Reiter oder Pferdepfleger?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt die Osterzeit gut überstanden, denn wir kennen es doch alle: Die Ostereier und die Süßigkeiten bringen den Kindern die Freude und jenen von uns, die Familie und Gäste bewirten dürfen, meist eine Menge Arbeit.
Und so schön Besuche und Feste auch sind, wir sind froh, wenn die Wohnung wieder leer ist, man alles wieder aufgeräumt hat und die Füße hochlegen kann. Ich gestehe, mir ist es nicht anders ergangen, nur das ich statt Füße hochlegen, lieber meine freie Zeit bei den Pferden genutzt habe.
So kommt es dann, dass ich zum Beispiel mein Panzerlein an der Longe mit Cavalettis zu Denksportaufgaben anrege. Panzerlein ist, nun nennen wir es höflich, etwas schmerzfrei.
Durch mannshohe Brombeersträucher hüpfen?
Kein Problem!
Einen Zaunpfosten in der Kurve umnieten?
Huch war da was?
Und auch sonst sind Naturhindernisse auf der Weide für sie zwar vorhanden, aber wenn sie zufällig im Weg liegen, sie darüber stolpert und sich fast dabei lang legt, ist ihr das völlig egal.
Um dieses unter dem Sattel zu vermeiden, gibt es eben intensives Bodenarbeitstraining. Denn ich bin ehrlich, so traumhaft wie mein Panzerlein unter dem Sattel auch ist, an ihrer Tollpatschigkeit muss noch ein wenig gearbeitet werden. Und das bitte vorzugsweise, wenn ich nicht darauf sitze. Denn ein Salto mit ihr zusammen ist nun nichts, was ich mir unbedingt noch einmal wünsche. Aus Erfahrung wird man schließlich klug. Also quäle ich mein Panzerlein und es dauert nicht lange, bis sich Zaungäste einfinden. Und nur einen Wimpernschlag später kommt auch schon die erste Frage, statt einer Begrüßung:
»Reitest du auch?«
»Ähm, ja klar eigentlich schon.«
»Aber warum dann das Pferd da jetzt nicht?«
Hier folgen dann Erklärungsversuche, warum Frau Panzer nun am Boden gearbeitet wird, bis dann unweigerlich als Antwort kommt:
»Aber du könntest sie ja reiten, das würde doch mehr Spaß machen.«
Gut, das sind dann Momente, in denen ich mich frage, ob ich kantonesisch rückwärts rede?

Ähnlich ist es, wenn ich mit Herrn Pony spazieren gehe. Auch dann dauert es nicht lange, bis ich angesprochen werde:
»Aber reiten kann man den ja nicht oder?«
»Nein sorry, ich bin zu groß und zu fett für ein Minishetty, aber kleine Kinder von Freunden trägt er wirklich gerne.«
»Aber die sind nicht oft da, oder? Was machen sie denn sonst mit dem?« Das sind die Momente, in denen ich auf den Strick in meiner Hand schaue, dann auf das Pony und dann wieder auf mein Gegenüber. Wie gerne würde ich in solchen Momenten antworten: »Also eigentlich ist das ein Drogenschnüffelpony und es hat bei ihnen Alarm geschlagen.«
Aber ich reiße mich zusammen! Ich entgegne nett und höflich: »Spazieren gehen?!« Wohl wissend, das die Antwort ›Bodenarbeit‹ meinen Gesprächspartner wohl vollends überfordern würde. Denn meist ernte ich schon bei dieser Antwort ein unverständliches Kopfschütteln, mit einem entgeisterten: »Wie spazieren gehen,  aber das ist doch ein Pony.«
… Schnellmerker, der er doch ist …
»Ja und wir gehen gerne zusammen spazieren. Sie sind mit ihrem Hund ja auch unterwegs.«
Und wieder werde ich angeschaut, als leide ich an der Porzellankrankheit. (Nicht mehr alle Tassen im Schrank)
»Das ist doch etwas völlig anderes, das ist ja ein Hund!«
Ich erspare mir jeglichen Kommentar zu Waldi von Wuschelpuschel, welcher so fett ist, dass er höchstens einen Regenwurm erbeuten könnte. Zumindest wenn er sich auf ihn drauffallen lässt. Einen Jagdhund würde er wohl nicht abgeben. Einen Hütehund ebenso wenig, denn Herr Pony war ihm eindeutig derart suspekt, dass er seinem Besitzer während unserer Unterhaltung immer weiter ins Hosenbein rein kroch.
Vielleicht ist er ja ein Wachhund? Hmm wenn, bewacht er wohl eher den Kühschrank.
Aber was grüble ich, ein Tier muss ja keinen dienlichen Zweck haben. Na ja, zumindest für mich nicht.
Doch während ich vor mich hin sinniere, redet mein Gegenüber munter weiter:
»Aber die großen Pferde, die reiten sie doch oder?«
Hier kann ich wenigstens zustimmend nicken und bete leise, das mein Gesprächspartner nun Frieden gibt. Doch die Hoffnung ist trügerisch.
»Aber das sehe ich ja nie!«
Ich zucke kurz zusammen, atme tief ein und aus und frage mich, zu welchen Zeiten er mich wohl beobachtet? Er wird doch wohl kein heimlicher Spanner sein? Oder gehört er zu den Menschen wie meine Nachbarin, die morgens um 5 Uhr die Falschparker aufschreibt? Oder aber aus Langeweile das Laub mit der Hand vom Baum pflückt wenn der Herbst näher rückt?
Ich schiebe meine kleine paranoide Ader beiseite und antworte wieder taktvoll: »Gut, das mag daran liegen, dass ich meist früh morgens oder spät abends reite, wenn Bremsen und Mücken nicht so sehr beißen.«
Und obwohl ich mich nicht rechtfertigen möchte, hole ich kurz Luft und setze nach:
»Dazu kommt, dass mein Mann pflegebedürftig ist. Da bleibt neben der Versorgung eben nicht mehr so viel Zeit wie früher zum Reiten. Die meiste Zeit verbringe ich dadurch mit der Versorgung der Bande.
Ich umklammere den Strick fester, denn ich kann förmlich fühlen, was nun auf mich zukommt und dann höre ich auch schon die Worte:
»Ja, aber dann könnte ich sie doch in einen Reitstall stellen, dann sind sie versorgt und ich könnte reiten.«
Schon stehe ich wieder da und versucht zu erklären, warum ich den Offenstall gewählt habe. Warum man die ganze Arbeit 2x täglich auf sich nimmt. Das man für die optimale Haltung der Pferde gerne zurücksteckt und das Reiten irgendwann einfach nicht mehr das Wichtigste ist. Spätestens dann kommt dann der Satz der Sätze:
»Und dafür geben sie so viel Geld aus? Reiten nicht mal, sonder machen die Arbeit eines Pferdepflegers? Das könnten sie doch auch gegen Bezahlung, gleich als Beruf machen.«
Wie kann ich meinem Gegenüber vermitteln wie wundervoll und innig eine Beziehung zu seinen eigenen Pferden sein kann?
Das sie nicht von Reiten geprägt sein muss, sondern von einem Miteinander?
Das Glücksgefühl, wenn man frühmorgens auf die Weide geht und die Bande dort liegt und schläft. Wenn man sich dann einfach dazu legt, sich ans Pferd kuschelt  und für diese kurze Auszeit die Welt still steht?
Nein, in Worte kann ich das in diesem Moment nicht fassen. Ich versuche es, aber scheitere kläglich. Zu sehr ist das Reiten als reiner Nutzen eines Pferdes in den Köpfen der Menschen verankert. Verwirrte Blicke und betretenes Schweigen folgen. Irgendwann verabschiedet man sich höflich. Und während wir unserer Wege ziehen, denkt wohl jeder von seinem Gegenüber, das er sicher nicht mehr alle Murmeln im Glas hat. Dabei gibt es doch genug Gründe warum man seine Pferde nicht reitet:

  • Das Pferd ist zu jung.
  • Die Ausbildung lässt noch keinen Reiter zu.
  • Das Pferd ist krank.
  • Das Pferd ist unreitbar wegen Alter/Körperbau/Psyche.
  • Es müssen erst Muskeln aufgebaut werden, um den Reiter vernünftig zu tragen.
  • Es steht kein geeigneter Übungsplatz zur Verfügung.
  • Man hat  keine Zeit.
  • Man hat keine Lust bzw. arbeitet lieber vom Boden aus.
  • Man ist als Reiter selber gehandicapt, aufgrund Gesundheit oder Gewicht.

usw.

Es gibt so viele Gründe nicht zu reiten und sich dennoch mit seinen Pferden zu beschäftigen. Ich gebe gerne zu, dass ich das Reiten liebe. Ich liebe es jedoch auch, meine Pferde zu versorgen. Ihnen eine optimale Haltung zu ermöglichen, welche mir eine Menge Arbeit beschert. Und so ziehe ich in meiner wenigen Freizeit Zäune, schneide Weiden frei, bastel an Stall und Co., statt täglich auf den Pferden zu sitzen.
Sicher zieht das auch unter Reitern oft verwunderte Blicke auf sich. Dabei sollte es mich eigentlich nicht überraschen, selbst unter Pferdebesitzern ist es viel zu oft noch gang und gäbe, das manche einen Nutzen von ihrem Pferd haben wollen. Sei es für den Sport oder die Schau, aber auch schlichtweg zum Reiten.
Wie oft werden Pferde abgegeben weil sie alt oder unreitbar wurden?
Wenn sie nicht mehr die Leistung von früher erbringen können?
Die Anzeigen sind voll von älteren Pferden, die ab etwa 18-20 ein vermeintliches Haltbarkeitsdatum überschritten haben. Ein Alter, in welchem eben auch mal Zipperlein auftauchen und die Leistung manchmal etwas nachlässt. Dabei verlieren doch auch alte oder unreitbare Pferde nichts von ihrem Charme, Liebreiz und der Zuneigung, die man sich entgegenbringt.
Nun meine Tiere – egal ob Pferd, Katze oder Kaninchen – sind Familienmitglieder. Sie alle werden in die Familie integriert und verbleiben dort bis zu ihrem Tod.
Einen Nutzen müssen sie nicht erbringen. Die Pferde habe ich nicht zum Reiten, die Katze muss keine Mäuse fangen und nein, meine Kaninchen landen nicht im Kochtopf.
Wir leben miteinander, zusammen als Familie.
Und wenn ich dann eben mehr Pferdepfleger als Reiter bin, dann ist die Zeit bei meinen Pferden für mich trotzdem sinnvoll genutzt.
Sicher wirft das manchmal Fragen auf und nicht allen kann ich gerecht werden, noch kann alle überzeugen. Aber das muss ich ja auch nicht, denn so macht es MICH glücklich und ich bin trotz alledem niemandem Rechenschaft schuldig.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Sicher ist sicher!

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?
Nachdem ich letzte Woche meine Oompa Loompa Julia, und ihre reizende mini Loompa, mit meinen Pferden bespaßt und mit Kuchen abgefüttert habe, geht es nun weiter wie gewohnt.

Heute widmen wir uns dem Thema ›Sicherheit am Stall‹ und damit meine ich nicht Kappe und Schutzweste für den Reiter, sondern alles, was unsere Pferde vor Fremdeinflüssen schützt.

Sicher hat der eine oder andere von euch schon diese Schreckensmeldungen gelesen:

  • Pferde, die von der Weide frei gelassen wurden.
  • Pferde, die verletzt wurden.
  • Pferde, an denen sich sexuell vergangen wurde.
  • Pferde, die einfach geritten wurden.

usw.

Einige von euch werden, wie ich, solche Dinge sogar schon erlebt haben.
Und dann ist sie da, die Angst, die leise in einem hochkriecht, auf die Schulter klopft und zuflüstert: ›Naaa wären sie in einer Box nicht sicherer?‹
Insgeheim möchte man da am liebsten nicken und sein Pferd unter eine Glasglocke setzen. Rundherum wünscht man sich einen Wassergraben mit Krokodilen, samt einem Nato-Draht inklusive Selbstschussanlage. Nur leider ist dies weder erlaubt noch sinnvoll.
Aber was kann man denn sonst machen?
Wichtig ist erst einmal, seine eigene Angst im Zaum zu halten. Ist bislang nichts vorgefallen, sollte man nicht bei jedem Zeitungs- oder Internetartikel in Panik ausbrechen. Auch wenn es schwerfällt, Panik und Angst, sind in den seltensten Fällen gute Ratgeber.
Hilfreich ist es allerdings, wenn man Stall und Weiden sicherheitsmäßig ein wenig aufrüstet. Natürlich ist ein stabiler Holz- oder Metallzaun eine gute Option. Leider darf man diese nicht überall aufstellen. Oft muss man sich mit stromführenden Litzen, Seilen und Bändern behelfen, welche manchmal Kinder wie dumme Menschen mitunter einzuladen scheinen. Dennoch kann man auch diese Weiden sicherer machen.

Möglichkeiten dazu sind:

 

Der Strom muss fließen!

Solange Strom auf einem Zaun ist, fasst man diesen weder freiwillig an, noch klettert man gerne hindurch.
Sinnvoll ist es, bei Stromzäunen nicht nur 2 Reihen, sondern gleich mehrere Reihen zu spannen. Denn auch wenn für unsere brave Rosinante nur ein Stromband reichen würde – mehrere Litzen verhindern ein durchklettern unbefugter Personen durch den Zaun. Denn wer einmal gut gegrillt wurde, fasst den Draht kein zweites Mal an.
Damit das Stromgerät aber weder ausgeschaltet, noch geklaut wird, empfehlen sich Geräteboxen aus Metall. Diese verschließen nicht nur das Stromgerät vor unbefugten Zugriff, sondern sind mit einem langen Stab oder einem Schloss an Zaun und Weide zu befestigen, um Diebstahl zu verhindern.

Eine kleine Auswahl findet ihr hier.

Familienschlösser für alle

Eigentlich sollte auf jeder Weide jedes Tor verschlossen sein. In der Praxis sieht es aber meist so aus, dass meist gleich 3 oder 4 Weiden, mit einem Tor haben, die wir dann abschließen müssten. Und nicht nur wir benötigen dann für jedes Tor einen Schlüssel, sondern auch alle Miteinstaller, Pflegemädels, Reitbeteiligungen, oder wer auch immer Zutritt zu den Weiden haben darf und soll.
Natürlich könnte man mit Zahlenkombinationsschlössern arbeiten. Aber wie schnell hat die Freundin des Pflegemädels einen Blick auf die Kombination geworfen, nur um dann später einen Alleingang zu starten? Oder die schusselige Reitbeteiligung welche ständig den Zahlencode vergisst?

