Produkttest: Equinatura SOS Kühlgel

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder und heute widmen wir uns erneut einem Produkttest. Getestet wird das SOS Kühlgel, von der Firma Equinatura.

Equinatura ist eine Zweitmarke der bekannten Leovet Dr. Jacoby GmbH & CO. KG.
Leovet-Produkte kenne ich schon seit über 30 Jahren, und nutze sie auch schon so lange. Deswegen war ich auch sehr gespannt, wie sich die neue Produktreihe im Test schlagen würde.

Produktdaten

  • 300 ml Flasche
  • Arnika und Rosmarin für die Beweglichkeit
  • Aloe Vera und Hammamelis zur Hautpflege
  • Belebende Wirkung für Muskeln, Sehnen und Gelenke

Preis je nach Anbieter zwischen 5,95 € und 8,50 €

Verfügbarkeit

Die Produktreihe gibt es bei verschiedenen online Händlern wie z.B. Loesdau , Amazon, Stroeh, Louven, aber auch bei verschiedenen Reitsporthändlern vor Ort, wie auch bei den Equiva Filialen.

Praxistest

Der erste Eindruck
Wie bereits beim Equinatura Bremsen Stop, stechen auch hier die Farben hellgrün, orange und braun sofort ins Auge. Obwohl ich auch hier Pink und Glitzer vermisse, passt es zur Produktserie und hat auf jeden Fall einen Wiedererkennungswert.
Ich bin ehrlich, vom Design her hätte ich im Regal nicht sofort danach gegriffen, allerdings wäre mir sicher der Preis aufgefallen, denn viele Kühlgele sind fast doppelt so teuer, sofern sie nicht aus der 1€-Shop-Grabbelkiste stammen.

Handhabung

Die Flasche erinnert von der Form an eine herkömmliche Shampoo-/Spülungsflasche. Genauso ist auch der Klappverschluss gehalten.
Das ist eigentlich sogar sehr praktisch, denn Drehverschlüsse muss man immer wegstecken und aufbewahren während der Anwendung. Hier kann man aufklappen, auftragen, zuklappen – für mich als Bewegungskasper einfach fantastisch.

Der Geruch des Kühlgels ist wie gewohnt, sehr intensiv nach Campher, aber nicht unangenehm. Die Konsistenz ist glibberig, aber nicht klebend. Das ist zum einen von Vorteil für die eigenen Hände, aber auch die Haare am Pferdebein verkleben nicht. Zudem sorgt die etwas schleimige Konsistenz dafür das die Haut besser erreicht wird.

Wirkung

Die Pferde fanden das Kühlgel sehr angenehm und fühlten sich nicht gestört. Da ich diese aber über die Kühlwirkung schlecht befragen konnte, startete ich einen Selbstversuch: Die Kühlwirkung ist sofort gegeben, aber nicht unangenehm frostig, wie bei manchen Kühlmitteln. Sie ist eher unterschwellig vorhanden, aber immer spürbar. Blaue Flecken gingen nicht nur schneller weg, sie schmerzten deutlich weniger. Mein seit Wochen lädierter und schmerzender Finger freute sich jedes mal über das Kühlgel, eine Linderung war auch da sofort spürbar.

 

Fazit

Ein wirklich gutes Kühlgel zu einem ausgezeichneten Preis. Es wird auf jeden Fall weiterhin in meinem Putzkoffer zu finden sein. Natürlich kann man es nicht mit Produkten wie ›Tensolvet‹ vergleichen, welche noch mit Heparin arbeiten, aber es ist ja auch ein Pflegemittel und kein Arzneimittel.
Verbesserungsvorschläge kann ich keine bieten, ich bin selber erstaunt. 😉

Von daher vergebe ich 6 von 6 Flauschepunkten.


Flauschige Grüße
Celeste

Der Wert von Papieren

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der letzten Woche? Dank des schlechten Wetters sitze ich dann doch mal wieder öfter am PC und stolpere – wie ihr das schon von mir kennt – wieder über etwas, was meine Aufmerksamkeit erregt: »Papiere/Abstammungsnachweis sind nicht wichtig.«, dicht gefolgt von dem allmächtigen Satz: »Auf Papieren kann man nicht reiten.«

Wenn ich das lese, dann frage ich mich, ob die Leute die so etwas befürworten vielleicht naiv oder sich der Tragweite nicht bewusst sind? Verstehen sie nicht den wirklichen Wert der Papiere bzw. des Abstammungsnachweises?
Und nein, dieser Wert hat NICHTS mit Geld oder Ansehen zu tun.

Ich muss das so deutlich schreiben, denn viele Pferdemenschen erliegen dem Irrglauben, dass Papiere nur dazu dienen dem Züchter eine gut gefüllte Geldbörse zu sichern. Und dass der Pferdebesitzer sie nur vorzeigen will, um das eigene Ego zu streicheln.

Nein der Abstammungsnachweis bietet wichtige Informationen wie beispielsweise:

  • Wer sind die Eltern, Großeltern und die weiteren Vorfahren
  • Wie groß waren diese
  • Welche Rassen hatten sie
  • Wie haben diese sie sich größenmäßig vererbt
  • Waren bestimmte Blutlinien mit bekannten Erbkrankheiten dabei

Mit der Einsicht in die Papiere bekommt man also wertvolles Wissen geliefert.
So erkennt man auf den ersten Blick ob Linienzucht oder gar Inzucht betrieben wurde. Das kann man bei einem Hinterhofvermehrer ohne Abstammungsnachweis aber nicht. Wenn da der Sohn die eigene Mutter deckt, dann merkt das ohne Papiere kein Mensch.
Und seien wir ehrlich, wer so einen Murks betreibt, wird es freiwillig sicher nicht erwähnen.
Sieht man also Inzucht auf dem Abstammungsnachweis, dann weiß man zumindest, auf was man sich einlässt, wenn man so ein Pferd überhaupt kaufen möchte.
Und wer doch nicht ›Wiederstehen‹ kann und im Anschluss jammert, weil sich dieses gruselige Spiel auf die Gesundheit des Pferdes auswirkt, der ist dann wirklich selber schuld. 😉

Die Größenvererbung ist ohne Abstammungsnachweis ebenso ein Risiko. Während man bei Papieren nur einen kurzen Blick riskieren muss, um zu wissen wie groß Eltern, Großeltern usw. waren, und wie sie sich vererbten, so weiß man das ohne diesen Nachweis nicht.

Hier mal ein Beispiel
So könnte die kleine Paula von 80 cm und der kleine Johnny von 82 cm Stockmaß eigentlich ein Traumpaar sein. Der Charakter von beiden ist toll, das Gebäude spitze, und die Bewegungen ein Traum. Und da sich beide Besitzer kennen, ist die Bedeckung günstig bis kostenlos, schließlich haben beide keine Papiere. Und wer braucht die auch schon, man kennt ja seine Ponys. Außerdem soll das Fohlen ja nur für einen selber sein, und auf Papieren kann man ja nicht reiten.
Und wenn dann das Fohlen kommt, ist die Spannung natürlich groß.
Tja, bis es bei der Geburt zu Komplikationen kommt. Zum Beispiel weil das Fohlen zu groß vererbt wurde, denn in der Generation der Großeltern war ein größeres Pony dabei. Und nein, es ist ein Irrglaube, das sich die Fohlen immer der Mutterstute anpassen. Wäre dem so, gäbe es nicht so viele Fohlen, die bei der Geburt sterben, im Geburtskanal stecken bleiben und die Mutter schwer verletzen oder gar während des Geburtsvorgangs töten.
Nichts was man also wirklich will. Umso schlimmer so etwas überhaupt zu riskieren. Denn ohne Unterlagen, welche die bisherige Vererbung dokumentiert haben, ist jeder weitere Anpaarung einfach ein Risiko. Und die Größe ist hier nur ein Faktor, ohne Papiere kennt man vielleicht noch die Elterntiere, aber wie sieht es mit den Großeltern aus und kann man Inzucht ausschließen? In solchen Fällen ist nicht auszuschließen, dass vorher rezessiv vererbte negative psychische und auch physische Merkmale zutage treten.
Die Liste der Risiken ist lang. Und bevor sich jetzt jemand daran macht sich Gedanken über ein neues süßes Fohlen zu machen, empfehle ich ihm sich etwas mit der Vererbungslehre auseinanderzusetzen. Denn nur so werden bestmöglichen Voraussetzungen für ein langes und gesundes Pferdeleben geschaffen.

