Kuriositäten bei der Pferdesuche

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der Zwischenzeit? Nachdem ich den Tod von Herrn Pony erst einmal verdauen muss, und letztes Wochenende meine Oompa Loompa Julia zu Besuch war, haben wir gemeinsam beschlossen, dass doch wieder ein Pony, oder auch zwei, zu meiner Bande dazu sollen. Zwar ist noch nichts spruchreif, so haben wir trotzdem die eine oder andere Verkaufsanzeige gelesen.

Eigentlich sind wir in der Auswahl recht frei, denn außer das es ein Pony sein soll steht bis jetzt nichts fest. Das ist auch eigentlich das Gute daran, weil das Angebot ist wirklich groß und vielfältig. Und ohne mich selber loben zu wollen, es käme ja auch in gute Hände: Meine Herde ist ponyerfahren, ich jungpferdeerfahren, Platz ist mehr als genug da und sie alle leben im Offenstall. Züchten möchte ich nicht mehr, sondern einem Pony eine Familie bieten.
Letztendlich ist es egal, ob es ein Wallach, eine Stute, ein Jungpferd oder zwei Fohlen wären. Die Möglichkeiten sind in alle Richtungen flexibel, aber die Auswahl ebenso.

Heidernei was sieht man da nicht alles …

  • Shettys / Minis, ohne Papiere für vierstellige Preise.
    (Da fragt man sich, ob der Preis Wunschdenken ist, oder die Besitzer etwas geraucht haben.)
  • Ponymixe, mit mehr als fragwürdigen Elternkonstellationen, die angepriesen werden wie ein Wundermittel aus dem teleshopping Kanal.
    (Wenn so etwas kein Unfall ist sondern gewollt, dann bin ich mir ganz sicher, das etwas geraucht wurde.)
  • Shettys / Minis, die mit Rehe oder Ekzem zu ›Normalpreisen‹ angeboten werden.
    (Frei dem Motto irgendein Dummer wird sich finden.)
  • Shettys, denen der Schlachter droht, wenn sie nicht für 800 € ausgelöst werden.
    (Klar soviel zahlen ja auch die Schlachter, wer‘s glaubt …)
  • Shettys / Minis, mit Fehlstellungen an Zähnen oder Beinen
    (Egal ob da noch Spätfolgen kommen oder nicht, Hauptsache weg damit und das möglichst gewinnbringend bitte.)
  • Shettys, die günstiger ohne Papier verkauft werden sollen.
    (Da möchte man nicht wissen, was mit den Papieren geschieht)
  • Und nicht zu vergessen: die ganzen Hengstfohlen
    Diese werden ab 250 € prämiert mit Papieren, was absolut Okay ist, bis zu überteuerten 1000 € angeboten. Und das am besten noch in Fuchsfarbe …
    Frei dem Motto: Jetzt wird alles angeboten, und fast alles als Sonderfarbe deklariert, in der Hoffnung das sich ein ahnungsloser Schlumpf findet.Nicht dass ich nicht wüsste, was ein Fohlen in der Aufzucht kostet und wert ist, aber man muss doch auch einmal realistisch sein.

Wenn die Hengstfohlen nicht gerade die zukünftigen Köranwärter sind, dann wird ein Züchter diese kaum behalten. Denn er besitzt im Normalfall ja den Vater, und somit den Grundvererber der Blutlinie.
Mit dem Sohn macht Zucht und Aufzucht entsprechend keinen Sinn. Die Stutfohlen können erwachsen ja noch von Pachthengsten belegt werden. Aber sieht man nicht den zukünftigen Champion in dem kleinen Zwerg dann wird man diesen kaum behalten. So sind mehrere Hengstfohlen jeden Sommer schlichtweg Ausschussware in der Zucht, so hart es auch klingt. Da helfen auch keine Kulleraugen und noch so flauschiges Fell.
Und neigt sich der Sommer dem Ende und der Herbst kommt, dann werden die Zwerge abgesetzt und müssen aufgestallt werden. Dann wird der Platz rar und die bis dato  prämierten wundervollen Hengstfohlen, wie auch nicht verkaufte Stutfohlen, zu mehr als günstigen Angebotspreisen verkauft. Man könnte auch sagen verschleudert.
Denn es ist ja nicht nur das diese Fohlen sonst über den Winter mit gefüttert werden. Ebenso kommen Kosten für Impfungen und Schmied, Wurmkuren und Versicherung dazu. Und wenn man Pech hat mitunter ungeplante Tierarztkosten. Daher kann man  überlegen, was günstiger ist: Die Absetzer über den Winter durchfüttern, oder gegebenenfalls vorher sehr günstig verkaufen.
Ob das fair ist oder nicht ist für den Käufer, und in dem Fall auch ehrlicherweise für mich, irrelevant.
Denn mit Zucht verdient man kaum noch etwas, und bevor man weitere Unkosten auf sich nimmt, ist ein günstiger Verkauf in gute Hände einfach sinniger. Frei dem Motto: Verdient wird an den ›Kracher‹-Fohlen in Sonderfarbe, aber alles andere ist Ausschuss, der wenigstens die Aufzuchtkosten abdecken sollte. Das hört sich zwar gruselig an, ist aber wenn man ehrlich ist realistisch.

So lehne ich mich also zurück und warte entspannt welche/s Pony/s mich finden wird. Eilig habe ich es nicht mit der Pferdesuche, und ich kann auch den Herbst geduldig abwarten. Mag ich auch nicht die ›Eierlegende Wollmilchsau‹ suchen, veralbern lasse ich mich beim Preis nun wirklich nicht.
Ich warte einfach ab, schmunzel über die Anzeigen mit den horrenden Preisen, die sich stetig wiederholen und hoffe das auch diese Ponys ein schönes und liebevolles Zuhause finden.
Was mich finden wird und letztendlich in die Familie eingeladen wird, wer weiß, ihr werdet es natürlich erfahren. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Nur ein Pony?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Die Woche ist wieder einmal mehr als im Fluge vergangen, und wie einige von euch sicher mitbekommen haben, wurde sie von einem traurigen Ereignis überschattet.
Herr Pony, welcher 18 Jahre an meiner Seite war, ist sehr plötzlich verstorben. Auch wenn er friedlich im Schlaf verstarb und nicht mehr aufgewacht ist, den Schock muss ich euch sicher nicht beschreiben.
Einige von euch kennen das Gefühl des Verlustes, haben sie schon das eine oder andere Pferd, Pony oder Haustier zu Grabe getragen. Anderen von euch steht dieses Ereignis noch bevor, und viele haben sicher berechtigte Angst vor diesem Tag.
Dennoch gehört der Tod zum Leben, und ich begleite meine Tiere bis zum letzten Tag. Auch darüber hinaus kümmere ich mich sorgfältig darum den Rest der Herde zu schützen, den Papierkram zu erledigen, oder den Abdecker nicht nur zu informieren, sondern auch bei der Abholung anwesend zu sein.
Und auch wenn ich nicht zartbeseitet bin, zwei Tage auf den Abdecker warten, bei 35 Grad, waren nicht unbedingt ein Erlebnis, das ich einem Pferdehalter wünsche.

Dementsprechend war mein Gemütszustand nicht wirklich flauschig in den letzten Tagen. Spannend für die Personen in meiner Umgebung, die bis dato immer noch glaubten das ein Asperger Autist keine Gefühle besitze. So habe ich doch, als sonst immer sehr neutraler Mensch, Rotz und Wasser geheult. (Nebenbei Autisten haben Gefühle, und sie werden davon derart überschwemmt das sie einfach lernen diese auszublenden und zu kontrollieren. Das ist wie bei den Vulkaniern: Die Gefühle sind immer da, man lässt es sich meist nur nicht anmerken)
Während ich mich also in den letzten Tagen vergraben und einen Kuchen nach dem anderen gebacken habe (das hatte schon etwas von Izzy aus Greys Anatomy), so hat meine Familie schon überlegt, ob ich ein neues Pony irgendwann möchte, und mir auch die eine oder andere Verkaufsanzeige unter die Nase gehalten.
Aber so ist meine Familie eben, sie weiß das Pferde mein Leben sind und deswegen liebe ich sie. Sie verstehen meine Verbindung zu den Pferden und auch meine Trauer darüber.

Anders sind da fremde Personen, die meine Trauer nicht verstehen können, den plötzlichen Wandel von der immer fröhlichen Celeste, zu der stillen und Ruhe wünschenden Person. Ja, das Pony ist gestorben. Hm, mag ja traurig sein, aber das man so in ein Loch fällt? Es war doch NUR EIN PONY…
Und ich habe ja noch große Pferde, die kann man doch sogar reiten …
Das Verständnis über die Trauer wegen dem ›alten‹ kleinen Ponys ist nicht gegeben.
Schätzeleins, ganz ehrlich? Euch hat man doch ins Gehirn geflauscht!
Ich liebe alle meine Pferde, meine Katze wie auch meine Kaninchen, ebenso liebe ich meinen Mann und meine restliche Familie …
Aber Herr Pony war ein Teil dieser Familie und unersetzlich für mich.
Denn Pferde – egal ob groß oder klein – sind:

  • Seelentröster
  • Geheimnisbewahrer
  • Beste Freunde
  • Vertraute

und wie man nicht oft genug erwähnen kann: Familienmitglieder

Es sind die Pferde / Ponys …

  • denen wir unsere Träume ins Ohr flüstern.
  • an deren Hals wir viele Tränen geweint haben.
  • die täglich an unserer Seite sind.
  • deren Wiehern unser Herz aufgehen lässt.
  • deren Fell für uns weicher als jede Decke ist.
  • mit denen wir stolz spazieren gehen.
  • die wir nicht reiten mussten, um glücklich zu sein.

Nein, es sind nicht NUR Ponys, es sind Ponys, auf die wir stolz sind!

Und wenn uns so ein Freund und Seelenpartner verlässt, dann ist das schmerzhaft, es ist traurig, und gottverdammt dann bin ich eben ein Trauerkloß und backe einen Kuchen nach dem anderen. (Die Kuchen machen dann wenigstens mein Umfeld glücklich.)
Aber ich möchte nicht hören, das es NUR ein Pony war! Denn dieses Pony gehörte zur Familie und gab mir mehr, als manche Menschen es je können werden.

Vielleicht wird irgendwann ein neues Pony bei mir einziehen, das wird sich zeigen. Aber das kann weder Herrn Pony ersetzen noch den Schmerz lindern. Aber es kann eine Chance sein für ein kleines Pony, das ein Familienmitglied werden möchte, anstatt irgendwo NUR ein Pony zu sein …

Flauschige Grüße
Celeste

Reitbeteiligungen, Pflegemädchen oder kostenloser Stallbursche?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen und ihr genießt dieses wunderschöne und sonnige Wetter!
Mein letzter Sonntagsbeitrag hat nicht nur viel Anklang gefunden, nein, ich bekam auch massig Rückmeldungen dazu. So viele Pferdebesitzer haben sich im Beitrag wieder erkannt, und mir das auch geschrieben. Nein, sie haben sich nicht als verwöhnte Göre, sondern als Mädchen in gebrauchten Reitsachen gesehen. Als man sich als Pflegemädchen die Reitstunden noch erarbeitet hat. Man hatte nur wenig, hat hart geschuftet, aber man war glücklich und zufrieden.

