Immer langsam mit den jungen Pferden

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. So langsam wird das Wetter doch wirklich frühlingshaft, so taumeln wir zwischen frostigem Sonnenwetter oder warmen Frühlingsregen. Und wenn die Sonne sich einmal länger blicken lässt, nutzen wir das gleich um mit unseren Pferden, oder am Stall zu arbeiten. Und ihr kennt das sicher auch, wenn man bei der Stallarbeit ist, Zäune richtet oder bastelt und werkelt. Dann dauert es nur einen Kaninchenpubs, bis eine vorwitzige Pferdenase ganz genau unsere Arbeit überwachen will. Und da Pferdenasen bei solchen Arbeiten selten hilfreich sind, gibt es bei mir eine Standard Redewendung mit denen ich sie wegschicke: »Geht mal die Soldaten gucken.«
Sicher habt auch ihr nun einen leicht verwirrten Gesichtsausdruck, denn den hatte letztens auch ein Spaziergänger, als er meinen Anspruch an die Pferde hörte. Aber die Neugier siegte wohl, und er fragte mich, was diese bedeute.
Ich erklärte ihm, das mein Vater diese Redewendung selber als Kind in den Kriegszeiten oft zu hören bekam. So schickten die Eltern damit ihre Kinder weg, wenn sie nervten oder im Weg waren. Sie sollten lieber den Soldaten zusehen und sich so beschäftigen, statt den Eltern auf den Keks zu gehen. Mein Vater übernahm die Redewendung für mich und meine Geschwister, als wir klein waren, obwohl es Gott sei Dank keine Soldaten mehr zu sehen gab. Und ich, ja ich benutze sie heute bei vorwitzigen Pferdenasen, wenn sie diese mal wieder in Angelegenheiten stecken, welche sie nichts angehen.

Junge Pferde haben übrigens sehr vorwitzige Nasen, welche sie mit ihrer kindlichen Neugier überall hineinstecken. Und das ist auch gut so, denn ein neugieriges Pferd lernt meist schneller, als eines mit dem Gemüt von Towelie dem kiffenden Handtuch.
Aber auch hier gibt es eine schöne Redewendung und zwar:
»Immer langsam mit den jungen Pferden!«

Denn ein junges Pferd ist immer noch im Wachstum und sollte somit weder körperlich noch psychisch überlastet werden. Nun werden einige Jungpferdebesitzer würdevoll den Kopf schütteln und leise murmeln: »Mir passiert das schon nicht.«
Und doch zeichnet sich in vielen Gruppen ein deutlich anderes Bild ab. War es früher noch so, das man sich ein ausgebildetes Reitpferd zum – na wer ahnt es – Reiten kaufte, so werden heute deutlich mehr junge Pferde oder Fohlen gekauft.

Das liegt mitunter …

  • am günstigen Preis, entgegen eines ›fertigen‹ Pferdes.
  • an dem Wunsch nach einer innigen Beziehung von klein auf. Man möchte es selber nach seinen Wünschen ausbilden.
  • daran, dass man bedingt durch den eigenen Stall genug Platz hat. Da fällt so ein Zwerg nicht weiter auf.
  • daran, dass man ein Schlachtfohlen retten möchte.

Obwohl man eigentlich gerade ein Jungpferd sehr bewusst auswählen sollte, entscheidet da doch bei vielen Besitzern eher das Herz. Oft werden sie von flauschigem Fell und Kulleraugen derart in den Bann gezogen, das so mancher Kauf unbedacht seinen Lauf nimmt.
Dabei haben doch gerade die Pferdekinder ein viel höheres Bedürfnis an eine spezielle Aufzucht und Ausbildung, als ein bereits erwachsenes Pferd das ›fertig‹ reitbar ist.
Leider passiert es dann sehr oft, dass den Zwergen keine vernünftige Umgebung geboten wird.
Gründe dafür sind oft:

  • Man hat einen eigenen Stall und will keinen weiteren Pensionsplatz zahlen
  • Man glaubt, passende Spielpartner bieten zu können.
  • Man glaubt, dass fehlende Spielpartner nicht schlimm sind.
  • Man traut fremden Aufzuchtplätzen nicht.

Usw.

Im besten Fall kann die heimische Aufzucht ohne passende Spielpartner gut gehen. Oft liest man aber leider genau das Gegenteil. Da wird auf einmal nach Spiel und Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht, weil die kleine Kackbratze aus Langeweile den halben Stall zerlegt. Auch werden oft ältere Herdenmitglieder bis zur Weissglut genervt, oder aber der Pferdebesitzer muss schmerzhaft als Spielpartner herhalten.
Aber statt dann einen adäquaten Spielpartner zu bieten, oder am besten gleich mehrere, versuchen viele das Jungpferd durch Beschäftigung auf andere Gedanken zu bringen. So werden Spielmöglichkeiten wie Äste und Knabberketten rangekarrt, mit dem Jungspund Ball gespielt, und wenn das nichts wirkt, dann kommen die Bodenarbeit und Zirzensik-Versuche.
Und das ist gleichermaßen auch praktisch. Schließlich kann man sich dann ja ausgiebig mit seinem Jungpferd beschäftigen und hat sogar noch eine Ausrede dafür, eben weil es sich ja sonst langweilen würde. *An dieser Stelle denkt euch bitte ein Augenrollen meinerseits*

Nicht zu vergessen sind solche Trainingsstunden ein wahrer Fotoerfolg für die sozialen Medien. Da werden munter Bildchen gepostet von Zirkuslektionen, welche eher schlecht als Recht ausgeführt werden. Und meist sind diese dann eher dem Leckerchenbeutel, als einem langsamen Training zugute zu halten.

Oder aber Spaziergänge über Stunden, auch das machen die Absetzer ja gerne mit, die langweilen sich ja sonst. Nicht zu vergessen, dass man auch hier schnell ein Bildchen machen muss, wie es frei auf dem Feld steht. – Denn das kann man ja unter ›Vertrauen‹ verbuchen. – Schließlich muss man ja der Internetwelt beweisen, dass auch ein Jungpferd schon als Seelenpferd alle Ängste beiseite schmeißen muss.

Die neuste Kollektion an Schabracken Decken und Halfter kann der Absetzer dann auch mal gleich tragen, gerne auch an der Longe mit Sattel und Trense. Schließlich muss das Outfit der Fangemeinde präsentiert werden …

Fast ebenso beliebt ist es, wenn das Jungpferd frei bei einem Ausritt mitläuft. Da kann es sich doch gleich entfalten, na ja wahlweise auch auf der Windschutzscheibe eines Autos, wenn es in Panik mal nicht hinterher rennt …

Mal im Ernst, ich habe nichts dagegen, wenn mit jungen Pferden frühzeitig gearbeitet wird. Aber diese Arbeit sollte auch dem Alter, der Psyche und dem Körperbau angepasst sein.
Ein Fohlen/Jungpferd muss nichts weiter können als das Fohlen-ABC. Dieses beinhaltet:

  • Überall anfassen lassen
  • Halfter tragen
  • Führen lassen
  • Anbinden lassen
  • Hufe geben
  • Putzen
  • Hufschmied
  • Tierarzt (Impfen/Wurmkuren)
  • Aus der Herde nehmen lassen
  • Verladen lassen bei Weiden die einen Transport brauchen
  • Decke kennen lernen (für Notfälle)

Mehr muss ein junges Pferd bis zur Anreitphase nicht lernen. Alles was dazu kommt ist ein absolutes Plus.
Das heißt, ein Jungpferd kann bis zu den ersten Reitversuchen:

  • Spazieren gehen
  • Longieren
  • Bodenarbeit
  • Trense, Sattel etc. kennenlernen

Aber das sollte mit Vernunft und Fachwissen geschehen. Nicht weil dem Jungpferd langweilig ist, denn kein Training der Welt ersetzt einen Spielpartner. Es sollte auch nicht geschehen, weil dem Besitzer langweilig ist. Denn wenn er ›etwas von seinem Pferd haben will‹ und nicht warten kann, sollte er es mit einem ausgebildeten Pferd oder wahlweise einem Schaukelpferd versuchen …

Jungpferde können sich nur kurze Zeit konzentrieren, ebenso brauchen sie viele Pausen. Es reicht also durchaus, wenn man eine Trainingseinheit auf 10-15 Minuten beschränkt und mit einem Erfolgserlebnis abschließt. Und das bitte nicht mehr als 3x in der Woche.
Wer mehr Kinderarbeit möchte, sollte vielleicht über Teppichknüpfende Kinder im Keller nachdenken …

Von daher lasst euren Jungspunden ihre Kindheit und überlegt, ob so viel Training wirklich immer Sinn macht. Ich selber habe immer gerne früh angefangen, aber das Training immer kurz und klein gehalten. Das bringt freudig-interessierte Jungpferde, die aber ihren Spieltrieb mit ihren Freunden ausleben können. Denn ich bin für ihr Seelenheil, ihre Haltung und Versorgung zuständig, aber nicht ihr Spielpartner, das erledigt die Herde.

In diesem Sinne, immer langsam mit den jungen Pferden! 😉

Liebe und flauschige Grüße
Celeste

Der Sparfuchs in mir

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der letzten Woche? Neben den Zaunvorbereitungen für die Anweidezeit fröne ich wie immer noch einem anderen Hobby von mir und zwar dem Couponing. Ja, ich gehöre tatsächlich zu den Schnäppchenjägern, die Coupons geplant bei den Einkäufen einsetzen, um so das eine oder andere Superschnäppchen zu machen.
Und wer kennt das nicht, das gute Gefühl, wenn der Einkauf am Ende deutlich billiger ausfällt? So besuchen viele von uns sicher auch Pferdemessen um preisgünstige  Wunschstücke zu ergattern sowie reduzierte Einzelteile. Auch gibt es oft Preisnachlässe, wenn man Futtersäcke oder Zaunpfosten, bis hin zu Paddockplatten, palettenweise abnimmt. Die Angebotsmöglichkeiten sind vielfältig und bieten oft ein großes Sparpotential, wenn man ein wenig die Preise vergleicht. Und solche Sparmassnamen finde ich wirklich gut, denn im schlimmsten Falle schaden sie höchstens der eigenen Geldbörse, weil wir mehr kaufen als geplant.

Weniger erfreut bin ich aber über das Sparpotential, das viele Pferdebesitzer neuerdings im eigenen Stall an den Tag legen. Damit meine ich weniger Selbstbauten wie Heuraufen, Ställe oder Bodenbeläge, die man selber verlegt statt eine Firma zu beauftragen. Denn solche Bauten entstehen oft weniger aus Geldmangel, sondern eher, weil man eine individuelle Lösung sucht, welche es nicht im gängigen Handel gibt.
So war ich zum Beispiel damals auf der Suche nach kleinen transportablen Heuraufen mit Dach, aber eben aus Holz statt Metall. Denn ich hatte immer noch das Bild vor Augen, wie damals in einem Pensionsstall ein Tinker mit der Flex aus der Metallraufe befreit werden musste. Schön war also tatsächlich anders und motivierte mich letztendlich zum Selbstbau meiner kleinen Raufen, die nun schon seit über 7 Jahren im täglichen Gebrauch sind.

Nein, Selbstbauten mag ich, einfach weil man damit individuelle Lösungen für den eigenen Stall schaffen kann. Und wenn ich dann die Preise für die Zutaten zusammenrechne und meine Arbeitszeit dazu, dann bin ich oft nicht billiger als bei einer gekauften Version. Nur das meine Lösung dann speziell auf meine Wünsche, wie auch die Bedürfnisse meiner Pferde, zugeschnitten ist.

Tja, aber welche Sparmassnamen sind es dann, die mir Bauchschmerzen bereiten? Jene die aufgrund von gesparter:

  • Zeit
  • Geld
  • Arbeitsaufwand

… zu Lasten der Pferde gehen.

Denn oft lese ich Beiträge da kann ich einfach nur den Kopf schütteln. Da werden Sachen im eigenen Stall plötzlich toleriert, bei denen man zu Pensionszeiten den Stallbesitzer ans Kreuz genagelt hätte.

So las ich oft:

  • »Kann man den Heuballen noch füttern?«

    Und das Bild zeigt einen verschimmelten Ballen, den man zu Pensionszeiten sicher nicht einmal schief angesehen hätte. Geschweige denn in Betracht gezogen hätte, ob dieser noch als Futter taugt.
    Zu Selbstversorgerzeiten mit diversen Heupreisen im Genick wird das dann erschreckenderweise aber tatsächlich häufiger in Erwägung gezogen. Wobei ich mich in dem Falle frage, ob die Kosten der Kolikbehandlung den Aufwand eines entsorgten Heuballens wert sind?