Ich hoffe, ihr könnt nun verstehen, warum ich jedes Mal Magenkrämpfe bekomme, wenn ich von Vermehrung ohne Abstammungsnachweis lese. Denn auch wenn das Fohlen gesund auf die Welt kommt, so sollten Hengstfohlen ohne Abstammungsnachweis auf jeden Fall kastriert werden. Einfach um sich abzusichern das – egal was passiert – hier niemand weiter vermehren kann. Denn wer weiß, ob man das Fohlen auch in den nächsten 35 Jahren noch behalten kann.
Bei Stutfohlen geht das leider nicht. Hier hilft also nur die eigene Vernunft und die Hoffnung, eine weitere Vermehrung verhindern zu können.
Bitte versteht also, wenn ich an die Wichtigkeit der Papiere appelliere.

Eine Bitte habe ich noch an alle Besitzer von Pferden ohne Abstammungsnachweis oder deren Befürworter:
Bitte denkt nicht, dass ich – oder andere Befürworter – die Pferde ohne Abstammung abwerten wollen. Denn für uns wie auch für euch sind diese Pferde nicht weniger wertvoll!
Einzig möchten wir das der Hinterhofvermehrerei Einhalt geboten wird, und zwar zum Schutz der Pferde.

Pferde mit Sinn, Verstand und Vorsicht zu züchten sollte unser Ziel sein. Dazu bedarf es aber einer lückenlosen Dokumentation, die uns Informationen und Wissen liefert, um unsere Pferde, wie auch die zukünftigen Generationen zu schützen.
Der Wunsch nach einem Abstammungsnachweis dient also dem Tierschutz und dem Tierwohl, und nicht damit sich der Pferdebesitzer für etwas Besseres hält.
Sollte man also ganz bewusst ein Pferd ohne Abstammungsnachweis wählen, so ist das nicht schlimm. Dies sollte dann aber nicht aus Kostengründen geschehen, sondern nur weil man sich wirklich in ein Pferd verliebt hat. Und genau wegen dieser Liebe sollte man dafür sorgen, dass so ein Pferd niemals wieder in diesen Vermehrungskreislauf eintritt.
Aus Verantwortung und Liebe diesen wundervollen Tieren gegenüber …

Flauschige Grüße
Celeste

Produkttest: Equinatura Bremsen Stop

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Heute widmen wir uns erneut einem Produkttest und getestet wird das Bremsen Stop Spray der Firma Equinatura.

Equinatura ist eine Zweitmarke der bekannten Leovet Dr. Jacoby GmbH & CO. KG.
Leovet-Produkte kenne ich schon seit über 30 Jahren, und nutze sie auch schon so lange. Deswegen war ich auch sehr gespannt, wie sich die neue Produktreihe im Test schlagen würde.

Produktdaten

  • 500 ml Sprühflasche
  • Repellent mit natürlichen ätherischen Ölen
  • Schützt vor Stechmücken, Fliegen, Zecken und Bremsen
  • Beinhaltet Propan-2-ol (vorsicht reizend/entzündlich)

Preis je nach Anbieter um die 13,00 €

Verfügbarkeit

Die Produktreihe gibt es bei verschiedenen online Händlern, wie z.B. Loesdau, Amazon, Stroeh, Louven, aber auch bei verschiedenen Reitsporthändlern vor Ort, wie auch bei den Equiva-Filialen.

Praxistest

Der erste Eindruck

Zuerst fällt das Design auf, die Farbwahl sticht mit hellgrün, orange und braun sofort ins Auge. Auch wenn sie designmäßig sicher nicht so ankommt wie Pink und Glitzer, so hat diese Serie auf jeden Fall einen Wiedererkennungswert.
Ich bin ehrlich, vom Design her hätte ich im Regal nicht sofort danach gegriffen, allerdings wäre mir sicher der Preis aufgefallen, denn viele Bremsensprays sind fast doppelt so teuer.
Die Sprühflasche selber ist mit einem kleinen Verschluss gesichert. Nachdem dieser entfernt wurde, ist die Sprühflasche einsatzbereit. Der Verschlusskopf ist zwar aus Plastik aber sehr stabil. Ich habe schon oft mit anderen Sprühflaschen gearbeitet, welche eine Lagerung im Auto/Putzkoffer nur selten schadlos überlebten.

Handhabung

Die Sprühflasche ist leichtgängig und sehr geräuscharm. Der Sprühnebel fein und gezielt was das auftragen deutlich erleichtert. Der Geruch erinnert an Zitrone und Orange, aber auch einen Hauch an Insektenspray. Der Duft ist aber keinesfalls unangenehm aber sehr langlebig. Sollte man sein Pferd vor einem Termin oder der Arbeit einsprühen, ist Wechselkleidung ratsam. Zumindest wenn einen das Zitronen-/Orangen-/Insektenspray-Aroma nicht weiter verfolgen soll.

Wirkung

Alle Pferde wurden abwechselnd bis auf ein armes Testopfer immer wieder eingesprüht, um den Unterschied festhalten zu können. Bei den besprühten Pferden war an allen eingenebelten Stellen keine einzige Bremse.
Am Kopf, den ich ausgelassen habe (wegen dem Sprühnebel), saß dann doch mal die eine oder andere Bremse.
Das jeweilige Pferd ohne Spray, wurde von den Bremsen weiterhin wie gewohnt als Blutopfer genutzt.

Die Wirkungsdauer war ohne Schwitzen etwa zwei Tage.
Ein tägliches bzw. alle zwei Tage Sprühen wäre also zu Bremsenhochzeiten zu empfehlen.

Die Wirkung des Sprays hat auch bei starkem Schwitzen nur wenig nachgelassen. Das Spray eignet sich also auch zur Arbeit mit dem Pferd. Einzig das man es erneut auftragen muss, wenn man sein Pferd nach der Arbeit nass abwäscht.

Bei mir selber hat es die Bremsen ebenso ferngehalten, aber auch nur an allen besprühten Stellen. Da ich nicht dauerhaft Bremsenspray für mich nutzen möchte, wähle ich da wohl lieber meine bewährte Duschgelvariante. Für die Pferde ist dieses Spray aber eine wirklich gute Wahl.

Fazit

Ein wirklich gutes Spray zu einem ausgezeichneten Preis. Es wird auf jeden Fall weiterhin in meinem Putzkoffer zu finden sein.

Einzig würde ich mir noch einen Roller (ähnlich wie die Deoroller) für den Kopfbereich wünschen, und eine kleine Sprayflaschen-Edition für Kinderhände, Turnier, kleine Putzkisten oder Hosentaschen.

Von daher vergebe ich 6 von 6 Flauschepunkten.

Flauschige Grüße
Celeste

Noch ein Pferd?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der letzten Woche? Für mich waren die letzten Wochen allgemein sehr turbulent, viele die meine Seite kennen, konnten dies mehr oder minder mitverfolgen. So war da der plötzliche Tod von Herrn Pony und meine Trauer, welche für viele unverständlich war. Dazu kam die Trauer der Pferde, die sehr intensiv war, bis hin zum Einzug von Thor und Loki und deren Eingliederung in die Herde.
Natürlich ist deren Einzug auch meinem Umfeld nicht verborgen geblieben, schließlich habe ich nicht nur auf Facebook Bilder gepostet. Nein, auch viele der Stammbesucher, Fußgänger und Hundeausführer haben die Jungs schon live und in Farbe gesehen. Und sobald das erste ›Oh wie süß‹ -Jauchzen vorbei war, kamen schon die Fragen.

  • Warum denn eigentlich noch ein Pony? Es sind doch noch drei Pferde da?
  • Warum eigentlich Ponys?
  • Und warum gleich zwei? Eins hätte doch gereicht, um das alte Pony zu ersetzen?

