meines Mannes erwärmen kann.

Zudem, man mag es kaum glauben, haben Reiterinnen trotz allem auch ihre Vorzüge:

  • Sie sind tierlieb.
  • Haben keine Angst, ein 600 kg Pferd in die Schranken zu weisen.
  • Können meist nicht nur gut Auto, sondern auch Anhänger fahren.
  • Stapeln problemlos im Auto den Monatseinkauf Lebensmittel, neben 3 Kindern und 5 Säcken Futter.
  • Können auch mal derbe Sprüche vertragen. (Wir hören sie oft genug als Reiterin.)
  • Haben oft genug Verständnis, wenn der Mann selber ein zeitintensives oder teures Hobby hat.
  • Haben keine Angst sich dreckig zu machen.
  • Haben keine Angst vor körperlicher Arbeit.
  • Sind nicht zimperlich. Wir fliegen vom Pferd und fragen trotz aller eigenen Schmerzen erst, ob mit dem Pferd alles o.k. ist.

Es gibt viele Gründe, warum eine Reiterin also doch nicht die schlechteste Wahl ist. Einzig, wenn wir unser Leben ganz nach den Pferden ausrichten, sollte unser Partner damit einverstanden sein. Denn entgegen des Partners, der sich im Notfall auch selber etwas zu Essen machen kann, sind wir für unsere Pferde immer in der Pflicht sie zu umsorgen.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wundervollen Sonntag, ob mit eurem Liebsten, oder dem Pferd bleibt euch ganz allein überlassen.
Ich werde ihn nutzen und das Lieblingsgericht meines Mannes kochen, dazu einen schönen Hefezopf für später und zwischendurch werde ich natürlich noch meine Pferde bespaßen. Denn die richtige Balance ist das halbe Leben einer Reiterfrau. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

reiterin-und-trotzdem-frau

Der Tierschützer in mir

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Mittlerweile, schreitet der Herbst in großen Schritten voran und die vorher leuchtend bunten Herbstfarben haben sich zu einem tristen grau in grau gewandelt. Es regnet, es stürmt und man mag eigentlich nicht vor die Türe gehen. Während der Gedanke an eine flauschige Decke auf dem Sofa, einer Tasse heißen Kakao und einem guten Buch, sehr verführerisch lockt, finden wir uns doch wie immer zur täglichen Stallarbeit ein. Und während ich auch bei Schmuddelwetter unzählige Heunetze stopfe, führe ich – wenn auch oft unfreiwillig – mit so manchen Spaziergängern lange Gespräche. Gut, ich gebe zu ich habe viele nette Menschen, die meinen Stall besuchen, aber manchmal sind auch Personen dabei, da fasse ich mir an den Kopf.

So gab es auch letztens ein Gespräch, das mir einfach nicht aus dem Kopf will:

»Du da hinten sind ja die Esel … denen geht es ja soooo schlecht.«
»Bitte was? Esel? Ich wusste nicht mal das da welche stehen.«
»Ja, aber denen geht es doch schlecht, da kümmert sich ja keiner.«
Ich halte mit der Arbeit inne, sammel mich kurz und stelle die wichtigen Fragen:
»Haben sie denn einen Unterstand?«
»Ja.«
»Haben sie Futter und Wasser? Und ist immer Heu da?«
»Ja.«
»Warum soll es denen dann schlecht gehen?«
»LNa, weil sich da doch keiner kümmert!«

Einatmen, ausatmen, ein Lächeln aufsetzen, das nicht an Wednesday Adams erinnert: »Wenn da täglich Futter und Wasser ist dann kümmert sich doch jemand, das füllt sich ja nicht alleine auf. Ich bin auch oft zu Uhrzeiten da an denen mich so manche Person hier nicht vermuten würden. Vielleicht sind die Besitzer sehr früh am Tag, oder spät am Abend vor Ort.«
»Aber man sieht da ja keinen, da ist nie einer und am Tor ist das Gras nicht zertrampelt also geht da auch keiner rein.«

Wieder sammle ich mich und frage mich, ob mein Gegenüber leicht einen an der Waffel hat.
»Nun, vielleicht haben sie noch einen weiteren Eingang. Sie können sich ja schlecht mit Futter und Wasser zum Stall beamen. Außerdem benutze auch ich nicht immer mein Zugangstor sondern klettere oft einfach nur durch den Zaun, wenn ich nicht aufschließen möchte. Man kann ja nicht von zertrampelten Gras ausgehen, das sich einfach keiner kümmert.«
»Ja aber trotzdem, man sieht ja keinen, und denen geht‹s sicher schlecht.«