Damals war es auch noch deutlich einfacher, es gab:

Pferdebesitzer
Diese waren wohlhabend und das Pferd war auch eine Art Statussymbol. Wer sich damals ein Pferd leisten konnte hatte Geld, oder ließ zumindest bewusst diesen Schein wirken.
Geld gab man höchstens aus, für Stallmieten, Reitlehrer, Zubehör und Trainer. Auch den Pflegemädchen steckte man gerne mal etwas zu. Aber man nahm kein Geld an. So etwas wie eine Reitbeteiligung heute, gab es nicht. Denn Geld nehmen war absolut verpönt, schließlich hatte man das nicht nötig.

Reitschüler
Diese begnügten sich mit mehr oder minder guten Schulpferden. Der Reitlehrerton war oft so harsch, dass man ihn noch zwei Gebäude weiter hören konnte. Aber sein Wort war Gesetz. Es wurde weder in Frage gestellt noch daran gerüttelt. Selbiges galt natürlich auch für den Stallmeister.

Pflegemädchen
Meistens vergaben die wohlhabenden Pferdebesitzer ihre Pferde als Pflegepferde. Eigentlich war man als Pflegemädchen für jede Aufgabe zuständig, welche einem der Pferdebesitzer ERLAUBTE.
Ja erlauben, denn auch putzen, Sattelzeug wienern, ausmisten, Turniertrottel spielen oder gar die Krankenpflege übernehmen dürfen, war fast eine Auszeichnung. Schließlich ließ der Pferdebesitzer einen mit seinem wertvollen Pferd erst unter Anleitung, und später eigenständig agieren. Und wenn man mal zum Trockenreiten aufsitzen durfte, dann war das ein Highlight, das einem neidische Blicke der anderen Pflegemädels bescherte.
Unter den Pflegemädels war es oft ein Wettkampf: Wer ergattert ein Pflegepferd? Wessen Pferd ist das schönste, das best gepflegte, welche Box am saubersten gemistet usw.
Dennoch war der Zusammenhalt, trotz Kokurrenzdenken, groß. Das Sattelzeug wurde stundenlang zusammen geputzt und Rüben täglich für das Futter gesäubert. Zusammen wurde bei der Heuernte tagelang geholfen, trotz Heuschnupfen und tränenden Augen, und oft genug wurde im Stall übernachtet.
Und machte man seine Arbeit gut und war wirklich talentiert, ja, dann durfte man auch sehr oft reiten. Und wenn man dann vom Stallmeister oder Bauern in die private Küche eingeladen wurde, und man einen heißen Kakao und ein belegtes Brot bekam, dann war das der Himmel auf Erden.

Heute sind die Zeiten anders … Jetzt gibt es:

Reitbeteiligungen
Hier zahlt man Betrag X um das Pferd zu bestimmten Zeiten nutzen zu dürfen. Manchmal wird die Summe reduziert, wenn noch gewisse Stalldienste übernommen werden, aber es bleibt immer bei einem festen Beitrag für eine bestimmte Anzahl an Reittagen.
Eigentlich eine nette Idee für viele Reiter, die kein eigenes Pferd haben können. Dennoch hat dieses Geschäftsmodell seine Schattenseiten.
Viel zu oft gehen ungeübte  Reiter an ein Privatpferd. Sie denken das einige Reitstunden auf dem braven Schulpferd ausreichen, um reiten zu können. Eigentlich ist es kein Wunder wenn dies dann schief läuft, denn viele Schulpferde sind Selbstläufer, und von gut ausgebildeten Privatpferden Meilenweit entfernt.
Umgekehrt gibt es aber auch schlecht ausgebildete Privatpferde, bei denen dann die Reitbeteiligung den Ausbilder übernehmen soll. Nur statt für die Ausbildung Geld zu bekommen, sollen sie auch noch dafür zahlen. Fehlt dann nur noch das sie nach getaner Arbeit auf der Plantage Baumwolle pflücken sollen.
Ebenso gibt es leider Pferdebesitzer welche sich mit den Unterhaltskosten eines Pferdes übernommen haben, und dieses dann ausschliesslich über Reitbeteiligungen finanzieren. Auch nicht unbedingt sinnvoll. Zum einen, ist es für das Pferd nicht schön, wenn in der Woche drei verschiedene Reiter darauf herumgurken, zum anderen reiten diese wahrscheinlich auch mit unterschiedlichen Ansichten und Erziehungsmethoden. Und entgegen eines Reitschulpferdes steht dann kein Lehrer an der Bande der sie auch mal zurecht pfeift und an einen konstanten Ausbildungsweg erinnert.
Natürlich gibt es auch Traumkonstelationen zwischen Pferd, Besitzer und Reitbeteiligung. Und zwar genau dann wenn beide Reiter an einem Strang ziehen und den gleichen Ausbildungsweg wählen. Das bedeutet, die Reitbeteiligung den ausgesuchten Weg des Besitzers akzeptiert, aber der Pferdebesitzer auch Vorschläge der Reitbeteiligung überdenkt, wenn sie dem Pferd zugutekommen.
Unschön sind dagegen Reitbeteiligungen die sich für das ›heißeste Wiener Würstchen‹ halten. Frei dem Motto ›Ich zahle schließlich, also mache ich was ich will.‹
Oder auch gern gesehen ›Ich habe eh mehr Ahnung als der Besitzer, der sich nieeee kümmert!‹
Tja Schätzelein, was soll ich sagen. Wenn du über ein Pferd bestimmen willst, dann kauf dir eins. Aber nur weil du eine Reitbeteiligung bist hast du kein Bestimmungsrecht. Schön wenn der Pferdebesitzer auf deine Vorschläge eingeht, aber das muss er nicht. Und Alleingänge die nicht abgenickt wurden, sind weder cool noch sinnig. Willst du deine Selbstfindung an einem Pferd ausleben, dann ist ein eigenes sicher sinnvoller. Dann kannst du ja mal schauen, wie praktisch so eine aufmüpfige allwissende Müllhalde, äh Reitbeteiligung, ist.
Wichtig ist daher ein gut aufgesetzter Vertrag der beiden Seiten Rechte wie Pflichten verdeutlicht. Denn alles was schon schriftlich festgelegt wird bietet kein Streitpotential mehr. Sicher kann man sich als Reitbeteiligung mit einem sehr genauen Vertrag eingeschränkt fühlen. Allerdings sollte man auch den Vorteil für sich erkennen das einem viele Streitgespräche erspart bleiben, zB *was wenn das Pferd für längere Zeit nicht reitbar ist* oder *darf ich einen fremden Trainer buchen* usw.
Wenn man sich also für eine Reitbeteiligung entscheidet, sollte man vorher ein sicherer und geübter Reiter sein. Ebenso sollte das Pferd passend zu den eigenen Reitkünsten ausgesucht werden. Passen dann die eigenen Wünsche mit denen des Pferdebesitzers überein dann steht einem freudigen Zusammensein nichts im Wege.

Reitschüler
Diesen muss man heutzutage fast den Arsch pudern.
Zuviel Kritik?
Der Lehrer ist böse und wird gewechselt.
Das Pferd lässt sich nicht gut reiten?
Dann wechselt man die Reitschule, denn Pferd und Lehrer sind schuld.
An sich selber wollen die wenigsten arbeiten, reiten soll leicht und flauschig sein. Voller Vertrauen, will man lieber mit Halsring über die Feldwege schweben. (Erlaubt mir an dieser Stelle einen kleinen Anfall von Brechreiz, mit Hinweis auf die Strassenverkehrsordnung)
Reitlehrer und Trainer werden gewechselt wie die Unterhosen, und das ist kein Wunder, gibt es inzwischen eine wahre Plage von selbsternannten Trainern, die wahre Wunder versprechen. Nein, man muss nicht mehr an seinen Reitkünsten arbeiten, man muss nur den richtigen Trainer finden der lobhuddelnd sein System vermarktet.

Das Pflegepferd
Auch das gibt es heute noch, wenn allerdings meist mit deutlich anderen Vorstellungen als damals. Meist werden diese nur noch für unreitbare Pferde, oder Ponys gesucht. Frei dem Motto ›Wer reiten will soll auch zahlen‹ und für die unreitbaren und zu kleinen Ponys bleiben dann eben die Pflegemädchen. Dazu haben viele auch einfach die Nase voll von aufmüpfigen jungen Damen. Denn galt damals noch den Pferdebesitzer mit Respekt und Höflichkeit zu behandeln, gilt nun eine dezente ›leck mich‹-Einstellung. Nicht selten mit der Einstellung ›Ich zahle lieber 50 € für eine Reitbeteiligung, als das ich mir alles vorschreiben und sagen lassen muss‹. Oft ist auch die Arbeit rund ums Pferd ein Punkt, warum es immer weniger Pflegemädchen gibt. Denn neben Schule und ›Lifestyle‹ bleibt immer weniger Zeit und Lust auf Weide abäppeln oder Boxen misten. Schließlich ist das auch eine Mammutaufgabe, wenn man in der einen Hand das Handy und in der anderen die Mistgabel halten muss. Nicht das noch einer der neu gemachten Gelnägel abbricht.
Ja ich weiß, das war gemein und natürlich sind nicht alle so. Es gibt sie immer noch, die bemühten Mädchen die arbeits- und lernwillig sind. Die Fachwissen aufsaugen wie ein Schwamm und ehrlich ums Pferd bemüht sind. Aber sie werden leider immer seltener.

Der unschöne Trend inzwischen auch für eine Pflegebeteiligung Geld zu verlangen finde ich genauso grausig, denn ein gutes Pflegemädchen auf das man sich verlassen kann ist Gold wert.

Nun ja, was soll ich sagen, die Zeiten ändern sich. Ich habe nie eine Reitbeteiligung an meinen Pferden gehabt, Pflegemädchen dagegen schon. Und sie alle mussten durch eine harte Schule, mit viel Arbeit und Gehorsam. Und dennoch wurden sie auch von mir verwöhnt und belohnt. Ich würde mir wünschen das einige Pferdebesitzer wieder von der Reitbeteiligung weggehen, und mehr Pflegerinnen eine Chance geben. Sicher gibt es Mädels die eine ›das kostet, nix also muss ich mich nicht anstrengen‹-Einstellung haben, aber auch diese kann man schnell aussortieren.

Wir Pferdebesitzer haben soviel das wir weitergeben können: Fachwissen, Erfahrung und die Möglichkeit neue Reiter anzuleiten. Sicher geht dies nur, wenn man die Zeit und die Lust dazu hat, aber wer weiß, vielleicht versucht ihr es doch einmal wieder.

Und wenn nicht, ist das absolut in Ordnung, trotzdem denke ich, wie auch viele von euch, sicher gerne an die Zeit von früher zurück, als ein Pflegepferd etwas Wertvolles war.

Flauschige Grüße
Celeste

Eltern als Goldesel?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in den letzten stürmischen Tagen? Bei mir hat der Sturm doch glatt zwei Bäume zerlegt. So widme ich mich also – mal wieder – der Weidepflege, wie auch der Zauninstandhaltung der Sommerweiden. Die Akku-Sense aus meinem letzten Test ist mir übrigens nach wie vor eine große Hilfe dabei.