Das sind Momente, in denen ich unterbrechen muss, erst recht bei dem letzten Spruch. Denn die Jungs sind definitiv kein Ersatz für Herrn Pony, denn dieser ist wie jedes Lebewesen unersetzlich. Also versuche ich zu erklären:

  • Das Pferde trauern können und meine Damen dies definitiv getan haben.

Ehrlich gesagt war es sehr schmerzlich anzusehen, wie sehr meine Damen gelitten haben. Pferde, die immer freudig waren, schmusig und liebevoll, standen mit hängenden Köpfen und still herum. Zuneigung um die früher gebuhlt wurde war nun lästig, sie wollten definitiv ihre Ruhe. Sie reagierten abweisend auf alle Menschen, und es schmerzte, das nicht einmal Leckereien sie aufmuntern konnten.

  • Das ich ihnen keinen Ersatz, sondern Ablenkung bieten wollte, etwas das sie aus dem tiefen Loch heraus holt.

Natürlich hätte ich sie mit Arbeit beschäftigen und ihnen meine Gesellschaft aufzwingen können, aber wozu? Ich meine, wenn man selber trauert, beschäftigen einen zwar die Anforderungen im Job oder powert einen körperlich aus, aber die traurigen Gedanken vertreibt es nicht. Daher der Gedanke an ein neues Pony bzw. zwei. Denn dann sind sie dauerhaft beschäftigt, mit kennenlernen, eine neue Rangordnung festlegen, und der Überlegung ob man eine Nanny oder eine böse Fräulein Rottenmeier sein möchte.

  • Das ich bewusst wieder Minis gewählt habe. Dies tat ich nicht nur weil sie mir Freude bringen, sondern da mir auch bewusst ist, dass ich diese noch in 35 Jahren versorgen kann.

Natürlich hört sich das sehr berechnend an, aber ich werd auch nicht jünger, zudem bin ich Selbstversorger. Und neben meiner grossen Vorliebe für Minishettys habe ich eben eingeplant das diese Ponys noch locker 30 Jahre und mehr an meiner Seite sein werden. Und ich möchte mich im Alter nicht zurücklehnen und sabbernd auf der Parkbank sitzen, sondern mich immer noch mit Pferden beschäftigen. Die Zwerge werden dies möglich machen, auch wenn die körperlichen Zipperlein im Alter dabei sind

  • Das es natürlich zwei sind, weil kleine Kinder eben mit Gleichaltrigen spielen sollen, und müssen …

Eine Sache welche die wenigsten verstehen können, aber ich möchte einem Jungpferd eben das bestmögliche bieten. Auch wenn Frau Panzer sicher ein toller Spielgefährte ist und auch die Hengstspiele ausführlich beherscht, zwei Jungs spielen zusammen eben doch ganz anders. Zudem, wer die Jungs beim Züchter gesehen hätte, wüsste das es ein absolutes Verbrechen gewesen wäre, die beiden zu trennen. Ich bin sehr dankbar das ich den Zwergen ermöglichen kann zusammenzubleiben, umgeben von Damen, welche sie sehr zu schätzen wissen.

Nun nach solchen Erklärungen sind die meisten Besucher still und ziehen schweigend von dannen. Und doch weiss ich das ihre Gedanken weiter um mich und die Pferdeherde kreisen. Viele werden mich wohl für verrückt halten. Vielleicht bin ich in ihren Augen auf der gleichen Stufe wie die verrückte Katzenlady?
Zumindest werden sie mich belächeln wegen meiner Pferdeliebe, allein schon wegen der Kosten und der Arbeit die ich auf mich nehme.

Aber ist es denn so schwer zu verstehen das man:

  • Sich mit Dingen umgibt die man liebt?
  • Die einem Freude schenken?
  • Bei denen sogar die Arbeit erholsam ist?
  • Die einem in den schlimmsten Stunden Trost spenden?
  • Für die man sich gerne aufopfert, damit es ihnen gutgeht?

Natürlich habe ich eine Familie, und diese ist wirklich wundervoll. Und die Liebe zu meinen Pferden, wie auch meinen anderen Haustieren schmälert die Liebe zu meiner Familie nicht. Ich flüchte also nicht zu meinen Pferden, aufgrund verborgener Mutterinstinkte oder fehlender Familienliebe, sondern sie gehören einfach zu meiner großen Familie dazu.
Und ich kann kaum in Worte fassen, wie dankbar ich meiner Familie bin, gerade weil sie mir so viel ermöglichen und mich immer unterstützen. Egal wie verrückt meine Träume oder Ideen manchmal wirken.
Eine Familie, die meine Tränen und Albträume nicht mehr sehen wollte, sondern mich lieber ermutigte und unterstützte, zu diesem Schritt, die Jungs zu den Liebies zu holen.
Denn nur deren Meinung und Unterstützung ist mir wirklich wichtig, denn sie und meine nun wieder glücklichen Pferdedamen zeigen mir wie richtig dieser Schritt war.

Also schiebe ich meine Gedanken an die Fragen von Fremden beiseite.

So werde ich wohl demnächst, wenn wieder einer fragt ›Warum denn noch ein Pony‹ wohl einfach antworten: Weil ich es kann!
Denn ich frage auch niemanden, warum er noch ein Kind bekommt – oder zwei oder drei, ein weiteres Auto kauft, obwohl schon 3 in der Garage stehen, die x-te Designerhandtasche oder die 12545. Tupperschüssel.

Jeder soll sich – soweit es die eigene Kraft, die finanziellen Mittel und der vernünftige Menschenverstand zulassen – mit den Sachen, Menschen, oder Lebewesen umgeben, die ihn glücklich machen. Denn nicht immer werden uns schöne Dinge im Leben erwarten, und auf die wenigsten haben wir wirklich Einfluss. So umgebe ich mich mit einer wundervollen Familie, liebreizenden Haustieren und einer kleinen Herde voller herzerwärmender Pferde.
Ich wünsche euch das Gleiche mit all den Dingen und Lebewesen, die euch glücklich machen.

Flauschige Grüße
Celeste

Produkttest Peticare – petHorse Health 2000

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal widmen wir uns einem weiteren Produkttest, und zwar Produkten rund um die Kriebelmücke, wie auch deren Auswirkung dem Ekzem.Die Firma Peticare war so nett – und so mutig –  Produkte für diesen Test zur Verfügung zu stellen. Nachdem letzte Woche über den petAnimal Protect 2001 (Kriebelmückenstopp) berichtet wurde, widmen wir uns heute dem zweiten Testprodukt: petHorse Health 2000 (Ekzemerpflege)

Peticare – petHorse Health 2000 (Ekzemerpflege)

Produktbeschreibung:

• stoppt den Juckreiz sofort

• bei allen Ekzemformen (Dermatitis)

• schützt vor mikrobiellem Befall

• schützt vor bakteriellem Befall

• garantiert frei von Cortison

• garantiert frei von Antibiotika


Preis 28,80 €
für 100ml

Praxistest

Diese Lotion kommt ebenso wie ›petAnimal Protect 2001‹ in einer kleinen Auftrageflasche daher, welche an herkömmliche Haarfärbeflaschen erinnert. Die handliche Größe ist wie bei dem Spray gegeben, es passt in jede Hosentasche und ist leicht mitzunehmen. Einzig der beigefügte Tropfenverschluss ist gewöhnungsbedürftig. Denn auch wenn das Auftragen selber damit leicht vonstatten geht, der Verschluss ist einfach nur nervig. Einmal abgedreht ist er nur wenige Millimeter hoch. Während man den Verschluss bei den Haarfärbemitteln nach dem Öffnen wegwirft, muss man diesen für die Ekzemerlotion natürlich aufbewahren.

Da man aber beide Hände für das tropfenweise Auftragen und Einmassieren braucht – das hatte schon was von ›auftragen – polieren‹ aus Karate Kid – steckte ich den Verschluss anfangs zwischen meinen Zähnen, später dann -wir wissen, ich wäre so tollpatschig diesen zu verschlucken – in der Hosentasche.

Die Lotion selber war leicht aufzubringen, und für mich, und einige andere, fast geruchlos. Nur meine Oompa Loompa hat den Geruch wahrgenommen und als unangenehm, leicht teerig empfunden. Ich selber kann dies nicht bestätigen, möchte es aber erwähnen.