Ich habe noch ein wenig erklärt, aber ich fürchte das Bild der armen unterversorgten Tiere hat sich im Kopf der Dame festgesetzt. Ich fand das schon ein wenig erschreckend, denn wenn sie bei mir so offen mit den Vorwürfen gegenüber der unbekannten Eselbesitzer war, so wird sie das mit Sicherheit auch bei anderen Personen erwähnt haben. Personen die vielleicht nicht gefragt haben ob Futter, Unterstand und Wasser gegeben ist. Personen die keine Ahnung haben, aber schnell mal an das Gerücht der vernachlässigten Esel glauben. Mich macht so etwas dann immer betroffen und auch ein wenig wütend. Denn solche Gerüchte sind schneller verbreitet als ein Tripper im Bordell. Schnell heißt es dann die armen Pferde, oder in dem Fall die armen Esel, werden nicht richtig versorgt. Und dann braucht es nur noch eine besorgte Tierschutz Uschi, die dann mal eben anonym beim Vetamt stänkert. Schon müssen die Tierhalter dem Veterinäramt Rede und Antwort stehen.

Ähnlich ist es mit den online Tierschützern, welche auf den verschiedenen Plattformen munter Bildchen posten. Da werden einfach fremde Tiere fotografiert und mit einem vermeintlich schlechten Zustand als Tierschutzfall online zur Schau gestellt. In Zeiten der Smartphones und des Internets ist es aber auch extrem einfach sich das goldene Tierschutzkröhnchen zu verdienen, oder sollte ich besser sagen den Aluhut?
Da gehen jungen Mädels hin, fotografieren einfach fremde Pferde und setzen diese Bilder dann in verschiedene Gruppen als Tierschutzfall zur Schau. Frei dem Motto: Die haben kein Futter oder Wasser, sind ungepflegt oder zu dünn und es kümmert sich ja eh nie einer.
Manche Bilder klären sich von alleine auf, wenn das vermeintlich gequälte Pferd ohne Futter und Wasser, Selbiges dann im Hintergrund auf den Bildern stehen hat. Manchmal machen die Mädels eben auch nicht die Augen auf, kann ja mal passieren vor lauter Tierliebe.
Andere Bilder zeigen manchmal Zustände, die von der Norm abweichen. Allerdings sind sich die Damen nicht selten zu fein gewesen den Besitzer ausfindig zu machen, und nach einem Warum zu fragen.
Denn manchmal gibt es durchaus Gründe warum ein Pferd zum Beispiel:

  •  alleine steht da, Quarantäne oder krank
  • abgemagert ist, da Krankheit oder wieder aufgepäppelt wird
  • überlange Hufe hat da gerade gerettet/gekauft und nun erst an den Schmied gewöhnt werden muss
  • Wasser leer ist, da mehrfach täglich frisch getränkt wird
  • Futter leer ist, da kleine Mengen wie zum Beispiel Heucobs mehrfach täglich gegeben werden

Usw.
Es gibt für viele Dinge eine Erklärung, wenn man denn auch einmal mit den Besitzern reden würde. Aber Bildchen machen und auf Facebook anprangern ist ja so einfach. Das macht einen schnell zum Tierschutzhelden, da man ja nicht wegsieht und die Zustände öffentlich macht. Und neben der ganzen Lobhudelei wird einem dann natürlich geraten das Veterinäramt zu rufen, denn man ruft dieses lieber einmal zuviel, als weiter weg zu sehen.

Und wer nun sagt »Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten« der soll mal bitte kurz in sich gehen. Denn auch wenn man nichts Verbotenes getan hat, es ist nie angenehm einer Behörde Rede und Antwort zu stehen. So muss man zum Beispiel zu diesem Termin auch Zeit opfern. Und es hört sich sicher richtig nett an, wenn man seinen Chef bittet an einem Vormittag frei zu bekommen, da sich das Veterinäramt angemeldet hat. Ebenso ist es richtig nett, wenn die Nachbarn mitbekommen das man eine solche Prüfung über sich ergehen lassen muss. Da braucht es dann  keine Else Kling nur damit sich Gerüchte über eine Prüfung verbreiten wie Cola, nachdem ein Mentos in die Flasche geworfen wurde. Schliesslich wissen ja alle Klatschweiber das dann immer »etwas dran sein muss«, wenn die schon extra raus kommen.
Aber für jene Personen die sich nicht vorstellen können das eine Prüfung des Veterinäramtes nervt, wie wäre es denn anders herum?

  • Wenn euer Kind aufgrund von Schmerzen und Krankheit mehrfach weint und man euch deswegen das Jugendamt auf den Hals schickt?
  • Wenn ihr gerade ein Haus baut und man euch das Bauamt schickt, da ihr bestimmt nicht alle Regeln eingehalten habt?
  • Wenn man euch das Gesundheitsamt schickt, da es bei euch angeblich seltsam riecht?
  • Wenn man euch die Polizei schickt, weil bei euch Herren ein und ausgehen, und ihr vielleicht heimlich ein Bordell betreibt?