Eine gute Lösung sind in so einem Fall ›Familienschlösser‹. Eigentlich sind es Fahradschlösser für vier Familienfahräder, bei denen überall der gleiche Schlüssel passt. Praktisch bei Familien, bei denen die Kinder gerne einmal die Schlüssel verlieren oder mehrere Fahrräder mit einem Schloss festgemacht werden.
Für uns Pferdehalter aber umso sinnvoller, denn so ein Set bietet vier Schlösser, welche alle mit dem gleichen Schlüssel zu öffnen sind. Möchte ich also von einer Weide zur anderen, brauche ich immer nur den einen Schlüssel. Und dankenswerterweise sind gleich acht Schlüssel bei dem Set dabei, die man dann an alle Personen verteilen kann, welche Zutritt haben dürfen. So kann man nicht nur leichter Weiden und Tore sichern, sondern hat nur einen Schlüssel für alle Tore, und das in mehrfacher Ausführung.

 

Isolatorengriffe sichern

Manchmal besitzt man keine Tore aus Holz oder Metall, sondern nutzt die Litze mit Isolatorengriffen. Für uns sind sie recht praktisch in der Handhabung, kann man sie öffnen und schliessen, ohne vom Strom gebrutzelt zu werden.
Kindern oder gruseligen Menschen wollen wir aber den Zutritt zu unseren Weiden nicht so leicht gestalten, diese wollen wir ja von unseren Pferden fernhalten. Damit diese unsere Griffe nicht so einfach öffnen können, sollten wir auch diese mit einem Schloss sichern.

Eine Möglichkeit dazu ist die Isolatorengriffe via Kette und Schloss am Zaun zu befestigen.
Dazu benötigt man Griffe mit einer geschlossenen Öse und Zaunhalter die ebenso eine geschlossene Öse zur Befestigung oder sogar einer eng geschlossenen Öse bieten.
Nun nimmt man eine lange dünne Metallkette, diese fädelt man durch die hintere Öse an jedem Metallgriff, und dann in einem Bogen durch jede Öse am Zaun. Dann verschließt man diese mit einem kleinen Schloss.
So kann niemand die Griffe öffnen da sie durch Kette und Schloss gesichert sind, und wir selber öffnen sie erst wenn wir den Strom (im gesicherten Kasten) abgeschaltet haben. Vielleicht etwas umständlich aber so sichern wir Zugänge vor unbefugten Besuchern, welche ohne Tor auskommen müssen.

 

Wildkameras

Mal im Ernst, wer kennt es nicht: Das Gefühl, dass jemand bei den Pferden war?
Eine verstellte Mistgabel, ein Halfter, das plötzlich fehlt oder Pferde, die ohne offensichtlichen Grund unruhig wirken?
Da wir nicht rund um die Uhr bei den Pferden sein können, ist eine Videoüberwachung eine gute Idee.
Anfangen kann man mit Wildkameras welche auf einem Chip Bilder aufzeichnen.
Das kann man steigern, bis zu Kameras, welche eine Live Übertragung aufs Handy bieten.

Hat man keinen Strom am Stall, muss man trotzdem nicht auf eine Live Überwachung verzichten. Wie so etwas -nicht ganz kostengünstig- funktioniert erklärt der liebe Pferde-Hoschi in seinem Video wunderbar:

Wachende Tiere

In Internetforen und Gruppen wird immer wieder gerne zu Wachhunden, Eseln, Lamas und Gänsen als Schutz geraten. Sicher ist ein wachender Hund eine gute Alarmanlage und Abschreckung, ebenso Gänse, welche einen enormen Krach veranstalten können. Dennoch finde ich diese Tipps ein wenig fragwürdig. Schließlich sollte ein weiteres Tier, egal ob Pferd, Hund oder Gans doch ein Familienmitglied sein und nicht als Alarmanlage angeschafft und gehalten werden. Denn alle Tiere haben doch das Bedürfnis nach einer guten Haltung und liebevollen Versorgung. So braucht ein Wachhund nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch ausreichend Beschäftigung neben seinem ›Pferdejob‹.
Ebenfalls kann man nicht wahllos Gänse kaufen und auf die Weide setzen. Je nach Gebiet kann, das Lied ›Fuchs, du hast die Gans gestohlen‹ sonst ganz schnell zu einem Life-Event werden.
Nein, wenn man sich für eine ›lebende Alarmanlage‹ entscheidet, dann sollte das gut überlegt sein.

 

Spaziergänger, Nachbarn und Hundemenschen

An unseren Weiden kommen oft viele Menschen vorbei. Manche können wir gut leiden, andere ignorieren wir, wieder andere wünschen wir auf den Mond. Dennoch sind es Spaziergänger, Hundemenschen, spielende Kinder oder wachsame Rentner, welche oft mehr über unsere Pferde wissen als wir glauben. Es sind die Menschen die meist genau dann bei unseren Pferden vorbei sehen, wenn wir nicht anwesend sind.

Und genau jene sollten wir für uns gewinnen. Ein freundliches Gespräch, ein nettes Wort, immer einen Gruß und ein Lächeln auf den Lippen, erleichtern den Einstieg zu einem Gespräch.
Fühlen sich die Zaungäste dann in unserer Gesellschaft wohl, achten sie auch häufig gerne mit auf die Pferde. So wird Fremden dann das Füttern verboten, Kinder verscheucht, welche unbefugt zu den Pferden wollen und von seltsamen Autos mit Kennzeichen notiert oder fotografiert. Gerade alte Omas können da sehr wachsam sein, wenn sie sich einmal zu dieser Aufgabe berufen fühlen.
Auch ein guter Kontakt zu den ansässigen Jägern und Weidenachbarn ist Gold wert. Ebenso die Hundemenschen, welche oft zu nachtschlafenden Zeiten oder spätabends unterwegs sind.

Denn alle Personen, die ein Auge auf unsere Pferde haben, sollten uns willkommen sein.

 

Hinweisschilder

Natürlich pflastern wir Stall und Weide mit Hinweisschildern. ›Achtung E-Zaun‹ oder ›Nicht füttern!‹ sind wohl die Standartschilder, die jeder bei sich hängen hat. Wichtig ist aber auch ein ›Achtung Videoüberwachung‹-Schild. Selbst ohne Kamera oder nur mit einer Attrappe schreckt man so schon manche Idioten ab.

 

Sichere Aufbewahrung von Halfter/Futter

Auch wenn wir es uns nicht wünschen, manchmal betreten dennoch unbefugte Personen unsere Stallungen. Oft sind es Kinder, die nichts Böses im Sinn haben, aber dennoch großen Schaden anrichten. So kann eine offene Futtertonne zur eimerweisen Gabe von Hafer verlocken. Ein Halfter oder gar Sattel und Trense zu Reitversuchen einladen.
Wichtig ist es daher diese Sachen niemals offen zu lagern. Eine abschließbare Sattelkammer ist schon mal eine gute Idee. Aber auch abschließbare Futtertonnen und Sattelschränke aus Metall sind überaus hilfreich. Sattelhalter kann man z.B. extra mit einem Diebstahlschutz ausstatten.
Auch an Weiden kann man Gartenmöbelboxen oder Mülleimeboxen zum Abschließen nutzen. Diese werden oft aus Plastik hergestellt und sind somit auch unempfindlich gegenüber den Jahreszeiten. Natürlich würde ich darin weder einen Sattel noch eine teure Deckenkollektion lagern. Aber Halfter, Putzzeug und Pflegemittel können so sicher abgeschlossen an der Weide aufbewahrt werden.

 

Box oder Offenstall / Weide?

Immer wieder liest man von Übergriffen auf Pferde, egal welcher Art. Und oft packt einen dann die Angst: ›Sind sie im Offenstall wirklich sicher? Oder wäre eine Box auf einem überwachten Hof nicht besser?‹
Und schon nagen die Zweifel an einem.
Nun, ich habe mir vor vielen Jahren sehr intensiv darüber Gedanken machen müssen, aufgrund von Übergriffen auf meine Pferde. Die Angst saß tief und meine Offenstall Überzeugung bröckelte kurz. Kurz darauf, nicht weit von mir, gab es auch Übergriffe in einem Reitstall. Dort ging der Täter in die Box und die Pferde waren mit dem Peiniger gefangen und hatten keine Möglichkeit zu entkommen.
Dieses Beispiel zeigte mir, dass zwar die Offenstallhaltung vielleicht mehr Idioten einlädt, aber den Pferden auch die Möglichkeit gibt einem möglichen Peiniger auszuweichen, statt in einer Box gefangen zu sein. Deswegen verzichte ich auch auf Halfter, denn ich möchte meinen Pferden alle Fluchtmöglichkeit lassen.

 

Kontrollgänge und verschiedene Zeiten

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und nicht nur die eigenen kleinen Zwangshandlungen, sondern auch das tägliche Umfeld bestimmt unseren Zeitplan. So diktieren Haushalt und Familie, wie auch Job und Termine unsere Versorgungszeiten. Und oft sind diese sehr gleichbleibend.
Hier empfiehlt es sich, wenn möglich, auch einmal zu unterschiedlichen Zeiten bei den Pferden aufzutauchen. Zwischen Terminen, nach dem Einkaufen oder vor einem Restaurantbesuch. Besucht man seine Pferde außerhalb der gewohnten Zeiten, lernt man oft neue, nette Menschen kennen, schreckt aber ebenso dumme Menschen ab, die sich bis dato unbeobachtet glaubten. Von daher, ein unverhoffter Besuch ab und an kann ganz neue Einblicke bringen.

 

Augen und Ohren auf

Ich bin ja manchmal ein wenig paranoid. So kontrolliere ich x-mal ob alle Schlösser und Tore geschlossen sind. Oder ob die Autotüre zu und der Herd ausgeschaltet ist.
Okay, einige von euch werden nun mit dem Kopf nicken, und so fühle ich mich nicht ganz allein als Psychobob. Aber wenn fremde Menschen an meinem Stall auftauchen, dann suche ich das Gespräch. Oft sind es harmlose Besucher welche sich an den Pferden erfreuen. Manchmal sind es auch Touristen welche sich auf der Suche nach einem Weg zur Mosel verlaufen haben. Kinder sind auch oft dabei welche gerne reiten möchten, was ich aber erklärend verneine. Und dann gibt es da noch die Sorte welche langsam mit dem Auto ranfahren, mich sehen und dann ganz schnell verschwinden. Gut, in den meisten Fällen war dann die amtliche Dorf-Bordsteinschwalbe auf dem Beifahrersitz beschäftigt. Dennoch bin ich bei fremden Autos vorsichtig und scheue auch nicht davor mir das Nummernschild zu notieren. Denn sollte mal ein Pferd verletzt oder gestohlen werden, beißt man sich hinterher in den Poppes, wenn am Vortag ein verdächtiges Auto am Stall herumschlich.

Von daher scheut euch nicht, Fragen zu stellen. Das kann man ja freundlich gestalten. Und wer weiss vielleicht entwickeln sich aus solchen Gesprächen neue ›Wächter‹ für eure Pferde, frei dem Motto:

Ausflugsziel Offenstall

Denn manchmal trifft man auch unverhofft auf wirklich nette und besorgte Menschen.

In diesem Sinne, passt auf eure Lieben auf!
Flauschige Grüße
Celeste

Paddockplatten im Verlegetest

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder und wie versprochen widmen wir uns heute einem Verlegegstest für Paddockplatten.

Getestet wurden die »Ridcon Pro Grid 40«-Paddockplatten Einmal mit Aufbau, einmal ohne und einmal mit einer Vlies/Sand-Kombination. Diese Bodenbefestigungen wurden über Herbst/Winter/Frühling getestet und das natürlich auch bei Frost und reichlich Regen. Meine Pferde haben sich freundlicherweise als Testobjekte zur Verfügung gestellt und wurden für die Mitarbeit entsprechend in Möhren entlohnt.

Aber fangen wir einfach einmal an:


Ridcon Pro Grid 40
mit Aufbau

Bei den Paddockplatten war ein Abtragen des Bodens nicht nötig. Hier konnte auf einem begradigten Boden ein Aufbau gestaltet werden mit:

  • Vlies 
  • 15 cm Kies
  • 5 cm feiner Schotter zum Ausgleichen
  • Paddockplatten
  • Sand zum Verfüllen der Paddockplatten.

Eine gute Hilfe bei der Planung war nicht nur die wirklich freundliche und kompetente Beratung des Ridcon-Teams, nein, auf der Ridcon Homepage findet man wirklich gute Tipps wie beispielsweise einen Materialplan für die verschiedenen Aufbauten. So kann man sich wirklich gut orientieren, welches Material und welche Mengen benötigt werden.

Der Aufbau war schon eine enorme Arbeit, da ich alles ohne schwere Geräte verarbeitet habe, dennoch war es allein als Frau durchaus möglich. Die Handhabung der Paddockplatten dagegen war ein Kinderspiel. Sie waren leicht an Gewicht, einfach zu transportieren und auch die Verlegung ging schnell von der Hand.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung vom Paddockbau inklusive vieler Bilder findet ihr hier:

Wie man einen Paddock befestigt

Im Praxistest kann ich einfach nur sagen: Diese Bodenbefestigung ist ein Traum.

Nicht nur dass sie problemlos den beladenen Treckeranhänger ausgehalten haben, auch den stetigen Buddelspielen meines Haflingers halten sie stand. Nichts verschiebt sich, nichts verrutscht, nichts bricht aus. Die Ränder welche ich als bewussten Test nicht befestigt habe halten alle problemlos, obwohl sie täglich belastet werden.

Das Wasser fließt selbst nach Tagen und Wochen voller Dauerregen einfach ab und keine einzige Pfütze ist zu sehen. Das Matsch auf dem befestigten Bereich ein Fremdwort geworden ist muss ich sicher nicht extra erwähnen.

Mein Fazit:
Die Bodenbefestigung Aufbau/Paddockplatten ist deutlich besser geworden, als ich gehofft oder gar erträumt habe. Ich kann den Unterschied zu vorher fast nicht in Worte fassen, aber vielleicht überzeugt euch dieses:
Es ist mein erster Winter, in dem ich durchgehend Turnschuhe statt Gummistiefel am Stall trage.

Natürlich ist diese Befestigungsart mit etwas Aufwand verbunden und sicher nicht ganz so kostengünstig. Dennoch ist sie jeden Cent und jeden Tropfen Arbeitsschweiß wert.