Nach dem Auftragen und Einmassieren hat man leicht ölige Finger. Feuchttücher oder Wasser und Seife lösen dieses ›Problem‹ aber schnell.

Innerhalb kürzester Zeit ließ sich folgendes feststellen:

  • Schon nach dem ersten Tag war bei Frau Pferd der Drang nach Dauerkratzen verschwunden.
  • Die Wunden schlossen sich zügig und die ersten Haare kommen auch wieder.
  • Die Lotion war auch auf offenen Wunden nicht unangenehm.
  • An Schweif und Mähne konnte man in 2 Wochen dem Haarwachstum derart zusehen, dass ich fast versucht war, es an meinen eigenen Haaren zu versuchen.
    (Aber ich habe eh schon sehr lange Haare )

 

Bilder vor der Behandlung

und

Zwei Wochen nach der Behandlung sah es dann so aus. Gerade beim Schweif ist deutlich zu erkennen, wie die Haare wieder wachsen:

und

Wie gesagt dazwischen liegen zwei Wochen einmal tägliches Auftragen.

Zu erwähnen sei, das die kleine Flasche nach zwei Wochen leer war. Gerne hätte ich länger getestet, um eine Langzeitwirkung zu beschreiben.

Fazit

Ein sehr gutes Produkt, leicht in der Handhabung und gezielt einzusetzen. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten und somit ist es in der Ekzemerpflege eine echte Hilfe.

Einzig, das Preis-Leistungs-Verhältnis könnte einen Hauch besser sein, bzw. eine größere Lotionmenge etwas günstiger angeboten werden. Denn auch wenn Pferdehaltung teuer ist und man an der Pflege nicht geizen sollte, es gibt ähnliche Produkte die ebenso gut wirken aber günstiger sind.

Ebenso würde ich mir eine andere Auftragsspitze wünschen, mit einer Verschlusssicherung. Wir kennen solche Verschußkappen z.B. bei Feuerzeugbenzin und vielen anderen Produkten, bei denen die Verschlusskappe auch gelöst über ein kleines Plastikband mit der Flasche verbunden bleibt.
Wegen dieser beiden Punkte, die eher meiner persönlichen Wunschliste entsprechen, als die Funktionalität des Produktes negativ zu beeinflussen, kann ich keinen Punktabzug machen.

Von daher vergebe ich 6 von 6 Flauschepunkten und eine deutliche Kaufempfehlung. 🙂

Flauschige Grüße
Celeste

Produkttest: Peticare – petAnimal Protect 2001

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Dieses Mal widmen wir uns einem weiteren Produkttest, und zwar Produkten rund um die Kriebelmücke, wie auch deren Auswirkung auf das Ekzem.

Die Firma ›Peticare‹ war so nett – und so mutig – Produkte für diesen Test zur Verfügung zu stellen. Getestet wurden:

  • petAnimal Protect 2001 (Kriebelmückenstopp)
  • petHorse Health 2000 (Ekzemerpflege)

Diese und viele andere interessanten Produkte findet ihr im Peticare-Shop.

Beide Produkte wurden nach einer ausführlichen Beratung und genauer Befragung zu Pferden, wie auch Insekten, seitens Peticare für mich ausgesucht. Die Beratung war freundlich und sehr kompetent. Sollte Hilfe bei der Auswahl benötigt werden, kann ich nur dazu raten den Kontakt zu Peticare zu suchen.

Heute widmen wir uns dem Kriebelmückenstop – petAnimal Protect 2001.
Genaueres zum ›petHorse Health 2000‹ gibt es im nächsten Sonntagsbeitrag. 🙂


Peticare – petAnimal Protect 2001

Dieses Spray ist ein spezieller Kriebelmückenstopp. Entgegen der meisten Produkte die über verschiedene Duftstoffe das Pferd unattraktiv werden lassen, arbeitet dieses Spray auf Alarmpheromonbasis. Das heißt, mithilfe von Alarmpheromonen glauben diese kleinen Biester das anstatt eines Blutsnacks, ein Feind auf sie wartet. Und da beißt man ja besser nicht zu und verkrümelt sich besser.

Dieses Produkt hilft laut Produktbeschreibung:

•  gegen alle Kriebelmücken (1550 Arten)
•  gegen alle Gnitzen (5000 Arten)
•  bis zu 24 Std. Langzeitschutz
•  verhindert das Sommerekzem
•  Spot on (ca. 5 Sprühpunkte)
•  Retard-/ Depotpräparat
•  zuverlässiger Schutz vor Kriebelmücken
•  zuverlässiger Schutz vor Gnitzen
•  sofortige Wirkung / keine Wartezeit

Dazu braucht es nur wenige Sprühpunkte um das Pferd zu markieren, es muss also nicht das ganze Pferd eingenebelt werden.

Der Preis liegt bei 29,80 € für 100 ml, welche etwa 3 Monate ausreichen sollen.


Praxistest

Damit der Test fair verläuft, wurde auf die Bremsenfalle, alle anderen Fliegen- / Mückenfallen, alle Sprays, wie auch auf die Möhrchenöhrchencreme verzichtet.
Getestet wurde an allen Pferden gleichzeitig, sowie abwechselnd an einzelnen, um die Wirkung zu testen.

Handhabung

Die kleine Sprühflasche ist erst einmal unheimlich handlich. Erst denkt man bei der Größe an eine Produktprobe, aber wenn man statt Einnebeln mit Sprühpunkten arbeitet, macht die kleine Flasche absolut Sinn.
Die Flasche passt in jede Hosentasche, Handtasche und in jeden noch so kleinen Putzkoffer. Selbst im Seitenfach der Autotüre hat sie Platz, was ebenso Sinn macht. Schließlich sind viele Weiden nicht gleich am Stall, und da ist die Größe sehr zweckmäßig, wenn diese im Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß mitgeführt werden soll.

Der Verschluss ist eine handelsübliche Plastikkappe, die ich schnell verwünscht habe. Ich neige einfach dazu, diese kleinen Scheißerchen zu verlegen. In der Hosentasche verbiegen sie, einmal abgelegt, sind sie farblos, kaum wieder zu finden. Dennoch hält die Sprühflasche auch ohne Verschlusskappe dicht.

Der Sprühkopf selber ist nicht nur leichtgängig, sondern auch sehr leise. Die Pferde fühlten sich absolut nicht gestört vom Sprühgeräusch / Gefühl. Das ist durchaus wichtig, da ja auch am Kopf ein Sprühpunkt sitzt.

Wirkung

Der Geruch war für mich kaum merkbar und somit unauffällig.
Die Wirkungsweise gegen die Kriebelmücken war aber sofort erkennbar:

  • Pferde, die eingesprüht wurden, hatten deutlich mehr Ruhe als jene ohne Spray.
    • An normalen Tagen, wurde ich von Mücken umkreist, die Pferde in Ruhe gelassen.
    • An Tagen mit Gewitterstimmung, waren die kleinen Biester aber deutlich angriffslustiger und gingen trotz Spray an die Pferde. Hier half es dann, mit mehr als 7 Spotpunkten zu arbeiten.

Fazit

Ein gutes Produkt, das in jede Tasche passt. Wer speziell gegen Kriebelmücken vorgehen will ist mit diesem Produkt auf der sicheren Seite.
Wunder vollbringen kann es allerdings nicht, und es wird sich immer mal die eine oder andere Suizidmücke finden, die trotz Alarmpheromonen an das Pferd will.
In Verbindung mit der Ekzemerpflege war eine deutliche Verbesserung und Erleichterung bei meinem Testkandidaten zu sehen.

Von daher vergebe ich 5 von 6 Flauschepunkten.

Flauschige Grüße
Celeste

Kuriositäten bei der Pferdesuche

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in der Zwischenzeit? Nachdem ich den Tod von Herrn Pony erst einmal verdauen muss, und letztes Wochenende meine Oompa Loompa Julia zu Besuch war, haben wir gemeinsam beschlossen, dass doch wieder ein Pony, oder auch zwei, zu meiner Bande dazu sollen. Zwar ist noch nichts spruchreif, so haben wir trotzdem die eine oder andere Verkaufsanzeige gelesen.