  • »Im Stall liegen bei mir nur Gummimatten, weil ich will das die draußen äppeln / pinkeln. Die hassen es auf den Matten zu pinkeln daher müssen sie bei jedem, Wetter eben raus und ich muss nicht soviel misten. Ebenso wird kein Einstreu versaut, das spart Geld.«

    Okay, davon abgesehen, dass ich nicht viel davon halte, wenn Gummimatten als alleiniger Belag für eine Liegefläche herhalten sollen, finde ich es schon hart das man seine Pferde nach draußen verbannt für alle Toilettengeschichten. Sicher mag es einfacher sein, wenn man nur die Äppel aufsammeln muss, weil der Urin im Boden versickert. Doch ist es das wert? Schließlich wählen viele von uns eine Offenstallhaltung, damit das Pferd eigenständig entscheiden darf wo es sich aufhalten möchte. Warum sollten wir ihm diese Entscheidung bei der Toilettengeschichte aberkennen? Nur weil wir selber an Einstreu und Arbeit sparen wollen? Unsere Sparmaßname macht uns die Arbeit vielleicht leichter, aber dem Pferd ist es mitunter unangenehm, bei jedem Wind und Wetter nach draußen zu müssen. Das wäre ähnlich, als müssten wir wieder auf die Plumpsklos im Hinterhof zurückgreifen. Da freut man sich doch auf jeden Toilettengang und verkneift es sich wenn möglich, solange es geht. Und man mag es nicht glauben, auch Pferde verkneifen sich manchmal den Gang nach draußen bei Regen, Wind, Schnee oder Sturm. Und so etwas fördert dann mitunter Nierenprobleme oder Koliken. Von daher kann ich nur raten die Stallmatten mit Einstreu zu pimpen. Mag sein das es etwas mehr Arbeit für euch bedeutet, aber auch ihr bevorzugt sicher ein lauschiges Ambiente des ›Stillen Örtchens‹.

  • »Mein Jungpferd bleibt bei mir am heimischen Stall. Schliesslich steht es bei mir umsonst, da zahle ich nicht extra einen Pensionspreis. Ausserdem will ich nicht extra noch Fahrtwege zu einem anderen Stall haben und im Aufzuchtstall kümmert sich eh keiner so gut wie ich.«

    Auch das habe ich öfter gelesen. Wenn solche Aussagen dann mit der Helikoptermutti-Ausrede: »Das Jungpferd hat es nur bei mir gut, alle anderen Ställe taugen ja nichts«, entschuldigt wird, so sind doch oft der zusätzliche Pensionspreis, wie auch der Fahrtweg das Hauptargument. Das ist für mich nur dann akzeptabel, solange ein passender Spielpartner für das Jungpferd zur Verfügung steht. Ist dem nicht so dann schadet der Geiz um Zeit und Geld dem eigenen Jungspund. Denn dieses interessiert sich nicht für Kosten oder Fahrtwege. Es möchte nur einen passenden Partner zum Spielen und toben.

  • »Ich befestige doch nicht den matschigen Auslauf, der fast schon ein Sumpfloch ist. Es ist ja nur für den Winter und der geht rum. Das ist sowieso nicht mein Stall, warum sollte ich da was bezahlen. Ausserdem ist da eh sicher nichts erlaubt.«

    Ich verstehe durchaus, dass niemand einen Geldspeicher wie Dagobert Duck daheim hat. Und ein befestigter Auslauf kostet eine menge Geld. Ebenso muss man sich bei den Behörden erkundigen welche Auslaufbefestigung überhaupt erlaubt ist. Hat man einen eigenen Stall dann sollte man sparen und Stück für Stück befestigen. Ist man in  einem Pensionsstall muss man sich nach dem Stallbetreiber richten. Will der keinen geeigneten Auslauf anbieten, dann sollte man einen Stallwechsel in Erwägung ziehen.

  • »Ich will nicht das sie im Stall fressen, dann versauen sie das Einstreu, weil sie dauernd drinnen sind.«

    Und wieder denke ich mir: Warum wählt man dann eine Offenstallhaltung? Eine Haltung, in der doch eigentlich das Pferd frei entscheiden sollte, wo es sich aufhalten will? Und dennoch zwingen wir es dann für viele Stunden bei jedem Wetter nach draussen, wenn nur dort Raufutter angeboten wird? Nur damit der Stall sauberer bleibt und uns Arbeit erspart wird? Auch hier gibt es Pferde, die eben nicht bei jedem Wetter raus wollen, diesen bleibt dann das Raufutter über Stunden verwehrt. Das dies nicht gerade gesund ist muss ich nicht erklären.

  • »Ich ziehe doch keinen Holzzaun, auch wenn mein Haflinger und das Pony dauernd flüchten. Die laufen schon nicht weit weg. Und wenn doch, die Nachbarn finden die immer und bringen die zur Weide zurück.«

    Mir ist durchaus bewusst, wie kostspielig ein vernünftiger Zaun ist. Aber wenn man einen Ausbrecherkönig dabei hat dann muss man eben aufrüsten:
    Zaunbau Workshop für Powerfrauen Teil I
    Zaunbauworkshop für Powerfrauen Teil II
    Zaunbauworkshop für Powerfrauen Teil III
    Zaunbauworkshop für Powerfrauen Teil IV

    Einfach darauf zu hoffen, dass kein Unfall passiert, zählt bei der Polizei sicher nicht als Ausrede und ist zudem sehr fahrlässig. Und wenn einem die Arbeit oder auch die Kosten zuviel sind, dann sollte man wirklich überlegen ob man in Pension nicht besser aufgehoben wäre. Auch wenn sich dann der Stallbetreiber mit dem Ausbrecherkönig rum ärgern muss.

  • »Mein Shetty lass ich beim Ausreiten frei nebenher laufen. Das muss ich dann nicht trainieren und es nimmt auch gleich ab. Es folgt ja meinem Pferd wegen dem Herdentrieb, und mitten in der Pampa passiert da ja nichts. Als Handpferd ist mir das Pony zu stressig, das mag es irgendwie nicht.«

    Das sind dann Momente, da möchte ich mein Gegenüber leicht schütteln. Davon abgesehen das auch Ponys ein vernünftiges Training brauchen, so ist Freilauf im Gelände absolut verboten, laut der Straßenverkehrsordnung. Dies kann aufgrund der Fahrlässigkeit böse Strafen und Kosten nach sich ziehen. Wie und warum habe ich hier einmal zusammengefasst.
    Ich will kein Spielverderber sein, aber aus Zeitmangel bzw. Faulheit das Handpferdetraining zu vernachlässigen und den Zwerg einfach freilaufen zu lassen, ist absolut inakzeptabel. Es steht bei mir auf der gleichen Stufe, wie betrunken Auto fahren oder Sommerreifen im Winter zu nutzen.

  • »Ich kauf mir einfach ein Shetty als zweites Pferd, dann ist mein Pferd nicht mehr alleine. Die gibt‘s für nen 50er auf dem Markt und dem Schlachtfohlen tu ich ja auch noch was Gutes, wenn ich das rette. Und weil die so klein sind, brauchen die auch kaum was an Futter und kosten so ja fast nichts.«

    Tja, was soll ich sagen, ich liebe Shettys, sie sind wundervolle, schlaue Ponys mit riesen Potential und einem energischen, aber liebevollen Charakter. Momentan ist es aber fast schon zu einer Modewelle geworden Shettys als Beisteller zu kaufen. Meist gibt es ein paar Zirzensik-Versuche, welche mit Hüfchenheben zum Steigen animieren sollen. Und das war es dann meist auch schon an Ausbildung. An passendem Zubehör, wie auch Trainerstunden wird aus Zeit und Geldmangel oft gespart. Schliesslich sind die Ponys oft nur als Zusatz gekauft worden und nicht als gleichwertiges Pferd.
    Hier ist es wichtig, das man erkennt, was so ein Pony wirklich braucht. Ein alter Beitrag von mir dazu klärt vielleicht den einen oder anderen Irrglauben vom Billigpony auf.

Alles in allem denke ich sind nun genug der Beispiele, ihr wisst nun worauf ich hinaus will. Wir alle sind eigentlich bemüht, unseren Pferden ein schönes Leben zu gestalten. Gleichzeitig fordert aber das Leben neben den Pferden seinen Tribut an Zeit, Mühe und Geld. Natürlich versuchen wir immer mal wieder alles gleichzeitig zu verbessern, um den Pferden wie auch Beruf, Familie und Privatleben gerecht zu werden. Aber es geht nicht wenn unsere Sparmassnamen die Pferde, wie oben beschrieben, negativ beeinflussen. Hier sollte jeder für sich selbst überlegen, ob die Optimierung des Zeitplanes, oder des Geldbeutels wirklich ohne negative Folgen für die Pferde bleibt. Wenn dem so ist, wunderbar. Wenn nicht sollte ein neuer Plan gefunden werden, der den Pferden, wie auch den eigenen Sparwünschen, gerecht wird.

Ich selber weiß, dass ich viele Arbeiten rund um die Pferde zeitmäßig verbessern könnte. Dennoch möchte ich das nicht, da es zu Lasten meiner Pferde gehen würde.
Also stopfe ich zum Beispiel viele Heunetze und schaffe loses Heu an verschiedene Stellen, damit meine Bande überall fressen kann. Ebenso dürfen sie äppeln wo auch immer sie wollen. Sicher ist das für mich mehr Arbeit, aber was soll‘s. Ich möchte, dass es meinen Pferden gut geht, egal was sie tun. Und sei es nur zufrieden grunzend Häufchen legen.

In diesem Sinne, flauschige Grüße
Celeste

Mary Poppins oder Pferdebesitzer?

 

Hallo meine Flauschehasen, schon wieder ist eine Woche vergangen und mein Wochenendbeitrag flackert über euren Bildschirmen. Nun es gibt eben gewisse Dinge, die wiederholen sich stetig. So zum Beispiel auch meine Begrüßung, welche immer gleich bleibt. Und auch wenn sie vielleicht nicht jeder mag, so ist sie doch ein fester Bestandteil meiner Beiträge, welche schon einen festen Platz in euren Köpfen haben.
Gut, ich denke, es gibt schlimmere Sachen, welche sich in den Gedankengängen festsetzen können, Ohrwürmer zum Beispiel. Ihr kennt sie sicher alle, Werbeslogans á la ›Es rappelt im Karton ton ton‹.
Okay, summt ihr es auch gerade?
Auch da gibt es Ohrwürmer, die wirklich lustig sind. Während andere wirklich extrem nervig sind. So ist es auch mit bestimmten Sätzen, die mich gerne mal verfolgen, die ich aber ebenso wenig mag wie eine Zahnwurzelbehandlung ohne Narkose. Einer davon ist: »Mein Kind kann ruhig an die Pferde -DAS KENNT SICH AUS.«
Na schaudert es euch auch schon? Ich wette auch euch ist dieser Satz schon begegnet.

Da kommt man nichtsahnend zum Stall, die beste Freundin dabei und möchte nur eines: Mit selbiger Freundin die Pferde versorgen und dabei den neusten Klatsch und Tratsch, oder die neusten Hiobsbotschaften austauschen. Und dann stehen sie schon wartend am Zaun. Mit Kindern und Kinderwagen im Schlepptau, und springen einen förmlich an.
Mit einem unguten Gefühl steige ich also aus dem Auto und ein Rumoren macht sich schon in der Magengegend breit. Nicht das ich etwas gegen Besucher habe, antworte ich gerne auf alle Fragen und mache den Erklärbär. Aber es gibt eben manchmal doch Tage, da möchte ich einfach meine Ruhe. Und schon muss ich Rede und Antwort stehen, ob ich möchte oder nicht. Denn man habe ja schließlich die Schilder gelesen. Gut, an meinem Zaun ist nicht nur das praktische »Füttern verboten«-Schild, mit Erklärungstext. Nein, für jene, denen man auch diese Schilder am besten noch vortanzen – und singen – sollte, habe ich gleich noch diesen Text an den Zaun gehängt.

Ja, warum das denn da hängen würde, kam auch gleich die Frage. Und ich kam mir da ein wenig vor, als frage man den bösen Wolf, warum er so große Augen habe.
Ich meine, warum hängt das da wohl?
Damit man es liest und weder füttert noch die Pferde anlockt?
Zur allgemeinen Belustigung?
Oder stehen darauf die neuesten Lottozahlen?