Und wenn ich dann meiner freien Zeit fröne, zappe ich – wer hätte es erraten – wie immer durch das Internet. Ich liebe Pferdegruppen und auch die Unterhaltungen darin, denn oft finde ich dort Ansätze zu meinen Blogbeiträgen. So stolpere ich diesmal über Aussagen, von recht jungen Damen, welche noch Daheim wohnen, die in etwa so lauteten:

  • Das meine Eltern mir ein Pferd kaufen müssen, ist völlig normal.
  • Natürlich zahlen meine Eltern alle Kosten meines Pferdes.
  • Den Stall suche ich natürlich aus, er muss ja meinen Ansprüchen genügen. Meine Eltern müssen das dann eben in Kauf nehmen wenn es teurer wird.
  • Sie zahlen auch Lehrgänge und Turniere, wie soll ich sonst erfolgreich werden?
  • Alle meine Freunde haben verschiedene Zubehörsets, da müssen meine Eltern mir das auch kaufen, damit ich mithalten kann.
  • Das Auto das ich zum 18. Geburtstag bekomme, muss aber einen Hänger ziehen können, und natürlich von Marke *Nobelhobel* sein, denn sonst taugt das ja nichts.
  • Das sie den Führerschein bezahlen ist auch völlig normal, denn ich muss ja zum Stall kommen. Ich will ja nicht ewig auf den Bus warten.
  • Mein Handy muss auch neu und modern sein, damit ich am Stall immer erreichbar bin.

Und das sind nur einige Beispiele von vielen, welche mir in letzter Zeit begegnet sind. Da denke ich mir auch: Was zur Hölle? Brennt’s bei euch?
(Wenn ja, könnte waschen und ein Antibiotikum helfen, aber kein Pferd!)
Wie kommt ihr darauf, das eure Eltern euch diese Sonderwünsche finanzieren MÜSSEN? Oder das es natürlich und selbstverständlich ist, wenn sie ihr hart verdientes Geld für eure Wünsche ausgeben?

Als ich jung war – kurz nachdem die Dinosaurier ausgestorben sind – gab es eine solche Einstellung nicht. Da gab es die Mädchen mit den wohlhabenden Eltern, welche Ponys besaßen, und die normalen Kinder, welche dann deren Pflegemädchen waren. Das war ein Job der nicht nur heißbegehrt, sondern auch mit viel Arbeit verbunden war. Denn logischerweise gab es mehr Pflegemädchen als freie Pflegepferde, und man legte sich mächtig ins Zeug um einen solchen Posten zu ergattern.
Reitstunden waren damals ebenso nicht selbstverständlich, sondern etwas das man vielleicht zu Weihnachten oder Geburtstagen bekam. Denn 10er Karten waren teuer, und das Geld dafür musste zusammen gespart werden. Oft hat man sich mit Stallarbeiten Reitstunden verdient, und selbst wenn man nicht reiten durfte, verbrachte man alle Freizeit im Stall.
Die Reitausrüstung bestand oft nur aus alten Jeanshosen, Turnschuhen oder alten Gummistiefeln. Und wenn ein Turnier anstand, dann wechselte man mit der Freundin die einzige weiße Reithose, im geliehenen alten Pferdehänger.
Nicht selten waren drei Mädchen in der gleichen Hose unterwegs. Auch Kappe und Stiefel wurden weitergereicht, denn man teilte das wenige, das man hatte.
Ja, wir waren damals sicher nicht reich und anspruchsvoll, und wir haben für unsere Träume gearbeitet! Wir wären nie auf die Idee gekommen, solche Geschenke von unseren Eltern einzufordern.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals zu Weihnachten (nach vielen Jahren in Jeans und Turnschuhen) einen Gutschein für ein Reitgeschäft bekam. Für diesen hatte meine gesamte Familie zusammengelegt und er betrug 150 DM. (Nicht Euro!)
Auch wenn dies heute sicher einer einzigen Sammlerschabracke entspricht, damals war das unheimlich viel Geld.
So betrat ich das kleine Reitgeschäft in unserer Stadt. Dieses zu besuchen war immer ein Highlight. Selten konnte ich mir dort etwas kaufen, das über eine Tüte Leckerchen oder Mähnengummis hinausging. Und doch war ich mit meiner Freundin oft genug dort, nur um den Duft von Leder, Sattelseife oder Fliegenspray in uns aufzunehmen.
Die wundervollen Halfter, die glänzenden Gebisse, die hübsch aufgetürmten Putzkästen und Bürsten, an all diesen Dingen haben wir uns immer erfreut.
Oft blätterten wir durch die Fachbücher, welche es nur dort gab, und saugten alle Informationen auf wie ein Staubsauger. Denn das Internet als Informationsquelle gab es damals noch nicht.
Die Bekleidung wie Stiefel, Hosen oder Kappen und Turnierbekleidung war eine Etage tiefer. Diese Räume betraten wir nie, denn wir hatten nie das Geld für solche Dinge. Außerdem hatten Angst, das uns die Verkäufer ansprachen, und wir eine Beratung verneinen mussten. Aber an dem einem Tag hatte ich ja meinen Gutschein, und so traute ich mich dann die Treppe hinunter, in den Raum voller Reitbekleidung.
Das Angebot war überwältigend und trotz des großzügigen Gutscheins, war mein Geld sehr begrenzt und ich völlig überfordert, mit der Masse an Bekleidung. Ich hatte damals wirklich Glück, denn eine sehr nette Verkäuferin nahm sich meiner an. Wir besprachen was ich brauche. Sie stellte eine Reitkappe (die wunderschönen alten Samtkappen mit dem Gummiband), eine schwarze Knielederreithose (kratzig und mit knochenhartem Leder nach dem waschen) und ein paar Gummireitstiefel für mich zusammen.
Sie wählte nicht nur bereits reduzierte Sachen aus, sondern gewährte mir auch einen Sonderrabatt, damit mein Gutschein ausreichte. Ich glaube, heute noch, das sie an diesem Verkauf nicht viel Gewinn machte, aber mich hat sie damals überglücklich gemacht, hatte ich doch nun meine erste echte Reitausstattung.
Die Hose tat viele Jahre ihren Dienst, täglich. Oft gewaschen und noch häufiger geflickt, kratzig und unbequem, aber es war eine echte Reithose!
Die Kappe, welche soviel schützte wie ein Fliegenpubs, wurde mit kaltem Kaffee abgewaschen, damit sie nicht ausblich in der Sonne.
Und die Stiefel trug ich auch noch, als sie schon lange nicht mehr wasserdicht waren.
Ich habe diese Sachen lange in Ehren gehalten und getragen, bis sie fast auseinanderfielen.

Als ich dann endlich mein eigenes Geld verdiente, kaufte ich mein erstes eigenes Pony. Ich startete mit:

  • Einem Halfter
  • Einem Strick
  • Einem gebrauchten Sattel
  • Einer Billigtrense
  • Zwei Satteldecken (Die zweite war ein gesammeltes Geschenk meiner Arbeitskollegen zum Geburtstag)
  • Ein gebrauchter offener Putzkasten, mit altem Putzzeug meiner Freundin

Und das wars.

Keine Ansprüche à la ›ihr müsst‹ an meine Eltern. Nein, ich habe selber für alles gesorgt. Sicher kam später mehr Zubehör dazu, ebenso wie einige Pferde, aber das war meine Entscheidung und mein eigenes, hart verdientes Geld.
Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen dies von meinen Eltern einzufordern, oder es gar als selbstverständlich zu erachten.
Aber einige Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene, die noch daheim leben, sehen das anders. Sie fordern all diese Dinge einfach ein, obwohl ihre Eltern schon folgende Dinge bieten:

  • Ein Zuhause, für das sie Miete, Darlehensraten oder zumindest alle Instandhaltungskosten zahlen.
  • Wasser-, Strom- und Heizkosten.
  • Eine gesicherte Ernährung
  • Kleidung, Möbel für euer Zimmer
  • Internet, Handyverträge usw.
  • Lehrmittel für Schule, Lehre oder Studium
  • Beförderung via Auto oder Bus- und Bahntickets
  • Urlaube, Klassenfahrten
  • Zusatzkosten für Medikamente und Arztbehandlungen, welche die Krankenkasse nicht trägt.
  • Übernahme oder Bezuschussung für Hobbys, Wünsche sowie ein Taschengeld wird es sicher auch geben.

Und diese Kosten werden von dem Verdienst eurer Eltern getragen. Das heißt, sie gehen arbeiten, damit eure Kosten getragen werden. Dazu haben sie selber natürlich auch noch eigene Kosten für den Lebensunterhalt ähnlich wie eure. Dann kommen noch Versicherungen dazu, eine Altersvorsorge und nicht zu vergessen, eigene Wünsche und Träume.
Wie kommt ihr also darauf, dass sie euch eure Wünsche erfüllen MÜSSEN?
Das es ihre Pflicht ist, all euren Naupen nach zu gehen, nur weil sie euch in die Welt gesetzt haben? Eure Eltern haben durchaus das Recht zuerst auch ihre eigenen Wünsche zu erfüllen, schließlich ist es ihr sauer verdientes Geld. Sie müssen euch zwar versorgen, aber euren Sonderwünschen müssen keineswegs stillschweigend mittragen.
Und bitte kommt nicht mit dem Argument ›das Geld ist da, die haben genug‹, denn selbst wenn dem so ist, es ist IHR Geld und nicht eures.
Natürlich gibt es Familien, die man als vermögend bezeichnen könnte. Eltern, denen größere Ausgaben nicht so schwerfallen, wie einem normal verdienenden Ehepaar. Und sicher gibt es auch einige von ihnen, welche ihren Kindern gerne eine Freude bereiten. Ob dies dann durch derart grosse Geschenke gestaltet werden muss ist zwar fraglich, aber bleibt jeder Familie selber überlassen.

Von daher seid froh und verdammt noch mal dankbar, für jedes Geschenk, egal ob gross oder klein. Aber setzt bitte niemals voraus, dass dies normal in einer Familie ist, oder ihr ein Anrecht darauf habt. Denn auch wenn eure Familie vermögend ist, es ist nicht an euch darüber zu verfügen.

Wenn ihr über Geld frei verfügen wollt, geht arbeiten! Dann wisst ihr, wie lange so mancher Wunsch bis zur Erfüllung braucht.

Flauschige Grüße
Celeste

Produkttest: Akku Gras- & Strauchschere

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Nach zwei Wochen Blogpause geht es nun gleich mit einem Produkttest weiter, und zwar mit einer Akku Gras- und Strauchschere.
Alle Offenstall- oder Weidebesitzer kennen es, immer wieder muss man Zäune und Litzen von Unkraut und Gras befreien, oder aber Brennnesseln und Disteln abmähen. Und sicher ergeht es euch da ähnlich wie mir, eine echte scharfe Sense, oder gar ein Benzin Freischneider würde das eigene Verletzungsrisiko drastisch erhöhen.
Da ihr meine Blogbeiträge kennt, wisst ihr, dass ich zu unbeabsichtigten Verletzungen neige, und weiteren Blutopfern wollen wir ja aus dem Wege gehen.
Meine Lösung ist daher eine Akku Gras- und Strauchschere. Ich habe im Laufe der Jahre viele verschiedene Modelle getestet, und sie ehrlich gesagt auch mehr als zweckentfremdet, und meinen Testsieger stelle ich euch heute vor:

 

Akku Gras- & Strauchschere 10,8 Volt von Westfalia

Technische Daten

10,8 Volt/ 1,3 Ah Li-Ionen
Netzteil: 400 mAh/ 230 Volt
Ladezeit: 3 – 5 Stunden
Grasmesser: Schnittbreite 160 mm
Strauchschere: Schnittlänge 200 mm, Messerabstand 8 mm
Gewicht: 1900 g
Teleskopverlängerung: ca. 90 cm
Inklusive Radsatz, Strauch-, Hecken- und Grasmesser

Diese gibt es momentan zu einem Preis von 59,99 €, und eine kleine Gartenschere gleich gratis dazu. (Stand 04.06.2017)

Gebrauch
Man muss sich darüber klar sein, das diese Grasschere niemals für Pferdehalter entworfen wurde. Eigentlich sollte sie wohl eher das Unkraut im gepflegten englischen Garten schneiden, oder auch einige Zier- Sträucher stutzen.