Eigentlich sind wir in der Auswahl recht frei, denn außer das es ein Pony sein soll steht bis jetzt nichts fest. Das ist auch eigentlich das Gute daran, weil das Angebot ist wirklich groß und vielfältig. Und ohne mich selber loben zu wollen, es käme ja auch in gute Hände: Meine Herde ist ponyerfahren, ich jungpferdeerfahren, Platz ist mehr als genug da und sie alle leben im Offenstall. Züchten möchte ich nicht mehr, sondern einem Pony eine Familie bieten.
Letztendlich ist es egal, ob es ein Wallach, eine Stute, ein Jungpferd oder zwei Fohlen wären. Die Möglichkeiten sind in alle Richtungen flexibel, aber die Auswahl ebenso.

Heidernei was sieht man da nicht alles …

  • Shettys / Minis, ohne Papiere für vierstellige Preise.
    (Da fragt man sich, ob der Preis Wunschdenken ist, oder die Besitzer etwas geraucht haben.)
  • Ponymixe, mit mehr als fragwürdigen Elternkonstellationen, die angepriesen werden wie ein Wundermittel aus dem teleshopping Kanal.
    (Wenn so etwas kein Unfall ist sondern gewollt, dann bin ich mir ganz sicher, das etwas geraucht wurde.)
  • Shettys / Minis, die mit Rehe oder Ekzem zu ›Normalpreisen‹ angeboten werden.
    (Frei dem Motto irgendein Dummer wird sich finden.)
  • Shettys, denen der Schlachter droht, wenn sie nicht für 800 € ausgelöst werden.
    (Klar soviel zahlen ja auch die Schlachter, wer‘s glaubt …)
  • Shettys / Minis, mit Fehlstellungen an Zähnen oder Beinen
    (Egal ob da noch Spätfolgen kommen oder nicht, Hauptsache weg damit und das möglichst gewinnbringend bitte.)
  • Shettys, die günstiger ohne Papier verkauft werden sollen.
    (Da möchte man nicht wissen, was mit den Papieren geschieht)
  • Und nicht zu vergessen: die ganzen Hengstfohlen
    Diese werden ab 250 € prämiert mit Papieren, was absolut Okay ist, bis zu überteuerten 1000 € angeboten. Und das am besten noch in Fuchsfarbe …
    Frei dem Motto: Jetzt wird alles angeboten, und fast alles als Sonderfarbe deklariert, in der Hoffnung das sich ein ahnungsloser Schlumpf findet.Nicht dass ich nicht wüsste, was ein Fohlen in der Aufzucht kostet und wert ist, aber man muss doch auch einmal realistisch sein.

Wenn die Hengstfohlen nicht gerade die zukünftigen Köranwärter sind, dann wird ein Züchter diese kaum behalten. Denn er besitzt im Normalfall ja den Vater, und somit den Grundvererber der Blutlinie.
Mit dem Sohn macht Zucht und Aufzucht entsprechend keinen Sinn. Die Stutfohlen können erwachsen ja noch von Pachthengsten belegt werden. Aber sieht man nicht den zukünftigen Champion in dem kleinen Zwerg dann wird man diesen kaum behalten. So sind mehrere Hengstfohlen jeden Sommer schlichtweg Ausschussware in der Zucht, so hart es auch klingt. Da helfen auch keine Kulleraugen und noch so flauschiges Fell.
Und neigt sich der Sommer dem Ende und der Herbst kommt, dann werden die Zwerge abgesetzt und müssen aufgestallt werden. Dann wird der Platz rar und die bis dato  prämierten wundervollen Hengstfohlen, wie auch nicht verkaufte Stutfohlen, zu mehr als günstigen Angebotspreisen verkauft. Man könnte auch sagen verschleudert.
Denn es ist ja nicht nur das diese Fohlen sonst über den Winter mit gefüttert werden. Ebenso kommen Kosten für Impfungen und Schmied, Wurmkuren und Versicherung dazu. Und wenn man Pech hat mitunter ungeplante Tierarztkosten. Daher kann man  überlegen, was günstiger ist: Die Absetzer über den Winter durchfüttern, oder gegebenenfalls vorher sehr günstig verkaufen.
Ob das fair ist oder nicht ist für den Käufer, und in dem Fall auch ehrlicherweise für mich, irrelevant.
Denn mit Zucht verdient man kaum noch etwas, und bevor man weitere Unkosten auf sich nimmt, ist ein günstiger Verkauf in gute Hände einfach sinniger. Frei dem Motto: Verdient wird an den ›Kracher‹-Fohlen in Sonderfarbe, aber alles andere ist Ausschuss, der wenigstens die Aufzuchtkosten abdecken sollte. Das hört sich zwar gruselig an, ist aber wenn man ehrlich ist realistisch.

So lehne ich mich also zurück und warte entspannt welche/s Pony/s mich finden wird. Eilig habe ich es nicht mit der Pferdesuche, und ich kann auch den Herbst geduldig abwarten. Mag ich auch nicht die ›Eierlegende Wollmilchsau‹ suchen, veralbern lasse ich mich beim Preis nun wirklich nicht.
Ich warte einfach ab, schmunzel über die Anzeigen mit den horrenden Preisen, die sich stetig wiederholen und hoffe das auch diese Ponys ein schönes und liebevolles Zuhause finden.
Was mich finden wird und letztendlich in die Familie eingeladen wird, wer weiß, ihr werdet es natürlich erfahren. 😉

Flauschige Grüße
Celeste

Nur ein Pony?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Die Woche ist wieder einmal mehr als im Fluge vergangen, und wie einige von euch sicher mitbekommen haben, wurde sie von einem traurigen Ereignis überschattet.
Herr Pony, welcher 18 Jahre an meiner Seite war, ist sehr plötzlich verstorben. Auch wenn er friedlich im Schlaf verstarb und nicht mehr aufgewacht ist, den Schock muss ich euch sicher nicht beschreiben.
Einige von euch kennen das Gefühl des Verlustes, haben sie schon das eine oder andere Pferd, Pony oder Haustier zu Grabe getragen. Anderen von euch steht dieses Ereignis noch bevor, und viele haben sicher berechtigte Angst vor diesem Tag.
Dennoch gehört der Tod zum Leben, und ich begleite meine Tiere bis zum letzten Tag. Auch darüber hinaus kümmere ich mich sorgfältig darum den Rest der Herde zu schützen, den Papierkram zu erledigen, oder den Abdecker nicht nur zu informieren, sondern auch bei der Abholung anwesend zu sein.
Und auch wenn ich nicht zartbeseitet bin, zwei Tage auf den Abdecker warten, bei 35 Grad, waren nicht unbedingt ein Erlebnis, das ich einem Pferdehalter wünsche.

Dementsprechend war mein Gemütszustand nicht wirklich flauschig in den letzten Tagen. Spannend für die Personen in meiner Umgebung, die bis dato immer noch glaubten das ein Asperger Autist keine Gefühle besitze. So habe ich doch, als sonst immer sehr neutraler Mensch, Rotz und Wasser geheult. (Nebenbei Autisten haben Gefühle, und sie werden davon derart überschwemmt das sie einfach lernen diese auszublenden und zu kontrollieren. Das ist wie bei den Vulkaniern: Die Gefühle sind immer da, man lässt es sich meist nur nicht anmerken)
Während ich mich also in den letzten Tagen vergraben und einen Kuchen nach dem anderen gebacken habe (das hatte schon etwas von Izzy aus Greys Anatomy), so hat meine Familie schon überlegt, ob ich ein neues Pony irgendwann möchte, und mir auch die eine oder andere Verkaufsanzeige unter die Nase gehalten.
Aber so ist meine Familie eben, sie weiß das Pferde mein Leben sind und deswegen liebe ich sie. Sie verstehen meine Verbindung zu den Pferden und auch meine Trauer darüber.