Gut, meine Antwort darauf war etwas unwirsch, denn ich sagte höflich aber eben sehr direkt: »Weil die Leute einfach nicht ihre Finger von den Pferden lassen können«. Gefolgt von einer Erklärung meiner Freundin, was schon alles passiert sei durch fremde Fütterung oder das man die Pferde nicht anlocken soll usw.
Anscheinend war das wie auch mein direkter Gang in den Stall samt sofortigen verschließen der Tore nicht deutlich genug. Auch nicht mein dezenter Hinweis mit dem ganzen Zaun, statt dem Zaunpfahl, dass wir nun erst einmal in Ruhe meine Pferde versorgen und füttern möchte, wurde gänzlich ignoriert.
Denn meine Freundin, welche nicht schnell genug zu mir flüchten konnte, wurde dann sofort gelöchert.
Ob es ihre Pferde seien, was sie verneinte und auf mich verwies und das sie nur Gast sei. (O.k., sie spielt ihre eigene Rolle immer wieder runter, dabei hat sie alle Handlungsfreiheiten.)
Ob das Kind denn nun mit rein könne auf den hinteren Paddock, sie will das Pony mal streicheln. Wieder einmal verwies meine Freundin auf mich, dass nur ich das entscheiden könne. Und bevor sie zu mir kommen konnte, hörte ich ihn, den Satz des Grauens:
»Das Mädchen kenne sich ja schließlich aus.«
Schön das es sich auskennt. Schön das es Reitstunden hatte. Aber bin ich nun deswegen in der Pflicht das Kind mit rein zu nehmen?
Und zu was qualifiziert ein ›das kennt sich aus‹ denn bitte? Das man nach 2 Reitstunden einfach überall zu fremden Pferden rein darf? Das dieses achso gut geschulte Kind nun überall dran rum tatschen darf. Egal ob es die Pferde kennt oder nicht?
Ich habe doch für meine Verhältnisse sehr unwirsch klar gemacht, dass ich es nicht gerne habe, wenn die Leute an den Pferden rum tatschen. Ich habe auf den Schildern (welche sie angeblich gelesen haben) extra stehen das ich nicht möchte das gestreichelt wird. Aber weil die kleine Prinzessin sich ja auskennt, soll ich sie mit rein nehmen? Damit sie auch an die Pferde  auf dem hinteren Paddock kommt? Jene welche  wegen dem Zwischenpaddock ausser Reichweite ihrer Hände sind?
Davon mal abgesehen, dass es für mich schon fast impliziert, dass sie ihre Finger nicht von den vorderen Pferden lassen konnten. Nein, ich soll ein fremdes Kind in meinen Stallbereich mit reinnehmen. Durch die anderen Pferde hindurch, damit es zu den hinteren Pferden kann.
Gut, meine Pferde sind brav und da könnte auch ein Kleinkind frei rum laufen. Aber weiß eine fremde Mutter das? Und auch wenn meine Bande überaus gesittet und Kinderlieb ist, so können auch sie sich mal erschrecken. Und mag es der übermotivierten Eislaufmutti ja nicht in den Sinn kommen, aber nur weil ihre Tochter ›sich ja auskennt‹ so sind wir hier nicht im neusten Ostwind- oder Wendy-Film.

Ja, ich höre schon die Fraktion der Helikoptermütter aufschreien: »Böse Celeste, wie kannst du nur …«

  • Das arme Kind wollte doch nur streicheln
  • Wir waren doch alle mal so.
  • Dafür muss man Verständnis haben.
  • Wenn sie sich doch auskennt, passiert ja nichts.
  • Wir haben alle so angefangen.
  • Die 5 Minuten kann man sich doch nehmen.
  • Man muss dem Kind doch eine Chance geben.
  • Vielleicht ist ja auch nur die Mutter scheiße, da kann das Kind nichts für.

Meine lieben Freunde, sorry, aber ihr könnt mich mal muscheln.
Es gibt Tage, da möchte ich nicht nur meine Ruhe, da brauche ich meine Ruhe. Mein Leben ist anstrengend, oft über alle Massen. Ich versuche sogar meinem Umfeld immer wieder zu gefallen, selber nicht aufzufallen, und allen das Leben zu erleichtern. Ich bin nett, höflich, hilfsbereit, und einem Großteil der Menschen fällt nicht mal auf, dass ich Autist bin, da ich selbst meine Ticks und Zwangshandlungen minimiere, soweit es geht.
Aber es gibt Tage, da möchte ich keine Menschen sehen. Da möchte ich mit niemandem reden und schon dreimal nicht in die Situation kommen, dass man mich unbewusst berührt oder ich jemanden anfassen muss. Da möchte ich mich nur mit Personen umgeben, die mich kennen und bei denen ich sein darf, wie ich bin. Personen, die mich und meine Pferde kenne und auf die ich nicht achten muss. Jene, welche sich alleine im Stall bewegen können und dürfen, eben weil sie mit meinen Pferden und meine Arbeitsmethoden vertraut sind. In diesem Fall war das meine Freundin, welche dabei war und der ich blind vertraue. Aber ein fremdes Kind, das ist eine ganz andere Baustelle, denn ich bin ein verantwortungsvoller Pferdebesitzer. Ich achte dann auf das Kind an meiner Seite, denn ich möchte das ihm nichts Dummes widerfährt. Denn auch wenn ›es sich ja auskennt‹ weiss ich ja nicht, ob der Erfahrungsschatz über 3x Nase kraulen und Kirmesreiten hinausgeht. Dazu kommt, dass ich schon live erlebt habe, das selbst 3 Jahre Reitschule keinen erfahrenen Pferdebesitzer aus einem gemacht haben. Weder auf noch neben dem Sattel.
Von daher muss ich ganz klar sagen, dass ich in der Aufsichtspflicht bin, wenn ich ein fremdes Kind oder allgemein eine fremde Person mit rein zu meinen Pferden nehme. Und dann muss ich dafür sorgen, dass weder das Kind noch die Pferde durch eine unachtsame Aktion zu Schaden kommen.
Und dazu muss ich:

  • Zeit haben
  • Geduld (man weiß nie, was es für eine Kackbratze ist und ob sie sich an Regeln hält)
  • Lust haben den Erklärbär zu mimen.
  • Erklären, das ich keine Reitstunden gebe und kein Ponyhof bin zur dauerhaften Bespaßung.

Und ja, ich muss das dann sehr deutlich machen, das solche Aktionen ein Einzelfall sind. Und das Kind nicht bei jedem Besuch dann automatisch wieder Gast ist, oder sich gar alleine zu den Pferden auf in den Stall machen darf. Denn oft genug hörte ich nach solchen Einzelfällen das ›die Kleine ja nun dann öfters auch alleine vorbeikommen könne, denn … – wer ahnt es – … sie kenne sich ja jetzt auch hier aus.‹
Das sind dann Momente, in denen ich laut schreien möchte.

Von meinen persönlichen Befindlichkeiten einmal abgesehen, kommen die Mütter nicht darauf, dass man auch ab und an seine Ruhe haben möchte?  Das es nicht der Wunsch eines jeden Pferdebesitzers ist die Brut der Supermutti zu hüten? Zu jeder Zeit? Oft auch noch ungefragt? Schließlich haben alle Pferdebesitzer neben ihren Pferden auch noch ein normales Leben, mit Familie, Job, Haushalt und deren Freuden wie auch Nöten und Sorgen. Und nicht selten nutzen wir doch die Zeit bei unseren Pferden, um ab und an mal die eigene Nase am Pferdehals zu vergraben, damit wenigstens für einen Moment, Stress und Sorgen vergessen sind.

Und da möchten die wenigsten ihre oft schon knapp bemessene Zeit opfern, um den Kinderhort für ein fremdes Kind zu mimen. Denn auch das hatte ich schon. Eltern, die dann meinten ›du bleibst nun bei der Tante und wir gehen ins Dorf. Die hat ja eh bei den Pferden zu tun, dann kannst du auch da bleiben, bis wir dich in ein paar Stunden wieder holen.‹
Was zur Hölle denken sich solche Eltern eigentlich?
Im oben genannten Fall hatte die Dame zwar meiner Freundin mitgeteilt, das ihr Sprössling nun auch an die hinteren Pferde möchte. Aber den Verweis mich selber zu fragen nahm man nicht an. Verzeihung, dass nicht gleich der rote Teppich ausgerollt wurde und das Kind auf Rosenblättern zu den hinteren Pferden geleitet wurde.  Nein, ich habe tatsächlich erst einmal in Ruhe, wie angekündigt, meine Pferde versorgt und die abendliche Fütterung gestaltet. Ich habe Luft geholt und mit meiner Freundin währenddessen geplauscht. Es dauerte keine 5 Minuten dann zog die Dame samt Kindern schmollend wieder ab. Gefragt hat sie mich nicht mehr ob das Kind rein darf. Gut, ich gestehe, ich hätte sicher nicht nein gesagt, dem Kind zuliebe. Dennoch wäre es mir unpassend und unangenehm gewesen. Denn an diesem Tag brauchte ich einfach Ruhe und Pferde und keine Kinderbespaßung.

Falls die Übermutterfraktion nun wieder tadelnd das Haupt schüttelt, Holz für den Scheiterhaufen findet ihr zu eurer Linken, rechts die falschen Bärte für die Steinigung.
Otternasen, Ozelotmilch und Wolfzitzenchips, finden sich im Bauchladen der Verkäufer.
Denn mag man mich nun verurteilen, weil ich nicht immer wie Mary Poppins bin und die Kinder tanzend und mit einem Lied auf den Lippen bespaße, so sage ich doch wirklich , wirklich selten nein.
Meist kommt nur dann ein ›Nein‹ über meine Lippen, wenn ich gerade auf dem Sprung und in Zeitdruck bin, und nur schnell meine Bande versorgen möchte. Sollten diese Ausnahmen dennoch zuviel sein und die Wünsche nach der Kreuzigung meinerseits in euch hervor rufen (ich erinnere mich an einen ähnlichen Blogbeitrag, bei dem es viele böse Leserstimmen der Helikoptermütter gab), so sage ich es einmal deutlich mit dem Buchtitel meiner Oompa Loompa:
»Liebe Supermami, du kannst mich mal!«

In diesem Sinne flauschige Grüße
Celeste

Geteiltes Leid oder halbe Freude?

 

Hallo meine Flauschehasen, wieder einmal ist eine Woche vorbei und so langsam geht der eiskalte Winter in ein nasses regnerisches Schmuddelwetter über. Und auch wenn ich meine Bande sehr liebe, an windigen Tagen mit Dauerregen würde auch ich so manches Mal gerne Daheim bleiben und mir die Decke über den Kopf ziehen. Wohl dem, der auch an solchen Tagen eine Vertretung hat welche einem die Stallarbeit gerne mal abnimmt. Aber ich gestehe, ich gehöre zu den glücklichen Personen, die öfter Hilfe im Stall hat. Ein Umstand, den ich durchaus sehr zu schätzen weiß.

Doch trotz aller Hilfe und allen Freiheiten, die ich meiner helfenden Hand zugestehe, trage ich alleine die Kosten und die Verantwortung für meine Bande. Ein Umstand, den ich selber nie ändern würde und doch lese ich immer wieder in Beiträgen, von dem frommen Wunsch sich ein Pferd zu teilen.

Nun der Gedanke ist ja nicht schlecht, ein geteiltes Pferd würde:

  • nur die Hälfte der Kosten bedeuten.
  • die Hälfte der Arbeit.
  • bedeuten, ich wäre bei Verantwortungsfragen nicht auf mich alleine gestellt.
  • bedeuten, ich wäre zeitmäßig auch mal entlastet.

Usw.

Hört sich eigentlich nicht so schlecht an, oder? Endlich ein eigenes Pferd, das man sich sonst nicht leisten könnte, oder für das nicht genug Zeit da wäre, wenn man alles alleine managen müsste?
Und schon sieht man sich mit der kleinen Schwester oder der besten Freundin zusammen auf dem Pferd sitzen. Zusammen galoppiert man über das Stoppelfeld, mit wehenden Haar, im Blümchenkleid. Macht Fotoshootings Hand in Hand und besucht zusammen eine Pferdemesse nach der anderen, um diese zu plündern. Und Meinungsverschiedenheiten die hätte man ja nicht mit der besten Freundin oder Schwester, schließlich ist man sich ja bislang immer einig gewesen, in allen Haltungs- und Fütterungs-Fragen. Und auch in der Pferdeausbildung möchte man zusammen denselben Weg beschreiten.
Nein, machen wir uns nichts vor, so einfach ist der Pferdekauf zu zweit nicht wirklich. Mögen die Neu-Pferdebesitzer am Anfang noch voller Freude und Enthusiasmus sein, irgendwann holt einen die Realität ein. Spätestens, wenn das Traumpferd eingezogen ist, wird es nach einer Weile einen Rattenschwanz an Problemen nach sich ziehen.