Nun, bei mir hat sie ein Jahr lang Zäune freigeschnitten. Zäune mit Litzen, Zäune mit Wilddraht, und ebenso Holzzäune.

  • Dabei waren immer wieder auch Brombeeren, mit dünnen wie dicken Stielen. Alles was die Schnittbreite fassen konnte hat sie auch an Brombeeren vernichtet, egal ob frische oder getrocknete Äste.
  • Sträucher hat sie ebenso zuverlässig gestutzt, solange es in ihrer Schnittbreite lag. Zu dicke Äste kappte ich mit der gratis Gartenschere und stutzte den Rest wieder mit der Akkuschere.
  • Hatten sich die Messer doch einmal verfangen, konnte man sie mit einem kurzen Ruckeln wieder lösen.
  • Immer wieder haben sich – durch meine eigene Dummheit – die Messer bei mir im Draht verfangen, weil ich den Wildzaun hinter dem Unkraut nicht sah.
    Dicken Wildzaun schneidet sie natürlich nicht, aber trotz dessen, dass mir das wirklich sehr oft passiert ist, wurden die Messer NICHT stumpf! Wie oft sie das schon problemlos ausgehalten hat grenzt für mich an ein Wunder.
  • Feines Gras schneidet sie auch mit dem Heckenscherenaufsatz zuverlässig, obwohl es dafür einen extra Aufsatz gibt. Ich habe den Aufsatz also nie wechseln müssen, was natürlich meinem Faulschlumpf-Gen sehr entgegen kommt.
  • Der Akku hält etwa eine Stunde und ist von der Form her sehr klein. Ich fand das unheimlich praktisch da man ihn einfach in die Tasche, oder Hosentasche stecken kann um ihn mit nach Hause zu nehmen. Die Ladezeit war ebenso ziemlich schnell, ich schätze, nicht mal eine Stunde.
  • Die Schere lässt sich in vielen Winkeln verstellen und anpassen, so dass man überall jede Stelle des Zaunes problemlos erreicht. Gerade das kopfüber Arbeiten bei Ästen oder Brombeeren erleichtert dies ungemein, besonders wenn man so klein ist wie ich.

 

Negativ erwähnen muss ich

  • Der Übergang vom Stil zum Handgerät hat zwei Plastikklammern als Halterung. Diese sind für den normalen Gebrauch sicher absolut ausreichend, für den Gebrauch als ›Pferdesense‹ aber nicht. Ich habe einfach beide Teile mit Sekundenkleber verbunden. So konnte ich zwar die Grasschere nicht mehr einzeln als Handgerät nutzen, aber dazu war sie – für mich – ja auch nicht gedacht.
  • Die Abdeckplatte der Messer gibt nach einigen Monaten nach. Auch hier wurde nur mit Plastikhaltern gearbeitet.
    Was soll ich sagen, das gute alte Isolierband richtet es. Nicht schön, aber haltbar. Herum gewickelt und die Platte hält 1 a.

Fairerweise muss man auch hier sagen, das Gerät wurde wirklich mehr als an alle Schmerzgrenzen getrieben. Ebenso bot Westfalia gleich an das Gerät zurück zu senden, als die ersten Klammern ihren Dienst aufgaben.
Die Fehlerquelle liegt hier aber einzig am nicht üblichen Gebrauch, nicht am Gerät selber.

 

Zusatzoptionen

Ersatzstrauchmesser zu Akku Gras- und Strauchschere
19,99 €
Bis jetzt war trotz enormer Mehrbelastung kein Ersatzmesser nötig.

Ersatzakku zur Akku Gras- und Strauchschere 10,8 Volt Li-Ion
29,99 €
Eine schöne Option, wenn man länger am Stück arbeiten möchte. Allerdings hält auch nach einem Jahr der beiliegende Akku ohne zu schwächeln, oder Verbrauchszeit einzubüßen.

Sägenvorsatz für Gras- und Strauchschere
24,99 €
Eine spannende Option, die ich bei Gelegenheit noch austesten möchte.
Denn das man die Möglichkeit hat das Akkugerät in eine Astschere umwandeln zu können, ist schon eine sehr interessante Zusatzoption. Oft kürze ich Pfosten oder Latten oder kleine Balken bei Umbauarbeiten, da wäre die Alternative zur Handsäge eine schöne Idee.
Sollte ich es testen, gebe ich selbstverständlich Bescheid. 😉

Fazit

Ein wirklich gutes und günstiges Gerät, das für den Pferdegebrauch so nicht gedacht war. Und obwohl es nicht nur zweckentfremdet, sondern bis an die Belastungsgrenze getrieben wurde, hält dieses Gerät, was es verspricht.

Das die Messer und die Stielhalterung dem Sensengebrauch nicht stand gehalten habe kann ich nicht negativ bewerten, das wäre unfair. Denn dazu ist dieses Gerät einfach nicht entworfen worden. Wer aber mit ein paar Klebestellen leben kann, der wird hier eine gute Hilfe für die Weidepflege finden.

Von daher vergebe ich 5 von 6 Flauschepunkten

Flauschige Grüsse
Celeste

Spenden, Hilfsbereitschaft und andere Sorgen

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen? Heute widmen wir uns einem Thema, das ich schon eine Weile auf den verschiedenen Onlineplattformen beobachte: Bettel- und Spendenpostings.

Ich weiß nicht, ob ihr auch schon über sie gestolpert seid, aber sie klingen meist ähnlich:

  • »Suche Pferdesachen egal was, umsonst oder bis 5 €.«
  • »Suche Pferdesachen oder Spenden für meine Tierschutzfälle.«
  • »Habe ein Pferd gerettet und suche nun Spenden.«
  • »Habe nicht viel Geld, aber brauche Zubehör, bitte umsonst oder billig.«
  • »Habe hohe Tierarztkosten, bitte spendet, sonst muss es erlöst werden.«
  • »Möchte ein Pferd vom Schlachter freikaufen, bitte spendet! Auch Zubehör.«

Um einfach ein paar Beispiele zu nennen.

Und schon tauchen die Mädels aus dem Off auf und bieten ihre Ware an. Meist ist es Ramsch, den sie in den Pferdeflohmarktgruppen nicht verkauft bekommen. Zu alt, zu verlottert und manchmal regelrecht versifft. Aber vielleicht findet sich so ja ein Abnehmer, der doch noch 2 € zahlt? Schließlich ist das ja für einen guten Zweck, da gibt es den polierten Heiligenschein gleich gratis dazu.
Das sie allerdings meist keine Antwort auf diese wirklich selbstlosen Angebote bekommen, liegt nicht selten daran, dass wirklich Spendenwillige auftauchen, die gleich ganze Päckchen packen.
Vollgestopft mit alten Sachen und guten Wünschen, werden diese unbedacht an die vermeintlich hilfsbedürftige Person geschickt. Im besten Glauben, das man einer armen Person mit einem leidenden Pferd etwas Gutes getan hat.

Nicht selten gibt es später erstaunte Gesichter, wenn das verschenkte Zubehör auf einmal in Gebrauchtbörsen auftaucht. Denn nicht immer steckt hinter jedem traurigen Spendenaufruf auch ein echter Notfall. Inzwischen ist es zu einem unschönen Trend geworden, einfach nach Zubehör zu fragen, das dann mit einer traurigen Geschichte umsonst eingeheimst wird, nur um es dann zu Geld zu machen. Auch eine Art sein Taschengeld aufzubessern, wenn man so will.
Ebenso gibt es Tierschutzhöfe – natürlich neben denen, die wirklich tolle Arbeit leisten und die damit nicht gemeint sind – bei denen das Geld manchmal an andere Stellen, als die zu schützenden Tiere, wandert. Auch das gibt es, da wollen wir uns nichts vormachen.

Natürlich ist aber nicht jeder Spendenaufruf unehrlich, Gott bewahre, aber manchmal lohnt es sich genauer zu lesen, und Fragen zu stellen. Zum Beispiel:

  • Wo ist der Hof?
  • Welche Tiere gibt es dort?
  • Welche Hilfe wird genau benötigt?
    Helfer vor Ort bei der Arbeit? Futter? Zubehör?
  • Ist der Hof ein Verein bzw. eine Einrichtung oder Privat?
  • Werden Spendenquittungen ausgestellt?

Denn wenn jemand als Privatperson für 10 Pferde Spenden sammelt, aber gleichermaßen behauptet, dass alle Tierarztkosten, wie auch Futter und Versorgungskosten immer gedeckt seien, dann werde ich schon ein wenig misstrauisch. Denn um mehrere kranke oder alte Pferde/Ponys zu umsorgen, braucht es auf Dauer schon einen Lottogewinn, einen reichen Ehemann oder einen fragwürdigen Beruf. Oder aber man opfert sich und alles Geld das man verdient selber auf, und hat dazu das große Glück, das die Tierarztkosten nicht in den 5-stelligen Bereich wandern. Aber wenn man dann noch nach Zubehör bettelt, kommt doch die Frage auf: Warum?
Ein Halfter kostet 5 -10 €, wenn es nicht die ›Haris-Pilton-Flausche-Kollektion‹ sein muss. Ein paar Bürsten kosten auch nur wenige Euro. Und selbst wenn es an Decken fehlt, auch diese gibt es sehr günstig, neu, wie auch gebraucht. Mir kann doch kein Mensch erzählen, dass er immer genug Geld für den Tierarzt, wie auch das Futter bei einer ganzen Pferdeherde hat, aber kein 5er übrig bleibt, für ein popeliges Halfter?Verzeiht wenn ich dann doch etwas misstrauisch werde.
Ebenso bin ich dann immer wieder argwönisch, wenn nach Zubehör gefragt wird – umsonst versteht sich – und nie eine Größe angegeben wird. Oder nicht wirklich benennen möchte, was der Tierschutzfall wirklich an Zubehör benötigt. Eine Decke? Dann könnte man doch gleich sagen was für eine. Zum Beispiel eine Fliegendecke für den Ekzemer, eine Regendecke – gefüttert oder nicht – für den Oldie usw.
Aber wenn dann gar keine oder eine unhöfliche Antwort kommt, oder noch besser ein »ich nehme alles«, dann ist das schon eine spannende Angelegenheit.
Frei dem Motto, nur her damit …
Ich meine, da kann man doch förmlich fühlen, das die Sachen nicht bei dem armen leidenden Pferd landen, falls es dieses überhaupt gibt. Denn was soll das Shetty mit einem Warmbluthalfter, oder das Warmblut mit einer Shetty Decke? Fesselspiele ala 50 Shades oh Hay?
Die werden dann auch nur zuuufääällig verkauft. Natürlich nur die Sachen, welche sich noch gewinnbringend an den Mann, bzw. das Pferdemädel bringen lassen.
Auch immer wieder schön ist es, wenn Reitzubehör wie Sattel, Trensen und Hilfszügel gewünscht werden. Natürlich für arme alte und kranke Pferde. Tierschutzfälle welche sich eigentlich nur noch auf den Brustwarzen vorwärts gerobbt haben, bis unser Anzeigen-Sonnenschein es gerettet hat. Und dank der plötzlichen Wunderheilung muss nun Sattelzeug her, damit das Pferdchen freilich noch geritten wird. Denn merke: Der schönste Retter-Heiligenschein taugt nix, wenn das Pferd nicht wenigstens noch etwas Leistung bringt.