Ich kann sie nur empfehlen und vergebe 6 von 6 Flauschepunkten.


Ridcon pro Grid 40 ohne Unterbau/Aufbau

Da ich von Natur aus neugierig bin, wollte ich auf einer Testfläche die Paddockplatten ohne Bodenaufbau ausprobieren. Als Testfläche wurde der Bereich vor einem Heunetzständer ausgesucht welcher gerne genutzt, und der Boden deswegen natürlich entsprechend belastet wird. Eine Seite wurde mit Vlies/Platten befestigt, die andere Seite nicht. So konnte ich die optimalen Testbedingungen für einen Vergleich nach Dauerregen schaffen. Dazu habe ich den Boden begradigt, Vlies ausgelegt und darauf die Platten verlegt. Diese habe ich dann mit Sand verfüllt, aber ohne extra Tretschicht.

Die Pferde haben den Heunetzständer täglich genutzt. Da der Testbereich kleiner war als der normale Auslauf, wurden die frei stehenden Plattenränder jedesmal einer Härteprobe unterzogen, wenn die Pferde zur Raufe wollten. Zartfühlend waren meine Pferde dabei nicht wirklich, dennoch ist:

  • nichts verrutscht
  • nichts verzogen
  • keine Platte ausgebrochen

und vor allen Dingen ist kein Matsch hochgekommen. Durch die höher liegenden Platten mit einem leichten Gefälle floss das Regenwasser ab und der Bereich blieb nahezu trocken. Allerdings konnte das Wasser ja nicht wie in der oben genannten Befestigungsmethode in einen »Kies-Puffer« abfließen und landete somit auf dem unbefestigten Bereich.

Hier muss man sich darüber klar sein das der umliegende Bereich ohne Platten dann ein grösseres Kontingent an Wasser auffangen muss, was diesen Bereich dann mitunter noch matschiger werden lässt.

Mein Fazit:
Um einen kleinen Bereich extra zu befestigen, kann die Verarbeitung ohne Unterbau/Aufbau eine einfache Lösung sein. Allerdings muss immer bedacht werden das die Wassermassen irgendwohin müssen. Von daher eignet sich diese Methode eher für kleinere Flächen, zum Beispiel vor Raufen oder bei großen Flächen auf Böden, die nicht lehmhaltig, sondern wasserdurchlässig sind.

Auch wenn sie das Wasser nicht so perfekt ableiten wie die Variante oben, so war ich von dem Ergebnis wirklich sehr überrascht. Während die unbefestigte Seite des Heunetzständers  matschig und nass blieb, war die befestigte Seite relativ trocken und mit Turnschuhen begehbar. Auch die Haltbarkeit der Platten ohne extra Tretschicht hat mich mehr als überzeugt.

Von daher vergebe ich 5 von 6 Flauschepunkte und auch nur deswegen mit einem Punkt Abzug, weil die Verlegevariante mit Kiesaufbau nicht zu toppen ist.


Ridcon pro Grid 40 mit Vlies/Sand

Hier wurde auf einem Testweg die Fläche begradigt, Vlies ausgelegt und etwa 10 cm Sand aufgefüllt. Die Verlegung selber ging einfach und zügig. In der Handhabung zeigten sich allerdings schnell die ersten Schwachstellen. Entgegen der Teststrecken mit den Paddockplatten, welche keine Randbefestigung benötigten, sollte bei der Vlies/Sand-Kombination dringend eine Randbefestigung angebracht werden. Ansonsten trägt sich der lose Sand mit jedem Pferdehuf von dem befestigten Bereich, auf die unbefestigten Weiden weiter. Auch merkt man einen Unterschied zu der Befestigung mit der Vlies/Sand-Kombination, statt der Platten, denn es fehlt eine feste Tretschicht. Nun fließt das Wasser zwar zum Teil in den Sand/Boden ab, aber verändert auch dessen Beschaffenheit. So wird dann der Boden unter dem Vlies matschig und weich. Durch das Vlies kommt der Matsch zwar nicht nach oben, aber es bilden sich kleine Unebenheiten im Boden. Zudem rutscht das Vlies an so manchen Stellen nach oben. An anderen Stellen bilden sich kleine Löcher, wenn der Boden wieder abtrocknet, in denen sich das Wasser dann noch besser sammeln kann.

Mein Fazit:
Auf großen Plätzen kann diese Variante durchaus funktionieren, aber Wunder der Wasserbewältigung sollte man nicht erwarten.
Ein Minuspunkt ist auch das Vlies, welches nach oben wandert. Liegt es nur überlappend statt vernäht können daraus böse Fallgruben für die Pferdebeine entstehen.
Ebenso kann es mit Pferden problematisch werden, welche das Buddelgen in sich tragen. Während die Damen Quarter und Herr Shetty das Vlies in Ruhe ließen, hätte ich bei Frau Mampflinger nicht garantieren können das diese es nicht ausgräbt, auseinanderzupft und sich ein paar Ohrenschützer daraus strickt.

Von daher vergebe ich 3 von 6 Flauschepunkten, mit dem Hinweis diese Methode nicht aus Kostenspargründen, sondern mit Bedacht zu wählen ist.

So meine Lieben, ich hoffe, der kleine Testbericht ist euch eine Hilfe für eure geplanten Auslaufprojekte. Weitere Bilder vom ›Making of‹ des Paddocks findet ihr hier in diesem Album.

 

Solltet ihr weitere Fragen haben, scheut euch nicht mich über Facebook zu kontaktieren: https://www.facebook.com/celeste.drake.books/

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Paddockbefestigungen im Vergleich

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Erneut ist eine Woche vergangen und diese war bei mir vollgepackt mit Terminen. Und wenn der Kopf dann raucht und die Füße nur noch leise ›leg uns hoch‹ flehen, finden wir uns doch oft genug noch vor dem Computer, statt auf dem Sofa wieder. Natürlich weiß ich nicht wie es euch geht, aber ich liebe es zur Entspannung, in den verschiedensten Gruppen zu lesen. Und da der Winter langsam überstanden scheint, gibt es doch ein Thema das vielen Personen derzeit auf dem Herzen liegt: Paddockbefestigung.

Trotz dessen das der Winter dieses Jahr nicht so nass und sintflutartig war, wie die letzten Jahre zu vor, hat der Regen doch so einige Ausläufe an die Schmerzgrenzen getrieben. Auch wenn man eine wirklich große Winterweide bietet, spätestens wenn die Pferde diese nur noch mit Schwimmflossen und Schnorchel betreten wollen, weiß man das es Zeit ist diese wenigstens teilweise zu befestigen. Und schaut man auf die Bilder der Paddockbefestigungen in den verschiedenen Gruppen, dann denkt man sich: Was die anderen schaffen, muss ja bei mir auch gehen.
Meist wird dann die Frage aller Fragen gestellt: ›Wie befestigt man einen Paddock‹, dicht gefolgt von dem Nebensatz ›aber möglichst schnell, einfach und auf jeden Fall GÜNSTIG‹

Okay, ich bin die letzte Person, die etwas gegen Sparen hat, fröne ich ja neben meinen anderen Hobbys auch der Leidenschaft des Couponing. Aber einen Paddock schnell, einfach und vor allen Dingen günstig zu befestigen, das ist schon eine harte Aufgabe.

Denn auch wenn es durchaus die eine oder andere kostengünstige Möglichkeit gibt, so muss man erst einmal die wichtige Checkliste durcharbeiten um zu sehen, was überhaupt infrage kommt.

So muss man erst einmal überlegen:

Welcher Bodenbelag ist erlaubt?

Einfach den Wunschbelag auswählen und auslegen kann ohne Erlaubnis schwer in die Hose gehen. Einige Ämter sehen das mehr als eng, damit das umliegende Ökosystem nicht gestört wird. Hier ist also bei der zuständigen Gemeinde zu erfragen was erlaubt ist und unter welchen Bedingungen. Sonst kann es passieren das man nicht nur eine Strafe zahlen darf, sondern auch noch alles wieder zurück bauen muss. Je nach Bodenbelag mitunter eine Mammutaufgabe. Oft soll der Auslauf zum Beispiel vollständig rückbaubar sein, andere wollen möglicherweise keine Paddockplatten, weil sie schlichtweg nicht wissen, was das ist.
Hier ist es ratsam, mit Mustern bei dem zuständigen Mitarbeiter einen Termin vor Ort auszumachen. Erklärungen, Bilder, Anleitungen und Muster zum Anfassen helfen oft mehr, als einfache Erklärungsversuche via Mail und Telefon.

Habe ich Hilfe maschineller oder personeller Art?

Viele Befestigungsarten sind umso einfacher, wenn man auf große Maschinen zurückgreifen kann. Schlamm abschieben oder Boden ausheben geht mit der Schaufel nun mal deutlich langsamer als mit einem Bagger. Ein Trecker transportiert ebenso grössere Mengen Material als eine Schubkarre. Zudem macht ein Anhänger Transporte deutlich einfacher als ein Kleinwagen, dessen Kofferraum und zulässiges Gesamtgewicht man an die Schmerzgrenze treibt.
Natürlich kann man von Anhänger über Bagger bis zur Rüttelmaschine heutzutage alles anmieten. Aber gerade bei Bagger und Co brauchen solche Dinge sowohl einen geeigneten Führerschein, als auch Erfahrung im Umgang. Selbst wenn in uns vielleicht ein kleiner ›Bob der Baumeister‹ steckt, mit der Baggerschaufel wollen wir nun wirklich niemanden verletzen.
Wobei, … Wenn doch, ist zumindest das geeignete Werkzeug vor Ort, um die Leiche verschwinden zu lassen. Nun, ich denke ihr wisst, worauf ich hinaus will. 😉

Welche Helfer stehen mir zur Verfügung

Ein weiterer Punkt sind helfenden Hände, die einen bei einem solchen Projekt unterstützen. Denn wir kennen es eigentlich alle, es sagen X Leute zu das sie helfen wollen und im Zweifelsfall müssen sie genau dann, wenn der Sand geliefert wird, die kranke Tante besuchen, eine Männergrippe auskurieren oder in Guatemala Pinguine suchen.
Von daher sollte man den Umbau so planen das man ihn möglicherweise auch alleine, oder mit einer Fremdfirma bewerkstelligen kann.

Ist der zu befestigende Bereich an- bzw. befahrbar?

Hört sich nicht wichtig an, ist es aber. Denn je nach Bodenbelag oder Unterbau muss man mit Trecker und Anhänger arbeiten. Eine Rolle Kunstrasen schleppt man nicht à la Obelix seinen Hinkelstein. Und tonnenweise Sand fährt man zudem ungerne mit der Schubkarre von der Abladestelle bis zum Paddock.

Welche Materialanbieter habe ich überhaupt zur Verfügung?

Auch wenn Paddockplatten, Kunstrasen usw. von den Speditionen bis zur Haustüre geliefert werden, so sollte man sich für Kies, Sand, Splitt, Hackschnitzel etc. bei den Anbietern vor Ort beraten lassen.
Was bietet z. B. das nächste Kieswerk an? Welche Sorten Sand sind in großen Mengen vorrätig? Denn es nützt ja nichts, wenn der Wunschsand im nächsten Kieswerk nicht lieferbar ist, und der Baumarkt Unsummen verlangt.

Wie viel Wasser / Matsch muss bekämpft werden?

Oft werden Platten einfach in den Matsch verlegt, Hackschnitzel oder Sand auf den Paddock geworfen, und dann wundert man sich, dass alles innerhalb kürzester Zeit im Morast versinkt.

Denn eines ist gewiss, der Regen kommt jeden Herbst / Winter wieder und das Wasser muss irgendwohin. Ist der  Boden nicht wasserdurchlässig dann staut sich das Wasser auf dem Bodenbelag. Staut es sich zu sehr dann versinken selbst die teuersten Platten. Bei stark belastetem Boden ist ein guter Unter-/Aufbau also absolut sinnvoll, und mit einzuplanen.

Hat man diese kleine Checkliste nun auf dem Schirm, dann kann man sich den gängigen Bodenbefestigungen widmen. Da wäre zum Beispiel:

Holzhackschnitzel

Diese sind meist recht günstig und werden als schnelle Lösung angepriesen. Leider ist diese Problembehebung nicht von langer Dauer, sondern verschlimmert dieses mitunter. Denn Hackschnitzel sind ja nichts anderes als Holz, und dieses fault auf Dauer wenn es nass wird. Dazu vermischt es sich im Auslauf auch noch mit Äpfeln und Urin, was den Prozess beschleunigt. In der Handhabung nutzen die Pferde einen solch belegten Auslauf zwar gerne, aber ebenso gerne auch als Toilette. Die Hygiene im abäppeln ist bei Hackschnitzeln wirklich ein Geduldsspiel, ähnlich einem Glücksrad Contest in einer Buchstabensuppe.
Entscheidet man sich doch für diese Vorgehensweise, sollte man darauf achten, dass man keine kostengünstigen Baumschnittreste der Gemeinden kauft, da man nie weiß, welche giftigen Holzbestandteile darin verborgen sein können. Hier lohnt es sich also tiefer in die Tasche zu greifen, damit man ggfs. weiß, was die Pferde anknabbern. Ebenso sollten sie keine Rinde beinhalten, denn diese verrottet noch schneller.
Sinnvoll ist ebenso unter die Hackschnitzel wenigstens ein Vlies zu legen, damit sich der Erdboden nicht mit den Hackschnitzeln vermischen kann. Möchte man einen Wasserstau verhindern, kommt man auch bei dieser Lösung um einen vernünftigen Unterbau nicht herum.

Kunstrasen

Dieser wird in den Gruppen oft als günstige Variante angeboten. Je nach Anbieter sind die Preise für gebrauchten Kunstrasen wirklich nicht zu verachten. Manchmal bekommt man ihn günstig in gebrauchter Qualität, wenn zum Beispiel Fußballplätze, Spielplätze oder ähnliche Anlagen erneuert werden. Im Internet gibt es inzwischen die verschiedensten Anbieter die gebrauchten Kunstrasen zu recht günstigen Preisen verkaufen. Aber auch diese Verlegevariante hat so seine Tücken.
So muss man sich darüber klar sein, das so eine Rolle unheimlich schwer ist, und weder ohne Trecker transportiert, noch ordentlich verlegt werden kann. Gut es gibt vielleicht Powerfrauen, welche im Xena-Outfit, mit einem gewaltigen ›Eieieieiei‹ die Rollen dennoch per Hand anschieben. Aber mal ehrlich, schön ist eigentlich anders. Wenn man diese Rollen also kräftesparend und passgenau verlegen möchte, dann sollte ein Trecker schon behilflich sein.
Ebenso sollte man vor Kauf und Verlegung eines in Erfahrung bringen, und zwar die Entsorgungskosten. Denn dieser immergrüne Teppich wird irgendwann auch einmal ausgetauscht und entsorgt werden müssen. Und einfach liegen lassen mit einer ›nach mir die Sintflut‹-Einstellung, gilt nun mal nicht. Leider sind die Gebühren wie auch Zuordnungen von Gemeinde zu Gemeinde oft unterschiedlich. Das heißt, wenn man Pech hat wird der Kunstrasen mitunter als Sondermüll deklariert und entsprechend teuer abgerechnet. Von daher fragt man besser vorab nach, bevor man günstig kauft, und später sehr teuer entsorgen muss.