Und auch wenn ihr euch in all diesen Fällen nichts zu Schulden habt kommen lassen, ihr wärt doch auch wirklich mächtig genervt über die Zeit, die ihr opfern musstet. Dazu dann das Gerede von Nachbarn und Freunden die euch plötzlich seltsam ansehen, frei dem Motto »da muss ja was vorgefallen sein wenn die solchen Besuch bekommen«. Und schon verbreiten sich Gerüchte hinter eurem Rücken.
Von daher wenn ihr Tiere seht bei deren Haltung euch Fragen aufkommen, dann stellt diese Fragen dem Tierbesitzer.
Das heißt, …

  • ihr wartet zu verschiedenen Zeiten an Stall/Weide und ja das kann auch mal einige Stunden dauern.
  • ihr fragt Anwohner wem die Tiere gehören, aber bitte ohne schlechtes Gerede!
  • ihr fragt beim Katasteramt nach, wem das Grundstück gehört.
  • ihr hinterlasst eure Telefonnummer an Zaun/Tor mit einer FREUNDLICHEN Bitte um Rückruf.



Und wenn ihr dann mit dem Tierbesitzer sprecht, macht dies bitte freundlich und ohne Vorwürfe. Interessiert, höflich und verständnisvoll für eine individuelle Situation. Denn eine kreischende Tierschutz Uschi die gleich keift das die armen Tiere schlecht versorgt werden, ist sicher kein Gesprächspartner dem man seine Zeit opfern möchte. Merkt ihr das euer Gegenüber Hilfe braucht dann bietet ruhig eine helfende Hand an. Denn das ist dann echter Tierschutz, wenn man seine Hände auspackt und hilft, statt Bildchen im Internet zu verbreiten.

Ist aber eure Hilfe nicht erwünscht und eure Zweifel konnten nicht besänftigt werden, dann, ja erst dann, nach dem Gespräch mit dem Besitzer, ist das Veterinäramt euer Ansprechpartner. Sprecht offen mit dem Veterinäramt und auch bitte nicht anonym. Wer Missstände anzeigen will sollte auch ehrlich dazu stehen. Und bedenkt das ihr dem Veterinäramt bitte nur Notfälle meldet. Die Ämter sind oft genug völlig überlastet, weil sie für jeden Furz rausgerufen werden. Und so stiehlt man den echten Notfällen die Mitarbeiter Kapazitäten.

Von daher meine lieben Tierschutz Freunde, seid keine Uschi, sondern sprecht mit den Besitzern. Bietet Hilfe an und erst wenn das nicht hilft, geht den letzten Weg zum Veterinäramt.
Aber bitte postet keine Bilder im Internet, oder tratscht vermeintliche Horrorgeschichten durch die Nachbarschaft. Weil im Zweifelsfall erwischt man euch bei solchen Verleumdungen und das kann mitunter sehr teuer für euch werden.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

tierschuetzer

Willkommen im Deckenparadies

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nun da die Arbeiten rund um meinen neuen Paddock endlich fertig sind, kann ich euch wieder mit meinen Sonntagsbeiträgen erfreuen. Mittlerweile sind wir ja im tiefsten Herbst angekommen und das Herbstlaub strahlt in den schönsten Farben. Nur will es wohl kein goldener Oktober mehr werden, denn hüpfte ich vor einigen Wochen beim Paddockbau noch dank Sonnenschein im Trägertop durch den Stall, so bin ich nun dick eingemummelt in Regenjacke, Halstuch, Capy und Ohrenband. Aber bei dem frischen Wind und Regen möchte man sich ja nicht gleich in ein Bazillenmutterschiff verwandeln.

Und sind wir dick vermummt am Stall, bemerken wir das die Pferde sehr schnell an Plüschfell nachgelegt haben. Manche noch etwas zaghaft, aber die Ente zum Beispiel trägt samtweiches Flauschefell, in welches jeder seine Finger vergraben möchte. Beobachte ich also meine Bande am Stall, dann sehe ich eine zufriedene Herde. Eine die Plüschfell tragen darf, eine die rein und raus kann wie sie möchte, dank Offenstall. Und wenn sie panierte Schnitzel spielen wollen, dann ist auch das möglich.

Bin ich aber wieder Daheim und blättere bei einer Tasse heißem Kakao durch die Reitsportkataloge, dann möchte mich mein schlechtes Gewissen plötzlich auffressen. Denn dann springen sie mich an: Die Bilder der schönsten Pferdedecken!

Winterdecken, Abschwitzdecken, Regendecken, Reflektionsdecken zum Ausreiten und alle in den schönsten Kollektionen und sicher super flauschig. Und dummerweise auch noch oft in Pink!