Nun ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch und helfe wirklich gerne. Allerdings möchte ich, dass meine Hilfe auch an echte Hilfsbedürftige geht. Deswegen stehe ich diesen Internetaufrufen wirklich sehr skeptisch gegenüber.

  • Ich möchte schon etwas mehr, als eine rührende Story aufgetischt bekommen.
  • Ich möchte die Möglichkeit eines Besuches vor Ort haben.
  • Ich möchte bei Tierarztrechnungen diese auch sehen, bzw. direkt an die Klinik überweisen dürfen.
  • Ich möchte Futtermittel vor Ort abgeben dürfen.
  • Ich möchte eine Spendenquittung.

usw.

Natürlich schützen diese Dinge auch nicht immer vor Betrug. Es reduziert jedoch die Möglichkeit bei der Trittbrettfahrerwelle der Absahnermädels zu landen. Denn diese haben erkannt, das sich inzwischen nicht nur gut mit ergaunerten Pferdezubehör bescheißen lässt, nein, man kann es sich als Spende ,nach einer heroischen Geschichte, gleich frei Haus schicken lassen. Und da man ja vermeintlich eine gute Tat vollbringt, wird man von den naiven Spendern noch verteidigt, gelobt und imaginär der Kopf getätschelt.

Sicher ist es nicht gerne gesehen, wenn man unter zweifelhaften Spendenpostings Fragen stellt. Noch unbeliebter ist es, wenn man auf die unseriösen Anfragen hinweist und zur Vorsicht anmahnt. Allerdings bin ich den Scheiterhaufen ja inzwischen gewöhnt, und ich wette ich werde auch nach diesem Blogbeitrag wieder ordentlich Feuer bekommen.

Natürlich darf und soll auch jeder spenden wo und wie er will. Auch gerne an Stellen bei denen man vielleicht etwas vorsicht walten lassen sollte. Nur frage ich trotzdem gerne einmal nach. Denn wenn einer um Geschenke/Spenden bittet, dann sollte eigentlich keine Nachfrage zuviel sein.
Und wenn man sich unsicher ist, dann kann man ja an größere Höfe spenden. Welche die zum Beispiel ehrlich sagen: »Gebt uns all die alten Sachen, wir werden die zwar verkaufen, aber das Geld fliesst dann wirklich in die Pferde.«
Da schickt man doch lieber ein Päckchen hin, samt einem Sack Futter, als an User ›Zimtbüte 8210‹ die einfach mal alles brauchen kann und auf Nachfragen bezüglich Größe gleich mal pampig wird.
Denn wir alle wollen letztendlich nur eines: Das Hilfe dort ankommt wo sie wirklich gebraucht wird. Und nicht das die Sachen verkauft werden und statt bei einem notleidenden Pferd, in einem neuen Handy, oder eine Eskiiii Schibbi Schabbi fließt.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Produkttest Kokosöl

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal widmen wir uns wieder einem kleinen Produkttest, und zwar dem allseits gehypten Kokosöl.
Schaut man durch das Internet oder unterhält sich mit Freunden, dann gibt es seit etwas über einem Jahr ein neues Wundermittel. Und was vorher die Chia-Samen in der Ernährung waren, ist nun das Kokosöl im Bereich Haut- und Körperpflege.

Doch was soll dieses Wundermittel denn können?

In der Küche findet es Verwendung zum:

  • Braten
  • Frittieren
  • Backen
  • Kochen

Da es als natives Öl natürlich sehr gesund ist, wegen der ungesättigten Fettsäuren.

Bei den Menschen findet es Verwendung als Creme …

  • gegen Herpes.
  • gegen Cellulite.
  • gegen Neurodermitis.
  • gegen Alzheimer.
  • zum Schutz vor Keimen, Pilze und Bakterien.
  • als reine Pflegecreme.
  • als Sonnenschutzcreme.
  • zur Regulation den Säure-Basen-Haushalt der Haut.
  • gegen Falten.
  • als Haarkur.
    usw.

Nicht unbedingt muss die Wirksamkeit gegeben sein, aber es wird zumindest damit geworben.

Bei Tieren findet es Verwendung …

  • als Zeckenschutz.
  • gegen Fliegen, Mücken und Bremsen.
  • gegen Ekzem.
  • gegen Schweifschubbern.
  • als Mähnen und Schweifpflege.
  • als Wurmkur.
  • als Kur für die Darmflora.

Auch hier gilt, das nur damit geworben wird, und die Wirksamkeit nicht unbedingt gegeben sein muss.

Das hört sich eigentlich wirklich gut an, ebenso die vielen positiven Erfahrungsberichte im Internet. Gleichzeitig gab es aber auch oft Rückmeldungen von Allergien und einer Verstärkung der Sonnenbrandempfindlichkeit.
Da meine liebste Oompa Loompa mir bei ihrem letzten Besuch ein hochwertiges Kokosöl mitbrachte, unternahm ich den Selbsttest.

Testkandidaten EINS waren meine Pferde
Voller Freude und Enthusiasmus, mit den Gedanken an Kokoseis und Pina Colada, samt Kokosöl bewaffnet, stürmte ich die Weide. Meine Pferde kennen nun wirklich eine Vielzahl an Pflegeprodukten. Von Mähnenspray über Fliegenspray, der Möhrchenöhrchencreme oder Bio-Hautöl, nie ist ein Halfter nötig. Auf der Weide warten sie bis jeder versorgt ist, und eine Abneigung konnte ich auch bei strengen Gerüchen nie feststellen.
Anders bei dem Kokosöl. Ein Duft, den ich selber sehr mag, verursachte bei meinen Pferden einen Gesichtsausdruck, der wohl bedeuten sollte, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Die Herdenchefin drehte sich gleich um und zeigte mir den imaginären Fuckhuf als ich ihr das Kokosöl zeigte. Ich dachte ernsthaft das ich ihr etwas unanständiges gezeigt haben muss, so reagiert sie sonst nicht. Herr Pony, der ebenso für jeden Mist zu haben ist, tat dies ebenso. Dennoch entkamen auch beide nicht, dem Genuss eingecremt zu werden. Ich weiß, ich bin eine böse Pferdemutti.
Frau Ente stand mit angewidertem Gesicht vor mir und ließ ebenso die ›Behandlung‹ des Eincremens über sich ergehen. Ihre Gesichtskirmes spiegelte sehr deutlich wieder, was sie von dem Geruch der ›Creme‹ hielt. Ich kam mir langsam vor wie ein Pferdeschinder, der seine Pferdekinder in den Keller schickt zum Teppiche knüpfen.
Frau Panzer, die sich ja für nichts zu Schade ist und alles abschleckt, wollte nach einer Nase des Kokosduftes fast flüchten.
Also ein Freund von Pina Colada würde die wohl auch nie werden.
Selbst sie wollte nicht stillhalten, während ich sie einrieb, was bei diesem ›Nimm mich aufs Ärmchen‹-Pferd wirklich ungewöhnlich ist. Aber egal, da musste sie durch!
Ich war mir fast sicher, dass meine Bande nach diesem Erlebnis Bittbriefe an die PETA schrieb, frei dem Motto: Welche Qualen sie über sich ergehen lassen mussten.

Nach einigen Tagen kann ich als Testergebnis die Bilanz ziehen, dass die Anzahl der Zecken sich nicht verringert hat. Gerade Frau Panzer, das Zeckentaxi, kutschierte diese fröhlich weiter durch die Gegend. Und ich pflücke diese 2 x täglich von ihr runter, bzw. kontrolliere alle Pferde 2 x täglich auf Zecken.

Auch Fliegen wie Mücken fanden – im Gegensatz zu den Pferden – den Kokosduft echt gut. Eine abwehrende Wirkung war nicht einmal ansatzweise zu erkennen.

Testkandidat ZWEI war mein Mann, der eine aufgescheuerte  Stelle hatte.
Auch da sollte dieses Produkt ja Wunder wirken.
Doch schon kurz nach dem Auftragen war ihm unwohl, es brannte und wir mussten es abwaschen.

Testkandidat DREI war ich
Ich gestehe, ich liebe den Duft von Kokos, auch den Geschmack in Desserts und ähnlichen. Für mich war das Kokosöl als Pflegeprodukt ja eine wahre Freude.
Ich versuchte es an meinen Haaren. Da war das Ergebnis, dass sie zwar weich waren aber eben sehr fettig, trotz gutem Ausspülen. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man – auch zart dosiert – Fett auf die Haare gibt. Dauerhaft würde ich das an den Haaren nicht anwenden wollen.
Dann gab es da noch mein Gesicht, ich neige da ab und an zu Stresspickelchen am Kinn an denen ich auch rumfummele, wenn ich nervös bin. Ich benutzte das Öl nach dem Waschen, denn man soll der Haut ja Feuchtigkeit zu führen, vor der Kokosöl Nutzung. Nach einigen Tagen wurde die Haut immer trockener also cremte ich öfters. Immer wieder ist mir aufgefallen, das meine Haut leicht brennt und rot wird nach der Nutzung, aber ich führte das auf tausend andere Dinge zurück. Bis ich an einem Tag gleich mehrfach cremte da die Haut immer trockener wurde, und ich eine massive allergische Reaktion bekam. Heisse geschwollene Haut mit Pusteln, die sich nur mit sofortigen Absetzen des Kokosöls, wie auch einer Menge Cortison in den Griff bekommen ließen. Ich Depp hätte das Öl gleich nach dem ersten Brennen, absetzen sollen. Nur dachte ich, dass es mit dem Eincremen besser wird, wie es so oft beworben wurde.
Okay, da lasse ich also die Finger von, aus Erfahrung wird man klug.

Fazit
Kokosöl kann wirken, muss es aber nicht. Ein Wundermittel war es für mich auf jeden Fall nicht, obwohl so stark damit geworben wurde. Man sollte bei sich selber, wie auch bei den Tieren, zuerst testen, ob eine allergische Reaktion erfolgt. Ebenso ist es ratsam bei Schimmeln oder Pferden mit weißen Stellen zu bedenken, das der Fettfilm das Sonnenlicht verstärkt, und somit ein Sonnenbrand schneller möglich ist.

Von daher vergebe ich 3 von 6 Flauschepunkten.

Denn dieses Produkt hat sicher seine Daseinsberechtigung, aber Wunder bewirkt es nicht.