Anders sind da fremde Personen, die meine Trauer nicht verstehen können, den plötzlichen Wandel von der immer fröhlichen Celeste, zu der stillen und Ruhe wünschenden Person. Ja, das Pony ist gestorben. Hm, mag ja traurig sein, aber das man so in ein Loch fällt? Es war doch NUR EIN PONY…
Und ich habe ja noch große Pferde, die kann man doch sogar reiten …
Das Verständnis über die Trauer wegen dem ›alten‹ kleinen Ponys ist nicht gegeben.
Schätzeleins, ganz ehrlich? Euch hat man doch ins Gehirn geflauscht!
Ich liebe alle meine Pferde, meine Katze wie auch meine Kaninchen, ebenso liebe ich meinen Mann und meine restliche Familie …
Aber Herr Pony war ein Teil dieser Familie und unersetzlich für mich.
Denn Pferde – egal ob groß oder klein – sind:

  • Seelentröster
  • Geheimnisbewahrer
  • Beste Freunde
  • Vertraute

und wie man nicht oft genug erwähnen kann: Familienmitglieder

Es sind die Pferde / Ponys …

  • denen wir unsere Träume ins Ohr flüstern.
  • an deren Hals wir viele Tränen geweint haben.
  • die täglich an unserer Seite sind.
  • deren Wiehern unser Herz aufgehen lässt.
  • deren Fell für uns weicher als jede Decke ist.
  • mit denen wir stolz spazieren gehen.
  • die wir nicht reiten mussten, um glücklich zu sein.

Nein, es sind nicht NUR Ponys, es sind Ponys, auf die wir stolz sind!

Und wenn uns so ein Freund und Seelenpartner verlässt, dann ist das schmerzhaft, es ist traurig, und gottverdammt dann bin ich eben ein Trauerkloß und backe einen Kuchen nach dem anderen. (Die Kuchen machen dann wenigstens mein Umfeld glücklich.)
Aber ich möchte nicht hören, das es NUR ein Pony war! Denn dieses Pony gehörte zur Familie und gab mir mehr, als manche Menschen es je können werden.

Vielleicht wird irgendwann ein neues Pony bei mir einziehen, das wird sich zeigen. Aber das kann weder Herrn Pony ersetzen noch den Schmerz lindern. Aber es kann eine Chance sein für ein kleines Pony, das ein Familienmitglied werden möchte, anstatt irgendwo NUR ein Pony zu sein …

Flauschige Grüße
Celeste

Reitbeteiligungen, Pflegemädchen oder kostenloser Stallbursche?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen und ihr genießt dieses wunderschöne und sonnige Wetter!
Mein letzter Sonntagsbeitrag hat nicht nur viel Anklang gefunden, nein, ich bekam auch massig Rückmeldungen dazu. So viele Pferdebesitzer haben sich im Beitrag wieder erkannt, und mir das auch geschrieben. Nein, sie haben sich nicht als verwöhnte Göre, sondern als Mädchen in gebrauchten Reitsachen gesehen. Als man sich als Pflegemädchen die Reitstunden noch erarbeitet hat. Man hatte nur wenig, hat hart geschuftet, aber man war glücklich und zufrieden.

Damals war es auch noch deutlich einfacher, es gab:

Pferdebesitzer
Diese waren wohlhabend und das Pferd war auch eine Art Statussymbol. Wer sich damals ein Pferd leisten konnte hatte Geld, oder ließ zumindest bewusst diesen Schein wirken.
Geld gab man höchstens aus, für Stallmieten, Reitlehrer, Zubehör und Trainer. Auch den Pflegemädchen steckte man gerne mal etwas zu. Aber man nahm kein Geld an. So etwas wie eine Reitbeteiligung heute, gab es nicht. Denn Geld nehmen war absolut verpönt, schließlich hatte man das nicht nötig.

Reitschüler
Diese begnügten sich mit mehr oder minder guten Schulpferden. Der Reitlehrerton war oft so harsch, dass man ihn noch zwei Gebäude weiter hören konnte. Aber sein Wort war Gesetz. Es wurde weder in Frage gestellt noch daran gerüttelt. Selbiges galt natürlich auch für den Stallmeister.

Pflegemädchen
Meistens vergaben die wohlhabenden Pferdebesitzer ihre Pferde als Pflegepferde. Eigentlich war man als Pflegemädchen für jede Aufgabe zuständig, welche einem der Pferdebesitzer ERLAUBTE.
Ja erlauben, denn auch putzen, Sattelzeug wienern, ausmisten, Turniertrottel spielen oder gar die Krankenpflege übernehmen dürfen, war fast eine Auszeichnung. Schließlich ließ der Pferdebesitzer einen mit seinem wertvollen Pferd erst unter Anleitung, und später eigenständig agieren. Und wenn man mal zum Trockenreiten aufsitzen durfte, dann war das ein Highlight, das einem neidische Blicke der anderen Pflegemädels bescherte.
Unter den Pflegemädels war es oft ein Wettkampf: Wer ergattert ein Pflegepferd? Wessen Pferd ist das schönste, das best gepflegte, welche Box am saubersten gemistet usw.
Dennoch war der Zusammenhalt, trotz Kokurrenzdenken, groß. Das Sattelzeug wurde stundenlang zusammen geputzt und Rüben täglich für das Futter gesäubert. Zusammen wurde bei der Heuernte tagelang geholfen, trotz Heuschnupfen und tränenden Augen, und oft genug wurde im Stall übernachtet.
Und machte man seine Arbeit gut und war wirklich talentiert, ja, dann durfte man auch sehr oft reiten. Und wenn man dann vom Stallmeister oder Bauern in die private Küche eingeladen wurde, und man einen heißen Kakao und ein belegtes Brot bekam, dann war das der Himmel auf Erden.

Heute sind die Zeiten anders … Jetzt gibt es:

Reitbeteiligungen
Hier zahlt man Betrag X um das Pferd zu bestimmten Zeiten nutzen zu dürfen. Manchmal wird die Summe reduziert, wenn noch gewisse Stalldienste übernommen werden, aber es bleibt immer bei einem festen Beitrag für eine bestimmte Anzahl an Reittagen.
Eigentlich eine nette Idee für viele Reiter, die kein eigenes Pferd haben können. Dennoch hat dieses Geschäftsmodell seine Schattenseiten.
Viel zu oft gehen ungeübte  Reiter an ein Privatpferd. Sie denken das einige Reitstunden auf dem braven Schulpferd ausreichen, um reiten zu können. Eigentlich ist es kein Wunder wenn dies dann schief läuft, denn viele Schulpferde sind Selbstläufer, und von gut ausgebildeten Privatpferden Meilenweit entfernt.
Umgekehrt gibt es aber auch schlecht ausgebildete Privatpferde, bei denen dann die Reitbeteiligung den Ausbilder übernehmen soll. Nur statt für die Ausbildung Geld zu bekommen, sollen sie auch noch dafür zahlen. Fehlt dann nur noch das sie nach getaner Arbeit auf der Plantage Baumwolle pflücken sollen.
Ebenso gibt es leider Pferdebesitzer welche sich mit den Unterhaltskosten eines Pferdes übernommen haben, und dieses dann ausschliesslich über Reitbeteiligungen finanzieren. Auch nicht unbedingt sinnvoll. Zum einen, ist es für das Pferd nicht schön, wenn in der Woche drei verschiedene Reiter darauf herumgurken, zum anderen reiten diese wahrscheinlich auch mit unterschiedlichen Ansichten und Erziehungsmethoden. Und entgegen eines Reitschulpferdes steht dann kein Lehrer an der Bande der sie auch mal zurecht pfeift und an einen konstanten Ausbildungsweg erinnert.
Natürlich gibt es auch Traumkonstelationen zwischen Pferd, Besitzer und Reitbeteiligung. Und zwar genau dann wenn beide Reiter an einem Strang ziehen und den gleichen Ausbildungsweg wählen. Das bedeutet, die Reitbeteiligung den ausgesuchten Weg des Besitzers akzeptiert, aber der Pferdebesitzer auch Vorschläge der Reitbeteiligung überdenkt, wenn sie dem Pferd zugutekommen.
Unschön sind dagegen Reitbeteiligungen die sich für das ›heißeste Wiener Würstchen‹ halten. Frei dem Motto ›Ich zahle schließlich, also mache ich was ich will.‹
Oder auch gern gesehen ›Ich habe eh mehr Ahnung als der Besitzer, der sich nieeee kümmert!‹
Tja Schätzelein, was soll ich sagen. Wenn du über ein Pferd bestimmen willst, dann kauf dir eins. Aber nur weil du eine Reitbeteiligung bist hast du kein Bestimmungsrecht. Schön wenn der Pferdebesitzer auf deine Vorschläge eingeht, aber das muss er nicht. Und Alleingänge die nicht abgenickt wurden, sind weder cool noch sinnig. Willst du deine Selbstfindung an einem Pferd ausleben, dann ist ein eigenes sicher sinnvoller. Dann kannst du ja mal schauen, wie praktisch so eine aufmüpfige allwissende Müllhalde, äh Reitbeteiligung, ist.
Wichtig ist daher ein gut aufgesetzter Vertrag der beiden Seiten Rechte wie Pflichten verdeutlicht. Denn alles was schon schriftlich festgelegt wird bietet kein Streitpotential mehr. Sicher kann man sich als Reitbeteiligung mit einem sehr genauen Vertrag eingeschränkt fühlen. Allerdings sollte man auch den Vorteil für sich erkennen das einem viele Streitgespräche erspart bleiben, zB *was wenn das Pferd für längere Zeit nicht reitbar ist* oder *darf ich einen fremden Trainer buchen* usw.
Wenn man sich also für eine Reitbeteiligung entscheidet, sollte man vorher ein sicherer und geübter Reiter sein. Ebenso sollte das Pferd passend zu den eigenen Reitkünsten ausgesucht werden. Passen dann die eigenen Wünsche mit denen des Pferdebesitzers überein dann steht einem freudigen Zusammensein nichts im Wege.