So wird es immer wieder Themen geben, die zu Diskussionen und Streit führen werden:

  • Die Kosten können zwar 50/50 geteilt werden, aber was ist, wenn neues Zubehör angeschafft werden soll und ein Part der Besitzer findet dieses unnötig? Ein Sattel nach Mass kann da nicht nur das Budget sprengen, sondern mitunter auch die Freundschaft.
  • Oder neue Futtermittel. Was der eine Besitzer als nötig empfindet, kann der andere als Guru-Kräuterkram ablehnen.
  • Tierarztkosten werden auch irgendwann ein Streitpunkt. Denn wenn der eine Pferdebesitzer eine Operation zahlen würde, aber der andere nicht? Wer entscheidet dann über Leben und Tod?
  • Auch können Reitweisen und Trainingsstunden, wie auch Lehrgänge zum Streitfaktor werden. Was dem einem zusagt, muss dem anderen nicht gefallen.
  • Selbst die Erziehung des Pferdes ist mitunter ein schwieriges Thema. Was wenn der eine mit dem Leckerchenbeutel und der andere mit Konsequenz erzieht?

Es gibt unzählige Möglichkeiten die ein Besitzerpaar in Streitereien verwickeln kann. Mag man sich vorher noch so gut verstanden haben, ein geteiltes Pferd ist eine wahre Belastungsprobe für jede Freundschaft oder Familie.
Selbst wenn man vorher in vielen Dingen wirklich einer Meinung war, Meinungen und Ansichten ändern sich im Laufe der Jahre. Und ein Pferdeleben ist sehr lange, so Gott will. Man hat über 20 Jahre Zeit um dazu zu lernen, und auch neue Ansichten zu entwickeln. Entwickeln sich die Ansichten des Besitzerpaares dann in unterschiedliche Richtungen, kann man sich auf Dauerstreit und Stress einrichten.
Nicht zuletzt muss man auch bedenken, dass man nie weiß, was die Zukunft bringt. Blicke ich die letzten 20 Jahre zurück, dann wundere ich mich, wo mich das Leben hingetrieben hat. Und nicht nur mich, auch viele Freunde und Verwandte führen heute ein Leben das sie vor 20 Jahren niemals so geplant hätten. So kann ein Umzug, ein neuer Job der einen einnimmt, ein Auslandsaufenthalt oder ein krankes Familienmitglied, das Leben völlig auf den Kopf stellen. Ein eigenes Pferd in die neuen Lebensumstände einzufügen ist oft schwer genug, aber ein Pferd, für das man nicht alleine entscheiden darf, da wird es wirklich heikel.
Solltet ihr also mit dem Gedanken spielen euch ein Pferd (aus welchen Gründen auch immer) teilen zu wollen, dann macht bitte einen Vertrag. Ja, selbst wenn es die beste Freundin ist, die Mutter, die Schwester oder Justin Bieber: Macht einen Vertrag!

In diesem sollte klar geregelt sein:

Wer trägt welche Kosten und zu welchem Anteil.
Hier ist z.B. sinnvoll, alle Versicherungen gleich mit in den Vertrag zu nehmen, ebenso das Hufschmiedintervall (mit Zusatz, falls mal Eisen usw. dazu kommen). Ebenso die Impfungen, welche werden gegeben und wann. Denn wenn einer der Besitzer plötzlich zum Impfgegner wird, dann steht man da wie Pik 7 im Schneegestöber.

Wie hoch ist die Auslösesumme, wenn ein Vertragspartner seinen Anteil verkaufen will?
Hier ist ein Vorkaufsrecht des anderen Besitzers zu einer festgelegten Summe innerhalb einer gewissen Informationszeit sinnvoll. Frei dem Motto, Marie muss wegen eines neuen Jobs ins Ausland und will ihren Anteil verkaufen. Mitbesitzer Sally hat dann wie im Vertrag z.B. festgelegte 8 Wochen Zeit um Summe x zu zahlen. Sagt Sally nein, dann kann Marie ihren Anteil an eine andere Person verkaufen, welche dann zu denselben Vertragsbedingungen Mitbesitzer wird.

Wer entscheidet einen Stallwechsel, bzw. sucht den neuen Stall aus?
Auch wenn man in einem Traumstall steht, so kann es in den nächsten 15 Jahren durchaus zu einem Wechsel kommen. Und dann muss man sich einig werden, welcher es werden soll. Während Marie lieber in Boxenhaltung und Halle wechseln möchte, wäre Sally ein Offenstall lieber. Hier sollte man vorab im Vertrag festlegen welche Haltungsform gewählt wird. Ebenso in welchem Preisrahmen mit welchen Leistungen dieser liegen sollte. So kann man z.B. Offenstall oder Paddockbox mit mindestens 10 Stunden Auslauf festlegen, welche aber preismäßig Summe X nicht übersteigen sollte und nicht die Fahrtstrecke von X Kilometern von der heimischen Stadt.

Wer macht welche Arbeit?
Eigentlich möchte man sich ja alles teilen, aber die Praxis zeigt das es nicht lange dauert bis man sich gegenseitig die Arbeiten hochrechnet. Einmal wird ein Urlaub vertreten, ein andermal wegen Krankheit ausgeholfen und irgendwann ist die Unzufriedenheit da. Auch hier helfen klare Vertragsregeln.
Wer versorgt wann und wie und was passiert bei Krankheit oder Urlaub. Natürlich hört sich das etwas hart an, sogar solche Dinge vertraglich zu regeln, aber im Zweifelsfall weiß so jeder, wo er dran ist.

Welches Training bekommt das Pferd?
Das Pferd bestimmt das Training und den Weg wie auch die Dauer. Nur ist es für manche Besitzer schon schwer genug sich nach dem Tempo des Pferdes zu richten. Umso schlimmer, wenn es 2 Besitzer mit unterschiedlichen Ansichten sind.
Auch hier hilft ein Trainingsplan der zusammen erstellt wird, ebenso eine Trainerauswahl. Nichts ist schlimmer als wenn die verstimmten Gemüter ihr eigenes Süppchen kochen und mit unterschiedlichen Trainingsmethoden das Pferd verwirren.

Welche Krankheit/Verletzung wird behandelt und welche nicht?
Man mag es nicht glauben, aber auch darüber kann man streiten. Während Marie vielleicht jede Kolik-Op durchführen lassen würde, wäre bei Sally vielleicht nach einer  Schluss, aus Angst vor den Kosten, aber auch das sich das Pferd quält.
Ebenso stellt sich die Frage, wann erlöst man ein Pferd? Was wenn ein Part es aus falsch verstandener Tierliebe weiter am Leben erhalten will? Auch hier sollte man vorab dieses gruselige Thema besprechen und klären. Auch wo eine Kostengrenze bei der Behandlung ist, oder ob man diese Anteilmässig an den Partner in Raten abzahlen kann. Besonders wichtig finde ich daher neben der normalen Pferdehaftpflicht noch die OP- und Krankenversicherung für das Pferd. Denn damit sind ein Großteil der Krankenkosten schon einmal abgedeckt, ohne das man darüber streiten muss.

Okay, das sind ganz schön viele Regeln ich weiß, und man kommt sich fast dabei vor wie bei einer Beziehungsrahmenvereinbarung zwischen Sheldon und Amy. (The Big Bang Theory)
Und doch sollte man sich so gut es geht absichern, wenn man zu zweit diesen Weg als Pferdebesitzers gehen möchte. Sinnvoll wäre auch, wenn man schriftlich einen Schiedsmann festlegt. Eine Person die das Vertrauen beider Pferdebesitzer geniesst, und deren Stimme im Streitfall den Ausschlag gibt. Denn auch wenn man vorab viele Dinge festlegt und klärt, es kommt immer irgendwann zu Streit. Wie schön wenn dann eine neutrale Person festgelegt wurde, welche bei Streitigkeiten klärend zur Seite steht.

Alternativ wäre da noch die Möglichkeit das es einen Hauptbesitzer und einen Nebenbesitzer gibt. Somit hätte der Hauptbesitzer das Stimmrecht in allen Entscheidungsfragen, aber auch einen Mehranteil an Kosten, Arbeit und Vergnügen. Das hat gegenüber der Reitbeteiligung oder Halbpacht den Vorteil, das keiner der beiden Parteien einfach abspringen kann. Denn wer kennt es nicht, das eine Reitbeteiligung einfach abspringt oder der Pferdebesitzer das Pferd verkauft, und die Rb. steht weinend vor der leeren Box.
Hier wäre das System von Haupt- und Nebenbesitzer ein Verhältnis, das auf Dauer ist. Vertraglich geregelt mit 2 Besitzern und deren Rechten und Pflichten. Also ein Reitbeteiligungs Upgrade, 😉

Doch egal, für welchen Weg ihr euch entscheidet, geht ihn mit Sorgfalt und Vorsicht. Überlegt es euch gut ob ihr wirklich ein Teilhaber an einem Lebewesen sein wollt. Ein Lebewesen das ein Familienmitglied wird und für dessen Wohlergehen ihr nicht alleine verantwortlich sein werdet.
Ich selber würde nie ein Pferd teilen wollen, da bin ich ehrlich. Und wenn es denn sein müsste, dann nur mit einem Vertrag der »Sheldon like« mit allen Eventualitäten abgesichert wäre.

Flauschige Grüße
Celeste

Trautes Heim, Glück allein?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es geht euch und euren Lieben gut? Mittlerweile ist der Winter deutlich zu spüren, und während ich mir bei der Stallarbeit den Hintern abfriere, genießen meine Pferde das frostig kalte Wetter.
Wenn ich dann meine Heunetze stopfe, mache ich mir so meine Gedanken. Oft kreisen sie um Themen und Aussagen denen ich immer wieder in den verschiedenen Gruppen begegne. Manche bringen mich zum Grübeln, manche zum Schmunzeln, und manche finde ich schon sehr traurig.
Eine Aussage, die mir in letzter Zeit vermehrt begegnete, war sinngemäß »das es nicht schlimm ist, wenn ein Fohlen alleine aufwächst«, gefolgt von Bekundungen und Lobpreisungen vieler Leser »deren Fohlen das ja auch nicht geschadet habe«. Das hat fast schon einen leichten Tenor von: »Mein Kind durfte auch im Keller Teppiche knüpfen, aber schau mal, wie gut es geraten ist«.
So etwas – also das alleine aufwachsen, nicht das Teppiche knüpfen – habe ich dann nicht nur einmal, sondern wirklich mehrfach in den verschiedenen Gruppen gelesen.
Und ich bin ehrlich, dann schaudert es mich schon ein wenig.
Sollte es nicht im Sinne unserer Fohlen und Jungpferde sein, diese möglichst artgerecht und gesunderhaltend aufzuziehen?
Das wäre dann im besten Fall eine Mutterstutenherde, in die das Fohlen hineingeboren wird.

Diese bietet enorme Vorteile für Stute wie Fohlen:

  • Es gibt mehrere Spielpartner im gleichen Alter, aber mit verschiedenen Charakteren vom Faulschlumpf bis zum Killerclown. So ist für jeden in der Gruppe ein passender Spielpartner vorhanden.
  • Die Fohlen können sich im Spiel probieren, Niederlagen wie auch Siege einstecken, was den Charakter formt.
  • Die anderen Mutterstuten fungieren als Tanten, welche von der sanftmütigen Mary Poppins bis zur fiesen Tante Berta, ein ausgewogenes Sozialverhalten des Fohlens fördern.
  • Die Fohlen spielen vermehrt untereinander und geben den Müttern somit mehr Ruhezeiten.
  • Die Fohlen werden schneller selbstständig, anstatt bei Muttern an der Milchbar zu kleben.

Und wenn die Zwerge dann abgesetzt werden, haben sie dank der Zeit in der Mutterstutenherde, schon ein ausgereiftes Sozialverhalten. Sie wissen wie man freundlich anfragt, wenn man toben oder spielen möchte. Sie haben gelernt, wie man mit ruppigen Spielkameraden umgeht, und ebenso auch, wie man einer gnarzigen Tante aus dem Weg geht.
Dies ist eine gute Vorbereitung um sie dann später in eine Jungpferdeherde zu entlassen, natürlich wieder unter der Aufsicht von Tanten und Onkeln.

Warum wählen also viele Fohlen und Jungpferdehalter bewusst die Einzelhaltung? Obwohl sie wissen, dass ihr Pferdekind eigentlich viel besser in passender Gesellschaft aufgehoben wäre?