Und schon sitzt das Teufelchen auf meiner Schulter und piesackt mich:

  •  »Na was bist du nur für eine schlechte Pferdemutti, lässt du deine Bande frieren bei dem Wetter.«
  •  »Und nass, die werden total durchweichen, wenn es regnet ohne Regendecke!«
  •  »Und denk an deine Alten, die MÜSSEN auf jeden Fall eine Decke tragen, du undankbarer Möhrchengeber.«
  • »Was glaubst du wohl, warum es die ganzen Decken gibt, die haben schon ihren Sinn.«
  • »Willst du denn das sie sich im Rücken verspannen, wenn sie im Regen draußen stehen?«

Ich gebe zu, ich hasse dieses Teufelchen. Es ist aber auch ein penetrantes kleines Arschloch. Und schaut man durch die verschiedenen Gruppen dann macht es das nicht besser. Denn auf einmal decken unheimlich viele Besitzer ihre Pferde ein. Wegen gesundheitlicher Probleme die neuerdings im Rudel auftreten, oder wegen Besorgnis, Angst oder Vorsorge. Und nicht zu vergessen, weil man sonst langsam das Gefühl bekommt, eine Pferde-Rabenmutter zu sein, die ihr Pferd nicht ordentlich umsorgt.

Nun, Gott sei Dank lasse ich mich weder von dem Teufelchen auf meiner Schulter, noch von Gruppendiskussionen, so leicht beeindrucken.

Ich mache also das was ich jedem zweifelnden Pferdebesitzer ans Herz lege und betrachte die Situation neutral. Dazu beobachte ich das jeweilige Pferd genau und frage mich ist eine Decke überhaupt nötig?

  • Gibt es einen triftigen Grund für mich in einen funktionierenden Thermohaushalt einzugreifen?
    Denn gesunde Pferde verfügen über eine gesunde Thermoregulation, welche es ihnen ermöglicht auch bei Regen und Schnee problemlos zu leben.

  •  Gibt es einen medizinischen Grund, der eine Decke verlangt?
    Das können diverse Krankheiten sein, welche den Fellwechsel stören, aber auch um den Rücken und Ähnliches zu schonen.

  •  Gibt es einen zeitlichen Grund für eine Decke?
    Nicht jedes Pferd ist nach einer Stunde trockenreiten wieder offenstallbereit. Auch muss man hier manchen Besitzern zugestehen, dass ihnen einfach die Zeit dafür fehlt. Denn viele haben ihre Pferde neben Job und Familie und wollen / müssen sie dennoch bewegen. Hier ist eine Schur in Kombination mit Decke dann oft die einzige Möglichkeit um den Speckmoppel  (das Pferd nicht der Reiter) zu bewegen.
  • Gibt es einen kosmetischen Grund, der eine Decke verlangt?
    Nun auch wenn es manche Reiter nicht verstehen können, aber manche Pferdebesitzer mögen saubere Pferde. Eine Decke erleichtert das Putzen mancher Schlammschweine ungemein. Ist man sehr aktiv im Bereich Schau / Turnier / Show, dann hat man oft gar keine andere Wahl. Denn dann gehört es zum Job des Pferdes nicht wie ein Ferkel aus zu sehen. Eine Schur wie auch eine Decke erleichtern da das Leben des Besitzers.
  • Gibt es einen Haltungsmässigen Grund für eine Decke?
    Man mag es ja nicht glauben, aber es gibt einige Offenställe, in denen nicht alle Pferde gleichzeitig in den Offenstall können. Es braucht nur einen Pferde Arschkeks, der den Türsteher mimt ›Ey Heufresse du kommst hier net rein‹ und schon steht Rosinante draußen in Regen und Sturm. Ob das gewünscht ist? Sicher nicht! Ob an der Haltung dann etwas geändert werden sollte? Sicher, sobald als möglich. Nur ist es oft schwer einen zusätzlichen Unterstand mitten im Winter zu zaubern, oder  mal eben auf die Schnelle den Stall zu wechseln. Da kann eine Regendecke als Übergang eine gute Lösung sein.

 

Man sieht also man kann nicht einfach pauschal für oder gegen eine Decke sein. Jeder sollte für sich und sein Pferd abwägen, ob eine Decke überhaupt nötig ist. Denn machen wir uns nichts vor, so hübsch die Decken im Katalog auch aussehen, sie haben ihre Schattenseiten:

 