Reitschüler
Diesen muss man heutzutage fast den Arsch pudern.
Zuviel Kritik?
Der Lehrer ist böse und wird gewechselt.
Das Pferd lässt sich nicht gut reiten?
Dann wechselt man die Reitschule, denn Pferd und Lehrer sind schuld.
An sich selber wollen die wenigsten arbeiten, reiten soll leicht und flauschig sein. Voller Vertrauen, will man lieber mit Halsring über die Feldwege schweben. (Erlaubt mir an dieser Stelle einen kleinen Anfall von Brechreiz, mit Hinweis auf die Strassenverkehrsordnung)
Reitlehrer und Trainer werden gewechselt wie die Unterhosen, und das ist kein Wunder, gibt es inzwischen eine wahre Plage von selbsternannten Trainern, die wahre Wunder versprechen. Nein, man muss nicht mehr an seinen Reitkünsten arbeiten, man muss nur den richtigen Trainer finden der lobhuddelnd sein System vermarktet.

Das Pflegepferd
Auch das gibt es heute noch, wenn allerdings meist mit deutlich anderen Vorstellungen als damals. Meist werden diese nur noch für unreitbare Pferde, oder Ponys gesucht. Frei dem Motto ›Wer reiten will soll auch zahlen‹ und für die unreitbaren und zu kleinen Ponys bleiben dann eben die Pflegemädchen. Dazu haben viele auch einfach die Nase voll von aufmüpfigen jungen Damen. Denn galt damals noch den Pferdebesitzer mit Respekt und Höflichkeit zu behandeln, gilt nun eine dezente ›leck mich‹-Einstellung. Nicht selten mit der Einstellung ›Ich zahle lieber 50 € für eine Reitbeteiligung, als das ich mir alles vorschreiben und sagen lassen muss‹. Oft ist auch die Arbeit rund ums Pferd ein Punkt, warum es immer weniger Pflegemädchen gibt. Denn neben Schule und ›Lifestyle‹ bleibt immer weniger Zeit und Lust auf Weide abäppeln oder Boxen misten. Schließlich ist das auch eine Mammutaufgabe, wenn man in der einen Hand das Handy und in der anderen die Mistgabel halten muss. Nicht das noch einer der neu gemachten Gelnägel abbricht.
Ja ich weiß, das war gemein und natürlich sind nicht alle so. Es gibt sie immer noch, die bemühten Mädchen die arbeits- und lernwillig sind. Die Fachwissen aufsaugen wie ein Schwamm und ehrlich ums Pferd bemüht sind. Aber sie werden leider immer seltener.

Der unschöne Trend inzwischen auch für eine Pflegebeteiligung Geld zu verlangen finde ich genauso grausig, denn ein gutes Pflegemädchen auf das man sich verlassen kann ist Gold wert.

Nun ja, was soll ich sagen, die Zeiten ändern sich. Ich habe nie eine Reitbeteiligung an meinen Pferden gehabt, Pflegemädchen dagegen schon. Und sie alle mussten durch eine harte Schule, mit viel Arbeit und Gehorsam. Und dennoch wurden sie auch von mir verwöhnt und belohnt. Ich würde mir wünschen das einige Pferdebesitzer wieder von der Reitbeteiligung weggehen, und mehr Pflegerinnen eine Chance geben. Sicher gibt es Mädels die eine ›das kostet, nix also muss ich mich nicht anstrengen‹-Einstellung haben, aber auch diese kann man schnell aussortieren.

Wir Pferdebesitzer haben soviel das wir weitergeben können: Fachwissen, Erfahrung und die Möglichkeit neue Reiter anzuleiten. Sicher geht dies nur, wenn man die Zeit und die Lust dazu hat, aber wer weiß, vielleicht versucht ihr es doch einmal wieder.

Und wenn nicht, ist das absolut in Ordnung, trotzdem denke ich, wie auch viele von euch, sicher gerne an die Zeit von früher zurück, als ein Pflegepferd etwas Wertvolles war.

Flauschige Grüße
Celeste

Eltern als Goldesel?

 

Hallo meine Flauschehasen, da bin ich wieder. Ich hoffe, es ist euch gut ergangen in den letzten stürmischen Tagen? Bei mir hat der Sturm doch glatt zwei Bäume zerlegt. So widme ich mich also – mal wieder – der Weidepflege, wie auch der Zauninstandhaltung der Sommerweiden. Die Akku-Sense aus meinem letzten Test ist mir übrigens nach wie vor eine große Hilfe dabei.

Und wenn ich dann meiner freien Zeit fröne, zappe ich – wer hätte es erraten – wie immer durch das Internet. Ich liebe Pferdegruppen und auch die Unterhaltungen darin, denn oft finde ich dort Ansätze zu meinen Blogbeiträgen. So stolpere ich diesmal über Aussagen, von recht jungen Damen, welche noch Daheim wohnen, die in etwa so lauteten:

  • Das meine Eltern mir ein Pferd kaufen müssen, ist völlig normal.
  • Natürlich zahlen meine Eltern alle Kosten meines Pferdes.
  • Den Stall suche ich natürlich aus, er muss ja meinen Ansprüchen genügen. Meine Eltern müssen das dann eben in Kauf nehmen wenn es teurer wird.
  • Sie zahlen auch Lehrgänge und Turniere, wie soll ich sonst erfolgreich werden?
  • Alle meine Freunde haben verschiedene Zubehörsets, da müssen meine Eltern mir das auch kaufen, damit ich mithalten kann.
  • Das Auto das ich zum 18. Geburtstag bekomme, muss aber einen Hänger ziehen können, und natürlich von Marke *Nobelhobel* sein, denn sonst taugt das ja nichts.
  • Das sie den Führerschein bezahlen ist auch völlig normal, denn ich muss ja zum Stall kommen. Ich will ja nicht ewig auf den Bus warten.
  • Mein Handy muss auch neu und modern sein, damit ich am Stall immer erreichbar bin.

Und das sind nur einige Beispiele von vielen, welche mir in letzter Zeit begegnet sind. Da denke ich mir auch: Was zur Hölle? Brennt’s bei euch?
(Wenn ja, könnte waschen und ein Antibiotikum helfen, aber kein Pferd!)
Wie kommt ihr darauf, das eure Eltern euch diese Sonderwünsche finanzieren MÜSSEN? Oder das es natürlich und selbstverständlich ist, wenn sie ihr hart verdientes Geld für eure Wünsche ausgeben?