Gründe hierfür sind zum Beispiel:

  • Man möchte sein Jungpferd nicht in fremde Hände geben.
  • Der eigene Stall ist vorhanden und man scheut die Kosten des Aufzuchtplatzes.
  • Ein guter Aufzuchtplatz ist weiter weg, was häufige Besuche ausschließt.
  • Man findet es nicht schlimm, wenn sein Fohlen nur mit älteren Pferden aufwächst.
  • Man missversteht, wie sinnvoll eine Herdenaufzucht wirklich ist.
  • Man glaubt, das sein Jungpferd nur bei einem selber sicher und behütet ist.

Ja, ich lese wirklich oft, dass man so schlechte Erfahrung mit Aufzuchtställen gemacht hat, dass man sein Fohlen eben lieber alleine aufwachsen lassen will. Der Rest der Herde soll es dann eben richten, das kann ja nicht so schlimm sein.
Nun mag es sicher ab und an gut gehen, aber Fohlen sind wie kleine Kinder. Sie wollen spielen und toben, raufen und zanken, Unsinn machen und kleine Siege einstreichen, oder lernen mit Niederlagen umzugehen. All dies braucht Spielpartner, die ihnen körperlich und geistig gewachsen sind und vor allen Dingen auch den ganzen Mist auch mitmachen wollen.
Mag es sicher ältere Pferde geben die wirklich gerne mit den kleinen Kackbratzen spielen und toben. Aber einem Großteil der meisten erwachsenen Pferde gehen diese kleinen Biester dauerhaft auf den Keks.
Das ist wie wenn man ein kleines Kind auf Erwachsene loslässt. Jeder spielt mal mit dem kleinen Jungen Fussball oder mit einem kleinen Mädchen Seilspringen, oder kocht in der Spielküche und trinkt imaginären Tee. Aber irgendwann geht uns als Erwachsenen die Lust, wie auch die körperliche Kondition aus. Und wenn uns dann ein kleines,  nervendes Kind immer wieder am Ärmel zupft, weil es mit uns spielen will, dann reagieren wir auch mal genervt oder unwirsch. Sinnvoller ist es dann, wenn ein Kind andere Kinder als Spielpartner hat, die mit ihm spielen toben und raufen, während wir dann die Erziehungsarbeit übernehmen.
Und ebenso gilt das auch für Pferdekinder.
Damit diese ihren Spieltrieb nicht an der ganzen Herde auslassen, ist ein passender Spielpartner die beste Wahl. So können die Zwerge miteinander spielen, und Tanten und Onkel bei Bedarf mitspielen, oder ihre Ruhe geniessen und nur zu kleinen Erziehungseinheiten einschreiten.
Das ist gerade dann von Vorteil, wenn auch ältere oder kranke Pferde in der Herde sind, denn für diese kann so eine kleine aufmüpfige Kackbratze schon eine enorme Belastung werden.
Ausnahme sind allerdings tatsächlich spielbegeisterte ältere Pferde. Ja, die gibt es wirklich. Erwachsene Pferde die nicht den Nanny Job, sondern den des Spielkumpanen übernehmen. Diese erziehen nicht sondern spielen wirklich. Leider sind diese aber seltener in den Herden als uns die heile Internetwelt vorgaukeln mag. Denn oft werden sie mit Herdenmitgliedern verwechselt die ab und an mitspielen, aber eben nicht dauerhaft. Hier muss man klar trennen ob das Herdenmitglied wirklich als dauerhafter Spielpartner geeignet ist, oder nicht doch besser ein Pferdekind im passenden Alter her sollte.
Hilfreich ist hier auf jeden Fall, wenn das Fohlen vorab das Sozialverhalten in der Mutterstutenherde erlernt hat. Dann klappt es nämlich meist viel leichter mit einem älteren Spielpartner. Aber wie im echten Leben ist ein Spielpartner schön, aber mehrere sorgen eben auch für mehr Spaß.

Welche Möglichkeiten hat man denn, um für weitere Gesellschaft zu sorgen?
Sinnig wäre an erster Stelle ein Platz in einer Mutterstutenherde. Hat man keine eigene kleine Zucht, dann sollte man bei einem Züchter anfragen, ob man einen Platz in der Herde bekommen kann. Denn allein die Zeit in der Herde bis zum Absetzen prägt das Jungpferd ungemein. Was es in dieser Zeit lernt, ist unschätzbar wertvoll und hilfreich für die Zeit nach dem Absetzen.

Alternativ ginge auch, dass man selber einen Pensionsplatz für eine tragende Stute anbietet, oder eine Leihstute eines Züchters zu sich nimmt.
Nach dem Absetzen wäre dann die Fohlenherde in Pension oder bei einem Züchter sinnvoll. Alternativ wäre auch hier wieder das man selber einen Pensionsplatz für ein weiteres Jungpferd anbietet, oder ein Leihpferd von einem Züchter.

Hier gilt wie immer: Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden. Und wenn man eh bedingt durch Zucht und Hengstauswahl einen näheren Kontakt zu größeren Züchtern führt, warum kann man dann nicht nach einem Aufzuchtplatz oder einem Leihpferd fragen?
Und ja, viele Aufzuchtplätze sind weiter weg oder schlecht geführt. Daher sollte man sich diese im besten Fall schon vor der Bedeckung ansehen und sorgfältig auswählen. Wenn ein Aufzuchtplatz weiter weg ist, so sind wenige sinnvoll genutzte Besuche sinnvoller als ein dauerhaftes betüdeln.

Auch wenn ich ein Freund davon bin das Jungpferde in kleinen Lerneinheiten trainiert werden können, so braucht es eigentlich nicht mehr als das Fohlen Abc. Und einmal verinnerlicht reicht es völlig, wenn dieses einmal im Monat abgefragt wird. Ein täglicher Kontakt ist also eigentlich nicht nötig wenn das Jungpferd in seinem Aufzuchtplatz gut versorgt wird. Die Aussage »das man was von seinem Fohlen haben will« zählt übrigens in meinen Augen nicht. Denn nur aufgrund des eigennützigen Wunsches nach der eigenen Bespassung, sollte einem Jungpferd nicht der Spielpartner verwehrt werden!
Hier ist es also an einem selber den Drang der Helikoptermutti zurück zu stecken, und an die Bedürfnisse des Pferdezwerges zu denken. Entweder bieten wir also selber passende Gesellschaft – sei es mit eigenen Jungpferden, Leihpferden, Pensionspferden oder älteren Pferden, welche wirklich dauerhaft spielen – oder wir geben es in einen passenden Pensionsplatz.
Aber es einfach alleine zu halten aus Angst vor schlimmen Erfahrungen hat etwas davon, sein eigenes Menschenkind Luftposterfolie zu packen und jegliche Bewegungsfreiheit zu nehmen. Es gibt Erfahrungen, die gemacht werden müssen, um hinterher in einer sozialen Gruppe agieren zu können und gut zurecht zu kommen.
Natürlich träumt man von der besonderen Bindung mit seinem Pferdekind. Sicher will man es aufwachsen sehen, und es in seiner Ausbildung begleiten, aber dann bitte in Gesellschaft. Ist diese im heimischen Stall nicht gegeben, dann muss man seine Übermutter Gene im Zaum halten und das Pferdekind in fremde Hände geben. Mag nicht jeder Aufzuchthof einem Mary Poppins-Film gleichen, so sind viele nicht so schlecht, wie sie oft dargestellt werden.

Ich persönlich habe schon die verschiedensten Möglichkeiten gewählt. Die Mutterstute in eine fremde Züchterherde gegeben, Absetzer in die Fohlenherde, Leih-Jungpferde zu mir genommen, oder ein wirklich dauerhaft aktives spielfreudiges Pony, welches vom Jungpferd als Spielpartner gewählt wurde, statt der geplanten anderen Jungpferde.
Wichtig ist, dass man sich nicht nur Gedanken macht, sondern auch bereit ist verschiedene Wege zu gehen. Wege, die dem Jungpferd zugutekommen, auch wenn die eigenen Pferdemutter-Wünsche dabei etwas zu kurz kommen.

In diesem Sinne, euch und euren Zwergen alles Gute,
Flauschige Grüße
Celeste

Ein Sturm zieht auf …

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe ihr und eure Lieben haben diesen großen Sturm gut überstanden?
Ich gestehe, mir geht bei solchen Unwetterwarnungen immer der Arsch auf Grundeis. Verzeiht die offenen Worte, aber besser kann ich es einfach nicht beschreiben. Denn einmal hat es mir bei einem Orkan das halbe Stalldach und einige Zäune umgelegt und danach sieht man die Offenstallwelt bei einem Sturm einfach mit anderen Augen.

Gestern war wieder so eine Nacht, voller Wind und Regen. Gut ich wusste was auf uns zukommen sollte, denn ich beobachte den Wetterbericht täglich mit Argusaugen. Und auch wenn ich froh bin dass die Warnungen dank des Internets so schnell und aktuell wie möglich sind, beruhigend sind die Unwetterwarnungen nicht wirklich.
So lag ich, wie sicher viele von euch, die halbe Nacht wach, während draußen der Sturm tobte. Immer wieder wanderte mein Blick aus dem Fenster zu den wehenden Fahnen im Ort und auch meine klappernden Rollläden traute ich mich nicht zu schließen. In schönster Albtraummanier stellte ich mir die verschiedensten Horror-Szenarien vor und schlotterte unter meiner Kuscheldecke.
Mehrmals fragte mein Mann, ob ich nicht doch hoch zum Stall fahren möchte, aber dies verneinte ich dann doch. Denn was hätte es genutzt? Der Stall war sicher gebaut, die Pferde konnten jederzeit raus. Und selbst wenn es etwas zerlegt hätte, sind rund um meinen Stall riesige Weiden, samt den Feldern meines Bauern.
Auch wenn ich noch so gerne im Stall übernachtet hätte, siegte dann doch meine Vernunft. Denn zum einen ist es mit Grippe nur bedingt sinnig im Stall zu nächtigen, zum anderen, habe ich ja auch noch Versorgungspflichten daheim, welche ich wegen meiner eigenen Ängste nicht zurückstellen kann. Also zog ich die Bettdecke über den Kopf, die schnurrende kleine moppelige Katze neben mich, und mein Mann wachte gewissenhaft über das Wetter und meinen – wenn auch wenigen – Schlaf.
Nach vielen Albträumen und wenig Schlaf hüpfte ich also früh aus dem Bett und machte mich stallbereit, mit regenfester Kleidung und Gummistiefeln. Der Energydrink war fast unnötig so aufgedreht war ich als ich ins Auto hüpfte. Mein Weg zum Stall ist nur kurz, dennoch sah ich schon im Ort Bilder der Verwüstung. Die Straßen waren teilweise voller Schmutz, wie nach einem Silvestermorgen. Nur dass es sich nicht um Reste von Böllern, sondern um Laub und Äste handelte. Der Feldweg zum Stall entlang war nicht besser und mein Magen zog sich merklich zusammen. Auf dem Zufahrtsweg sah ich meinen Stall dann schon aus der Ferne. Soweit ich erkennen konnte, stand er noch.  Je näher ich kam, umso mehr sah ich dann. Meine Raufen die alle noch standen, meine Zäune welche noch heil waren, und meine Pferde die schon auf mich warteten. So langsam beruhigte ich mich dann doch ein wenig.
Als ich ausstieg ließ ich kurz meinen Blick schweifen. Die Pferde begrüßten mich munter und erwarteten freudig das Frühstück.  – Trotz 24/7 Heu meint die Bande wohl das man ohne Hafer augenblicklich vom Fleisch fällt. – Frau Panzer hüpfte über den Paddock wie ein Flummi auf Koks, Herr Pony suhlte sich erst einmal im Matsch der Winterweide und die zwei Schwestern begrüßten mich kurz und verkrümelten sich wieder in den Stall. Bei dem Schmuddelwetter konnte ich es ihnen nicht verdenken.
Ich gestehe, ich war so erleichtert, dass ich mir erst einmal neben meinem Auto noch einmal mein Frühstück durch den Kopf habe gehen lassen. Ja ich weiß, ein unangenehmes Thema aber solche Sorgen schlagen mir eben auf meinen Magen.
Ein verdatterter Blick meiner Pferde später checkte ich noch einmal ganz genau den Stall. Alle meine Sorgen waren wirklich unbegründet.
Okay, die Heuplane hatte etwas gelitten aber gehalten. Die Besucherstühle hatte es umgeweht und 3 Weihnachtskugeln lagen auf dem Paddock. Aber das war auch schon alles gewesen.
Also versorgte ich meine Pferde und dachte dabei, dass ich mit meiner Sorge wohl langsam übertreibe, wenn sogar die Weihnachtsdekoration überlebt hat. Wahrscheinlich hatte ich mich heute Nacht einfach in meine Ängste hinein gesteigert. Ich überlegte sogar schon, wie ich mich bei meinem Mann für die unruhige Nacht entschuldigen sollte. Einzig die immer wiederkehrenden Geräusche von Feuerwehr und Motorsägen, welche bis zum Stall hallten, zeigten mir, dass wohl doch an einigen Stellen größere Schäden entstanden sein mussten.
Als ich anschließend meine Einkäufe erledigte, wurde mir auf der Fahrt dann auch das volle Ausmaß der Schäden bewusst. Immer wieder sah ich umgefallene Straßenschilder, welche aus der Bodenverankerung gerissen waren. Oder Werbeschilder mit riesigen Betonfüssen, welche dem Sturm zum Opfer gefallen sind.