Schweinespalten

Diese sind auch ein neuer Trend der Paddockbefestigung. Oft werden die Schweinespalten gebraucht von den Bauernhöfen entsorgt und man kann sie sehr günstig ergattern. Allerdings gilt auch hier die Frage: Darf ich sie verlegen und wenn ja, habe ich das passende Werkzeug dafür?
Bei den Kunstrasenrollen konnte man ja im Doppelpack noch die She-Hulk raushängen lassen und sich durchkämpfen. Bei den Schweinespalten hat man ohne Trecker keine Chance diese zu verlegen.
Auch hier sollte ein vernünftiger Unterbau gegeben sein, ebenso Gefälle, damit das Wasser weg kann. Im Winter bei Eis und Schnee können die Spalten mitunter recht rutschig werden, hier kann man aber mit Gummimatten abhelfen.

Rasengittersteine / Waschbetonplatten

Diese bekommt man entweder im Bauhandel, in Gartencentern oder über Kleinanzeigen günstig bis geschenkt. Will man viel Geld sparen, und ist sich schwerer Arbeit bewusst, dann kann man damit einen Paddock günstig auslegen. Die Tücken liegen wie immer darin, dass diese Steine einen vernünftigen Unterbau brauchen, damit das Wasser weg kann, und die Steine später sauber verlegt werden können. Um ausbaggern, Vlies und Kies verlegen wird man also in den seltensten Fällen herumkommen. Natürlich gibt es auch da Spezialisten, welche die Steine gleich in den Matsch verlegen, hier möchte ich jedoch an die obige Checkliste verweisen:

  • Was darf ich befestigen?
  • Welche Wassermassen müssen weg?
  • Muss der Boden befahrbar sein?

Denn nichts ist lästiger, als wenn man erst nach dem Verlegen merkt, dass die Wassermassen nicht weichen, der Matsch durch die Steine quillt und man alles wieder neu verlegen darf.
Die Schwierigkeit bei den Steinen liegt eindeutig im Gewicht, ein Rasengitterstein kann locker 30 kg wiegen. Und diese transportieren und verlegen ist Schwerstarbeit. Entweder hat man dabei gute Hilfe, oder jede Menge Eis und Schokolade zur Motivation. Ein netter Masseur für die geschundenen Knochen kann nach der Verlegung auch nicht schaden. 😉

Vlies/Sand Kombinationen

Diese sind meist eine schnelle und günstige Lösung. Oft wird auf großer Fläche der Matsch abgeschoben, Vlies verlegt und dann mit Sand aufgefüllt. Dennoch hat auch dies kleine Stolperfallen, im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur das sich oft Pfützen bilden weil das Wasser keinen Puffer hat in den es abfließen kann. Nein, oft kommt das Vlies auch nach einiger Zeit nach oben gewandert. Dies kann man zum Teil unterbinden indem man die Ränder des Vlieses nicht nur überlappen lässt, sondern auch vernäht. Aber dies schützt nicht vor Pferden mit Buddelmotivation, welche den Paddock als Sandkasten nutzen und darin Bob der Baumeister spielen. Denn scharrende Pferdehufe lassen das beste Vlies irgendwann deutlich leiden, bis hin zur vollständigen Zerstörung. Und fehlt das Vlies als Trennschicht dann vermischen sich wieder Sand und Boden, und der Matsch ist schneller da als man glaubt.
Diese Befestigung kann auf großer, nicht all zu matschiger Fläche also nur funktionieren, wenn man keinen Goldgräber dabei hat.

Betonrecycling

Auch dies ist eine preisgünstige Variante, die im Netz immer mehr Anklang findet. Allerdings gilt auch hier die Erlaubnis der Gemeinde zu haben, denn eine Strafzahlung samt Rückbau macht selten wirklich Freude.
Betonrecycling gibt es bei verschiedenen Anbietern oft kostengünstig, allerdings muss bei der Verlegung darauf geachtet werden das der Unterbau Wasserdurchlässig ist. Hat man also reinen Lehmboden sollte dieser vorab abgetragen werden. Auch ein Kies/Schotterunterbau ist keine schlechte Idee. Auf keinen Fall sollte man auf das Vlies verzichten, dann das Recycling verlegen und ganz wichtig das Rütteln nicht vergessen!
An diesem Belag kann man viel Freude haben, allerdings ist mitunter ein hoher Hufabrieb gegeben. Dies sollte man bei empfindlichen Pferden vorab bedenken.

Paddockplatten

Jeder kennt sie, jeder liebt sie und wenn man auf die Preise schaut, dann fängt man an zu weinen. Dennoch haben Paddockplatten nicht umsonst den Platz 1 in der Verlegeszene. Sie bieten schließlich einige Vorteile gegenüber den anderen Methoden:

  • Paddockplatten haben ein geringes Gewicht, sie können in grossen Mengen getragen und verlegt werden.
  • Sie sind stapelbar und lassen sich auch im Auto transportieren.
  • Sie sind sehr leicht rückbaubar.
  • Selbst gebraucht haben sie einen hohen Wiederverkaufspreis.
  • Sie sind stark belastbar und befahrbar.
  • Sie werden oft leichter genehmigt, da sie rückbaubar sind.
  • Es lassen sich auch kleine Stellen befestigen, und nach und nach erweitern. Auch Wege kann man damit gut verlegen.

Hier hat man nun die Wahl Platten gleich in den Matsch zu verlegen, hierzu gibt es geeignete Platten verschiedenster Anbieter. Ebenso gibt es Platten, welche einen Minimalunterbau mit Vlies brauchen, oder aber welche die auf einen richtigen Unterbau nicht verzichten können. Welche Platten man wählt, hängt also – mal wieder – von der Bodenbeschaffenheit ab sowie der Verlegetechnik.
Ein Aufbau mit Vlies, Kies, Platten und Sand ist in den meisten Fällen die Ideallösung für viele Jahre voller Freude. Wie so etwas geht, zeigt euch diese Anleitung.
Wie ihr seht, gibt es eigentlich viele Lösungsmöglichkeiten für den ganz persönlichen, perfekten Paddock. Dennoch muss man sich eben nach den Ämtern, den örtlichen Begebenheiten und der eigenen Geldbörse richten, bevor man überhaupt zur Tat schreiten kann.
Für mich war die ideale Lösung das System mit den Paddockplatten. Im nächsten Sonntagsbeitrag werde ich euch dann von meiner Testphase berichten:

  • Platten mit Unterbau
  • Platten nur mit Vlies
  • Vlies nur mit Sand

und wie sich die einzelnen Bereiche über Herbst/Winter/Frühling geschlagen haben.

Bis nächste Woche, flauschige Grüße
Celeste

Wenn die Ferne ruft

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in dieser wirklich wundervoll sonnigen Woche? Dieses Wetter lädt ja angeblich zum Reisen ein und so habe auch ich einen kleinen Tagesausflug hinter mir. Nicht das ich Ausflüge wirklich mag, denn ich verlasse nur ungerne mein Heim und meine Tiere. Meist sind solche Touren ja auch mit langen Autofahrten verbunden. Und ich gebe gerne zu, dass ich zwar gut und sicher Auto fahre, aber fremde Strecken oder gar Autobahnfahrten tunlichst vermeide. Gut ich hatte Glück, bei unserem Kurzausflug übernahm ein Freund der Familie den Fahrdienst, mein Mann die Navigation und ich konnte mich mehr oder minder entspannt zurücklehnen und die Bordverpflegung übernehmen.
Von dieser Art zu reisen, lasse auch ich mich dann gerne überzeugen. 😉

Natürlich ist es bei den Pferden nicht anders, auch bei ihnen steht ab und an eine Reise an, so zum Beispiel:

  • zu einem neuen Besitzer
  • einem neuen Stall
  • Tierklinik
  • Urlaub mit Pferd
  • abgelegene Weiden
  • Tagesausflüge
  • Turniere/Schau
  • Lehrgänge

Usw.

Und vor so einer Reise sollte natürlich immer ein gutes Pferdeanhänger- und Transportertraining anstehen. Denn wir wissen zwar was es mit dem Reisegefährt auf sich hat, für Pferde sind Transporter und Anhänger aber gruselige Höhlen die sich bewegen und seltsame Geräusche von sich geben. Kein Wunder das die meisten Pferde nicht unbedingt wild darauf sind, diese zu betreten.
Von daher ist ein Anhängertraining ein Muss vor dem ersten Verladen. Hier kann man über die Bodenarbeit eine gute Vorarbeit leisten, und mit Rampen und Gassen als Training den späteren Einstieg deutlich erleichtern. Auch tägliche Fütterungen im Hänger können diesen deutlich attraktiver erscheinen lassen. Hier ist aber immer darauf zu achten, dass der Pferdehänger über ein Zugfahrzeug gesichert ist, damit dieser nicht wackeln/kippen kann.
Ist man sich selber im Training unsicher dann sollte man einen guten Bodenarbeitstrainer zu Rate ziehen. Sich helfen lassen ist keine Schande! Abzuraten ist von Ratschlägen mit diversen Longen, Gerten, treibenden Gassen oder Zwang. Denn nur weil man das Pferd in den Anhänger zwingt, bleibt es deswegen dort nicht automatisch friedlich. Und ein zerlegter Hänger, wie ein verletztes Pferd, sind nun wirklich nichts was man sich wünscht. Von daher übt bitte mit Zeit und Ruhe und notfalls einer Person vom Fach die euer Pferd langsam an diese Situation heranführt.
Von Beruhigungsmitteln rate ich ebenso ab, denn ein Pferd sollte Herr seiner Sinne sein, um sich entsprechend ausbalancieren zu können. Ein Pferd das zugedröhnt ist mag vielleicht rosa Flauschehasen sehen, aber steht in den Kurven nicht sicher auf den Beinen. Und ein umgekipptes, festgelegtes Pferd aus dem Anhänger zu befreien, ist ähnlich erstrebenswert wie eine Zahnwurzelbehandlung von der Fleischereifachverkäuferin. Von daher Finger weg von den Drogen, trainiert lieber vernünftig.

Nun ist es sinnvoll sich für ein Transportmittel zu entscheiden.
Hänger oder Transporter?

Anhänger sind meist deutlich einfacher zu bekommen als Transporter. Bei häufigen Fahrten lohnt sich natürlich der Kauf eines eigenen Anhängers. Fährt man nur seltener ist ein Mietanhänger eine gute Wahl. Viele Anhängerverleihe bieten inzwischen auch Pferdeanhänger an, welche man Tage- oder Wochenweise ausleihen kann. Bei wenigen Fahrten im Jahr ist das meist günstiger als Wartung, TÜV und Stellplatzkosten für einen eigenen Hänger.

Der Transporter hat gegenüber dem Pferdehänger allerdings deutliche Vorteile:

  • Es passen meist mehr als 2 Pferde rein.
  • Trennwände sind meist variabel und lassen sich auch zu kleinen Boxen umbauen. (Kranken/Fohlen/Ponyboxen)
  • Die Rampen sind breiter und meist mit Seitengattern versehen.
  • Die Pferde können zum Ausladen oft gewendet werden und müssen nicht rückwärts raus.
  • Man hat bei einem Unfall mehr Knautschzone.
    (Bei einem Auffahrunfall sitzt das Auto hinter einem gleich im Hänger)
  • Die Fahrt im Transporter ist schonender für die Beine und den Allgemeinzustand, da die Vibrationen während der Fahrt deutlich geringer sind als in einem Anhänger. Lange Fahrten sind somit weniger belastend, was gerade kranken, alten oder verletzten Pferden sehr zugute kommt.
  • Allerdings brauchen die meisten Transporter auch einen Fahrer mit einem entsprechenden Führerschein. Das heisst man kann zwar einen Pferdetransporter ausleihen, allerdings muss der Fahrer dieses Fahrzeug dann auch führen dürfen.

Aber muss man wirklich immer selber fahren?
Es gibt ja Menschen die sind begnadete Autofahrer. Es gibt auch Menschen, die sind begnadete Anhängerfahrer … Doch ich gehöre definitiv nicht dazu. Ich fahre gerne und sicher Auto, ich liebe meinen Puschel. Ja, mein Auto hat einen Namen und heißt deswegen Puschel, weil er hinten einen Puschel hat, eine Anhängerkupplung. Diese bleibt aber definitiv ungenutzt, denn auch wenn ich laut meinem Führerschein mit einem Anhänger fahren darf, so weiß ich doch ,wo meine Grenzen sind.
Es ist ja nicht nur die Fahrt alleine, sondern auch Engpässe oder rückwärts einparken mit Anhänger, was Schwierigkeiten bereiten kann. Und mit einem Pferd an Bord kann ein zu schnelles Bremsen, eine zackige Kurve oder eine zu schnell genommene Bodenschwelle den Spaß an der Fahrt schnell vermiesen.
Hängerfahren muss also wirklich geübt werden und Hängerfahren mit Pferd erst recht. Denn nur wenn wir es sicher, ruhig und vernünftig von A nach B bringen, wird es uns dann beim Ausstieg nicht den Fuckhuf zeigen, mit einem deutlichen ›da steig ich nie wieder ein‹ Gesicht.
Will man also selber fahren ist ein Anhängertraining sehr sinnvoll. Der ADAC bietet zum Beispiel verschiedene Kurse an, aber ebenso auch verschiedene Fahrschulen die den Bedarf an Anhängertraining erkannt haben.