Als ich jung war – kurz nachdem die Dinosaurier ausgestorben sind – gab es eine solche Einstellung nicht. Da gab es die Mädchen mit den wohlhabenden Eltern, welche Ponys besaßen, und die normalen Kinder, welche dann deren Pflegemädchen waren. Das war ein Job der nicht nur heißbegehrt, sondern auch mit viel Arbeit verbunden war. Denn logischerweise gab es mehr Pflegemädchen als freie Pflegepferde, und man legte sich mächtig ins Zeug um einen solchen Posten zu ergattern.
Reitstunden waren damals ebenso nicht selbstverständlich, sondern etwas das man vielleicht zu Weihnachten oder Geburtstagen bekam. Denn 10er Karten waren teuer, und das Geld dafür musste zusammen gespart werden. Oft hat man sich mit Stallarbeiten Reitstunden verdient, und selbst wenn man nicht reiten durfte, verbrachte man alle Freizeit im Stall.
Die Reitausrüstung bestand oft nur aus alten Jeanshosen, Turnschuhen oder alten Gummistiefeln. Und wenn ein Turnier anstand, dann wechselte man mit der Freundin die einzige weiße Reithose, im geliehenen alten Pferdehänger.
Nicht selten waren drei Mädchen in der gleichen Hose unterwegs. Auch Kappe und Stiefel wurden weitergereicht, denn man teilte das wenige, das man hatte.
Ja, wir waren damals sicher nicht reich und anspruchsvoll, und wir haben für unsere Träume gearbeitet! Wir wären nie auf die Idee gekommen, solche Geschenke von unseren Eltern einzufordern.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich damals zu Weihnachten (nach vielen Jahren in Jeans und Turnschuhen) einen Gutschein für ein Reitgeschäft bekam. Für diesen hatte meine gesamte Familie zusammengelegt und er betrug 150 DM. (Nicht Euro!)
Auch wenn dies heute sicher einer einzigen Sammlerschabracke entspricht, damals war das unheimlich viel Geld.
So betrat ich das kleine Reitgeschäft in unserer Stadt. Dieses zu besuchen war immer ein Highlight. Selten konnte ich mir dort etwas kaufen, das über eine Tüte Leckerchen oder Mähnengummis hinausging. Und doch war ich mit meiner Freundin oft genug dort, nur um den Duft von Leder, Sattelseife oder Fliegenspray in uns aufzunehmen.
Die wundervollen Halfter, die glänzenden Gebisse, die hübsch aufgetürmten Putzkästen und Bürsten, an all diesen Dingen haben wir uns immer erfreut.
Oft blätterten wir durch die Fachbücher, welche es nur dort gab, und saugten alle Informationen auf wie ein Staubsauger. Denn das Internet als Informationsquelle gab es damals noch nicht.
Die Bekleidung wie Stiefel, Hosen oder Kappen und Turnierbekleidung war eine Etage tiefer. Diese Räume betraten wir nie, denn wir hatten nie das Geld für solche Dinge. Außerdem hatten Angst, das uns die Verkäufer ansprachen, und wir eine Beratung verneinen mussten. Aber an dem einem Tag hatte ich ja meinen Gutschein, und so traute ich mich dann die Treppe hinunter, in den Raum voller Reitbekleidung.
Das Angebot war überwältigend und trotz des großzügigen Gutscheins, war mein Geld sehr begrenzt und ich völlig überfordert, mit der Masse an Bekleidung. Ich hatte damals wirklich Glück, denn eine sehr nette Verkäuferin nahm sich meiner an. Wir besprachen was ich brauche. Sie stellte eine Reitkappe (die wunderschönen alten Samtkappen mit dem Gummiband), eine schwarze Knielederreithose (kratzig und mit knochenhartem Leder nach dem waschen) und ein paar Gummireitstiefel für mich zusammen.
Sie wählte nicht nur bereits reduzierte Sachen aus, sondern gewährte mir auch einen Sonderrabatt, damit mein Gutschein ausreichte. Ich glaube, heute noch, das sie an diesem Verkauf nicht viel Gewinn machte, aber mich hat sie damals überglücklich gemacht, hatte ich doch nun meine erste echte Reitausstattung.
Die Hose tat viele Jahre ihren Dienst, täglich. Oft gewaschen und noch häufiger geflickt, kratzig und unbequem, aber es war eine echte Reithose!
Die Kappe, welche soviel schützte wie ein Fliegenpubs, wurde mit kaltem Kaffee abgewaschen, damit sie nicht ausblich in der Sonne.
Und die Stiefel trug ich auch noch, als sie schon lange nicht mehr wasserdicht waren.
Ich habe diese Sachen lange in Ehren gehalten und getragen, bis sie fast auseinanderfielen.

Als ich dann endlich mein eigenes Geld verdiente, kaufte ich mein erstes eigenes Pony. Ich startete mit:

  • Einem Halfter
  • Einem Strick
  • Einem gebrauchten Sattel
  • Einer Billigtrense
  • Zwei Satteldecken (Die zweite war ein gesammeltes Geschenk meiner Arbeitskollegen zum Geburtstag)
  • Ein gebrauchter offener Putzkasten, mit altem Putzzeug meiner Freundin

Und das wars.

Keine Ansprüche à la ›ihr müsst‹ an meine Eltern. Nein, ich habe selber für alles gesorgt. Sicher kam später mehr Zubehör dazu, ebenso wie einige Pferde, aber das war meine Entscheidung und mein eigenes, hart verdientes Geld.
Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen dies von meinen Eltern einzufordern, oder es gar als selbstverständlich zu erachten.
Aber einige Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene, die noch daheim leben, sehen das anders. Sie fordern all diese Dinge einfach ein, obwohl ihre Eltern schon folgende Dinge bieten:

  • Ein Zuhause, für das sie Miete, Darlehensraten oder zumindest alle Instandhaltungskosten zahlen.
  • Wasser-, Strom- und Heizkosten.
  • Eine gesicherte Ernährung
  • Kleidung, Möbel für euer Zimmer
  • Internet, Handyverträge usw.
  • Lehrmittel für Schule, Lehre oder Studium
  • Beförderung via Auto oder Bus- und Bahntickets
  • Urlaube, Klassenfahrten
  • Zusatzkosten für Medikamente und Arztbehandlungen, welche die Krankenkasse nicht trägt.
  • Übernahme oder Bezuschussung für Hobbys, Wünsche sowie ein Taschengeld wird es sicher auch geben.

Und diese Kosten werden von dem Verdienst eurer Eltern getragen. Das heißt, sie gehen arbeiten, damit eure Kosten getragen werden. Dazu haben sie selber natürlich auch noch eigene Kosten für den Lebensunterhalt ähnlich wie eure. Dann kommen noch Versicherungen dazu, eine Altersvorsorge und nicht zu vergessen, eigene Wünsche und Träume.
Wie kommt ihr also darauf, dass sie euch eure Wünsche erfüllen MÜSSEN?
Das es ihre Pflicht ist, all euren Naupen nach zu gehen, nur weil sie euch in die Welt gesetzt haben? Eure Eltern haben durchaus das Recht zuerst auch ihre eigenen Wünsche zu erfüllen, schließlich ist es ihr sauer verdientes Geld. Sie müssen euch zwar versorgen, aber euren Sonderwünschen müssen keineswegs stillschweigend mittragen.
Und bitte kommt nicht mit dem Argument ›das Geld ist da, die haben genug‹, denn selbst wenn dem so ist, es ist IHR Geld und nicht eures.
Natürlich gibt es Familien, die man als vermögend bezeichnen könnte. Eltern, denen größere Ausgaben nicht so schwerfallen, wie einem normal verdienenden Ehepaar. Und sicher gibt es auch einige von ihnen, welche ihren Kindern gerne eine Freude bereiten. Ob dies dann durch derart grosse Geschenke gestaltet werden muss ist zwar fraglich, aber bleibt jeder Familie selber überlassen.

Von daher seid froh und verdammt noch mal dankbar, für jedes Geschenk, egal ob gross oder klein. Aber setzt bitte niemals voraus, dass dies normal in einer Familie ist, oder ihr ein Anrecht darauf habt. Denn auch wenn eure Familie vermögend ist, es ist nicht an euch darüber zu verfügen.

Wenn ihr über Geld frei verfügen wollt, geht arbeiten! Dann wisst ihr, wie lange so mancher Wunsch bis zur Erfüllung braucht.

Flauschige Grüße
Celeste