  • Man braucht mehr als eine Decke.
    Regendecke ungefüttert und gefüttert in verschiedenen Stärken, Abschwitzdecke, Ausreitdecke usw. Und das wenigstens in doppelter Ausstattung, denn sie wollen ja auch gewaschen / gereinigt werden, während das Pferd sicher eingedeckt bleibt.
  • Einen Platz zum trocknen und aufbewahren der ganzen Decken. Bitte mäusesicher, denn auch die lieben flauschige Decken. Soviel Raum ist seltenst in den Pensionsställen gegeben für alle Decken, aber auch Daheim kann der Deckengeruch ein völlig neues Wohngefühl fördern. Hier ist eine trockene Sattelkammer oder Keller ein Muss.
  • Einen Reinigungsdienst für die Decken der auch Regendecken wieder imprägniert. Nicht ganz kostengünstig aber die meisten Waschmaschinen geben bei Pferdedecken nicht grundlos auf. Und einem Waschsalson betritt man meist auch nur einmal mit einer Pferdedecke und wird dann freundlich hinauskomplimentiert.
  • Einen Deckenservice, denn entweder man wechselt die Decken selber, oder zahlt für diesen Dienst. Denn das Wetter ist oft sehr wechselhaft und da darf man dann schon mal mit den gefütterten oder ungefütterten Decken jonglieren.
  • Nicht zu vergessen die Deckenzerstörer. Sei es der eigene Clown der selbst in einer Hüpfburg seiner Decke Risse zufügen würde, oder die Herdenmitglieder die ihn als Kauknochen missbrauchen. Zerstörte Decken sind einfach keine Freude, aber ein Risiko mit dem man leben muss.
  • Auch ein Risiko sind 24/7 getragene Decken beim Wälzen, spielen und toben. Hier sind Sicherheitsverschlüsse ein Muss! Denn so manches Bein hat schon Verrenkungen in die Bauchgurte gemacht und zu bösen Verletzungen geführt.

Und wenn wir für unseren Einzelfall entschieden haben, dann ist unsere Lösung die Richtige. Ob mit oder ohne Decke ist völlig egal. Niemand vernachlässigt sein Pferd nur weil er es bei einer funktionierenden Thermoregulation nicht in eine Decke packt. Und Niemand ist ein Tierquäler, nur weil er einen Grund hat eine Decke aufzulegen.

Nur bitte ich um etwas mehr Ehrlichkeit:
Wenn ihr eure Pferde aus kosmetischen oder haltungsmäßigen Gründen eindeckt, dann steht bitte dazu. Seid ehrlich zu euch selber wie auch zu eurem Umfeld. Denn die leider viel zu oft vorgeschobenen Gründe wie Alter, Krankheit oder fester Rücken verunsichern eure Umgebung.
Zu oft werden diese Gründe einfach vorgeschoben, weil man vor seinem Umfeld nicht zugeben mag das man es einfach satt hat so lange trocken zu reiten, oder das Schlammschwein mit dem Spachtel sauber zu kratzen. Aber sich oder Andere zu belügen ist genauso unsinnig wie zum Thema Eindecken zu missionieren.
Entscheidet ehrlich für euch und eure Pferde und der Rest kann euch den Buckel runter rutschen.
Ich selber decke meine Bande nicht ein, auch wenn ich die flauschigen Decken weiterhin anschmachten werde. Aber sie würden nur in der Sattelkammer verstauben, wie die ganzen Decken die ich schon seit Jahren besitze. Denn dort liegen sie, unbenutzt aber griffbereit, sollte das Eindecken nötig werden.
Und wenn mich das Teufelchen weiter piesackt, dann schubse ich es von der Schulter, besinne mich auf meine vorhandenen Notfalldecken und beruhige mich, indem ich für mich selber eine hübsche flauschige rosa Decke kaufe.

In diesem Sinne, macht euch nicht verrückt sondern hört auf euer Herz und eure Pferde,
flauschige Grüße
Celeste

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Wie man einen Paddock befestigt

 

Hallo meine Flauschehasen, heute widmen wir uns der Anleitung zur Paddockbefestigung. Denn damit weder wir noch unsere Pferde nach langen Regenfällen weiter durch den Matsch waten, sollten wir unseren Pferden eine befestigte Fläche anbieten können. Leider scheuen viele von uns den Aufwand und die Kosten, aber noch schwieriger ist es meist den Mut zu finden, diese Aufgabe überhaupt anzugehen. Aber fangen wir einfach einmal an. Ich werde euch hier das Befestigungsbeispiel für Ridcon Pro Grid 40 Paddockplatten mit Unterbau zeigen.

Die geeignete Fläche
Erst einmal suchen wir die geeignete Fläche aus. Eingänge oder Bereiche vor den Raufen sollten auf jeden Fall befestigt werden. Da bei den Ridcon Platten kein Erdaushub nötig ist, ersparen wir uns die Buddelarbeiten. Trotzdem muss man das Gras entfernen und die Fläche begradigen um eine besser Verarbeitung zu ermöglichen.