Flauschige Grüße
Celeste

Spannung, Spiel und Scho … Karotten

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst!
Nachdem wir nun mitten in den Frühling gehüpft sind, und die Pferde langsam entflauschen, habe ich dank der Weidezeiten, nun doch etwas mehr Freizeit. Da ich diese meist – neben den Pferden – am PC verbringe, ist der Drang nach Schokolade als Nervennahrung nicht selten.
Ich gestehe, dass ich ein absoluter Freund von Kinderschokolade bin. Wer mir also eine Freude machen will, diese kann man als Fanpost gleich paketweise an mich schicken. 😉

So kam es dann auch, dass ich als Ostersüßigkeit von meinem Mann, eines dieser riesigen Kinder Schokoladeneier bekam. Okay, mal im Ernst, für einen Kinderschokoladen Junkie ist so ein Riesenei nun wirklich ein Highlight. So schnappte ich mir die Schokolade, aber das Spielzeug hat mich nicht wirklich interessiert. Mein Mann nahm dieses dann an sich, und versuchte es gemäß der Anleitung zusammenzusetzen. Vielleicht lag es am Alter, vielleicht an der fehlenden Fingerfertigkeit, aber er scheiterte kläglich. Auch meine Unterstützung brachte keinen Erfolg, außer einer Erweiterung meiner Fluchsammlung. Diese Fummelarbeit war nicht die ersehnte Spannung und der Spaß, mit denen so heftig geworben wird. Ich nahm daraufhin die Bastelarbeit an mich, und gab meinem Mann etwas von der Schokolade zur Beruhigung.

Während ich das Spielzeug, still und heimlich im nächstgelegenen Mülleimer entsorgte, kam mir der neue Trend in der Offenstallszene in den Sinn, der in meinen Augen teilweise ähnlich frustrierend für die Pferde sein muss: Spielzeug für Pferde!

Okay, eigentlich ja ein netter Gedanke, möchte man dem Pferd neue Eindrücke bieten und es mit Spaß beschäftigen. Die Reitsportgeschäfte, wie auch der Online Handel, bieten entsprechend eine enorme Auswahl an fertigen Spielzeugen:

– Spielbälle (speziell für Pferde)

  • Große Gymnastikbälle
  • Futterbälle
  • Knabberkugeln
  • Bewegliche Lecksteine
  • Lecksteine mit Geschmack im Bonbon Design
  • Kratz und Massagebürsten/Matten

Und vieles mehr.

Die Flut an Spielzeugen ist grenzenlos, denn der Reitsporthandel hat eines begriffen:
Mit dem schlechten Gewissen der Pferdebesitzer lässt sich gutes Geld verdienen.

So verkauft sich eine Vielzahl an Pferdedecken eigentlich nur, weil die Besitzer ihren Pferden etwas Gutes tun wollen, statt sich auf eine natürliche Thermoregulation zu verlassen. (Eine vernünftige Haltung mit Unterstand vorausgesetzt).
Aber auch viele Zusatzfuttermittel werden bedenkenlos ins Pferd gekippt. Einfach, weil die Werbung vorgaukelt, dass nur mit Mineralfutter-›Superflauschig‹ ein seidiges glänzendes Fell erreicht wird.
Oder Bio-Kräuterli-Powersaft, welcher gleich vorbeugend gegen alle Hustenformen, bis hin zum Fußpilz des Besitzers wirkt.

Und mit den oben erwähnten verschiedensten Spielzeugen, suggeriert man einem Pferdebesitzer, dass sein Pferd sich langweilen muss, wenn man ihm nicht die verschiedensten Anreize in einem Spielzimmer bietet. Und als gute Pferdemutti will man das ja nicht, also kauft man ordentlich ein bis die Tüten platzen, oder baut sie selber.

Nun es spricht eigentlich nichts gegen zusätzliche Beschäftigung in Form von Spielzeug,  wenn

  • eine ordentliche Haltung
  • eine ausgeglichene Herde
  • eine ausgewogene Fütterung
  • passende Spielpartner
  • ausreichend Bewegung

gegeben sind.

Nur ist Spielzeug dann zumeist nicht nötig und wird möglicherweise sogar ignoriert, wenn nicht gerade ein Futteranreiz gegeben ist. Denn das ist wie bei Menschenkindern: Wenn sie zusammen draußen unterwegs sind und aus Stöcken Flitzebögen basteln, oder aus Blättern Schiffchen für den Bach flechten, dann ist die Spielkonsole daheim nicht wirklich notwendig. Für einen Stubenhocker ohne Freunde, kann die Spielkonsole allerdings die einzige Beschäftigungsquelle über viele Stunden sein.

Ähnlich ist es bei unseren Pferden. Sinnvoll ist also unseren Pferden ein ausgewogenes Bewegungs- und Beschäftigungskonzept in der Herde zu bieten. Dort sollen sie spielen und toben, mit Artgenossen, die ihnen körperlich auch gewachsen sind. Und das bitte ohne Futteranreiz, und über viele Stunden. Bis sie danach zusammen Fellpflege betreiben, ein Nickerchen halten und wieder von vorne los legen.
Und wer einmal gesehen hat wie Jungpferde in der Herde zusammen spielen, der sollte in sich gehen und überlegen wie das ein Spielzeug ersetzen soll!

Allerdings möchte ich nicht behaupten, dass Pferdespielzeuge im Allgemeinen schlecht sind, denn in der Herde kann man ja auch zusammen mit einem vernünftigen Spielzeug spielen. Ein stabiler Pferdeball kann durchaus eine Jungpferdeherde zum Spiel einladen. Knabberäste sowie Bewegungstrails und Hindernisse auf diesem, können ebenso für eine Menge Spaß sorgen.

Der neue Trend der selbst gebastelten Pferdespielzeuge, gibt mir hingegen, doch teilweise Anlass zur Besorgnis. In vielen Gruppen werden die Bildchen und Videos gepostet, um sich auch gleich ein virtuelles Schulterklopfen abzuholen. Schließlich haben die Besitzer doch Stunden mit der Bastelarbeit verbracht, welche nur den einen Zweck haben, dem Pferd etwas Gutes zu tun.
Aber sind diese Futterketten, an denen Brot, Möhren oder Äpfel wie an einer Perlenkette, aufgereiht sind, wirklich so sinnvoll als Beschäftigung?
Von Seiten der Besitzer mit Sicherheit, denn diese sind auf jeden Fall beschäftigt mit dieser Fummelarbeit, wenn sie diese Ketten zusammensetzt.
Anders ist es beim Pferd. Hat man einen geschickten Kandidaten, dann ist die Kette in 5 Minuten vernichtet. Hat man einen etwas tollpatschigeren Anwärter, kann das jedoch mitunter länger dauern und diesen ebenso lange auch frustrieren. Während Menschen bei den misslungenen Fressversuchen ihren Spaß haben, kann so manches Pferd dagegen sehr gefrustet werden. Daher sollte man sich die Gefahren eines solchen Futterspielzeuges vor Augen halten:

  • Frustration statt Spaß, da das Futter immer ›flüchtet‹.
  • Gefahr durch Verschlucken, wenn das Futter dann doch ergattert und zu hastig gefressen wird.
  • Gefahr durch falsche Körperhaltung.
  • Gefahr durch Verheddern in der Befestigungsschnur, durch die dauernde Bewegung.
  • Gefahr für die Zähne, z.B. bei Heuschnüren, die in den Zähnen hängen und diese dann mit ausreißen können.

usw.

Wenn man also Spielzeug anbieten möchte, sollte man auf Futterketten verzichten. Sinnvoll sind eher Pferdespielbälle, aber bitte nur jene die auch für Pferde gefertigt wurden.
Herkömmliche Gymnastikbälle aus dem Handel, sollte man meiden. Diese können im Spiel platzen, wenn sich ein Pferd darauf stürzt.
Müssen es Futterspielzeuge sein, dann bitte fertige Bälle aus dem Handel. Diese kann das Pferd über den Boden rollen, was eine vernünftige Körperhaltung bietet.

Spielzeuge können zum Beispiel dann Sinn machen, wenn das Spiel in der Herde nicht gegeben ist. Beispielsweise wenn das Pferd über längere Zeit krank ist und Boxenruhe braucht. Einen Ersatz für Spielpartner sind sie aber nicht, und sollten auch nur als Lösung für eine zeitbeschränkte Notsituation eingesetzt werden.
Ansonsten überlegt einfach, ob ihr nicht besser die Haltung optimiert und SELBER eure Pferde beschäftigt, statt ein Spielzeug anzubieten.
Denn auch wenn ein neues Spielzeug als Kind wirklich toll war, die schönsten Erinnerungen haben wir doch an die Ausflüge, welche wir zusammen mit unseren Eltern oder Freunden unternommen haben.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Reiter oder Pferdepfleger?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt die Osterzeit gut überstanden, denn wir kennen es doch alle: Die Ostereier und die Süßigkeiten bringen den Kindern die Freude und jenen von uns, die Familie und Gäste bewirten dürfen, meist eine Menge Arbeit.
Und so schön Besuche und Feste auch sind, wir sind froh, wenn die Wohnung wieder leer ist, man alles wieder aufgeräumt hat und die Füße hochlegen kann. Ich gestehe, mir ist es nicht anders ergangen, nur das ich statt Füße hochlegen, lieber meine freie Zeit bei den Pferden genutzt habe.
So kommt es dann, dass ich zum Beispiel mein Panzerlein an der Longe mit Cavalettis zu Denksportaufgaben anrege. Panzerlein ist, nun nennen wir es höflich, etwas schmerzfrei.
Durch mannshohe Brombeersträucher hüpfen?
Kein Problem!
Einen Zaunpfosten in der Kurve umnieten?
Huch war da was?
Und auch sonst sind Naturhindernisse auf der Weide für sie zwar vorhanden, aber wenn sie zufällig im Weg liegen, sie darüber stolpert und sich fast dabei lang legt, ist ihr das völlig egal.
Um dieses unter dem Sattel zu vermeiden, gibt es eben intensives Bodenarbeitstraining. Denn ich bin ehrlich, so traumhaft wie mein Panzerlein unter dem Sattel auch ist, an ihrer Tollpatschigkeit muss noch ein wenig gearbeitet werden. Und das bitte vorzugsweise, wenn ich nicht darauf sitze. Denn ein Salto mit ihr zusammen ist nun nichts, was ich mir unbedingt noch einmal wünsche. Aus Erfahrung wird man schließlich klug. Also quäle ich mein Panzerlein und es dauert nicht lange, bis sich Zaungäste einfinden. Und nur einen Wimpernschlag später kommt auch schon die erste Frage, statt einer Begrüßung:
»Reitest du auch?«
»Ähm, ja klar eigentlich schon.«
»Aber warum dann das Pferd da jetzt nicht?«
Hier folgen dann Erklärungsversuche, warum Frau Panzer nun am Boden gearbeitet wird, bis dann unweigerlich als Antwort kommt:
»Aber du könntest sie ja reiten, das würde doch mehr Spaß machen.«
Gut, das sind dann Momente, in denen ich mich frage, ob ich kantonesisch rückwärts rede?