Natürlich bieten auch Freunde und Verwandte oft ihre Dienste an. Mit den Worten ›das Geld kannst du dir sparen, wenn ich fahre‹ wollen sie einem eigentlich nur Gutes tun. Allerdings gibt es viele Autofahrer, die wirklich gut Anhänger fahren können und vielleicht sogar jeden Sommer mit dem Wohnwagen durch Europa zuckeln, aber mit einem lebenden Pferd im Gepäck überfordert sind. Ist der nette Helfer also noch nie zuvor ein Pferd gefahren sollte man dankend ablehnen. Ist er schon mit Pferde gefahren ist dennoch ein genauer Blick auf die Fahrweise angeraten. Ist dieser ruhig und besonnen dann kann man natürlich auf das Angebot zurückgreifen.

Will man nicht selber fahren, kann man natürlich ein Transportunternehmen beauftragen. Das bietet viele Vorteile denn Pferdespeditionen:

  • Arbeiten meist mit großen Transportern statt Hänger. (Vorteile siehe oben)
  • Sind meist während der gesamten Fahrt videoüberwacht.
  • Arbeiten meist mit einer Begleitperson.
  • Sind versiert im Umgang mit nervösen Pferden.
  • Sind versichert
  • Holen und bringen Pferde, ohne das man dabei sein muss.

Gerade bei großen Strecken lohnt sich oft ein Transporteur. Zum Beispiel wenn man ein Pferd kauft das viele 100te Kilometer weit entfernt steht. Man lässt es sich quasie liefern, statt selber die Strecke doppelt zu fahren. Zudem kann man die Zeit nutzen und Daheim die Box/Offenstall herrichten, statt selber vielleicht im Stau zu verweilen.

Ich nutze eigentlich immer Transporteure, es gibt da die verschiedensten Anbieter und ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht. Zudem ist so eine Fahrt für mich ziemlich nervenaufreibend, während es für die Speditionen ein Routine-Job ist. Sie sind erfahren, eine zweite Person hat über die Kamera ein Auge auf das Pferd und häufig bekommt man auch Zwischenmeldungen aufs Handy. Für mich eine wirklich gute Lösung, weiß ich meine Fahrkünste doch selbstkritisch einzuschätzen.

Nun, wenn man sich für ein Pferdetaxi entschieden hat, dann sollte man noch eines bedenken: die passende Reisekleidung.
Auch die erfahrensten Pferde sollten immer eine dem Wetter entsprechende Decke tragen. Entweder eine Abschwitzdecke oder wenigstens eine leichte Fliegendecke im Sommer. Denn Reisen ist oft aufregend und Pferde schwitzen schnell. Um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, ist eine leichte Decke mit Sicherheitsverschlüssen eine gute Wahl. Halfter und Strick muss ich sicher nicht extra erwähnen, denn ein Pferd sollte im Anhänger wie auch Transporter gesichert werden. Denn mag die Rosinante noch so brav und träge im Hänger sein, auch sie kann sich im Falle eines Unfalles erschrecken. Und wenn man dann ein unangebundenes Pferd Not ausladen muss, dann macht das ohne Halfter keine Freude.
Nicht zu vergessen sind passende Transport- oder Fesselkopfgamaschen. Auch ein wirklich Reise erfahrenes Pferd sollte diese aus Sicherheitsgründen tragen. Von einer Rampe kann man schnell abrutschen, und die Verletzungen davon können  ein Pferdebein ein Leben lang beeinträchtigen.
Von daher achtet bitte auf eine passende, gut sitzende und bequeme Reisekleidung. Zudem ist fehlende Reisekleidung doch eine hervorragende Begründung für den ein oder anderen Shoppingausflug. 😉

Ich selber nutze wie gesagt nur Speditionen oder befreundete Züchter für meine Transporte. Denn ich überlasse so etwas eindeutig lieber den Profis, lehne mich zurück und nutze die Zeit anderweitig, während meine Pferde gut versorgt sind.

So wünsche ich euch und euren Pferden viel Spaß auf euren Reisen. Kommt mir immer heil und gesund an euren Zielen an. Und wenn ihr euch selber nicht stressen wollt dann lasst euch fahren, denn ab und an ist ein Taxi wirklich erholsam.

Flauschige Grüße
Celeste

Frühjahrsputz mal anders

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nach Tagen voller Regen, welche einen schon bald eine Arche bauen ließen, kehrt nun mit den warmen Sonnenstrahlen ein wenig Frühling ein. Die Vögel zwitschern und die Pferde fangen so langsam an den Flausch zu verlieren.

Wenn wir uns einmal gezwungener maßen von den Pferden loseisen und uns zum Jagen und Sammeln durch die Einkaufsmärkte bewegen, werden wir häufig durch diverse Werbeschilder an ein unbequemes Detail dieser Jahreszeit erinnert: >Frühling, nun ist es Zeit für den Frühjahrsputz.<

Ähem ja, nicht das ich ein Freund von Staubmäusen bin, Gott bewahre, aber diesen Trend des Frühjahrsputzes habe ich nie verstanden. Gut es mag begnadete Hausfrauen geben, welche zu diesem Anlass jedes Möbelstück dreidimensional abschrubben, und das wenigstens mit fünf verschiedenen Reinigern und sieben verschiedenen Lappen und Schwämmen. Aber so ganz kann ich mich dafür nicht begeistern.

Mein Frühjahrsputz ist eher eine Frühlingsvorbereitung für den Stall. Denn jetzt ist die Zeit gekommen gewisse Dinge vorzubereiten und zu checken, bevor die große Weidesaison anfängt.

Hier mal ein paar Dinge aus der Tipps- und Tricks-Kiste:

  • Jetzt ist der geeignete Zeitpunkt um Bremsenfallen selber zu basteln. Denn man hat noch genug Zeit fehlende Komponenten zu bestellen, oder den nötigen Joghurt-/Salateimer auszulöffeln.
    Wie man so eine Bremsenfalle für ganz kleines Geld selber bastelt, zeige ich euch in dieser Anleitung.
    Das ist nicht nur sehr einfach und günstig, sondern macht bis auf sabotierende Katzen wirklich Spaß.
    Habt ihr mehrere Weiden, dann bastelt gleich mehrere Fallen, wenn ihr schon dran seid, denn das erspart euch das lästige Umhängen der Fallen bei einem Weidewechsel.
    Sind die Fallen fertig, dann hängt sie zeitnah auf, denn auch wenn ihr das fliegende Terrorgeschwader noch nicht seht, so sind diese schon unterwegs. Und was einen Bremsenfallentot gestorben ist, kann schon mal nicht mehr beißen oder sich vermehren.
  • Der nächste Tipp ist wieder gegen Bremsenbisse, aber diesmal für euch selber. Jahrelang war ich eine reine Bremsentankstelle trotz diverser Anti-Bite-Sprays. Nichts, wirklich nichts half gegen diese Biester. Und waren die Bisse allein nicht schon schlimm genug, so reagierte ich auch noch allergisch auf diese. Was dann nur mit Schmerzmitteln und Kortison zu behandeln war. Schön war also anders.
    Durch Zufall entdeckte ich ein Duschgel, das gegen die Bremsen hilft. Ja ihr lest richtig, ein Duschgel, und zwar die Sorte ›Litamin Zitrone Buttermilch‹.
    Einmal täglich damit geduscht und die Bremsen ignorieren mich komplett. Lasse ich einen Tag das Duschgel weg und benutze ein anderes, bin ich wieder Bremsenfutter.
    Ob das Duschgel bei jedem wirkt kann ich nicht sagen, aber ich habe unglaublich viele positive Rückmeldungen von Reitern erhalten, bei denen es ebenfalls hilft. Allerdings darf man sich bei dieser Nutzung nicht mit anderweitig intensiven Duftstoffen zukleistern, wie Parfüm oder sehr duftintensiven Pflegeprodukten.
    Bei mir wirkt das Duschgel wahre Wunder und deswegen ist jetzt der passende Zeitpunkt sich damit auf Vorrat einzudecken. Alternativ geht auch die Litamin Zitrone Buttermilch Bodylotion, allerdings ist diese meist noch schwerer zu bekommen. Von daher wenn ihr auch Bremsenopfer seid, dann lege ich euch dieses Duschgel ans Herz. Vielleicht hilft es euch so gut wie mir.
  • Aber es sind ja nicht ja nicht nur die Bremsen, welche unseren Pferden auf den Keks gehen. Nein, sobald die ersten Sonnenstrahlen erscheinen, kommen die Kriebelmücken aus ihren Verstecken – diese garstigen kleinen Mistbiester, welche sich nur zu gerne in den Ohren der Pferde niederlassen.
    Damit diese meine Pferde in Ruhe lassen, nutze ich meine Möhrchenöhrchen-Creme. Dazu benutzt man Penaten Wundschutzcreme (die blauen Plastikdosen sind ideal)
    Darin zerbrösel ich zwei Rivanoltabletten. Wichtig ist das man dazu Handschuhe trägt, denn Rivanol färbt die Haut neongelb. Nachdem die Creme/Tabletten zwei Tage durchweicht sind, kann man das Gemisch durchrühren und es ist gebrauchsfertig. Diese Creme schmiere ich IN die Ohren wie auch auf die Bauchnaht sowie die Euter-/Schlauchgegend.
    Die Creme trocknet und hinterlässt einen pudrigen Film der die Mücken abschreckt und ebenso kleine Wunden abheilen lässt. Auch wenn neongelbe Öhrchen nicht ganz so schick aussehen, die Creme bietet permanente Ruhe vor den Mücken. Alle paar Tage erneuer ich die Creme was den Pferden so gut gefällt das sie mittlerweile alleine die Ohren hinhalten wenn ich mit der blauen Dose komme.
  • Der nächste Punkt auf der Frühjahrsputzordnung ist ein Weidencheck. Denn viele von uns haben grosse Weiden welche sie nur im Sommer benutzen. Somit besuchen wir diese im Winter natürlich eher seltener da wir einfach tausend andere Dinge zu tun haben. Und selbst wenn wir diese in tadellosen Zustand verlassen haben, so können Wildschweine, Rehe, aber auch dumme Menschen für Schäden gesorgt haben. Hier ist es wichtig das man frühzeitig vor dem Anweiden diese Sommerweiden Stück für Stück abgeht.
    • Sitzen alle Pfosten fest?
    • Sind alle Litzen noch ganz und gespannt?
    • Sitzen alle Bretterzäune oder Wildzäune noch fest?
    • Sind alle Schlösser noch leicht zu öffnen? (ölen)
    • Sind alle Tore noch leichtgängig? (Scharniere ölen)
    • Haben Wildschweine eine Buddelparty gefeiert? (Weide in Ordnung bringen und Förster informieren)
    • Braucht die Weide noch Dünger oder Pflege?

      Checkt man diese Dinge noch früh genug vor dem Anweiden dann ist man vor bösen Überraschungen sicher. Dazu hat man noch genug Zeit für unverhoffte Reparaturarbeiten oder Zubehör, welches man kostengünstig bestellen möchte.

  • Frühjahrszeit ist auch Anweidezeit, und niemand von uns möchte Koliken oder Hufrehe riskieren. Also halten wir uns peinlich an einen Anweideplan den wir individuell für unsere Herde erstellen. Wohl dem, der alleine ist und das Zeitmanagement selber im Griff hat, aber in vielen Ställen hat man eine Haltergemeinschaft mit abwechselnden Stall- und Weidediensten.
    Hier empfiehlt es sich einen schriftlichen Anweideplan zu erstellen. Tag für Tag mit festgelegten Zeiten und der Person, welche das rein- und rausstellen an diesem Tag übernimmt, und danach auch als erledigt abzeichnet.
    So ein Plan offen ausgehängt ist für alle Beteiligten eine gute und übersichtliche Hilfe damit es nicht zu doppelten, oder vergessenen Anweidezeiten kommt. Denn bei aller Freundschaft und Absprache – Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und eine Whats App à la ›ich hab die Pferde schon mal raus gestellt‹ kann sehr schnell untergehen und die Pferde bleiben länger als sie sollten auf der Weide. Nein, dann lieber ein fester Plan, der vielleicht altmodisch, aber sicher ist.
  • Sollte uns noch Zeit und Enthusiasmus für weitere Frühjahrsputztätigkeiten bleiben, so empfiehlt sich ein Blick in die Sattelkammer.
    Wohl denen, die ihre Sammelkollektionen daheim in den Schränken aufbewahren. Aber oft ist es doch so, dass viele von uns gerade im Winter eher mäßig zu Putz- und Aufräumorgien neigen.
    Ein Putz- und Pflegetag für Sattelzeug schadet also schon mal nicht, ebenso alle Decken und Halfter noch einmal durchzuwaschen. Putzzeug sollte man bei der Gelegenheit gleich desinfizieren und vielleicht auch entrümpeln. Ihr kennt das, es kann immer mal etwas ausgetauscht und erneuert werden. Ausserdem gibt uns das eine gute Entschuldigung für einen Besuch im Reitsporthandel oder gar einer Messe. 😉
  • Bevor wir aber einen Messebesuch starten sollten wir vielleicht noch das Auto entrümpeln. Ich habe zwar gerüchteweise von Autos gehört, die trotz Pferdebesitzer immer sauber und gepflegt sind, aber vielen ergeht es wie mir: Das Auto ist voller Pferdesachen. Hier lohnt sich nicht nur ein Entrümpeln und Aufräumen – natürlich nur, damit man genug Platz für Einkaufstüten einer Pferdemesse hat.) – nein, Staubsaugen und Staubwischen, wie auch ein Duftelement lassen uns fast glauben in einem fremden Auto zu sitzen. Und eins ist gewiss, auch wenn der Zustand nicht von Dauer sein wird, so findet man manchmal lang verloren geglaubte Schätze bei einer Aufräumaktion wieder.

Alles in allem eigentlich genug Dinge, die man tun kann zu dieser wundervollen Jahreszeit. Und seien wir ehrlich, die Meisten davon machen mehr Spaß als ein Frühjahrsputz als super Putzfee daheim.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Die kleine Raupe Nimmersatt

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nach einer kleinen Grippepause melde ich mich nun wieder zu Wort. Ich muss sagen, dieses Mal hat es mich wirklich übel erwischt. Hatte ich mich doch bei einem kleinen Bazillenmutterschiff angesteckt, welches den Virus wahrhaft bis zur Perfektion ausgebrütet hat. Also habe ich mich mit Medikamenten eingedeckt und mich dann die meiste Zeit im Bett verkrochen und dieses auch nur dann verlassen, wenn ich die Pferde versorgen musste. Denn seien wir ehrlich, so eine richtig fieser Grippalerinfekt braucht eben seine Zeit, wenn er sich einmal bei uns heimisch fühlt. Nun ich habe mich brav geschont und mich gezwungen meine Medikamente zu nehmen. Ebenso habe ich mich selber genötigt genug zu trinken. Denn auch wenn ich weder Durst noch Hunger hatte, so weiß ich doch, wie wichtig es ist, in solchen Fällen nicht auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Denn wenn es nach eben jenem gegangen wäre hätte ich dauerhaft nichts gegessen oder getrunken.
Aber wir Menschen sind ja nicht blöd, wir wissen das es eben nicht immer gut ist auf den eigenen Körper zu hören und all seinen Gelüsten nach zu gehen. Denn unser Körper weiß nicht immer, was er eigentlich gerade am nötigsten braucht oder was ihn gesund erhält.