Das schaut dann so aus:

paddockplatten-1


Das Vlies
Anschließend legen wir das Vlies aus. Dieses wurde in meinem Fall auf einer Rolle mit 100 m² geliefert, welche sogar problemlos in einen Corsa passte. Gut, es hatte schon etwas von einem Mafiosi, der einen Teppich mit einer Leiche ins Auto schieben möchte, aber ich sage aus Erfahrung: Es funktioniert!
Die Ränder sollten beim Ausrollen wenigstens 20 cm überlappen und das schaut dann so aus:

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Der Kies
Als nächsten Schritt benötigt man Kies und zwar ca. 7 – 25 cm Schotter, Körnung 5/32 mm oder Kies, Körnung 8/16 mm. Die Höhe der Drainageschicht richtet sich nach Untergrund und Nutzung. Wir haben 15 cm gewählt.
Wie viel Kies man für seine Fläche braucht, kann man wunderbar mit diesem Rechner ausrechnen: Kiesrechner
Was der Kies pro Tonne kostet, sollte man bei seinem Kieswerk erfragen. Je nach Region unterscheiden sich die Preise deutlich. Vergesst bitte nicht Lieferkosten mit einzuplanen.  Auch wenn ich wirklich viel in unsere Pferdeautos passt, bei Tonnen von Sand und Kies helfen auch keine Tetrismeisterfähigkeiten. 😉

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Der Kies muss nun verteilt werden. Ob man dies per Schaufel und Schubkarre macht, mit Trecker und Schaufel, oder einem kleinen Bagger, bleibt einem Selbst überlassen.

Mietpreise für Bagger
Ein 3,5 t -Bagger mit Fahrer kostet beispielsweise zwischen 60 – 70 € / Stunde. Für einen 20 t -Bagger 65 – 80 € / Stunde. Meist ist es günstiger bei den hiesigen Bauern um Hilfe zu bitten und Kies sowie Sand via Treckerschaufel zu verteilen. Aber auch da sollte man vorab den Preis klären.
Alternativ Spart sich das Geld und schaufelt von Hand. Denn alles Geld das man spart, kann man wieder in Paddockplatten stecken. 🙂

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Die Rüttelplatte

Ist der Kies verteilt muss dieser via Rüttelplatte verfestigt werden. Solche Platten lassen sich für kleines Geld in größeren Baumärkten ausleihen.
Meist hinterlegt man eine Kaution (bei mir waren es 175 €) und davon wird dann später die Leihgebühr und eine kleine Versicherungsgebühr abgezogen. Kosten für 4 Stunden waren etwa 32 €, ein Tag lag bei etwa 40 € also nicht viel mehr. Benzin konnte gleich mit gekauft werden, was die Sache unheimlich erleichtert.
Zusammengeklappt passte die Rüttelmaschine sogar in den Kofferraum meines Corsa. Allerdings sollte man sie zu zweit tragen, da sie 80 kg wiegt.

 

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Der Splitt
Nach der Rüttelei wird der Splitt, Körnung 2 / 5 mm für 2 cm, als Ausgleichsschicht verteilt. Hier gibt es wieder einen praktischen Rechner dazu: Splittrechner 

Auch hier gilt wie beim Kies, entweder die gute alte Handarbeit, oder aber man verteilt wie oben erwähnt mit Trecker oder Bagger.

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Nun kommen wir zu den Platten

Meine sind Ridcon Pro Grid 40 Paddockplatten
welche sich unheimlich leicht verlegen lassen. An den Seiten befinden sich Befestigungsnasen, die sich leicht ineinander stecken lassen und man somit eine feste Fläche hat.

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Und man kann sie an Stellen mit Pfosten oder Wänden auch ganz leicht passend mit einer Handsäge zurecht sägen.

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Der Sand

Danach müssen die Platten mit grobem, gewaschenem Sand (Rundkorn), Körnung 0,0 – 2,0 mm, für eine Verfüllung mit 4 cm + 2 cm Überdeckung verfüllt werden. Auch hier gleich der praktische Rechner: Sandrechner 

Das schaut dann bei Lieferung erstmal so aus:

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Wenn alles verteilt ist, hat es schon ein Sandstrandflair, bei dem nur noch der Sonnenschirm und das Meeresrauschen fehlen.

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Natürlich will ich euch nicht vorenthalten wie das Endergebnis aussieht. Ich hoffe es gefällt euch ebenso gut wie mir. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Ridcon für ihre Unterstützung.