Später im Internet las ich von abgedeckten Dächern aus meiner Region, umgestürzten Bäumen und zerlegten Gartenhäusern wie auch der Feuerwehr im Dauereinsatz.
Ein späterer Blick durch die Offenstallgruppen offenbarte dann auch Bilder von zerstörten Ställen und umgewehten Weidezelten. Erneut machte mein Magen einen Hüpfer, wenn ich mich auch diesmal beherrschen konnte. Mir wurde bewusst, dass meine Sorgen nicht übertrieben gewesen waren und wie viel Glück ich wieder einmal gehabt hatte.
Natürlich vertraue ich auf meinen Stall und meine Weiden, ebenso auf meine wirklich wundervollen Pferde. Aber ich weiß, dass so ein Sturm nunmal nicht aufzuhalten ist. Früher als ich jung und unbekümmert war machte mir ein Sturm keine Angst. Meine Pferde standen in Pension, hatten nachts ihre Boxen und ich war mir sicher, dass ihnen nichts passieren konnte. Schließlich waren die Boxen sicher, der Stall gemauert und mein jugendliches Vertrauen grenzenlos.
Heute weiß ich den Offenstall gerade bei Sturm umso mehr zu schätzen, denn sollte einmal etwas passieren  können die Pferde jederzeit raus und flüchten.

Wie wichtig das ist wurde mir erst vor einigen Jahren klar als ein schlimmer Orkan mein Stalldach teilweise abdeckte und auch einiges an Zäunen zerlegte. Obwohl meine Pferde damals unbekümmert auf der Weide standen, war ich sehr frustriert und schockiert über das Ausmaß des Sturmes. – Bis ich den Hof meines Heubauern besuchte.
Dort waren so viele Bäume umgefallen, dass die Zufahrt komplett versperrt war. Aber umso schlimmer waren die zwei Bäume, welche auf das Haus gefallen waren. Gott sei Dank gab es weder Verletzte bei Mensch oder Tier, wenn man von dem großen Schrecken absieht. Mir wurde aber damals bewusst, dass auch die stärksten Mauern und das beste Dach mitunter keine Chance gegen einen Orkan haben. Und wie gut ist es dann, wenn Mensch und Tier flüchten können, wenn einem das Dach buchstäblich über dem Kopf zusammenbricht.
Nein, ich sehe solche Stürme nicht mehr so unbedacht wie früher. Dennoch zwinge ich mich, nicht ganz meinen Ängsten zum Opfer zu fallen.

Ich weiß,

  • der Offenstall ist gut gebaut.
  • die Pferde können jederzeit raus.
  • sie haben riesige Flächen um zu flüchten.

Und das Wichtigste:
Was auch immer der Sturm an Schäden anrichtet, solange es den Pferden gut geht ist alles wieder zu richten. Denn Ställe und Zäune kann man immer wieder aufbauen. Wobei es allerdings nicht schaden kann, einen Notfall Unterbringungsplan in der Tasche zu haben. Auch wenn wir ihn hoffentlich nie nutzen müssen, hat er doch etwas sehr Beruhigendes.

So bin ich nun froh, dass der Sturm vorbei ist, auch wenn ich weiß, dass es nicht der letzte Orkan gewesen ist. Ich werde sicher noch viele Nächte ängstlich im Bett liegen und mein Kopfkino voller Sorgen wird mich wach halten. Allerdings weiß ich, dass es vielen von euch ebenso geht und der Gedanke ist tröstlich, dass ich mit diesen Ängsten nicht alleine bin.

In diesem Sinne wünsche ich euch sturmfreie Tage,
flauschige Grüße
Celeste

Wildpferd oder Couch-Potato?

 

Hallo meine Flauschehasen, ein frohes neues Jahr wünsche ich euch. Ich hoffe, ihr und eure Lieben seid ruhig in das neue Jahr gekommen. Zumal wie ich, auch viele von euch sicher eine Nachtwache am Stall gehalten haben werden. Denn mögen meine Pferde wirklich unanständig ruhig auf das Feuerwerk reagieren, man ist doch nie vor verirrten Raketen gefeit. Daher ist es bei uns seit Jahren ein festes Ritual das Feuerwerk am Stall bei den Pferden zu genießen.

Wie schon erwähnt, nahm meine Bande das Spektakel ziemlich gelassen. Das Feuerwerk wurde begutachtet und dann wurde weiter gefressen, bis man sich wieder ins Offenstallbettchen verkrümelte. Denn ich muss gestehen, ich besitze eine Bande voller Couch-Potatos, welche lieber drinnen im Offenstall, als draußen auf den befestigten Ausläufen mit Futter verweilen. Liest man dagegen durch das Internet was die anderen Pferdebesitzer so posten, dann ist das wohl eher eine Seltenheit. Denn dort ist sehr oft zu lesen, dass Pferde als ehemalige Wildpferde viel lieber draußen seien. Bei jedem Wetter, egal ob es regnet, schneit oder stürmt, egal zu welcher Tageszeit, bzw. auch über Tage hinweg voller Dauerregen. Schließlich seien sie Wildpferde und keine Höhlenbewohner.
Okay, das werde ich meinen Pferden dann wohl dringend mitteilen müssen. Denn meine spielen wirklich gerne Batman (zugegeben der Haflinger lieber Hulk) und verweilen in der Bat-/ Offenstallhöhle, statt draußen bei Schmuddelwetter zu spielen.
Denn meine Pferde sind bei Ekelwetter lieber drinnen. Aber ebenso wenn die Sonne scheint oder wenn es schneit. Sie gehen raus auf den befestigten Auslauf oder die Winterweide, drehen ein Paar Runden und verkrümeln sich wieder in ihr Offenstallbettchen.
Was mache ich also falsch, das meine Bande ihren Stall so sehr liebt oder andersrum gefragt: Was mache ich richtig?
Denn Offenstallhaltung bedeutet ja nicht nur das die Pferde jederzeit raus auf den Auslauf/Weide können, sondern ebenso, dass sie auch jederzeit wieder in den Stall hinein dürfen.
Kommen wir also noch einmal auf diese tolle Aussage zurück: »Pferde sind Wildtiere und keine Höhlenbewohner.«
Seien wir ehrlich, mit Wildpferden haben unsere Hauspferde so viel gemein wie der Haushund mit dem Wolf und die Hauskatze mit einem Luchs.
Sicher sind noch Grundinstinkte (Fluchtinstinkt usw.) und Grundbedürfnisse vorhanden, aber eigentlich sind es faule Sesselpupser geworden. Wir bieten ihnen also eine möglichst naturnahe Haltung sowie Fütterung und beschäftigen sie. Dennoch haben wir keine Wildpferde mehr daheim. Ebenso besitzen wir nicht solche Laufflächen oder das  Nahrungsangebot, auf welches die Wildpferde zurückgreifen müssen.
So erfreuen sich unsere Pferde nicht nur an einem Service mit uns als Personal. Nein,  entgegen der Wildpferde kann das Nahrungsangebot einzeln abgestimmt und mit Serviceleistungen rund um die Gesundheit abgedeckt werden.
Von daher ist es eigentlich kein so schlechter Deal, kein Wildpferd mehr zu sein.

Doch was ist nun mit der Höhlenbewohnersache? Warum wird sich immer wieder darauf berufen, nur weil manche Pferde lieber draußen verweilen?
Nun eigentlich liegt die Antwort schon in dem Wort ›Höhlenbewohner‹, denn wenn ein Offenstall einer Höhle gleicht, dann ist bei der Planung etwas schief gelaufen.
Okay, das mag nun sicher niemand hören, aber leider sehe ich oft genug Bilder von dunklen Offenställen welche wirklich einer Bathöhle gleichen. Manchmal erwartet man förmlich das einen eine Fledermaus von der Dachschräge aus zuzwinkert.
Ebenso sehe ich oft Offenställe, in denen nur draußen gefüttert wird. Vermeintlich mit der Begründung das Ruhe und Fressbereich getrennt sein sollen.
Mal im ernst, ist euch schon aufgefallen das ein großzügiger Offenstall genug Platz für Schlaf und Fressbereiche, wie auch eine Toilettenecke bietet? Nicht zu vergessen, dass es vielen Pferden eh ganz egal ist. Die fressen vorne, hinten äppeln sie, und gelegen wird da, wo es warm und weich ist. Dazu bieten viele Pferdebesitzer genau aus diesem Grund draußen das Heu an, damit nicht so viel in den Stall geäppelt wird und die Pferde längere Zeit an der frischen Luft sind.
Je nach ursprünglicher Planung des Stalls kann es zudem schnell passieren, dass der Offenstall nicht so einladend ist, wie wir es uns eigentlich für unsere Pferde wünschen.
Zum Beispiel Offenställe, …

  • die nur einen oder zwei Eingänge haben als einzige Lichtquelle.
  • mit dunklen Dächern und Wänden, ohne Lichtfenster.
  • dunkle Laufhallen, bei der allein eine Schicht weiße Kalkfarbe Wunder bewirken könnte.
  • bei denen das Raufutter immer nur draußen gereicht wird.
  • die zu klein sind für die Anzahl an Pferden.
  • deren Liegeflächen nicht weich genug gepolstert sind. (Nicht jedes Pferd mag Matten)
  • die zu wenig Ein- / Ausgänge haben, was zu Rangeleien führt.
  • deren Herde nicht harmoniert und somit Pferde ausgegrenzt werden.

 

Mal im Ernst, wundert es dann jemanden, wenn die Pferde lieber draußen sind, bzw. es zwangsweise müssen?
Welches Pferd verweilt schon gerne in einem düsteren Stall bei Tageslicht?

Ebenso, wenn das Raufutter nur außerhalb des Stalls gefüttert wird. Wie viele Stunden verbringen Pferde damit dieses zu fressen? Und wenn dieses ausschließlich in Raufen oder Netzen an der frischen Luft angeboten wird, dann verbringen die Pferde zwangsläufig auch viele Stunden außerhalb des Stalles.
Sicher kann man Futter und Wasser als Bewegungsanreize über Trails anbieten, aber muss man das wirklich? Wenn man ein gesundes Pferd hat, welches nicht zwangsläufig bewegt oder auf Diät muss. Warum darf es nicht selber entscheiden, wie es seinen Tag verbringen will?
Daher ist eine andere Möglichkeit:

  • Einen großzügigen Stall bei Bedarf variabel trennbar.
  • Mehrere Ein- /Ausgänge
  • Ein befestigter Auslauf
  • Dauerhafter Zugang zur Winterweide
  • Einen großzügig eingestreuten Stall
  • Lichtdurchlässiges Dach /Beleuchtung
  • Heu draußen auf dem Paddock, auf der Weide und im Stall

Richte ich bei meiner Bande zum Beispiel den Stall, sperre ich sie aus und es gibt in dieser Zeit loses Heu auf der Weide. Sobald ich die Tore wieder öffne, stehen sie selbst im schönsten Winterwetter wieder drinnen.
Wenn ein Pferd also freiwillig den Stall wählt, liegt es also nicht nur an einer Box- / Futterkonditionierung, sondern manchmal auch schlichtweg am Offenstall Ambiente wie auch dem Charakter der Pferde.
Hat man also Pferde, die den Stall bei Schmuddelwetter immer noch meiden, dann mag es am Charakter liegen. Dennoch würde ich eher noch einmal die oben genannten Punkte überdenken. Denn wer weiß, vielleicht gefällt euren Pferden der Stall deutlich besser, wenn ihr etwas nachbessert. Frei dem Motto willkommen bei »Schöner wohnen im Offenstall«. Mitunter spart euch das auch Sorgen oder Eindecken bei Unwetter und Sturm. Denn seien wir ehrlich, auch wenn wir Regenwurmpferde haben, bei einem starken Wind und Platz- / Eisregen wäre uns auch wohler wenn wir sie im geschützen Offenstall wissen.