Ähnlich ist es, wenn ich mit Herrn Pony spazieren gehe. Auch dann dauert es nicht lange, bis ich angesprochen werde:
»Aber reiten kann man den ja nicht oder?«
»Nein sorry, ich bin zu groß und zu fett für ein Minishetty, aber kleine Kinder von Freunden trägt er wirklich gerne.«
»Aber die sind nicht oft da, oder? Was machen sie denn sonst mit dem?« Das sind die Momente, in denen ich auf den Strick in meiner Hand schaue, dann auf das Pony und dann wieder auf mein Gegenüber. Wie gerne würde ich in solchen Momenten antworten: »Also eigentlich ist das ein Drogenschnüffelpony und es hat bei ihnen Alarm geschlagen.«
Aber ich reiße mich zusammen! Ich entgegne nett und höflich: »Spazieren gehen?!« Wohl wissend, das die Antwort ›Bodenarbeit‹ meinen Gesprächspartner wohl vollends überfordern würde. Denn meist ernte ich schon bei dieser Antwort ein unverständliches Kopfschütteln, mit einem entgeisterten: »Wie spazieren gehen,  aber das ist doch ein Pony.«
… Schnellmerker, der er doch ist …
»Ja und wir gehen gerne zusammen spazieren. Sie sind mit ihrem Hund ja auch unterwegs.«
Und wieder werde ich angeschaut, als leide ich an der Porzellankrankheit. (Nicht mehr alle Tassen im Schrank)
»Das ist doch etwas völlig anderes, das ist ja ein Hund!«
Ich erspare mir jeglichen Kommentar zu Waldi von Wuschelpuschel, welcher so fett ist, dass er höchstens einen Regenwurm erbeuten könnte. Zumindest wenn er sich auf ihn drauffallen lässt. Einen Jagdhund würde er wohl nicht abgeben. Einen Hütehund ebenso wenig, denn Herr Pony war ihm eindeutig derart suspekt, dass er seinem Besitzer während unserer Unterhaltung immer weiter ins Hosenbein rein kroch.
Vielleicht ist er ja ein Wachhund? Hmm wenn, bewacht er wohl eher den Kühschrank.
Aber was grüble ich, ein Tier muss ja keinen dienlichen Zweck haben. Na ja, zumindest für mich nicht.
Doch während ich vor mich hin sinniere, redet mein Gegenüber munter weiter:
»Aber die großen Pferde, die reiten sie doch oder?«
Hier kann ich wenigstens zustimmend nicken und bete leise, das mein Gesprächspartner nun Frieden gibt. Doch die Hoffnung ist trügerisch.
»Aber das sehe ich ja nie!«
Ich zucke kurz zusammen, atme tief ein und aus und frage mich, zu welchen Zeiten er mich wohl beobachtet? Er wird doch wohl kein heimlicher Spanner sein? Oder gehört er zu den Menschen wie meine Nachbarin, die morgens um 5 Uhr die Falschparker aufschreibt? Oder aber aus Langeweile das Laub mit der Hand vom Baum pflückt wenn der Herbst näher rückt?
Ich schiebe meine kleine paranoide Ader beiseite und antworte wieder taktvoll: »Gut, das mag daran liegen, dass ich meist früh morgens oder spät abends reite, wenn Bremsen und Mücken nicht so sehr beißen.«
Und obwohl ich mich nicht rechtfertigen möchte, hole ich kurz Luft und setze nach:
»Dazu kommt, dass mein Mann pflegebedürftig ist. Da bleibt neben der Versorgung eben nicht mehr so viel Zeit wie früher zum Reiten. Die meiste Zeit verbringe ich dadurch mit der Versorgung der Bande.
Ich umklammere den Strick fester, denn ich kann förmlich fühlen, was nun auf mich zukommt und dann höre ich auch schon die Worte:
»Ja, aber dann könnte ich sie doch in einen Reitstall stellen, dann sind sie versorgt und ich könnte reiten.«
Schon stehe ich wieder da und versucht zu erklären, warum ich den Offenstall gewählt habe. Warum man die ganze Arbeit 2x täglich auf sich nimmt. Das man für die optimale Haltung der Pferde gerne zurücksteckt und das Reiten irgendwann einfach nicht mehr das Wichtigste ist. Spätestens dann kommt dann der Satz der Sätze:
»Und dafür geben sie so viel Geld aus? Reiten nicht mal, sonder machen die Arbeit eines Pferdepflegers? Das könnten sie doch auch gegen Bezahlung, gleich als Beruf machen.«
Wie kann ich meinem Gegenüber vermitteln wie wundervoll und innig eine Beziehung zu seinen eigenen Pferden sein kann?
Das sie nicht von Reiten geprägt sein muss, sondern von einem Miteinander?
Das Glücksgefühl, wenn man frühmorgens auf die Weide geht und die Bande dort liegt und schläft. Wenn man sich dann einfach dazu legt, sich ans Pferd kuschelt  und für diese kurze Auszeit die Welt still steht?
Nein, in Worte kann ich das in diesem Moment nicht fassen. Ich versuche es, aber scheitere kläglich. Zu sehr ist das Reiten als reiner Nutzen eines Pferdes in den Köpfen der Menschen verankert. Verwirrte Blicke und betretenes Schweigen folgen. Irgendwann verabschiedet man sich höflich. Und während wir unserer Wege ziehen, denkt wohl jeder von seinem Gegenüber, das er sicher nicht mehr alle Murmeln im Glas hat. Dabei gibt es doch genug Gründe warum man seine Pferde nicht reitet:

  • Das Pferd ist zu jung.
  • Die Ausbildung lässt noch keinen Reiter zu.
  • Das Pferd ist krank.
  • Das Pferd ist unreitbar wegen Alter/Körperbau/Psyche.
  • Es müssen erst Muskeln aufgebaut werden, um den Reiter vernünftig zu tragen.
  • Es steht kein geeigneter Übungsplatz zur Verfügung.
  • Man hat  keine Zeit.
  • Man hat keine Lust bzw. arbeitet lieber vom Boden aus.
  • Man ist als Reiter selber gehandicapt, aufgrund Gesundheit oder Gewicht.

usw.

Es gibt so viele Gründe nicht zu reiten und sich dennoch mit seinen Pferden zu beschäftigen. Ich gebe gerne zu, dass ich das Reiten liebe. Ich liebe es jedoch auch, meine Pferde zu versorgen. Ihnen eine optimale Haltung zu ermöglichen, welche mir eine Menge Arbeit beschert. Und so ziehe ich in meiner wenigen Freizeit Zäune, schneide Weiden frei, bastel an Stall und Co., statt täglich auf den Pferden zu sitzen.
Sicher zieht das auch unter Reitern oft verwunderte Blicke auf sich. Dabei sollte es mich eigentlich nicht überraschen, selbst unter Pferdebesitzern ist es viel zu oft noch gang und gäbe, das manche einen Nutzen von ihrem Pferd haben wollen. Sei es für den Sport oder die Schau, aber auch schlichtweg zum Reiten.
Wie oft werden Pferde abgegeben weil sie alt oder unreitbar wurden?
Wenn sie nicht mehr die Leistung von früher erbringen können?
Die Anzeigen sind voll von älteren Pferden, die ab etwa 18-20 ein vermeintliches Haltbarkeitsdatum überschritten haben. Ein Alter, in welchem eben auch mal Zipperlein auftauchen und die Leistung manchmal etwas nachlässt. Dabei verlieren doch auch alte oder unreitbare Pferde nichts von ihrem Charme, Liebreiz und der Zuneigung, die man sich entgegenbringt.
Nun meine Tiere – egal ob Pferd, Katze oder Kaninchen – sind Familienmitglieder. Sie alle werden in die Familie integriert und verbleiben dort bis zu ihrem Tod.
Einen Nutzen müssen sie nicht erbringen. Die Pferde habe ich nicht zum Reiten, die Katze muss keine Mäuse fangen und nein, meine Kaninchen landen nicht im Kochtopf.
Wir leben miteinander, zusammen als Familie.
Und wenn ich dann eben mehr Pferdepfleger als Reiter bin, dann ist die Zeit bei meinen Pferden für mich trotzdem sinnvoll genutzt.
Sicher wirft das manchmal Fragen auf und nicht allen kann ich gerecht werden, noch kann alle überzeugen. Aber das muss ich ja auch nicht, denn so macht es MICH glücklich und ich bin trotz alledem niemandem Rechenschaft schuldig.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Sicher ist sicher!

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, ihr habt mich vermisst?
Nachdem ich letzte Woche meine Oompa Loompa Julia, und ihre reizende mini Loompa, mit meinen Pferden bespaßt und mit Kuchen abgefüttert habe, geht es nun weiter wie gewohnt.

Heute widmen wir uns dem Thema ›Sicherheit am Stall‹ und damit meine ich nicht Kappe und Schutzweste für den Reiter, sondern alles, was unsere Pferde vor Fremdeinflüssen schützt.

Sicher hat der eine oder andere von euch schon diese Schreckensmeldungen gelesen:

  • Pferde, die von der Weide frei gelassen wurden.
  • Pferde, die verletzt wurden.
  • Pferde, an denen sich sexuell vergangen wurde.
  • Pferde, die einfach geritten wurden.

usw.

Einige von euch werden, wie ich, solche Dinge sogar schon erlebt haben.
Und dann ist sie da, die Angst, die leise in einem hochkriecht, auf die Schulter klopft und zuflüstert: ›Naaa wären sie in einer Box nicht sicherer?‹
Insgeheim möchte man da am liebsten nicken und sein Pferd unter eine Glasglocke setzen. Rundherum wünscht man sich einen Wassergraben mit Krokodilen, samt einem Nato-Draht inklusive Selbstschussanlage. Nur leider ist dies weder erlaubt noch sinnvoll.
Aber was kann man denn sonst machen?
Wichtig ist erst einmal, seine eigene Angst im Zaum zu halten. Ist bislang nichts vorgefallen, sollte man nicht bei jedem Zeitungs- oder Internetartikel in Panik ausbrechen. Auch wenn es schwerfällt, Panik und Angst, sind in den seltensten Fällen gute Ratgeber.
Hilfreich ist es allerdings, wenn man Stall und Weiden sicherheitsmäßig ein wenig aufrüstet. Natürlich ist ein stabiler Holz- oder Metallzaun eine gute Option. Leider darf man diese nicht überall aufstellen. Oft muss man sich mit stromführenden Litzen, Seilen und Bändern behelfen, welche manchmal Kinder wie dumme Menschen mitunter einzuladen scheinen. Dennoch kann man auch diese Weiden sicherer machen.

Möglichkeiten dazu sind:

 

Der Strom muss fließen!

Solange Strom auf einem Zaun ist, fasst man diesen weder freiwillig an, noch klettert man gerne hindurch.
Sinnvoll ist es, bei Stromzäunen nicht nur 2 Reihen, sondern gleich mehrere Reihen zu spannen. Denn auch wenn für unsere brave Rosinante nur ein Stromband reichen würde – mehrere Litzen verhindern ein durchklettern unbefugter Personen durch den Zaun. Denn wer einmal gut gegrillt wurde, fasst den Draht kein zweites Mal an.
Damit das Stromgerät aber weder ausgeschaltet, noch geklaut wird, empfehlen sich Geräteboxen aus Metall. Diese verschließen nicht nur das Stromgerät vor unbefugten Zugriff, sondern sind mit einem langen Stab oder einem Schloss an Zaun und Weide zu befestigen, um Diebstahl zu verhindern.

Eine kleine Auswahl findet ihr hier.

Familienschlösser für alle

Eigentlich sollte auf jeder Weide jedes Tor verschlossen sein. In der Praxis sieht es aber meist so aus, dass meist gleich 3 oder 4 Weiden, mit einem Tor haben, die wir dann abschließen müssten. Und nicht nur wir benötigen dann für jedes Tor einen Schlüssel, sondern auch alle Miteinstaller, Pflegemädels, Reitbeteiligungen, oder wer auch immer Zutritt zu den Weiden haben darf und soll.
Natürlich könnte man mit Zahlenkombinationsschlössern arbeiten. Aber wie schnell hat die Freundin des Pflegemädels einen Blick auf die Kombination geworfen, nur um dann später einen Alleingang zu starten? Oder die schusselige Reitbeteiligung welche ständig den Zahlencode vergisst?