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Sicherlich war es anstrengend und ich war über jede helfende Hand froh, aber die Arbeit hat sich gelohnt und der Matsch gehört nun hoffentlich der Vergangenheit an. Aber ihr kennt mich: Ich werde berichten! 🙂

Flauschige Grüße
Celeste

Tagebuch einer Paddockbefestigung – Teil III

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Wie in den letzten beiden Teilen beschrieben, arbeite ich immer noch an der Paddockbefestigung für meine Liebies.
Letzte Woche war ich ja wirklich fleißig und hatte es sogar geschafft die Ridcon  Paddockplatten zu verlegen. Ich, die früher ein Paddockplatten Zweifler war, habe mich regelrecht in diese Platten verliebt, da bin ich ehrlich. Und da die Platten schon verlegt, aber noch nicht mit Sand verfüllt waren, wollte ich diese bis zur Sandlieferung gegen Diebstahl schützen. Denn man kennt das ja: Da gehen Sonntagsspaziergänger vorbei, sehen die Platten und kommen später mit dem Auto wieder. Dann laden sie ein paar m² ein, schließlich kann man damit auch Wege oder Parkplätze befestigen. Nicht das aus mir die Vorsicht spricht, nein, es ist eher die Erfahrung. Was wurde bei mir am Offenstall schon alles geklaut: Mistgabeln, Schubkarren, Pinsel, Heckenschere, sogar angebrochene Zaunlasur. Es gibt nichts was manche Menschen nicht brauchen können. Nun, die Platten anbinden, festtackern oder mich den ganzen Tag als Wachhund dazu setzen, konnte ich nicht. Also dachte ich, ich kennzeichne die Platten mit Sprühfarbe. Nach einer kurzen Beratung im Baumarkt verließen wir diesen mit einer Signalsprühfarbe in – na wer ahnt es – Pink!
Leider erwischten wir eine Sprühdose mit einem defekten Sprühkopf, was nicht nur pinkfarbene Platten, sondern ebenso pinkfarbene Schuhe und Finger nach sich zog. Aber egal, Hauptsache die Platten waren abschreckend markiert und bis zur Sandlieferung sicher.

Dieser kam dann auch 2 Tage später, wie immer von meinem reizenden Heubauer gebracht. Da er etwas zu spät kam, vertrieb ich mir die Zeit damit übrig gebliebene ›Reste‹ zu verbauen. So war da der Weg zu einem Heuständer, den ich von Gras befreite, dann das restliche Vlies auslegte und den übrig gebliebenen Splitt darauf verteilte. Vor der Raufe legte ich dann die restlichen 9 Paddockplatten aus. Platten wie auch Weg wollte ich dann später mit Sand auffüllen, wenn auch der normale Paddockbereich verfüllt würde. Wie sich diese Resteverwertung dann gegenüber der Vlies/Unterbau/Platten/Sand-Kombination schlagen wird, werde ich diesen Winter erwartungsvoll testen.

Aber dann kam endlich mein ersehnter Sand. Obwohl ich vorher darum bat das der Anhänger nicht direkt auf die unverfüllten Platten fährt, hat er sie mit den hinteren Rädern doch erwischt. Wurde ich  wild rufender und hüpfender Gnom doch glatt übersehen. Na ja, bei meiner Größe kann das durchaus passieren. Doch trotz aller Befürchtungen haben die Platten auch den Anhänger mit 10 Tonnen Sand problemlos ausgehalten. Keine einzige Platte war gebrochen, keine Verbindungsnase zerstört. Nein, sie sahen aus, als wäre der Anhänger nur darüber geschwebt. Ich war dann wirklich unheimlich erleichtert, hatte ich das in diversen Gruppen auf Bildern nicht so glimpflich ausgehen sehen.
Also wurde der Sand abgekippt und mein Heubauer musste los zu seinem nächsten Termin. So stand ich da mit 10 Tonnen Sand, einem Rechen, einer Schaufel, einer Schubkarre und gutem Willen. Eigentlich musste auch ich zu meinem nächsten Termin, aber ich war fasziniert, wie schön der Sand in die Raster der Paddockplatten rieselte, wenn man ihn mit dem Rechen darüber zog. Irgendwie war es gut das ich trödelte, denn auf einmal kam mein Heubauer in einem Affenzahn zurück, machte eine Vollbremsung und sprang vom Trecker. Auf der Heimfahrt ist ihm ein alter Mann begegnet, dem es nicht gut ging. Er war wohl unterzuckert und bat darum Heim gefahren zu werden. Da ihn mein Heubauer aber nicht auf den Trecker heben konnte, bat er mich um Hilfe. Also flugs mein mit gefüllten Heunetzen und Kanistern bestücktes Auto geräumt, schmutzig wie ein Ferkel rein gehüpft und losgefahren. Als ich an der besagten Stelle ankam legte ich erst einmal eine Vollbremsung hin, so groß war der Schreck. Der alte Herr lag schon am Straßenrand, völlig entkräftet und dezent verwirrt, aber ansprechbar. Einen Krankenwagen lehnte er jedoch vehement ab. Da ich ihn ins Auto setzen durfte, brachte ich ihn dann zu der beschriebenen Adresse. Mit dem Auto nur 5 Minuten, zu Fuß, wäre es bei brütender Hitze, eine dreiviertel Stunde gewesen. Außerdem versicherte er mir, dass sich seine Frau dort um ihn kümmern würde. Dort angekommen, stellte sich aber heraus das er nicht nur keinen Schlüssel bei sich hatte, nein, es war auch niemand daheim. Wieder rutschte mir das Herz in die Hose und ich setzte ihn erst einmal auf einem Stuhl im Garten ab. Da sich kein Ersatzschlüssel finden ließ und auch die Terrassentür verschlossen war, klingelte ich einfach Sturm bei der Nachbarin. Diese war nicht unbedingt begeistert über meinen Überfall, zeigte sich aber nach deutlichen Worten ´meinerseits dann doch sehr bemüht. Leider besaß sie keine Telefonnummer von der Ehefrau des alten Herren und wusste auch nicht, wo sie war. Auf meine Bitte nach Essen und Trinken für ihn wegen der Hitze und der Unterzuckerung, wollte sie ihn mit zu sich rüber nehmen. Dies scheiterte aber dann trotz guten Willen an der Treppe zu ihrem Haus. Als ich dann schon fast wieder einen Krankenwagen rufen wollte, kam dann plötzlich die Ehefrau und Tochter angefahren, sie hatten ihn wohl gesucht. Wie sich herausstellte, ist der Herr zwar dement, aber gerne mal auf Tour. Wie er es bis hoch in die Ecke zu meinem Stall geschafft hatte, konnte sich niemand erklären. Trotzdem war ich  froh, dass ich helfen konnte und der alte Mann wieder sicher und behütet bei seiner Frau und Tochter war.
War das Trödeln beim Befüllen der Paddockplatten doch zu etwas nutze, denn sonst wäre ich schon weg und für meinen Heubauern nicht erreichbar gewesen.