Komischerweise erwarten wir das bei unseren Pferden genau anders herum. Denen dichten wir in mythischer Wildpferdmanier die absolute Weitsichtfähigkeit an, mit denen sie sich selbst schützen und versorgen sollen.
So gibt es zum Beispiel einen ganz neuen Trend in der Offenstallszene und zwar die Mineralfutterstationen. Dort werden für die Pferde frei verfügbar die verschiedensten konzentrierten Mineralstoffe in verschiedenen Trögen frei zur Verfügung angeboten. Der Hintergedanke dabei ist, dass sich die Pferde nur dann daran bedienen, wenn sie das Mineral gerade benötigen.
Okay, an für sich eine wirklich schöne Idee. Und sieht man diese Mineralfutterstationen auf den verschiedenen Bildern, hat man gleich den Eindruck, dass Tine Wittler ein ›schöner wohnen für Pferde‹ Komitee durch den Stall gejagt hat. Die Mineralfutterstationen machen auch designmäßig wirklich etwas her und gleichzeitig bekommt jeder Pferdebesitzer das Gefühl so eine Station ebenso anbieten zu müssen. Denn je länger wir die Bilder betrachten, umso mehr kommt das schlechte Gewissen in Form eines kleinen Teufelchens, das auf unserer Schulter sitzt und uns piesackt. Frei dem Motto:

  • Du bist keine gute Pferdemutti, wenn du so etwas nicht auch anbietest.
  • Du verwehrst deinen Pferden wichtige Mineralien.
  • Die sollen sich selber frei bedienen können, auch das ist Freiheit.
  • Die wissen selber ganz genau, was sie brauchen.

Und schon eifern viele Pferdemuttis diesem Trend nach, völlig arglos und unbedacht, denn sie wollen ja nur das Beste für ihre Lieblinge.
Aber Hand aufs Herz, ist so eine Station wirklich gesund für unsere Pferde?
In diesen Stationen werden verschiedene Mineralien frei angeboten. Das Pferd darf sich daran bedienen, wie es mag. Die Hoffnung ist ja das diese nur solche Mengen aufnehmen, wie sie auch wirklich benötigen. Aber eigentlich wissen wir doch, unsere Kackbratzen sind verfressene kleine Monster. So gibt es Pferde, die kennen selbst bei 24/7 Heu kein Ende und mutieren zur Kugel. Ebenso kenne ich kein Pferd, das bei Kraftfutter leise rülpst und sagt ›ich bin eh schon zu fett, lass mal stecken‹. Dazu gibt es Kandidaten die sogar bei wirklich furchtbar schmeckender Medizin einen Nachschlag wollen, oder Wurmkur freiwillig schlotzen als wäre es ein leckeres Dessert.
Und auch wenn die meisten Mineralfuttersorten bei weitem nicht so gut schmecken wie so manches Futter, gibt es doch Kandidaten, die einfach permanent daran rum schlecken. Und so nehmen einige Pferde aus Langeweile, Hunger, Futterneid oder einfach weil es angeboten wird, mehr an Mineralstoffen zu sich, als sie wirklich benötigen.
Und so wie wir keinen Mineralstoffmangel bei unseren Pferden haben wollen, ist eine Überversorgung ebenso ungesund.

Ich erinnere mich da an eine Geschichte aus meiner Kindheit: Da gab es einen Sommer, der war wirklich sehr heiss, als ich klein war. Irgendwann brachte meine Mutter einen ganzen Korb voller Zitronen mit nach Hause. Diese rochen wundervoll und ich machte mir einen Spaß daraus, diese mit etwas Zucker zu essen. Irgendwann warnte mich mein Vater, dass zu viele davon einen Vitamin-C-Schock auslösen können. Mein Onkel der zu Besuch war sah das aber gelassen, und meinte ›ach die nimmt nur so viel wie sie braucht und vertragen kann.‹
Ich denke ihr wisst, was nun kommt. Es dauerte nicht lange und mein Gesicht brannte wie die Hölle. Überall hatte ich Flecken und Ausschlag von dem Vitamin Überschuss. Ich habe Zitronen seitdem nie wieder einfach so gegessen, und schon gar nicht in solchen Mengen. Mir waren die Schmerzen eine Lehre, aber ein Pferd kennt solche Verknüpfungen natürlich nicht. Das versteht nicht das die Kolikschmerzen von der geplünderten Tonne Hafer kommen. Es weiß nur noch, das es wirklich verdammt lecker war.

Und dann gab es noch eine andere Sache, alle Vegetarierer mögen mir bitte verzeihen.
Als kleines Kind hatte ich eine seltsame Vorliebe, und zwar liebte ich rohes Fleisch. Man muss sich vorstellen das klein Celeste immer wieder Fleischstücke stibitzte, wenn Mutter Drake daheim kochte. Auch wenn es Ärger gab und ich wusste, dass ich das Fleisch nicht roh essen sollte. Ich liebte es und aß es mit Genuss, wenn ich etwas ergattern konnte.
Heute weiß ich, dass Salmonellen und Co. sicher kein Spaß sind, aber als Kind bin ich einfach, wie bei den Zitronen meinen Gelüsten gefolgt. Ich hatte keine Mängel die es auszugleichen galt. Nein, ich aß einfach, was mir schmeckte und worauf ich Lust hatte. Und ähnlich wie Bon Bons, Schokolade und Chips die dazu führten, dass ich mich auch das eine oder andere Mal überfraß, habe ich aus meinen Erfahrungen gelernt.

Bei den Pferden schaut es wieder anders aus, denn sie kennen solche Verknüpfungen aus Erfahrungen nicht. Die lieben zum Beispiel die ersten Tage auf der neuen Weide und würden uns mit einem gezeigten Fuckhuf am liebsten auf den Mond wünschen, wenn wir sie nach kurzen Anweidezeiten, wieder auf den Paddock schicken. Denn trotz aller Wildpferdinstinkte wissen sie eben nicht, was gut für sie ist und wo die Grenze ist.
Das Bauchgefühl ist also nicht immer der beste Berater, was Essen angeht.
Warum wollen wir dann unsere Pferde nach diesem wählen lassen?
Pferde, die quasi ja eh immer verhungern, zumindest glauben sie das ja.
So teilen wir das Heu ein damit sie lange und mehrfach davon essen können. Kraftfutter wie Zusätze werden sorgfältig ausgesucht. Und nicht zu vergessen die Anweidezeiten bei frischer Weide, damit wir Hufrehe und Koliken aus dem Weg gehen.
Warum legen wir dieselbe Sorgfalt nicht auch bei den Mineralien wieder an den Tag?
Denn auch wenn das ›schöner Wohnen‹-Mineralbarelement wirklich designmäßig etwas her macht, so riskieren wir mitunter eine Überversorgung. Und das nur, damit wir uns auf die Schulter klopfen können, weil es so chick ausschaut und wir glauben, etwas Gutes zu tun?
Ohne regelmäßiges Blutbild würde ich so eine freie Versorgung nicht anbieten wollen. Mir wäre das zu gefährlich. Denn wie die Raupe Nimmersatt habe ich kleine Fressmonster dabei. Die einfach wegen der angebotenen Gelegenheit, wie auch einer guten Portion Futterneid daran rum schlotzen würden. Und bei meinem Glück würde das mit Nierenschäden, statt einem wunderschönen Schmetterling, enden.

Ich kann daher nur raten, baut nicht alles wahllos nach, was im Internet so hübsch angepriesen wird. Überlegt euch gut, was ihr in solchen Stationen frei zur Verfügung stellen wollt. Und wenn ihr Mineralien frei anbietet, dann checkt ab und an die Blutwerte und vergesst bitte 24/7 Heu nicht.
Solltet ihr keine Mineralstation anbieten dann ist das nicht schlimm, man muss nicht jedem Trend nacheifern, nur um eine perfekte Pferdemutti zu sein.

Flauschige Grüße,
eine unperfekte Celeste

Immer langsam mit den jungen Pferden

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. So langsam wird das Wetter doch wirklich frühlingshaft, so taumeln wir zwischen frostigem Sonnenwetter oder warmen Frühlingsregen. Und wenn die Sonne sich einmal länger blicken lässt, nutzen wir das gleich um mit unseren Pferden, oder am Stall zu arbeiten. Und ihr kennt das sicher auch, wenn man bei der Stallarbeit ist, Zäune richtet oder bastelt und werkelt. Dann dauert es nur einen Kaninchenpubs, bis eine vorwitzige Pferdenase ganz genau unsere Arbeit überwachen will. Und da Pferdenasen bei solchen Arbeiten selten hilfreich sind, gibt es bei mir eine Standard Redewendung mit denen ich sie wegschicke: »Geht mal die Soldaten gucken.«
Sicher habt auch ihr nun einen leicht verwirrten Gesichtsausdruck, denn den hatte letztens auch ein Spaziergänger, als er meinen Anspruch an die Pferde hörte. Aber die Neugier siegte wohl, und er fragte mich, was diese bedeute.
Ich erklärte ihm, das mein Vater diese Redewendung selber als Kind in den Kriegszeiten oft zu hören bekam. So schickten die Eltern damit ihre Kinder weg, wenn sie nervten oder im Weg waren. Sie sollten lieber den Soldaten zusehen und sich so beschäftigen, statt den Eltern auf den Keks zu gehen. Mein Vater übernahm die Redewendung für mich und meine Geschwister, als wir klein waren, obwohl es Gott sei Dank keine Soldaten mehr zu sehen gab. Und ich, ja ich benutze sie heute bei vorwitzigen Pferdenasen, wenn sie diese mal wieder in Angelegenheiten stecken, welche sie nichts angehen.

Junge Pferde haben übrigens sehr vorwitzige Nasen, welche sie mit ihrer kindlichen Neugier überall hineinstecken. Und das ist auch gut so, denn ein neugieriges Pferd lernt meist schneller, als eines mit dem Gemüt von Towelie dem kiffenden Handtuch.
Aber auch hier gibt es eine schöne Redewendung und zwar:
»Immer langsam mit den jungen Pferden!«

Denn ein junges Pferd ist immer noch im Wachstum und sollte somit weder körperlich noch psychisch überlastet werden. Nun werden einige Jungpferdebesitzer würdevoll den Kopf schütteln und leise murmeln: »Mir passiert das schon nicht.«
Und doch zeichnet sich in vielen Gruppen ein deutlich anderes Bild ab. War es früher noch so, das man sich ein ausgebildetes Reitpferd zum – na wer ahnt es – Reiten kaufte, so werden heute deutlich mehr junge Pferde oder Fohlen gekauft.

Das liegt mitunter …

  • am günstigen Preis, entgegen eines ›fertigen‹ Pferdes.
  • an dem Wunsch nach einer innigen Beziehung von klein auf. Man möchte es selber nach seinen Wünschen ausbilden.
  • daran, dass man bedingt durch den eigenen Stall genug Platz hat. Da fällt so ein Zwerg nicht weiter auf.
  • daran, dass man ein Schlachtfohlen retten möchte.

Obwohl man eigentlich gerade ein Jungpferd sehr bewusst auswählen sollte, entscheidet da doch bei vielen Besitzern eher das Herz. Oft werden sie von flauschigem Fell und Kulleraugen derart in den Bann gezogen, das so mancher Kauf unbedacht seinen Lauf nimmt.
Dabei haben doch gerade die Pferdekinder ein viel höheres Bedürfnis an eine spezielle Aufzucht und Ausbildung, als ein bereits erwachsenes Pferd das ›fertig‹ reitbar ist.
Leider passiert es dann sehr oft, dass den Zwergen keine vernünftige Umgebung geboten wird.
Gründe dafür sind oft:

  • Man hat einen eigenen Stall und will keinen weiteren Pensionsplatz zahlen
  • Man glaubt, passende Spielpartner bieten zu können.
  • Man glaubt, dass fehlende Spielpartner nicht schlimm sind.
  • Man traut fremden Aufzuchtplätzen nicht.

Usw.

Im besten Fall kann die heimische Aufzucht ohne passende Spielpartner gut gehen. Oft liest man aber leider genau das Gegenteil. Da wird auf einmal nach Spiel und Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht, weil die kleine Kackbratze aus Langeweile den halben Stall zerlegt. Auch werden oft ältere Herdenmitglieder bis zur Weissglut genervt, oder aber der Pferdebesitzer muss schmerzhaft als Spielpartner herhalten.
Aber statt dann einen adäquaten Spielpartner zu bieten, oder am besten gleich mehrere, versuchen viele das Jungpferd durch Beschäftigung auf andere Gedanken zu bringen. So werden Spielmöglichkeiten wie Äste und Knabberketten rangekarrt, mit dem Jungspund Ball gespielt, und wenn das nichts wirkt, dann kommen die Bodenarbeit und Zirzensik-Versuche.
Und das ist gleichermaßen auch praktisch. Schließlich kann man sich dann ja ausgiebig mit seinem Jungpferd beschäftigen und hat sogar noch eine Ausrede dafür, eben weil es sich ja sonst langweilen würde. *An dieser Stelle denkt euch bitte ein Augenrollen meinerseits*

Nicht zu vergessen sind solche Trainingsstunden ein wahrer Fotoerfolg für die sozialen Medien. Da werden munter Bildchen gepostet von Zirkuslektionen, welche eher schlecht als Recht ausgeführt werden. Und meist sind diese dann eher dem Leckerchenbeutel, als einem langsamen Training zugute zu halten.

Oder aber Spaziergänge über Stunden, auch das machen die Absetzer ja gerne mit, die langweilen sich ja sonst. Nicht zu vergessen, dass man auch hier schnell ein Bildchen machen muss, wie es frei auf dem Feld steht. – Denn das kann man ja unter ›Vertrauen‹ verbuchen. – Schließlich muss man ja der Internetwelt beweisen, dass auch ein Jungpferd schon als Seelenpferd alle Ängste beiseite schmeißen muss.