In diesem Sinne, flauschige Grüße an alle Wildpferde wie Couch-Potatos,
Celeste

Kinderspiel Selbstversorgung?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Man mag es kaum glauben, aber wir haben mittlerweile den vierten Advent. Mir kommt es fast so vor als ob die Zeit bis Weihnachten dieses Jahr einfach verflogen ist.
Waren Herbst und Winter sonst immer sehr zäh und langwierig, so vergeht dieser Winter schneller als es all die Jahre zuvor war. Sicher hat das gute Wetter einen großen Anteil daran, denn während die letzten Winter dauernass und matschig waren, sorgen nun kalte und sonnig frostige Tage für ein leichteres arbeiten.
Aber nicht nur das schöne Wetter, auch der neue, befestigte Paddock machen die Stallarbeit für mich zu einer wahren Freude.

Dennoch, trotz aller Freude, verbringe ich täglich viele Stunden im Stall. Dabei sitze ich weniger auf meinen Pferden, sondern versorge ihre Bedürfnisse und optimiere und warte meinen kleinen Stall und die Weiden. Lese ich dann im Internet von Personen, welche in die Selbstversorgung wechseln möchten, dann muss ich immer ein wenig schmunzeln. Wie motiviert lesen sich diese Frischlinge, wie hoffnungsvoll sind sie noch. Und ja, ich darf darüber lächeln, war ich doch vor 12 Jahren nicht anders.

Auch ich hatte den Wunsch alles selber zu regeln und ich dachte mir, dass es so schlimm ja nicht sein könnte. Schließlich hatte ich auch zu Pensionszeiten immer einen großen Anteil der Stallarbeit geleistet.

So hatte ich trotz Vollpension oft, …

  • selber gemistet. Und meist nicht nur meine eigenen Pferde, sondern aus Freundschaft oder Langeweile oft alle Pferde.
  • Futter vorbereitet, für alle Pferde und gefüttert.
  • den ganzen Hof sauber gehalten, mit meinem besten Freund dem Besen …
  • Weide Hol- und Bringdienste übernommen, um den Stallbesitzer zu entlasten.
  • bei der Heu- und Strohernte geholfen. (Mit Heuschnupfen immer wieder ein Erlebnis.)
  • Boxen gestrichen / gekalkt und natürlich nicht nur meine

Usw.

Eigentlich habe ich immer gerne und viel geholfen. Ich habe trotz Vollpension Dienste übernommen, um den Stallbesitzer oder Miteinstaller zu entlasten. Und ja, ich habe es gerne gemacht.

Also dachte ich zum Wechsel in die Selbstversorgung, dass die Arbeiten rund um die Pferde ein Klacks sein würden. Das hatte ich ja eigentlich alles schon früher gemacht.

Heute weiß ich, dass es ein dummer Gedanke war. Ein verständlicher, aber dennoch dummer Gedanke.

Denn ich hatte nicht bedacht, dass ich all diese Arbeiten freiwillig übernommen hatte. Egal wo ich aushalf, es war meine Entscheidung gewesen. Niemand stand hinter mir und sagte ›du musst das aber jetzt!‹.

Nun mit dem eigenen Stall ist man selber sein eigener Sklaventreiber. Denn plötzlich weiß man, dass man all diese Dinge selber erledigen muss. Das keine Stallbesitzer oder Heinzelmännchen diese Dinge für einen erledigen. Man ist plötzlich selber in der dauerhaften Pflicht.

Man muss:

  • Die die Pferde mehrmals täglich mit Futter und Wasser versorgen, bzw. wenigstens dieses kontrollieren.
  • Für Sauberkeit auf Stall und Weiden sorgen.
  • Für genug Futter und Einstreu auf Vorrat sorgen.
  • Für einen ordnungsgemäß eingezäunten Auslauf sorgen.
  • Alle Instandhaltungsarbeiten rund um Stall und Weide managen.
  • Selber kontrollieren, ob alle Pferde gesund und unverletzt sind.
  • Selber bei Terminen wie z.B. Sylvester dafür sorgen das nichts passiert.

Usw.

Und plötzlich verbringt man neben der normalen Versorgung seine Zeit damit auf den Heulieferanten zu warten. Oder nach Silvester die Weiden nach verirrten Raketen abzusuchen. Man setzt auf einmal selber Zäune instand, mit welchen eine Horde Wildschweine wenig erfolgreich Limbo gespielt hat.

Allein die normale Versorgung braucht täglich eine gewisse Zeit. Dazu kommen dann die immer wieder auftretenden Instandhaltungsarbeiten. Und diese treten meist genau dann auf wenn man sie am wenigsten brauchen kann.

Zum Beispiel:

  • Man möchte Abends ausgehen und will kurz vorher in guten Sachen noch bei den Pferden nach dem rechten sehen. Leider stehen diese plötzlich neben der Weide, weil der Haflinger Zaunbingo gespielt und leider gewonnen hat.
  • Während man auf der Arbeit ist, klingelt das eigene Handy Sturm, weil ein pseudo Tierschützer am Stall Stunk macht. Da die armen Pferde ja im Offenstall stehen und das ja eine Tierquälerei ist, muss man die am Zaun für Notfälle ausgehangene Telefonnummer dazu nutzen, dieses sofort mitzuteilen. Und bevor dieser dann gleich noch die Polizei, PETA und den Papst informiert, stellt man sich diesem Gespräch besser und klärt – mal wieder – über Offenstallhaltung auf. Oder warum Heunetze nicht dazu gedacht sind, um die armen geschundenen Pferde zu ärgern.
  • Sonntags ausschlafen oder Urlaube sind nur dann noch möglich, wenn man eine passende Vertretung hat. Denn die Pferde wollen immer versorgt sein, auch am Wochenende. Entweder man hat dann gute Freunde, die ab und an aushelfen, oder man muss einen kostenpflichtigen Versorgungsdienst nutzen. Und meist sind alle Gefallen bei den guten Freunden schon mehr als ausgereizt, wenn man denn selber wieder einmal krank ist. Denn auch wenn wir Grippe oder Magen-Darm haben: Den Pferden ist das egal, sie wollen versorgt sein.

Nun ich denke, ihr wisst worauf ich hinaus will. Aber Selbstversorgung ist ebenso auch etwas wunderschönes, denn es hat auch seine Vorteile:

  • So bestimmt man selber das Futter wie auch seine Qualität und Menge.
  • Man bestimmt über Haltung und Auslauf.
  • Durch die ständige Arbeit vor Ort festigt es die Beziehung zu seinen Pferden ungemein.
  • Man ist sein eigener Herr und muss sich weder mit Stallbesitzern herumärgern, welche sich nicht an Verträge oder Abmachungen halten, noch mit blöden Miteinstallern.

Natürlich haben die wenigsten von uns freiwillig die ganze Arbeit gewählt. Viele wechseln, weil die Zustände in Pensionsställen teilweise untragbar sind. Schlechte Futterqualitäten oder nicht eingehaltene Weidezeiten, aber auch Abmachungen, die nicht beachtet werden, lassen uns oft in die Eigenregie wechseln.

Aber viele geben es nach Jahren der Selbstversorgung wieder auf, weil sie mehr Reiten, statt versorgen wollen.

Von daher sollte man sehr gut überlegen, ob man wirklich in die Selbstversorgung wechseln will.

  • Ob man das körperlich wie auch zeitlich überhaupt schaffen kann, neben Familie und Beruf.
  • Ob man mit damit leben kann, auch mal, oder mal öfter, auf Reiten zu verzichten.
  • Das es nicht wirklich billiger ist als ein Pensionsplatz, wenn man Futterkosten wie auch Wartungsarbeiten und die eigene Arbeit dazu zählt.
  • Das man immer – wirklich immer – selber für seine Pferde verantwortlich ist. 24 Stunden, 7 Tage die Woche, egal was passiert oder was die Bande anstellt.

Ich für mich kann sagen: Ja, es ist viel Arbeit. Gerade im Winter kommt das Reiten oft zu kurz. Aber die gute Versorgung samt einem Leben im Offenstall kann ich meiner Bande nur so bieten. Also nehme ich das auf mich, auch wenn es Tage gibt wo ich auch mal gerne länger schlafen würde. Tage, an denen mich die Grippe plagt und das Bett leise flüstert ›bleib doch liegen, du fühlst dich elend‹. Und trotzdem raffe ich mich auf und gehe zu meiner Bande.

Nein, als ich die Selbstversorgung anfing habe ich mir das wirklich nicht so vorgestellt. Ich dachte lächelnd das ich all das schon schaukeln werde. Das es nicht so hart sein kann wie von anderen beschrieben. Heute weiß ich, meine Gedanken waren naiv und blauäugig. Dennoch war es für mich die beste Entscheidung, die ich mir vorstellen kann. Und wer nun überlegt in die Selbstversorgung zu wechseln der ist gewarnt, dass es nicht ganz so einfach ist. Aber trotz allem ist es dennoch wunderschön!

In diesem Sinne ein Hoch auf alle Selbstversorger, die sich den Pferden zuliebe abrackern. Die diese Arbeit auf sich nehmen um ihnen ein besseres Leben zu bieten. Und wenn ihr es auch manchmal im Stress vergesst: ›Seid stolz auf euch und eure Arbeit!‹

Flauschige Adventgrüße

Celeste

P.S. Weihnachten und Neujahr gibt es keinen Blogbeitrag. Ihr werdet es kaum glauben, aber meine Oompa Loompa und ich nehmen uns frei. 😉

Weihnachten steht vor der Tür

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch und euren Lieben gut ergangen? Mittlerweile haben wir den dritten Advent und Weihnachten ist nicht mehr weit. Neben den Vorbereitungen für die Feiertage, oder die großen Festessen, plagen uns und unsere Lieben immer wieder Sorgen um das perfekte Weihnachtsgeschenk.

Auch ich wurde oft gefragt: »Was wünschst du dir denn zu Weihnachten.« Und nein, ich bin nicht gerade die Person, die dann mit ›Weltfrieden‹ antwortet. Nun es mag Personen geben, die frei heraus ihre Wünsche äußern können. Fragt man mich, dann kommt da eher ein entsetztes ›Oh Gott‹-Gesicht. Dann ein Versuch die Gedanken zusammenzufassen, bis ich meist nur ›etwas fürs Pferd‹ vor mich hin stottere.
Nun, Pferde- oder Stallzubehör Geschenke sind bei uns Reitern auf jeden Fall sehr beliebt. Schaut man durch die Gruppen dann liegt Reitzubehör oft weit vor Schmuck, Parfüm und anderen Präsenten auf dem Wunschzettel. Während die jüngeren Damen oft noch Wünsche wie aktuelle Handys und Laptops oder Musik CDs haben, so finden sich in den Antworten der älteren Reiter oftmals das beliebte Pferdezubehör.

Aber es ist ja nicht nur der eigene Wunschzettel, den man pflegt, sondern auch die Reitergeschenke für sein pferdiges Umfeld:

  • Stallbesitzer
  • Miteinstaller
  • Pflegemädchen
  • Reitbeteiligungen
  • Reitlehrer
  • Hufschmied
  • Tierarzt

Usw.

Natürlich muss man nicht jedem etwas zu Weihnachten schenken. Aber wenn man es dennoch möchte, dann steht man bei der Geschenksuche vor der Qual der Wahl. Daher fasse ich hier einmal ein paar Dinge zusammen, die euch bei den letzten Geschenken vielleicht behilflich sein können:

Schmuck aus Pferdehaar
Ein paar Strähnen aus Schweif oder Mähne lassen sich zu wundervollen Schmuck verarbeiten. Mittlerweile gibt es viele Anbieter welche Armbänder, Ketten, Ohrringe, Schutzengelanhänger und vieles mehr mit dem Pferdehaar erstellen. Sinnvoll ist hier ein Gutschein, damit sich der Beschenkte mit dem Pferdehaar seiner Wahl das passende Stück erstellen lassen kann.
Hier ein Anbieterbeispiel.


Fotogeschenke
Mit Fotos des geliebten Pferdes lassen sich bei verschiedenen Anbietern Fotobücher, Wandbilder, Kalender, Tassen, Shirts und vieles mehr erstellen. Ein günstiges Geschenk das viel Freude bringen kann.
Hier ein Anbieterbeispiel.


Bücher
Bücher sind immer eine gute Wahl als Geschenk. Die Auswahl für Reiter ist vielfältig. Es gibt Bücher zu diversen Reitweisen, verschiedene Kurse, aber auch zum Thema Pferdeverhalten und Medizin gibt es viele gute Ratgeber. Und natürlich gibt es auch noch meine beiden Ratgeber, die für kleines Geld ein wundervolles Geschenk sind: https://www.amazon.de/Celeste-Drake/e/B00O7M167S


Gutscheine
Gutscheine sind eigentlich kein ganz so persönliches Geschenk, aber für Trainingskurse finde ich sie ideal. Auch sind Gutscheine für Reitsportgeschäfte  sehr beliebt. Bei bastelnden Offenstallern sind mittlerweile auch Gutscheine für Baumärkte auf dem Wunschzettel.