Eine gute Lösung sind in so einem Fall ›Familienschlösser‹. Eigentlich sind es Fahradschlösser für vier Familienfahräder, bei denen überall der gleiche Schlüssel passt. Praktisch bei Familien, bei denen die Kinder gerne einmal die Schlüssel verlieren oder mehrere Fahrräder mit einem Schloss festgemacht werden.
Für uns Pferdehalter aber umso sinnvoller, denn so ein Set bietet vier Schlösser, welche alle mit dem gleichen Schlüssel zu öffnen sind. Möchte ich also von einer Weide zur anderen, brauche ich immer nur den einen Schlüssel. Und dankenswerterweise sind gleich acht Schlüssel bei dem Set dabei, die man dann an alle Personen verteilen kann, welche Zutritt haben dürfen. So kann man nicht nur leichter Weiden und Tore sichern, sondern hat nur einen Schlüssel für alle Tore, und das in mehrfacher Ausführung.

 

Isolatorengriffe sichern

Manchmal besitzt man keine Tore aus Holz oder Metall, sondern nutzt die Litze mit Isolatorengriffen. Für uns sind sie recht praktisch in der Handhabung, kann man sie öffnen und schliessen, ohne vom Strom gebrutzelt zu werden.
Kindern oder gruseligen Menschen wollen wir aber den Zutritt zu unseren Weiden nicht so leicht gestalten, diese wollen wir ja von unseren Pferden fernhalten. Damit diese unsere Griffe nicht so einfach öffnen können, sollten wir auch diese mit einem Schloss sichern.

Eine Möglichkeit dazu ist die Isolatorengriffe via Kette und Schloss am Zaun zu befestigen.
Dazu benötigt man Griffe mit einer geschlossenen Öse und Zaunhalter die ebenso eine geschlossene Öse zur Befestigung oder sogar einer eng geschlossenen Öse bieten.
Nun nimmt man eine lange dünne Metallkette, diese fädelt man durch die hintere Öse an jedem Metallgriff, und dann in einem Bogen durch jede Öse am Zaun. Dann verschließt man diese mit einem kleinen Schloss.
So kann niemand die Griffe öffnen da sie durch Kette und Schloss gesichert sind, und wir selber öffnen sie erst wenn wir den Strom (im gesicherten Kasten) abgeschaltet haben. Vielleicht etwas umständlich aber so sichern wir Zugänge vor unbefugten Besuchern, welche ohne Tor auskommen müssen.

 

Wildkameras

Mal im Ernst, wer kennt es nicht: Das Gefühl, dass jemand bei den Pferden war?
Eine verstellte Mistgabel, ein Halfter, das plötzlich fehlt oder Pferde, die ohne offensichtlichen Grund unruhig wirken?
Da wir nicht rund um die Uhr bei den Pferden sein können, ist eine Videoüberwachung eine gute Idee.
Anfangen kann man mit Wildkameras welche auf einem Chip Bilder aufzeichnen.
Das kann man steigern, bis zu Kameras, welche eine Live Übertragung aufs Handy bieten.

Hat man keinen Strom am Stall, muss man trotzdem nicht auf eine Live Überwachung verzichten. Wie so etwas -nicht ganz kostengünstig- funktioniert erklärt der liebe Pferde-Hoschi in seinem Video wunderbar:

Wachende Tiere

In Internetforen und Gruppen wird immer wieder gerne zu Wachhunden, Eseln, Lamas und Gänsen als Schutz geraten. Sicher ist ein wachender Hund eine gute Alarmanlage und Abschreckung, ebenso Gänse, welche einen enormen Krach veranstalten können. Dennoch finde ich diese Tipps ein wenig fragwürdig. Schließlich sollte ein weiteres Tier, egal ob Pferd, Hund oder Gans doch ein Familienmitglied sein und nicht als Alarmanlage angeschafft und gehalten werden. Denn alle Tiere haben doch das Bedürfnis nach einer guten Haltung und liebevollen Versorgung. So braucht ein Wachhund nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch ausreichend Beschäftigung neben seinem ›Pferdejob‹.
Ebenfalls kann man nicht wahllos Gänse kaufen und auf die Weide setzen. Je nach Gebiet kann, das Lied ›Fuchs, du hast die Gans gestohlen‹ sonst ganz schnell zu einem Life-Event werden.
Nein, wenn man sich für eine ›lebende Alarmanlage‹ entscheidet, dann sollte das gut überlegt sein.

 

Spaziergänger, Nachbarn und Hundemenschen

An unseren Weiden kommen oft viele Menschen vorbei. Manche können wir gut leiden, andere ignorieren wir, wieder andere wünschen wir auf den Mond. Dennoch sind es Spaziergänger, Hundemenschen, spielende Kinder oder wachsame Rentner, welche oft mehr über unsere Pferde wissen als wir glauben. Es sind die Menschen die meist genau dann bei unseren Pferden vorbei sehen, wenn wir nicht anwesend sind.

Und genau jene sollten wir für uns gewinnen. Ein freundliches Gespräch, ein nettes Wort, immer einen Gruß und ein Lächeln auf den Lippen, erleichtern den Einstieg zu einem Gespräch.
Fühlen sich die Zaungäste dann in unserer Gesellschaft wohl, achten sie auch häufig gerne mit auf die Pferde. So wird Fremden dann das Füttern verboten, Kinder verscheucht, welche unbefugt zu den Pferden wollen und von seltsamen Autos mit Kennzeichen notiert oder fotografiert. Gerade alte Omas können da sehr wachsam sein, wenn sie sich einmal zu dieser Aufgabe berufen fühlen.
Auch ein guter Kontakt zu den ansässigen Jägern und Weidenachbarn ist Gold wert. Ebenso die Hundemenschen, welche oft zu nachtschlafenden Zeiten oder spätabends unterwegs sind.

Denn alle Personen, die ein Auge auf unsere Pferde haben, sollten uns willkommen sein.

 

Hinweisschilder

Natürlich pflastern wir Stall und Weide mit Hinweisschildern. ›Achtung E-Zaun‹ oder ›Nicht füttern!‹ sind wohl die Standartschilder, die jeder bei sich hängen hat. Wichtig ist aber auch ein ›Achtung Videoüberwachung‹-Schild. Selbst ohne Kamera oder nur mit einer Attrappe schreckt man so schon manche Idioten ab.

 

Sichere Aufbewahrung von Halfter/Futter

Auch wenn wir es uns nicht wünschen, manchmal betreten dennoch unbefugte Personen unsere Stallungen. Oft sind es Kinder, die nichts Böses im Sinn haben, aber dennoch großen Schaden anrichten. So kann eine offene Futtertonne zur eimerweisen Gabe von Hafer verlocken. Ein Halfter oder gar Sattel und Trense zu Reitversuchen einladen.
Wichtig ist es daher diese Sachen niemals offen zu lagern. Eine abschließbare Sattelkammer ist schon mal eine gute Idee. Aber auch abschließbare Futtertonnen und Sattelschränke aus Metall sind überaus hilfreich. Sattelhalter kann man z.B. extra mit einem Diebstahlschutz ausstatten.
Auch an Weiden kann man Gartenmöbelboxen oder Mülleimeboxen zum Abschließen nutzen. Diese werden oft aus Plastik hergestellt und sind somit auch unempfindlich gegenüber den Jahreszeiten. Natürlich würde ich darin weder einen Sattel noch eine teure Deckenkollektion lagern. Aber Halfter, Putzzeug und Pflegemittel können so sicher abgeschlossen an der Weide aufbewahrt werden.

 

Box oder Offenstall / Weide?

Immer wieder liest man von Übergriffen auf Pferde, egal welcher Art. Und oft packt einen dann die Angst: ›Sind sie im Offenstall wirklich sicher? Oder wäre eine Box auf einem überwachten Hof nicht besser?‹
Und schon nagen die Zweifel an einem.
Nun, ich habe mir vor vielen Jahren sehr intensiv darüber Gedanken machen müssen, aufgrund von Übergriffen auf meine Pferde. Die Angst saß tief und meine Offenstall Überzeugung bröckelte kurz. Kurz darauf, nicht weit von mir, gab es auch Übergriffe in einem Reitstall. Dort ging der Täter in die Box und die Pferde waren mit dem Peiniger gefangen und hatten keine Möglichkeit zu entkommen.
Dieses Beispiel zeigte mir, dass zwar die Offenstallhaltung vielleicht mehr Idioten einlädt, aber den Pferden auch die Möglichkeit gibt einem möglichen Peiniger auszuweichen, statt in einer Box gefangen zu sein. Deswegen verzichte ich auch auf Halfter, denn ich möchte meinen Pferden alle Fluchtmöglichkeit lassen.

 

Kontrollgänge und verschiedene Zeiten

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und nicht nur die eigenen kleinen Zwangshandlungen, sondern auch das tägliche Umfeld bestimmt unseren Zeitplan. So diktieren Haushalt und Familie, wie auch Job und Termine unsere Versorgungszeiten. Und oft sind diese sehr gleichbleibend.
Hier empfiehlt es sich, wenn möglich, auch einmal zu unterschiedlichen Zeiten bei den Pferden aufzutauchen. Zwischen Terminen, nach dem Einkaufen oder vor einem Restaurantbesuch. Besucht man seine Pferde außerhalb der gewohnten Zeiten, lernt man oft neue, nette Menschen kennen, schreckt aber ebenso dumme Menschen ab, die sich bis dato unbeobachtet glaubten. Von daher, ein unverhoffter Besuch ab und an kann ganz neue Einblicke bringen.

 

Augen und Ohren auf

Ich bin ja manchmal ein wenig paranoid. So kontrolliere ich x-mal ob alle Schlösser und Tore geschlossen sind. Oder ob die Autotüre zu und der Herd ausgeschaltet ist.
Okay, einige von euch werden nun mit dem Kopf nicken, und so fühle ich mich nicht ganz allein als Psychobob. Aber wenn fremde Menschen an meinem Stall auftauchen, dann suche ich das Gespräch. Oft sind es harmlose Besucher welche sich an den Pferden erfreuen. Manchmal sind es auch Touristen welche sich auf der Suche nach einem Weg zur Mosel verlaufen haben. Kinder sind auch oft dabei welche gerne reiten möchten, was ich aber erklärend verneine. Und dann gibt es da noch die Sorte welche langsam mit dem Auto ranfahren, mich sehen und dann ganz schnell verschwinden. Gut, in den meisten Fällen war dann die amtliche Dorf-Bordsteinschwalbe auf dem Beifahrersitz beschäftigt. Dennoch bin ich bei fremden Autos vorsichtig und scheue auch nicht davor mir das Nummernschild zu notieren. Denn sollte mal ein Pferd verletzt oder gestohlen werden, beißt man sich hinterher in den Poppes, wenn am Vortag ein verdächtiges Auto am Stall herumschlich.

Von daher scheut euch nicht, Fragen zu stellen. Das kann man ja freundlich gestalten. Und wer weiss vielleicht entwickeln sich aus solchen Gesprächen neue ›Wächter‹ für eure Pferde, frei dem Motto:

Ausflugsziel Offenstall

Denn manchmal trifft man auch unverhofft auf wirklich nette und besorgte Menschen.

In diesem Sinne, passt auf eure Lieben auf!
Flauschige Grüße
Celeste