Die nächsten beiden Tage verbrachte ich jeden Morgen mit Sandschaufeln. Schubkarre füllen, überall Sand Häufchen machen und mit dem Rechen verteilen. Ja, es war schwere Arbeit bei der Hitze, aber der Sand schaufelte sich besser als Splitt und Kies. Und auch wenn ich dachte das der Berg nie schrumpft, er wurde immer kleiner und kleiner, bis schließlich Alles verteilt war.
Einmal bekam ich sogar stundenweise Hilfe von einem Spaziergänger, der immer mit seinem Hund an meinem Stall Rast macht. War er anfangs sehr skeptisch, als ich ihm von meinen Umbauplänen erzählt hatte, war er nun Feuer und Flamme. So half er einige Schubkarren Sand zu verteilen, und freute sich darüber wie gut alles umgesetzt wurde.
Tja, da der Sandstrand nun fertig war, blieb nur noch die Paddockzäune wieder in Ordnung zu bringen, Isolatoren zu verteilen, wie Prinz Karneval seine Bon Bons, und Kilometerweise neue Litzen zu ziehen. Auch hier bekam ich wieder von dem Spaziergänger Hilfe, ebenso von meiner Freundin, was den Zaun umso schneller fertig werden ließ.
Dazu habe ich gleich einmal 2 neue »Bitte nicht füttern«-Schilder bestellt, welche ich morgen anbringen werde.
Wenn dann noch die Raufen befestigt sind, welche ja nun auf den Paddock gewandert sind und noch 2 neue Törchen gebaut wurden, ja dann, bin ich fertig. Zumindest, bis mir wieder ein neues Projekt einfällt, lange kann das ja nicht dauern. 😉

Mit allen Bildern zusammen werde ich dann nächste Woche noch eine Verlegeanleitung erstellen, die sich dann Schritt für Schritt wie bei der Heuraufe oder der Bremenfalle nachbauen lässt. Natürlich gespickt mit nützlichen Links und Kostenaufstellungen.
Denn ich bekomme für diese Anleitungen immer wieder Zuspruch von Frauen, die sich dann endlich auch alleine an den Nachbau trauen. Und genau deswegen mache ich das für euch, denn wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch. Lasst euch niemals einreden das ihr das nicht könnt nur weil ihr eine Frau seid. Alt oder jung, klein oder schwach, es ist scheißegal: Euer Wille und euer Wunsch nach Veränderung für eure Pferde zählt, denn die Liebe zu diesen Tieren wird euch den Antrieb geben. Und meine Anleitungen, die helfen euch dabei.

Aber ich möchte mich auch noch einmal ausdrücklich bedanken:

  • Bei der Firma Ridcon als Sponsoring Partner.
  • Meine Verlegerin Julia, die immer an meine Projekte glaubt.
  • Meinem Mann, der oft auf mich verzichten musste und mich trotzdem unterstützt.
  • Meinen Helfern Peter, Petra und Achim die immer wieder ausgeholfen haben und sei es nur um ein Brett zu halten.
  • Und alle meine Leser, für die ich das hier mache und mir immer so reges Feedback geben.

Bilder zu diesem Projekt findet ihr bei Facebook im Fotoalbum. 

Flauschige und geschaffte Grüße
Celeste

ridcon Paddockplatten