Die neuste Kollektion an Schabracken Decken und Halfter kann der Absetzer dann auch mal gleich tragen, gerne auch an der Longe mit Sattel und Trense. Schließlich muss das Outfit der Fangemeinde präsentiert werden …

Fast ebenso beliebt ist es, wenn das Jungpferd frei bei einem Ausritt mitläuft. Da kann es sich doch gleich entfalten, na ja wahlweise auch auf der Windschutzscheibe eines Autos, wenn es in Panik mal nicht hinterher rennt …

Mal im Ernst, ich habe nichts dagegen, wenn mit jungen Pferden frühzeitig gearbeitet wird. Aber diese Arbeit sollte auch dem Alter, der Psyche und dem Körperbau angepasst sein.
Ein Fohlen/Jungpferd muss nichts weiter können als das Fohlen-ABC. Dieses beinhaltet:

  • Überall anfassen lassen
  • Halfter tragen
  • Führen lassen
  • Anbinden lassen
  • Hufe geben
  • Putzen
  • Hufschmied
  • Tierarzt (Impfen/Wurmkuren)
  • Aus der Herde nehmen lassen
  • Verladen lassen bei Weiden die einen Transport brauchen
  • Decke kennen lernen (für Notfälle)

Mehr muss ein junges Pferd bis zur Anreitphase nicht lernen. Alles was dazu kommt ist ein absolutes Plus.
Das heißt, ein Jungpferd kann bis zu den ersten Reitversuchen:

  • Spazieren gehen
  • Longieren
  • Bodenarbeit
  • Trense, Sattel etc. kennenlernen

Aber das sollte mit Vernunft und Fachwissen geschehen. Nicht weil dem Jungpferd langweilig ist, denn kein Training der Welt ersetzt einen Spielpartner. Es sollte auch nicht geschehen, weil dem Besitzer langweilig ist. Denn wenn er ›etwas von seinem Pferd haben will‹ und nicht warten kann, sollte er es mit einem ausgebildeten Pferd oder wahlweise einem Schaukelpferd versuchen …

Jungpferde können sich nur kurze Zeit konzentrieren, ebenso brauchen sie viele Pausen. Es reicht also durchaus, wenn man eine Trainingseinheit auf 10-15 Minuten beschränkt und mit einem Erfolgserlebnis abschließt. Und das bitte nicht mehr als 3x in der Woche.
Wer mehr Kinderarbeit möchte, sollte vielleicht über Teppichknüpfende Kinder im Keller nachdenken …

Von daher lasst euren Jungspunden ihre Kindheit und überlegt, ob so viel Training wirklich immer Sinn macht. Ich selber habe immer gerne früh angefangen, aber das Training immer kurz und klein gehalten. Das bringt freudig-interessierte Jungpferde, die aber ihren Spieltrieb mit ihren Freunden ausleben können. Denn ich bin für ihr Seelenheil, ihre Haltung und Versorgung zuständig, aber nicht ihr Spielpartner, das erledigt die Herde.

In diesem Sinne, immer langsam mit den jungen Pferden! 😉

Liebe und flauschige Grüße
Celeste

Der Sparfuchs in mir

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der letzten Woche? Neben den Zaunvorbereitungen für die Anweidezeit fröne ich wie immer noch einem anderen Hobby von mir und zwar dem Couponing. Ja, ich gehöre tatsächlich zu den Schnäppchenjägern, die Coupons geplant bei den Einkäufen einsetzen, um so das eine oder andere Superschnäppchen zu machen.
Und wer kennt das nicht, das gute Gefühl, wenn der Einkauf am Ende deutlich billiger ausfällt? So besuchen viele von uns sicher auch Pferdemessen um preisgünstige  Wunschstücke zu ergattern sowie reduzierte Einzelteile. Auch gibt es oft Preisnachlässe, wenn man Futtersäcke oder Zaunpfosten, bis hin zu Paddockplatten, palettenweise abnimmt. Die Angebotsmöglichkeiten sind vielfältig und bieten oft ein großes Sparpotential, wenn man ein wenig die Preise vergleicht. Und solche Sparmassnamen finde ich wirklich gut, denn im schlimmsten Falle schaden sie höchstens der eigenen Geldbörse, weil wir mehr kaufen als geplant.

Weniger erfreut bin ich aber über das Sparpotential, das viele Pferdebesitzer neuerdings im eigenen Stall an den Tag legen. Damit meine ich weniger Selbstbauten wie Heuraufen, Ställe oder Bodenbeläge, die man selber verlegt statt eine Firma zu beauftragen. Denn solche Bauten entstehen oft weniger aus Geldmangel, sondern eher, weil man eine individuelle Lösung sucht, welche es nicht im gängigen Handel gibt.
So war ich zum Beispiel damals auf der Suche nach kleinen transportablen Heuraufen mit Dach, aber eben aus Holz statt Metall. Denn ich hatte immer noch das Bild vor Augen, wie damals in einem Pensionsstall ein Tinker mit der Flex aus der Metallraufe befreit werden musste. Schön war also tatsächlich anders und motivierte mich letztendlich zum Selbstbau meiner kleinen Raufen, die nun schon seit über 7 Jahren im täglichen Gebrauch sind.

Nein, Selbstbauten mag ich, einfach weil man damit individuelle Lösungen für den eigenen Stall schaffen kann. Und wenn ich dann die Preise für die Zutaten zusammenrechne und meine Arbeitszeit dazu, dann bin ich oft nicht billiger als bei einer gekauften Version. Nur das meine Lösung dann speziell auf meine Wünsche, wie auch die Bedürfnisse meiner Pferde, zugeschnitten ist.

Tja, aber welche Sparmassnamen sind es dann, die mir Bauchschmerzen bereiten? Jene die aufgrund von gesparter:

  • Zeit
  • Geld
  • Arbeitsaufwand

… zu Lasten der Pferde gehen.

Denn oft lese ich Beiträge da kann ich einfach nur den Kopf schütteln. Da werden Sachen im eigenen Stall plötzlich toleriert, bei denen man zu Pensionszeiten den Stallbesitzer ans Kreuz genagelt hätte.

So las ich oft:

  • »Kann man den Heuballen noch füttern?«

    Und das Bild zeigt einen verschimmelten Ballen, den man zu Pensionszeiten sicher nicht einmal schief angesehen hätte. Geschweige denn in Betracht gezogen hätte, ob dieser noch als Futter taugt.
    Zu Selbstversorgerzeiten mit diversen Heupreisen im Genick wird das dann erschreckenderweise aber tatsächlich häufiger in Erwägung gezogen. Wobei ich mich in dem Falle frage, ob die Kosten der Kolikbehandlung den Aufwand eines entsorgten Heuballens wert sind?

  • »Im Stall liegen bei mir nur Gummimatten, weil ich will das die draußen äppeln / pinkeln. Die hassen es auf den Matten zu pinkeln daher müssen sie bei jedem, Wetter eben raus und ich muss nicht soviel misten. Ebenso wird kein Einstreu versaut, das spart Geld.«

    Okay, davon abgesehen, dass ich nicht viel davon halte, wenn Gummimatten als alleiniger Belag für eine Liegefläche herhalten sollen, finde ich es schon hart das man seine Pferde nach draußen verbannt für alle Toilettengeschichten. Sicher mag es einfacher sein, wenn man nur die Äppel aufsammeln muss, weil der Urin im Boden versickert. Doch ist es das wert? Schließlich wählen viele von uns eine Offenstallhaltung, damit das Pferd eigenständig entscheiden darf wo es sich aufhalten möchte. Warum sollten wir ihm diese Entscheidung bei der Toilettengeschichte aberkennen? Nur weil wir selber an Einstreu und Arbeit sparen wollen? Unsere Sparmaßname macht uns die Arbeit vielleicht leichter, aber dem Pferd ist es mitunter unangenehm, bei jedem Wind und Wetter nach draußen zu müssen. Das wäre ähnlich, als müssten wir wieder auf die Plumpsklos im Hinterhof zurückgreifen. Da freut man sich doch auf jeden Toilettengang und verkneift es sich wenn möglich, solange es geht. Und man mag es nicht glauben, auch Pferde verkneifen sich manchmal den Gang nach draußen bei Regen, Wind, Schnee oder Sturm. Und so etwas fördert dann mitunter Nierenprobleme oder Koliken. Von daher kann ich nur raten die Stallmatten mit Einstreu zu pimpen. Mag sein das es etwas mehr Arbeit für euch bedeutet, aber auch ihr bevorzugt sicher ein lauschiges Ambiente des ›Stillen Örtchens‹.

  • »Mein Jungpferd bleibt bei mir am heimischen Stall. Schliesslich steht es bei mir umsonst, da zahle ich nicht extra einen Pensionspreis. Ausserdem will ich nicht extra noch Fahrtwege zu einem anderen Stall haben und im Aufzuchtstall kümmert sich eh keiner so gut wie ich.«

    Auch das habe ich öfter gelesen. Wenn solche Aussagen dann mit der Helikoptermutti-Ausrede: »Das Jungpferd hat es nur bei mir gut, alle anderen Ställe taugen ja nichts«, entschuldigt wird, so sind doch oft der zusätzliche Pensionspreis, wie auch der Fahrtweg das Hauptargument. Das ist für mich nur dann akzeptabel, solange ein passender Spielpartner für das Jungpferd zur Verfügung steht. Ist dem nicht so dann schadet der Geiz um Zeit und Geld dem eigenen Jungspund. Denn dieses interessiert sich nicht für Kosten oder Fahrtwege. Es möchte nur einen passenden Partner zum Spielen und toben.

  • »Ich befestige doch nicht den matschigen Auslauf, der fast schon ein Sumpfloch ist. Es ist ja nur für den Winter und der geht rum. Das ist sowieso nicht mein Stall, warum sollte ich da was bezahlen. Ausserdem ist da eh sicher nichts erlaubt.«

    Ich verstehe durchaus, dass niemand einen Geldspeicher wie Dagobert Duck daheim hat. Und ein befestigter Auslauf kostet eine menge Geld. Ebenso muss man sich bei den Behörden erkundigen welche Auslaufbefestigung überhaupt erlaubt ist. Hat man einen eigenen Stall dann sollte man sparen und Stück für Stück befestigen. Ist man in  einem Pensionsstall muss man sich nach dem Stallbetreiber richten. Will der keinen geeigneten Auslauf anbieten, dann sollte man einen Stallwechsel in Erwägung ziehen.

  • »Ich will nicht das sie im Stall fressen, dann versauen sie das Einstreu, weil sie dauernd drinnen sind.«

    Und wieder denke ich mir: Warum wählt man dann eine Offenstallhaltung? Eine Haltung, in der doch eigentlich das Pferd frei entscheiden sollte, wo es sich aufhalten will? Und dennoch zwingen wir es dann für viele Stunden bei jedem Wetter nach draussen, wenn nur dort Raufutter angeboten wird? Nur damit der Stall sauberer bleibt und uns Arbeit erspart wird? Auch hier gibt es Pferde, die eben nicht bei jedem Wetter raus wollen, diesen bleibt dann das Raufutter über Stunden verwehrt. Das dies nicht gerade gesund ist muss ich nicht erklären.

  • »Ich ziehe doch keinen Holzzaun, auch wenn mein Haflinger und das Pony dauernd flüchten. Die laufen schon nicht weit weg. Und wenn doch, die Nachbarn finden die immer und bringen die zur Weide zurück.«

    Mir ist durchaus bewusst, wie kostspielig ein vernünftiger Zaun ist. Aber wenn man einen Ausbrecherkönig dabei hat dann muss man eben aufrüsten:
    Zaunbau Workshop für Powerfrauen Teil I
    Zaunbauworkshop für Powerfrauen Teil II
    Zaunbauworkshop für Powerfrauen Teil III
    Zaunbauworkshop für Powerfrauen Teil IV

    Einfach darauf zu hoffen, dass kein Unfall passiert, zählt bei der Polizei sicher nicht als Ausrede und ist zudem sehr fahrlässig. Und wenn einem die Arbeit oder auch die Kosten zuviel sind, dann sollte man wirklich überlegen ob man in Pension nicht besser aufgehoben wäre. Auch wenn sich dann der Stallbetreiber mit dem Ausbrecherkönig rum ärgern muss.

  • »Mein Shetty lass ich beim Ausreiten frei nebenher laufen. Das muss ich dann nicht trainieren und es nimmt auch gleich ab. Es folgt ja meinem Pferd wegen dem Herdentrieb, und mitten in der Pampa passiert da ja nichts. Als Handpferd ist mir das Pony zu stressig, das mag es irgendwie nicht.«

    Das sind dann Momente, da möchte ich mein Gegenüber leicht schütteln. Davon abgesehen das auch Ponys ein vernünftiges Training brauchen, so ist Freilauf im Gelände absolut verboten, laut der Straßenverkehrsordnung. Dies kann aufgrund der Fahrlässigkeit böse Strafen und Kosten nach sich ziehen. Wie und warum habe ich hier einmal zusammengefasst.
    Ich will kein Spielverderber sein, aber aus Zeitmangel bzw. Faulheit das Handpferdetraining zu vernachlässigen und den Zwerg einfach freilaufen zu lassen, ist absolut inakzeptabel. Es steht bei mir auf der gleichen Stufe, wie betrunken Auto fahren oder Sommerreifen im Winter zu nutzen.

  • »Ich kauf mir einfach ein Shetty als zweites Pferd, dann ist mein Pferd nicht mehr alleine. Die gibt‘s für nen 50er auf dem Markt und dem Schlachtfohlen tu ich ja auch noch was Gutes, wenn ich das rette. Und weil die so klein sind, brauchen die auch kaum was an Futter und kosten so ja fast nichts.«

    Tja, was soll ich sagen, ich liebe Shettys, sie sind wundervolle, schlaue Ponys mit riesen Potential und einem energischen, aber liebevollen Charakter. Momentan ist es aber fast schon zu einer Modewelle geworden Shettys als Beisteller zu kaufen. Meist gibt es ein paar Zirzensik-Versuche, welche mit Hüfchenheben zum Steigen animieren sollen. Und das war es dann meist auch schon an Ausbildung. An passendem Zubehör, wie auch Trainerstunden wird aus Zeit und Geldmangel oft gespart. Schliesslich sind die Ponys oft nur als Zusatz gekauft worden und nicht als gleichwertiges Pferd.
    Hier ist es wichtig, das man erkennt, was so ein Pony wirklich braucht. Ein alter Beitrag von mir dazu klärt vielleicht den einen oder anderen Irrglauben vom Billigpony auf.