Ebenso kann man Gutscheine selber erstellen, zum Beispiel für 3 Hufschmiedbehandlungen, oder einige Säcke Pferdefutter nach Wahl. Immer wieder beliebt sind auch Gutscheine für Hilfsdienste zum Beispiel ›3x Stall misten / Pferde füttern / versorgen‹. Lasst eurer Fantasy freien Lauf. Denn diese Geschenke sind manchmal für den Pferdehalter eine ungemeine Erleichterung bei der Urlaubsplanung oder wichtigen Terminen.


Stallzubehör
Dieses ist bei Selbstversorgern und Offenstallern mehr als beliebt. Eine neue Schubkarre oder Akkuschrauber, neue Mistgabeln oder Forken, Futterkrippen oder Raufen sind Geschenke, die unser Herz erfreuen. Und sind diese dann auch noch farblich etwas peppiger, dann hebt das die Arbeitsmoral doch gleich mal an. Hier ein Anbieterbeispiel für eine bunte Schubkarre mit dem wundervollen Namen Hildegard.

Aber auch Paddockplatten und Windschutzvorhänge oder T Pfosten können ein sinnvolles Geschenk für Stallbesitzer sein. Denn es muss immer wieder etwas ausgebaut oder ergänzt werden. Und ein trockener Paddock oder eine sichere Weide ist ein Geschenk, mit welchem es kein Parfüm oder Schmuckstück aufnehmen kann.

Hier ein Anbieterbeispiel für Paddockplatten, T Pfosten und viele andere sinnvolle Dinge.


Pflegemittel
Ob Pflegemittel für das Pferd oder für das Sattelzeug, diese kleinen Flaschen und Dosen eignen sich wunderbar als Weihnachtsgeschenk. Denn Pflegemittel verbrauchen wir Reiter immer wieder. Und ein kleiner Geschenkkorb mit verschiedenen Mähnensprays, Schweiftinkturen, Hufölen, Lederpflegemitteln und dazu ein paar Leckerchen, das ist doch etwas das jedes Reiterherz höher schlagen lässt.
Natürlich kann man auch zu Satteldecken und Halftern, oder Reitbekleidung zurück greifen. Diese sind ebenso sehr schöne Geschenke. Hier sollte man allerdings sicher in den Grössen, wie auch im Geschmack des Reiters sein. Denn nicht jeder mag eine pinkfarbene Reithose, ein paar Stallstiefel mit Eulenmotiv oder ein Halfter das vor Flauschigkeit überquillt. Hier ist es sehr sinnvoll vorab den persönlichen Geschmack des zu Beschenkenden zu erkunden.

Stallbesitzer, Hufschmiede und Tierärzte freuen sich ebenso über eine Kleinigkeit. Hier sind z.B. Tassensets sehr niedlich, welche man mit Süßigkeiten oder Teebeuteln befüllen kann. Natürlich spricht auch nichts gegen selbst gebackene Kekse die man hübsch verpackt. Ebenso freut sich der Heulieferant über eine Kleinigkeit und sei es nur ein paar Pralinen.

Dies nur als kleine Auswahl an Dingen, die ein Reiterherz erfreuen. Ich finde es wichtig, das man sich auch bei den Menschen bedankt, die das Leben rund um die Pferde möglich machen. Es muss nichts Großartiges oder Teures sein, aber es sollte mit dem Herzen ausgesucht sein.  Meine Geschenke habe ich schon alle beisammen und eingepackt, was mir ein gutes Gefühl beschert.

Für meinen Geburtstag oder das nächste Weihnachten, setze ich mir aber gleich noch ›Zaunpfosten‹, ein neues ›Stainless Steel Snaffle with Shanks‹ und ein ›Merothisches Ledergebiss‹ auf den Wunschzettel. Damit ich bei der nächsten aufkommenden Frage nicht schon wieder panisch herum stottern muss.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen wundervollen 3. Advent, auf dass ihr bald alle Geschenke zusammen habt.
Flauschige Grüße
Celeste

weihnachtspferd

Ausflugsziel Offenstall

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder und ich wünsche euch sowie euren Vierbeinern einen wundervollen zweiten Advent. Nun geht es so langsam in riesigen Schritten auf Weihnachten zu und ich darf Stolz verkünden, dass nicht nur alle Weihnachtsgeschenke besorgt sind, sondern auch die zweite Ladung Weihnachtsplätzchen gebacken wurden. So habe ich also etwas Luft um mehr Zeit im Stall zu verbringen, bei diesem wunderschönen frostig-sonnigen Wetter.

Und genau dieses Wetter lockt wie immer eine Menge Spaziergänger an. Leute die ihre Hunde ausführen. Touristen welche in den nahe gelegenen Pensionen wohnen. Und natürlich die Stammspaziergänger, welche meinen Stall mittlerweile als tägliches Ausflugsziel auserkoren haben.
Ja, ihr habt richtig gelesen: Diese meist älteren Personen besuchen wirklich täglich meinen kleinen doch recht abgelegenen Offenstall.
Das war zu Anfang schon etwas gewöhnungsbedürftig, schließlich ist mein Stall weder ein Streichelzoo noch ein Freizeitpark. Und mit den geleckten Anlagen der meisten Reitställe kann ich mit meinen panierten Offenstallschnitzeln nun auch nicht mithalten. Mich wunderten diese täglichen Besuche, die schon fast ritualisiert werden, also sehr.
Dazu kam natürlich noch die Sorge, dass die Pferde trotz Verbotsschilder gefüttert werden. Also suchte ich zügig das Gespräch mit den verschiedenen Personen.
Schnell stellte sich heraus, warum meine Zaungäste solchen Spaß an den Besuchen haben. Nicht zuletzt ist das wohl meinem kleinen Haflingermädchen geschuldet, das sich am Zaun allen Besuchern anbiedert wie eine Bordsteinschwalbe bei einer gerade eingelaufenen Schiffscrew.
Und so lässt sie sich tätscheln und kraulen und lauscht den Geschichten der Omis, wenn sie von den alten Arbeitspferden aus ihrer Kindheit erzählen.
Während meine anderen 3 die Besucher nicht mal mit dem Hintern anschauen, ist mein Panzerlein zu jedem Besucher freundlich. Nicht selten erzählen mir dann meine Gäste wie zutraulich das Panzerlein ist und auch, dass dieses Pferd sie ja so lieb gewonnen haben muss, da es ja immer zu ihnen kommt.
Gut, in diesem Moment möchte ich sie dann nicht uncharmant auf den Boden der Tatsachen zurück holen und erklären das dieses Pferd zu jedem geht – quasi ein Pferdeflittchen eben. Also belasse ich sie im Glauben ihrer besonderen Beziehung und lächele.

Das Gute an den dauernden Besuchen ist, dass meine Gäste sehen, wie viel Arbeit die tägliche Versorgung macht. Wie lange ich Heunetze stopfe, während ich mich mit ihnen unterhalte. Und wie ich säckeweise Einstreu in den Stall bringe, den Auslauf harke oder kanisterweise Wasser schleppe.

Auch die Mengen an Rundballen Heu, wie deren zügiger Schwund, wird beobachtet und kommentiert.
Oft kommen dann Aussagen und Fragen:

  • Das man nicht gedacht hätten das es so viel Arbeit sei.
  • Warum ich mir freiwillig so viel Arbeit aufbürde.
  • Warum ich sie nicht lieber in einen Reitstall stelle, mit Boxen und fließend Wasser. Da hätten die Pferde es ja gleich so schön warm.

Und das ist dann der Moment, wenn ich auf meine Pferde-Bande zeige und erkläre, dass …

  •  die Pferde hier einen sehr großzügigen Offenstall haben, mit größeren Innenbereichen pro Pferd, als die normalen Boxengrößen in den Reitställen.
  •  die Pferde hier selber entscheiden dürfen, ob sie rein oder raus möchten und dieses Angebot auch gerne nutzen.
  • ich draußen und drinnen Futter anbiete, damit sie ihre freie Wahl auch genießen können.
  • sie hier riesige Winterweiden haben zum Laufen, Toben, Spielen, Wälzen, rum Hüpfen oder Wildschweine Schubsen.
  • sie keine Decken oder gar einen warmen Stall brauchen, sondern flauschig warmes Winterfell tragen.

usw.

Und wenn sie dann in das warme flauschige Fell des Panzerleins fassen, merken sie, dass die Pferde wirklich nicht frieren. Ein Blick in den Stall zeigt, das lauschig eingestreute Bettchen. Der prüfende Blick auf die Pferdefigur Marke: ›Pummelfee‹, lässt mehr als nur erahnen das die Pferde ausreichend gefüttert werden.

Hüpft das Panzerlein dann auch noch sorglos über die Weide, erkennen auch meine Besucher, dass ein Offenstall eine gute Sache ist.

Natürlich muss man zu Anfang viel erklären, das ist aber auch kein Wunder. In den Köpfen der meisten Pferde unkundigen Personen gehört ein Pferd in eine Box. Dort ist es ihrem Glauben nach warm, geschützt vor Wind und Wetter und auch seine Versorgung ist einfacher. Hört man den Gesprächen der Besucher zu, dann kennen viele diese Haltung noch von den Arbeitspferden von früher. Die mussten tagsüber auf den Feldern schuften und abends ging es in die Box mit Decke und Kraftfutter. Viele haben auch die Bilder der meisten Großreitställe vor Augen, jene mit vielen Boxen. Und Pferde unkundige Personen glauben teilweise, dass die Pferde nur allein der Nahrungsaufnahme wegen auf die Weide kommen. Nicht wegen der nötigen Bewegung und der sozialen Interaktion.

Hier muss man wirklich erklären und aufklären, das ein Pferd ein Bewegungs- und Herdentier ist. Zeigt man dann auf seine Bande die gerade zusammen spielt, sich hemmungslos wälzt oder Mähnenkraulen betreibt, dann ist das auch für die Besucher schnell einleuchtend.

So habe ich viel zu erklären und oft stehlen mir diese Gespräche die Zeit. Aber sie bringen auch viel Gutes:

  • Die Besucher wissen, dass sie nicht füttern dürfen und warum.
  • Sie wissen, warum die Pferde auch im Winter problemlos im Offenstall leben.
  • Sie tratschen diese Dinge weiter. An jeden, der es hören oder nicht hören will …
  • Sie achten darauf, dass niemand Fremdes füttert.
  • Sie spielen für Fremde den Erklärbär mit ihren neugewonnenen Informationen.
  • Sie haben immer ein Auge auf die Pferde, auch wenn ich nicht da bin.
  • Das Panzerlein freut sich über jede Aufmerksamkeit und die Besucher freuen sich über das freundliche Pferd.

Und gerade deswegen habe ich nun extra Stühle vor dem Zaun aufgestellt. Da kann jeder rasten, wenn er mag. Sitzen und plauschen und die Pferde beobachten, wie er will.

Ebenso achte ich immer darauf das Futter und Wasser im Stall, wie auch draußen gut sichtbar aufgestellt ist. Damit niemals derlei Fragen aufkommen, wenn ich nicht da bin.
Dazu wird der Stall immer wieder neu dekoriert, zu Weihnachten, Ostern, Frühling usw. Meine Besucher lieben dies und fragen immer wieder danach.
Natürlich könnte man auch sagen das einem die Besucher den Buckel runter rutschen können. Das die ganzen Gespräche und Erklärungen die Mühe nicht wert seien.

Aber ich bin ehrlich, ich versuche meinem Umfeld freundlich zu begegnen. Ich mag es wenn sich die Menschen an Stall und Pferden erfreuen. Aber viel wichtiger ist mir auch, das dem Thema Offenstall auch von pferdeunkundigen Personen aufgeschlossener begegnet wird. Dass es so zu mehr Einsicht und Verständnis gegenüber dieser Haltung kommt. Daher versuche ich meinen kleinen Anteil als Erklärbär zu leisten und sehe mich bestätigt, wenn die vorher unerfahrenen Personen nun Fremde voller Stolz aufklären.

In diesem Sinne kann ich nur raten, eure Zaungäste zu ›erziehen‹. Man kann sicher nicht alle aufklären oder bekehren, aber man kann es ja versuchen. Und wenn ich sehe mit welcher Freude meine Besucher strahlen sobald sie meinen Stall sehen, dann haben doch alle gewonnen.

Flauschige Grüße
Celeste

touristen