Alles in allem denke ich sind nun genug der Beispiele, ihr wisst nun worauf ich hinaus will. Wir alle sind eigentlich bemüht, unseren Pferden ein schönes Leben zu gestalten. Gleichzeitig fordert aber das Leben neben den Pferden seinen Tribut an Zeit, Mühe und Geld. Natürlich versuchen wir immer mal wieder alles gleichzeitig zu verbessern, um den Pferden wie auch Beruf, Familie und Privatleben gerecht zu werden. Aber es geht nicht wenn unsere Sparmassnamen die Pferde, wie oben beschrieben, negativ beeinflussen. Hier sollte jeder für sich selbst überlegen, ob die Optimierung des Zeitplanes, oder des Geldbeutels wirklich ohne negative Folgen für die Pferde bleibt. Wenn dem so ist, wunderbar. Wenn nicht sollte ein neuer Plan gefunden werden, der den Pferden, wie auch den eigenen Sparwünschen, gerecht wird.

Ich selber weiß, dass ich viele Arbeiten rund um die Pferde zeitmäßig verbessern könnte. Dennoch möchte ich das nicht, da es zu Lasten meiner Pferde gehen würde.
Also stopfe ich zum Beispiel viele Heunetze und schaffe loses Heu an verschiedene Stellen, damit meine Bande überall fressen kann. Ebenso dürfen sie äppeln wo auch immer sie wollen. Sicher ist das für mich mehr Arbeit, aber was soll‘s. Ich möchte, dass es meinen Pferden gut geht, egal was sie tun. Und sei es nur zufrieden grunzend Häufchen legen.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Mary Poppins oder Pferdebesitzer?

 

Hallo meine Flauschehasen, schon wieder ist eine Woche vergangen und mein Wochenendbeitrag flackert über euren Bildschirmen. Nun es gibt eben gewisse Dinge, die wiederholen sich stetig. So zum Beispiel auch meine Begrüßung, welche immer gleich bleibt. Und auch wenn sie vielleicht nicht jeder mag, so ist sie doch ein fester Bestandteil meiner Beiträge, welche schon einen festen Platz in euren Köpfen haben.
Gut, ich denke, es gibt schlimmere Sachen, welche sich in den Gedankengängen festsetzen können, Ohrwürmer zum Beispiel. Ihr kennt sie sicher alle, Werbeslogans á la ›Es rappelt im Karton ton ton‹.
Okay, summt ihr es auch gerade?
Auch da gibt es Ohrwürmer, die wirklich lustig sind. Während andere wirklich extrem nervig sind. So ist es auch mit bestimmten Sätzen, die mich gerne mal verfolgen, die ich aber ebenso wenig mag wie eine Zahnwurzelbehandlung ohne Narkose. Einer davon ist: »Mein Kind kann ruhig an die Pferde -DAS KENNT SICH AUS.«
Na schaudert es euch auch schon? Ich wette auch euch ist dieser Satz schon begegnet.

Da kommt man nichtsahnend zum Stall, die beste Freundin dabei und möchte nur eines: Mit selbiger Freundin die Pferde versorgen und dabei den neusten Klatsch und Tratsch, oder die neusten Hiobsbotschaften austauschen. Und dann stehen sie schon wartend am Zaun. Mit Kindern und Kinderwagen im Schlepptau, und springen einen förmlich an.
Mit einem unguten Gefühl steige ich also aus dem Auto und ein Rumoren macht sich schon in der Magengegend breit. Nicht das ich etwas gegen Besucher habe, antworte ich gerne auf alle Fragen und mache den Erklärbär. Aber es gibt eben manchmal doch Tage, da möchte ich einfach meine Ruhe. Und schon muss ich Rede und Antwort stehen, ob ich möchte oder nicht. Denn man habe ja schließlich die Schilder gelesen. Gut, an meinem Zaun ist nicht nur das praktische »Füttern verboten«-Schild, mit Erklärungstext. Nein, für jene, denen man auch diese Schilder am besten noch vortanzen – und singen – sollte, habe ich gleich noch diesen Text an den Zaun gehängt.

Ja, warum das denn da hängen würde, kam auch gleich die Frage. Und ich kam mir da ein wenig vor, als frage man den bösen Wolf, warum er so große Augen habe.
Ich meine, warum hängt das da wohl?
Damit man es liest und weder füttert noch die Pferde anlockt?
Zur allgemeinen Belustigung?
Oder stehen darauf die neuesten Lottozahlen?

Gut, meine Antwort darauf war etwas unwirsch, denn ich sagte höflich aber eben sehr direkt: »Weil die Leute einfach nicht ihre Finger von den Pferden lassen können«. Gefolgt von einer Erklärung meiner Freundin, was schon alles passiert sei durch fremde Fütterung oder das man die Pferde nicht anlocken soll usw.
Anscheinend war das wie auch mein direkter Gang in den Stall samt sofortigen verschließen der Tore nicht deutlich genug. Auch nicht mein dezenter Hinweis mit dem ganzen Zaun, statt dem Zaunpfahl, dass wir nun erst einmal in Ruhe meine Pferde versorgen und füttern möchte, wurde gänzlich ignoriert.
Denn meine Freundin, welche nicht schnell genug zu mir flüchten konnte, wurde dann sofort gelöchert.
Ob es ihre Pferde seien, was sie verneinte und auf mich verwies und das sie nur Gast sei. (O.k., sie spielt ihre eigene Rolle immer wieder runter, dabei hat sie alle Handlungsfreiheiten.)
Ob das Kind denn nun mit rein könne auf den hinteren Paddock, sie will das Pony mal streicheln. Wieder einmal verwies meine Freundin auf mich, dass nur ich das entscheiden könne. Und bevor sie zu mir kommen konnte, hörte ich ihn, den Satz des Grauens:
»Das Mädchen kenne sich ja schließlich aus.«
Schön das es sich auskennt. Schön das es Reitstunden hatte. Aber bin ich nun deswegen in der Pflicht das Kind mit rein zu nehmen?
Und zu was qualifiziert ein ›das kennt sich aus‹ denn bitte? Das man nach 2 Reitstunden einfach überall zu fremden Pferden rein darf? Das dieses achso gut geschulte Kind nun überall dran rum tatschen darf. Egal ob es die Pferde kennt oder nicht?
Ich habe doch für meine Verhältnisse sehr unwirsch klar gemacht, dass ich es nicht gerne habe, wenn die Leute an den Pferden rum tatschen. Ich habe auf den Schildern (welche sie angeblich gelesen haben) extra stehen das ich nicht möchte das gestreichelt wird. Aber weil die kleine Prinzessin sich ja auskennt, soll ich sie mit rein nehmen? Damit sie auch an die Pferde  auf dem hinteren Paddock kommt? Jene welche  wegen dem Zwischenpaddock ausser Reichweite ihrer Hände sind?
Davon mal abgesehen, dass es für mich schon fast impliziert, dass sie ihre Finger nicht von den vorderen Pferden lassen konnten. Nein, ich soll ein fremdes Kind in meinen Stallbereich mit reinnehmen. Durch die anderen Pferde hindurch, damit es zu den hinteren Pferden kann.
Gut, meine Pferde sind brav und da könnte auch ein Kleinkind frei rum laufen. Aber weiß eine fremde Mutter das? Und auch wenn meine Bande überaus gesittet und Kinderlieb ist, so können auch sie sich mal erschrecken. Und mag es der übermotivierten Eislaufmutti ja nicht in den Sinn kommen, aber nur weil ihre Tochter ›sich ja auskennt‹ so sind wir hier nicht im neusten Ostwind- oder Wendy-Film.

Ja, ich höre schon die Fraktion der Helikoptermütter aufschreien: »Böse Celeste, wie kannst du nur …«

  • Das arme Kind wollte doch nur streicheln
  • Wir waren doch alle mal so.
  • Dafür muss man Verständnis haben.
  • Wenn sie sich doch auskennt, passiert ja nichts.
  • Wir haben alle so angefangen.
  • Die 5 Minuten kann man sich doch nehmen.
  • Man muss dem Kind doch eine Chance geben.
  • Vielleicht ist ja auch nur die Mutter scheiße, da kann das Kind nichts für.

Meine lieben Freunde, sorry, aber ihr könnt mich mal muscheln.
Es gibt Tage, da möchte ich nicht nur meine Ruhe, da brauche ich meine Ruhe. Mein Leben ist anstrengend, oft über alle Massen. Ich versuche sogar meinem Umfeld immer wieder zu gefallen, selber nicht aufzufallen, und allen das Leben zu erleichtern. Ich bin nett, höflich, hilfsbereit, und einem Großteil der Menschen fällt nicht mal auf, dass ich Autist bin, da ich selbst meine Ticks und Zwangshandlungen minimiere, soweit es geht.
Aber es gibt Tage, da möchte ich keine Menschen sehen. Da möchte ich mit niemandem reden und schon dreimal nicht in die Situation kommen, dass man mich unbewusst berührt oder ich jemanden anfassen muss. Da möchte ich mich nur mit Personen umgeben, die mich kennen und bei denen ich sein darf, wie ich bin. Personen, die mich und meine Pferde kenne und auf die ich nicht achten muss. Jene, welche sich alleine im Stall bewegen können und dürfen, eben weil sie mit meinen Pferden und meine Arbeitsmethoden vertraut sind. In diesem Fall war das meine Freundin, welche dabei war und der ich blind vertraue. Aber ein fremdes Kind, das ist eine ganz andere Baustelle, denn ich bin ein verantwortungsvoller Pferdebesitzer. Ich achte dann auf das Kind an meiner Seite, denn ich möchte das ihm nichts Dummes widerfährt. Denn auch wenn ›es sich ja auskennt‹ weiss ich ja nicht, ob der Erfahrungsschatz über 3x Nase kraulen und Kirmesreiten hinausgeht. Dazu kommt, dass ich schon live erlebt habe, das selbst 3 Jahre Reitschule keinen erfahrenen Pferdebesitzer aus einem gemacht haben. Weder auf noch neben dem Sattel.
Von daher muss ich ganz klar sagen, dass ich in der Aufsichtspflicht bin, wenn ich ein fremdes Kind oder allgemein eine fremde Person mit rein zu meinen Pferden nehme. Und dann muss ich dafür sorgen, dass weder das Kind noch die Pferde durch eine unachtsame Aktion zu Schaden kommen.
Und dazu muss ich:

  • Zeit haben
  • Geduld (man weiß nie, was es für eine Kackbratze ist und ob sie sich an Regeln hält)
  • Lust haben den Erklärbär zu mimen.
  • Erklären, das ich keine Reitstunden gebe und kein Ponyhof bin zur dauerhaften Bespaßung.

Und ja, ich muss das dann sehr deutlich machen, das solche Aktionen ein Einzelfall sind. Und das Kind nicht bei jedem Besuch dann automatisch wieder Gast ist, oder sich gar alleine zu den Pferden auf in den Stall machen darf. Denn oft genug hörte ich nach solchen Einzelfällen das ›die Kleine ja nun dann öfters auch alleine vorbeikommen könne, denn … – wer ahnt es – … sie kenne sich ja jetzt auch hier aus.‹
Das sind dann Momente, in denen ich laut schreien möchte.

Von meinen persönlichen Befindlichkeiten einmal abgesehen, kommen die Mütter nicht darauf, dass man auch ab und an seine Ruhe haben möchte?  Das es nicht der Wunsch eines jeden Pferdebesitzers ist die Brut der Supermutti zu hüten? Zu jeder Zeit? Oft auch noch ungefragt? Schließlich haben alle Pferdebesitzer neben ihren Pferden auch noch ein normales Leben, mit Familie, Job, Haushalt und deren Freuden wie auch Nöten und Sorgen. Und nicht selten nutzen wir doch die Zeit bei unseren Pferden, um ab und an mal die eigene Nase am Pferdehals zu vergraben, damit wenigstens für einen Moment, Stress und Sorgen vergessen sind.

Und da möchten die wenigsten ihre oft schon knapp bemessene Zeit opfern, um den Kinderhort für ein fremdes Kind zu mimen. Denn auch das hatte ich schon. Eltern, die dann meinten ›du bleibst nun bei der Tante und wir gehen ins Dorf. Die hat ja eh bei den Pferden zu tun, dann kannst du auch da bleiben, bis wir dich in ein paar Stunden wieder holen.‹
Was zur Hölle denken sich solche Eltern eigentlich?
Im oben genannten Fall hatte die Dame zwar meiner Freundin mitgeteilt, das ihr Sprössling nun auch an die hinteren Pferde möchte. Aber den Verweis mich selber zu fragen nahm man nicht an. Verzeihung, dass nicht gleich der rote Teppich ausgerollt wurde und das Kind auf Rosenblättern zu den hinteren Pferden geleitet wurde.  Nein, ich habe tatsächlich erst einmal in Ruhe, wie angekündigt, meine Pferde versorgt und die abendliche Fütterung gestaltet. Ich habe Luft geholt und mit meiner Freundin währenddessen geplauscht. Es dauerte keine 5 Minuten dann zog die Dame samt Kindern schmollend wieder ab. Gefragt hat sie mich nicht mehr ob das Kind rein darf. Gut, ich gestehe, ich hätte sicher nicht nein gesagt, dem Kind zuliebe. Dennoch wäre es mir unpassend und unangenehm gewesen. Denn an diesem Tag brauchte ich einfach Ruhe und Pferde und keine Kinderbespaßung.

Falls die Übermutterfraktion nun wieder tadelnd das Haupt schüttelt, Holz für den Scheiterhaufen findet ihr zu eurer Linken, rechts die falschen Bärte für die Steinigung.
Otternasen, Ozelotmilch und Wolfzitzenchips, finden sich im Bauchladen der Verkäufer.
Denn mag man mich nun verurteilen, weil ich nicht immer wie Mary Poppins bin und die Kinder tanzend und mit einem Lied auf den Lippen bespaße, so sage ich doch wirklich , wirklich selten nein.
Meist kommt nur dann ein ›Nein‹ über meine Lippen, wenn ich gerade auf dem Sprung und in Zeitdruck bin, und nur schnell meine Bande versorgen möchte. Sollten diese Ausnahmen dennoch zuviel sein und die Wünsche nach der Kreuzigung meinerseits in euch hervor rufen (ich erinnere mich an einen ähnlichen Blogbeitrag, bei dem es viele böse Leserstimmen der Helikoptermütter gab), so sage ich es einmal deutlich mit dem Buchtitel meiner Oompa Loompa:
»Liebe Supermami, du kannst mich mal!«

In diesem Sinne flauschige Grüße
Celeste